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Digitalisierung erfordert Beweglichkeit

Im Gespräch mit Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Die voranschreitende Digitalisierung verändert wie wir leben und arbeiten. Doch wie weit ist Deutschland bei diesem Thema?

Das Handelsblatt bezeichnete Sie bereits 2012 als „Twitter-König“. Das Thema Digitalisierung und soziale Medien ist also kein Fremdwort für Sie. Doch noch immer ist viel zu tun – wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf im Bereich Digitalisierung?

Deutschland hat eine gute Startposition in Sachen Digitalisierung. In der Tat ist es jetzt aber notwendig, dass wir die dringenden Themen angehen – die Bundesregierung trägt ihren Teil mit konkreten Projekten dazu bei, die Wirtschaft muss das Ihrige dazutun. Handlungsbedarf sehe ich insbesondere bei den folgenden Themen.

  1. Breitbandausbau/5G: Wir benötigen bis zum Jahr 2025 gigabitfähige Netze und müssen uns zum Leitmarkt für 5G entwickeln.
  2. Künstliche Intelligenz: KI ist DIE Schlüsseltechnologie für die gesamte Wirtschaft. In der Forschung sind wir schon sehr gut, bei der Kommerzialisierung praktischer Anwendungen besteht erheblicher Nachholbedarf. Hier setzen wir mit der KI-Strategie und ich selbst mit meiner Nationalen Industriestrategie 2030 an. Das BMWi ist auch schon in die Umsetzung der KI-Strategie eingestiegen: Rund 130 Konsortien haben sich beworben, um im Rahmen unseres KI-Innovationswettbewerbs Leuchtturmprojekte der KI in Deutschland umzusetzen.
  3. Wagniskapital: Wir brauchen mehr Wagniskapital in Deutschland, insbesondere in der frühen Wachstumsphase, damit gute Ideen und innovative Geschäftsmodelle bei uns groß werden. Viel zu oft gehen helle Köpfe ins Ausland, weil Ihnen bei uns die finanzielle Unterstützung zur weltweiten Skalierung ihrer Ideen fehlt. Gerade erst Ende März hat daher der Bund gemeinsam mit der KfW eine Venture-Debt-Finanzierung für innovative Unternehmen in der Wachstumsphase gestartet.

Deutschland hinkt im europäischen Vergleich immer noch hinterher, wenn es um die digitale Infrastruktur und den Breitbandausbau geht. Im aktuellen Index der EU-Kommission für Digital Economy und Society 2018 Deutschland gerade einmal Platz 14 belegt. Was machen andere besser und wie kann Deutschland aufholen?

Der Country Report für Deutschland stellt zutreffend fest, dass es ein Stadt-Land-Gefälle bei der Breitbandversorgung in Deutschland gibt und insgesamt noch wenige Glasfaseranschlüsse verfügbar sind. Gerade für Unternehmen ist eine „mangelnde Breitbandversorgung“ das häufigste Digitalisierungshemmnis – hier müssen wir schnell besser werden, denn viele andere Länder sind uns tatsächlich einige Schritte voraus. Beim Ausbau besonders zukunftsfester Glasfasernetze besteht das Problem, dass die Nachfrage noch unterentwickelt ist: Nur etwa ein Drittel der wenigen bestehenden Glasfaseranschlüsse werden auch tatsächlich genutzt. Deshalb werden wir politisch flankieren: Insbesondere durch einen entsprechenden Ordnungsrahmen, zum Beispiel eine investitionsfreundliche Regulierung zukunftsfester Glasfaseranschlussnetze und durch die Bereitstellung zusätzlicher öffentlicher Mittel.

Aktuell wird viel über die Einführung des 5G-Standards gesprochen. Ist es nicht viel wichtiger Funklöcher, sogenannte weiße Flecken im Mobilfunknetz, zu beseitigen und zumindest 4G, also den aktuellen Standard flächendeckend einzuführen?

Beides ist wichtig. Die aktuelle Mobilfunkdebatte in Deutschland hat zwei Schwerpunkte: die mangelhafte Versorgungssituation und Maßnahmen zu deren Verbesserung einerseits sowie die neue Mobilfunkgeneration 5G andererseits. Die Bedingungen für die aktuell laufende Frequenzauktion umfassen umfangreiche Versorgungsauflagen und Anreize für kooperativen Netzausbau, wofür sich die Bundesregierung eingesetzt hat. Netzbetreiber müssen insbesondere entlang der Autobahnen für schnelles Internet sorgen; auch die Versorgung entlang der übrigen Verkehrswege wird sich verbessern. Mit der laufenden Auktion ebnen wir zudem den Weg für hochleistungsfähigen 5G-Mobilfunk, der auch einen wichtigen Beitrag zum Gigabitnetzausbau im Bereich der „letzten Meile“ leisten kann. Darüber hinaus wird die Bundesregierung bis Mitte des Jahres 2019 ein Gesamtkonzept erarbeiten, das über reine frequenzregulatorische Maßnahmen hinausgeht und geeignet ist, auch weiße Flecken im Mobilfunknetz rasch zu schließen.

Das Vertrauen der Deutschen in die Digitalkompetenz der Bundesregierung ist gering ausgeprägt. Woran glauben Sie liegt das und was machen Sie, um dieses Bild zu verändern?

Die aktive Gestaltung der Digitalisierung ist außerordentlich komplex und wurde nicht zuletzt deswegen in Deutschland zur Chefsache gemacht. Unter Federführung des Kanzleramts wurde die Umsetzungsstrategie „Digitalisierung gestalten“ im November 2018 verabschiedet – damit werden die vielfältigen Maßnahmen der verschiedenen Ressorts zentral gesteuert. Ein wichtiger Beitrag in diesem Zusammenhang und ganz konkreter Nutzen für Bürger und Bürgerinnen sowie Unternehmen ist die zunehmende Digitalisierung der Verwaltung. Bis 2022 sollen alle relevanten Verwaltungsleistungen von Bund, Länder und Kommunen auch online zur Verfügung stehen. Dann können Anträge künftig einfacher gestellt und schneller bearbeitet werden. In unserer föderalen Staatsstruktur ist diese Neuausrichtung alles andere als einfach. Aber wir setzen alles daran, dass die Menschen schnell Verbesserungen erleben werden. Denn nicht nur die Wirtschaft wird digitaler; der Staat muss es auch werden.

Künstliche Intelligenz, Sensorik, autonomes Fahren – wie innovativ ist die Bundesrepublik in Sachen Digitalisierung?

