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Digitale Chancen für smarte Städte und Regionen nutzen

Der Verband kommunaler Unternehmen hat bei der Bundeskonferenz „Stadt.Land.Digital“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie dafür geworben, die Chancen der Digitalisierung für smarte Städte und Regionen zu nutzen. Dabei betont Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche, dass die digitale Spaltung von Stadt und Land verhindert werden muss.

Smarte Städte, aber auch smarte Regionen schaffen

Problematisch sind laut VKU vor allem die zahlreichen Funklöcher, die es deutschlandweit gibt. Reiche fordert stattdessen leistungsfähige, digitale Infrastrukturen, sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. Nur so könne Deutschland wettbewerbsfähig bleiben. Beim angekündigten Breitband- und 5G-Mobilfunkausbau ist wichtig, dass keine digitale Spaltung zwischen Städten und ländlichen Regionen erfolgt.

Besondere Bedeutung hat hierbei der 5G-Mobilfunk. „5G ist nicht nur schnellerer Mobilfunk, sondern die zentrale Steuerungstechnologie für die digitale Zukunft“, erklärt Reiche. Sie erläutert: „Für Smart-City-Anwendungen brauchen kommunale Unternehmen 5G-Frequenzen zur regionalen Nutzung. So wie Firmen die Chance bekommen sollen, eigene Werksnetze aufzubauen, sollten auch Kommunen die Chance bekommen, Smart-City-Netze aufzubauen. Bisher sind regionale 5G-Frequenzen von der Bundesnetzagentur vorgesehen, hier muss die Behörde jetzt liefern.“

Innovationen müssen konkreten Nutzen für Verbraucher haben

Der VKU setzt sich dafür ein, dass gewonnene Daten dem Wohl aller nutzen. So sollten kommunale Unternehmen darauf achten, dass Innovationen für Menschen einen konkreten Nutzen haben. „Kommunale Unternehmen sind vor Ort verwurzelt und wissen, was wirklich benötigt wird. Sie setzen digitale Technologien ein, um echte Mehrwerte zu schaffen – von denen Menschen im Alltag spürbar profitieren, die das Leben einfacher, besser und sicherer machen“, erläutert die Verbandschefin.

Nicht nur die technischen Voraussetzungen, sondern auch der Rechtsrahmen muss dafür weiterentwickelt werden. Vorhaben, die Datenweitergabe kommunaler Unternehmen zu erweitern und zu verschärfen, kritisiert Reiche mit Blick auf die drohende Wettbewerbsverzerrung, von der vor allem Datenkonzerne profitieren dürften. Sie erläutert: „Müssen nur öffentliche Unternehmen ihre Daten veröffentlichen und weitergeben, werden sie im Wettbewerb mit privaten Unternehmen strukturell und unwiederbringlich benachteiligt. Das ist, als würden Sie bei einem Marathon antreten und der Kampfrichter gibt ihren Gegnern 20 Kilometer Vorsprung. Wir brauchen keine Ausnahmen, sondern ein Level-Playing-Field: einen Rechtsrahmen, der gleiche Spielregeln für alle Marktakteure definiert und so fairen und transparenten Wettbewerb schafft.“ (red)

Internationales Poker-Highlight WPTDeepstacks Berlin Festival begeistert Spieler aus aller Welt

Vom 8. bis zum 14. Januar 2019 war die Spielbank BerlinAustragungsort eines der größten europäischen Pokerturniere des Jahres und konnte damit die Bedeutung Berlins als internationaler Poker-Hotspot weiter festigen. Das WPTDeepstacks Berlin Festival hat die Hauptstadt zum Mittelpunkt der Pokerwelt gemacht und konnte zahlreiche Besucher aus mehr als 39 Ländern anlocken, die in den fünf Tagen des Events zockten und blufften, was das Zeug hielt.

Höhepunkt war das €1.100 + 100 WPT DeepStacks Main Event, das von 11. bis 14. Januar mit drei Starttagen gespielt wurde. Neben namhaften Poker-Profis und zahlreichen Freizeitspielern waren bei diesem Event auch Gewinner aktueller großer internationaler Pokerturniere zu Gast. Gerade erst hatte ein Pokerspieler in Atlantic City ausgerechnet an Heiligabend eine Million Euro abgeräumt. Nun gehen auch im neuen Jahr die hochdotierten Pokerturniere nahtlos weiter.

