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Dietmar Woidke fordert Ausweitung des Nachtflugverbots am BER

Der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) fordert erneut eine Ausweitung des Nachtflugverbots für den Flughafen BER in Schönefeld. In einem Interview gegenüber der Berliner Morgenpost sagte Woidke, dass er derzeit intensive Gespräche mit der Geschäftsführung führe. Das Land Berlin zeigt sich gesprächsbereit.

BER: Flugverbot zwischen fünf und sechs Uhr

Seit Jahren ist das Nachtflugverbot am BER umstritten. Dietmar Woidke fordert ein längeres Flugverbot in der Nacht, um die Anwohner in Brandenburg vor Flug-Lärm zu schützen. Bisher ist ein striktes Flugverbot für die Zeit von 0 Uhr bis 5 Uhr vereinbart. Laut Woidke sollen auch eine Stunde vor und nach dieser Nachtpause Starts und Landungen nur eingeschränkt möglich sein. Allerdings geht es vor allem um die Stunde zwischen fünf und sechs. „Wir glauben, dass die eine Stunde die Möglichkeiten des Flughafens, Geld zu verdienen, nicht schmälert“, sagte Woidke der Berliner Morgenpost.

Nach Berechnungen der Flughafengesellschaft (FBB) würden davon aber die Passagierzahlen erheblich beeinflusst. Je nach Reaktion des Marktes sei mit einem Verkehrsrückgang von acht bis 18 Prozent zu rechnen, heißt es in einer von der FBB in Auftrag gegebenen Untersuchung. Damit würden zwischen den Jahren 2020 und 2035 mindestens 57 Millionen und bis zu 128 Millionen Fluggäste weniger am Flughafen abfliegen können, heißt es weiter.

BER-Chef will längere Flugzeiten

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hatte sich zuletzt für längere Flugzeiten ausgesprochen. „Wenn wir mit dem BER erfolgreich sein wollen, kommen wir ohne die Randzeiten trotzdem nicht aus“, sagte Lütke Daldrup. „Insbesondere die für die gesamte Region wichtigen Langstreckenverbindungen nach Amerika und Asien müssen die Möglichkeit haben, die Randzeiten nutzen zu können.“ Allerdings liegt die Entscheidung darüber bei den drei Gesellschaftern des Flughafens, Berlin, Brandenburg und dem Bund.

Forderungen vor Landtagswahl

Die Forderung stellt Ministerpräsident Woidke inmitten des Wahlkampfs für die Landtagswahl in Brandenburg im kommenden September. Angesichts schlechter Umfragewerte für die SPD steht er unter Druck, die Ausweitung der Verbotszeit zu fordern. Denn ein erfolgreiches Volksbegehren hatte dies gefordert. In Brandenburg sind nach Schätzungen mehrere zehntausend Menschen von dem Fluglärm des BER betroffen. Die Mitgesellschafter der Flughafengesellschaft, das Land Berlin und der Bund, hatten bisher jedoch wenig Interesse an einer Ausweitung der Verbotszeiten erkennen lassen. Dies scheint sich nun zu ändern.

Prüfauftrag wurde erteilt

Bereits im Januar 2019 stand das Thema bei einer gemeinsamen Sitzung der Landesregierungen von Berlin und Brandenburg auf der Tagesordnung. Der Bund habe dabei einem Prüfauftrag für eine Ausweitung des Nachtflugverbots nicht widersprochen, hieß es. SPD, die Linken und die Grünen hatten sich im Koalitionsvertrag nicht eindeutig festgelegt. „Ziel ist es, regelmäßig zu Lärmpausen von sieben Stunden in der Nacht zu kommen“, heißt es in der Vereinbarung. Zustimmung für eine Ausweitung der Flugverbotszeiten gab es von den Linke und den Grünen.

Keine Äußerung der Flughafengesellschaft

Das Land Berlin zeigt sich gesprächsbereit. „Die Gesellschafter stehen mit der Flughafengesellschaft zum Thema Nachtflugverbot in engem Austausch“, sagte die Sprecherin des Berliner Senats, Claudia Sünder am Sonntag auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Dagegen wollte sich die Flughafengesellschaft am Sonntag nicht zu dem Thema äußern. Sprecher Daniel Tolksdorf sagte: „Das ist ein Thema der Gesellschafter“. Doch Engelbert Lütke Daldrup hatte bereits in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass er von dem Vorstoß wenig hält. (lb)

 

 

Randbebauung des Tempelhofer Feldes – CDU plant neue Gewerbeflächen

Für Berliner Unternehmen wird es zunehmend schwerer, bezahlbare Gewerbe- und Industrieflächen zu finden. Aus diesem Grund plant die Berliner CDU schon eine ganze Weile, das Tempelhofer Feld für Gewerbetreibende zu nutzen und ausschließlich Firmen dort ansiedeln zu lassen.

