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Hochschulzulassung: Senat stimmt Entwurf des Staatsvertrages zu

Über ein Jahr lang wird nun schon bundesweit über die Abschaffung der Wartezeit und der Einführung einer Talentquote bei der Studienplatzvergabe im Fachbereich Medizin diskutiert. Jetzt hat der Berliner Senat auf Vorlage des Regierenden Bürgermeisters und Senators für Wissenschaft und Forschung, Michael Müller, beschlossen, dem Entwurf des Staatsvertrags über die Hochschulzulassung zuzustimmen.

Hochschulzulassung für Medizin zum Teil verfassungswidrig

Am 19. Dezember 2017 entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, das die Verfahrensvorschriften zur Vergabe von Studienplätzen für Medizin teilweise verfassungswidrig sein. Daraufhin wurde eine Novellierung des bisher geltenden Staatsvertrages erforderlich, heißt es vom Berliner Senat. Der Gesetzgeber wurde daraufhin verpflichtet, bis zum 31. Dezember 2019 eine Neuregelung zu schaffen.

Der neue Staatsvertragsentwurf über die Hochschulzulassung soll den bisher geltenden Staatsvertrag vom 5. Juni 2008 ersetzen. Mit dem neuen Vertrag soll erreicht werden, dass bei der Studienplatzvergabe im Bereich Medizin die Eignung der Bewerber stärker berücksichtigt wird.

Neuerungen des Staatsvertragsentwurfs zur Hochschulzulassung

Die Anforderungen für einen Studienplatz für Medizin sind hoch. In der Regel müssen die Bewerber im Auswahlverfahren der Hochschulen ein Abitur mit einer Eins vor dem Komma vorweisen. Für viele Bewerber war daher die Wartezeit die einzige Alternative, um einen Studienplatz zu bekommen. Aktuell liegt diese bei mindestens 14 Semestern, also sieben Jahren. Doch genau diese wird nun mit dem neuen Entwurf des Staatsvertrags abgeschafft. Die Begründung: Bei der Auswahl nach Wartezeit handle es sich nicht um ein eignungsorientiertes Kriterium. Doch was bedeutet dies für diejenigen, die schon länger auf einen Studienplatz warten? Für diese soll es laut des Senats eine Übergangsregelung geben. „Für einen Zeitraum von zwei Jahren und mit abnehmender Gewichtung wird die Zeitspanne seit Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (Wartezeit) ergänzend zu anderen Auswahlkriterien berücksichtigt“, lautet der Vorschlag.

Darüber hinaus wird im neuen Staatsvertrag die Abiturbestenquote von 20 auf 30 Prozent erhöht. Außerdem soll es eine sogenannte zusätzliche Eignungsquote im Umfang von zehn Prozent geben. Damit würden sich für Bewerber unabhängig von der Abiturnote Chancen für einen Studienplatz eröffnen. Für das hochschuleigene Auswahlverfahren sollen einheitliche Vorgaben zur Standardisierung und Strukturierung festgelegt werden und es soll ein Verfahren eingeführt werden, das die Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung länderübergreifend vergleichbar macht. Zudem bestimmt eine neue Regelung des Staatsvertragsentwurfs, dass die Hochschulen neben dem Ergebnis der Hochschulzugangsberechtigung mindestens ein schulnotenunabhängiges Kriterium mit erheblichem Gewicht, wie etwa eine abgeschlossene medizinische Ausbildung berücksichtigen müssen.

Langer Weg zum Inkrafttreten der neuen Regelungen

Bevor der neue Staatsvertrag in Kraft tritt, müssen sich jedoch die Finanzministerkonferenz sowie die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit dem Staatsvertrag über die Hochschulzulassung befassen und die Länderparlamente zustimmen.

Der Entwurf sieht auch vor, dass der Staatsvertrag frühestens auf das Vergabeverfahren zum Sommersemester 2020 Anwendung findet. (aw)

Berliner Arbeitsmarkt – positive Bilanz von der Arbeitssenatorin

Trotz des geringen Anstiegs der Arbeitslosenzahlen in Berlin gibt es eine positive Bilanz von der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach. Gleichzeitig betont die Senatorin jedoch auch, dass die Arbeit noch nicht getan ist.

Situation am Berliner Arbeitsmarkt noch nicht zufriedenstellend

Zum Jahresbeginn ist die Arbeitslosigkeit in der Hauptstadt saisonbedingt um einen halben Prozentpunkt höher als noch im Vormonat. Betroffen sind vor allem die Bereiche Bau, Verkehr, Logistik und das Reinigungsgewerbe. In Berlin waren im Januar 155.838 Menschen arbeitslos gemeldet. Damit liegt die Quote bei 8,1 Prozent. Dennoch lautet die Bilanz der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach: „steigende Beschäftigung, sinkende Arbeitslosenzahlen, gute Fortschritte bei der Integration von Geflüchteten“. Denn laut der Arbeitsagentur Berlin-Brandenburg sind aktuell die niedrigsten Zahlen zu Jahresbeginn seit dem Jahr 1991 zu verzeichnen.

Auch von der IHK-Berlin positive Rückmeldung zur Lage

Die Industrie und Handelskammer in Berlin ist insbesondere über die Entwicklungen in Bereich der betrieblichen Ausbildungen erfreut: „Im Jahresvergleich hat sich der Arbeitsmarkt auch im Januar 2019 hervorragend entwickelt“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder.

Doch bei der Arbeitslosenquote der 15- bis 25-Jährigen sei Berlin im Bundesländervergleich nach wie vor unter den Schlusslichtern. Nur eine betriebliche Ausbildung würde einen hervorragenden Schutz vor Arbeitslosigkeit bieten. „Insofern freuen wir uns sehr, dass im vergangenen Jahr in Berlin nicht nur sieben Prozent mehr Ausbildungsplätze als im Vorjahr gemeldet wurden, sondern 2018 auch die Anzahl der aktiven IHK-Ausbildungsbetriebe und der IHK-Ausbildungsverträge um vier Prozent gestiegen ist. Diese Entwicklung zeigt, dass junge Menschen in unserer Stadt bei der Planung ihrer Zukunft definitiv auch die betriebliche Ausbildung als Option in Erwägung ziehen sollten“, betont Eder.