Deutschland verfügt über eine exzellente Forschungslandschaft, die viele digitale Innovationen hervorbringt. KI spielt hier eine besondere Rolle. Im Bereich der KI-Forschung ist Deutschland auf einem weltweit führenden Niveau. Dies gilt insbesondere für das maschinelle Lernen, eine der wichtigsten Grundlagen für das autonome Fahren. Bei der Umsetzung unserer vielversprechenden Forschungsansätze in innovative Anwendungen, Produkte und Dienstleistungen hapert es aber noch etwas. Das können andere, wie die USA und zunehmend China, besser. Deshalb mache ich mich persönlich stark für den Transfer in die Wirtschaft und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten von KI in allen Bereichen der Gesellschaft.

KI wird ein zentraler Wachstumstreiber sein. Laut einer unserer Studien liegt die zusätzliche Wertschöpfung durch KI allein im produzierenden Gewerbe bei rund 32 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren. KI ist eine große Chance für Kernbereiche der deutschen Wirtschaft: Maschinenbau, Produktion, Logistik und Fahrzeugbau. Wir wollen Deutschland und Europa zu einem führenden Standort für die Entwicklung und Anwendung von KI-Technologien machen und eine gemeinwohlorientierte Entwicklung und Nutzung von KI sicherstellen. Ich glaube, wir benötigen einen strategischen Industrieakteur, einen Airbus für KI, also ein privatwirtschaftliches, länderübergreifendes Unternehmen, das finanziell und politisch von den Ländern unterstützt wird und die besten KI-Anwendungen marktreif macht.

Sie wollen Unternehmen größere Freiräume bei der Erprobung neuer Technologien geben. Welche Ziele verfolgt das BMWi mit seiner Reallabore-Strategie?

Die Digitalisierung legt ein Tempo vor, das auch vom Gesetzgeber eine neue Beweglichkeit erfordert. Heute wissen wir noch nicht, welche Regeln wir für Lieferroboter, Paketdrohnen und KI-Lösungen benötigen, daher müssen wir Dinge ausprobieren und Freiräume schaffen, auch in Sachen Regulierung. Das Personenbeförderungsrecht ist ein schönes Beispiel: Eine Experimentierklausel erlaubt es, Erfahrungen mit neuartigen Mobilitätsformen zu sammeln, die dann in eine Überarbeitung des rechtlichen Rahmens einfließen können. Mit unserer Reallabore-Strategie wollen wir diese Idee der Erprobung auch in anderen Bereichen viel stärker in Deutschland verankern. (aw)

Klimaschutzpartner des Jahres 2019 ausgezeichnet

Die Gewinner des Wettbewerbs „Klimaschutzpartner des Jahres“ wurden vergangenen Montagabend mit einem Preis ausgezeichnet. Hierbei wurden drei Projekte, die in besonders herausragender Weise Energieeffizienz und Klimaschutz umsetzten, gekürt. Insgesamt waren 28 Teilnehmer im Wettbewerb um den Klimaschutzpreis angetreten. Die Verleihung fand im Rahmen der Berliner Energietage im Ludwig Erhard Haus statt.

„Dienstleistungen CO2-neutral ausführen“

Die Schornsteinfeger Bezirksgruppe Friedrichshain-Kreuzberg hat mit ihrem Projekt „Dienstleistungen CO2-neutral ausführen“ den Preis in der Kategorie „Erfolgreich realisierte Projekte“ gewonnen. Ihr Ziel ist, die Dienstleistungen des Berliner Schornsteinfegerhandwerks flächendeckend klimaneutral auszuführen.

Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz sowie Laudator: dazu: „Die jungen Menschen, die jeden Freitag für den Klimaschutz demonstrieren, fordern von uns Lösungen. Zu diesen Lösungen müssen wir alle beitragen. Das Projekt der Schornsteinfeger aus Friedrichshain-Kreuzberg zeigt, dass gute Ideen, die klein beginnen, große Wirkung haben. Der Ansatz, Handwerksleistungen CO2-neutral zu erbringen, ist auf das gesamte Handwerk übertragbar. Dazu erweist sich, dass Klimaschutz und betriebswirtschaftlicher Erfolg zusammen gehen: die Betriebe sparen Energiekosten und können zugleich ihren CO2-Aussstoß deutlich verringern. Das Projekt zeigt eindrucksvoll die Innovationskraft des Handwerks.“

Quartier „Wir“

In der Kategorie „Erfolgversprechende innovative Planungen“ konnte die Deimel Oelschläger Architekten Partnerschaft aus Berlin Weißensee mit dem Projekt Quartier „Wir“ überzeugen. In Weißensee entsteht ein soziales und vor allem nachhaltiges Stadtquartier, das komplett aus Holz gebaut wird. Zusätzlich wird es dort eine Kita und ein Schwimmbad geben. Somit entsteht ein quartierübergreifendes Angebot, das attraktive Möglichkeiten für die Umgebung anbietet.

„Das Quartier „Wir“ in Weißensee überzeugt vor allem durch seinen ganzheitlichen Ansatz. Neben der CO2-freundlichen Verwendung von Holz, als direktem Beitrag zum Klimaschutz, tragen gerade auch der innovative Mix relativ kleiner Individualflächen zugunsten großzügiger Gemeinschaftsangebote, die soziale Mischung und die Mischung der Wohn- und Eigentumsformen, zu einem langfristig nachhaltigen Wohnstandort bei.“, so Christine Edmaier, Präsidentin der Architektenkammer, in ihrer Laudatio.

Hybrides Löschfahrzeug

Den Preis für „Herausragende Projekte öffentlicher Einrichtungen“ erhielt die Berliner Feuerwehr mit ihrem Projekt „Hybrides Löschfahrzeug für die Berliner Feuerwehr“. Sie plant die Beschaffung und Erprobung eines innovativen Löschfahrzeugs. Ziel ist, den Einsatz des Fahrzeugs zu über 80% rein elektrisch zu betreiben. Hierfür wird die Berliner Feuerwehr gemeinsam mit einem Fahrzeughersteller noch Entwicklungsarbeit leisten.

Die Laudatorin Tanja Wielgoß, Vorstandsvorsitzende bei der Vattenfall Wärme Berlin AG: „Die Berliner Feuerwehr ist Retterin in der Not und mit ihrer Innovationspartnerschaft für Deutschlands erstes Elektrolöschfahrzeug zeigt sie eindrucksvoll, wie wichtig ihr das Ziel der Klimaneutralität ist.“  (lb)

Wussten Sie es? Saudi Aramco ist weltweit der größte Ölkonzern

Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco möchte einen Konkurrenten übernehmen und gewährt im Zuge dessen erstmals Einblick in seine Bücher. Was dabei zu Tage kam, sorgt für Erstaunen. Im vergangenen Jahr machte der Ölriese einen Nettogewinn von 111,1 Milliarden Dollar, so die Ratingagentur Moody’s.