Randbebauung ausschließlich für Gewerbeflächen

Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) möchte aus dem Tempelhofer Feld ein Zentrum für kleine und mittelständische Unternehmen schaffen und Gewerbeflächen darauf bauen. Geplant sind vor allem Dienstleistungs-, Handwerks- und kleinteilige Industrieunternehmen bis 250 Mitarbeiter. Bestenfalls entstehen aus den einzelnen Gewerben Wertschöpfungsketten und Möglichkeiten der Kooperation.

Neben Gewerben sollen auf der rund 300 Hektar großen Fläche auch Betriebskindergärten entstehen. Laut Christian Gräff, Landesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU und MIT- Vorsitzender, eigne sich das ehemalige Flughafengelände ideal als Grundlage für neue Gewerbeflächen. Unter anderem, weil das Gelände gut an die Autobahn und den öffentlichen Nahverkehr angebunden sei. Mit der Randbebauung sollen daher in erster Linie Gewerbeflächen entstehen und keine Wohnungen.

Aus dem alten Terminalgebäude möchte die Landesregierung ein Zentrum für Künstler und Kreative machen, um eine Mischnutzung zu erzeugen.

Mehrheit gegen Wohnbebauung

2014 hatte sich die Mehrheit der Berliner in einem Volksentscheid gegen eine Wohnbebauung des ehemaligen Flugfeldes ausgesprochen. Diese Entscheidung ist juristisch jedoch nicht bindend. Auch die CDU hat sich trotz der aktuellen Wohnungsnot ausdrücklich gegen eine Wohnbebauung ausgesprochen. Trotzdem entstehen auf der Fläche eventuell einige kleinere Betriebswohnungen für Mitarbeiter der angesiedelten Unternehmen. Der Großteil der Fläche soll in jedem Fall frei bleiben, um weiterhin als Park genutzt werden zu können.

Auf der Landesdelegiertenversammlung des Wirtschaftsverbandes am Mittwoch soll diesbezüglich ein Leitantrag beschlossen werden. Dort äußert die MIT unter anderem, dass sie sich „bei allen Parteien und politischen Gremien dafür einsetzen, dass auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof, inklusive des Bestandsgebäudes, ausschließlich Räume für klein- und mittelständische Unternehmen entstehen“. Für die Finanzierung von Bau und Sanierung hofft die MIT auf Fördermittel der Europäischen Union und des Bundes. Um Vermietung, Verwaltung und den Bau solle sich laut MIT die Tempelhof Projekt GmbH kümmern.

Auch die regierende SPD zieht eine Randbebauung in Erwägung. Sie sind im Gegensatz zur CDU für eine Bebauung mit Wohnungen. (tf)

Regierungsterminal am BER nicht repräsentativ genug

Am Rand des neuen Flughafens ist der erste Terminal komplett fertig. Doch der aktuelle Regierungsterminal am BER wird nur eine Übergangslösung bleiben. Denn der Bund möchte eine größere Empfangshalle für Staatsgäste.

Regierungsterminal am BER soll Übergangslösung bleiben

Wann der neue Hauptstadtflughafen fertig sein wird, ist noch immer ungewiss. Doch immerhin ein Terminal steht bereits einsatzbereit seit letztem Herbst. Der 70-Millionen-Neubau für Regierungsmitglieder und Staatsgäste ist als Zwischenlösung gedacht, bis 2025 das endgültige Regierungsterminal fertig ist. Neben vollausgestatteten Büros verfügt das Terminal  über Dolmetscherkabinen und einen Pressekonferenzraum. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke haben sich nun erneut in einem Brief an Bundesfinanzminister Olaf Scholz dafür ausgesprochen, diese Überganglösung dauerhaft zu nutzen. Noch ist der Brief unbeantwortet.

Dauerhafte Lösung nicht möglich

Trotz Kosten in Millionenhöhe – aktuell sind 344 Millionen Euro veranschlagt – möchte der Bund einen neuen Regierungsterminal am BER bauen. „Um den international üblichen protokollarischen Anforderungen gerecht zu werden, ist für das Empfangsgebäude als Visitenkarte der Bundesrepublik Deutschland eine angemessene repräsentative Gestaltung vorgesehen“, heißt es in einer Stellungnahme der Bundesregierung.

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) kritisiert die Pläne für den neuen Terminal deutlich. „Wenn es um Repräsentation geht, dann sollte man das bereits bestehende Terminal nutzen und gegebenenfalls qualitativ aufwerten. Als Finanzminister kann ich die Forderung des Bundes, noch einmal 344 Millionen Euro für einen Neubau in die Hand zu nehmen, nur mit einem Kopfschütteln quittieren. Auch der Bundesregierung sollte klar sein, dass am BER nur noch eine Devise gelten kann: Sparsamkeit!“, kommentiert Görke die Aussage der Bundesregierung.

