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Neu ab Tegel: Nonstopflüge nach Singapur

Ab heute ist die Hauptstadt ist für Reisende aus Asien noch besser zu erreichen. Mit Scoot werden die bislang 14 Flugstunden von Tegel nach Singapur künftig ohne Zwischenstopp zurückgelegt. Vier Mal die Woche steuert der Großraum-Flieger „Dreamliner“ den Flughafen Tegel an und verbindet die beiden Millionen-Metropolen miteinander. Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag wird die Direktverbindung geflogen. Der Ticketverkauf für die Nonstopflüge startete bereits im Frühjahr. Als wichtiges Drehkreuz für den Luftverkehr werden von Singapur aus viele Anschlussflüge in den asiatischen Raum sowie nach Australien und Neuseeland erreicht. Scoot ist eine Tochtergesellschaft der Singapore Airlines und fliegt 61 Ziele in weltweit 16 Ländern an.

„Scoot hat erkannt, welche Chancen sich in Berlin bieten. In Südostasien ist das Interesse an der deutschen Hauptstadt schon jetzt sehr groß. Und Singapur ist nicht nur wichtiger Umsteigepunkt für Reisende aus Asien sondern auch für Besucher aus Australien. Mit Scoot rücken beide Kontinente ein gutes Stück näher an Berlin heran“, sagt Burkhard Kieker, Geschäftsführer vom offiziellen Berliner Reiseportal visitBerlin.

Premiere für Nonstop-Verbindung: Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (3. v.r.) stellt mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft die neue Fluglinie vor. | Foto: visitBerlin

Premiere für Nonstop-Verbindung: Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (3. v.r.) stellt mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft die neue Fluglinie vor. | Foto: visitBerlin

Potenzial für Nonstopflüge erkannt

Der Stadtstaat Singapur an der Südspitze der malaysischen Halbinsel gilt als Knotenpunkt internationaler Wirtschaft. Die zusätzliche Flugverbindung zu einem der bedeutendsten Finanzzentren Asiens ist nicht nur für den Tourismus, sondern auch Geschäftsreisende im Messe- und Kongressgeschäft ein Gewinn. Für den asiatischen Tourismus ist Berlin als Gründungsstandort für Start-ups bekannt. Jedes fünfte Berliner Start-up ist zugezogen, das ist mehr als in allen anderen Gründerzentren weltweit. Die kreative Szene boomt, während Touristen die Hauptstadt für die ganz spezielle Berliner Mischung besuchen.

Besucher aus Asien und Australien blieben mit rund drei Aufenthaltstagen auch deutlich länger in der Stadt als der durchschnittliche Gast aus anderen Breiten. Dieser verbringt rund 2,4 Tage in Berlin. Die rund 1,44 Millionen Übernachtungen in Berliner Unterkünften wurden von mehr als einer halben Millionen asiatischen Touristen gebucht, die Berlin 2017 bereisten. Nun bietet die Billigfluggesellschaft Scoot Ticketpreise von weniger als 400 Euro an und legt die Strecke in 12 Stunden zurück.

Tegel, heute morgen um 7 Uhr: Erste Landung des Nonstopfluges aus Singapur. | Foto: visitBerlin

Tegel, heute morgen um 7 Uhr: Erste Landung des Nonstopfluges aus Singapur. | Foto: visitBerlin

Erforderlicher transkontinentaler Ausbau

Tourismusgesellschaften und Flughafen-Experten sprechen von einer Bereicherung für die Anbindung und den Tourismus der deutschen Hauptstadt. Nach der Airberlin-Pleite wurden von Berlin aus nur noch vier interkontinentale Ziele angeflogen. Zeitweilig werden sie von der Lufthansa übernommen. Neben New York sind Peking, Doha und die mongolische Hauptstadt Ulan-Bator die Langstreckenziele. Anfang Juni wurde als Erweiterung des transatlantischen Verkehrs von Berlin aus die Nonstop-Verbindung zum kanadischen Großraum Toronto ausgebaut. (cn)

 

Eine Eröffnung des Flughafen BER vor 2021 unwahrscheinlich

Der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ ist wohl einer der größten „Skandale“ in der deutschen Baugeschichte. Nach sechs gescheiterten Inbetriebnahmen verzögert sich die Eröffnung des Flughafen BER weiter. Denn aus einem aktuellen Lagebericht für die oberste Bauaufsicht Brandenburg und aus einem Statusbericht des TÜV Rheinland gehen hervor, dass der Flughafen noch gravierende Defizite bei den technischen Systemen aufweist. Der TÜV hatte zehn Anlagen geprüft und in sechs davon wurden „wesentliche Mängel“ festgestellt.