Realität auf dem Berliner Arbeitsmarkt: Hetze, Stress und knappe Einkommen

Doch trotz Ihrer positiven Bilanz über den hiesigen Arbeitsmarkt, ist Arbeitssenatorin Breitenbach noch nicht zufrieden: „Die Ergebnisse sind erfreulich, aber kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Gute Arbeit setzt gute Rahmenbedingungen voraus, und die sind noch längst nicht überall gegeben“, lautet das Urteil der Senatorin.

Denn noch immer haben viele Berliner Beschäftigte, Hetze, Stress und knappe Einkommen zu beklagen. Dies ergab die kürzlich veröffentliche Befragung „Gute Arbeit in Berlin“. Dazu Elke Breitenbach: „Betriebe und Tarifpartner müssen mehr für gesunderhaltende Arbeitsbedingungen und auskömmliche Löhne tun. Aber auch wir als Land leisten mit der Eindämmung sachgrundloser Befristungen oder der geplanten kräftigen Erhöhung des Landesmindestlohns unseren Beitrag zu Guter Arbeit in Berlin.“

Im Gegensatz zur IHK sieht die Senatorin die Entwicklung im Bereich der Ausbildung junger Menschen nicht ganz so zuversichtlich. Zu viele Ausbildungsbewerberinnen und -bewerber seien in 2018 leer ausgegangen. Doch gerade die Ausbildung sei die Basis der Fachkräftesicherung. „Wer ausbildet, investiert in die Zukunft“, betont die Senatorin.

Girls` Day – Berufsorientierungsprojekt für Mädchen geht in die nächste Runde

Unter dem Motto: „ Entdecke deine Talente in Handwerk, Industrie, Technik, Informatik, Wissenschaft und Forschung“ findet am 28. März 2019 erneut der Girls` Day-Mädchenzukunftstag statt. Wieder sind Unternehmen und Organisationen aufgerufen, Schülerinnen die Chance zu geben, ihre Fähigkeiten auszuprobieren.

Melden Sie Ihr Unternehmen zum Mädchen-Zukunftstag an.

© girls-day.de | Gordon Welters

Girls`Day – Mädchen entdecken ihre Talente

Seit dem Start 2001 haben insgesamt rund 1,9 Millionen Mädchen an dem Projekt teilgenommen. Jedes Jahr beteiligen sich Unternehmen und Organisationen mit rund 10.000 Veranstaltungen. Damit ist der Girls` Day das weltweit größte Berufsorientierungsprojekt, welches sich gezielt an Schülerinnen richtet. Die Möglichkeit, ihre Kompetenzen in den Bereichen Handwerk, Industrie, Technik, Informatik, Wissenschaft und Forschung auszutesten, erfreut sich jedes Jahr großer Beliebtheit bei den Mädchen.

Das Besondere an dieser Veranstaltung ist, dass die Mädchen und jungen Frauen Einblick und Perspektiven jenseits der traditionellen Berufswahl, frei von Geschlechterklischees und Rollenzuschreibungen, bekommen. Darüber hinaus erhalten sie die Möglichkeit, Frauen in Führungspositionen aus Wirtschaft und Politik, die eine Vorbildfunktion einnehmen, zu begegnen.

Aufruf an Organisationen, Betriebe und Hochschulen

Am 28. März 2019 findet wieder deutschlandweit der Girls` Day für Mädchen ab der 5. Klassenstufe statt. Wie bereits in den vergangenen Jahren übernimmt der Bezirksbürgermeister von Reinickendorf Frank Balzer die Schirmherrschaft über den Mädchenzukunftstag 2019.

Ihr Angebot können Sie kostenlos über die Aktionslandkarte:

www.girls-day.de

eintragen.

Diese Plattform nutzen interessierte Mädchen, Eltern und Lehrkräfte zur Aktionssuche und Kontaktaufnahme. Die Mädchen werden Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation etwa drei bis vier Stunden besuchen.

(aw)

Projekt „Einstieg zum Aufstieg“ – große Vermittlungsbörse für Flüchtlinge

Mit dem gemeinnützigen Projekt „Einstieg zum Aufstieg“ unterstützt der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) Flüchtlinge dabei, eine Beschäftigung oder eine Ausbildung zu finden. Dazu findet am 28. Januar 2019 Europas größte Vermittlungsbörse für Flüchtlinge im Estrel Hotel statt. Erwartet werden ca. 4.000 Besucher sowie rund 200 Aussteller (Berliner Unternehmen, Sozialverbände etc.). Auch der VBKI wird mit „Einstieg zum Aufstieg“ auf der Börse vertreten sein.

Projekt: Geflüchteten eine Chance auf dem Berliner Arbeitsmarkt geben

Seit der großen Flüchtlingswelle vor vier Jahren sind rund 85.000 Geflüchtete nach Berlin gekommen. Sie kommen aus Krisen- und Kriegsregionen. Zumeist sind sie aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Einige können bereits auf eine erfolgreiche berufliche Laufbahn in ihrem Heimatland zurückblicken, andere stehen noch ganz am Anfang ihres Berufslebens. Doch unabhängig von ihrem bisherigen beruflichen Erfahrungen verbindet die Geflüchteten eine hohe Motivation und das persönliche Interesse, in Berlin den „Einstieg zum Aufstieg“ zu schaffen.

„Einstieg zum Aufstieg“ – Wie können sich Unternehmen beteiligen?

Noch bis zum Freitag 25. Januar 2019 können Sie Ihren Personalbedarf – seien es Praktika, Ausbildungsplätze oder vollwertige Stellen – in Form von kurzen Tätigkeits- oder Stellenbeschreibungen beim VBKI melden. Dieser kommuniziert dann offene Vakanzen auf der Börse und unterstützt so auf einfachem Weg die Vermittlung von Interessenten an Arbeitgeber.