Regierungsterminal am BER Dauerstreitthema zwischen Bund und Ländern

Bereits seit Jahren wird der Streit um den Regierungsflughafen am BER zwischen den Flughafengesellschaftern, den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Bund geführt. Eine Lösung scheint immer noch nicht in Sicht. Doch immerhin für die Weiternutzung des 70-Millionen-Neubaus gibt es bereits eine Lösung. Zieht die Bundesregierung 2025 in den neuen Regierungsterminal, soll der Vorgängerbau von Geschäftsfliegern mit ihren kleineren Maschinen genutzt werden. (aw)

Tegel bekommt einzigartiges Energienetz

Noch ist der Airport TXL in Betrieb, doch damit soll ja in absehbarer Zeit Schluss sein. Und genau aus diesem Grund haben die Berliner Stadtwerke und der Stromversorger E.ON nun einen bedeutenden Schritt vollzogen. Gemeinsam haben sie für den am Flughafen geplanten Forschungs- und Industriestandort Urban Tech Republic und das Schumacher Quartier ein hochinnovatives Energiekonzept entwickelt. Mit dem haben sie als Bietergemeinschaft eine EU-weite Ausschreibung gewonnen. Das Areal soll künftig über ein neuartiges Niedrigtemperaturnetz mit Wärme und Kälte versorgt werden. Umweltfreundlich, nachhaltig und innovativ, so kündigte es die Bietergemeinschaft an. 60 Millionen Euro kostet dieses ausgereifte Energiekonzept für das gesamte Areal. Das Land Berlin hat für die Umsetzung die Tegel Projekt GmbH beauftragt.

Kosten sparen

Es soll eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas werden, das auch die rund 5000 Wohnungen einbezieht, die im Schumacher Quartier entstehen sollen. Es ist geplant, diese neuen Wohnungen technisch so auszustatten, dass sie mit dem neuen Wärmenetz korrespondieren. Das sogenannte Low-Exergie-Netz (kurz: LowEx-Netz) hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber klassischen Fernwärmenetzen. Es arbeitet mit einer niedrigeren Betriebstemperatur. Dadurch können Wärmeverluste reduziert werden, also auch Kosten. Im Winter wird das Wasser nur auf 40 Grad anstatt auf 120 Grad erhitzt. Im Sommer reichen 20 Grad. So können die angeschlossenen Labor- und Bürogebäude mittels Wärmepumpen die für sie optimalen Temperaturen herstellen. Die Jahreskosten sollen laut Projektbetreiber für Abnehmer von LowEx-Wärme bei Berlin TXL deutlich unter denen vergleichbarer Fernwärmesysteme liegen.

Netz soll Energie aus Solaranlagen, Kraftwerken, Geothermie und Abwasserwärme vereinen

Außerdem kann überschüssige oder selbst erzeugte Energie, beispielsweise Energie aus erneuerbaren Quellen oder Produktionsabwärme von Gewerbe- und Industriebetrieben, dem System zugeführt werden. Jeder Kunde ist also zugleich auch Produzent. „In der geplanten Größenordnung ist das LowEx-Netz weltweit einzigartig“, sagte Philipp Bouteiller, Geschäftsführer der Tegel Projekt GmbH. Mit einer Länge von zehn Kilometern sei das Wärmenetz das nachhaltigste Energiesystem, das wir kennen. 80 Prozent der gelieferten Wärme stamme aus erneuerbarer Energie. Man wolle mit der Kohlendioxid-Reduktion so „nah an die Null wie es geht“, betonte Bouteiller. Das ist ein sportliches Ziel – aber so ist Berlin halt.

Ein Leuchtturm-Projekt

Bis 2050 will sich die Hauptstadt zur klimaneutralen Metropole wandeln. Ein Mammutprojekt, wie in Tegel, muss da natürlich die Vorreiterrolle übernehmen. So sieht es auch Jörg Simon, Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe. Als kommunales Unternehmen setze man auf einem für Berlin sehr bedeutsames und emotional besetztes Gelände ein Energiekonzept mit Leuchtturmcharakter um. Für diesen Plan gibt es allerdings eine unabdingbare Voraussetzung: der Flughafen Berlin Brandenburg muss fertig werden. Bisher hält BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup am Termin fest: Im Oktober 2020 soll der neue Flughafen eröffnen.

Baubeginn in drei Jahren

Ein halbes Jahr nach der BER-Eröffnung soll Tegel geschlossen werden. Der Baubeginn ist demnach im Sommer 2021, man rechnet mit einer Bauzeit von drei bis fünf Jahren. Die Bietergemeinschaft ist sehr optimistisch und motiviert. Allein schon der Zuschlag durch das Land Berlin beweise, dass „klimafreundliche Lösungen sich auch wirtschaftlich durchsetzen können, wenn sie intelligent und innovativ entwickelt“ würden. „Für uns ist es das erste Netz einer völlig neuen Generation und ein wichtiger Schritt für die kommunale Energiewende“, sagte E.ON Vorstandsmitglied Karsten Wildberger.

