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Land und Bezirke lassen 221 Millionen für Bau-Investitionen liegen

„Bauen, bauen, bauen“ – ist derzeit das Mantra der Berliner Politik und Wirtschaft. Alle Bereiche des Berliner Lebens werden von der Wohnungsnot und dem Sanierungsstau betroffen. Dennoch bleiben in diesem Jahr voraussichtlich 221 Millionen Euro für Bau-Investitionen des Landes ungenutzt. Wie passt das zusammen?

Laut Angaben des aktuellen Berichtes der Finanzverwaltung ist das Land Berlin hier der Übeltäter. Es nutzt in diesem Jahr voraussichtlich 163 Millionen Euro – angesetzt waren Ausgaben für Investitionen in Höhe von 377 Millionen Euro. Bei den Bezirken ist die Lücke weniger dramatisch: Sie nutzten von veranschlagten 168 Millionen immerhin 110 Millionen. Die finanziellen Mittel sind für Bau-Investitionen, beispielsweise die Instandsetzung von Schulen, Straßen und Brücken, vorgesehen.

Investitionen kommen aus mehreren Töpfen

Es gibt mehrere Gründe, die die Diskrepanz zwischen verfügbaren Mitteln und Realisierung ebendieser erklären. Viele größere Projekte werden so nicht nur aus einem Topf finanziert. Zum Beispiel soll der Fonds für Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeit (Siwana) Sanierungsprojekte und infrastrukturelle Neubauten finanzieren. Für diesen Zweck ist seit 2014 eine gigantische Summe in den Fonds geflossen – etwa 2,75 Milliarden Euro. Doch auch dieser Fonds ist von einer vollen Ausschöpfung der Mittel weit entfernt. Bis Ende 2017 investierte das Land nur 393 Millionen Euro.

Zwischen dem Geld, was zur Verfügung steht, und den tatsächlichen Investitionen tut sich auch in diesem Jahr eine Lücke auf: Obwohl 350 Millionen Euro im Siwana-Topf zur Verfügung stehen, nutzte das Land bisher nur 61 Millionen. Damit zerfällt das Argument, Investitionen werden bereits genügend durch andere Fonds finanziert. Am aktuellen Beispiel der Berliner Schulen zeigt sich, dass das Argument nicht stichhaltig ist – der Sanierungsstau ist hier förmlich spürbar.

Bauunternehmen sind voll ausgelastet

Eine weitere Rechtfertigung ist die momentane Hochkonjunktur in der Bauwirtschaft. Unternehmen investieren, überall in Berlin sind Projektentwickler am Werk. Durch die Flut an Aufträgen müssen viele Firmen Aufträge ablehnen oder sie bewerben sich nicht auf Ausschreibungen des Landes. Sollten sie sich doch bewerben, liegt die geforderte Summe häufig deutlich über den amtlich errechneten Baukosten – laut Tagesspiegel durchschnittlich um 30%. In solchen Fällen schreibt das Land neu aus, was unnötig Zeit kostet.

Vor allem werden Verzögerungen dramatisch, da der Winter naht. „Baufortschritte im Winter sind häufig nicht sehr groß“, erklärte Finanzsenator Andreas Kollatz (SPD). Dadurch können sich Projekte über lange Zeiträume ziehen und so das sowieso schon knappe Personal in Beschlag nehmen. Denn der Fachkräftemangel ist ein weiterer Verzögerungsfaktor bei Bauprojekten. Nicht nur auf dem Bau selbst fehlt es an Personal – auch in den Behörden ziehen sich die Genehmigungsvorgänge in die Länge. Umplanungen werden durch viele Auflagen des Landes erforderlich und verzögern den Bau erheblich. Am Ende kommen all diese Faktoren zusammen. So wurde beispielsweise von 300 Investitionsprojekten der Siwana-Liste der letzten drei Jahre nur jedes Vierte vollendet. Das Problem ist klar ersichtlich und es fordert Maßnahmen an vielen verschiedenen Stellen: so müssen Verfahren beschleunigt, Gelder investiert und das Personal aufgestockt werden. (ke)

Senatorin Breitenbach: Neuregelung zu Mietzuschüssen wirkt

Seit dem 1. Januar 2018 gibt es im Land Berlin eine Neuregelung zu den Kosten für Unterkunft und Heizung, die von den Jobcentern und den Sozialämtern für die Leistungsberechtigten nach dem SGB II, SGB XII (Sozialhilfe) und Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) übernommen werden. Neben der Anhebung der Richtwerte und Wohnflächen wurde eine ganze Reihe von weiteren wichtigen Änderungen in die Ausführungsvorschrift Wohnen (AV-Wohnen) aufgenommen. Dies sind vor allem die Ausweitung der Härtefalltatbestände und die Einführung eines Umzugsvermeidungszuschlags.

Das Ziel: Leistungsbeziehende sollen in ihren Wohnungen bleiben können

Die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach bilanziert nach einem halben Jahr: „Wir haben realistischere Werte bei der Übernahme der Mietkosten zur Grundlage der neuen AV-Wohnen genommen. Angesichts des galoppierenden Mietenmarkts wollten wir dafür sorgen, dass auch Leistungsbeziehende in ihren Wohnungen bleiben und eine Wohnung anmieten können. Dies ist eine elementare Voraussetzung für die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung.“

