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Klimaschutzpartner des Jahres 2019 ausgezeichnet

Die Gewinner des Wettbewerbs „Klimaschutzpartner des Jahres“ wurden vergangenen Montagabend mit einem Preis ausgezeichnet. Hierbei wurden drei Projekte, die in besonders herausragender Weise Energieeffizienz und Klimaschutz umsetzten, gekürt. Insgesamt waren 28 Teilnehmer im Wettbewerb um den Klimaschutzpreis angetreten. Die Verleihung fand im Rahmen der Berliner Energietage im Ludwig Erhard Haus statt.

„Dienstleistungen CO2-neutral ausführen“

Die Schornsteinfeger Bezirksgruppe Friedrichshain-Kreuzberg hat mit ihrem Projekt „Dienstleistungen CO2-neutral ausführen“ den Preis in der Kategorie „Erfolgreich realisierte Projekte“ gewonnen. Ihr Ziel ist, die Dienstleistungen des Berliner Schornsteinfegerhandwerks flächendeckend klimaneutral auszuführen.

Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz sowie Laudator: dazu: „Die jungen Menschen, die jeden Freitag für den Klimaschutz demonstrieren, fordern von uns Lösungen. Zu diesen Lösungen müssen wir alle beitragen. Das Projekt der Schornsteinfeger aus Friedrichshain-Kreuzberg zeigt, dass gute Ideen, die klein beginnen, große Wirkung haben. Der Ansatz, Handwerksleistungen CO2-neutral zu erbringen, ist auf das gesamte Handwerk übertragbar. Dazu erweist sich, dass Klimaschutz und betriebswirtschaftlicher Erfolg zusammen gehen: die Betriebe sparen Energiekosten und können zugleich ihren CO2-Aussstoß deutlich verringern. Das Projekt zeigt eindrucksvoll die Innovationskraft des Handwerks.“

Quartier „Wir“

In der Kategorie „Erfolgversprechende innovative Planungen“ konnte die Deimel Oelschläger Architekten Partnerschaft aus Berlin Weißensee mit dem Projekt Quartier „Wir“ überzeugen. In Weißensee entsteht ein soziales und vor allem nachhaltiges Stadtquartier, das komplett aus Holz gebaut wird. Zusätzlich wird es dort eine Kita und ein Schwimmbad geben. Somit entsteht ein quartierübergreifendes Angebot, das attraktive Möglichkeiten für die Umgebung anbietet.

„Das Quartier „Wir“ in Weißensee überzeugt vor allem durch seinen ganzheitlichen Ansatz. Neben der CO2-freundlichen Verwendung von Holz, als direktem Beitrag zum Klimaschutz, tragen gerade auch der innovative Mix relativ kleiner Individualflächen zugunsten großzügiger Gemeinschaftsangebote, die soziale Mischung und die Mischung der Wohn- und Eigentumsformen, zu einem langfristig nachhaltigen Wohnstandort bei.“, so Christine Edmaier, Präsidentin der Architektenkammer, in ihrer Laudatio.

Hybrides Löschfahrzeug

Den Preis für „Herausragende Projekte öffentlicher Einrichtungen“ erhielt die Berliner Feuerwehr mit ihrem Projekt „Hybrides Löschfahrzeug für die Berliner Feuerwehr“. Sie plant die Beschaffung und Erprobung eines innovativen Löschfahrzeugs. Ziel ist, den Einsatz des Fahrzeugs zu über 80% rein elektrisch zu betreiben. Hierfür wird die Berliner Feuerwehr gemeinsam mit einem Fahrzeughersteller noch Entwicklungsarbeit leisten.

Die Laudatorin Tanja Wielgoß, Vorstandsvorsitzende bei der Vattenfall Wärme Berlin AG: „Die Berliner Feuerwehr ist Retterin in der Not und mit ihrer Innovationspartnerschaft für Deutschlands erstes Elektrolöschfahrzeug zeigt sie eindrucksvoll, wie wichtig ihr das Ziel der Klimaneutralität ist.“  (lb)

Wussten Sie es? Saudi Aramco ist weltweit der größte Ölkonzern

Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco möchte einen Konkurrenten übernehmen und gewährt im Zuge dessen erstmals Einblick in seine Bücher. Was dabei zu Tage kam, sorgt für Erstaunen. Im vergangenen Jahr machte der Ölriese einen Nettogewinn von 111,1 Milliarden Dollar, so die Ratingagentur Moody’s.

Der Gewinn des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco ist dreimal so hoch wie von Apple!

Bisher hielt sich der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco eher im Schatten, wenn es um seine wirtschaftlichen Erfolge ging. Nun brach der Konzern erstmals seit seiner Verstaatlichung in den 70er Jahren sein Schweigen und gewährte Investoren einen Blick in die Bilanzen. Laut Fitch Ratings betrug der Gewinn vor Steuern 224 Milliarden Dollar. Damit stellt Saudi Aramco nicht nur die bekanntesten Ölkonzerne der Welt weit in den Schatten, sondern auch Wirtschaftsriesen wie Apple.

Hintergrund für die Offenlegung der Bücher ist das Bestreben des Konzerns, einen 70-Prozent-Anteil am saudi-arabischen Petrochemiekonzern Sabic zu übernehmen. Saudi Aramco erwarb Sabic für 69,1 Milliarden Dollar vom heimischen Staatsfonds PIF. Im nächsten Schritt kann sich dann PIF an globalen Konzernen beteiligen und Saudi Aramco die 25 Prozent von Sabic am Schweizer Chemiebetrieb Clariant aufstocken.

