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Digitalkonferenz re:publica: Steinmeier fordert vernünftigere Debattenkultur und mehr Regeln im Netz

Am Montagvormittag eröffnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erstmals die Digitalkonferenz re:publica in Berlin und appellierte an Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook und Co. etwas zur Sicherung der Debattenqualität im Internet beizutragen. Er wünscht sich sachlichere Debatten und eine Demokratie, die auch digital gelingt.

Soziale Netzwerke und Großkonzerne müssen sich an Spielregeln halten

„Soziale Netzwerke müssen  ihre Verantwortung für die Demokratie endlich wahrnehmen und endlich in die Tat umsetzen“, betont Steinmeier in seiner Eröffnungsrede und spricht sich für eine vernünftigere und zivilisiertere Debattenkultur im Internet aus. „Wer mit einer Plattform einen politischen Diskursraum schafft, der trägt Verantwortung für die Demokratie – ob er es will oder nicht“, sagt er und wirft den Onlineplattformen mangelnden Einsatz vor.

Gerade politische Debatten im Internet würden derzeit oft dazu neigen „toxisch“ zu werden. „Wir brauchen glasklare Herkunftssiegel für Informationen – und das vor allem, wenn es um politische Werbung geht.“ Hetzer und Demagogen haben es seiner Meinung nach viel zu einfach, Lügen und unseriöse Informationen zu verbreiten, weshalb demokratische Regulierungen dringend nötig seien. Der effektivste Weg sei laut Steinmeier Transparenz über Geldflüsse und Abhängigkeiten – notfalls könne man die Plattformen per Gesetz zu dieser Transparenz zwingen. Wer sich nicht an die Regeln halte, der müsse mit Konsequenzen und Strafen rechnen.

Motto: „too long didnt read“

Auch an die demokratische Mehrheit appellierte Steinmeier und forderte dazu auf, mehr Engagement zu zeigen. Die Zivilgesellschaft dürfe sich nicht zurückziehen oder einschüchtern lassen.

Die dreitägige Konferenz steht diesmal unter dem Motto „too long didnt read“ (übersetzt: zu lang, habe ich nicht gelesen). Angespielt wird damit auf „das Kleingedruckte“ und fehlende inhaltliche Tiefe. Steinmeier interpretiert das Motto nicht nur als Weckruf an die politische Debattenkultur im Netz, sondern ganz allgemein. „Ein notwendiger Weckruf, wie ich finde, gegen den Zeitgeist von Verkürzung und Vereinfachung.“ (tf)

Digitalwirtschaft – neue Initiative berlin.digital unterstützt bei der Fachkräftesicherung

Die Berliner Digitalwirtschaft und Gründerszene ist stark. Jedoch fällt es vielen Unternehmen schwer, geeignete Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu finden. Aus diesem Grund hat das Branchennetzwerk media:net berlinbrandenburg eine neue Initiative ins Leben gerufen. Mit berlin.digital setzt sie sich für die Interessen der Digitalwirtschaft ein und unterstützt Berliner Unternehmen im Recruiting, Onboarding und in der Vernetzung von HR-Verantwortlichen.

Digitalwirtschaft immer wichtiger für die Hauptstadt

Mittlerweile ist jeder achte Arbeitsplatz in Berlin in der Digitalwirtschaft zu finden. Damit umfasst die lokale Digitalwirtschaft mehr als 77.000 Arbeitsplätze in über 9.000 Unternehmen. Jedoch sind viele Stellen unbesetzt, da ein starker Fachkräftemangel herrscht. Dieser hemmt das Wachstum und lähmt auf lange Sicht die Innovationskraft, sagen die Initiatoren von berlin.digital. Genau bei diesem Problem setzt daher die neugegründete Initiative an.

Andrea Peters, CEO media:net berlinbrandenburg, betont: „Die Stadt ist ein Gewinner der digitalen Transformation. Die Digitalbranche trägt massiv zum Wirtschaftswachstum in Berlin bei. Damit das so bleiben kann, unterstützen wir die Unternehmen aus der Digitalbranche vor allem auf der Suche nach Talenten und möchten viele Prozesse – darunter auch behördliche – für sie vereinfacht wissen.“

Die größte Herausforderung der Berliner Digitalwirtschaft: Fachkräfte finden!

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe hat eine Umfrage möglich gemacht, in der das Hauptproblem der Unternehmen deutlich wurde. So wünschen sich viele vor allem Unterstützung bei der Rekrutierung und dem Onboarding neuer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Mithilfe von Jobbörsen, Jobnewslettern, Recruitingtagen und Messeständen auf Fachkonferenzen im In- und Ausland sollen die Firmen nun die Möglichkeit bekommen, besser mit potentiellen Bewerbern in Kontakt zu kommen.

„Das digitale Ökosystem in Berlin bietet alles, was das Gründerherz begehrt: zunehmende Präsenz von Investoren, immer noch vertretbare Mietpreise und eine hohe Lebensqualität, was viele exzellente Arbeitskräfte aus der ganzen Welt anzieht. Diese wertvollen Fachkräfte mit verlässlichen Prozessen zu begrüßen und sie zügig mit den richtigen Unternehmen zusammenzubringen, ist entscheidend. Hier kann berlin.digital einen relevanten Beitrag leisten“, so Florian Heinemann, Investor und CEO von Project A Ventures sowie Aufsichtsrat von media:net.

Weitere Schwerpunkte der Initiative berlin.digital werden der Erfahrungsaustausch und die Professionalisierung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Human Ressources sein. „berlin.digital setzt da an, wo die Digitalwirtschaft aktuell die meisten Herausforderungen bewältigen muss: beim Recruiting geeigneter Fachkräfte. Gemeinsam mit der Initiative und weiteren Berliner Unternehmen möchten auch wir noch mehr Talente erreichen und für die Berliner Digitalszene begeistern“, heißt es von Claudia Frese, CEO MyHammer. (aw)