Laut Breitenbach habe man neben der Erhöhung der Richtwerte auch diverse Verbesserungen in die Neuregelung aufgenommen. So werden zum ersten Mal auch mittlere Wohnlagen und alle Wohnungsgrößen in die Berechnung der Richtwerte einbezogen. Fast 50.000 Bedarfsgemeinschaften mehr liegen jetzt innerhalb der Richtwerte. Die Wohnsituation von Familien mit Kindern, vor allem auch die von Alleinerziehenden, hat sich demnach verbessert. Deutlich mehr Alleinerziehende übernommen ihre Mietkosten selber. Darüber hinaus konnte die Zahl der Umzüge halbiert werden. Der Senatorin ist es wichtig, „dass die Menschen in ihrem angestammten Wohnumfeld bleiben können. Unserem Ziel, den sozialen Zusammenhalt in dieser Stadt zu stärken, sind wir mit der neuen AV-Wohnen einen wichtigen Schritt näher gekommen. Die Neureglung wirkt!“

Über 50.000 Bedarfsgemeinschaften profitieren von der Neuregelung

Im letzten Jahr lag nur knapp weniger als die Hälfte der Mieten von SGB II-Leistungsberechtigten innerhalb der Richtwerte. Nunmehr sind es über 68 %. Das heißt, dass fast 50.000 Bedarfsgemeinschaften von dieser Regelung profitieren. Das Jobcenter übernimmt nun vollständig ihre Mietkosten. Bei Bedarfsgemeinschaften ab 4 Personen ist diese Zahl sogar noch Höher: 71 % bis 80 % der Mieten bewegen sich nun innerhalb der Richtwerte. Doch auch diejenigen, die oberhalb der anvisierten Miete liegen (ca. 31%), profitieren von den neuen Härtefall- und Sondertatbeständen. Ebenso die Alleinerziehenden: bei ihnen hat sich die Zahl der Fälle, bei denen die Mieten innerhalb der favorisierten Werte liegen, verdreifacht, von 3.750 auf 13.500 Fälle. Eine weitere Neuerung ist, dass der Wert um 10% überschritten werden kann, sollte eine Modernisierung vorliegen oder ein naher Angehöriger pflegebedürftig sein.

Im ersten Halbjahr 2018 wurde über 10.300 Mal kein Kostensenkungsverfahren eingeleitet, obwohl die Miete über dem Richtwert lag. Kostensenkung heißt, dass nur sechs Monate lang die tatsächliche Miete anerkannt wird und danach auf den Richtwert gedeckelt wird („Stoppmiete“). Die Zahl der Senkungsverfahren konnte durch den neu eingeführten Umzugsvermeidungszuschlag reduziert werden. Dieser beinhaltet, dass keine Kostensenkung durchgeführt wird, sollten die prognostizierten Kosten eines Umzugs höher sind als die jetzige Miete. Im 1. Halbjahr 2018 betraf diese Neuregelung fast 7.200 Fälle. Dadurch konnten sie ihn ihrem gewohnten Wohnumfeld bleiben. Ihre vollständige Miete wird weiterhin übernommen. Dies war aufgrund der neuen Härtefallregelungen möglich oder weil ein Umzug nicht wirtschaftlich wäre.

Weitere Neuerungen bei den Mietzuschüssen

Fest verankert in die AV-Wohnen ist jetzt auch ein Neuanmietungszuschlag. Der liegt bis zu 20 % über dem Richtwert. 1.300 Mal wurde im 1. Halbjahr 2018 von dem neuen Zuschlag Gebrauch gemacht. Er gilt u. a. für Frauen und Kinder, die vor Gewalt geflohen und in Frauenhäusern untergebracht sind und für Geflüchtete, die noch in Unterkünften wohnen. Die Anzahl der Kostensenkungsverfahren ist deutlich gesunken, um 40% oder 1.500 Fälle. Aufgrund der zuvor genannten Verfahren ist die Zahl der Umzüge im Vergleich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres von 249 auf 129, sprich 48%, gesunken. (red)

Bargeld adé: Bezahldienst Google Pay startet in Deutschland

Mit dem Deutschlandstart der Google Pay App wird nicht nur das Bargeld überflüssig, sondern auch die Geldkarte. Der Bezahldienst für Android-Betriebssysteme des Internetriesen Google ermöglicht kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone. Die Kreditkarte der eigenen Bank muss dazu mit Google Pay verbunden werden, der Rest wird automatisch übertragen. Mit der App kann ein Online-Kauf schneller abgeschlossen, aber auch in stationären Geschäften bezahlt werden. Google überträgt Rechnungs- und Lieferdaten automatisch, ist dabei jedoch lediglich die Schnittstelle zwischen Bank und Händler.

Die Deutschen, die beim Bezahlen bislang eher noch aufs traditionelle Bargeld oder die Geldkarte setzen, zeigen sich skeptisch. In eigener Sache ermittelte Google, dass hierzulande noch 51 Prozent der Zahlungen bar bezahlt werden, nur 46,6 Prozent mit Karte. Bis zu 120 schweißtreibende Klicks waren bisher für den Abschluss eines Online-Kaufs nötig. Mit Google Pay sind es nur noch drei.

Bezahldienst mit simpler Nutzung

Die drei Voraussetzungen für die Nutzung von Google Pay sind ebenso simpel wie offensichtlich. Für die Nutzung von Google Pay muss ein Android-Smartphone mindestens der Generation 5.0 verwendet werden. Der Kunde benötigt eine Kreditkarte und die Bank muss das neue Angebot von Google unterstützen. Mit an Bord sind bisher die Commerzbank, ihr Ableger Comdirect, N26 und der Bezahldienst Boon. Auch die Kreditkartenriesen Visa und Mastercard kooperieren. 90 Prozent ihrer kompatiblen Lesegeräte unterstützen bereits kontaktloses Bezahlen, bis 2020 sollen alle umgerüstet werden.