Abschied nehmen

Für Tegel-Fans und Nostalgiker sieht es wahrscheinlich immer düsterer aus. Nicht nur das Abgeordnetenhaus stimmte im Juni für eine Schließung von TXL. Auch die FDP zögert. Wer weiß, ob die Liberalen noch mit einer Klage beim Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin dem Volksentscheid zur Durchsetzung verhelfen wollen. (kh)

EasyJet will Fluggastzahl um 60 Prozent steigern

EasyJet will sein Angebot an den Berliner Flughäfen deutlich ausweiten. Noch in diesem Jahr will die britische Fluggesellschaft die Zahl der Fluggäste um 60 Prozent erweitern. Damit steigt die Passagierzahl auf 5,6 Millionen.

Seit vergangenem Wochenende bietet easyJet fünf neue Routen ab dem Flughafen Tegel an. Dass die britische Airline eine immer größere Rolle spielt, dürfte die Konkurrenz nicht freuen. Mit den ambitionierten Plänen könnte easyJet schon bald die Nummer eins in Berlin werden.

EasyJet will Zahl der Fluggäste um 60 Prozent steigern

Die britische Fluggesellschaft erlebt derzeit einen großen Aufschwung in der deutschen Hauptstadt. Vor allem profitiert easyJet von der Insolvenz der Air Berlin. Denn nach der Pleite hat die Airline für 40 Millionen Euro Unternehmensteile der insolventen Fluggesellschaft  übernommen. Nun will easyJet noch weiter expandieren.

Der Konzernchef Johan Lundgren teilte am vergangenen Dienstag mit, dass geplant sei, die Zahl der Passagiere 2018 um 60 Prozent auf 5,6 Millionen zu steigern. „Berlin ist mit mehr als 50 Millionen Passagieren seit 2004 ein Kernmarkt für uns“, so Lundgren. Demnach biete die Billigfluggesellschaft ab sofort fünf neue Routen ab Berlin-Tegel an. Im Sommerflugplan, der vergangenen Sonntag in Kraft trat, sind die Ziele Aarhus (Dänemark), Alghero (Italien), Bari (Italien), Olbia (Italien) und Prag (Tschechien) hinzugekommen. Insgesamt bietet easyJet nun 28 Destinationen ab Tegel an.

 

EasyJet bietet künftig fünf neue Routen an | Foto: Wikimedia

 

EasyJet will die neue Nummer eins werden

Mit den geplanten mehr als 100 Strecken von Berlin-Tegel und Schönefeld könnte die britische Airline die Nummer eins in der Hauptstadtregion werden. Um dem Flugstreckenwachstum auch personell zu begegnen, hat die Fluggesellschaft bereits 140 ehemalige Air Berlin Mitarbeiter übernommen. Wie der Airline-Chef, Johan Lundgren, mitteilte, sei insgesamt eine Übernahme von rund 700 Crew-Mitgliedern geplant.

EasyJet will sogar noch einen Schritt weiter gehen und kündigte an, sein “Worldwide by easyJet“ auf Tegel auszuweiten. Mit diesem Service sollen Passagiere künftig die Möglichkeit bekommen, Anschlussflüge auch mit Partnerairlines buchen zu können. In Hinblick darauf will die Billigfluggesellschaft das Umsteigen am Flughafen Tegel ermöglichen. Zudem hat die Airline für das Programm bereits Partner wie z.B. Thomas Cook Airlines, Corsair und Loganair ins Boot geholt.

Laudamotion stärkt Ryanair in Tegel

EasyJet ist längst nicht die einzige Fluggesellschaft, die in Europa aufsteigen will. Nachdem die Air Berlin Tochtergesellschaft Niki ebenfalls Insolvenz anmeldete, hatte Niki Lauda die insolvente Airline für rund 50 Millionen Euro zurückgekauft und diese in Laudamotion umbenannt. Dabei ist der irische Lufthansa-Rivale Ryanair mit 24,9 Prozent an der österreichischen Fluglinie beteiligt.

Schon kurz nachdem die ersten Flugzeuge am vergangenen Wochenende starteten, setzte sich die neue österreichische Fluglinie ehrgeizige Expansionsziele. Wie der Ryanair-Chef Michael O’Leary ankündigte, will Laudamotion eine der größten Billigfluglinien Europas werden. Derzeit sind zehn Flugzeuge, unter anderem ab Düsseldorf, im Betrieb. Ab Sommer werden dann 21 Airbus-Jets von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus abheben. Ein neuer Stützpunkt wird dann auch Berlin Tegel, auf dem vier Maschinen stationiert werden. Insgesamt plant die Fluggesellschaft 17 Flugziele ab Berlin.

 

Ab Sommer werden 21 Airbus-Jets von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus abheben | Foto: LaudaMotion GmbH

Ab Sommer werden 21 Airbus-Jets von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus abheben | Foto: LaudaMotion GmbH

 

Wo bleibt die Lufthansa?

