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TATTERSALL·LORENZ sponsert Eisbären Juniors

Verantwortung zeigen und sich engagieren ist eine gute Unternehmertugend. Fast die Hälfte aller Berliner Unternehmer leisten im Bereich Corporate Social Responsibility enorm viel. So auch das Berliner Unternehmen TATTERSALL·LORENZ Immobilienverwaltung und -management GmbH. Es sponsert in der Saison 2018/2019 die Eisbären Juniors Berlin e. V.. Die Nachwuchsmannschaften tragen das Logo des Property Managers auf ihren Helmen. TATTERSALL·LORENZ unterstützt mit seinem Engagement das U20-Team und das U17-Team des Vereins. Die beiden Mannschaften spielen in der U20 Division I der Deutschen Nachwuchsliga beziehungsweise in der U17 Division I Nord des Deutschen Eishockey-Bundes.

„Als in der Hauptstadt ansässiges Unternehmen freuen wir uns, wenn wir den Berliner Sport und insbesondere den Nachwuchs unterstützen können. Als Eishockey-Fans war unser Engagement bei den Eisbären Juniors naheliegend“, erklärt Susanne Tattersall, geschäftsführende Gesellschafterin von TATTERSALL·LORENZ, ihre Beweggründe. Das Sponsoring des Nachwuchses der Eisbären ist nicht das erste Mal, dass das Berliner Unternehmen Kinder und Jugendliche unterstützt. In der Vergangenheit hat Susanne Tattersall unter anderem die Nachwuchskicker des SV Askania Coepenick 1913 e.V. finanziell gefördert.

Soziale Verantwortung zeigen

Zahlreiche Kultur- und Sportevents sind ohne das Engagement der Privatwirtschaft nicht denkbar. Neben ihren wirtschaftlichen Aufgaben setzen sich Unternehmen heute ehrenamtlich für ihren Standort ein. Wirtschaftliche Beiträge zum Gemeinwohl können zum Beispiel Umwelt- oder Sozialprojekte oder auch die Förderung von Sportvereinen sein. Hier geht es weniger um mediale Aufmerksamkeit, sondern um langfristige Maßnahmen, um sich aktiv in der Gesellschaft zu engagieren.

Corporate Social Responsibility (CSR) lautet der englische Fachbegriff, der sich mit der allgemeinen Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen beschäftigt. Sowohl Wirtschaft als auch Gesellschaft profitieren von diesem Konzept, denn es erhöht die Reputation eines Unternehmens, sichert die Kunden- sowie Nachwuchsgewinnung und fördert Innovationen. Zudem sorgt es für ein positives Betriebsklima und wertet das Unternehmensimage auf.

(red)

Aleksander Dzembritzki: Sportmetropole mit gutem Ruf

Rund 40 nationale und internationale Sportevents fördert die Senatsverwaltung für Inneres und Sport jährlich. Kein Wunder, dass die Hauptstadt Deutschlands führende Sportmetropole ist. Über kommende Veranstaltungen, Ehrenamt und Engagement im Sport sprach die BERLINboxx mit Aleksander Dzembritzki, Staatssekretär für Sport.

Herr Dzembritzki, Berlin ist eine Sportmetropole. Welche nationalen und internationalen Sportgroßveranstaltungen wollen Sie für die Hauptstadt gewinnen?

Berlin punktet im Wettbewerb mit anderen Sportmetropolen durch hervorragendes Renommee, Kompetenz, Gastfreundlichkeit und großer Sportbegeisterung der Bevölkerung sowie vielfältiger und leistungsfähiger Sportinfrastruktur. Erst vor wenigen Wochen haben wir den Zuschlag für die UEFA EURO 2024 erhalten. Mindestens sechs Spiele werden im Berliner Olympiastadion ausgetragen – und Berlin hofft natürlich auf das Endspiel. Zudem wird sich Ende November entscheiden, ob wir Ausrichter der Special Olympics World Summer Games 2023 werden. Für uns wäre es eine große Ehre und es hätte auch eine Signalwirkung im Bereich der Inklusion. Allerdings stehen bereits jetzt im Berliner Sportkalender für 2019 folgende Events fest: Die Handball-WM, der Weltcup im Bogenschießen und die sogenannten „Finals“, einem Final-Wochenende der Deutschen Meisterschaften in zehn verschiedenen Sportarten. Darüber hinaus tragen wir 2020 die WM im Bahnradsport aus.

Berlin boomt, so auch die Berliner Sportwirtschaft. Wie reagieren Sie darauf als Sportstaatssekretär?

Zuerst einmal freut es mich sehr, dass so viele Berlinerinnen und Berliner Sport treiben. Steigende Mitgliederzahlen sind ein positives Signal, bedeuten aber in der Regel auch steigenden Sportstättenbedarf. Hier gibt es verschiedene Ansatzpunkte: Zum Beispiel unterstützen wir die Bezirke mit Geld und Expertise für die Aufstellung von Sportentwicklungsplänen. Diese Pläne
sollen darstellen, an welchen Standorten der Sportbedarf aufgefangen werden kann. Zudem kommen die Gelder aus dem Vereinsinvestitionsprogramm und dem Sportanlagensanierungsprogramm den Bezirken zugute. Auch unsere Schulstandorte bieten viel Potenzial für Sport- und Bewegungsflächen. Derzeit sprechen wir
schon mit allen Bezirken und der Bildungsverwaltung über diese Möglichkeiten.

Der Bund hat für 2018 die Fördergelder erhöht. Wohin fließen die Mittel?