Google-Manager Spencer Spinnell beruhigt die Fans zudem: Man stünde erst am Anfang und lade generell alle Banken ein, sich anzuschließen. Für Online-Käufe kann der Dienst auch von Kunden anderer Banken genutzt werden. Der Trend geht nicht nur bei anderen Smartphone-Herstellern wie Apple und Samsung, die ein ähnliches Produkt längst auf den Markt brachten, in die Richtung. Auch Banken ziehen stetig nach.

Google Pay ist sicherer als Kreditkarte

Für Google ist Deutschland weltweit das 19. Land, in dem ihre Bezahl-App an den Start geht. Gebühren verlangt der sonst als Datenkrake bekannte Konzern weder von teilnehmenden Banken noch für den Download der App. Ziel ist es lediglich mit dem Angebot des Bezahldienstes zum Kauf eines Android-Smartphones zu bewegen. Auch werden die Daten des Nutzers nicht an Dritte weitergegeben, beteuert Google.

 

Ziel ist es mit dem Angebot des Bezahldienstes zum Kauf eines Android-Smartphones zu bewegen. | Foto: Google

Ziel ist es mit dem Angebot des Bezahldienstes zum Kauf eines Android-Smartphones zu bewegen. | Foto: Google

 

Da die Kreditkartennummer beim Kauf mit Google Pay weder auf der Karte, noch dem Display oder dem Kassenbon zu sehen ist, sei die Transaktion sogar sicherer. Um zu vermeiden, dass die Daten an die Händler gelangen, verwendet Google bei jedem Kauf eine Erkennungsmarke. Diese wird bei jeder Zahlung erneut individuell verschlüsselt, sodass sie für keine weitere Zahlung verwendet werden kann. Für Zahlungen bis 25 Euro muss das Handy jedoch nicht mal entsperrt werden. Ein kurzes Aufwecken des Displays genügt. Ab Beträgen von 25 Euro aufwärts muss die Zahlungen mit PIN-Code oder Fingerabdruck autorisiert werden.

Apple muss aufholen

Das kontaktlose Bezahlen per Smartphone galt lange als misstrauisch beäugte Zukunftsvision. Umso erstaunlicher sind die bisherigen Kooperationen des Nischengeschäfts. Die Apps von Deliveroo, Ryanair und Flixbus verfügen bereits über eine Google-Pay-Funktion. Bekannte Kollegen wie HelloFresh, Mytaxi und sogar die App der BVG möchten nachziehen. Um mal schnell Milch zu holen reicht das Smartphone auch schon bei Lidl, Aldi-Süd und Kaufland aus. Den Fernseher gibt’s per Google Pay bei Media Markt oder Saturn – aber bitte mit Autorisierung!

 

Mit dem Start in Deutschland verschaffte sich Google einen Vorsprung gegenüber Apple. | Foto: Google

 

Mit dem Start in Deutschland verschaffte sich Google einen Vorsprung gegenüber Apple. Deren Produkt Apple Pay kam schon vor Google 2014 auf den Markt. Über eine Ankunft des Apple-Dienstes in Deutschland wird bislang nur spekuliert. 2018 könnte es laut Experten passieren, der Start könnte sich aber auch weiter verzögern. Ein Grund könnte der Anteil von 0,15 Prozent sein, den Apple bei jeder Transaktion abzweigen möchte, wie die Berliner Zeitung berichtete. (cn)

Flughafen BER: Neue Diskussion über steigende Kosten

Die Probleme am Pannenflughafen nehmen kein Ende. Nachdem im Dezember letzten Jahres angekündigt wurde, dass der Flughafen voraussichtlich erst im Oktober 2020 eröffnet wird, kommt auch schon der nächste Rückschlag: Aus dem aktuellen Businessplan der Flughafengesellschaft geht hervor, dass für die Fertigstellung des BER weitere 770 Millionen Euro benötigt werden.

Nun laufen Diskussionen darüber, wer diese Kosten tragen wird. Besonders in der Berliner Landesregierung herrscht eine angespannte Stimmung. Insbesondere die Grünen sind nicht bereit, weiteres Landesgeld zu bewilligen. Die Gesellschafter, der Bund und die Länder möchten jedenfalls einen größtmöglichen Eigenanteil selbst finanzieren.

Der BER benötigt noch weitere 770 Milliarden Euro

Die Kosten für den Pannenflughafen steigen wohl weiterhin ins Unermessliche. Denn aufgrund der vergangenen Fehlplanungen, Verzögerungen und Baumängel sowie der geplanten Erweiterungen erwarten die Betreiber des großen Hauptstadtflughafens 770 Millionen Euro (!) Mehrkosten. Dies bestätigte der Betreiber des BER gegenüber dem rbb Für den drittgrößten Flughafen Deutschlands steigen die Kosten somit auf 7,3 Milliarden Euro. Dabei war beim ersten Spatenstich im Jahr 2006 noch von 2 Milliarden Euro die Rede gewesen.

Nach fünf verschobenen Startterminen soll der BER nach aktuellem Stand im Oktober 2020 eröffnet werden. Dass sich bis dahin weitere Mehrkosten ergeben würden, war schon im Vorfeld klar. Anfang dieses Jahres erklärte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, dass für das neue Terminal 300 bis 400 Millionen Euro benötigt werden. Darüber hinaus sei noch mehr Geld nötig, um Kredite zu tilgen und Zinsen zu zahlen. Die Flughafengesellschaft habe im vergangenen Jahr für den BER 140 Millionen Euro für den Schuldendienst aufbringen müssen.