Ansprechpartner:

Henning Paulmann

Tel.: 01520 357 63 97

henning.paulmann@vbki.de

 

Weitere Informationen zur Beschäftigung und Ausbildung von Flüchtlingen erhalten Sie über die Bundesagentur für Arbeit oder die Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). (aw)

Art Dinner 2018: Kunstauktion für den guten Zweck

Kunst und Kultur für einen guten Zweck – das versprach die bereits siebte Auflage des Art Dinners der Bürgerstiftung Berlin. Im Zuge der diesjährigen Veranstaltung konnten die 350 geladenen Gäste exklusive Kunstwerke für einen guten Zweck ersteigern. Denn die Erlöse kommen den Projekten der Bürgerstiftung Berlin zur Leseförderung an Berliner Brennpunktschulen zugute.

„Nichts, was Sie für Kinder tun ist jemals verschwendet“, betonte die anwesende Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Franziska Giffey. Sie war außerdem Schirmherrin des Art Dinners. Lobende Worte kamen zudem von Michael Müller, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, der die gesellschaftlich wertvolle Arbeit der Stiftung hervorhob.

Führungswechsel während des Art Dinners

Darüber hinaus bot der Abend noch einen weiteren Anlass zum Feiern: Den feierlichen Stabwechsel der Führungsspitze. Ab sofort steht Top-Managerin Vera Gäde-Butzlaff der renommierten Bürgerstiftung vor. Noch bis Februar dieses Jahres war Vera Gäde-Butzlaff die Vorsitzende der GASAG AG. „Wir sind froh und dankbar eine so erfahrene Führungspersönlichkeit für die Bürgerstiftung Berlin gewonnen zu haben“, so der Vorsitzende des Stiftungsrates, Klaus Siegers. Denn neben ihrer Arbeit im Vorstand des Stiftungsrates ist die ehemalige Richterin als Vorsitzende im Aufsichtsrat des Krankenhausbetreibers Vivantes GmbH tätig. Also überrascht es wenig, dass der Stiftungsrat sie einstimmig zur Nachfolgerin wählte.

Die bisherige Vorsitzende Heike Maria von Joest legte ihr zehnjähriges Engagement in der Stiftung nieder. „Heike Maria von Joest hat die Bürgerstiftung Berlin in außerordentlicher Weise nach vorne gebracht, das Stiftungs- und Spendenvolumen beachtlich erhöht und die Stiftung in der öffentlichen Wahrnehmung unserer Stadt als einem wesentlichen Akteur der Ehrenamts-Szene ganz neu etabliert“, dankte Klaus Siegers, der ausscheidenden Vorsitzenden sehr herzlich.

 

Großer Andrang im Saal der Mercedes-Welt| Foto: Andreas Amann

Großer Andrang im Saal der Mercedes-Welt am Salzufer | Foto: Andreas Amann

Erlöse im sechsstelligen Bereich

Die stolze Summe von 103.200 Euro konnte die Auktion unter der professionellen Leitung von Kilian Jay von Seldeneck vom Kunsthaus Lempertz im Rahmen des Art Dinners erzielen. Neben Skulpturen der unterschiedlichsten Formen, Größen und Materialien gab es eine „Silent Auction“ während des Dinners. Hier konnten die Gäste per Höchstgebot besondere Events ersteigern. Unter anderem gehörten dazu die Teilnahme an einer Redaktionssitzung des Tagesspiegels oder ein Tagestrip auf die Rennbahn Hoppegarten.

Die Erlöse des Abends kommen dem Projekt LeseLust und dem Interaktiven Bilderbuchkino zugute. Darüber hinaus erhalten Schulen unter der Prämisse, dass sie ihre Büchereien aufstocken, eine allgemeine finanzielle Förderung. Über 10.000 Kinder profitierten in der Vergangenheit bereits davon. In Rahmen des Projekts LeseLust besuchen 500 ehrenamtliche Paten einmal wöchentlich Schulen und Kitas. Ziel ist es, Kinder für das Lesen und Themenfelder wie Naturwissenschaften zu begeistern.

Solche Projekte zeigen: Die Stiftung ist auf ehrenamtliches Engagement, Spenden sowie Charity -Veranstaltungen angewiesen. Events wie das Art Dinner setzen daher ein Zeichen für die Bereitschaft und das Interesse der Berliner, für einen guten Zweck aktiv zu werden. (red)

Bürokratie erschwert Migranten den Einstieg ins Arbeitsleben

Es ist paradox – auf der einen Seite fehlen in Berlin tausende Fachkräfte, auf der anderen stehen unzählige Bewerber, die nicht arbeiten dürfen. Gemeint sind Geflüchtete und Migranten, die arbeiten können und wollen, aber keine Genehmigung besitzen. Grund dafür sind bürokratische Vorgänge, die Flüchtlingen und Migranten den Weg ins Arbeitsleben erschweren. Durch lange Wartezeiten und fehlende Vernetzung der Behörden ziehen sich die Genehmigungsprozesse unnötig in die Länge.

Das sind verschenkte Integrationschancen, da eine Ausbildung und die Möglichkeit, arbeiten zu können, essentiell für die Berliner Wirtschaft und eine gelungene Integration sind. Am Arbeitsplatz können Migranten nicht nur das Alltagsleben kennenlernen, sondern ebenso die deutsche Sprache lernen. Durch Interaktionen, anstelle von theoretischen Beispielen, werden typische und häufig gebrauchte Phrasen und Wörter schnell erlernt. Auf „eigenen Beinen zu stehen“ hat zusätzlich nicht nur den Vorteil, dass das Selbstwertgefühl gestärkt wird, es entlastet auch die Sozialsysteme. Während Migranten auf ihre Arbeitserlaubnis warten, zahlt das Land für sie die Wohnungs-, Fahrt- sowie Lebenshaltungskosten. Verdienen sie ihr eigenes Geld, fallen derartige Kosten logischerweise weg und der Staat gewinnt neue Steuerzahler dazu. Ein Gewinn für den Staat und die Migranten.