Die Mittel des Bundes fließen in die Leistungssportstrukturen, also überwiegend in die Spitzensportinfrastruktur und in die Verbände. Diese Förderung des Spitzensports ist wichtig. Sie verbindet erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler mit Berlin, die zum guten Ruf und positiven Image der Sportmetropole beitragen. Außerdem sind sie Anreiz und Motivation für den sportlichen Nachwuchs und fördern die Identifikation mit Berlin als Lebensort. Auf Berliner Vereine haben die Fördergelder des Bundes jedoch keine direkten Auswirkungen. Ohne den Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher wäre der Berliner (Breiten-)Sport nicht möglich.

Wie unterstützt das Land Berlin Ehrenamtliche?

Ehrenamt ist für unsere Gesellschaft enorm wichtig. Allein in Berlin engagieren sich rund 60.000 Menschen in über 2.000 Sportvereinen ehrenamtlich. Die Bedeutung des Ehrenamts geht weit über den Sport hinaus. Zum Beispiel unterstützt das Land Berlin bürgerschaftliches Engagement bereits mit unterschiedlichen Programmen, wie der Ehrenamtskarte oder dem Berliner FreiwilligenPass. Der Landessportbund trägt eine jährliche Ehrenamtsgala aus. Darüber hinaus gibt es verschiedene Ehrenplaketten und -nadeln bis hin zum Verdienstorden des Senats, die für außerordentliches Engagement verliehen werden. Das Ehrenamt – egal ob im Sport oder anderen Bereichen – braucht öffentliche Anerkennung, um fortbestehen zu können. (lj)

 

Miteinander, füreinander: Sozialer Mehrwert durch gesellschaftliche Beteiligung

Es wird in der Öffentlichkeit gern gesehen, es wird viel darüber gesprochen und noch zu wenig dafür getan: Soziales Engagement. „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“, schrieb vor beinahe 250 Jahren der Dichter Johann Wolfgang von Goethe.

Das alte Muster, Stifter und Wohltäter, wird heute durch Wohltätigkeit (Charity), soziales Engagement oder gesellschaftliche Unternehmensverantwortung (CSR) ergänzt. Denn längst geht es nicht mehr nur um die Einzelperson, sondern um Personenverbände und ganze Unternehmen, die sich für den guten Zweck einsetzen, um gemeinsam einen sozialen Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen.

Verantwortung für die Gesellschaft

Neben ihren wirtschaftlichen Aufgaben setzen sich Unternehmen heute ehrenamtlich für ihren Standort ein. Wirtschaftliche Beiträge zum Gemeinwohl können zum Beispiel Umwelt- oder Sozialprojekte sein. Hier geht es weniger um mediale Aufmerksamkeit oder Spenden in Millionenhöhe, sondern um langfristige Maßnahmen, um sich aktiv für das Gemeinwohl und den Unternehmensstandort zu engagieren. Corporate Social Responsibility (CSR) lautet der englische Fachbegriff, der sich mit der allgemeinen Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen beschäftigt. Sowohl Wirtschaft als auch Gesellschaft profitieren von diesem Konzept, denn es erhöht die Reputation eines Unternehmens, sichert die Kunden- sowie Nachwuchsgewinnung und fördert Innovationen. Zudem sorgt es für ein positives Betriebsklima und wertet das Unternehmensimage auf, allein durch die Bereitschaft, für akute, ökologische, soziale und kulturelle Probleme Lösungen zu finden. Darüber hinaus wird Berlin attraktiver und lebenswerter gestaltet sowie soziale Missstände effektiv bekämpft. Ganz nach der Devise: Global denken, lokal handeln. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Informativ: Zahlreiche Vereine und Organisationen präsentierten auf der Auftaktveranstaltung „14. Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ ihre Initiativen und Förderprogramme | Foto: Kerstin Müller

Informativ: Zahlreiche Vereine und Organisationen präsentierten auf der Auftaktveranstaltung „14. Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ ihre Initiativen und Förderprogramme | Foto: Kerstin Müller/BBE

Status quo

Soziales Engagement wird immer noch als ein Gefühl des Verpflichtetseins wahrgenommen. Fast die Hälfte aller Berliner und Berlinerinnen engagieren sich bereits, aber es ist noch Luft nach oben. Sponsoren für gemeinnützige Projekte zu begeistern, ist nicht einfach. Dabei entstehen gerade daraus wichtige Impulse für gesellschaftliche Veränderungen und das Gelingen eines guten Zusammenlebens. Was wird von der Politik getan?

In der Hauptstadt übernimmt die Federführung für die Engagementpolitik des Landes die Berliner Senatskanzlei, die sich aktiv für die Stärkung des Gemeinwohls einsetzt. Keine leichte Aufgabe! Sawsan Chebli (SPD), zuständige Staatssekretärin für bürgerschaftliches Engagement, möchte soziales Engagement mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Ob Einzelperson oder Unternehmen, wer sich für die Stadt einsetzt, soll dafür Anerkennung bekommen. Zu diesem Zweck wurde bereits 2003 unter dem damaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit eine Berliner Charta zum bürgerschaftlichen Engagement verabschiedet. Sie manifestiert bürgerschaftliches Engagement als einen unverzichtbaren Bestandteil zum Wohle einer lebendigen, vielfältigen und solidarischen Berliner Gesellschaft. Insgesamt umfasst die Charta das Ehrenamt, die Freiwilligenarbeit und die Selbsthilfe sowie das Engagement von Organisationen, Initiativen, Verbänden, Unternehmen und Stiftungen. Mit der Unterzeichnung der Charta wurde in Berlin offiziell der Grundstein für eine sozialere Stadt gelegt.