Die Flughafeneigentümer sollen die Hälfte der Mehrkosten tragen

Ob die Kosten für den Flughafen noch weiter steigen ist unklar. Denn immerhin sind bis 2035 neue Erweiterungsbauten geplant. Über die Finanzierung sind sich alle Beteiligten jedoch einig: Für die kalkulierten Mehrkosten soll die öffentliche Hand deutlich weniger dazugeben. Am vergangenen Dienstag beschloss nämlich der Koalitionsausschuss aus SPD, Linken und Grünen, dass Berlin vorerst  kein weiteres öffentliches Geld in den neuen Flughafen BER investieren werde. „Die Koalition entschied, die Flughafengesellschaft solle zunächst versuchen, die Summe am Kapitalmarkt selbst zu besorgen. Bisher sei das noch nicht geschehen“, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop.

Laut rbb wollen die Flughafeneigentümer die Hälfte der 770 Millionen Euro selbst über Kredite aufbringen. Zudem haben die Gesellschafter die Belastungen der öffentlichen Hand auf 100 Millionen statt der befürchteten Milliarde senken können. Auf einem Spitzentreffen am Montag sollen sich Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD), Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) und Bundesvertreter auf eine Vereinbarung geeinigt haben, mit der das zuletzt kalkulierte FBB-Defizit auf 500 Millionen Euro in den Jahren 2020 bis 2025 vermindert werden kann. So soll das geplante Zusatzterminal T2 über ein Mietkaufkaufmodell errichtet werden. Das zweite Terminal soll ab 2021 gebaut und 2024 fertiggestellt werden. Über die Detailfragen zur Finanzierung befinde sich die Flughafengesellschaft noch in konstruktiven Gesprächen. Der Finanzierungsbedarf wird auf der nächsten Aufsichtsratssitzung am kommenden Freitag genauer erörtert. (dn)

QUO VADIS 2018: Das Davos der Immobilienwirtschaft in Berlin

Von Frank Schmeichel

Zum 28. Mal trafen sich Mitte Februar die Topentscheider der Immobilienbranche zum QUO VADIS im Hotel Adlon in Berlin, um über die Zukunft der Städte und Gebäude interdisziplinär und nachhaltig zu diskutieren. Mit rund 420 Teilnehmern erlebt die Immobilienveranstaltung von Heuer Dialog einen erneuten Teilnehmerrekord. Exklusivpartner der Veranstaltung waren der Spezialist für Immobilieninvestments in der Deka-Gruppe, Deka Immobilien, und einer der bundesweit führenden Immobilienprojektentwickler, Instone Real Estate.

Wolfgang Kubicki hielt die Auftaktrede des QUO VADIS 2018

„Beim nächsten Versuch, ziehen wir das durch“, versprach Wolfgang Kubicki mit Blick auf die gescheiterten Sondierungen zur „Jamaika-Koalition“ und die noch unsichere Neuauflage der GroKo. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP und Bundestagsvizepräsident eröffnete am 19. Februar am Vorabend des 28. QUO VADIS der Immobilienwirtschaft die Veranstaltung mit seiner Auftaktrede. Veranstaltungsort war der Kaisersaal der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin – genau der Ort, wo im Oktober letzten Jahres die ersten Sondierungsgespräche stattgefunden haben.

 

Wolfgang Kubicki, Vizepräsident des Bundestages und Stellvertretender Vorsitzender der FDP | Foto: Heuer Dialog, Alexander Sell Fotografie

Wolfgang Kubicki, Vizepräsident des Bundestages und Stellvertretender Vorsitzender der FDP
| Foto: Heuer Dialog,
Alexander Sell Fotografie

 

München schrumpft und in Berlin bleiben die Jungen weg

Mit Spannung wurde der Vortrag des Mitverfassers des Frühjahrsgutachtens der Immobilienexperten; Prof. Dr. Harald Simons, Mitglied des Vorstands der empirica ag, bei QUO VADIS 2018 ; zum Thema Wohnungspreise erwartet. Er prognostizierte vor einem Jahr bei QUO VADIS, dass in Berlin sicherlich, in München wahrscheinlich, mit einem Trendbruch bei den Kaufpreisen zu rechnen sei. An diesen Aussagen hält er auch bei seinem diesjährigen Vortrag fest. Die Binnenwanderung in Berlin und München sei eingebrochen. In Berlin ziehen die Jungen weiter in die nächste Schwarmstadt Leipzig. „Leipzig ist top“, so seine Worte. Früher generierte man noch Zuwanderung über das Ausland, das sei deutlich zurückgegangen. Auch gibt es seiner Meinung nach keine Spekulationen mit Baugenehmigungen. In Berlin werden in diesem Jahr 19.000 Wohnungen fertig gestellt. Prof. Dr. Simons Fazit lautete daher: „Es gibt keine Knappheit an Wohnungen in Berlin!“.

 

Prof. Dr. Harald Simons, Mitglied des Vorstands, empirica ag | Foto: Heuer Dialog, Alexander Sell Fotografie

Prof. Dr. Harald Simons, Mitglied des Vorstands, empirica ag
| Foto: Heuer Dialog, Alexander Sell Fotografie

 

 

Die deutsche Wirtschaft ist stabil und bestens reguliert

Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA, eröffnete traditionell den ersten Kongresstag am 20. Februar im Hotel Adlon. „Uns geht es gut. Die deutsche Wirtschaft ist stabil und bestens reguliert. Wir brauchen eine Baulandoffensive und mehr Anreize statt Regulierung“, so Dr. Mattners Forderung an die Politik.