Fachkräftemangel spitzt sich weiter zu

Verwunderlich scheinen solche Zustände vor allem, wenn man sie in den Kontext des deutschen Fachkräftemangels setzt. Allein in Berlin fehlen Schätzungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) zufolge derzeit 121.000 Fachkräfte. Bis 2030 könnte sich diese Zahl berlinweit auf 230.000 leere Stellen nahezu verdoppeln. Am schwersten vom Mangel sind Berufe im Bereich des Baugewerbes, Handels und Gastgewerbes betroffen. Doch auch im Gesundheitswesen fehlen zunehmend Arbeitskräfte. Daraus resultiert eine Frage: Wieso erteilt das Land den arbeitswilligen Flüchtlingen und Migranten keine Erlaubnis zum Arbeiten?

Häufig scheitert es an bürokratischen Auflagen. Allein die Anerkennung eines ausländischen Ausbildungsabschlusses stellt oft ein Problem dar. Beispielsweise den Beruf des Altenpflegers gibt es dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) zufolge in seiner jetzigen Form nur in Deutschland. Um eine Gleichwertigkeitsstellung durchzuführen, fehle daher in anderen Ländern die passende Ausbildung. Darüber hinaus gibt es Wartende, die in Deutschland in den vergangenen Jahren bereits eine Ausbildung absolviert haben, anschließend jedoch auf die weiterführende Arbeitsgenehmigung aufgrund von bürokratischen Auflagen wochenlang warten müssen.

Organisationen bieten Hilfe für Geflüchtete und Migranten

Doch selbst wenn die Abschlüsse und Unterlagen vorhanden sind, steht häufig noch ein weiteres Problem im Raum: Die Sprache. Viele Antragsdokumente sind nur auf Deutsch verfügbar und es mangelt an Hilfen wie Übersetzern. „Als türkische Bewerberin mit Englischkenntnissen wäre ich verzweifelt“, schildert Alev Deniz, Leiterin des Netzwerkes „Integration durch Qualifikation“ (IQ). Daher bietet das Netzwerk Bewerbern mit ausländischen Abschlüssen Hilfe bei der Antragsstellung. Doch auch hier mangelt es an Personal, vor allem durch den steigenden Bedarf an Beratungen. „Wir brauchen deshalb unbedingt mehr unabhängige Beratungsstellen“, so Deniz.

Nicht nur unabhängige Organisationen, auch die Politik fordert Handlungen. In der vergangenen Woche beriet daher der Ausschuss für Integration, Arbeit und Soziales über mögliche Vereinfachungen für die komplexen bürokratischen Auflagen. „Wir müssen nochmal mit alle Kammern und Beteiligte an einen Tisch holen“, fordert Elke Breitenbach (Linke), Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales. Das Ziel ist, die Bürokratie zu vernetzen, um die Genehmigungs- und Anerkennungsprozesse zu beschleunigen. Hier birgt aber die Digitalisierung große Chancen: Es wäre eine Möglichkeit, dass ein Antragssteller nur einen einzigen elektronischen Antrag stellt, statt dies bei jedem Amt einzeln zu tun. Doch von einer digitalen Verwaltung ist Berlin zum jetzigen Zeitpunkt noch weit entfernt. Ob derartige Maßnahmen das Problem lösen werden, wird sich noch zeigen. Fest steht jedoch, dass an der momentanen Situation etwas geändert werden muss. (ke)

Personaltrends der Arbeit 4.0: Was verbirgt sich dahinter?

Neue Formen der Arbeit organisieren die Funktionsweise von Unternehmen neu. Arbeitnehmer verstehen ‚Arbeit‘ heute anders als vor ein, zwei Generationen. Das bedeutet neue Anforderungen an die Arbeitsorganisation, an Recruitingprozesse und an Führung. Was sind die unterschiedlichen Personaltrends und Ansätze mit Blick auf Arbeit 4.0?

Neue Arbeit und New Work

Tobias Kremkau ist Coworking Manger des St. Oberholz in Berlin und empfiehlt eine grundsätzliche Unterscheidung von Neue Arbeit und New Work. „Bei neuer Arbeit steht das innere Bedürfnis des Menschen, etwas aus seiner individuellen Sicht Sinnvolles zu tun, im Vordergrund“, sagt er. Sozialphilosoph Frithjof Bergmann, der diesen Begriff entwickelte, meint damit nicht Arbeitsweisen, Organisationsmodelle oder irgendwelche Anreize, die Unternehmen ihren Arbeitnehmer anbieten. Einzig und allein die Frage, was jemand machen möchte, wofür er ein inneres Feuer hat, sei demnach relevant. „New Work hingegen ist der Oberbegriff für alle Veränderungen innerhalb der Wirtschaft. Das New ist hier quasi eine Situationsbeschreibung, die geprägt ist von neuen Technologien, der Digitalisierung, Entwicklungen wie Automatisierung und Künstliche Intelligenz.“ In der Wirtschaft geht es aber nicht primär um Arbeit, fasst Lars Vollmer pointiert den Denkfehler vieler New-Work-Gurus zusammen, sondern um auf den Kunden ausgerichtete Prozesse.

Collaboration Tools: Personaltrends gehen zur Flexibilität

Für den Erfolg von Projekten und Unternehmen ist es heute mehr denn je relevant, dass fachübergreifend zusammengearbeitet wird. Nur wenn die Kompetenzen aller relevanten Akteure zusammengeführt werden können, ist ein erfolgreiches Arbeiten möglich: Tandemploy aus Berlin hat eine Software as a Service Lösung für ein Matching von Mitarbeitern entwickelt, „und zwar nach dem Button-Up-Prinzip“, wie Inhaberin Jana Tepe betont. Das bedeutet: Tandemploy vernetzt mit der Software Mitarbeiter innerhalb einer Organisation für flexible Arbeits(zeit)-modelle und Kollaborationsformen aller Art – und sorgt so für einen Wissenstransfer, Öffnung von Silostrukturen, mehr Innovationskraft und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit.