Mit den Planungen begannen die Schwierigkeiten

Die ersten Pläne für einen Ausbau des Flughafens Schönefeld existierten bereits in den 1960er Jahren. Doch erst nach der deutschen Wiedervereinigung stieg die Notwendigkeit einer großflächigen Kapazitätserweiterung stark an.

So begannen 1990 die ersten Planungen für einen neuen Hauptstadtflughafen in Berlin. Der Flughafen, der ursprünglich Berlin Brandenburg International heißen sollte und auf dessen Standort man sich für Schönefeld einigte, scheiterte jedoch 2003 an der Privatisierung.

Die gescheiterten Eröffnungen

Schließlich musste das Projekt aus öffentlichen Kassen finanziert werden, weshalb zunächst eine Absegnung des Staats erforderlich war. Dadurch war schon im Vorfeld klar, dass der Flughafen nicht wie geplant 2007 eröffnen wird. Somit wurde bereits 2003 die erste geplante Eröffnung verschoben.

Auch der zweite für 2011 geplante Eröffnungstermin scheiterte nach dem mehrere Jahre verspäteten Spatenstich im September 2006.

Der nächste Rückschlag der sich im auch im öffentlichen Gedächtnis einbrannte, folgte dann im Mai 2012: Die Eröffnung des BER für den Juni desselben Jahres  wurde abgesagt. Grund für die Absage waren Probleme bei den Brandschutzanlagen, wobei diese bis heute noch als eine große Herausforderung darstellen.

Die Kosten steigen uns Unermessliche

Seit der geplatzten Eröffnung im Jahr 2012 wurden zusätzlich 3,3 Milliarden Euro Steuergelder für den Bau bewilligt, wodurch die Kosten auf 6,6 Milliarden Euro gestiegen sind. Ursprünglich waren „nur“ 2,5 Milliarden Euro kalkuliert und die Kosten steigen heute immer noch ins Unermessliche.

Selbst fünf Jahre nach dem Debakel im Jahr 2012 kann der Flughafen, der eine Fläche von 1470 Hektar umfasst, immer noch nicht in Betrieb genommen werden.

Der Eröffnungstermin wird voraussichtlich am 15. Dezember dieses Jahres vom Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup bekannt gegeben werden. Laut dem Tagesspiegel ist jedoch eine Eröffnung vor 2021 unwahrscheinlich.

Was dies für die anderen Berliner Flughäfen bedeutet

Der nach dem vierten Bundeskanzler benannte Flughafen soll auf lange Sicht die anderen Berliner Flughäfen Schönefeld, Tegel und Tempelhof ersetzen, wobei letzterer bereits 2008 geschlossen wurde.

Im Zuge der Bundestagswahlen 2017 fand in der Hauptstadt ebenfalls ein Volksentscheid über die Offenhaltung des Flughafens Tegel statt. Dabei stimmten rund 56 Prozent für eine Offenhaltung. Trotzdem stehen die Signale aus der Politik auf Schließung.  Berlin kann eine Entscheidung nicht alleine treffen, da das Land Brandenburg und der Bund auch Eigentümer der Flughafengesellschaft sind.

Da sich die Eröffnung des Flughafen BER nun erneut verzögert, wird Tegel wohl noch einen geraumen Zeitraum geöffnet bleiben. Bis dahin wird sicher auch die Debatte über die Schließung fortgeführt werden. (dn)

Ergebnis der CDU-Mitgliederbefragung: 83 Prozent wollen den Flughafen Tegel behalten

AKTUALISIERT: Das Ergebnis der CDU-Mitgliederbefragung zur Offenhaltung des Flughafens Tegel ist eindeutig: 83 Prozent haben sich für die Beteiligung am Volksentscheid zur Offenhaltung ausgesprochen, 17 Prozent stimmten dagegen. 4.355 Berliner CDU-Mitglieder haben sich an der Befragung beteiligt.

TXL: Die Berliner CDU will am Montag das Ergebnis ihrer Mitgliederbefragung zum Volksentscheid über die Offenhaltung des Flughafens Tegel präsentieren.  11.000 Mitglieder konnten bis zum 30. Juni abstimmen. Nach einer Befragung nannten 32 Prozent der CDU-Mitglieder die Diskussion über die Zukunft von Tegel ein wichtiges Thema. (red)

Probleme bei der Abfertigung: Air Berlin verschiebt US-Flüge

Der Streit zwischen Air Berlin und Aeroground wegen Engpässen bei der Flugzeugabfertigung ist weiter eskaliert. „Wir rechnen mit ähnlichen Problemen wie in den vergangenen Tagen“, sagte Air Berlin-Sprecher Ralf Kunkel mit Blick auf die Osterfeiertage. Die für den 1. Mai geplante Aufnahme der Flugverbindung nach San Francisco hat die Airline auf den 29. Mai verschoben. Den für den 2. Mai vorgesehenen Start nach Los Angeles verschiebt Air Berlin auf den 16. Mai. (red)