Engagement gefragt

Wie kann ein Unternehmen Gutes tun? Von eigenen Projekten, Sponsoring, Sach- bis hin zu Zeitspenden ist eigentlich alles möglich. Für noch unentschlossene Unternehmen bietet die Nationale Rotkreuz-Gesellschaft (Deutsches Rotes Kreuz) sogar Beratungen über mögliche Projekte oder Kooperationspartner an und begleitet diese mit einem speziell dafür entwickelten Service bei der Ausübung ihres Engagements.

Außerdem finden seit sieben Jahren die Aktionstage „Gemeinsame Sache – Berliner Freiwilligentage“ statt, um mögliche Kooperationen zwischen Berliner Unternehmen und sozialen Einrichtungen anzubahnen. Das Projekt entsendet Führungskräfte aus Wirtschaft und Verwaltung für eine Woche in eine soziale Institution, etwa in eine Obdachlosenunterkunft oder in ein Hospiz. Dort helfen die Mitarbeiter bei der Realisierung verschiedener sozialer Aktionen aus.

Gegenbauer-Kommunikationschef Gunther Thiele zeigte sich von den jährlich veranstalteten Freiwilligentagen begeistert: „Ehrenamt hat bei uns einen hohen Stellenwert.“ Eine der diesjährigen Aktionen war es, für das gemeinnützige Unternehmen „Arbeit für Menschen mit Behinderung“ (AfB) Spenden zu sammeln. Mitarbeiter des Plattformbetreibers Scout24 hatten in zwei Sammelaktionen mehr als 14 Tonnen veralteter und zum Teil ungenutzter PCs zusammenbekommen. Gemeinsam mit AfB reinigten sie die Geräte, versahen sie mit neuer Software und verkauften die wiederhergestellten PCs. Unbrauchbare Modelle wurden zerlegt und fachgemäß recycelt. Allein die verkauften Computer brachten rund 13.500 Euro ein. Gemeinsam mit der AfB unterstützt die BERLINboxx-Herausgeberin Dr. Angela Wiechula tatkräftig die Initiative „Berliner Unternehmen schaffen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung“. Seit dem letzten Jahr wurden viele Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen und weitere starke Partner gewonnen, darunter Großkonzerne wie Pfizer, Bertelsmann, Telefonica /O2 und Siemens.

Da geht noch was

Trotz der Vielzahl an Projekten, ist es erschreckend, wie viele Berliner Großunternehmen verhältnismäßig wenig für die Hauptstadt und deren Bewohner tun. Zu nennen ist hier zum Beispiel die Kaufhauskette Karstadt, die seit der Übernahme durch die SIGNA Department Store Group 2014, kaum noch Engagement zeigt. Lediglich die Spenden-Kampagne „Mama ist die Beste“ wird unterstützt, deren Erlöse dem ABW-Frauenladen zu Gute kommen, der von der gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeit, Bildung und Wohnen mbH initiiert wird. Ins Leben gerufen hatte Karstadt die bundesweite Spendenaktion im 135. Jubiläumsjahr 2016.

Sein Debüt feierte allerdings der Berliner Modeversandhandel Zalando, der erstmalig auf dem Christopher Street Day mit Mitarbeitern anzutreffen war. Trotz des Vermerks „we love local“ auf der Unternehmensseite ist Zalandos soziales Engagement für die Hauptstadt noch ausbaufähig. Mit der Unterstützung des Deutschen Nachbarschaftspreises und der internen Förderung eines betrieblichen Freiwilligenprogramms ist es bei einem Umsatz von 4,49 Milliarden Euro im letzten Jahr nicht getan.

Auch der Stromanbieter Vattenfall scheint in der sozialen Stadt noch nicht seinen Platz gefunden zu haben. Dabei kann Vattenfall auf eine 130-jährige Geschichte in der Hauptstadt zurückblicken. Am Rande wird immerhin ein Crosslauf für Schüler organisiert, kleinere schulische Projekte und ein Urban-Gardening-Workshop angeboten.

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin: „Das von uns entwickelte Motto ‚Nur mit Euch‘ ist mehr als ein Slogan, es war eine Geste und eine hervorragende Wahl. Dieses Motto bringt auf verständliche und eingängige Weise unser Anliegen auf den Punkt, die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes zusammenzuführen und Integration zu stärken. Die Botschaft ist bei den Bürgerinnen und Bürger angekommen. Berlin hat sich damit deutschlandweit und auch international überzeugend als ‚Stadt der Freiheit‘ präsentiert. Berlin praktiziert Vielfalt und friedliches Zusammenleben im Alltag. Berlin steht als Hauptstadt für ein liberales und weltoffenes Deutschland, in dem alle dazugehören.“ | Foto: David von Becker

Wohltätigkeit nimmt wieder Fahrt auf

Dagegen ist „Engagement macht stark!“ ein Musterbeispiel für erfolgreiche Bürger- und Unternehmensinitiativen. Eine Woche lang wurden der bundesweite Einsatz von Freiwilligen und gemeinnützigen Vereinen von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gewürdigt. Bei der Auftaktveranstaltung hielt unter anderem Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eine Rede zum Thema „Engagement leben – Sinn geben“. Auch Sawsan Chebli und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sowie zahlreiche Engagementbotschafter verschiedener Unternehmen und Institutionen waren anwesend. Seit 2016 wird von bürgeraktiv, einem Berliner Engagementportal, der Unternehmenspreis „Engagiert in Berlin“ vergeben. So würdigt der Senat, vertreten durch den Regierenden Bürgermeister Michael Müller besondere Leistungen gesellschaftlich engagierter Berliner Unternehmen oder Projekte.

