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Senatsbeschluss: Aus Ausländerbehörde wird eine eigenständige Einwanderungsbehörde

Der Berliner Senat hat am Dienstag auf Vorlage von Innen- und Sportsenator Andreas Geisel beschlossen, den Gesetzentwurf zur Errichtung einer eigenständigen Einwanderungsbehörde beim Abgeordnetenhaus einzubringen. Dies bedeutet, aus der Berliner Ausländerbehörde wird ein eigenständiges Landesamt für Einwanderung. Der Vorschlag wurde bereits vor einem Vierteljahr angekündigt und wird jetzt konkret. Das Abgeordnetenhaus muss nur noch entscheiden – Linke und Grüne haben jedoch bereits ihre Zustimmung angedeutet.

Aus Ausländerbehörde wird Einwanderungsbehörde

Die Berliner Ausländerbehörde war bisher eine Abteilung des Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten. Durch die wachsende Zuwanderung aus dem Ausland, vor allem durch Fachkräfte, Studierende und nachziehende Familienangehörige, wird ein eigenes Landesamt für Einwanderung dringend gebraucht. Mit der Neustrukturierung soll nun ein eigenständiges Landesamt für Einwanderung entstehen – mit 430 Mitarbeitern. Berlin ist damit das erste Bundesland mit einem solchen Landesamt.

Schon jetzt sei die Berliner Ausländerbehörde die mit Abstand größte Ausländerbehörde Deutschlands. Jährlich sprechen etwa 400.000 Kunden vor. Zudem sei sie mit zwei Standorten in der der Hauptstadt die größte Abteilung der Behörde. Rund zwölf Prozent aller bundesweit erteilten Aufenthaltstitel würden hier verantwortet, so der Senat.

Größere Flexibilität und mehr Transparenz

„Ziel ist es, die neue Behörde zeitgleich mit dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz zum 1. Januar 2020 an den Start zu bringen“, heißt es in der dazugehörigen Pressemitteilung des Senats. Weiterhin soll mit der Modernisierung und Bildung einer dienstorientierten Verwaltung eine verbesserte Serviceorientierung, größere Flexibilität und mehr Transparenz erzielt werden.

Innensenator Geisel erklärte am Dienstag im rbb: „Im Kern geht es darum, als Willkommensbehörde auf den Arbeitsmarkt einzuwirken und Menschen, die dringendst auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden, schnell mit Aufenthaltstiteln zu versorgen. Und gemeinsam mit den Firmen auch zu organisieren, dass die Firmen, die den Fachkräftebedarf haben, auch genau die Fachkräfte bekommen, die sie brauchen.“

„Business Immigration Center“

Das „Business Immigration Center“ in der Fasanenstraße in Charlottenburg-Wilmersdorf galt als Modellprojekt. Bereits 1.000 Berliner Unternehmer nutzen es um Fachkräfte für ihr Unternehmen schnell aus dem Ausland nach Berlin zu holen, sodass diese ihre Arbeit zügig aufnehmen können. Mittlerweile kommen Reisegruppen aus ganz Deutschland und Europa nach Berlin, um sich das Erfolgsmodell anzusehen.

Mit der Errichtung einer eigenständigen Einwanderungsbehörde wird das Modellprojekt nun zum Regelfall in Berlin. (lb)

Europawahl 2019 – das Wichtigste im Überblick

Am 26. Mai 2019 ist es wieder soweit – die Europawahl steht an und mit ihr die Entscheidung, wer die europäischen Länder in den kommenden Jahren vertreten wird. Die Wahl fällt in eine schwierige Zeit – mit dem zukünftigen Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union, den weltweiten Terrorschlägen des Islamischen Staats, dem Erstarken populistischer Parteien in allen Ländern – und wird richtungsweisend für die zukünftige Entwicklung der EU sein. Doch wie funktioniert die Europawahl und wer kann gewählt werden?

Was wird bei der Europawahl 2019 gewählt?

Alle fünf Jahre sind die Europawahlen. 2019 wählen die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union zum neunten Mal das Europäische Parlament. Genauer gesagt: Es werden die Abgeordneten für das Parlament gewählt.

Wann findet die Europawahl 2019 statt?

Gewählt wird in den verschiedenen Ländern zwischen dem 23. Mai und dem 26. Mai 2019. In Deutschland werden die Wahllokale am Sonntag, den 26. Mai, von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Wer darf wählen?

Wählen darf jeder Bürger der Europäischen Union, der das 18. Lebensjahr vollendet hat, in ein Wählerverzeichnis eingetragen ist und Unionsbürger ist. Für Deutschland gilt zusätzlich: Der Hauptwohnsitz muss sich seit mindestens drei Monaten dort befinden. In der Bundesrepublik lebende EU-Bürger müssen sich entscheiden, ob sie in ihrem Wahlkreis in Deutschland oder in ihrem Heimatland wählen möchten.

Rund 64,8 Millionen wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger sind in Deutschland dazu aufgerufen, bei der nächsten Europawahl ihre Stimme abzugeben. Circa 5 Millionen davon sind Erstwähler.

Wie funktioniert die Europawahl in Deutschland?

Jeder Wähler hat eine Stimme. Im Gegensatz zur Bundestagswahl können Kandidaten nicht direkt gewählt werden, sondern nur nach dem Verhältniswahlsystem auf der Grundlage von Listen.