Der Konkurrenzkampf in der Luftfahrtbranche steigt. Während easyJet mit seinen Plänen aufsteigen will und der Regierende Bürgermeister, Michael Müller, sogar von einem wichtigen Schub für Berlin als Wirtschaftsstandort sprach, hat er für die Lufthansa keine netten Worte übrig. Zuletzt hat der deutsche Luftfahrtkonzern die Langstreckenflüge von Berlin in die USA gestrichen. „Ich glaube, dass es wichtig ist, dass es von der größten deutschen Airline ein entsprechendes Engagement in der Hauptstadt gibt und man sich auch mal eindeutig bekennt zu diesem Standort“, sagte Michael Müller bei einer Parlamentssitzung am vergangenen Donnerstag.

Die Beziehung zwischen Berlin und der Lufthansa bleibt weiterhin angespannt. Vor allem sorgte der Lufthansavorstand mit der Aussage, dass der BER abgerissen werden sollte, für Empörung. Zwar hat die Lufthansa seit der Air Berlin Pleite einen Rekordgewinn von rund 70 Prozent auf knapp 3 Milliarden Euro erzielt, doch rechnet der Vorstandschef Carsten Spohr nun mit einem leichten Rückgang. Zudem steigt die Konkurrenz stetig. Mit der Eröffnung des Flughafen BER wird die Hauptstadt zu einem wichtigen Drehkreuz. Dann werden viele Airlines um die Start- und Landerechte konkurrieren. Um weiterhin die Position als Deutschlands größte Fluggesellschaft zu sichern, sollte sich die Lufthansa in Berlin ein Standbein aufbauen. (dn)

Flughafen BER: Alte Monitore verursachen eine halbe Million Euro Schaden

Erst vor kurzem wurde bekannt gegeben, dass die Kosten für den Flughafen Berlin Brandenburg weiter steigen. Nun wurde ein neues Problem bekannt: 750 Monitore müssen ausgetauscht werden.

Angesichts der vielen Probleme hat der Lufthansa-Vorstand inzwischen den Glauben an den Großflughafen verloren und spricht sogar schon von einem BER-Abriss.

Eine halbe Million Euro für neue Monitore

2012 hätte der Großflughafen Berlin Brandenburg offiziell eröffnen sollen. Doch seitdem folgt eine schlechte Nachricht nach der anderen. Vor allem bereitet die Technik immer wieder Probleme. Zuletzt ging aus einem Statusbericht des TÜV Rheinland hervor, dass der Flughafen gravierende Defizite bei den technischen Systemen aufweist. Nach sechs verschobenen Inbetriebnahmen kam dann die große Ankündigung: Der Flughafen BER soll im Oktober 2020 endlich seine Türen öffnen.

Nun gibt es jedoch ein Problem: Die Monitore, die seit 2012 in Betrieb sind, seien größtenteils veraltet und müssen ausgetauscht werden. Wie der Flughafensprecher Stefan Hönemann am vergangenen Donnerstag mitteilte, sind die Bildschirme im Hauptterminal sechs Jahre lang mit der allgemeinen Stromversorgung in dem Gebäude mitgelaufen, die meisten hätten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Ausgetauscht werden demnach 750 Monitore, von denen 100 noch funktionstüchtig seien. Die noch brauchbaren Monitore werden in den Flughäfen Schönefeld und Tegel zum Einsatz gebracht. Schlappe 500.000 Euro kostet die Austauschaktion.

Flughafen BER: Technik schon im Hochbetrieb

Trotz des Rückschlags gibt es auch eine gute Nachricht: In 39 von 40 Gebäuden des BER herrscht schon Hochbetrieb. Lediglich der Hauptterminal, das größte und wichtigste Gebäude, hat seinen Betrieb noch nicht aufgenommen. Grund sind die veralteten Monitore.

„Ansonsten aber läuft alles bestens“, so Knut Deimer, Leiter der Informations- und Kommunikationstechnik der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Gerade erst wurde am Mittwoch die neue Technik-Leitstelle für den BER eröffnet. Diese befindet sich im Gebäude der Feuerwache-West in Schönefeld. Von der Leitstelle werden die Gebäudetechnik sowie die IT-Systeme des Hauptstadtflughafen BER überwacht und gesteuert. Bis zur Eröffnung des BER wird die Leitstelle vorerst diese Aufgaben für die alten Flughäfen Tegel und Schönefeld übernehmen.

Lufthansa prognostiziert BER-Abriss

Nach etlichen Verschiebungen und Pannen hat unterdes die Lufthansa offenbar den Glauben an den Hauptstadtflughafen verloren. „Meine Prognose ist: Das Ding wird abgerissen und neu gebaut“, sagte Lufthansa-Vorstand Thorsten Dirks am Freitag auf dem Unternehmertag am Tegernsee.