Niemand ist so profitabel

Die Profite der größten westlichen Mineralölkonzerne – Chevron und Exxon Mobil aus den Vereinigten Staaten, BP aus Großbritannien, dem britisch-niederländischen Royal Dutch Shell sowie Total aus Frankreich – machten 2018 zusammengerechnet knapp 80 Milliarden Dollar aus. Sie liegen damit noch immer knapp 20 Milliarden Dollar unter dem Nettogewinn von Saudi Aramco. Der Großteil der Gewinne geht direkt an die saudi-arabische Führung. Kronprinz Mohammed bin Salman will ein ehrgeiziges Reformprogramm mit dem Namen Vision 2030 vorantreiben. Das ölreiche Königreich soll wirtschaftlich breiter aufgestellt und zu einem Zentrum für Technologie und Innovation werden. (aw)

 

Große Pläne für die City West

Die Berliner Innenstadt wird und muss sich verändern, um weiterhin wirtschaftlich tragbar und attraktiv zu sein. Darüber sind sich Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender AG City e.V., Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt sowie Gottfried Kupsch, Vorstandsmitglied AG City e.V. einig. In diesen Prozess der Veränderung wollen sie die Stadtgesellschaft einbinden. Sie haben konkrete Ideen, um den Verkehr der Zukunft zu gestalten und die Aufenthaltsqualität in der City West zu erhöhen. Darüber hinaus besteht ein enormer Bedarf an Büroflächen aufgrund der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung.

City West mit urbanem Lebensgefühl

Ein wachsendes Berlin, Digitalisierung, der Wunsch nach mehr Aufenthalts- und Lebensqualität sowie die Entwicklung neuer Mobilitätstechniken sind Chancen, die es zu nutzen gilt – sowohl von der privaten Wirtschaft also auch von der Politik. Und die Akteure in der City West wollen handeln. Ziel für die City West sind multifunktionale Gebäude, die Wohnen, Arbeiten, Kultur, Ausbildung, Wissenschaft, Entertainment und Einkaufen verbinden und damit das Alleinstellungsmerkmal des Bezirks gewinnbringend erhalten. Der Hardenbergplatz soll zu einem Mobilitätszentrum werden.

Wir wollen Handeln!

Was wir nicht wollen: Das uns die Politik ständig ausbremst, so lautet die zentrale Forderung von Klaus-Jürgen Maier. Dies gilt sowohl für Regelungen im Baurecht als auch bei städtischen Gremien. Aktuell stehen Investitionen von drei Milliarden Euro an, deren Verwirklichung ermöglicht werden sollte. Die AG City e.V. sieht ihre Aufgabe darin, die Vorhaben verschiedener Bauherren zu bündeln. Konkret sollen vier Projekte auf Grundstücken gebaut werden, die heute überwiegend mit Parkhäusern genutzt werden. Unter anderem sollen das Karstadt-Parkhaus und das Haus neben dem Motel One neu gestaltet werden. Durch Nachverdichtung können neue Wohn- und Büroflächen entstehen und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität erhöht werden.

Die AG City e.V. sieht in der City West Hochhäuser entstehen, die keine unnahbaren, für die Öffentlichkeit unzugänglichen Solitäre sind, sondern integrale Bestandteile der Stadt werden. Denn Hochhäuser sind ökonomisch und ökologisch sinnvoll, so Gottfried Kupsch.

Viele Ideen und Pläne bereits in der Schublade

Für gut 800.000 Quadratmeter liegen bereits Pläne von verschiedenen Architekten vor, um nicht nur Wohnraum, sondern auch Raum für Gewerbe und damit für die Arbeitsplätze der Zukunft zu schaffen. Hier soll eine Industrie 4.0 möglich werden. Doch Veränderung wird es nicht nur in der Stadtstruktur, sondern auch im Verkehr geben. Die City West soll offen für neue Mobilitätskonzepte werden. So wird ein Raum geschaffen werden, in dem stationärer Handel und Onlinehandel zusammen funktionieren.

„Wir müssen jetzt die Weichenstellung vornehmen, jetzt anfangen zu denken“, fordert Kupsch.

Nahverkehr ausreichend – Defizite bei der Energieversorgung

Die am Workshopverfahren „Wachsende Stadt City West“ teilnehmenden Experten sind sich einig, dass die vorhandene Infrastruktur auch nach einer Verdichtung ausreichend ist. Dies gilt für das Straßen- und Schienennetz von U-Bahn und S-Bahn. Viel größeren Handlungsbedarf sieht die AG City e.V. jedoch in der Energieversorgung. So sollte in einem der Parkhäuser an der City West eine Etage mit Ladestationen für Elektroautos ausgestattet werden. Das Projekt scheiterte jedoch daran, dass Vattenfall nicht ausreichend Strom liefern konnte. Aus diesem Grund forderte und fordert die Arbeitsgemeinschaft noch immer ein Bedarfsprogramm vom Senat – bisher ohne Ergebnis.

Generell beklagen die Gesprächsteilnehmer, dass sich der Senat bei der Planung und Entwicklung eher raushält und mit Abwesenheit glänzt.

„Das Wegducken hilft da nicht“

Generell besteht von Seiten der Bevölkerung ein allgemeines Verständnis für die Veränderungen in der City West. Gleichzeitig herrscht aber auch ein Gefühl der Sorge in Bezug auf Digitalisierung und Veränderung. Diesem möchte man begegnen, da sind sich AG City e.V. und der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf einig. Ein Vorschlag ist ein Stiftungsmodell, das Menschen unterstützen soll, die Mehrfamilienhäuser in der City West besitzen, aber aufgrund ihres Alters nicht mehr ohne weiteres in der Lage sind, die Häuser zu verwalten. Viele Besitzer der Altbauten wünschen sich, die günstigen Mieten zu erhalten. Hier setzt das Modell an. Damit verbunden sind eine Mieterselbstverwaltung und die Bildung einer Genossenschaft.