Die Listen der Parteien und sonstigen politischen Vereinigungen sind sogenannte geschlossene Listen, weil die Reihenfolge der Bewerberinnen und Bewerber von den Parteien durch Wahl festgelegt wurde und nicht verändert werden kann.

Je nach Bundesland ist die Reihenfolge unterschiedlich. Zunächst ist entscheidend, wie viele Stimmen eine Partei bei der letzten Europawahl in dem Bundesland erhalten hat. Die Partei, die am meisten Stimmen erhalten hatte, steht also ganz oben. Dann erst folgen die Parteien – alphabetisch gelistet – die bei der letzten Wahl nicht angetreten sind oder keine Abgeordnete im aktuellen Europaparlament stellen konnten.

Das bedeutet also, man wählt eine Partei oder eine politische Vereinigung, auf deren Wahlliste eine feste Reihenfolge von Kandidatinnen und Kandidaten zu stehen hat. Diese wurden vorher von der Partei oder der Vereinigung festgelegt. Die ersten zehn Bewerberinnen und Bewerber werden auf dem Stimmzettel, unter der zugehörigen Parteien, aufgelistet. Umso mehr Stimmen eine Partei bekommt, desto mehr Bewerber werden von ihrer Wahlliste im europäischen Parlament vertreten sein.

Wer wird gewählt?

Wer in Deutschland das Recht hat, bei den Europawahlen, zu wählen, hat auch das Recht sich bei der Europawahl als Kandidat aufstellen zu lassen.

In Deutschland stehen 41 Parteien und Vereinigungen zur Wahl. Dazu gehören die bekannten, im Bundestag vertretenen Parteien, wie  CDU/CSU, SPD, DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen. Aber auch kleinere, weniger bekannte Parteien, oder Vereinigungen, wie die Partei für die Tiere Deutschland, Deutsche Kommunistische Partei und Feministische Partei Die Frauen.

Welche Fraktionen gibt es im Europaparlament?

Im Europaparlament haben sich verschiedene Fraktionen gebildet, die aus Europaabgeordneten mit ähnlichen politischen Ansichten bestehen. Zurzeit sind acht Fraktionen und 20 Abgeordnete, die sich keiner Fraktion angeschlossen haben, im Europäischen Parlament vertreten.

Diese nennt man fraktionslose Abgeordnete. Gründe dafür können zum einem zu wenig Mitglieder der eigenen Partei im Parlament, um die Mindestgröße für eine Fraktion zu erreichen, sein. Zum anderen, dass ein Angeordneter schon bei seiner Wahl keiner Partei oder Wählergemeinschaft angehörte, keiner Fraktion beigetreten ist, aus seiner Fraktion ausgetreten ist oder ausgeschlossen wurde.

Zur Bildung einer Partei sind mindestens 25 Abgeordnete notwendig. In jeder Fraktion müssen Abgeordnete aus wenigstens einem Viertel der Mitgliedstaaten vertreten sein. Jeder Europaabgeordneter darf nur einer Fraktion angehören.

Wie setzt sich das Europäische Parlament zusammen?

Das Europäische Parlament besteht aus 751 Mitgliedern. Die Anzahl der Abgeordneten aus einem Land wird nach dem Grundsatz der degressiven Proportionalität verteilt. Das bedeutet, dass bevölkerungsreichere Staaten grundsätzlich mehr Sitze im Parlament erhalten als bevölkerungsärmere, bevölkerungsärmere jedoch mehr Sitze pro Einwohner als bevölkerungsreichere.

Deutschland ist das bevölkerungsreichste Land der EU und hat demzufolge, mit 96, die meisten Abgeordneten. Malta hingegen hat sechs Sitze im EU Parlament, aber auch eine deutlich kleinere Einwohnerzahl.

Warum ist die Europawahl 2019 nicht in allen Ländern gleich?

Innerhalb eines Landes zählt jede Stimme gleich viel. Für das Ergebnis der Europawahl gilt dieser Grundsatz nicht. Die Stimmen der EU-Bürger haben ein unterschiedliches Gewicht. Das liegt an den unterschiedlichen Wahlsystemen der Staaten.

Viele EU-Staaten haben eine Sperrklausel, die von 1,8 Prozent bis zu fünf Prozent reicht. Damit sollen Parteien mit einem niedrigen einstelligen Wahlergebnis wie derzeit die Satirepartei Die Partei und die rechtsextreme NPD keinen Sitz mehr im Europaparlament bekommen.

Deutschland hat bisher noch keine – das soll aber bis zur nächsten Wahl 2024 geändert werden.

Ein weiterer Unterschied ist, dass in jedem Land anders gewählt wird. Die Wahl erfolgt nicht nach einem einheitlichen europäischen Wahlrecht. Die einzelnen Mitgliedsstaaten dürfen die Wahl nach ihren nationalen Wahlsystemen durchführen. In manchen Ländern wie Deutschland wählt man eine Partei und damit die von ihr gestellten Kandidaten. In anderen Ländern hingegen kann man auf dem Wahlzettel einen Kandidaten wählen.

Gleich ist nur, dass die Wahl überall allgemein*, unmittelbar, geheim und frei ist. (lb)

*Allgemein bedeutet, dass jeder Bürger, jede Bürgerin ohne Ansehen von Stand, Vermögen, Steueraufkommen, Geschlecht, Volkszugehörigkeit, Schulbildung oder politischer Überzeugung wählen darf.