Der Gewinn des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco ist dreimal so hoch wie von Apple!

Bisher hielt sich der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco eher im Schatten, wenn es um seine wirtschaftlichen Erfolge ging. Nun brach der Konzern erstmals seit seiner Verstaatlichung in den 70er Jahren sein Schweigen und gewährte Investoren einen Blick in die Bilanzen. Laut Fitch Ratings betrug der Gewinn vor Steuern 224 Milliarden Dollar. Damit stellt Saudi Aramco nicht nur die bekanntesten Ölkonzerne der Welt weit in den Schatten, sondern auch Wirtschaftsriesen wie Apple.

Hintergrund für die Offenlegung der Bücher ist das Bestreben des Konzerns, einen 70-Prozent-Anteil am saudi-arabischen Petrochemiekonzern Sabic zu übernehmen. Saudi Aramco erwarb Sabic für 69,1 Milliarden Dollar vom heimischen Staatsfonds PIF. Im nächsten Schritt kann sich dann PIF an globalen Konzernen beteiligen und Saudi Aramco die 25 Prozent von Sabic am Schweizer Chemiebetrieb Clariant aufstocken.

Niemand ist so profitabel

Die Profite der größten westlichen Mineralölkonzerne – Chevron und Exxon Mobil aus den Vereinigten Staaten, BP aus Großbritannien, dem britisch-niederländischen Royal Dutch Shell sowie Total aus Frankreich – machten 2018 zusammengerechnet knapp 80 Milliarden Dollar aus. Sie liegen damit noch immer knapp 20 Milliarden Dollar unter dem Nettogewinn von Saudi Aramco. Der Großteil der Gewinne geht direkt an die saudi-arabische Führung. Kronprinz Mohammed bin Salman will ein ehrgeiziges Reformprogramm mit dem Namen Vision 2030 vorantreiben. Das ölreiche Königreich soll wirtschaftlich breiter aufgestellt und zu einem Zentrum für Technologie und Innovation werden. (aw)

 

Große Pläne für die City West

Die Berliner Innenstadt wird und muss sich verändern, um weiterhin wirtschaftlich tragbar und attraktiv zu sein. Darüber sind sich Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender AG City e.V., Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt sowie Gottfried Kupsch, Vorstandsmitglied AG City e.V. einig. In diesen Prozess der Veränderung wollen sie die Stadtgesellschaft einbinden. Sie haben konkrete Ideen, um den Verkehr der Zukunft zu gestalten und die Aufenthaltsqualität in der City West zu erhöhen. Darüber hinaus besteht ein enormer Bedarf an Büroflächen aufgrund der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung.

City West mit urbanem Lebensgefühl

Ein wachsendes Berlin, Digitalisierung, der Wunsch nach mehr Aufenthalts- und Lebensqualität sowie die Entwicklung neuer Mobilitätstechniken sind Chancen, die es zu nutzen gilt – sowohl von der privaten Wirtschaft also auch von der Politik. Und die Akteure in der City West wollen handeln. Ziel für die City West sind multifunktionale Gebäude, die Wohnen, Arbeiten, Kultur, Ausbildung, Wissenschaft, Entertainment und Einkaufen verbinden und damit das Alleinstellungsmerkmal des Bezirks gewinnbringend erhalten. Der Hardenbergplatz soll zu einem Mobilitätszentrum werden.

Wir wollen Handeln!

Was wir nicht wollen: Das uns die Politik ständig ausbremst, so lautet die zentrale Forderung von Klaus-Jürgen Maier. Dies gilt sowohl für Regelungen im Baurecht als auch bei städtischen Gremien. Aktuell stehen Investitionen von drei Milliarden Euro an, deren Verwirklichung ermöglicht werden sollte. Die AG City e.V. sieht ihre Aufgabe darin, die Vorhaben verschiedener Bauherren zu bündeln. Konkret sollen vier Projekte auf Grundstücken gebaut werden, die heute überwiegend mit Parkhäusern genutzt werden. Unter anderem sollen das Karstadt-Parkhaus und das Haus neben dem Motel One neu gestaltet werden. Durch Nachverdichtung können neue Wohn- und Büroflächen entstehen und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität erhöht werden.

Die AG City e.V. sieht in der City West Hochhäuser entstehen, die keine unnahbaren, für die Öffentlichkeit unzugänglichen Solitäre sind, sondern integrale Bestandteile der Stadt werden. Denn Hochhäuser sind ökonomisch und ökologisch sinnvoll, so Gottfried Kupsch.

Viele Ideen und Pläne bereits in der Schublade

Für gut 800.000 Quadratmeter liegen bereits Pläne von verschiedenen Architekten vor, um nicht nur Wohnraum, sondern auch Raum für Gewerbe und damit für die Arbeitsplätze der Zukunft zu schaffen. Hier soll eine Industrie 4.0 möglich werden. Doch Veränderung wird es nicht nur in der Stadtstruktur, sondern auch im Verkehr geben. Die City West soll offen für neue Mobilitätskonzepte werden. So wird ein Raum geschaffen werden, in dem stationärer Handel und Onlinehandel zusammen funktionieren.

„Wir müssen jetzt die Weichenstellung vornehmen, jetzt anfangen zu denken“, fordert Kupsch.

Nahverkehr ausreichend – Defizite bei der Energieversorgung

Die am Workshopverfahren „Wachsende Stadt City West“ teilnehmenden Experten sind sich einig, dass die vorhandene Infrastruktur auch nach einer Verdichtung ausreichend ist. Dies gilt für das Straßen- und Schienennetz von U-Bahn und S-Bahn. Viel größeren Handlungsbedarf sieht die AG City e.V. jedoch in der Energieversorgung. So sollte in einem der Parkhäuser an der City West eine Etage mit Ladestationen für Elektroautos ausgestattet werden. Das Projekt scheiterte jedoch daran, dass Vattenfall nicht ausreichend Strom liefern konnte. Aus diesem Grund forderte und fordert die Arbeitsgemeinschaft noch immer ein Bedarfsprogramm vom Senat – bisher ohne Ergebnis.

Generell beklagen die Gesprächsteilnehmer, dass sich der Senat bei der Planung und Entwicklung eher raushält und mit Abwesenheit glänzt.

„Das Wegducken hilft da nicht“

Generell besteht von Seiten der Bevölkerung ein allgemeines Verständnis für die Veränderungen in der City West. Gleichzeitig herrscht aber auch ein Gefühl der Sorge in Bezug auf Digitalisierung und Veränderung. Diesem möchte man begegnen, da sind sich AG City e.V. und der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf einig. Ein Vorschlag ist ein Stiftungsmodell, das Menschen unterstützen soll, die Mehrfamilienhäuser in der City West besitzen, aber aufgrund ihres Alters nicht mehr ohne weiteres in der Lage sind, die Häuser zu verwalten. Viele Besitzer der Altbauten wünschen sich, die günstigen Mieten zu erhalten. Hier setzt das Modell an. Damit verbunden sind eine Mieterselbstverwaltung und die Bildung einer Genossenschaft.