 

Über die AG City e.V.: Bereits seit 1976 knüpft die AG City e.V. Netzwerke zwischen Geschäftsleuten und Kulturmanagern, Kammern und Behörden sowie zu anderen Straßen- sowie Interessengemeinschaften und engagiert sich in der City West. Aktuell begleiten sie das Workshopverfahren „Wachsende Stadt City West“. Deren bisherige Ergebnisse sich in diesem Bericht niederschlagen. (aw)

Berliner Industrie: #BERLINPRODUZIERT DIGITAL INSPIRIERT @HANNOVER MESSE

 

4. April 2019 | ab 18:00 Uhr

Hannover Messe | Halle 6 | Stand E39

Begrüßung durch Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH

 

Auf der Hannover Messe 2019 wird #BERLINPRODUZIERT DIGITAL INSPIRIERT zum einzigartigen Experimentierfeld. Auf 100 Quadratmetern Fläche wird das kreative Potenzial der Berliner Industrie interaktiv erlebbar: mit spannenden Industrie-Produkten „Made in Berlin“, Hightech, Kunst und Installationen. Die Exponate spiegeln zugleich den freiheitlichen Charakter des Produktionsstandorts Berlin wider. #BERLINPRODUZIERT DIGITAL INSPIRIERT lädt die Besucher dazu ein, selbst auszuprobieren und spielerisch zu entdecken: Berlin ist der ideale Nährboden für Innovationen. Unter anderem sind mit dabei: Ape Unit, citkar, BigRep, botspot, i-mmersive, INURU, Moeco, MotionLab, Robot4Work, pi4, Sonic Robots, Studio LS301, WISTA, Würth Elektronik eiSos und MotionLab.

Im Mittelpunkt des Messeauftrittes steht die #BERLINPRODUZIERT Konferenz. Auf dem Programm stehen verschiedene Panels und Vorträge zu Zukunftsthemen wie: Smart City, künftige Mobilitätskonzepte, Music & Fashion Tech, Künstliche Intelligenz, Brain City und Talente. Auf der #BERLINPRODUZIERT Party am 4. April wird ein kreativer Raum zum Netzwerken geboten.

Zum Hintergrund: Berlin gilt als Hauptstadt der guten Ideen: smart, zukunftsorientiert und digital inspiriert. Die Berliner Industrie nimmt in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle ein. So arbeiten hier Weltunternehmen und ein technologiegetriebener Mittelstand arbeiten eng mit der internationalen Gründerszene und den vielen hochkarätigen Forschungseinrichtungen der Stadt zusammen. Dabei entstehen außergewöhnliche Produkte und wegweisende Lösungen für die Welt von morgen. In Kooperation mit 25 Unternehmenspartnern macht  #BERLINPRODUZIERT DIGITAL INSPIRIERT die hohe Innovationskraft und den Ideenreichtum der Hauptstadt sichtbar. Der Berliner Senat hat die Industriekampagne im Rahmen des „Masterplan Industriestadt Berlin 2018–2021“ ins Leben gerufen. (red)

 

Berlin Energie: Das Land Berlin übernimmt bald wieder die Stromversorgung

Bei der Stromnetz-Vergabe geht der Landesbetrieb Berlin Energie als Sieger hervor. Der bisherige Betreiber Vattenfall hat das Nachsehen. Nach der Rekommunalisierung der Berliner Wasserbetriebe ist damit nun auch die Stromversorgung bald wieder in öffentlicher Hand.

Berlin Energie gewinnt den Wettbewerb

Am Dienstag teilte die für die Vergabe verantwortliche Finanzverwaltung mit, dass sich der landeseigene Betrieb Berlin Energie gegen die Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin durchsetzen konnte. Das Unternehmen hatte das beste Angebot abgegeben und erhielt den Zuschlag für die Konzession des Berliner Stromnetzes in den nächsten 20 Jahren. 35.000 Kilometer Kabel und Leitungen, 79 Umspannwerke sowie 16.700 Verteilerkästen umfasst das Berliner Stromnetz, welches bald vom Land Berlin übernommen werden könnte. Die Kosten dafür liegen bei mindestens 1,5 Milliarden Euro. Doch noch kann Vattenfall gegen die Entscheidung klagen.

Verbesserung des Berliner Stromnetzes

Nach der Bekanntgabe versprach Berlin Energie direkt den Netzbetrieb und die Entwicklung der Stromnetzinfrastruktur in Berlin zu verbessern. Man sei der Versorgungssicherheit sowie den Klimazielen Berlins verpflichtet und dank einer guten Planung auf schnelle Umsetzung der Konzessionsvergabe vorbereitet. Da Berlin Energie selbst nur zwölf Mitarbeiter hat, sichert das Unternehmen zu alle bisher fürs Stromnetz-Berlin-Beschäftigten zu übernehmen.

Doch ganz sicher ist der Übergang noch nicht. Die unterlegene Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin kündigte an, die Entscheidung umfassend zu prüfen. Die Folge könnte, so Experten, eine mehrjährige juristische Auseinandersetzung sein.

Bemühungen Rekommunalisierung wieder einmal unter scharfer Kritik

Während die Genossenschaft Bürger-Energie Berlin, die sich ebenfalls um den Netzbetrieb beworben hatte und das Deutsch Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die Rekommunalisierung befürworten, hagelt es von der Opposition Kritik. Um die zahlreichen Energiewendeziele konsequenter vorantreiben zu können, sei es von Vorteil, wenn Berlin auch Eigentümer der Infrastruktur ist, hieß es von Claudia Kemfert vom DIW gegenüber der Berliner Zeitung. Christan Gräff, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion hält den Erwerb des Stromnetzes für einen Fehlkauf, der sich für die Berliner nicht rechnen wird. Auch Jan Eder, Hauptgeschäftsführer Eder sieht die Übernahme kritisch:

„Der jahrelange Rechtsstreit und das Hin und Her bei der Konzessionsvergabe haben der energiepolitischen Debatte in der Stadt viel Schaden zugefügt. Der Senat hat jetzt mit der Vergabe der Stromnetz-Konzession an den landeseigenen Bewerber Berlin Energie eine Entscheidung von großer Tragweite getroffen. Nicht erst der Stromausfall in Köpenick hat verdeutlicht, dass das Stromnetz eine der kritischsten Infrastrukturen ist. Die Sicherheit der Versorgung und die Effizienz des Netzbetriebs müssen im Sinne eines prosperierenden Wirtschaftsstandort zu jeder Zeit gewährleistet sein. Gleichzeitig muss der neue Netzbetreiber die großen Herausforderungen Berlins auf dem Weg zur Smart City stemmen können. Neben diesen energiepolitischen Herausforderungen muss die Rekommunalisierung rechtssicher und im Sinne einer soliden Haushaltspolitik realisiert werden.