 

Für Unentschlossene oder Erstwähler gibt es zahlreiche Seiten und Apps, die die wichtigsten Punkte der Parteien vorstellen.

 

Hier unsere beiden Favoriten:

Foto: (© bpb)

Wahl-O-Mat: Hier können Sie ihre Standpunkte mit denen der Parteien vergleichen.

Foto: voteswiper

WahlSwiper: Wählen Sie nach dem Tinder-Prinzip.

Spielbank Berlin: Beiratsmitglied Gregor Gysi überreicht Scheck über 5.000 Euro an traditionsreichen Tourenseglerverein TSG 1898

In seiner Funktion als Beiratsmitglied der Spielbank Berlin überreichte LINKEN-Politiker Gregor Gysi dem Vereinsvorstand der Freien Vereinigung der Tourensegler Grünau 1898 e.V. einen Scheck über 5.000 Euro. Der Verein kann auf eine über 100jährige Geschichte zurückblicken und hat durch seine aktiven Regattasegler – unter ihnen Europameister und Deutsche Meister – einen Bekanntheitsgrad weit über Berlin hinaus erlangt.

„Meine Wahl ist auf den TSG 1898 gefallen, weil es sich hier um einen Ur-Berliner Verein handelt, der jungen Menschen die Möglichkeit bietet, den Segelsport kennenzulernen – was sehr viel sinnvoller ist, als wenn sie an andere Dinge herangeführt werden“,  so Gregor Gysi.

Der TSG 1898 in Berlin Schmöckwitz zeichnet sich durch seine nachhaltige Jugendarbeit aus | Foto: Business Network

Vereinsleben mit Teamgeist und Zusammenhalt

Der Verein sitzt am idyllischen Langen See in Berlin Schmöckwitz und zeichnet sich durch breit gefächerte Vereinsaktivitäten sowie zahlreiche Regattawettbewerbe aus. Die von der TSG 1898 ausgetragenen Regatten, wie z. B. der Alfred-Wahrendorf-Preis, der Heinz-Urban-Preis, der Edgar-Jambor-Preis (ehemals Rossdeutscher-Arnoldi-Preis), der Geldner-Preis und insbesondere der Niemeyer-Cup finden regen Zuspruch und sind nur einige der Höhepunkte der vielfältigen Vereinsaktivitäten. Das Vereinsleben ist insbesondere durch einen starken Zusammenhalt und außergewöhnlichen Teamgeist geprägt. Einen besonderen Stellenwert haben im Verein deshalb auch die gemeinschaftlichen Aktivitäten wie das große Sommerfest, das im Rahmen des Niemeyer-Cups stattfindet, das jährliche Kinderfest und darüber hinaus auch in den Wintermonaten Aktivitäten wie Winterwanderungen, historische Stadtführungen, Bowlingnachmittage, eine Kinderweihnachtsfeier sowie die traditionsreiche Silvesterfeier.

„Wir danken Herrn Gysi und der Spielbank Berlin, wir freuen uns sehr über die großzügige Finanzspritze“ sagt Harald Nowka, Jugendwart des TSG 1898 e.V., „mit dem Geld haben wir ein neues Trainingsboot finanziert, das wir dringend für die Nachwuchsausbildung benötigen.“

Beirat der Spielbank mit eigenem Fördertopf

Die Spielbank Berlin unterstützt nicht nur seit vielen Jahren kulturelle und sportliche Events der Bundeshauptstadt, sondern ermöglicht auch ihren Beiräten die Unterstützung von unterschiedlichen sozialen Einrichtungen, Projekten und Vereinen aus dem Budget eines eigenen Fördertopfes. Erst kürzlich wurden durch die Beiratsmitglieder der Spielbank Berlin Schecks an den TSV Wittenau, den Köpenicker Mellowpark und den SCL Sportclub Lebenshilfe Berlin e.V. überreicht.

„Die Förderung des Hauptstadt-Sports ist der Spielbank Berlin bereits seit vielen Jahrzehnten ein ganz besonders wichtiges Anliegen“, so David Schnabel, Geschäftsführer der Spielbank Berlin. „Berlin verfügt über eine hervorragende Vereinskultur, von dem die Menschen in vielerlei Hinsicht profitieren. Wir freuen uns sehr, dass die Wahl unseres Beiratsmitglieds Gregor Gysi auf den TSG 1898 gefallen ist, eine Berliner Institution, die nicht nur zahlreiche erfolgreiche Sportler hervorgebracht hat, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Vereinsleben im Berliner Südosten leistet.“ (red)

3. SchlossKunstFest in der Großen Orangerie des Schlosses Charlottenburg

Der Freundeskreis der Jugendkunstschule e.V. und die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten begrüßten auch in diesem Jahr Kinder, Jugendliche sowie ihre Familien, die an den Schulklassenprojekten, Ferienworkshops und Kursen der Jugendkunstschule teilgenommen haben und die Schulen, deren Schülerinnen und Schüler auf dem Fest auftreten, zum 3. SchlossKunstFest in der Großen Orangerie des Schlosses Charlottenburg.

Der Freundeskreis unterstützt die Jugendkunstschule Charlottenburg-Wilmersdorf bei den Aktivitäten zur Entwicklung der kulturellen Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche personell ehrenamtlich und finanziell hauptsächlich mit der Akquisition von Projekten (Bundes- und Landesprogramme, aber auch finanzielle Unterstützung kultureller Vorhaben im Bezirk durch Unternehmen).