 

Über die AG City e.V.: Bereits seit 1976 knüpft die AG City e.V. Netzwerke zwischen Geschäftsleuten und Kulturmanagern, Kammern und Behörden sowie zu anderen Straßen- sowie Interessengemeinschaften und engagiert sich in der City West. Aktuell begleiten sie das Workshopverfahren „Wachsende Stadt City West“. Deren bisherige Ergebnisse sich in diesem Bericht niederschlagen. (aw)

Berliner Industrie: #BERLINPRODUZIERT DIGITAL INSPIRIERT @HANNOVER MESSE

 

4. April 2019 | ab 18:00 Uhr

Hannover Messe | Halle 6 | Stand E39

Begrüßung durch Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH

 

Auf der Hannover Messe 2019 wird #BERLINPRODUZIERT DIGITAL INSPIRIERT zum einzigartigen Experimentierfeld. Auf 100 Quadratmetern Fläche wird das kreative Potenzial der Berliner Industrie interaktiv erlebbar: mit spannenden Industrie-Produkten „Made in Berlin“, Hightech, Kunst und Installationen. Die Exponate spiegeln zugleich den freiheitlichen Charakter des Produktionsstandorts Berlin wider. #BERLINPRODUZIERT DIGITAL INSPIRIERT lädt die Besucher dazu ein, selbst auszuprobieren und spielerisch zu entdecken: Berlin ist der ideale Nährboden für Innovationen. Unter anderem sind mit dabei: Ape Unit, citkar, BigRep, botspot, i-mmersive, INURU, Moeco, MotionLab, Robot4Work, pi4, Sonic Robots, Studio LS301, WISTA, Würth Elektronik eiSos und MotionLab.

Im Mittelpunkt des Messeauftrittes steht die #BERLINPRODUZIERT Konferenz. Auf dem Programm stehen verschiedene Panels und Vorträge zu Zukunftsthemen wie: Smart City, künftige Mobilitätskonzepte, Music & Fashion Tech, Künstliche Intelligenz, Brain City und Talente. Auf der #BERLINPRODUZIERT Party am 4. April wird ein kreativer Raum zum Netzwerken geboten.

Zum Hintergrund: Berlin gilt als Hauptstadt der guten Ideen: smart, zukunftsorientiert und digital inspiriert. Die Berliner Industrie nimmt in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle ein. So arbeiten hier Weltunternehmen und ein technologiegetriebener Mittelstand arbeiten eng mit der internationalen Gründerszene und den vielen hochkarätigen Forschungseinrichtungen der Stadt zusammen. Dabei entstehen außergewöhnliche Produkte und wegweisende Lösungen für die Welt von morgen. In Kooperation mit 25 Unternehmenspartnern macht  #BERLINPRODUZIERT DIGITAL INSPIRIERT die hohe Innovationskraft und den Ideenreichtum der Hauptstadt sichtbar. Der Berliner Senat hat die Industriekampagne im Rahmen des „Masterplan Industriestadt Berlin 2018–2021“ ins Leben gerufen. (red)

 

Berlin Energie: Das Land Berlin übernimmt bald wieder die Stromversorgung

Bei der Stromnetz-Vergabe geht der Landesbetrieb Berlin Energie als Sieger hervor. Der bisherige Betreiber Vattenfall hat das Nachsehen. Nach der Rekommunalisierung der Berliner Wasserbetriebe ist damit nun auch die Stromversorgung bald wieder in öffentlicher Hand.

Berlin Energie gewinnt den Wettbewerb

Am Dienstag teilte die für die Vergabe verantwortliche Finanzverwaltung mit, dass sich der landeseigene Betrieb Berlin Energie gegen die Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin durchsetzen konnte. Das Unternehmen hatte das beste Angebot abgegeben und erhielt den Zuschlag für die Konzession des Berliner Stromnetzes in den nächsten 20 Jahren. 35.000 Kilometer Kabel und Leitungen, 79 Umspannwerke sowie 16.700 Verteilerkästen umfasst das Berliner Stromnetz, welches bald vom Land Berlin übernommen werden könnte. Die Kosten dafür liegen bei mindestens 1,5 Milliarden Euro. Doch noch kann Vattenfall gegen die Entscheidung klagen.

Verbesserung des Berliner Stromnetzes

Nach der Bekanntgabe versprach Berlin Energie direkt den Netzbetrieb und die Entwicklung der Stromnetzinfrastruktur in Berlin zu verbessern. Man sei der Versorgungssicherheit sowie den Klimazielen Berlins verpflichtet und dank einer guten Planung auf schnelle Umsetzung der Konzessionsvergabe vorbereitet. Da Berlin Energie selbst nur zwölf Mitarbeiter hat, sichert das Unternehmen zu alle bisher fürs Stromnetz-Berlin-Beschäftigten zu übernehmen.

Doch ganz sicher ist der Übergang noch nicht. Die unterlegene Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin kündigte an, die Entscheidung umfassend zu prüfen. Die Folge könnte, so Experten, eine mehrjährige juristische Auseinandersetzung sein.

Bemühungen Rekommunalisierung wieder einmal unter scharfer Kritik

Während die Genossenschaft Bürger-Energie Berlin, die sich ebenfalls um den Netzbetrieb beworben hatte und das Deutsch Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die Rekommunalisierung befürworten, hagelt es von der Opposition Kritik. Um die zahlreichen Energiewendeziele konsequenter vorantreiben zu können, sei es von Vorteil, wenn Berlin auch Eigentümer der Infrastruktur ist, hieß es von Claudia Kemfert vom DIW gegenüber der Berliner Zeitung. Christan Gräff, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion hält den Erwerb des Stromnetzes für einen Fehlkauf, der sich für die Berliner nicht rechnen wird. Auch Jan Eder, Hauptgeschäftsführer Eder sieht die Übernahme kritisch:

„Der jahrelange Rechtsstreit und das Hin und Her bei der Konzessionsvergabe haben der energiepolitischen Debatte in der Stadt viel Schaden zugefügt. Der Senat hat jetzt mit der Vergabe der Stromnetz-Konzession an den landeseigenen Bewerber Berlin Energie eine Entscheidung von großer Tragweite getroffen. Nicht erst der Stromausfall in Köpenick hat verdeutlicht, dass das Stromnetz eine der kritischsten Infrastrukturen ist. Die Sicherheit der Versorgung und die Effizienz des Netzbetriebs müssen im Sinne eines prosperierenden Wirtschaftsstandort zu jeder Zeit gewährleistet sein. Gleichzeitig muss der neue Netzbetreiber die großen Herausforderungen Berlins auf dem Weg zur Smart City stemmen können. Neben diesen energiepolitischen Herausforderungen muss die Rekommunalisierung rechtssicher und im Sinne einer soliden Haushaltspolitik realisiert werden.