Zwei Dinge sind jetzt schon klar: Wer mit der Erwartung an günstigere Strompreise und mehr erneuerbare Energien an die Rekommunalisierung geht, wird enttäuscht werden. Zudem wird erneut der Steuerzahler in Haftung genommen für die finanziellen Risiken der Rekommunalisierung.“

Die Gasversorgung liegt mit der GASAG noch immer in privater Hand. (aw)

Blackout in Berlin bricht alle Rekorde!

Für 31 Stunden blieben im Berliner Stadtteil Köpenick die Lichter aus. Wie es zum größten Stromausfall der jüngeren Berliner Geschichte kommen konnte und wie sich der Blackout auf die Berliner ausgewirkt hat, erfahren Sie im Folgenden.

Am Dienstag, den 19.02.2019 um 14:10 Uhr, fiel im Berliner Stadtteil Köpenick für 31 Stunden der Strom aus. Grund dafür waren zwei 110 Kilovolt-Stromleitungen, die bei Bauarbeiten an der Salvador-Allende-Brücke durchtrennt worden sind.

Die Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin GmbH, die für das Stromnetz verantwortlich ist, meldete Erstaunen und bekundete, dass diese Situation ein Novum sei. Am selben Abend des Vorfalles begann die Stromnetz-Berlin GmbH die Reparaturarbeiten und konnte diese am folgenden Tag um 21:22 Uhr erfolgreich beenden.

Da die Stromleitung direkt beschädigt worden ist, waren alle Haushalte, Gewerbe und Straßenzüge von dem Stromausfall betroffen. Die einzelnen Stromanbieter trifft keine Schuld. Wie es genau zu dem Unfall gekommen ist, muss noch untersucht werden. Anzunehmen ist, dass das Bauunternehmen zu wenige Informationen bezüglich des Trassenverlaufs eingeholt hat oder dass die Informationen fehlerhaft waren.

Laut Verkehrsverwaltung-Berlin wurde das Bauunternehmen auf die Leitungen hingewiesen. Vattenfall hingegen gab bekannt, dass die Baufirma keine Trassenauskunft zu dem Verlauf der Stromleitungen eingeholt habe. Dies wäre aber regelwidrig und könnte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Ein Stadtteil im Ausnahmezustand

Der plötzliche Stromausfall hat die Bewohner des Stadtteils Köpenick kalt erwischt. Die Lichter gingen aus, das Straßenbahnnetz versagte, Kühlanlagen liefen nicht mehr und auch die Warmwasser-Versorgung fiel für einige Zeit aus, da von dem Blackout auch zwei Heizkraftwerke betroffen waren.

Zusätzlich wirkte sich der Stromausfall auch auf einige Handynetze im Stadtteil aus, wodurch es für die Betroffenen schwierig war, an Informationen zu gelangen und Angehörige zu benachrichtigen. Die einzige zuverlässige Informationsquelle bestand in batteriebetriebenen Radios und Funksprechanlagen von Polizei und Rettungswagen.

Für die Dauer des Stromausfalls musste der Betrieb von vier Straßenbahnlinien teilweise eingestellt werden, auch die S-Bahnen fuhren unregelmäßig und hielten nicht an allen Bahnhöfen. Betriebe mussten schließen und hatten Probleme, verderbliche Ware zu kühlen. Auch einige Kitas und Schulen blieben am Mittwoch geschlossen.

Katastrophenschutz hat Schlimmeres verhindert

Drei mobile Wachen und Bereitschaftspolizisten zum Streifendienst wurden am Dienstagabend nach Köpenick verlegt. Die Polizisten kümmerten sich um den Verkehr an großen Kreuzungen, die vom Stromausfall betroffen waren, und sorgten dafür, dass niemand das Chaos des Stromausfalls ausnutzte, um Läden und Wohnungen zu plündern.

Das Krankenhaus Köpenick wurde vom Stromausfall nicht direkt betroffen, da ein Notstromaggregat dafür Sorge trug, die nötigste Stromversorgung zu gewährleisten. Dennoch wurden vorsorglich 23 Patienten der Intensivstation in andere Krankenhäuser der Stadt verlegt.

Darüber hinaus wurde am Archenhold-Gymnasium eine Notunterkunft eingerichtet, um Menschen einen warmen Unterschlupf zu bieten. Auch parkte ein Lkw des Katastrophenschutzes vor dem Rathaus Köpenick, um die anliegenden Bewohner zu informieren und ihnen eine Möglichkeit zu geben, ihre Handys aufzuladen.

Auch in Rudow fiel der Strom aus

Am Mittwochabend fiel dann auch noch im Berliner Stadtteil Rudow der Strom aus. Der Vorfall habe laut Stromnetz Berlin GmbH jedoch nichts mit dem Stromausfall in Köpenick zu tun. Hierbei handelte es sich um einen gewöhnlichen Kabelfehler, der relativ schnell ausgemacht und repariert werden konnte. (red)

GASAG: Treiber der Energiewende

1998 unterschrieb die GASAG die erste Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin. Was ist seitdem erreicht worden?

Die Vereinbarung wird alle fünf Jahre verlängert. Wir haben sie also schon viermal unterschrieben und werden sie auch gern ein weiteres Mal unterzeichnen. Bis 2015 haben wir fast 1,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Erneuerbare Energien wie Windkraft und Bio-Erdgas tragen einen großen Teil dazu bei. So haben wir alte Heizungen, die noch mit Öl und Kohle betrieben wurden, ausgetauscht. Wir sehen uns nicht nur als Treiber der Energiewende in Berlin, sondern auch als Partner für alle Stakeholder. Wir können andere Unternehmen nur aufrichtig ermuntern, über solche Vereinbarungen nachzudenken. Klimaschutz wird auf diese Weise auch ein Teil von Geschäftsmodellen.