Mitmachaktionen im historischen Ambiente

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann, Bezirksstadträtin Heike Schmitt-Schmelz und der Direktor der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Dr. Heinz Buri begrüßten die Gäste, die an 13 kreativen Mitmachstationen (z.B. Verkleiden, Bauen, Spielen, Zeichnen und Fotografieren) Spaß hatten. Das musikalische Bühnenprogramm der kooperierenden Schulen (Friedensburg-Oberschule, Schinkel-Grundschule u.v.m.) brachte die historischen Räume des Schlosses zum Klingen. Ein Kindermoderationsteam der Helmut-James-von-Moltke-Grundschule moderierte die Auftritte der einzelnen Gruppen.

Nach einem Rundgang durch den Parcour kreativer Angebote erhielten die Gäste einen Schlosspass. Dieser ermöglicht den Erwerb verbilligter Eintrittskarten ins Schloss Charlottenburg zu einem späteren Zeitpunkt.

Großzügige Spender

Wie auch im letzten Jahr wurde das Schlossfest des Freundeskreises der Jugendkunstschule e.V. durch eine großzügige Spende des Berlin International Clubs zusammen mit Herrn Christian Gérôme (Allgemeine Immobilien Börse) und mit der Unterstützung der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg ermöglicht. (red)

Hochschulzulassung: Senat stimmt Entwurf des Staatsvertrages zu

Über ein Jahr lang wird nun schon bundesweit über die Abschaffung der Wartezeit und der Einführung einer Talentquote bei der Studienplatzvergabe im Fachbereich Medizin diskutiert. Jetzt hat der Berliner Senat auf Vorlage des Regierenden Bürgermeisters und Senators für Wissenschaft und Forschung, Michael Müller, beschlossen, dem Entwurf des Staatsvertrags über die Hochschulzulassung zuzustimmen.

Hochschulzulassung für Medizin zum Teil verfassungswidrig

Am 19. Dezember 2017 entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, das die Verfahrensvorschriften zur Vergabe von Studienplätzen für Medizin teilweise verfassungswidrig sein. Daraufhin wurde eine Novellierung des bisher geltenden Staatsvertrages erforderlich, heißt es vom Berliner Senat. Der Gesetzgeber wurde daraufhin verpflichtet, bis zum 31. Dezember 2019 eine Neuregelung zu schaffen.

Der neue Staatsvertragsentwurf über die Hochschulzulassung soll den bisher geltenden Staatsvertrag vom 5. Juni 2008 ersetzen. Mit dem neuen Vertrag soll erreicht werden, dass bei der Studienplatzvergabe im Bereich Medizin die Eignung der Bewerber stärker berücksichtigt wird.

Neuerungen des Staatsvertragsentwurfs zur Hochschulzulassung

Die Anforderungen für einen Studienplatz für Medizin sind hoch. In der Regel müssen die Bewerber im Auswahlverfahren der Hochschulen ein Abitur mit einer Eins vor dem Komma vorweisen. Für viele Bewerber war daher die Wartezeit die einzige Alternative, um einen Studienplatz zu bekommen. Aktuell liegt diese bei mindestens 14 Semestern, also sieben Jahren. Doch genau diese wird nun mit dem neuen Entwurf des Staatsvertrags abgeschafft. Die Begründung: Bei der Auswahl nach Wartezeit handle es sich nicht um ein eignungsorientiertes Kriterium. Doch was bedeutet dies für diejenigen, die schon länger auf einen Studienplatz warten? Für diese soll es laut des Senats eine Übergangsregelung geben. „Für einen Zeitraum von zwei Jahren und mit abnehmender Gewichtung wird die Zeitspanne seit Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (Wartezeit) ergänzend zu anderen Auswahlkriterien berücksichtigt“, lautet der Vorschlag.

Darüber hinaus wird im neuen Staatsvertrag die Abiturbestenquote von 20 auf 30 Prozent erhöht. Außerdem soll es eine sogenannte zusätzliche Eignungsquote im Umfang von zehn Prozent geben. Damit würden sich für Bewerber unabhängig von der Abiturnote Chancen für einen Studienplatz eröffnen. Für das hochschuleigene Auswahlverfahren sollen einheitliche Vorgaben zur Standardisierung und Strukturierung festgelegt werden und es soll ein Verfahren eingeführt werden, das die Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung länderübergreifend vergleichbar macht. Zudem bestimmt eine neue Regelung des Staatsvertragsentwurfs, dass die Hochschulen neben dem Ergebnis der Hochschulzugangsberechtigung mindestens ein schulnotenunabhängiges Kriterium mit erheblichem Gewicht, wie etwa eine abgeschlossene medizinische Ausbildung berücksichtigen müssen.

Langer Weg zum Inkrafttreten der neuen Regelungen

Bevor der neue Staatsvertrag in Kraft tritt, müssen sich jedoch die Finanzministerkonferenz sowie die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit dem Staatsvertrag über die Hochschulzulassung befassen und die Länderparlamente zustimmen.

Der Entwurf sieht auch vor, dass der Staatsvertrag frühestens auf das Vergabeverfahren zum Sommersemester 2020 Anwendung findet. (aw)

Berliner Arbeitsmarkt – positive Bilanz von der Arbeitssenatorin

Trotz des geringen Anstiegs der Arbeitslosenzahlen in Berlin gibt es eine positive Bilanz von der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach. Gleichzeitig betont die Senatorin jedoch auch, dass die Arbeit noch nicht getan ist.