„Früher hat man Kampagnen mit Konsumenten gemacht, heute bindet man dauerhaft und strukturiert das gesamte Ökosystem eines Unternehmens ein“, sagt Jan Fischer von Innosabi. Das Münchner Unternehmen hat eine Software entwickelt, um die Komplexität von Konzernen zu handhaben, gerade auch im internationalen Kontext. Und dazu gehört auch die Einbindung von Kunden und Konsumenten. Aus technischer Sicht heißt das: Wie gehe ich damit um, dass ich verschiedene Sprachen habe? Wie autoübersetze ich die Inhalte, so dass diese vertraulich bleiben und eine gute Qualität bieten? Wie bilde ich Besonderheiten in verschiedenen Ländern ab? „All das sind Innovations- und Ideenprogramme, die einheitlich geführt und gemanaged werden müssen.“

Einen anderen Ansatz wählt Zenjob aus Berlin: Das HR-Tech-Start-up fungiert als Personalvermittlungsplattform zwischen Unternehmen und Studierenden. Beide Seiten sind auf der Suche nach Lösungen, und beide führ Zenjob zusammen. Die ‚Talents‘ registrieren sich via App. Bei Personalengpässen fragen Unternehmen über ihr Zenjob Konto online Personal an. Es gibt ein Bewertungssystem in beide Richtungen, um die Zufriedenheit aller Akteure zu sichern.

Coaching von Führung und Mitarbeitern

„Generationenvielfalt und geänderte Arbeitsformen verändern auch Führung ganz entscheidend“, sagt HR-Expertin Heike Andreschak. Leader, Manager oder Coach – zu verstehen, dass und wie visionäre Führung, perfektes Management und unterstützendes Coaching Hand in Hand gehen können, ist der entscheidende Schlüssel zum Führungserfolg. „Dazu kommt: Führung ist durch den Anstieg projektbezogener Arbeit weniger dauerhaft: heute bin ich Führungskraft und morgen Experte in einem anderen Projektteam.“ Also zeigt sich auch hier, dass die Personaltrends zur Flexibilität der einzelnen Kräfte geht.

Bei aller Diskussion um neue Personaltrends in der Arbeit sollten geerdete Ansätze, die sich immer noch als sehr zeitgemäß erweisen, nicht aus dem Blick verloren werden, sagt Coach Michael Pohl. Teams funktionieren nicht wie Maschinen. Als lebendige soziale Systeme durchlaufen sie vielmehr Entwicklungsphasen, die denen des einzelnen Menschen nicht unähnlich sind. Jedes Team, jede zielgerichtete Teamarbeit entwickelt sich nach gruppendynamischen Gesetzmäßigkeiten in vier wesentlichen Phasen: 1. Forming / Orientierung, 2. Storming / Frustration (Richtungssuche und Auseinandersetzung über Verfahrensfragen),3. Norming / Beschlussphase (Aufgreifen von Konsenslinien), 4. Performing / Produktionsphase. „Nicht jedes Team kann das Beste sein, aber jedes Team kann das Beste aus seinen Möglichkeiten machen“, sagt der Coaching-Experte.

Unternehmen sorgt für Bildung und Gesundheit der Mitarbeiter

„Die Arbeitsplätze werden sich wandeln. Lebenslanges Lernen ist nicht nur ein Schlagwort, sondern wird immer stärker einer alltägliche Notwendigkeit“, sagt Ralf Münchow, stellvertretender Leiter der Projektgruppe „Wissenschaftsjahr Arbeitswelten der Zukunft“ beim Bundesministerium für Bildung und Forschung. „Dabei ist Einsatz von uns allen gefragt: Es braucht Offenheit und Neugier von uns allen, sich auf die neuen Technologien, auch außerhalb des Arbeitslebens, einzulassen. Darüber hinaus ist es entscheidend, dass Unternehmen und Betriebe branchenübergreifend für ihre Angestellten und Arbeiter Möglichkeiten schaffen, sich stetig weiterzubilden.“ Auch hier gehen die Personaltrends zum vielfältigen Einsatz der Mitarbeiter. Sie konzentrieren sich nicht länger auf eine einzelne Tätigkeit, sondern können durch verschiedene Lernprozesse in mehreren Aufgabenbereichen arbeiten.

Außerdem ist betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) erforderlich für die Zufriedenheit aller Mitarbeiter. BGM muss nach Einschätzung von Kundendienst-Verband-Vorstand Guido Geller schon in einem frühen Stadium einsetzen. „Maßnahmen sollen schließlich nicht nur Beschwerden lindern, sondern sie im Idealfall gar nicht erst entstehen lassen. Mir ist es wichtig, dass gesundheitsfördernde Maßnahmen fest verankert werden – im Bewusstsein von Unternehmen und ihren Führungskräften, aber auch bei den Service-Mitarbeitern selbst. Die eben genannten Aspekte müssen eine Selbstverständlichkeit werden und Teil einer Unternehmens- oder Organisationsstrategie.“ Flexibilität, Wandelbarkeit und umfassendes Lernen: Die Personaltrends zeigen, dass der einzelne Mitarbeiter in Zuge der Arbeit 4.0 in den Vordergrund rückt. (red)

 

Millionenschwere Zuschläge für Lehrer an Brennpunkt-Schulen

An Schulen in sozialen Brennpunkten zu unterrichten, ist oftmals nicht attraktiv für Lehrer. Der Senat will nun neue Anreize schaffen, um den Lehrermangel an Brennpunkt-Schulen zu bekämpfen. Geplant ist ein Gehaltszuschlag für Lehrkräfte und Erzieher an Schulen mit hoher Armutsquote unter den Schülern.

Laut Maja Lasic, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, soll sich dieser Zuschlag auf monatlich 300 Euro brutto belaufen. Etwa 2.000 der insgesamt 30.000 Lehrer an Berliner Schulen könnten von dem Vorhaben profitieren.

Nicht nur Lehrer profitieren

Lehrkräfte allein können oftmals die Aufgaben an Problemschulen nicht bewältigen. Kriminalität, schwierige Elternarbeit und Anforderungen der Inklusion erschweren den Schulalltag. Daher setzt das Land vor allem in Grundschulen auf Erzieher, die den Unterricht unterstützen. Die Erzieher können nun auch mehr Geld erhalten; ihre Zulage soll die nächsthöhere Gehaltsstufe vorwegnehmen. „Das kann bei jeder Person anders ausfallen – zwischen 70 und 350 Euro“, bestätigt Lasic. Man kann jedoch keine einheitliche Zulage auszahlen, da Erzieher im Gegensatz zu Lehrern an Tarifverträge gebunden sind.