Der Berliner Senat wies diese Aussage jedoch zurück. „Die drei Gesellschafter sind sich einig: Der Flughafen wird fertiggebaut“, sagte Senatssprecherin Claudia Sünder am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Auch Flughafen-Chef Engelbert Lütke-Daldrup äußert sich entrüstet über die Bemerkung: „Das ist Unsinn.“

Bis zum Eröffnungstermin sind hoffentlich alle Baumaßnahmen fertiggestellt und die Mängel beseitigt. Eine weitere Verschiebung könne sich die Flughafengesellschafter jedenfalls nicht mehr leisten. Berlin hat vorerst dem Flughafen den Geldhahn zugedreht und wird keine weiteren Steuergelder mehr für den BER ausgeben. Immerhin hat der zukünftig drittgrößte Flughafen Deutschlands seit dem ersten Spatenstich schon knapp 7,3 Milliarden Euro verschlungen. (dn)

Flughafen BER: Neue Diskussion über steigende Kosten

Die Probleme am Pannenflughafen nehmen kein Ende. Nachdem im Dezember letzten Jahres angekündigt wurde, dass der Flughafen voraussichtlich erst im Oktober 2020 eröffnet wird, kommt auch schon der nächste Rückschlag: Aus dem aktuellen Businessplan der Flughafengesellschaft geht hervor, dass für die Fertigstellung des BER weitere 770 Millionen Euro benötigt werden.

Nun laufen Diskussionen darüber, wer diese Kosten tragen wird. Besonders in der Berliner Landesregierung herrscht eine angespannte Stimmung. Insbesondere die Grünen sind nicht bereit, weiteres Landesgeld zu bewilligen. Die Gesellschafter, der Bund und die Länder möchten jedenfalls einen größtmöglichen Eigenanteil selbst finanzieren.

Der BER benötigt noch weitere 770 Milliarden Euro

Die Kosten für den Pannenflughafen steigen wohl weiterhin ins Unermessliche. Denn aufgrund der vergangenen Fehlplanungen, Verzögerungen und Baumängel sowie der geplanten Erweiterungen erwarten die Betreiber des großen Hauptstadtflughafens 770 Millionen Euro (!) Mehrkosten. Dies bestätigte der Betreiber des BER gegenüber dem rbb Für den drittgrößten Flughafen Deutschlands steigen die Kosten somit auf 7,3 Milliarden Euro. Dabei war beim ersten Spatenstich im Jahr 2006 noch von 2 Milliarden Euro die Rede gewesen.

Nach fünf verschobenen Startterminen soll der BER nach aktuellem Stand im Oktober 2020 eröffnet werden. Dass sich bis dahin weitere Mehrkosten ergeben würden, war schon im Vorfeld klar. Anfang dieses Jahres erklärte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, dass für das neue Terminal 300 bis 400 Millionen Euro benötigt werden. Darüber hinaus sei noch mehr Geld nötig, um Kredite zu tilgen und Zinsen zu zahlen. Die Flughafengesellschaft habe im vergangenen Jahr für den BER 140 Millionen Euro für den Schuldendienst aufbringen müssen.

Die Flughafeneigentümer sollen die Hälfte der Mehrkosten tragen

Ob die Kosten für den Flughafen noch weiter steigen ist unklar. Denn immerhin sind bis 2035 neue Erweiterungsbauten geplant. Über die Finanzierung sind sich alle Beteiligten jedoch einig: Für die kalkulierten Mehrkosten soll die öffentliche Hand deutlich weniger dazugeben. Am vergangenen Dienstag beschloss nämlich der Koalitionsausschuss aus SPD, Linken und Grünen, dass Berlin vorerst  kein weiteres öffentliches Geld in den neuen Flughafen BER investieren werde. „Die Koalition entschied, die Flughafengesellschaft solle zunächst versuchen, die Summe am Kapitalmarkt selbst zu besorgen. Bisher sei das noch nicht geschehen“, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop.

Laut rbb wollen die Flughafeneigentümer die Hälfte der 770 Millionen Euro selbst über Kredite aufbringen. Zudem haben die Gesellschafter die Belastungen der öffentlichen Hand auf 100 Millionen statt der befürchteten Milliarde senken können. Auf einem Spitzentreffen am Montag sollen sich Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD), Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) und Bundesvertreter auf eine Vereinbarung geeinigt haben, mit der das zuletzt kalkulierte FBB-Defizit auf 500 Millionen Euro in den Jahren 2020 bis 2025 vermindert werden kann. So soll das geplante Zusatzterminal T2 über ein Mietkaufkaufmodell errichtet werden. Das zweite Terminal soll ab 2021 gebaut und 2024 fertiggestellt werden. Über die Detailfragen zur Finanzierung befinde sich die Flughafengesellschaft noch in konstruktiven Gesprächen. Der Finanzierungsbedarf wird auf der nächsten Aufsichtsratssitzung am kommenden Freitag genauer erörtert. (dn)

Tegel-Gutachter: Der Flughafen Tegel muss schließen

Am Dienstag wurde das Gutachten über die Offenhaltung des Flughafens Tegel vorgelegt. Dem 72 langen Bericht zufolge muss Tegel nach der Eröffnung des großen Hauptstadtflughafens BER seine Türen schließen.