Situation am Berliner Arbeitsmarkt noch nicht zufriedenstellend

Zum Jahresbeginn ist die Arbeitslosigkeit in der Hauptstadt saisonbedingt um einen halben Prozentpunkt höher als noch im Vormonat. Betroffen sind vor allem die Bereiche Bau, Verkehr, Logistik und das Reinigungsgewerbe. In Berlin waren im Januar 155.838 Menschen arbeitslos gemeldet. Damit liegt die Quote bei 8,1 Prozent. Dennoch lautet die Bilanz der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach: „steigende Beschäftigung, sinkende Arbeitslosenzahlen, gute Fortschritte bei der Integration von Geflüchteten“. Denn laut der Arbeitsagentur Berlin-Brandenburg sind aktuell die niedrigsten Zahlen zu Jahresbeginn seit dem Jahr 1991 zu verzeichnen.

Auch von der IHK-Berlin positive Rückmeldung zur Lage

Die Industrie und Handelskammer in Berlin ist insbesondere über die Entwicklungen in Bereich der betrieblichen Ausbildungen erfreut: „Im Jahresvergleich hat sich der Arbeitsmarkt auch im Januar 2019 hervorragend entwickelt“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder.

Doch bei der Arbeitslosenquote der 15- bis 25-Jährigen sei Berlin im Bundesländervergleich nach wie vor unter den Schlusslichtern. Nur eine betriebliche Ausbildung würde einen hervorragenden Schutz vor Arbeitslosigkeit bieten. „Insofern freuen wir uns sehr, dass im vergangenen Jahr in Berlin nicht nur sieben Prozent mehr Ausbildungsplätze als im Vorjahr gemeldet wurden, sondern 2018 auch die Anzahl der aktiven IHK-Ausbildungsbetriebe und der IHK-Ausbildungsverträge um vier Prozent gestiegen ist. Diese Entwicklung zeigt, dass junge Menschen in unserer Stadt bei der Planung ihrer Zukunft definitiv auch die betriebliche Ausbildung als Option in Erwägung ziehen sollten“, betont Eder.

Realität auf dem Berliner Arbeitsmarkt: Hetze, Stress und knappe Einkommen

Doch trotz Ihrer positiven Bilanz über den hiesigen Arbeitsmarkt, ist Arbeitssenatorin Breitenbach noch nicht zufrieden: „Die Ergebnisse sind erfreulich, aber kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Gute Arbeit setzt gute Rahmenbedingungen voraus, und die sind noch längst nicht überall gegeben“, lautet das Urteil der Senatorin.

Denn noch immer haben viele Berliner Beschäftigte, Hetze, Stress und knappe Einkommen zu beklagen. Dies ergab die kürzlich veröffentliche Befragung „Gute Arbeit in Berlin“. Dazu Elke Breitenbach: „Betriebe und Tarifpartner müssen mehr für gesunderhaltende Arbeitsbedingungen und auskömmliche Löhne tun. Aber auch wir als Land leisten mit der Eindämmung sachgrundloser Befristungen oder der geplanten kräftigen Erhöhung des Landesmindestlohns unseren Beitrag zu Guter Arbeit in Berlin.“

Im Gegensatz zur IHK sieht die Senatorin die Entwicklung im Bereich der Ausbildung junger Menschen nicht ganz so zuversichtlich. Zu viele Ausbildungsbewerberinnen und -bewerber seien in 2018 leer ausgegangen. Doch gerade die Ausbildung sei die Basis der Fachkräftesicherung. „Wer ausbildet, investiert in die Zukunft“, betont die Senatorin.

Girls` Day – Berufsorientierungsprojekt für Mädchen geht in die nächste Runde

Unter dem Motto: „ Entdecke deine Talente in Handwerk, Industrie, Technik, Informatik, Wissenschaft und Forschung“ findet am 28. März 2019 erneut der Girls` Day-Mädchenzukunftstag statt. Wieder sind Unternehmen und Organisationen aufgerufen, Schülerinnen die Chance zu geben, ihre Fähigkeiten auszuprobieren.

Melden Sie Ihr Unternehmen zum Mädchen-Zukunftstag an.

© girls-day.de | Gordon Welters

Girls`Day – Mädchen entdecken ihre Talente

Seit dem Start 2001 haben insgesamt rund 1,9 Millionen Mädchen an dem Projekt teilgenommen. Jedes Jahr beteiligen sich Unternehmen und Organisationen mit rund 10.000 Veranstaltungen. Damit ist der Girls` Day das weltweit größte Berufsorientierungsprojekt, welches sich gezielt an Schülerinnen richtet. Die Möglichkeit, ihre Kompetenzen in den Bereichen Handwerk, Industrie, Technik, Informatik, Wissenschaft und Forschung auszutesten, erfreut sich jedes Jahr großer Beliebtheit bei den Mädchen.

Das Besondere an dieser Veranstaltung ist, dass die Mädchen und jungen Frauen Einblick und Perspektiven jenseits der traditionellen Berufswahl, frei von Geschlechterklischees und Rollenzuschreibungen, bekommen. Darüber hinaus erhalten sie die Möglichkeit, Frauen in Führungspositionen aus Wirtschaft und Politik, die eine Vorbildfunktion einnehmen, zu begegnen.