Außerdem inszenierte die Senatskanzlei in diesem Jahr den Tag der deutschen Einheit als ein Bürgerfest. Vom 1. bis zum 3. Oktober fand die Veranstaltung unter dem Motto NUR MIT EUCH statt. Das Fest sollte ein Zeichen für Toleranz, Integration, Vielfalt und Freiheit in Deutschland und Europa setzen. Unterstützt wurde das Fest von mehr als 200 Partnern. Darunter Großkonzerne wie H&M, Siemens, Volkswagen Aktiengesellschaft, Berliner Sparkasse, GASAG, Deutsche Bahn/S-Bahn und vielen mehr.

Vorbildlich ist auch die Spendenkampagne der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) für die Ehrenamtlichen. Die S-Bahn Berlin und BVG stellten auch in diesem Jahr 17.000 kostenlose Fahrscheine für Berliner Helfer zur Verfügung. „Es liegt uns am Herzen, die Menschen, die sich engagieren, zu unterstützen. Jede und jeder soll die Möglichkeit zum ehrenamtlichen Engagement haben, denn wir brauchen alle, damit Berlin sozial bleibt. Jeder einzelne Fahrschein ist deshalb wichtig“, sagte Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin, zur gemeinsamen Spendenkampagne. Helfer werden dabei unterstützt, an die Orte zu kommen, wo sie gebraucht werden. Bereits das achte Jahr in Folge findet diese Aktion der Berliner Verkehrsunternehmen statt.

Investition in die Zukunft

„Wer in Armut aufwächst, hat einen schwierigen Start ins Leben“, sagte die zuständige Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) vor Kurzem. „Es dreht sich nicht nur alles ums Geld, auch soziale Teilhabe, gute Bildungsabschlüsse und gesundes Aufwachsen gelingen nicht gleich gut.“ Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe und selber Vater, gründete zusammen mit Berliner Unternehmern den „Laughing Hearts e.V.“ zur Förderung von Heimkindern und sozial benachteiligten Kindern sowie Jugendlichen. Seit Jahren setzt sich der Immobilien-Projektenwickler aktiv gegen Kinderarmut und soziale Missstände ein. Dazu findet am 24. November 2018 mit zahlreichen prominenten Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die bereits zehnte „Laughing Hearts Charity Gala” im Grand Hyatt Berlin statt. Jeder Cent kommt vielfältigen Projekten für Kinder und Jugendliche in Berliner Heimen zu Gute. „Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung“, sagte bereits Physiker Albert Einstein.

Mit Tradition wirbt die Berliner Sparkasse: „200 Jahre gut für Berlin“. Die Berliner Sparkasse hat ihr Engagement für die Stadt zu ihrem Aushängeschild gemacht. Von kleineren Kultur- bis hin zu Sportprojekten, die Finanzgruppe begeisterte anlässlich ihres 200-jährigen Firmenjubiläums im Mai zahlreiche Gäste auf Kiezfesten. Selbst Förderungen für den Nachwuchs werden regelmäßig ausgeschrieben. Vorbildliches leisten seit Jahren auch die Arche Berlin, der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V. mit dem „Lesepatenprojekt“ und die Bürgerstiftung Berlin mit der Finanzierung des Programms „LeseLust“. Beim diesjährigen Art Dinner der Bürgerstiftung Berlin wurde eine stolze Summe von 103.200 Euro zusammengetragen.

Pflege unterstützen

Seit vielen Jahren engagiert sich die ALBA Group mit einem speziellen Förderverein im Kampf gegen den Krebs. „KINDerLEBEN – Verein zur Förderung der Klinik für krebskranke Kinder e.V.“, 1997 von ALBA gegründet, ermöglichte die Eröffnung einer Tagesklinik für die Versorgung krebskranker Kinder und Jugendlicher an der Berliner Charité. Seitdem initiiert das Entsorgungsunternehmen regelmäßige Aktionen, deren Erlöse in das Förderprogramm fließen, um die Ausstattung, Betreuung sowie Pflege in der Klinik zu verbessern. Der gesamte Erlös – rund 2,9 Millionen Euro seit inzwischen 16 Jahren – kommt ausschließlich KINDerLEBEN zugute.

Dr. Axel Schweitzer, Vorstandvorsitzender der ALBA Group: „Wir schreiben nicht nur in unserer täglichen Arbeit Nachhaltigkeit groß, sondern glauben auch bei unserem Sponsoring daran. Gute Technik, voller Einsatz und das Vertrauen in die Jugend verbindet die ALBA Group mit den Basketballern von ALBA BERLIN. Dieses Vertrauen und die Intensität, die dabei in die Jugendarbeit investiert werden, zahlen sich aus. Das macht uns sehr stolz.“| Foto: Alba Group

Einen sagenhaften Spendenrekord erreichte im Mai der 13. Rosenball mit den Gastgebern des Abends, Liz Mohn und Thomas Rabe, bei dem ein Erlös in Höhe von einer halben Million Euro zusammenkam. Seit 25 Jahren setzt sich die Stiftung „Deutsche Schlaganfall-Hilfe“ mit Initiativen für Aufklärung, Prävention für eine bessere Versorgung von Schlaganfall-Patienten ein. Unter der Federführung von dem Bertelsmann-CEO Rabe und der Stiftungsgründerin Mohn, die mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde, veranstaltet die Deutsche Schlaganfall-Hilfe jährlich einen Spendenball mit rund 600 Gästen.