Die Mehrheit war für eine Offenhaltung

Im Zuge der Bundestagswahl 2017 fand in Berlin ein Volksentscheid über die Offenhaltung des Flughafen Tegel statt. Dabei stimmte die Mehrheit mit rund 56 Prozent für eine Offenhaltung. Auf diesen Volksentscheid kann jedoch keine Rücksicht genommen werden. Denn zur Flughafengesellschaft gehören auch das Land Brandenburg sowie der Bund. Berlin allein kann demnach nicht eine solch große Entscheidung fällen.

Laut der FDP, die den Volksentscheid initiierte, ergänzt und entlastet der Flughafen Berlin-Tegel den geplanten Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER). Weiter heißt es: „Der Berliner Senat wird aufgefordert, sofort die Schließungsabsichten aufzugeben und alle Maßnahmen einzuleiten, die erforderlich sind, um den unbefristeten Fortbetrieb des Flughafens Tegel als Verkehrsflughafen zu sichern.“ Die Stimmen der Bürger sind gespalten. Geht es nach dem neuesten Gutachten, muss Tegel alternativlos schließen.

Gutachten: Tegel muss schließen

Für den Weiterbetrieb des Flughafens hat der Berliner Senat den Juristen Stefan Paetow (47) für ein Gutachten beauftragt. Dem Gutachten zufolge kann der Flughafen Tegel aus rechtlichen Gründen nicht offen gehalten werden. In dem Gutachten wurden mehrere Punkte genannt, die dem Weiterbetrieb entgegenstehen. Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass eine Offenhaltung eine Änderung der Landesplanung und damit die Zustimmung des Bundes und des Landes Brandenburg voraussetzt.

Selbst wenn alle drei Gesellschafter für eine Offenhaltung wären, so müsste nachgewiesen werden, dass die Kapazität des neuen Flughafens BER zu niedrig wäre. Nach aktuellem Stand würde aber die Start- und Landebahn auch bei weiter steigenden Passagierzahlen ausreichen. Zudem sind Erweiterungsmaßnahmen für den Großflughafen geplant, womit die Kapazität nochmal erhöht wird.

Wie es mit dem Flughafen Tegel weiter geht

Nach der Eröffnung des BER wird Tegel nach aktueller Planung noch für sechs Monate in Betrieb sein. Nach mehreren Verschiebungen wird der BER voraussichtlich 2020 eröffnet. Danach will der Senat das Areal, wo sich der Flughafen Tegel befindet, für ein neues Stadtviertel nutzen und dort Wohnungen und Büros bauen. Dies sei besonders bei dem dynamischen Bevölkerungswachstum, den Berlin gerade erlebt, von Vorteil. (dn)

Dem Flughafen BER fehlen bis zu einer Milliarde Euro

Noch vor Weihnachten letzten Jahres wurde angekündigt, dass der Flughafen Berlin Brandenburg voraussichtlich im Oktober 2020 eröffnen wird. Ganze acht Jahre nach der geplatzten Eröffnung im Jahr 2012. Nun droht dem Flughafen ein neues Problem: Bis zu einer Milliarde Euro sollen für den Flughafen BER fehlen.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat bereits im Dezember angekündigt, dass durch die abermals verzögerte Eröffnung zusätzliches Geld für das Projekt gebraucht wird. Doch wie wird die Flughafengesellschaft die zusätzlichen Kosten finanzieren können? Immerhin ist hier von einem zehnstelligen Betrag die Rede.

Dem Flughafen BER fehlt eine Milliarde Euro

Einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge sollen für den Ausbau und für die Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens BER bis zu einer Milliarde Euro fehlen. Weiterhin wurde berichtet, dass allein die Kosten für den Baustellenbetrieb und die Einnahmeausfälle sich auf rund 25 Millionen Euro pro Monat (!) belaufen. Dies seien rund 750 Millionen Euro bis zur geplanten Eröffnung 2020. Es werden jedoch weitere Millionen für neue Aufträge zur Fertigstellung und zum beschleunigten Ausbau benötigt.

Die Flughafengesellschaft ist jedoch nicht in der Lage die zusätzlich benötigte Milliarde  zu finanzieren. Laut der „Bild am Sonntag“ können die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund maximal 400 Millionen Euro durch Kredite stemmen. Über den restlichen Betrag seien sich die Gesellschafter des Flughafenprojekts jedoch uneinig.

Seit Baubeginn steigen die Kosten ins Unermessliche

Der erste Spatenstich des Flughafens BER erfolgte vor mehr als 11 Jahren im September 2006. Damals war noch von 2,5 Milliarden Euro die Rede. Bisher sind die Kosten jedoch schon auf rund 6,6 Milliarden Euro gestiegen. Nun wird noch eine Milliarde mehr benötigt.

Die Kosten werden auch nach der Eröffnung weiter steigen. Bis zum Jahr 2035 sind nämlich neue Erweiterungsbauten geplanten. Diese Erweiterungen sind nötig, um zukünftig 55 Millionen Passagiere abfertigen zu können. Denn bei seiner Eröffnung wird der Berliner Großstadtflughafen BER bereits zu klein sein, um alle Passagiere, die bislang über die Flughäfen Tegel und Schönefeld reisen, aufnehmen zu können. Beide Flughäfen werden jedoch nach der Eröffnung des BER ihren Betrieb einstellen.