Aufruf an Organisationen, Betriebe und Hochschulen

Am 28. März 2019 findet wieder deutschlandweit der Girls` Day für Mädchen ab der 5. Klassenstufe statt. Wie bereits in den vergangenen Jahren übernimmt der Bezirksbürgermeister von Reinickendorf Frank Balzer die Schirmherrschaft über den Mädchenzukunftstag 2019.

Ihr Angebot können Sie kostenlos über die Aktionslandkarte:

www.girls-day.de

eintragen.

Diese Plattform nutzen interessierte Mädchen, Eltern und Lehrkräfte zur Aktionssuche und Kontaktaufnahme. Die Mädchen werden Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation etwa drei bis vier Stunden besuchen.

(aw)

Projekt „Einstieg zum Aufstieg“ – große Vermittlungsbörse für Flüchtlinge

Mit dem gemeinnützigen Projekt „Einstieg zum Aufstieg“ unterstützt der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) Flüchtlinge dabei, eine Beschäftigung oder eine Ausbildung zu finden. Dazu findet am 28. Januar 2019 Europas größte Vermittlungsbörse für Flüchtlinge im Estrel Hotel statt. Erwartet werden ca. 4.000 Besucher sowie rund 200 Aussteller (Berliner Unternehmen, Sozialverbände etc.). Auch der VBKI wird mit „Einstieg zum Aufstieg“ auf der Börse vertreten sein.

Projekt: Geflüchteten eine Chance auf dem Berliner Arbeitsmarkt geben

Seit der großen Flüchtlingswelle vor vier Jahren sind rund 85.000 Geflüchtete nach Berlin gekommen. Sie kommen aus Krisen- und Kriegsregionen. Zumeist sind sie aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Einige können bereits auf eine erfolgreiche berufliche Laufbahn in ihrem Heimatland zurückblicken, andere stehen noch ganz am Anfang ihres Berufslebens. Doch unabhängig von ihrem bisherigen beruflichen Erfahrungen verbindet die Geflüchteten eine hohe Motivation und das persönliche Interesse, in Berlin den „Einstieg zum Aufstieg“ zu schaffen.

„Einstieg zum Aufstieg“ – Wie können sich Unternehmen beteiligen?

Noch bis zum Freitag 25. Januar 2019 können Sie Ihren Personalbedarf – seien es Praktika, Ausbildungsplätze oder vollwertige Stellen – in Form von kurzen Tätigkeits- oder Stellenbeschreibungen beim VBKI melden. Dieser kommuniziert dann offene Vakanzen auf der Börse und unterstützt so auf einfachem Weg die Vermittlung von Interessenten an Arbeitgeber.

Ansprechpartner:

Henning Paulmann

Tel.: 01520 357 63 97

henning.paulmann@vbki.de

 

Weitere Informationen zur Beschäftigung und Ausbildung von Flüchtlingen erhalten Sie über die Bundesagentur für Arbeit oder die Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). (aw)

Art Dinner 2018: Kunstauktion für den guten Zweck

Kunst und Kultur für einen guten Zweck – das versprach die bereits siebte Auflage des Art Dinners der Bürgerstiftung Berlin. Im Zuge der diesjährigen Veranstaltung konnten die 350 geladenen Gäste exklusive Kunstwerke für einen guten Zweck ersteigern. Denn die Erlöse kommen den Projekten der Bürgerstiftung Berlin zur Leseförderung an Berliner Brennpunktschulen zugute.

„Nichts, was Sie für Kinder tun ist jemals verschwendet“, betonte die anwesende Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Franziska Giffey. Sie war außerdem Schirmherrin des Art Dinners. Lobende Worte kamen zudem von Michael Müller, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, der die gesellschaftlich wertvolle Arbeit der Stiftung hervorhob.

Führungswechsel während des Art Dinners

Darüber hinaus bot der Abend noch einen weiteren Anlass zum Feiern: Den feierlichen Stabwechsel der Führungsspitze. Ab sofort steht Top-Managerin Vera Gäde-Butzlaff der renommierten Bürgerstiftung vor. Noch bis Februar dieses Jahres war Vera Gäde-Butzlaff die Vorsitzende der GASAG AG. „Wir sind froh und dankbar eine so erfahrene Führungspersönlichkeit für die Bürgerstiftung Berlin gewonnen zu haben“, so der Vorsitzende des Stiftungsrates, Klaus Siegers. Denn neben ihrer Arbeit im Vorstand des Stiftungsrates ist die ehemalige Richterin als Vorsitzende im Aufsichtsrat des Krankenhausbetreibers Vivantes GmbH tätig. Also überrascht es wenig, dass der Stiftungsrat sie einstimmig zur Nachfolgerin wählte.

Die bisherige Vorsitzende Heike Maria von Joest legte ihr zehnjähriges Engagement in der Stiftung nieder. „Heike Maria von Joest hat die Bürgerstiftung Berlin in außerordentlicher Weise nach vorne gebracht, das Stiftungs- und Spendenvolumen beachtlich erhöht und die Stiftung in der öffentlichen Wahrnehmung unserer Stadt als einem wesentlichen Akteur der Ehrenamts-Szene ganz neu etabliert“, dankte Klaus Siegers, der ausscheidenden Vorsitzenden sehr herzlich.