Einsatz für den Sport

Sport verbindet und ist ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor der Hauptstadt. Ob Leistungs- oder Breitensport, weder der Bund noch das Land Berlin könnten ohne den Einsatz von Ehrenamtlichen und Sponsoren den Sportbetrieb stemmen.

Sportevents in einem Ausmaß wie das Internationale Stadionfest Berlin (ISTAF) können nicht ohne Hauptsponsor und zahlreiche Partner umgesetzt werden. Zum Glück der Hauptstadt: Seit 2013 ist die Spielbank Berlin in der Sportförderung aktiv. Sie ist Hauptsponsor des ISTAF. Eine bewährte, schon seit mehr als 25 Jahren bestehende Partnerschaft herrscht auch zwischen dem Basketballverein BG Charlottenburg und der ALBA Group. Die langjährige Kooperation hat Bestand und strahlt als positives Beispiel weit über Berlin hinaus.

Einsatz für Sport und Jugend: Aleksander Dzembritzki, Staatssekretär für Sport, Christiane Brümmer, Geschäftsführerin der Spielbank Berlin und Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie (v.l.n.r.) | Foto: Dirk Lässig

Nachahmenswert ist die Engagementpolitik der Lottostiftung Berlin: Die Zuwendung für sportliche Projekte ist sogar in deren Satzung verankert. Fünf Cent jedes Lottoeuros kommen direkt dem Sport zu Gute. Davon erhalten jeweils drei Cent der Landessportbund und die verbliebenen zwei Cent gehen an die Senatsverwaltung für Inneres und Sport. Die finanziellen Mittel erreichen Sportvereine, die zuvor vom Landessportbund Berlin oder der Senatsverwaltung für Inneres und Sport in die Verteilerliste aufgenommen wurden.

Vorbildliches Ehrenamt betreibt insbesondere der Berliner Fußballverband. Zahlreiche Helfer unterstützen den Verband dabei, seinen Nachwuchs zu fördern und die Spiele durchführen zu können. Als Anerkennung für die ehrenamtlichen Helfer wurde unter anderem der Freiwilligenpass eingeführt.

Denn Sport verbindet über Grenzen hinaus, das beweist insbesondere der Automobilhersteller BMW unter der Führung von Hans-Reiner Schröder, Direktor der BMW-Niederlassung in Berlin. Sie sind die Hauptsponsoren des BMW Marathons, einem mittlerweile international anerkannten Sportevent. In diesem Jahr fand der bereits 45. Berlin-Marathon statt, bei dem 44.389 begeisterte Läufer und Läuferinnen gegeneinander antraten. Der Automobilhersteller ist schon seit zwölf Jahren in Berlin engagiert. „Und das mit Leidenschaft“, betont Schröder.

Ein weiterer Sportpartner ist die Berliner Sparkasse, die seit Jahren den Spitzen-, Breiten-, Nachwuchs- und Behindertensport unterstützt. Seit 2008 ist die Finanzgruppe außerdem der offizielle Olympia Partner Deutschland des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Kultur für alle

„Berlin könnte mehr in Kultur investieren“, sind die Worte des in Berlin zuständigen Senators für Kultur in Europa r Klaus Lederer (Linke). Obwohl die Hauptstadt eine Topdestination für Kunst- und Kulturevents darstellt, wären viele international gefeierte Veranstaltungen wie die „Berlin Art Week“ oder die „Staatsoper füralle“ ohne Sponsoren aus der Wirtschaft gar nicht realisierbar. „Berlin ist mit einer so reichhaltigen Kulturlandschaft gesegnet, dass viele einander gar nicht mitbekommen. Wir verbinden die Aktivitäten miteinander: die beiden Kunstmessen ‚Art Berlin‘ und ‚Positions‘, den Gropius-Bau mit den Kommunalen Galerien, den freien Szenen, den Projekträumen“, so Lederer.

Einer der wichtigsten Kulturstifter der Hauptstadt ist BMW: Neben den schon genannten großen Sportförderungen werden auch Musikevents unterstützt. Dazu gehören unter anderem das „West-Eastern Divan Orchestra“, das im August unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim in der Berliner Waldbühne aufgetreten war. „Wir wollen nicht als Sponsoren gesehen werden, sondern als langfristige Partner, die nachhaltig etwas für den Standort Berlin tun“, sagte BMW-Direktor Schröder. Seit fast 20 Jahren ist das von Daniel Barenboim und Edward W. Said gegründete „West-Eastern Divan Orchestra“ als globaler Botschafter der kulturellen Verständigung ein Begriff in der Musikwelt. Außerdem fördert der Automobilkonzern den jährlichen Preis der Nationalgalerie und ermöglicht so Ausstellungen im Hamburger Bahnhof, dem Museum für Gegenwart in Berlin. Zu nennen ist aber auch das jährlich stattfindende Classic Open Air am Gendarmenmarkt. Zu den Hauptsponsoren gehört hier zum Beispiel die Spielbank Berlin.

