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Art Dinner 2019: Eine Viertel Million für den guten Zweck

Gleich 5.500 Euro und beste Stimmung brachte ein Essen zu Hause bei Vera Gäde-Butzlaff, Vorsitzende des Vorstandes der Bürgerstiftung Berlin, noch vor dem ersten eigentlichen Los, welches Auktionator Kilian Jay von Seldeneck nach dem Hauptgang spontan unter den 400 geladenen Gästen versteigerte. On top gab es noch den Ex-Bürgermeister Klaus Wowereit, den Mercedes Limousinen-Service und Becher von KPM obendrauf. So gut lief es weiter.

Während des Art Dinners gab es spannende Kunstwerke und außergewöhnliche Gelegenheiten zu ersteigern. 6.200 Euro für eine kleine Arbeit von Jorinde Voigt, 4.000 Euro für zwei Papierarbeiten von Titus Schade, 14.000 Euro brachte ein Ölgemälde von Pavel Weinstein, 13.000 Euro ein Print von Norbert Bisky, 23.000 Euro für einen smart EQ fourtwo und 7500 Euro für eine Führung mit Thomas Albrecht durch das Berliner Schloss. Der Auktionator war in Top-Form, die Gäste großzügig und so kam am Ende des Abends eine Viertel Million für die Bürgerstiftung zusammen. Diese stolze Summe wurde zum Dessert verkündet und dann bei Tanz, Musik und mit DJ bis spät in die Nacht gefeiert.

Art Dinner im Westhafen

In diesem Jahr fand das Art Dinner in den Hallen des Westhafens statt. | Foto: Andreas Amann

20 Jahre Bürgerstiftung – 20 Jahre Engagement

Seit 20 Jahren gibt es diese Einrichtung nach amerikanischem Vorbild in Berlin. Bekannt wurde sie vor allem durch die Lesepaten, die in Schulen und Kindertagesstätten die Lust am Lesen fördern. Rund 400 engagierte Bürgerinnen und Bürger erreichen in 15 Grundschulen und zehn Kitas etwa 1300 Kinder, denen sie regelmäßig teils mehrmals pro Woche vorlesen oder bei der Organisation von Sprachspielen helfen. Nebenbei begleiten sie Ausflüge, unterstützen Fördervereine und lesen auch älteren Bürgern vor.

Höhepunkt der Arbeit der Bürgerstiftung – das Art Dinner

Alljährlicher Höhepunkt ist das Art Dinner, welches immer an einem anderen spektakulären Ort stattfindet, in diesem Jahr im WECC am Westhafen. Schwer zu finden, schlecht ausgeschildert, aber der Blick aufs Wasser und die alten Hallen mit Industriecharme, wie man ihn sonst nur aus dem Ruhrgebiet kennt, entschädigt.

Das Grußwort sprach Berlins Regierender Michael Müller. Nach der Vorspeise hielt Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D., eine lange und bewegende Rede zur Lage der Nation, in der er das frustrierende Ergebnis des von der großen Koalition verabschiedeten Klimapaketes als Kapitulationserklärung als mutlosen und unsozialen Unsinn kommentierte, mangelnde Zivilcourage und zunehmende Mutlosigkeit kritisierte. Für so viel klare Worte gab es Standing Ovations.

Nach dem Art Dinner ist vor dem Art Dinner

Mit dem Erlös des Abends erweitert die Bürgerstiftung Berlin ihr Engagement in Berlin und gleich am nächsten Morgen wurde mit den Vorbereitungen für das Art Dinner 2020 begonnen. (dd)

Bürgerstiftung: 20 Jahre Einsatz für Berlin und seine Bewohner

„Wir brauchen starke Bürgerstiftungen, damit aus der Gesellschaft heraus gute Konzepte für Jugend-, Kultur- und Sozialprojekte praktisch erprobt und weiterverbreitet werden können. Wenn sich in Städten und Landkreisen die Ideen-Reichen, die Zeit-Reichen und die Geld-Reichen unter dem Dach von Bürgerstiftungen zusammenfinden, dann entsteht von unten die Kraft, die wir zur Bewältigung der aktuellen Krisen so dringend brauchen.“

Diese Worte des renommierten Kriminologen sowie Initiators und Stifters der Bürgerstiftung Dr. Christian Pfeiffer, haben überzeugt. Und so zählen zu den Unterzeichnern des Gründungsaufrufs im Jahr 1999 u.a. Heinz Dürr, Harry Kupfer, Hanna-Renate Laurien, Elmar Pieroth, Wolf Jobst Siedler, und Richard von Weizsäcker.