Der Doppelhaushalt des Senats stellt 17 Millionen Euro für die Gehaltszuschläge zur Verfügung. Das Geld reicht damit allerdings nur für Pädagogen an etwa 50 von Berlins fast 800 Schulen. Allerdings können lediglich Schulen, an denen mindestens 80% der Schüler Sozialleistungen erhalten, das Geld in Anspruch nehmen. Der berlinweite Durchschnitt von Hartz-IV-Schülern liegt bei 35%, also deutlich unter dem der Brennpunkt-Schulen.

Entlastung von Quereinsteigern an Brennpunkt-Schulen

Derzeit unterrichten besonders viele Quereinsteiger an Brennpunkt-Schulen. Die Anreize der Regierung sollen voll ausgebildete Lehrer an die Schulen holen, nicht zuletzt, um die Quereinsteiger zu entlasten. Diese müssen nämlich häufig neben dem Unterricht ein Fach berufsbegleitend „nach“-studieren. Zusätzlich ist an den sozialen Brennpunkten pädagogisches Geschick gefragt. Obwohl Quereinsteiger in Crash-Kursen geschult werden, ersetzen diese kein vollwertiges Lehramtsstudium, welches auch pädagogische Ansätze vermittelt. Eine stärkere personelle Aufstellung von ausgebildetem Lehrpersonal kann Schüler, ebenso deren Eltern, im Alltag unterstützen.

Abschließend muss die Senatsverwaltung für Finanzen den Plan bestätigen. „Wir haben das letzte Gespräch mit der Senatsverwaltung für Finanzen noch nicht geführt, ich hoffe aber, dass wir es schaffen, dass es bei der vereinbarten Höhe von 300 Euro bleibt“, betonte Lasic gegenüber dem Tagesspiegel. Die Bildungspolitikerin hofft, die Zuschläge noch in diesem Jahr auszahlen zu können. Ob die Anreize tatsächlich mehr Lehrer an Problemschulen locken, bleibt jedoch fragwürdig. Denn es ist nicht gewiss, ob für die Pädagogen das zusätzliche Geld die Herausforderung an einer Brennpunkt-Schule zu unterrichten, aufwiegt. (ke)

 

PlusPeter: „Studierende müssen von potenziellen Arbeitgebern früher abgeholt werden“

Papierstapel gelten in der digitalisierten Arbeitswelt als altmodisch. Nicht jedoch an den Universitäten – noch nicht, meint Cecil von Croy. Der CEO des Berliner Start-ups PlusPeter ermöglicht Studierenden kostenloses Drucken. Nun soll die Plattform Studierenden das Leben und Lernen auf vielseitige Weise auch digital erleichtern. Ein Gespräch über Gewohnheitsmenschen, Werbung, die sich auszahlt und neue Arbeitsplätze.

BERLINboxx: Vor kurzem hat PlusPeter zweijähriges Bestehen gefeiert. War euer Plan von Anfang an darauf ausgerichtet von Print auf Digital umzusteigen, oder fühlt man sich unter Umständen auch von der Digitalisierung anderer Start-ups angespornt?

Cecil von Croy: Für uns war immer klar, dass wir uns im Online-Bereich etablieren möchten. Das Drucken war für uns der Zugang zur studentischen Zielgruppe. Wir haben ein Wertversprechen gesucht, dass wir den Studierenden kinderleicht vorstellen können und das bei ihnen auch das Interesse an unseren anderen Produkten weckt. Wir kamen auf das kostenlose Drucken, weil es Studierenden einen echten Mehrwert bietet. Somit ging es darum auszumachen wo wir uns gerade am Anfang von anderen unterscheiden, um User zu akquirieren. Den Studierenden, die unsere Plattform jetzt nutzen, können wir nun andere Produkte, vor allem zum Thema Lernen anbieten. Wir generieren, basierend auf dem Kernprodukt, schrittweise Nutzerzahlen.

BERLINboxx: Wenn Drucken nur der „Trailer“ für den Launch der ausgefeilten Funktionen war, habt ihr dann vor, irgendwann komplett davon Abstand zu nehmen? Wie sehen die Pläne aus?

Cecil von Croy: Solange Studierende noch drucken – und ich sehe das die nächsten zehn bis 15 Jahre noch gegeben – soll Drucken in jedem Fall ein Teil der Plattform bleiben. Lustigerweise hat das Drucken an den Universitäten seit dem Zeitalter des Internets sogar exponentiell zugenommen. Wir sehen alle, dass es eine Veränderung geben wird. Doch selbst die Schüler*innen, die jetzt aus der Schule kommen, sind zu 90 Prozent noch an das Offline-Lernen gewöhnt. Solange das nach wie vor der Fall ist und Studierende immer noch so Lernen oder es ihnen so beigebracht wird, werden sie neue Modelle an der Universität nicht innerhalb kürzester Zeit adaptieren. Deshalb wird auch in den nächsten Jahren noch gedruckt werden. Auch wenn der Trend langfristig in eine andere Richtung geht – Online.

BERLINboxx: Also praktisch der Mensch als Gewohnheitstier. Trotzdem eure Gründungsidee einmalig ist, wie wollt ihr euer Alleinstellungsmerkmal weiterhin fördern?

Cecil von Croy: Wir bauen derzeit ein ganz neuartiges Lern-Tool auf. Bisher haben wir es geschafft, der größte Player Europas auf dem Offline-Lernmarkt zu werden. Hier wollen wir jetzt auch Online ausbauen, denn momentan gibt es da nur zwei bis drei Tools, wie z.B. den Adobe-Reader oder PDF-Viewer, die Online-Lernen ermöglichen. Hierzu entwickeln wir gerade ein Tool, welches nicht nur das Lernen effizienter macht, sondern vor allem das gemeinsame Lernen fördert. Wir wollen eine riesige Wissensplattform aufsetzen, die Wissensaustausch vorantreibt. So das große Ziel.