Vergessen werden darf allerdings nicht die Berliner Mulitkulturalität und deren Würdigung. Seit Jahren unterstützt der Immobilienentwickler Sanus AG das Lichterfest Chanukka. „Wir wollen mit Chanukka Licht in die Dunkelheit bringen. Mir persönlich bedeutet es sehr viel, dass diese Botschaft hier in Berlin so viel Unterstützung erfährt. Mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller als Repräsentant der Berliner Politik und Siegfried Nehls, Vorstand der SANUS AG, als Vertreter der Wirtschaft haben wir langjährige und treue Partner gefunden, die sich mit uns gemeinsam für diese Ziele einsetzen“, so Rabbiner Yehuda Teichtal.

Zur Tradition geworden ist aber auch das Weihnachtsessen mit Frank Zander und prominenten Helfern, das kurz vor Heiligabend für obdachlose und bedürftige Berliner arrangiert wird. In diesem Jahr findet die 24. Weihnachtsfeier für circa 3.000 Obdachlose am 21. Dezember im Hotel Estrel statt.

Gutes tun für die Stadt

Sowohl die Politik als auch die Wirtschaft sind angehalten, die soziale Stadt mitzugestalten. Es können Initiativen wie das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ unterstützt werden, das sich städtebaulich, wirtschaftlich und für sozial benachteiligte Stadtteile einsetzt, um diese zu stabilisieren. Berliner Großveranstaltungen oder auch einzelne Bereiche wie Kultur, Sport und Bildung können durch eigens konzipierte Projekte gefördert werden. In Berlin ansässige Unternehmen sollten soziale Verantwortung übernehmen und sich aktiv am Stadtleben beteiligen und sich mit den aufkommenden sozialen, kulturellen oder auch wirtschaftlichen Problemen befassen. Der Ruf eilt bekanntlich voraus, dementsprechend werden engagierte Unternehmen diesen Schritt nie bereuen. Engagiert euch! (lj)

Sawsan Chebli: „Bürgerschaftliches Engagement ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie“

Fast 40 Prozent aller Berliner engagieren sich ehrenamtlich in der Stadt und doch muss noch einiges getan werden. Über ihre Aufgabe, Maßnahmen und ihre persönlichen Eindrücke zum bürgerschaftlichen Engagement sprach die BERLINboxx mit Sawsan Chebli (SPD), Staatssekretärin für bürgerschaftliches Engagement.

Frau Chebli, welche Bedeutung hat bürgerschaftliches Engagement für Sie?

Tausende Freiwillige gestalten unsere Stadt maßgeblich mit – bei den Rettungsdiensten, in der Flüchtlingshilfe, für Obdachlose oder Kulturprojekte – um nur einige Beispiele zu nennen. Oft wird das von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, manchmal wird Ehrenamt sogar als Gutmenschentum belächelt. Aber dieses Engagement ist ein zentraler Grundpfeiler unserer Demokratie. Im Prinzip wäre unsere Demokratie gar nicht überlebensfähig, wenn es nicht Menschen gäbe, die sich täglich und ohne dafür bezahlt zu werden, für den Zusammenhalt in unserer Stadt einsetzen. Ich würde sogar sagen, dass  bürgerschaftliches Engagement seit 1945 noch nie so wichtig war wie heute.

Derzeit bedroht eine noch kleine, aggressive Minderheit unsere Demokratie und die Weltoffenheit unserer Stadt. Hier sind wir alle gefragt, unsere Demokratie zu schützen. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür war die #unteilbar-Demonstration am 13. Oktober 2018 – hier sind rund 240.000 Bürgerinnen und Bürger für unsere Demokratie auf die Straße gegangen. Ein starkes Zeichen von großer Bedeutung, das mich auch persönlich sehr berührt hat. Hier ist es uns gelungen, all denjenigen, die Hass und Hetze verbreiten, ein klares Gegenzeichen zu setzen. Unsere Stimme muss noch viel lauter sein als ihre. Hier sehen wir, wie wichtig eine starke Zivilgesellschaft ist, um den Fliehkräften an den Rändern der Gesellschaft zu begegnen. Deswegen ist es mir ein großes Anliegen, Engagement in jederlei Hinsicht zu fördern – angefangen von der Koordination bis hin zur öffentlichen Anerkennung.

Wie sieht Ihre Zielsetzung aus?

Meine Erfahrung ist, das sehe ich beim freiwilligen Engagement und auch bei Menschen angesprochen fühlen, die sich vielfältig engagieren und an der Gestaltung unserer Stadt bereits teilhaben. Aber viele andere erreichen wir leider noch nicht. Und das muss man ändern. Eines meiner Ziele ist es, die Engagementlandschaft in Berlin weiter auszubauen, indem ich Strukturen, die Engagement erleichtern, schaffe beziehungsweise fördere, zum Beispiel die bezirklichen Freiwilligenagenturen. Uns ist es jetzt mit der Unterstützung des Abgeordnetenhauses gelungen, flächendeckend ein Angebot zu schaffen. Das ist wichtig, damit alle Menschen, die sich bürgerschaftlich engagieren wollen, eine Anlaufstelle haben. Das ist die eine Sache.

Ein anderer Punkt ist Anerkennung für bürgerschaftliches Engagement. Das findet zum Beispiel mit Aktionen wie „Berlin sagt Danke“, der Ehrenamtskarte, dem  #FARBENBEKENNEN-Award für engagierte Geflüchtete, der Freiwilligenbörse oder auch der Ehrennadel, die wir verleihen, statt. Es ist meine Aufgabe, diese Anerkennung noch weiter zu verstärken. Und vor allem:  Bürgerschaftliches Engagement noch sichtbarer zu machen. Die Medien sollten dafür gewonnen werden, dass sie noch viel stärker darüber berichten, wenn Menschen etwas Gutes tun, wegweisende Projekte für den Zusammenhalt entstehen und wenn Geflüchtete sich für unsere Gesellschaft stark machen und damit – wie ich es nenne – Farben bekennen.