 Das Motto der Bürgerstiftung: „Berliner helfen Berlinern“

Die Stiftung motiviert seit 20 Jahren Mitbürger zum gesellschaftlichen Engagement in der eigenen Stadt. Im Fokus der Projekte steht die Arbeit mit sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Familien und Kindern, deren Erstsprache nicht Deutsch ist. Derzeitige Projekte sind die Hausaufgabenbetreuung, der Integrative Familiensport, Kolja Kleebergs Kräutergärten für Berliner Schulen, LeseLust, Spielen Lernen, Tomatenparade, Umwelt-Detektive, Zauberhafte Physik und das Zweisprachige Bilderbuchkino. Das Zweisprachige Bilderbuchkino findet nicht nur in Kitas und Schulen statt, sondern wird auch für die Flüchtlingskinder in der Turnhalle der Freien Universität Berlin in Dahlem Dorf und auch an der Hans-Fallada-Schule angeboten.

 Bestens vernetzt, Vera Gäde-Butzlaff

Neue Vorsitzende der Bürgerstiftung Berlin ist seit einem Jahr Vera Gäde-Butzlaff. Ihr Ziel ist es, die Reichweite der bestehenden Aktivitäten auszuweiten und durch neue Projekte auf die Anforderungen der sich verändernden Rahmenbedingungen wie den Zuzug von ausländischen Kindern zu reagieren. Ein Wunsch von ihr für die nahe Zukunft ist, dass das am 20. September 2019 im Westhafen stattfindende Jubiläums-Art Dinner ein großer Erfolg wird. Künstler und Galerien haben wieder großzügig Kunstwerke gespendet. U. a. kommen Werke von Norbert Bisky, Helge Leiberg, A.R. Penck und Rupprecht Geiger unter den Hammer von Auktionator Kilian Jay von Seldeneck vom Auktionshaus Lempertz. Bundespräsident a.D. Dr. h.c. Wolfgang Thierse hat die Schirmherrschaft übernommen und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller wird das Grußwort sprechen.

Mit dem Erlös des diesjährigen Abends erweitert die Bürgerstiftung Berlin ihr Engagement in Berlin. Mehr als 10.000 Kinder werden jedes Jahr beim Heranwachsen und Spielen begleitet und mit Physik verzaubert. Sie erforschen als Umwelt-Detektive die Natur, arbeiten handwerklich in der Civitas Werkstatt, bilden Freundschaften und entdecken die Lust am Lesen. Die älteren Berlinerinnen erfreuen sich an den jungen Lese-Besuchen.

Stolze Bilanz der Bürgerstiftung: 500 Ehrenamtliche und 146 Projekte

Medienpartner des Abends ist der Tagesspiegel Berlin. Sponsoren sind u.a. die Berliner Volksbank und die Mercedes-Benz Niederlassung Berlin. Die Bilanz kann sich sehen lassen.

Dennoch werden im Jubiläumsjahr der Bürgerstiftung mehr denn je Menschen mit Zeit, Geld und Ideen zur Unterstützung gesucht. (dd)

 

www.buergerstiftung-berlin.de

Aleksander Dzembritzki: Sportmetropole mit gutem Ruf

Rund 40 nationale und internationale Sportevents fördert die Senatsverwaltung für Inneres und Sport jährlich. Kein Wunder, dass die Hauptstadt Deutschlands führende Sportmetropole ist. Über kommende Veranstaltungen, Ehrenamt und Engagement im Sport sprach die BERLINboxx mit Aleksander Dzembritzki, Staatssekretär für Sport.