 

Großer Andrang im Saal der Mercedes-Welt| Foto: Andreas Amann

Großer Andrang im Saal der Mercedes-Welt am Salzufer | Foto: Andreas Amann

Erlöse im sechsstelligen Bereich

Die stolze Summe von 103.200 Euro konnte die Auktion unter der professionellen Leitung von Kilian Jay von Seldeneck vom Kunsthaus Lempertz im Rahmen des Art Dinners erzielen. Neben Skulpturen der unterschiedlichsten Formen, Größen und Materialien gab es eine „Silent Auction“ während des Dinners. Hier konnten die Gäste per Höchstgebot besondere Events ersteigern. Unter anderem gehörten dazu die Teilnahme an einer Redaktionssitzung des Tagesspiegels oder ein Tagestrip auf die Rennbahn Hoppegarten.

Die Erlöse des Abends kommen dem Projekt LeseLust und dem Interaktiven Bilderbuchkino zugute. Darüber hinaus erhalten Schulen unter der Prämisse, dass sie ihre Büchereien aufstocken, eine allgemeine finanzielle Förderung. Über 10.000 Kinder profitierten in der Vergangenheit bereits davon. In Rahmen des Projekts LeseLust besuchen 500 ehrenamtliche Paten einmal wöchentlich Schulen und Kitas. Ziel ist es, Kinder für das Lesen und Themenfelder wie Naturwissenschaften zu begeistern.

Solche Projekte zeigen: Die Stiftung ist auf ehrenamtliches Engagement, Spenden sowie Charity -Veranstaltungen angewiesen. Events wie das Art Dinner setzen daher ein Zeichen für die Bereitschaft und das Interesse der Berliner, für einen guten Zweck aktiv zu werden. (red)

Bürokratie erschwert Migranten den Einstieg ins Arbeitsleben

Es ist paradox – auf der einen Seite fehlen in Berlin tausende Fachkräfte, auf der anderen stehen unzählige Bewerber, die nicht arbeiten dürfen. Gemeint sind Geflüchtete und Migranten, die arbeiten können und wollen, aber keine Genehmigung besitzen. Grund dafür sind bürokratische Vorgänge, die Flüchtlingen und Migranten den Weg ins Arbeitsleben erschweren. Durch lange Wartezeiten und fehlende Vernetzung der Behörden ziehen sich die Genehmigungsprozesse unnötig in die Länge.

Das sind verschenkte Integrationschancen, da eine Ausbildung und die Möglichkeit, arbeiten zu können, essentiell für die Berliner Wirtschaft und eine gelungene Integration sind. Am Arbeitsplatz können Migranten nicht nur das Alltagsleben kennenlernen, sondern ebenso die deutsche Sprache lernen. Durch Interaktionen, anstelle von theoretischen Beispielen, werden typische und häufig gebrauchte Phrasen und Wörter schnell erlernt. Auf „eigenen Beinen zu stehen“ hat zusätzlich nicht nur den Vorteil, dass das Selbstwertgefühl gestärkt wird, es entlastet auch die Sozialsysteme. Während Migranten auf ihre Arbeitserlaubnis warten, zahlt das Land für sie die Wohnungs-, Fahrt- sowie Lebenshaltungskosten. Verdienen sie ihr eigenes Geld, fallen derartige Kosten logischerweise weg und der Staat gewinnt neue Steuerzahler dazu. Ein Gewinn für den Staat und die Migranten.

Fachkräftemangel spitzt sich weiter zu

Verwunderlich scheinen solche Zustände vor allem, wenn man sie in den Kontext des deutschen Fachkräftemangels setzt. Allein in Berlin fehlen Schätzungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) zufolge derzeit 121.000 Fachkräfte. Bis 2030 könnte sich diese Zahl berlinweit auf 230.000 leere Stellen nahezu verdoppeln. Am schwersten vom Mangel sind Berufe im Bereich des Baugewerbes, Handels und Gastgewerbes betroffen. Doch auch im Gesundheitswesen fehlen zunehmend Arbeitskräfte. Daraus resultiert eine Frage: Wieso erteilt das Land den arbeitswilligen Flüchtlingen und Migranten keine Erlaubnis zum Arbeiten?

Häufig scheitert es an bürokratischen Auflagen. Allein die Anerkennung eines ausländischen Ausbildungsabschlusses stellt oft ein Problem dar. Beispielsweise den Beruf des Altenpflegers gibt es dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) zufolge in seiner jetzigen Form nur in Deutschland. Um eine Gleichwertigkeitsstellung durchzuführen, fehle daher in anderen Ländern die passende Ausbildung. Darüber hinaus gibt es Wartende, die in Deutschland in den vergangenen Jahren bereits eine Ausbildung absolviert haben, anschließend jedoch auf die weiterführende Arbeitsgenehmigung aufgrund von bürokratischen Auflagen wochenlang warten müssen.

Organisationen bieten Hilfe für Geflüchtete und Migranten

Doch selbst wenn die Abschlüsse und Unterlagen vorhanden sind, steht häufig noch ein weiteres Problem im Raum: Die Sprache. Viele Antragsdokumente sind nur auf Deutsch verfügbar und es mangelt an Hilfen wie Übersetzern. „Als türkische Bewerberin mit Englischkenntnissen wäre ich verzweifelt“, schildert Alev Deniz, Leiterin des Netzwerkes „Integration durch Qualifikation“ (IQ). Daher bietet das Netzwerk Bewerbern mit ausländischen Abschlüssen Hilfe bei der Antragsstellung. Doch auch hier mangelt es an Personal, vor allem durch den steigenden Bedarf an Beratungen. „Wir brauchen deshalb unbedingt mehr unabhängige Beratungsstellen“, so Deniz.