BERLINboxx: In Bezug auf eure Gründungsidee sprecht ihr davon die Lücke zwischen Studierenden und Unternehmen zu schließen, um diese für potenzielle Berufschancen näher zusammenzubringen. Das ist bisher durch Werbung in den gedruckten Skripten geschehen, die Studierende bei euch bestellen. Wie stellt ihr euch dieses Konzept auf der Online-Plattform vor?

Cecil von Croy: Unsere Mission ist es, Studierende beim Lernen zu unterstützen, sie mit unseren Lernangeboten fit zu machen und sie dann, basierend darauf, mit der Zukunft zu verknüpfen. Das ermöglichen wir inzwischen genauso Online wie Offline. Natürlich haben wir begonnen mit dem Skript viele Studierende auf passende Unternehmen bzw. potenzielle Arbeitgeber aufmerksam zu machen, da wir dort Printwerbung platzieren können. Inzwischen schaffen wir das aber auch über die sozialen Medien und das E-Mail Marketing oder andere Start-up-Produkte wie Jodel. Nach heutigem Stand haben wir schon mehr Online- als Offline-Produkte, über die wir Studierende mit Unternehmen zusammenbringen.

BERLINboxx: Wie kommt es bei Studierenden an, über On- oder OfflineWerbung darauf aufmerksam gemacht zu werden, welche Unternehmen für sie interessant sein könnten?

Cecil von Croy: Sie sind mehr als dankbar. Nach unserem eigenen Studium haben wir bemerkt, dass eine gesamte Zielgruppe an Studierenden bisher komplett vernachlässigt wurde. Ich spreche von dem typisch europäischen Denken, dass Studierende für Unternehmen erst interessant werden, wenn sie die Universität mit einem Abschluss verlassen. In Amerika, wo ich studierte, habe ich das anders erlebt. Dort holt man Studierende schon früher ab, denn in der Zukunft sind genau sie die einkommens- und einkaufsstärksten Kräfte. Sie sind die „Leader“ von morgen, wenn man so will. Schon frühzeitig zu wissen, wer sie sind und mit ihnen in Kontakt zu treten, ist für Unternehmen essentiell. Studierende profitieren erst recht davon, schon frühzeitig ihre potenziellen Arbeitgeber kennenzulernen.

 

Cecil von Croy, CEO von PlusPeter, lernte potenzielle Arbeitgeber während seines Studiums in den USA früher kennen, als das in Deutschland der Fall ist. | Foto: PlusPeter

 

BERLINboxx: Ihr arbeitet in dieser Hinsicht mit unglaublich vielen Universitäten zusammen. Was hat euch zur Berliner Standortwahl bewogen?

Cecil von Croy: Wir kommen alle aus der Start-up-Szene und haben hier in Berlin dementsprechend einfach die besten Möglichkeiten groß zu werden und zu Networken. Es gibt keine andere deutsche Stadt, die annähernd so Tech-afin und breitgefächert ist. Hier gibt es die Möglichkeit top Personal aufzugabeln. Wie beispielsweise die Tech-Developer, die man in Berlin zehnmal öfter findet als woanders.

BERLINboxx: Wie sehen eure Pläne für die Zukunft in der Gründungsmetropole Berlin aus? Studi-Plattformen, die das studentische Leben und Lernen in vielen Bereichen erleichtern, wird es bald wie Sand am Meer geben – was bietet ihr?

Cecil von Croy: Ich will nicht zu viel verraten, da wir momentan noch über eine eventuelle Zusammenarbeit mit anderen Start-ups verhandeln. Aber ich kann es am besten daran deutlich machen: Was will ein*eine Student*in wirklich können? Die meisten E-Learning Plattformen in Deutschland kreieren eigenen Content mit Marketing-Inhalten oder filmen unterstützende YouTube-Videos. Das Problem dabei ist, dass Studierende nur eine Sache wirklich beherrschen möchten und das ist das Skript. Das sind die Lerninhalte, die Studierenden während der Vorlesung vermittelt werden und die Klausurrelevant sind. Um eine Klausur zu bestehen müssen sie das Skript, das aus diesen Informationen besteht, beherrschen. Da kommen wir ins Spiel. Wir drucken das ganze natürlich Offline aus, aber auch Online bereiten wir genau diese Skripte smart auf, für effizienteres und gemeinsames Lernen.

Bewerbungsaufruf für die Innovatoren der Hauptstadtregion

Reinhold Hartwig, Geschäftsführer von GA Generic Assays, ist der Stolz anzusehen. Er durfte den Innovationspreis Berlin Brandenburg 2017 mit nach Hause nehmen. Aus seiner Sicht sind Wettbewerbe wie der Innovationspreis Berlin Brandenburg die beste Gelegenheit, um auf das eigene Unternehmen öffentlichkeitswirksam aufmerksam zu machen: „Innovative Produkte müssen auch vermarktet werden. Durch den Innovationspreis haben wir bemerkt, was PR für ein Unternehmen bedeutet“, so Hartwig. „Plötzlich wurden wir auch von der Politik des Landes Brandenburg wahrgenommen. Wer eine innovative Entwicklung vorzuweisen hat, sollte seine Chance nutzen.“

Nun läuft die Bewerbungsphase 2018 und im Rahmen des 2. Innovationsfrühstücks bei der Investitionsbank Berlin (IBB) informierte das Organisationsteam des Wettbewerbs über das Bewerbungsprozedere. Neben Reinhold Hartwig war auch Michael Unbehauen, FU Berlin/DendroPharm (Preisträger 2016), zu Gast und berichtete aus erster Hand über seine Erfahrungen mit dem Innovationspreis: „Nicht zu unterschätzen ist der Effekt, den eine solche Auszeichnung auch auf die Mitarbeiter hat. Die Wertschätzung von außen, die eine hart erarbeitete Entwicklung anerkennt, schafft eine Motivation, die sehr deutlich bei den Mitarbeitern ankommt.“

„Der Gewinn des Innovationspreises stellt eindeutig einen Wettbewerbsvorteil dar“