Herr Dzembritzki, Berlin ist eine Sportmetropole. Welche nationalen und internationalen Sportgroßveranstaltungen wollen Sie für die Hauptstadt gewinnen?

Berlin punktet im Wettbewerb mit anderen Sportmetropolen durch hervorragendes Renommee, Kompetenz, Gastfreundlichkeit und großer Sportbegeisterung der Bevölkerung sowie vielfältiger und leistungsfähiger Sportinfrastruktur. Erst vor wenigen Wochen haben wir den Zuschlag für die UEFA EURO 2024 erhalten. Mindestens sechs Spiele werden im Berliner Olympiastadion ausgetragen – und Berlin hofft natürlich auf das Endspiel. Zudem wird sich Ende November entscheiden, ob wir Ausrichter der Special Olympics World Summer Games 2023 werden. Für uns wäre es eine große Ehre und es hätte auch eine Signalwirkung im Bereich der Inklusion. Allerdings stehen bereits jetzt im Berliner Sportkalender für 2019 folgende Events fest: Die Handball-WM, der Weltcup im Bogenschießen und die sogenannten „Finals“, einem Final-Wochenende der Deutschen Meisterschaften in zehn verschiedenen Sportarten. Darüber hinaus tragen wir 2020 die WM im Bahnradsport aus.

Berlin boomt, so auch die Berliner Sportwirtschaft. Wie reagieren Sie darauf als Sportstaatssekretär?

Zuerst einmal freut es mich sehr, dass so viele Berlinerinnen und Berliner Sport treiben. Steigende Mitgliederzahlen sind ein positives Signal, bedeuten aber in der Regel auch steigenden Sportstättenbedarf. Hier gibt es verschiedene Ansatzpunkte: Zum Beispiel unterstützen wir die Bezirke mit Geld und Expertise für die Aufstellung von Sportentwicklungsplänen. Diese Pläne
sollen darstellen, an welchen Standorten der Sportbedarf aufgefangen werden kann. Zudem kommen die Gelder aus dem Vereinsinvestitionsprogramm und dem Sportanlagensanierungsprogramm den Bezirken zugute. Auch unsere Schulstandorte bieten viel Potenzial für Sport- und Bewegungsflächen. Derzeit sprechen wir
schon mit allen Bezirken und der Bildungsverwaltung über diese Möglichkeiten.

Der Bund hat für 2018 die Fördergelder erhöht. Wohin fließen die Mittel?

Die Mittel des Bundes fließen in die Leistungssportstrukturen, also überwiegend in die Spitzensportinfrastruktur und in die Verbände. Diese Förderung des Spitzensports ist wichtig. Sie verbindet erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler mit Berlin, die zum guten Ruf und positiven Image der Sportmetropole beitragen. Außerdem sind sie Anreiz und Motivation für den sportlichen Nachwuchs und fördern die Identifikation mit Berlin als Lebensort. Auf Berliner Vereine haben die Fördergelder des Bundes jedoch keine direkten Auswirkungen. Ohne den Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher wäre der Berliner (Breiten-)Sport nicht möglich.

Wie unterstützt das Land Berlin Ehrenamtliche?

Ehrenamt ist für unsere Gesellschaft enorm wichtig. Allein in Berlin engagieren sich rund 60.000 Menschen in über 2.000 Sportvereinen ehrenamtlich. Die Bedeutung des Ehrenamts geht weit über den Sport hinaus. Zum Beispiel unterstützt das Land Berlin bürgerschaftliches Engagement bereits mit unterschiedlichen Programmen, wie der Ehrenamtskarte oder dem Berliner FreiwilligenPass. Der Landessportbund trägt eine jährliche Ehrenamtsgala aus. Darüber hinaus gibt es verschiedene Ehrenplaketten und -nadeln bis hin zum Verdienstorden des Senats, die für außerordentliches Engagement verliehen werden. Das Ehrenamt – egal ob im Sport oder anderen Bereichen – braucht öffentliche Anerkennung, um fortbestehen zu können. (lj)