Zwei Dinge sind jetzt schon klar: Wer mit der Erwartung an günstigere Strompreise und mehr erneuerbare Energien an die Rekommunalisierung geht, wird enttäuscht werden. Zudem wird erneut der Steuerzahler in Haftung genommen für die finanziellen Risiken der Rekommunalisierung.“

Die Gasversorgung liegt mit der GASAG noch immer in privater Hand. (aw)

Blackout in Berlin bricht alle Rekorde!

Für 31 Stunden blieben im Berliner Stadtteil Köpenick die Lichter aus. Wie es zum größten Stromausfall der jüngeren Berliner Geschichte kommen konnte und wie sich der Blackout auf die Berliner ausgewirkt hat, erfahren Sie im Folgenden.

Am Dienstag, den 19.02.2019 um 14:10 Uhr, fiel im Berliner Stadtteil Köpenick für 31 Stunden der Strom aus. Grund dafür waren zwei 110 Kilovolt-Stromleitungen, die bei Bauarbeiten an der Salvador-Allende-Brücke durchtrennt worden sind.

Die Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin GmbH, die für das Stromnetz verantwortlich ist, meldete Erstaunen und bekundete, dass diese Situation ein Novum sei. Am selben Abend des Vorfalles begann die Stromnetz-Berlin GmbH die Reparaturarbeiten und konnte diese am folgenden Tag um 21:22 Uhr erfolgreich beenden.

Da die Stromleitung direkt beschädigt worden ist, waren alle Haushalte, Gewerbe und Straßenzüge von dem Stromausfall betroffen. Die einzelnen Stromanbieter trifft keine Schuld. Wie es genau zu dem Unfall gekommen ist, muss noch untersucht werden. Anzunehmen ist, dass das Bauunternehmen zu wenige Informationen bezüglich des Trassenverlaufs eingeholt hat oder dass die Informationen fehlerhaft waren.

Laut Verkehrsverwaltung-Berlin wurde das Bauunternehmen auf die Leitungen hingewiesen. Vattenfall hingegen gab bekannt, dass die Baufirma keine Trassenauskunft zu dem Verlauf der Stromleitungen eingeholt habe. Dies wäre aber regelwidrig und könnte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Ein Stadtteil im Ausnahmezustand

Der plötzliche Stromausfall hat die Bewohner des Stadtteils Köpenick kalt erwischt. Die Lichter gingen aus, das Straßenbahnnetz versagte, Kühlanlagen liefen nicht mehr und auch die Warmwasser-Versorgung fiel für einige Zeit aus, da von dem Blackout auch zwei Heizkraftwerke betroffen waren.

Zusätzlich wirkte sich der Stromausfall auch auf einige Handynetze im Stadtteil aus, wodurch es für die Betroffenen schwierig war, an Informationen zu gelangen und Angehörige zu benachrichtigen. Die einzige zuverlässige Informationsquelle bestand in batteriebetriebenen Radios und Funksprechanlagen von Polizei und Rettungswagen.

Für die Dauer des Stromausfalls musste der Betrieb von vier Straßenbahnlinien teilweise eingestellt werden, auch die S-Bahnen fuhren unregelmäßig und hielten nicht an allen Bahnhöfen. Betriebe mussten schließen und hatten Probleme, verderbliche Ware zu kühlen. Auch einige Kitas und Schulen blieben am Mittwoch geschlossen.

Katastrophenschutz hat Schlimmeres verhindert

Drei mobile Wachen und Bereitschaftspolizisten zum Streifendienst wurden am Dienstagabend nach Köpenick verlegt. Die Polizisten kümmerten sich um den Verkehr an großen Kreuzungen, die vom Stromausfall betroffen waren, und sorgten dafür, dass niemand das Chaos des Stromausfalls ausnutzte, um Läden und Wohnungen zu plündern.

Das Krankenhaus Köpenick wurde vom Stromausfall nicht direkt betroffen, da ein Notstromaggregat dafür Sorge trug, die nötigste Stromversorgung zu gewährleisten. Dennoch wurden vorsorglich 23 Patienten der Intensivstation in andere Krankenhäuser der Stadt verlegt.

Darüber hinaus wurde am Archenhold-Gymnasium eine Notunterkunft eingerichtet, um Menschen einen warmen Unterschlupf zu bieten. Auch parkte ein Lkw des Katastrophenschutzes vor dem Rathaus Köpenick, um die anliegenden Bewohner zu informieren und ihnen eine Möglichkeit zu geben, ihre Handys aufzuladen.

Auch in Rudow fiel der Strom aus

Am Mittwochabend fiel dann auch noch im Berliner Stadtteil Rudow der Strom aus. Der Vorfall habe laut Stromnetz Berlin GmbH jedoch nichts mit dem Stromausfall in Köpenick zu tun. Hierbei handelte es sich um einen gewöhnlichen Kabelfehler, der relativ schnell ausgemacht und repariert werden konnte. (red)

GASAG: Treiber der Energiewende

1998 unterschrieb die GASAG die erste Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin. Was ist seitdem erreicht worden?

Die Vereinbarung wird alle fünf Jahre verlängert. Wir haben sie also schon viermal unterschrieben und werden sie auch gern ein weiteres Mal unterzeichnen. Bis 2015 haben wir fast 1,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Erneuerbare Energien wie Windkraft und Bio-Erdgas tragen einen großen Teil dazu bei. So haben wir alte Heizungen, die noch mit Öl und Kohle betrieben wurden, ausgetauscht. Wir sehen uns nicht nur als Treiber der Energiewende in Berlin, sondern auch als Partner für alle Stakeholder. Wir können andere Unternehmen nur aufrichtig ermuntern, über solche Vereinbarungen nachzudenken. Klimaschutz wird auf diese Weise auch ein Teil von Geschäftsmodellen.

Was sind Ihre Milestones für 2019?

Als Energieunternehmen planen wir langfristiger. Insgesamt wollen wir in unsere Kerngeschäftsfelder Netz, Vertrieb und Dienstleistungen weiter ausbauen und unseren Kundenstamm erweitern. Unser erklärtes Ziel ist es, eine CO2-neutrale Zukunft mitzugestalten. Um dies zu erreichen, werden wir in den kommenden drei Jahren 400 Millionen Euro investieren. Des Weiteren wird unser Portfolio durch die Produktion erneuerbarer Energien ergänzt. All das sind Bestandteile unserer Strategie GASAG 2025.