Finanzbedarf soll auf der Aufsichtsratssitzung geklärt werden

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke äußert sich über den Finanzbedarf sehr kritisch: „Das einzige, was in der FBB (Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg) zu klappen scheint, ist die ständige Kreation immer neuer Bedarfe. Und dies offenbar ohne über ausreichend eigenes Geld zu verfügen.“

Jedenfalls wird erst im März auf einer Aufsichtsratssitzung über die Finanzierung entschieden. „Wir gehen davon aus, dass bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung sowohl der Finanzbedarf solide ermittelt sowie eine verlässliche Finanzplanung erarbeitet sein wird“, so die Berliner Senatssprecherin Claudia Sünder gegenüber der dpa. (dn)

Eine Eröffnung des Flughafen BER vor 2021 unwahrscheinlich

Der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ ist wohl einer der größten „Skandale“ in der deutschen Baugeschichte. Nach sechs gescheiterten Inbetriebnahmen verzögert sich die Eröffnung des Flughafen BER weiter. Denn aus einem aktuellen Lagebericht für die oberste Bauaufsicht Brandenburg und aus einem Statusbericht des TÜV Rheinland gehen hervor, dass der Flughafen noch gravierende Defizite bei den technischen Systemen aufweist. Der TÜV hatte zehn Anlagen geprüft und in sechs davon wurden „wesentliche Mängel“ festgestellt.

Mit den Planungen begannen die Schwierigkeiten

Die ersten Pläne für einen Ausbau des Flughafens Schönefeld existierten bereits in den 1960er Jahren. Doch erst nach der deutschen Wiedervereinigung stieg die Notwendigkeit einer großflächigen Kapazitätserweiterung stark an.

So begannen 1990 die ersten Planungen für einen neuen Hauptstadtflughafen in Berlin. Der Flughafen, der ursprünglich Berlin Brandenburg International heißen sollte und auf dessen Standort man sich für Schönefeld einigte, scheiterte jedoch 2003 an der Privatisierung.

Die gescheiterten Eröffnungen

Schließlich musste das Projekt aus öffentlichen Kassen finanziert werden, weshalb zunächst eine Absegnung des Staats erforderlich war. Dadurch war schon im Vorfeld klar, dass der Flughafen nicht wie geplant 2007 eröffnen wird. Somit wurde bereits 2003 die erste geplante Eröffnung verschoben.

Auch der zweite für 2011 geplante Eröffnungstermin scheiterte nach dem mehrere Jahre verspäteten Spatenstich im September 2006.

Der nächste Rückschlag der sich im auch im öffentlichen Gedächtnis einbrannte, folgte dann im Mai 2012: Die Eröffnung des BER für den Juni desselben Jahres  wurde abgesagt. Grund für die Absage waren Probleme bei den Brandschutzanlagen, wobei diese bis heute noch als eine große Herausforderung darstellen.

Die Kosten steigen uns Unermessliche

Seit der geplatzten Eröffnung im Jahr 2012 wurden zusätzlich 3,3 Milliarden Euro Steuergelder für den Bau bewilligt, wodurch die Kosten auf 6,6 Milliarden Euro gestiegen sind. Ursprünglich waren „nur“ 2,5 Milliarden Euro kalkuliert und die Kosten steigen heute immer noch ins Unermessliche.

Selbst fünf Jahre nach dem Debakel im Jahr 2012 kann der Flughafen, der eine Fläche von 1470 Hektar umfasst, immer noch nicht in Betrieb genommen werden.

Der Eröffnungstermin wird voraussichtlich am 15. Dezember dieses Jahres vom Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup bekannt gegeben werden. Laut dem Tagesspiegel ist jedoch eine Eröffnung vor 2021 unwahrscheinlich.

Was dies für die anderen Berliner Flughäfen bedeutet

Der nach dem vierten Bundeskanzler benannte Flughafen soll auf lange Sicht die anderen Berliner Flughäfen Schönefeld, Tegel und Tempelhof ersetzen, wobei letzterer bereits 2008 geschlossen wurde.

Im Zuge der Bundestagswahlen 2017 fand in der Hauptstadt ebenfalls ein Volksentscheid über die Offenhaltung des Flughafens Tegel statt. Dabei stimmten rund 56 Prozent für eine Offenhaltung. Trotzdem stehen die Signale aus der Politik auf Schließung.  Berlin kann eine Entscheidung nicht alleine treffen, da das Land Brandenburg und der Bund auch Eigentümer der Flughafengesellschaft sind.

Da sich die Eröffnung des Flughafen BER nun erneut verzögert, wird Tegel wohl noch einen geraumen Zeitraum geöffnet bleiben. Bis dahin wird sicher auch die Debatte über die Schließung fortgeführt werden. (dn)

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