 

Dr. Andreas Mattner Präsident, ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. und QUO VADIS-Moderator Karsten Trompetter (li) | Foto: Heuer Dialog, Alexander Sell Fotografie

Dr. Andreas Mattner
Präsident, ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. und QUO VADIS-Moderator Karsten Trompetter (li)
| Foto: Heuer Dialog, Alexander Sell Fotografie

 

Es läuft gut in Deutschland, also geht die Party weiter

Ähnlich äußerte sich Prof. Dr. Feld, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: „Es läuft gut in Deutschland, die Party geht weiter.“ Er sieht keine Anzeichen für eine Immobilienblase. Eine große Herausforderung der deutschen Immobilienwirtschaft ist für ihn die Preisentwicklung in den Ballungszentren. Im Koalitionsvertrag gäbe es ein „Hüh und Hott“. Damit meint er, dass es keine aus seiner Sicht notwendige Deregulierung gibt, stattdessen stelle er eine Überregulierung fest. Im Einzelnen ging er auf die Grunderwerbssteuer ein sowie die Verschärfung der Share Deals und er prognostizierte Veränderungen bei der Grundsteuer A und B, die seiner Meinung nach verfassungswidrig ist. Er geht davon aus, dass auch das Bundesverfassungsgericht so entscheiden wird.

 

Prof. Dr. Lars P. Feld Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und Direktor, Walter Eucken Institut e.V. | Foto: Heuer Dialog, Alexander Sell Fotografie

Prof. Dr. Lars P. Feld Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und Direktor, Walter Eucken Institut e.V. | Foto: Heuer Dialog, Alexander Sell Fotografie

 

QUO VADIS – ein Blick in die Zukunft

Ein zentraler Streitpunkt auf der Immobilienveranstaltung war die Debatte,um den Einsatz der Blockchain-Technologie in der Immobilienbranche. Was kann die neue Technologie in der Immobilienwelt bewirken? Taugt sie nun als Alternative zum Grundbuch oder nicht? Noch jedenfalls muss jede Transaktion auf einem Blockchain-Grundbuch zusätzlich zu der Freizeichnung durch den privaten Schlüssel des Berechtigten von einem Notar freigegeben werden. In Zukunft wird sich das aber wohl schnell ändern. Es wird bereits an Blockchain-Lösungen gearbeitet, um Rechtsverhältnisse an Grundstücken abzubilden. Wichtig ist hierbei die Ängste schon im Vorfeld zu nehmen und versiert an die neue Technologie heranzutreten. Für Unternehmen bedeutet das einen maßgeblichen Zugewinn bei der Neuorganisation bereits etablierter Unternehmen und könnte in der Immobilienwelt für einen Wandel sorgen.

Einerseits fördert Blockchain eine nachhaltige Unternehmensstrategie, andererseits könnte sie aber zukünftig für die Freisetzung von Mitarbeitern führen.  Ferner können Transaktionen in Deutschland, aufgrund der Hochrechnungen von Experten, bereits in drei bis fünf Jahren blockchainbasiert ablaufen. Das würde bedeuten, dass in ca. zwei Jahren Union Investment Deals innerhalb von 24 Stunden getätigt werden könnten. Betroffen wären allerdings nicht nur große Investmentdeals, sondern auch Transaktionen bis in den Bereich Property Management/Asset Management. Neben der Blockchain-Technologie werden wohl auch Kryptowährungen, beispielsweise Bitcoin, zu massiven Änderungen in der Immobilienwirtschaft führen.

 

Politik erwägt kostenlosen Nahverkehr als Maßnahme zur Luftverbesserung

Um den Kohlendioxidgehalt in Berlin und anderen Großstädten zu verbessern, spielt die Politik mit dem Gedanken, den Nahverkehr kostenlos zur Verfügung zu stellen. Was für die Passagiere eine Sensation ist, kann für die Kommunen in einer finanziellen Katastrophe enden.

Es ist nur menschlich, das es uns leichter fällt, auf gewisse Dinge zu verzichten, wenn wir dafür etwas Anderes bekommen. Daher wäre es politisch ein kluger Schachzug, den Bürgern einen kostenlosen Nahverkehr anzubieten, statt zum Beispiel ein Fahrverbot für PKWs auszuhändigen.

Der Druck kommt aus der EU-Kommission

Wirklich überraschend ist der radikale Ansatz eines kostenlosen Nahverkehrs nicht. Insbesondere in Berlin kämpft man schon seit langem mit einer mangelhaften Luftqualität – bisher erfolglos. Da die EU-Kommission mittels eines angekündigten Gerichtsverfahrens Druck auf die Regierung ausübt, ist diese gezwungen extreme Maßnahmen einzuleiten.

Für die Erwägung sprechen viele gute Gründe:

  • Je mehr Menschen mit Bus und Bahn, statt mit dem Auto fahren, desto besser wird die Luftqualität in den Städten. Jeder der ein paar Sommertage in einer Großstadt verbracht hat, kann bestätigen, dass die Autoabgase das Grundgerüst der schlechten Luft in den Städten ist. Dass die Versprechen der Autoindustrie bezüglich einer verbesserten Umwelt nichts als heiße Luft war, macht die Dieselaffäre mehr als deutlich.
  • Der Energieverbrauch einer Autofahrt ist bei gleicher Strecke doppelt so hoch wie der des öffentlichen Nahverkehrs. Das zeigen die Berechnungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Aktuelle Zahlen belegen zudem, dass durch den öffentlichen Nahverkehr täglich rund 20 Millionen Autofahrten eingespart werden.
  • Die Hemmschwelle den Nahverkehr zu nutzen, auch spontan, würde sowohl für Reiche als auch für Arme sinken. In einer Art sozialen Mobilität könnten sich verschiedene Bevölkerungsgruppen besser durchmischen und Vorurteile abgebaut werden.