Wie positioniert sich die GASAG als Infrastrukturdienstleister in einem sich dramatisch wandelnden Energiemarkt?

Erdgas ist in Berlin mit über 50 Prozent der wichtigste Brennstoff für die Wärmeversorgung. Fast jedes zweite Gebäude ist bereits an das Erdgasnetz angeschlossen. Unser Ziel ist, dass auch unsere Kunden den Klimaschutz stärker fokussieren und zum Beispiel durch die Klimaprämie zum Wechsel von Öl auf Gas motiviert werden. Es gibt immer noch 20 Prozent Ölheizungen, da müssen wir ran.

Welche Strategien verfolgt die GASAG als breit aufgestellter Energieerzeuger und -dienstleister im Bereich Digitalisierung? Wo sind noch Potenziale, die Sie heben wollen?

Wer die Kunden da abholen will, wo sie stehen, kommt um digitale Konzepte nicht herum. Die Technik hilft uns dabei, den Kunden immer stärker in den Mittelpunkt zu stellen, ihn besser zu verstehen und den Kontakt in beide Richtungen zu intensivieren. Viele wollen halt nicht mehr ins Kundenzentrum kommen, erwarten aber trotzdem zeitgemäßen Service. Zudem hat Digitalisierung bereits jetzt in zahlreichen Prozessen, bei Produkten oder in der Kommunikation zu effizienten und intelligenten Abläufen beigetragen.

In Zukunft werden in Städten und Quartieren ganz andere Energie- und Mobilitätsvoraussetzungen herrschen. Welchen Beitrag für nachhaltige Stadtquartiere kann die GASAG dabei leisten?

Der EUREF-Campus beweist eindrucksvoll, was wir dank unserer Erfahrung und unserem fachlichen Know-how zur Energiewende in Quartieren beitragen können. Der Campus wird bereits seit 2014 CO2-neutral versorgt und das zu marktgerechten Preisen. Auch unser Tochterunternehmen GASAG Solution Plus hat viele Projekte, in denen Klimaschutz und Erneuerbare Energien ein Thema sind.

Langfristig sollten in den Städten Energiespeicherlösungen eingeplant werden. Die GASAG hat nahe des Olympiastadions einen großen Erdgasspeicher, der bis 2023 stillgelegt werden soll. Ich sehe hier die Möglichkeit, den Speicher sinnvoll zu nutzen und darin zum Beispiel Wasserstoff, umgewandelt aus Erneuerbaren Energien, einzuspeichern. Generell kann das Gasnetz auf diese Weise ein starkes Instrument für die Energiewende werden.

Sie gehen ja bereits vielfältige Partnerschaften ein, ich nenne nur Gegenbauer und die CG Gruppe. Welche Rolle wird die GASAG im Jahr 2030 spielen?

Wichtig ist mir, dass beide Seiten lernen und von Partnerschaften profitieren können. Grundsätzlich sind wir mit unseren Angeboten schon sehr gut aufgestellt. Aber wir wissen, dass sich die Immobilienwirtschaft weiter verändern wird, wo wir 2030 stehen werden, wissen wir dementsprechend jetzt noch nicht final. Aber die Richtung ist klar: Vom Dach bis in den Keller, vom Einfamilienhaus bis zum Quartier können wir dem Kunden liefern, was er braucht. Ob Wärme, Kälte, Versorgungskonzepte, Erneuerbare Energien oder Mobilitätslösungen.

Was sind die aktuellen Forschungsfelder der GASAG und mit welchen Institutionen kooperieren Sie?

Wir haben als Unternehmen selber keinen eigenen Forschungsbereich. Umso wichtiger ist für uns, auch als Berlin Partner, die Kooperation mit anderen Berliner Institutionen. Ein gutes Beispiel ist das InfraLab Berlin, ein Co-Working- und Co-Creation-Projekt der sechs großen Infrastrukturunternehmen, BSR, BVG, BWB, Vattenfall, Veolia und der GASAG, auf dem EUREF-Campus. Gemeinsam wollen wir einen Beitrag für die Entwicklung Berlins leisten, indem wir in enger Zusammenarbeit mit Politik, Industrie und Wissenschaft Smart City-Projekte realisieren.

Wie sieht es mit der Wirtschaftlichkeit der GASAG aus?

Derzeit sind wir wirtschaftlich gut aufgestellt. Mit dem Jahr 2018 waren wir zufrieden. Um jedoch langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir strategische Veränderungen vornehmen. Dazu gehört auch, dass wir das Unternehmen etwas verschlanken müssen.

Sie spielen auch im Markt der Elektromobilität eine Rolle. Wie sehen Sie hier die Perspektiven und was ist Ihr Beitrag für eine flächendeckende Versorgung?

Mobilität ist ein sehr wichtiges Thema, das sich sehr gut mit dem Thema Energie koppeln lässt. Das Stichwort Eco-Mobilität spielt hier eine wichtige Rolle. Grundsätzlich sehe ich die Elektromobilität im Bereich Stadtverkehr angesiedelt. Hier bringen wir uns als Unternehmen deutlich ein. Unser Leasingangebot mit einem E-Smart lief sehr gut, was uns darin bestätigt, neue Angebote in diesem Bereich zu schaffen. Gemeinsam mit ubitricity bieten wir Ladelösungen für zu Hause. Und auch in neuen Stadtquartieren entwickeln wir neue Energielösungen, wie etwa in der Tiefgarage installierte E-Ladesäulen. Außerdem arbeiten wir derzeit an einem konkreten Angebot für das Handwerk und die Taxibranche. Unser Ziel wird esdabei sein, gemeinsam mit einem Automobilhersteller Erdgasfahrzeuge in nennenswerter Größenordnungen in den Markt zu bringen, als Alternative zum Diesel. Damit haben wir schon früher gute Erfahrungen gemacht, ich erinnere an die Aktion „1000 Umwelttaxis“.

Potenzial sehe ich zum Beispiel auch im ÖPNV. So könnten die Fahrzeuge mit Biogas betrieben werden, was der Umwelt zugutekommt. Auch im Schwerlastverkehr wäre der Einsatz von Erdgas eine Alternative zum Diesel, um schnell etwas für den Klimaschutz und für die Luftreinhaltung zu tun. Und deutlich leiser sind diese Fahrzeuge auch. Das Berliner Erdgas-Tankstellennetz könnte aus dem Stand 10.000 zusätzliche Fahrzeuge versorgen.