Was sind Ihre Milestones für 2019?

Als Energieunternehmen planen wir langfristiger. Insgesamt wollen wir in unsere Kerngeschäftsfelder Netz, Vertrieb und Dienstleistungen weiter ausbauen und unseren Kundenstamm erweitern. Unser erklärtes Ziel ist es, eine CO2-neutrale Zukunft mitzugestalten. Um dies zu erreichen, werden wir in den kommenden drei Jahren 400 Millionen Euro investieren. Des Weiteren wird unser Portfolio durch die Produktion erneuerbarer Energien ergänzt. All das sind Bestandteile unserer Strategie GASAG 2025.

Wie positioniert sich die GASAG als Infrastrukturdienstleister in einem sich dramatisch wandelnden Energiemarkt?

Erdgas ist in Berlin mit über 50 Prozent der wichtigste Brennstoff für die Wärmeversorgung. Fast jedes zweite Gebäude ist bereits an das Erdgasnetz angeschlossen. Unser Ziel ist, dass auch unsere Kunden den Klimaschutz stärker fokussieren und zum Beispiel durch die Klimaprämie zum Wechsel von Öl auf Gas motiviert werden. Es gibt immer noch 20 Prozent Ölheizungen, da müssen wir ran.

Welche Strategien verfolgt die GASAG als breit aufgestellter Energieerzeuger und -dienstleister im Bereich Digitalisierung? Wo sind noch Potenziale, die Sie heben wollen?

Wer die Kunden da abholen will, wo sie stehen, kommt um digitale Konzepte nicht herum. Die Technik hilft uns dabei, den Kunden immer stärker in den Mittelpunkt zu stellen, ihn besser zu verstehen und den Kontakt in beide Richtungen zu intensivieren. Viele wollen halt nicht mehr ins Kundenzentrum kommen, erwarten aber trotzdem zeitgemäßen Service. Zudem hat Digitalisierung bereits jetzt in zahlreichen Prozessen, bei Produkten oder in der Kommunikation zu effizienten und intelligenten Abläufen beigetragen.

In Zukunft werden in Städten und Quartieren ganz andere Energie- und Mobilitätsvoraussetzungen herrschen. Welchen Beitrag für nachhaltige Stadtquartiere kann die GASAG dabei leisten?

Der EUREF-Campus beweist eindrucksvoll, was wir dank unserer Erfahrung und unserem fachlichen Know-how zur Energiewende in Quartieren beitragen können. Der Campus wird bereits seit 2014 CO2-neutral versorgt und das zu marktgerechten Preisen. Auch unser Tochterunternehmen GASAG Solution Plus hat viele Projekte, in denen Klimaschutz und Erneuerbare Energien ein Thema sind.

Langfristig sollten in den Städten Energiespeicherlösungen eingeplant werden. Die GASAG hat nahe des Olympiastadions einen großen Erdgasspeicher, der bis 2023 stillgelegt werden soll. Ich sehe hier die Möglichkeit, den Speicher sinnvoll zu nutzen und darin zum Beispiel Wasserstoff, umgewandelt aus Erneuerbaren Energien, einzuspeichern. Generell kann das Gasnetz auf diese Weise ein starkes Instrument für die Energiewende werden.

Sie gehen ja bereits vielfältige Partnerschaften ein, ich nenne nur Gegenbauer und die CG Gruppe. Welche Rolle wird die GASAG im Jahr 2030 spielen?

Wichtig ist mir, dass beide Seiten lernen und von Partnerschaften profitieren können. Grundsätzlich sind wir mit unseren Angeboten schon sehr gut aufgestellt. Aber wir wissen, dass sich die Immobilienwirtschaft weiter verändern wird, wo wir 2030 stehen werden, wissen wir dementsprechend jetzt noch nicht final. Aber die Richtung ist klar: Vom Dach bis in den Keller, vom Einfamilienhaus bis zum Quartier können wir dem Kunden liefern, was er braucht. Ob Wärme, Kälte, Versorgungskonzepte, Erneuerbare Energien oder Mobilitätslösungen.

Was sind die aktuellen Forschungsfelder der GASAG und mit welchen Institutionen kooperieren Sie?

Wir haben als Unternehmen selber keinen eigenen Forschungsbereich. Umso wichtiger ist für uns, auch als Berlin Partner, die Kooperation mit anderen Berliner Institutionen. Ein gutes Beispiel ist das InfraLab Berlin, ein Co-Working- und Co-Creation-Projekt der sechs großen Infrastrukturunternehmen, BSR, BVG, BWB, Vattenfall, Veolia und der GASAG, auf dem EUREF-Campus. Gemeinsam wollen wir einen Beitrag für die Entwicklung Berlins leisten, indem wir in enger Zusammenarbeit mit Politik, Industrie und Wissenschaft Smart City-Projekte realisieren.

Wie sieht es mit der Wirtschaftlichkeit der GASAG aus?

Derzeit sind wir wirtschaftlich gut aufgestellt. Mit dem Jahr 2018 waren wir zufrieden. Um jedoch langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir strategische Veränderungen vornehmen. Dazu gehört auch, dass wir das Unternehmen etwas verschlanken müssen.

Sie spielen auch im Markt der Elektromobilität eine Rolle. Wie sehen Sie hier die Perspektiven und was ist Ihr Beitrag für eine flächendeckende Versorgung?