 

Bürgerschaftliches Engagement fördern: Sawsan Chebli bei der Eröffnung der Berliner Freiwilligenbörse 2018 im Roten Rathaus. | Foto: Landesfreiwilligenagentur Berlin | Gregor Baumann

Bürgerschaftliches Engagement fördern: Sawsan Chebli bei der Eröffnung der Berliner Freiwilligenbörse 2018 im Roten Rathaus. | Foto: Landesfreiwilligenagentur Berlin | Gregor Baumann

Einiges hat sich doch schon getan.

Ja, das Bürgerfest am Tag der Deutschen Einheit ist ein schönes Beispiel dafür, wie ernst es der Regierende  Bürgermeister damit meint, den Zusammenhalt zu stärken, bürgerschaftliches Engagement sichtbarer zu machen, Menschen zueinander zu führen und Begegnungen zu schaffen. Darüber hinaus hatte das Motto des 3. Oktober 2018, „Nur mit euch“, eine ganz klare Signalwirkung. Es sind die in Berlin lebenden Menschen, die sie zu dieser  freien, weltoffenen, vielfältigen Stadt gemacht haben. Ich würde gern noch viel mehr Menschen dazu gewinnen, sich zu engagieren.

Welche Rolle spielt dabei die Wirtschaft?

Der Einsatz von Unternehmen im bürgerschaftlichen Engagement wird häufig unterschätzt. Ich finde, Unternehmen haben eine Kraft, die wir noch viel stärker nutzen könnten und sollten. Wir haben uns vor diesem Hintergrund vorgenommen, den Unternehmenspreis gemeinsam mit der IHK und der Handwerkskammer zu verleihen. Damit wollen wir gemeinsam das vielfältige Engagement von Unternehmen anerkennen. Ich würde mich freuen, wenn noch viel mehr Unternehmen auch ihre Stimme erheben und damit einen Beitrag für den Zusammenhalt der Gesellschaft leisten. Es ist nicht immer bequem, sich offen zum Beispiel gegen Rechtsradikalismus auszusprechen, aber hier stehen wir in einer gemeinsamen Verantwortung. Es gibt einige solcher Unternehmen, aber ich finde, es könnten noch viel mehr Stimmen dazukommen.

Was könnte in der Berliner Engagementlandschaft noch getan werden?

Einige Punkte, die wir gerade voranbringen, habe ich bereits genannt. Ich würde mir außerdem wünschen, dass die Berliner Engagementlandschaft noch etwas mehr zusammenwächst. Zum Beispiel die etablierten Organisationen neuere Migrantenorganisationen an die Hand nehmen; dass man gemeinsam etwas auf die Beine stellt. Häufig erleben wir, dass es nur nebeneinander her läuft. Für den  Zusammenhalt in der Stadt ist es wichtig, dass Engagement Menschen zusammenbringt: Wenn sich Muslime gemeinsam mit Christen für die Umwelt engagieren oder Senioren mit Jugendlichen im Sportverein. Wenn im Engagement Menschen zusammenfinden, die sonst wenig miteinander zu tun haben. Da hat sich auch schon viel entwickelt. Aber wir müssen gemeinsam auch noch daran arbeiten, um neue Zielgruppen zu gewinnen und Zusammenarbeit zu fördern.

Engagieren Sie sich auch privat?

Natürlich engagiere ich mich persönlich, allerdings kann ich das inzwischen gar nicht mehr trennen von meiner Funktion ls Staatssekretärin – so werde ich eben wahrgenommen. Ich engagiere mich bei der Tafel, ich bin Mitglied in vielen Vereinen. Außerdem setze ich mich für junge Leute im Rahmen von Nachhilfe ein, bin Mentorin in vielen Projekten, um jungen Leuten aufzuzeigen, welche Perspektiven sie für ihre Zukunft haben – vor allem jungen Immigranten, die nicht so richtig wissen, wo sie sich in diesem Land verorten. Das alles tue ich gerne und habe es schon vor meiner Funktion als Staatssekretärin getan. Ich sehe es als meine Verantwortung, ein Vorbild zu sein, als jemand, der es mit seiner Biografie geschafft hat, heute Staatssekretärin zu sein und dies anderen jungen Leuten mitzugeben. (lj)

 

Vielfältig engagiert: Sawsan Chebli auf dem Festival der Religionen. | Foto: Anton Tal für Faiths In Tune / Berliner Festival der Religionen

Unternehmensengagement sichtbar weit verbreitet, jedoch selten anerkannt

Der Begriff „Corporate Citizenship“ beziehungsweise Unternehmensengagement beschreibt das bürgerschaftliche Engagement in und von Unternehmen über ihre eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus. In Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung erhob der Stifterverband die Daten für die „Corporate Citizenship Survey 2018“. Die 7.000 zahlenmäßig dargestellten Unternehmen geben eine repräsentative Übersicht der engagierten zwei Drittel an Unternehmen. Soziales Mitwirken ist jedoch selten organisiert und findet nicht regelmäßig statt. Laut der Studie, ist das auf den Charakter der Mithilfe zurückzuführen.