Die GASAG ist ja traditionell ein Good Corporate Citizen. Welche Schwerpunkte beim bürgerschaftlichen Engagement wollen Sie persönlich setzen?

In der Hauptstadtregion haben wir tiefe Wurzeln und hier sind wir zuhause. Deshalb legen wir auf Partnerschaften sehr viel Wert. Unser längstes und größtes Sponsoring ist und bleibt das für die Eisbären Berlin. Dieses Engagement besteht schon seit 22 Jahren, wodurch natürlich auch eine emotionale Bindung entstanden ist. Neben dem Sport unterstützen wir aber auch andere kulturelle Vereine oder Veranstaltungen, wie etwa die Einheitsfeier im vergangenen Jahr rund ums Brandenburger Tor. Wir sehen uns als Partner der Bürger und sind uns unserer sozialen Verantwortung bewusst. (cr)

Grundstein für GASAG-Energiequartier gelegt

Die GASAG hat den Grundstein für das neue GASAG-Energiequartier auf dem EUREF-Campus gelegt. Voraussichtlich Ende 2020 verlegt das Unternehmen seinen Sitz vom Hackeschen Markt nach Schöneberg. Die neue Adresse der GASAG lautet dann: EUREF-Campus 23-24. Der Campus zeichnet sich bereits heute durch eine CO2-neutrale Versorgung aus.

Die GASAG wird rund zwei Drittel des rund 18.000 Quadratmeter großen KfW-55-Effizienzgebäudes beziehen. Mithilfe eines Umweltmanagementsystems wird bereits beim Bau darauf geachtet, dass Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit im Einklang sind. Sowohl die Baustellen, der Fuhrpark, die Immobilien sowie weitere Anlagen sind energieeffizient und emissionsarm. Des Weiteren nutzt das zuständige Unternehmen ausschließlich Ökostrom beim Bau des Gebäudes.

GASAG-Energiequartier ist Zeichen für machbare Energiewende

Für Dr. Gerhard Holtmeier, Vorstandsvorsitzender der GASAG, hat die Verlegung des Unternehmenssitzes auch eine symbolische Bedeutung. „Mit dem Umzug in das GASAG-Energiequartier unterstreichen wir unser Engagement für eine machbare Energiewende“, so Holtmeier. Er will mit seinem Unternehmen die Energiezukunft Berlins mitgestalten. Als Berlin Partner hat sich die GASAG verpflichtet, bis 2020 zwei Millionen Tonnen CO2 einzusparen.

Auch die politischen Vertreter äußerten sich durchweg positiv. „Der EUREF-Campus ist heute schon ein innovativer und pulsierender Ort in der Hauptstadt“, lobte Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Auch Christian Gaebler, Chef der Senatskanzlei Berlin, hält den EUREF-Campus für den richtigen Standort für die GASAG. Laut Gäbler steht der Campus seit mehr als zehn Jahren für die Smart City Berlin sowie für neue Technologien, mit denen die Energiewende vor Ort vorangetrieben werde. Auch die GASAG als modernes Energieunternehmen stehe für genau das.

Symbol der Energiewende

Der EUREF-Campus ist ein Symbol der Energiewende und Referenzprojekt für die Smart City-Strategie des Landes Berlin. Auf rund 5,5 Hektar haben sich zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Energie, Nachhaltigkeit und Mobilität angesiedelt. Reinhard Müller, Vorstandsvorsitzender EUREF AG, erklärt: „Der EUREF-Campus ist seit zehn Jahren die Energiewende-Werkstatt Deutschlands. Hier arbeiten Global Player gemeinsam mit innovativen Start-ups und renommierten Forschungseinrichtungen an den Themen Energie, Mobilität und Nachhaltigkeit.“ Die Verlegung des GASAG-Sitzes unterstreiche daher die Bedeutung des Zukunftsorts EUREF-Campus.

Auch Frank Mattat, Geschäftsführer GASAG Solution Plus, fand nur positive Worte: „Die EUREF-Energiewerkstatt by GASAG Solution Plus ist ein Beispiel dafür, wie Energiewende heute umgesetzt werden kann. Durch die nunmehr erfolgte Erweiterung zu einem besuchbaren Ort, wird die Energiewende erlebbar.“ (red)

Tegel bekommt einzigartiges Energienetz

Noch ist der Airport TXL in Betrieb, doch damit soll ja in absehbarer Zeit Schluss sein. Und genau aus diesem Grund haben die Berliner Stadtwerke und der Stromversorger E.ON nun einen bedeutenden Schritt vollzogen. Gemeinsam haben sie für den am Flughafen geplanten Forschungs- und Industriestandort Urban Tech Republic und das Schumacher Quartier ein hochinnovatives Energiekonzept entwickelt. Mit dem haben sie als Bietergemeinschaft eine EU-weite Ausschreibung gewonnen. Das Areal soll künftig über ein neuartiges Niedrigtemperaturnetz mit Wärme und Kälte versorgt werden. Umweltfreundlich, nachhaltig und innovativ, so kündigte es die Bietergemeinschaft an. 60 Millionen Euro kostet dieses ausgereifte Energiekonzept für das gesamte Areal. Das Land Berlin hat für die Umsetzung die Tegel Projekt GmbH beauftragt.

Kosten sparen

Es soll eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas werden, das auch die rund 5000 Wohnungen einbezieht, die im Schumacher Quartier entstehen sollen. Es ist geplant, diese neuen Wohnungen technisch so auszustatten, dass sie mit dem neuen Wärmenetz korrespondieren. Das sogenannte Low-Exergie-Netz (kurz: LowEx-Netz) hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber klassischen Fernwärmenetzen. Es arbeitet mit einer niedrigeren Betriebstemperatur. Dadurch können Wärmeverluste reduziert werden, also auch Kosten. Im Winter wird das Wasser nur auf 40 Grad anstatt auf 120 Grad erhitzt. Im Sommer reichen 20 Grad. So können die angeschlossenen Labor- und Bürogebäude mittels Wärmepumpen die für sie optimalen Temperaturen herstellen. Die Jahreskosten sollen laut Projektbetreiber für Abnehmer von LowEx-Wärme bei Berlin TXL deutlich unter denen vergleichbarer Fernwärmesysteme liegen.

Netz soll Energie aus Solaranlagen, Kraftwerken, Geothermie und Abwasserwärme vereinen

Außerdem kann überschüssige oder selbst erzeugte Energie, beispielsweise Energie aus erneuerbaren Quellen oder Produktionsabwärme von Gewerbe- und Industriebetrieben, dem System zugeführt werden. Jeder Kunde ist also zugleich auch Produzent. „In der geplanten Größenordnung ist das LowEx-Netz weltweit einzigartig“, sagte Philipp Bouteiller, Geschäftsführer der Tegel Projekt GmbH. Mit einer Länge von zehn Kilometern sei das Wärmenetz das nachhaltigste Energiesystem, das wir kennen. 80 Prozent der gelieferten Wärme stamme aus erneuerbarer Energie. Man wolle mit der Kohlendioxid-Reduktion so „nah an die Null wie es geht“, betonte Bouteiller. Das ist ein sportliches Ziel – aber so ist Berlin halt.