Mobilität ist ein sehr wichtiges Thema, das sich sehr gut mit dem Thema Energie koppeln lässt. Das Stichwort Eco-Mobilität spielt hier eine wichtige Rolle. Grundsätzlich sehe ich die Elektromobilität im Bereich Stadtverkehr angesiedelt. Hier bringen wir uns als Unternehmen deutlich ein. Unser Leasingangebot mit einem E-Smart lief sehr gut, was uns darin bestätigt, neue Angebote in diesem Bereich zu schaffen. Gemeinsam mit ubitricity bieten wir Ladelösungen für zu Hause. Und auch in neuen Stadtquartieren entwickeln wir neue Energielösungen, wie etwa in der Tiefgarage installierte E-Ladesäulen. Außerdem arbeiten wir derzeit an einem konkreten Angebot für das Handwerk und die Taxibranche. Unser Ziel wird esdabei sein, gemeinsam mit einem Automobilhersteller Erdgasfahrzeuge in nennenswerter Größenordnungen in den Markt zu bringen, als Alternative zum Diesel. Damit haben wir schon früher gute Erfahrungen gemacht, ich erinnere an die Aktion „1000 Umwelttaxis“.

Potenzial sehe ich zum Beispiel auch im ÖPNV. So könnten die Fahrzeuge mit Biogas betrieben werden, was der Umwelt zugutekommt. Auch im Schwerlastverkehr wäre der Einsatz von Erdgas eine Alternative zum Diesel, um schnell etwas für den Klimaschutz und für die Luftreinhaltung zu tun. Und deutlich leiser sind diese Fahrzeuge auch. Das Berliner Erdgas-Tankstellennetz könnte aus dem Stand 10.000 zusätzliche Fahrzeuge versorgen.

Die GASAG ist ja traditionell ein Good Corporate Citizen. Welche Schwerpunkte beim bürgerschaftlichen Engagement wollen Sie persönlich setzen?

In der Hauptstadtregion haben wir tiefe Wurzeln und hier sind wir zuhause. Deshalb legen wir auf Partnerschaften sehr viel Wert. Unser längstes und größtes Sponsoring ist und bleibt das für die Eisbären Berlin. Dieses Engagement besteht schon seit 22 Jahren, wodurch natürlich auch eine emotionale Bindung entstanden ist. Neben dem Sport unterstützen wir aber auch andere kulturelle Vereine oder Veranstaltungen, wie etwa die Einheitsfeier im vergangenen Jahr rund ums Brandenburger Tor. Wir sehen uns als Partner der Bürger und sind uns unserer sozialen Verantwortung bewusst. (cr)

Grundstein für GASAG-Energiequartier gelegt

Die GASAG hat den Grundstein für das neue GASAG-Energiequartier auf dem EUREF-Campus gelegt. Voraussichtlich Ende 2020 verlegt das Unternehmen seinen Sitz vom Hackeschen Markt nach Schöneberg. Die neue Adresse der GASAG lautet dann: EUREF-Campus 23-24. Der Campus zeichnet sich bereits heute durch eine CO2-neutrale Versorgung aus.

Die GASAG wird rund zwei Drittel des rund 18.000 Quadratmeter großen KfW-55-Effizienzgebäudes beziehen. Mithilfe eines Umweltmanagementsystems wird bereits beim Bau darauf geachtet, dass Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit im Einklang sind. Sowohl die Baustellen, der Fuhrpark, die Immobilien sowie weitere Anlagen sind energieeffizient und emissionsarm. Des Weiteren nutzt das zuständige Unternehmen ausschließlich Ökostrom beim Bau des Gebäudes.

GASAG-Energiequartier ist Zeichen für machbare Energiewende

Für Dr. Gerhard Holtmeier, Vorstandsvorsitzender der GASAG, hat die Verlegung des Unternehmenssitzes auch eine symbolische Bedeutung. „Mit dem Umzug in das GASAG-Energiequartier unterstreichen wir unser Engagement für eine machbare Energiewende“, so Holtmeier. Er will mit seinem Unternehmen die Energiezukunft Berlins mitgestalten. Als Berlin Partner hat sich die GASAG verpflichtet, bis 2020 zwei Millionen Tonnen CO2 einzusparen.

Auch die politischen Vertreter äußerten sich durchweg positiv. „Der EUREF-Campus ist heute schon ein innovativer und pulsierender Ort in der Hauptstadt“, lobte Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Auch Christian Gaebler, Chef der Senatskanzlei Berlin, hält den EUREF-Campus für den richtigen Standort für die GASAG. Laut Gäbler steht der Campus seit mehr als zehn Jahren für die Smart City Berlin sowie für neue Technologien, mit denen die Energiewende vor Ort vorangetrieben werde. Auch die GASAG als modernes Energieunternehmen stehe für genau das.

Symbol der Energiewende

Der EUREF-Campus ist ein Symbol der Energiewende und Referenzprojekt für die Smart City-Strategie des Landes Berlin. Auf rund 5,5 Hektar haben sich zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Energie, Nachhaltigkeit und Mobilität angesiedelt. Reinhard Müller, Vorstandsvorsitzender EUREF AG, erklärt: „Der EUREF-Campus ist seit zehn Jahren die Energiewende-Werkstatt Deutschlands. Hier arbeiten Global Player gemeinsam mit innovativen Start-ups und renommierten Forschungseinrichtungen an den Themen Energie, Mobilität und Nachhaltigkeit.“ Die Verlegung des GASAG-Sitzes unterstreiche daher die Bedeutung des Zukunftsorts EUREF-Campus.

Auch Frank Mattat, Geschäftsführer GASAG Solution Plus, fand nur positive Worte: „Die EUREF-Energiewerkstatt by GASAG Solution Plus ist ein Beispiel dafür, wie Energiewende heute umgesetzt werden kann. Durch die nunmehr erfolgte Erweiterung zu einem besuchbaren Ort, wird die Energiewende erlebbar.“ (red)

Tegel bekommt einzigartiges Energienetz

Noch ist der Airport TXL in Betrieb, doch damit soll ja in absehbarer Zeit Schluss sein. Und genau aus diesem Grund haben die Berliner Stadtwerke und der Stromversorger E.ON nun einen bedeutenden Schritt vollzogen. Gemeinsam haben sie für den am Flughafen geplanten Forschungs- und Industriestandort Urban Tech Republic und das Schumacher Quartier ein hochinnovatives Energiekonzept entwickelt. Mit dem haben sie als Bietergemeinschaft eine EU-weite Ausschreibung gewonnen. Das Areal soll künftig über ein neuartiges Niedrigtemperaturnetz mit Wärme und Kälte versorgt werden. Umweltfreundlich, nachhaltig und innovativ, so kündigte es die Bietergemeinschaft an. 60 Millionen Euro kostet dieses ausgereifte Energiekonzept für das gesamte Areal. Das Land Berlin hat für die Umsetzung die Tegel Projekt GmbH beauftragt.