Ob im Bereich Sport, Bildung, Freizeit, Kultur oder Umwelt – viele Unternehmen engagieren sich neben der Schaffung von Arbeitsplätzen auch gesellschaftlich. Oft wird dabei eine langfristige Strategie verfolgt, die jedoch nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist, sondern auf Attraktivitätssteigerung und positiven Markenschutz. Dem guten Willen und Potenzial als wichtige, mittragende Akteure der Zivilgesellschaft ermangelt es bisher jedoch an Anerkennung der Politik.

Unternehmensengagement erfordert Netzwerke

Während größere Unternehmen vor allem Geld- und Sachspenden (80 und 70 Prozent) zur Verfügung stellen, engagieren sich kleine Betriebe häufig lokal in Vereinen (48 Prozent). Die Unterstützung findet hier oftmals mit persönlicher Bindung zu den Unterstützern statt, wie beispielsweise im ansässigen Sportverein oder bei Sommerfesten. Der okkasionelle Charakter dieser Termine trägt jedoch nicht zur regelmäßigen Organisation und genau definierten Zielsetzung des Engagements der Unternehmen bei. Ziele und Wirkung des Engagements müssen durch die Unternehmen genauer definiert werden. Ob in größeren Unternehmen, die vermehrt im Forschungs- und Bildungsbereich aktiv sind oder durch die Aktivität einzelner engagierter Mitarbeiter. In allen Fällen entstehen solche langfristigen Zielsetzungen, die eine Region betreffen vor allem durch Netzwerke. Ein Zusammenwirken untereinander kommt allerdings nur bei sieben Prozent der Unternehmen überhaupt zustande. So gibt nur ein geringer Teil (16 Prozent) der engagierten Betriebe an, ihre Reichweite, Resonanzen und Resultat zu kennen.

„Ohne die Unternehmen geht es eben nicht. Eine starke Zivilgesellschaft braucht engagierte Unternehmen. Dabei kommt es zu Kooperationen und auch mal zu Konfrontationen und beides ist für unser Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell wichtig, Zusammenarbeit und Kritikfähigkeit”, so Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes.

Komplexitätsabbau als Wertschätzung

Im Gegensatz zur Unsicherheit über die tatsächliche Wirkung ihres Engagements, sind sich 76 Prozent einig, nicht genug Anerkennung zu bekommen. Diese Enttäuschung wird häufig an den Versäumnissen der Politik festgemacht, die Abläufe der Unternehmen nicht zu vereinfachen. So schätzen vor allem kleine Firmen einen Bürokratieabbau sowie eine geringere Dokumentationspflicht und auch Steuererleichterungen als hilfreich ein. Andererseits soll auch an die Kundschaft appelliert werden, ihre Kaufentscheidungen von dem gesellschaftlichen Verhalten der Unternehmen abhängig zu machen.

„Erfolgreiches gesellschaftliches Engagement von Unternehmern lebt von deren intensiver Vernet­zung mit der Region und seinen Bürgern sowie dem Dialog zwischen den Inte­ressensvertretungen. Durch Vertrauen, Verantwortung und Wert­schätzung erhält das Unternehmen ein Gesicht in der eigenen Region”, so Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung.

Standortfaktor Engagement

Mit Blick auf die zahlenmäßige Verteilung geben immerhin 41 Prozent an, die Standortattraktivität erhöhen zu wollen. 66 Prozent erhoffen sich davon einen guten Ruf. Daher erscheint es sinnvoll, wenn das Engagement bis zu den Unternehmen in der Region zurückverfolgt werden kann. Das Engagement in kleineren Vereinen, zu denen bestimmte Mitarbeiter möglicherweise persönliche Kontakte pflegen, ist in vielerlei Hinsicht wünschenswert. Den Unternehmenstitel allerdings unter die Förderung von größeren Bildungseinrichtungen oder Projekten der lokalen Umweltentlastung zu setzen, generiert stärkere Aufmerksamkeit. (cn)

Schüler helfen leben: Bundesweiter sozialer Tag für Flüchtlinge am 13. Juli

Am heutigen Donnerstag findet der bundesweite Soziale Tag 2017 von Schüler Helfen Leben (SHL) statt. Zehntausende Schüler in ganz Deutschland tauschen die Schulbank gegen einen Arbeitsplatz und arbeiten einen Tag für den guten Zweck. In diesem Jahr wirft SHL einen genauen Blick auf die Situation Geflüchteter in den Projektregionen Südosteuropa und Jordanien/Syrien – der Fokus liegt dabei auf der gesellschaftlichen Teilhabe.

Welche Projekte konkret mit den Geldern des Sozialen Tages 2017 gefördert werden, entschieden 250 Schüler im Mai auf dem Projektauswahltreffen, dem Schülerkongress zum Sozialen Tag.  Die Delegierten wählten ein Projekt der Organisation „Pomoć Deci“ in Serbien, von dem sowohl Rückkehrer nach Serbien als auch Geflüchtete aus dem Nahen Osten profitieren. Jugendliche Paten unterstützen die Neuankommenden dabei, die Sprache zu lernen, den Schulbesuch (wieder)aufzunehmen oder eine Arbeit zu finden. In Jordanien wird ein Kinder- und Jugendzentrum der Johanniter mit ihrer lokalen Partnerorganisation „Sahel Horan“ in Al Shajara an der syrischen Grenze unterstützt. Um einen geschützten Raum zum Lernen und Spielen zu schaffen, werden dringend benötigte Renovierungsarbeiten und Möbel, außerdem der Aufbau einer Bibliothek finanziert. (red)

Foto: Schüler Helfen Leben

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