Ein Leuchtturm-Projekt

Bis 2050 will sich die Hauptstadt zur klimaneutralen Metropole wandeln. Ein Mammutprojekt, wie in Tegel, muss da natürlich die Vorreiterrolle übernehmen. So sieht es auch Jörg Simon, Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe. Als kommunales Unternehmen setze man auf einem für Berlin sehr bedeutsames und emotional besetztes Gelände ein Energiekonzept mit Leuchtturmcharakter um. Für diesen Plan gibt es allerdings eine unabdingbare Voraussetzung: der Flughafen Berlin Brandenburg muss fertig werden. Bisher hält BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup am Termin fest: Im Oktober 2020 soll der neue Flughafen eröffnen.

Baubeginn in drei Jahren

Ein halbes Jahr nach der BER-Eröffnung soll Tegel geschlossen werden. Der Baubeginn ist demnach im Sommer 2021, man rechnet mit einer Bauzeit von drei bis fünf Jahren. Die Bietergemeinschaft ist sehr optimistisch und motiviert. Allein schon der Zuschlag durch das Land Berlin beweise, dass „klimafreundliche Lösungen sich auch wirtschaftlich durchsetzen können, wenn sie intelligent und innovativ entwickelt“ würden. „Für uns ist es das erste Netz einer völlig neuen Generation und ein wichtiger Schritt für die kommunale Energiewende“, sagte E.ON Vorstandsmitglied Karsten Wildberger.

Abschied nehmen

Für Tegel-Fans und Nostalgiker sieht es wahrscheinlich immer düsterer aus. Nicht nur das Abgeordnetenhaus stimmte im Juni für eine Schließung von TXL. Auch die FDP zögert. Wer weiß, ob die Liberalen noch mit einer Klage beim Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin dem Volksentscheid zur Durchsetzung verhelfen wollen. (kh)

Veranstaltungen

dena Energiewende-Kongress 2019

Die Energiewende ist eine der größten und spannendsten Herausforderungen unserer Zeit. Der dena Energiewende-Kongress bringt die Community der Energiewende aus allen relevanten Branchen zusammen. Er vernetzt Hersteller, Dienstleister, Multiplikatoren, Wissenschaft, Forschung und Start-ups.

(Anmeldung erforderlich)

20. Forum Neue Energiewelt 2019

Das Forum Neue Energiewelt ist der Treffpunkt für die innovativen Unternehmen der neuen Energiewelt, die Impulse und Denkanstöße für den erfolgreichen Umbau des Energiesystems suchen. Die Konferenz bietet eine einzigartige Möglichkeit, sich mit allen Playern der Energiebranche zu vernetzen.

Die Konferenz Forum Neue Energiewelt Berlin gehört zu den führenden Fachkonferenzen der Energiebranche und führt Photovoltaik- und Komponentenhersteller, Stadtwerke, Energieversorger und -händler, Dienstleister, Investoren, Regierungsvertreter, Berater und professionelle Prosumer zusammen.

Welche Rolle spielen Biokraftstoffe für Klima- und Umweltschutz im Verkehr?

Erneuerbare Energien sollen laut Bundesregierung bis zum Jahr 2030 bis zu 20 Prozent des Bedarfs im Verkehrsbereich decken. Zudem sieht der Koalitionsvertrag von März 2018 vor, die Treibhausgasquote weiterentwickeln zu wollen, „um die Produktion von Biokraftstoffen abfall- und reststoffbasiert sowie auf Pflanzenbasis zu unterstützen.“

Welche Rolle können Biokraftstoffe für die Dekarbonisierung des Verkehrssektors spielen und wie kann Deutschland seine Klimaziele erreichen? Diesen und weiteren Fragen werden im Rahmen dieser Veranstaltung diskutiert.

(Anmeldung erforderlich)

Digital Energy Conference

Die Digitalisierung ist ein Eckpfeiler der Energiewende: Intelligente Technologien ermöglichen das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage und ebnen so den Weg für ein stabiles, nachhaltiges und bezahlbares Energiesystem. Die Energiebranche ist längst in der digitalen Transformation angekommen: Intelligente Netze, Virtuelle Kraftwerke, Peer-to-peer-Handel und zellularer Ansatz, Lastmanagement und Flexibilitätsplattformen, Resilienz und IT-Sicherheit im Energiesystem und datenbasierte Geschäftsmodelle werden die Wertschöpfungskette in der Energiewirtschaft prägen.

Wie das Energiesystem der Zukunft aussieht, darüber sprechen auf der Bitkom Digital Energy Conference in Berlin mehr als 250 Entscheider aus Energie- und Digitalwirtschaft, Politik und Wissenschaft.

HEA-Tagung 2019 – smart. ready? go!

Die HEA-Tagung fungiert als Netzwerktreffen für Führungskräfte aus Energieversorgungsunternehmen, geräteherstellender Industrie, Fachhandwerken und Fachgroßhandel und findet unter dem Motto „smart. ready? go!“ statt.

Ob Smart Living, selbstlernende Gebäudeautomation oder netzdienliche Heizsysteme – die Digitalisierung ist omnipräsent und ein Treiber der Energiewirtschaft. Doch wie effizient sind vernetzte Lösungen? Wie können Sie in Ihrem Tagesgeschäft bereits heute profitieren?

Unter dem Thema Digitalisierung wird mit Expertinnen und Experten aus Service und Beratung, Akteuren aus Forschung und Wissenschaft sowie politischen Entscheidungsträgerninnen und Entscheidungsträger diskutiert.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)

Handelsblatt Jahrestagung Gas 2019

Ohne Gas wird die Energiewende nicht gelingen. Hierin sind sich inzwischen alle einig – einer „All Electric World“ wurde bereits eine Absage erteilt.

Konventionelles Erdgas muss aber mittelfristig durch grünes Gas – Biogas, Wasserstoff oder synthetisches Methan – ersetzt werden. Alle sind gefordert, ihren Beitrag zu leisten. Die Politik hat den Dialogprozess „Gas 2030“ gestartet, der die passenden Rahmenbedingungen schaffen soll.

Das Miteinander aller Stakeholder steht nun im Fokus – die „Future Role of Gas“ wird jetzt definiert. Wie diese aussehen kann, muss jetzt im Experten-Kreis diskutiert werden.