Finanzierung bleibt die größte Hürde

Die Worte kostenlos und Nahverkehr, gehen einher mit den Worten Überfüllung und Warteschlangen. Auch Alexander Kirchner, Vorsitzender der Eisenbahn-und Verkehrsgewerkschaft (EVG) äußert seine Bedenken. Verspätung, Überfüllung und Zugausfälle sind jetzt schon ein Problem. „Das ermuntert niemanden, das Auto stehen zu lassen, selbst wenn die Fahrt mit dem Nahverkehr nichts kostet“, so Kirchner. Neben dem Komfortproblem ist vor allem die Frage nach der Finanzierung noch nicht geklärt.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat sich mit dieser Frage ebenfalls bereits beschäftigt. „Die Kommunen und Verkehrsbetriebe können es jedenfalls nicht bezahlen“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Auch die Grünen geizen nicht an Kritik und werfen der Bundesregierung Aktionismus vor – „die große Koalition sei beim öffentlichen Verkehr in den Städten seit Jahren weitgehend untätig“ so Fraktionsvize Oliver Krischer.

Die Theorie des kostenlosen Nahverkehrs für eine bessere Luftqualität klingt gut, wie und ob es überhaupt praktisch Umsetzbar ist, scheint noch unklar. (red)

Bankhäuser und FinTech: Kooperation ist die Zukunft

Junge, digitale Finanzdienstleister elektrisieren die traditionelle Bankenwelt. Was dran ist am FinTech-Hype?

FinTech ist mittlerweile ein globaler Megatrend, der das traditionelle Geldgeschäft maßgeblich verändern wird. Verkürzung der Wertschöpfungsketten, digitale Kundengewinnung, Dezentralisierung, Erreichbarkeit rund um die Uhr und eine vollständige Digitalisierung gestalten heute schon die Art und Weise um, wie das Finanzwesen funktioniert. Die vPE Bank, die am Potsdamer Platz im Herzen der Hauptstadt residiert, hat die Zeichen der Zeit erkannt und richtet ihren Fokus verstärkt auf die Digitalisierung des Bankwesens.

Banken müssen den FinTech-Trend in ihre Strategien einbeziehen

Denn der Trend ist unübersehbar: Investitionen in FinTechs steigen, Inkubatoren werden gegründet und Kooperationen publik. Über 750 Millionen Euro sollen bis 2020 investiert werden. Generell sind Partnerschaften zwischen FinTechs und Banken inzwischen vermehrt im Markt zu beobachten, was zeigt, dass sich Banken gegenüber dem FinTech-Trend nicht verschließen können, sondern diesen in ihre strategischen Überlegungen miteinbeziehen müssen, wenn sie den Anschluss an ihre Kunden auf lange Sicht nicht verlieren möchten. Banken müssen anfangen, ihre strategischen Geschäftsmodelle grundlegend zu überdenken, und sich fragen, welche Art von FinTech die strategische Ausrichtung vervollständigt, um weiterhin einen relevanten Wertbeitrag für ihre Kunden zu leisten.

Die Bedeutung an Kooperationen lässt sich auch im Investitionsverhalten in der globalen Finanzbranche beobachten. FinTechs stellen aus Sicht der Managing Partner der vPE Bank, Thomas Kickermann und Karen Terpogossov, keineswegs eine Bedrohung für die Geschäftsmodelle der Banken dar, sondern sollten als Chance für Banken gesehen werden, wenn Kooperationen mit FinTechs als Katalysatoren für einen tiefgreifenden Wandel genutzt werden. „Den Kunden und seine Bedürfnisse ins Zentrum zu stellen ist eine wichtige Gemeinsamkeit, die unser Bankhaus mit FinTech-Unternehmen teilt“, sagt Thomas Kickermann.

Banken können FinTechs auf unterschiedlichste Arten in ihre Unternehmensstrategien miteinbeziehen und Kooperationen eingehen:

  • Durch die Nutzung von FinTechs als Vorbilder und strategische Partner, um von den innovativen Gründern zu lernen und gemeinsam an einer Weiterentwicklung der Produktportfolios zu arbeiten
  • Aufbau von Inkubatoren durch strategische Investitionen in FinTechs, um vorrangig zusätzliche Einnahmequellen zu generieren
  • Durch Nutzung von FinTechs as a Service, wobei selektiv auf den Zukauf von Dienstleistungen des FinTechs zurückgegriffen wird
  • Durch eine Mehrheitsbeteiligung / Akquisition, bei der das FinTech in der Regel vollständig in die Strukturen der Bank integriert wird.

„Es ist unerlässlich, Innovationen nicht nur zu fördern, sondern diese auch zu nutzen.“

„Um von Kooperationen mit FinTechs profitieren zu können, müssen Banken jetzt dieses Potential erforschen, um so die passende Kooperationsform ihres jeweiligen Business und Operating Models zu identifizieren“, so Kickermann. „Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch und loten dabei die besten Möglichkeiten für die Kunden aus, um Finanzgeschäfte und den Kontakt zur Bank weiter zu verbessern.“

„Um unseren Kunden und Partner einen bestmöglichen Service anzubieten, ist es für uns unerlässlich, Innovationen nicht nur zu fördern, sondern diese auch zu nutzen“, sagt Karen Terpogossov.

Das Beste aus zwei Welten: Tradition trifft Zukunft, Start-Up meets Grown-Up. In Zukunft wird es wohl nur miteinander gehen.

 

Link: FinTechs zeigen Banken den Weg in die Zukunft

Link: vPE Bank

 

Trendwende in der Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

Das Abgeordnetenhaus von Berlin beschloss gestern den Doppelhaushalt für die Jahre 2018 und 2019. Der Einzelplan für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung wird darin deutlich gestärkt. Der Etat steigt im nächsten Jahr um 13 Prozent und 2019 nochmals um 7,6 Prozent. Insbesondere im Bereich der Krankenhausfinanzierung ist die Trendwende ersichtlich, denn die Investitionen steigen auf Bundesdurchschnitt.