Kosten sparen

Es soll eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas werden, das auch die rund 5000 Wohnungen einbezieht, die im Schumacher Quartier entstehen sollen. Es ist geplant, diese neuen Wohnungen technisch so auszustatten, dass sie mit dem neuen Wärmenetz korrespondieren. Das sogenannte Low-Exergie-Netz (kurz: LowEx-Netz) hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber klassischen Fernwärmenetzen. Es arbeitet mit einer niedrigeren Betriebstemperatur. Dadurch können Wärmeverluste reduziert werden, also auch Kosten. Im Winter wird das Wasser nur auf 40 Grad anstatt auf 120 Grad erhitzt. Im Sommer reichen 20 Grad. So können die angeschlossenen Labor- und Bürogebäude mittels Wärmepumpen die für sie optimalen Temperaturen herstellen. Die Jahreskosten sollen laut Projektbetreiber für Abnehmer von LowEx-Wärme bei Berlin TXL deutlich unter denen vergleichbarer Fernwärmesysteme liegen.

Netz soll Energie aus Solaranlagen, Kraftwerken, Geothermie und Abwasserwärme vereinen

Außerdem kann überschüssige oder selbst erzeugte Energie, beispielsweise Energie aus erneuerbaren Quellen oder Produktionsabwärme von Gewerbe- und Industriebetrieben, dem System zugeführt werden. Jeder Kunde ist also zugleich auch Produzent. „In der geplanten Größenordnung ist das LowEx-Netz weltweit einzigartig“, sagte Philipp Bouteiller, Geschäftsführer der Tegel Projekt GmbH. Mit einer Länge von zehn Kilometern sei das Wärmenetz das nachhaltigste Energiesystem, das wir kennen. 80 Prozent der gelieferten Wärme stamme aus erneuerbarer Energie. Man wolle mit der Kohlendioxid-Reduktion so „nah an die Null wie es geht“, betonte Bouteiller. Das ist ein sportliches Ziel – aber so ist Berlin halt.

Ein Leuchtturm-Projekt

Bis 2050 will sich die Hauptstadt zur klimaneutralen Metropole wandeln. Ein Mammutprojekt, wie in Tegel, muss da natürlich die Vorreiterrolle übernehmen. So sieht es auch Jörg Simon, Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe. Als kommunales Unternehmen setze man auf einem für Berlin sehr bedeutsames und emotional besetztes Gelände ein Energiekonzept mit Leuchtturmcharakter um. Für diesen Plan gibt es allerdings eine unabdingbare Voraussetzung: der Flughafen Berlin Brandenburg muss fertig werden. Bisher hält BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup am Termin fest: Im Oktober 2020 soll der neue Flughafen eröffnen.

Baubeginn in drei Jahren

Ein halbes Jahr nach der BER-Eröffnung soll Tegel geschlossen werden. Der Baubeginn ist demnach im Sommer 2021, man rechnet mit einer Bauzeit von drei bis fünf Jahren. Die Bietergemeinschaft ist sehr optimistisch und motiviert. Allein schon der Zuschlag durch das Land Berlin beweise, dass „klimafreundliche Lösungen sich auch wirtschaftlich durchsetzen können, wenn sie intelligent und innovativ entwickelt“ würden. „Für uns ist es das erste Netz einer völlig neuen Generation und ein wichtiger Schritt für die kommunale Energiewende“, sagte E.ON Vorstandsmitglied Karsten Wildberger.

Abschied nehmen

Für Tegel-Fans und Nostalgiker sieht es wahrscheinlich immer düsterer aus. Nicht nur das Abgeordnetenhaus stimmte im Juni für eine Schließung von TXL. Auch die FDP zögert. Wer weiß, ob die Liberalen noch mit einer Klage beim Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin dem Volksentscheid zur Durchsetzung verhelfen wollen. (kh)

Green Economy Start-ups: Berlin ist Spitzenreiter

Berlin als Start-up-Hauptstadt Deutschlands kann sich ab sofort auch grüne Start-up-Hauptstadt nennen: Denn hier sind mit knapp einem Drittel die meisten Green Economy Start-ups aus dem Energiebereich beheimatet, deutlich mehr als in jedem anderen Bundesland in Deutschland. Die Start-ups haben hier zudem die größte Auswahl an Unterstützern: Die Hälfte aller deutschen Inkubatoren für Greentech und Energie sitzt in Berlin.

Diese und weitere Erkenntnisse sind Ergebnis der Studie „Inkubationsprogramme in der Energiewirtschaft“, die das Borderstep Institut für Nachhaltigkeit und Innovation in Kooperation mit Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie im Rahmen des Schaufensters für intelligente Energie aus Nordostdeutschland, WindNODE, durchgeführt hat. Die deutschlandweite Studie betrachtet sogenannte Inkubatoren zur Förderung von Start-ups im Bereich der Green Economy.

30 Prozent der Green Economy Start-ups in Berlin

Für die Untersuchung wurden zwölf Inkubatoren identifiziert, die einen Förderschwerpunkt im Bereich Green Economy aufweisen. Sechs davon haben ihren Hauptsitz in Berlin. Insgesamt 270 Start-ups haben seit 2011 bundesweit an Programmen in den untersuchten Inkubatoren teilgenommen. Davon sind 81 Start-ups (30 Prozent) in Berlin beheimatet. An zweiter Stelle folgt Nordrhein-Westfalen mit 27 Gründerteams (9,6 Prozent), knapp vor Sachsen mit 26 Teams (8,5 Prozent). Insgesamt können den 270 Start-ups über 2.200 Arbeitsplätze zugerechnet werden.