Die Investitionsbank Berlin (IBB) ist langjähriger Partner und Unterstützer des Innovationspreises. Für Heinz-Joachim Mogge, Abteilungsleiter für Kundenberatung Wirtschaftsförderung der IBB, steht fest: „Der Gewinn des Innovationspreises stellt eindeutig einen Wettbewerbsvorteil dar.“

Der Innovationspreis Berlin Brandenburg ist einer der wichtigsten Wirtschaftspreise der Hauptstadtregion. 1984 in Westberlin ins Leben gerufen, loben die Länder Berlin und Brandenburg seit 1992 den Wettbewerb jährlich gemeinsam aus. Somit ist der Innovationspreis nicht nur traditionsreich, sondern gewinnt in Zeiten von Start-ups und Digitalinnovationen stetig an Bedeutung. Aufgefordert zur Bewerbung sind alle Innovatoren, Entwickler, Gründer und Tüftler der Hauptstadtregion, die zukunfts- und marktfähige Entwicklungen vorzuweisen haben.

Die Innovationen von heute sind die Arbeitsplätze von morgen

Die Arbeitsplätze von morgen werden durch die Innovationen von heute geschaffen und gefördert, so das Credo des Preises. Als Instrument der Wirtschaftsförderung orientiert sich der Wettbewerb daran, dass für die Zukunft der Hauptstadtregion eine dynamische Entwicklung in den Zukunftsbranchen ausschlaggebend sei. Zugleich ist es Ziel des Innovationspreises Berlin Brandenburg, als lebendiger Jahrgangsprozess für engagierte Innovatorinnen und Innovatoren sowie für Innovationsförderer und öffentliche Entscheidungsträger eine breit angelegte und ergebnisorientierte Netzwerkplattform bereitzustellen. Ein reger Austausch und gegenseitige Impulse sind ein fester Bestandteil des Innovationspreises.

 

In diesem Jahr ist es noch einfacher als bisher sich für den Innovationspreis zu bewerben. | Foto: BERLINboxx

 

Bewerbungsphase für den Innovationspreis 2018 noch bis zum 07. Juli

Aktuell ist die Bewerbungsphase noch in vollem Gange. Noch gute drei Wochen, bis zum 7. Juli, besteht die Möglichkeit, seinen Hut in den Ring zu werfen und damit die Chance zu wahren, zu einem der Preisträger 2018 gekürt zu werden. Immerhin gibt es für jeden der bis zu fünf Gewinner auch noch ein Preisgeld von 10.000 Euro abzuräumen. Dabei ist es in diesem Jahr einfacher als jemals zuvor, am Wettbewerb teilzunehmen. Das sogenannte 2-Click-Verfahren über die Homepage des Innovationspreises ist unkompliziert und kann rasch abgeschlossen werden – einer Bewerbung steht also nichts mehr im Weg. Die diesjährigen Innovationspreise werden durch die Vertreter der Wirtschaftsverwaltungen der beiden Länder dann am 30. November im Kommunikationsmuseum in Berlin verliehen. (cn)

Link zur Bewerbung: www.innovationspreis.de/bewerbung/bewerbung.html

Veranstaltungen

FUTUREwork Convention & Festival

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Microsoft Germany laden  zur FUTUREwork Convention & Festival ein. Einen ganzen Tag dreht sich dabei auf dem innovationsgetriebenen EUREF-Campus in Berlin alles um die Zukunft der Arbeit. Die Teilnehmer diskutieren mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft darüber, wie Deutschland Vorreiter einer digitalen Arbeitswelt wird. Panels, Impulsvorträge und Live-Präsentationen bieten spannende Einblicke zu Themen wie Bildung im digitalen Zeitalter, modernem Leadership und Mensch-Maschine-Kollaboration. Durch interaktive Workshops können sie den Wandel zur digitalen Arbeitswelt selbst erleben. Bei der spätsommerlichen AFTERwork-Party wird der Tag in lockerer Atmosphäre, bei kühlen Drinks und guten Gesprächen gemeinsam ausgeklungen.

Vocatium Berlin

Die Vocatium Berlin, Fachmesse für Ausbildung, Studium und Duales Lernen, richtet sich an Schulabgänger, die sich über Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierewege informieren wollen. In der Arena in Berlin-Treptow präsentieren über 150 Ausbildungsbetriebe, Fach- und Hochschulen sowie Institutionen ihre Ausbildungs- und Studienangebote. Die Jugendlichen können sich den Einrichtungen und Betrieben vorstellen und sich über Berufswege beraten lassen.

JugendBildungsmesse

Mit der JugendBildungsmesse JuBi kommt eine der bundesweit größten Spezial-Messen zum Thema Bildung im Ausland in die Hauptstadt. Rund 100 Austauschorganisationen, Veranstalter und Agenturen aus dem gesamten Bundesgebiet informieren auf der JuBi-Tour über alle Facetten von Auslandsaufenthalten und stellen ihre Programme und Stipendienangebote vor, u.a. die WELTBÜRGER-Stipendien.

Die Beratung zu Themen wie Schüleraustausch, High School-Aufenthalte, Gastfamilie werden, Sprachreisen, Au-Pair, Work & Travel, Freiwilligendienste sowie Praktika und Studium im Ausland erfolgt persönlich an den Ständen der Aussteller durch Bildungsexperten und ehemalige Programmteilnehmer.

Die JugendBildungsmesse informiert Schülerinnen und Schüler über die Möglichkeiten eines Auslandsaufenthalts während oder nach der Schulzeit.
Schirmherrin der Veranstaltung ist Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

StudyWorld

Auf der internationalen Hochschulmesse für Studium, Praktikum und akademische Weiterbildung stellen sich über 150 Aussteller aus 25 Ländern vor.

Studienberater und Karrierecoaches beantworten im begleitenden Informations- und Seminarprogramm in über 60 Veranstaltungen individuell Fragen zu Studium und Berufseinstieg im In- und Ausland wie: Welche Master-Studiengänge gibt es im europäischen Ausland? Wo findet man ein Praktikum, bei dem man seine Englischkenntnisse entscheidend verbessern kann? Welche Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung gibt es für einen Studienaufenthalt in Asien?