Gesundheitssenatorin Dilek Kolat freut die Trendwende

„Gesundheit, Pflege und Gleichstellung sind gesellschaftliche Zukunftsthemen, die eine gute finanzielle Ausstattung benötigen. Sei es im Bereich der Notfallvorsorge, im Kampf gegen Drogensucht und der Bekämpfung von AIDS, der Stärkung der Pflegestützpunkte und der Unterstützung pflegender Angehöriger sowie weiterer Verbesserungen im Engagement gegen Gewalt an Frauen und der Unterstützung Alleinerziehender – mit dem heute beschlossenen Haushalt sind wir gut aufgestellt für die kommenden Herausforderungen. Besonders freut es mich, dass die rot-rot-grüne Koalition die Investitionen im Bereich der Krankenhausfinanzierung zusätzlich zu der Erhöhung des Senats um weitere 20 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt hat. Damit nähern wir uns bereits im kommenden Jahr dem Bundesdurchschnitt und in 2019 übertreffen wir ihn sogar“, so die Gesundheitssenatorin Dilek Kolat.

Gesundheit

Gestärkt werden auf Grundlage des Haushalts die verfügbaren Krankenhausinvestitionsmittel. Diese steigen von 109 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 140 Millionen Euro im Jahr 2018. 2019 werden sie auf 160 Millionen aufgestockt. Ebenso erhalten die Berliner Krankenhäuser mehr finanzielle Mittel für Notfall-Ausrüstungen zur Verfügung gestellt. Der Haushaltsansatz steigt von 284.000 Euro im Jahr 2017 auf 1.435.000 Euro in 2018 und 1.499.000 Euro in 2019. Hinzu kommen jährlich 3,289 Mio. Euro für die Bereitstellungsgebühren für die Sicherung der Impfstoffversorgung der Berliner Bevölkerung im Fall einer Influenza-Pandemie. Außerdem wird mehr in den gesundheitlichen Kinder- und Jugendschutz im Land Berlin, die Clearingstelle für Menschen mit unklarem Krankenversicherungsstatus, in einen Fonds für anonymisierte Behandlungsscheine und den Nationalen Aktionsplans zur Masern-Röteln-Elimination investiert.

Außerdem steigen die Zuschüsse im Rahmen des Integrierten Gesundheitsprogramms (IGP) von 13,4 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 19,146 Millionen Euro in 2018 und 19,785 Millionen Euro in 2019. Einen besonderen Schwerpunkt im IGP bildet der Kampf gegen HIV/AIDS. Mehr finanzielle Unterstützung erhalten auch die Einrichtungen der Sucht- und Drogenhilfe erhöhen sich von 50.000 Euro im Jahr 2017 auf 940.000 Euro im Jahr 2018 und 360.000 Euro im Jahr 2019. Mit diesen Mitteln sollen unter anderem ein weiteres Zentrum für Diamorphinbehandlungen sowie zusätzliche Drogenkonsumräume finanziert werden. Darüber hinaus wird die Suchtprävention gestärkt. Die Fachstelle für Suchtprävention erhält 2018 und 2019 jeweils 581.000 Euro – 50.000 Euro mehr als 2017.

Pflege

Die Trendwende erfolgt auch bei der Pflege. So steht auf der Agenda, die Kapazitäten sowie die Vernetzung der 12 vom Land finanzierten Pflegestützpunkte auszuweiten. Darüber hinaus bekommt jeder Landes-Pflegestützpunkt eine zusätzliche Personalstelle. Die Ausgaben hierfür steigen von 2,1 Millionen Euro in 2017 auf 2,5 Millionen Euro in 2018 und 3 Millionen Euro in 2019. So werden mehr Hausbesuche, interkulturelle Beratung und Information zu neuen, digitalen Hilfsmitteln ermöglicht. Insgesamt gibt es in Berlin 36 Pflegestützpunkte, davon finanzieren die Kassen 24 Stück.

Weitere Ansatzerhöhungen finden sich in den Bereichen „Pflegende Angehörige“ und „Pflegende Kinder und Jugendliche“. Beispielsweise die Fachstelle für pflegende Angehörige wird auf 142.300 Euro erhöht, das Kompetenzzentrum Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe auf 234.000 Euro. Für die Einrichtung eines Umlagefonds für die Ausbildung in der Pflege stehen 1,6 Millionen Euro bereit. Dafür sind im nächsten Jahr 900.000 Euro vorgesehen und im darauffolgenden Jahr 700.000 Euro.

Gleichstellung

Alleinerziehende Mütter sollen künftig mehr bei der Gleichstellung unterstützt werden. So können sie in allen Berliner Bezirken Anlaufstellen vorfinden, wo sie individuelle Beratung und Unterstützung für alle Fragen ihres Alltags bekommen. Das Programm läuft zunächst in drei Bezirken an. Dafür sind im kommenden Jahr 209.000 Euro und 2019 noch einmal 213.000 Euro vorgesehen. Außerdem steigen die Ausgaben für Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen steigen um mehr als ein Viertel von ca. 8 Millionen Euro in 2017 auf 10,5 Millionen in 2018 und 10,7 Millionen in 2019, hier insbesondere 450.000 Euro für weitere 30 Plätze in Schutzeinrichtungen für Frauen und 190.000 Euro für die Weiterentwicklung des Hilfesystems für von Gewalt betroffene Frauen. (red)

 

Wirtschaft: Weihnachtsgeschenke werden am häufigsten online gekauft

In Deutschland ist der Einzelhandel nicht mehr so gefragt, wenn es darum geht Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Das zeigt das aktuelle Weihnachtsbarometer 2017 ™ von Ferratum, einem führenden Anbieter für mobile Konsumentenkredite. In der Umfrage wurden mehr als 21.000 Haushalte in 20 Ländern weltweit dazu befragt, welche und auf welchem Wege sie ihre Weihnachtsgeschenke erwerben. Fast die Hälfte der Haushalte in Deutschland, 45,4 Prozent der Befragten, erledigen ihre Weihnachtseinkäufe im Internet. Damit sind sie im internationalen Vergleich inzwischen die internetaffinsten Käufer im Weihnachtsgeschäft, gefolgt von den Briten (38,6 Prozent) und den Niederländern (32,6 Prozent).