Nicht nur unabhängige Organisationen, auch die Politik fordert Handlungen. In der vergangenen Woche beriet daher der Ausschuss für Integration, Arbeit und Soziales über mögliche Vereinfachungen für die komplexen bürokratischen Auflagen. „Wir müssen nochmal mit alle Kammern und Beteiligte an einen Tisch holen“, fordert Elke Breitenbach (Linke), Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales. Das Ziel ist, die Bürokratie zu vernetzen, um die Genehmigungs- und Anerkennungsprozesse zu beschleunigen. Hier birgt aber die Digitalisierung große Chancen: Es wäre eine Möglichkeit, dass ein Antragssteller nur einen einzigen elektronischen Antrag stellt, statt dies bei jedem Amt einzeln zu tun. Doch von einer digitalen Verwaltung ist Berlin zum jetzigen Zeitpunkt noch weit entfernt. Ob derartige Maßnahmen das Problem lösen werden, wird sich noch zeigen. Fest steht jedoch, dass an der momentanen Situation etwas geändert werden muss. (ke)

Veranstaltungen

11. ZEIT KONFERENZ Hochschule & Bildung

Wissenschaft ist überall. Nicht nur in Universitäten und Fachhochschulen – sondern auch in Stiftungen, Think Tanks, in Unternehmen, bei Verbänden und Parteien. Sie ist eine Bezugsgröße für gesellschaftliche Debatten und politische Entscheidungen, und sie muss auch als Gradmesserin für die Wahrheit herhalten. Wissenschaft aber ist nicht nur erkenntnis-, sondern auch interessensgeleitet, und sie wird ausgeführt von vielfältigen Akteurinnen und Akteuren. Wenn Wissenschaft aber eine Agenda hat – wem dient sie dann?

Die diesjährige ZEIT KONFERENZ Hochschule & Bildung fragt: Wem gehört die Wissenschaft? Wer darf im Namen der Forschung eine Studie beauftragen und verbreiten, welche Akteure bezeugen ihre Glaubhaftigkeit? Wie viel echte Erkenntnis steckt in Auftragsforschung? Wie unabhängig sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland?

Diese und weitere Fragen diskutieren hochkarätigen Referenten auf der diesjährigen Hochschulkonferenz, zu der DIE ZEIT gemeinsam mit ihren Partnern Vertreter aus Bildungspolitik, Wirtschaft und Wissenschaft nach Berlin einlädt.

(Anmeldung erforderlich)

FUTUREwork Convention & Festival

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Microsoft Germany laden  zur FUTUREwork Convention & Festival ein. Einen ganzen Tag dreht sich dabei auf dem innovationsgetriebenen EUREF-Campus in Berlin alles um die Zukunft der Arbeit. Die Teilnehmer diskutieren mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft darüber, wie Deutschland Vorreiter einer digitalen Arbeitswelt wird. Panels, Impulsvorträge und Live-Präsentationen bieten spannende Einblicke zu Themen wie Bildung im digitalen Zeitalter, modernem Leadership und Mensch-Maschine-Kollaboration. Durch interaktive Workshops können sie den Wandel zur digitalen Arbeitswelt selbst erleben. Bei der spätsommerlichen AFTERwork-Party wird der Tag in lockerer Atmosphäre, bei kühlen Drinks und guten Gesprächen gemeinsam ausgeklungen.

Lernen neu lernen? Bildung und Weiterbildung in Zeiten digitalen Wandels

Kaum jemand bezweifelt ernsthaft, dass ein Schlüssel zur erfolgreichen Bewältigung der Digitalisierung in Bildung und Weiterbildung liegt. Zwischen dem vielbeschworenen „lebenslangen Lernen“ in einer dann verheißungsvollen digitalen Zukunft und der Realität in den Bildungssystemen klaffen jedoch oft zu große Lücken.

Diese hängen nur teilweise von den eingesetzten Finanzmitteln ab. Vielmehr stellen sich tiefergehende und umso drängendere Fragen nach der Angemessenheit von Rahmen, Formen und Inhalten. Es bedarf womöglich einer strategischen Neuausrichtung des Bildungssystems, das trotz beziehungsweise gerade wegen des digitalen Wandels in allen Lebensphasen in der Lage sein muss, gute Voraussetzungen für individuellen wie gesellschaftlichen Wohlstand und Innovationsfähigkeit zu schaffen.

Wenn wir – möglicherweise alle – das Lernen neu lernen müssen, was sind dann konkrete Maßnahmen, die erforderlich sind? Wie können Bildungsinstitutionen bestmöglich auf die sich rasch verändernden Anforderungen einer digitalen Lebens- und Arbeitswelt vorbereitet werden und vorbereiten? Welche Strukturen muss die Politik schaffen, um für größtmögliche Anpassungsfähigkeit und Unterstützung in Zeiten schneller und ungewisser Veränderung zu sorgen? Wie lassen sich Anreize für die gewinnbringende Nutzung digitaler Technologien und Innovationen in der Bildung setzen? Braucht es mehr Raum für dezentrales Experimentieren oder eher einen strategischen Masterplan?

(Anmeldung erforderlich)