„Inkubatoren siedeln sich dort an, wo die Start-ups zu finden sind – und das ist auch im Bereich der Green Economy: Berlin. Hier entstehen Ideen für die Energiewende, die Start-ups und Unternehmen gemeinsam erfolgreich zur Marktreife bringen. In Berlin wird Zukunft grün geschrieben“, findet Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie.

Unterstützung findet Franzkes Aussage von Prof. Dr. Klaus Fichter, Direktor des Borderstep Instituts für Nachhaltigkeit und Innovation. „Inkubationsprogramme stellen einen wichtigen Faktor im Gründungszyklus von Start-ups dar. In den vergangenen Jahren sind eine Vielzahl an Inkubatoren im Bereich der Green Economy entstanden. Mit unserer Studie wurden diese erstmalig wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse dürften nicht nur für die Programmmanager der einzelnen Programme, sondern insbesondere auch für Start-ups von besonderem Interesse sein“, so Fichter.

Weitere Ergebnisse der Studie

Bei den zwölf untersuchten Inkubatoren werden Gründerteams im Durchschnitt mit 20.000 Euro in direkten Geldzahlungen sowie weiteren Sachleistungen über einen Zeitraum von acht Monaten gefördert. Hierbei ist die Förderspanne mit zwischen 6.000 und 500.000 Euro sehr groß. Eine Mehrheit der Programme nimmt zwei Ko­horten im Jahr auf und eine Kohorte umfasst im Durchschnitt sechs Start-ups. Für diese zählen die Vermittlung von Kontakten und die Bereitstellung von finanzieller Unterstützung  zu den wichtigsten Leistungen eines Inkubators. Hingegen sehen die Teams Verbesserungsbedarf im Bereich der Rechtsberatung und dem Abbau von Hemmnissen durch Regulierung. Viele Teams siedeln sich zudem nach dem Abschluss eines Programmes in relativer Nähe zum Standort des Inkubators an.

Im Detail sind die 270 untersuchten Start-ups in unterschiedlichen Bereichen der Energiewirtschaft aktiv. Hierbei sind die Bereiche Energieeffizienz (58 Start-ups), Energie & Daten (56 Start-ups) sowie Erneuerbare Energien (54 Start-ups) am häufigsten vertreten.  (red)

Veranstaltungen

dena Energiewende-Kongress 2019

Die Energiewende ist eine der größten und spannendsten Herausforderungen unserer Zeit. Der dena Energiewende-Kongress bringt die Community der Energiewende aus allen relevanten Branchen zusammen. Er vernetzt Hersteller, Dienstleister, Multiplikatoren, Wissenschaft, Forschung und Start-ups.

(Anmeldung erforderlich)

Digital Energy Conference

Die Digitalisierung ist ein Eckpfeiler der Energiewende: Intelligente Technologien ermöglichen das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage und ebnen so den Weg für ein stabiles, nachhaltiges und bezahlbares Energiesystem. Die Energiebranche ist längst in der digitalen Transformation angekommen: Intelligente Netze, Virtuelle Kraftwerke, Peer-to-peer-Handel und zellularer Ansatz, Lastmanagement und Flexibilitätsplattformen, Resilienz und IT-Sicherheit im Energiesystem und datenbasierte Geschäftsmodelle werden die Wertschöpfungskette in der Energiewirtschaft prägen.

Wie das Energiesystem der Zukunft aussieht, darüber sprechen auf der Bitkom Digital Energy Conference in Berlin mehr als 250 Entscheider aus Energie- und Digitalwirtschaft, Politik und Wissenschaft.

EventHorizon 2019

Bei der dritten Auflage der weltweit größten internationalen Energie-Blockchain-Konferenz „EventHorizon Summit“ treffen rund 1.000 Experten, 20 Aussteller, 20 Start-ups und über 80 internationale Top-Speaker.

Ziel der Konferenz ist es, gemeinsam kreative Strategien und wegweisende Lösungen für die Zukunft des Energiemarktes zu entwickeln. Während des Summits werden auch die neuesten Details zum bevorstehenden Launch der Energy Web Chain präsentiert, einer im Auftrag der Energy Web Foundation (EWF) entwickelten Blockchain für den Energiemarkt. In den letzten Monaten wurden zudem einige darauf basierende dApps erfolgreich erprobt, die ebenso während des Events vorgestellt werden.

Die Zukunft der Energiewende rückt auf dem EventHorizon Summit in greifbare Nähe. Visionäre, Experten, Innovatoren und Start-ups diskutieren unter dem diesjährigen Motto „The time for change is now. Make your move!“ über eine grundsätzliche Restrukturierung der weltweiten Energieversorgung und dafür benötigte innovative Lösungsansätze. Der Energiesektor steht weltweit vor einem Wendepunkt: Die Nutzung erneuerbarer Energien steigt rasant an, während öffentliche Förderungen (in Deutschland beispielsweise durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)) sukzessive auslaufen. Globale Player wie Nike, Apple oder Microsoft planen ihre Energieversorgung bis 2026 auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzustellen. Strategien zu Energiebeschaffung und Energietransport müssen reformiert werden, um verlässliche, transparente und langfristige Partnerschaften garantieren zu können. Die dezentrale Blockchain-Technologie bietet sich dabei als Schlüsseltechnologie an, um die globale Lieferkette des Energiesektors zu optimieren und zu restrukturieren.

(gebührenpflichtig)

BDEW Kongress 2019

Der BDEW Kongress 2019 findet unter dem Motto „JETZT!“ statt.

Große Aufgaben liegen vor uns, die JETZT! bewältigt werden müssen: 65% Erneuerbare Energien, Netzausbau, Digitalisierung, Verkehrs- und Wärmewende, Sektorenkopplung und Power-to-X, CO2-Bepreisung im Non-ETS-Bereich und Flexibilitäts-Management.

JETZT! müssen dringende Entscheidungen getroffen werden. Welche Ideen führen zum Ziel und was ist zu tun?

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)