Mehrausgaben für Weihnachtsgeschenke

In diesem Jahr wollen die Deutschen 11,9  Prozent ihres verfügbaren Haushaltsbruttoeinkommens für Geschenke ausgeben. Damit liegen sie im internationalen Vergleich nur im hinteren Drittel. Nur die Dänen und Niederländer zeigen sich noch weniger spendabel. Spitzenreiter ist hingegen Mexiko mit 34,6 Prozent. Insgesamt ist international ein Aufwärtstrend erkennbar, was die Weihnachtsausgaben betrifft: „Insgesamt wollen mehr als zwei Drittel der Haushalte dieses Jahr mindestens genauso viel oder sogar mehr als letztes Jahr für Weihnachtsgeschenke ausgeben“, so Emmi Kyykkä, Pressesprecherin der Ferratum-Gruppe.

Bücher sind das beliebteste Geschenk zu Weihnachten

In Deutschland liegen in diesem Jahr vor allem Bücher (14,5 Prozent) unter dem Baum. Als Weihnachtsgeschenke liegen auch Süßigkeiten (13,2 Prozent) und Geschenkgutscheine (12,1 Prozent) im Trend. Überraschenderweise folgen Spielzeug (11,8 Prozent) und Elektrogeräte (9,7 Prozent) erst an vierter und fünfter Stelle.

„Bei den Weihnachtsausgaben zeigen sich zum Teil deutliche regionale Unterschiede. Die Ergebnisse bestätigen, dass die Deutschen beim Kauf der Weihnachtsgeschenke andere Vorlieben haben als der internationale Durchschnitt. Weltweit wird durchschnittlich deutlich mehr für Spielzeug, Kleidung und Süßigkeiten oder alkoholische Getränke ausgegeben“, sagt Kyykkä.

Deutsche verbringen Weihnachten am liebsten mit der Familie

Laut der Umfrage gaben nur 5,1 Prozent der Befragten an, dass für sie Weihnachten nichts Besonderes darstellt. Für die Mehrheit der Deutschen (70 Prozent)  ist es dagegen wichtig, an Weihnachten Zeit mit der Familie oder Freunden zu verbringen. Für die Weihnachtseinkäufe nutzen übrigens bereits 57,7 Prozent der befragten deutschen Haushalte mobiles Banking. International liegt Deutschland damit bereits im Mittelfeld. Am meisten wird mobiles Banking in der Weihnachtszeit in Australien (91,1 Prozent), Neuseeland (87,2 Prozent) und den Niederlanden (85,7 Prozent) genutzt. (red)

 

IBB gibt mehr Geld für Gründer aus

Die Investitionsbank Berlin (IBB) erhöht ihre Förderung für Existenzgründungen. Im Rahmen des Programms „Berlin Start“ können ab dem 1. Dezember 2017 Gründungsvorhaben mit einem Finanzierungsbedarf bis zu 500.000 Euro gefördert werden. Bisher umfasste die Förderung der IBB nur 250.000 Euro. Das Finanzierungsprogramm steht für Vorhaben bis zu fünf Jahren nach der Gründung zur Verfügung.

„Wir reagieren damit auf die sich verändernden Marktbedingungen und ermöglichen höhere Finanzierungsvolumina für Investitionen, Betriebsmittel bzw. auch Firmenübernahmen“, so Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der IBB.

„Berlin Start“ ist ein Förderprogramm, das die IBB Existenzgründern und jungen Unternehmen anbietet. Die finanzielle Unterstützung ist nicht auf einen bestimmten Fachbereich ausgerichtet, sondern steht sowohl für Gründungen im produzierenden Gewerbe, im Handwerk, im Handel als auch im freiberuflichen Bereich zur Verfügung. Die Förderung erfolgt auf Darlehensbasis bei einem Zinssatz, der den Bedürfnissen neu gegründeter Unternehmen angepasst wurde.

Mit der richtigen Finanzierung stehen und fallen Neugründungen, daher bieten die IBB und die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe eine Förderungsfibel an. Dort werden alle in Berlin verfügbaren Programme für Gründer aufgelistet, u.a. jetzt auch „Berlin Start“ als Darlehensprogramm der IBB. (red)

Veranstaltungen

Seminar für Entscheider in der Finanzbranche

Ob aktuelle Marktentwicklungen, Digitalisierung, Erfahrungen mit dem Single Supervisory Mechanism, nationale und internationale Rechnungslegung, Bankenaufsichtsrecht, Anforderungen an die IT oder die künftigen Themen des Single Resolution Mechanism – die Entscheider aus der Finanzbranche sehen sich auch in diesem Jahr vor enorme Herausforderungen gestellt.

Teilnehmer bekommen die Gelegenheit, mit Experten sowie anderen Vorständen, Geschäftsführern und Aufsichtsräten aus der Branche ins Gespräch zu kommen.

(Anmeldung erforderlich)