Thomas Hofmann aus der Schweiz sichert sich den Turniersieg und erspielt 115.230 Euro Preisgeld

 

Finalsieger Thomas Hofmann aus der Schweiz | Foto: Spielbank Berlin

 

Das Finale für sich entscheiden konnte diesmal Thomas Hofmann, der 115.230 Euro (nach einem Deal) mit nach Hause nehmen konnte.

„Ich bin bereits das dritte Mal zum Pokern in Berlin und komme auf jeden Fall wieder“, so der Turniersieger Thomas Hofmann. „Ich habe eine hervorragende Organisation und ein tolles Turnier in der Spielbank Berlin erlebt und freue mich außerordentlich, den Sieg mit nach Hause nehmen zu dürfen.“

Berlin gehört ebenfalls zu den Gewinnern

Die renommierte World Poker Tour ist in den USA seit vielen Jahren eine feste Größe innerhalb der Turnierserien und gilt weltweit als eines der wichtigsten Poker-Events überhaupt. Den größten Reiz macht dabei – neben dem Spiel selbst – sicher die Tatsache aus, dass man sich über unterschiedliche Satellite-Turniere bereits mit günstigen Buy-Ins für das Main-Event und mit ein wenig Glück für das große Finale qualifizieren kann. So waren es in der Vergangenheit auch  immer wieder spektakuläre Amateur-Siege, die zum Mythos der großen Pokerturniere der Welt beigetragen haben.

Berlin gehörte jedenfalls schon vor dem Finale zu den ganz großen Gewinnern, denn das WPT DeepStacks Berlin Festival stärkte nicht nur das Image der Hauptstadt als weltoffene Metropole, sondern bescherte der Hotel- und Gastronomiebranche auch zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland.

 Die Hauptstadt des Pokerspiels

„Für uns war es ein absolutes Highlight, eines der bedeutendsten Pokerturniere Europas in diesem Jahr erneut auszurichten“, so Christiane Brümmer, Geschäftsführerin der Spielbank Berlin. „Berlin entwickelt sich immer mehr zur Hauptstadt des Pokerspiels und wir sind stolz darauf, den vielen Pokerfans aus aller Welt hier im Zentrum der Hauptstadt den perfekten Rahmen bieten zu dürfen. Gemeinsam mit der WPT haben wir für das WPTDeepstacks Berlin Festival ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das allen Pokerfans ein spannendes und unvergessliches Erlebnis beschert hat.“

Meinung: Grüne Wohnungsförderungspolitik – Florian Schmidt verhindert 300 Wohnungen in Kreuzberg

Glückwunsch, Herr Baustadtrat Schmidt! Durch ideologische Verblendung und Profilneurose ist es Ihnen gelungen, mehr als 300 dringend benötigte Wohnungen am Halleschen Ufer in Kreuzberg zu verhindern. Die Planung des bundesweit tätigen Wohnungsbauentwicklers Christoph Gröner mit seiner CG Gruppe sah 623 Mietwohnungen im Areal um das ehemalige Postscheckamt vor. Nun sind es weniger als die Hälfte! 300 Wohnungen erfolgreich verhindert! Die Berliner Wohnungssuchenden werden es Ihnen danken. Das Hochhaus wird nun ein Bürohochhaus. Die CG Gruppe, die zur börsennotierten Consus AG gehört und mit Abstand der größte Wohnungsentwickler Deutschlands ist, hat das Hochhaus an die Art-Invest verkauft, weil Gewerbe nicht das Kerngeschäft der CG Gruppe ist.
Der grüne Baustadtrat Schmidt als Gewerbe-Lobbyist! Doch damit nicht genug: Der grüne Robin Hood der Büroentwickler tritt noch billig nach und lobt den neuen Eigentümer, die Art-Invest, als dauerhaften Eigentümer der Gewerbefläche. Wie naiv und blauäugig. Mit der Planung der CG Gruppe hätten in drei Jahren 300 Familien eine Wohnung beziehen können, die nun weiter auf dem hart umkämpften Wohnungsmarkt suchen dürfen. Wann merken die Bürger eigentlich, wie dilettantisch sie von einem grünen Selbstdarsteller, dessen Talente Eitelkeit und Profilierungssucht sind, geführt werden?! Und der Senat? Schaut zu!  (red)

IHK-Präsidentin Dr. Beatrice Kramm: Die IHK als zahnloser Tiger

Berlin hatte in der Vergangenheit starke IHK-Präsidenten, die die Interessen der Wirtschaft gegenüber der Politik mit viel Fingerspitzengefühl und Selbstbewusstsein vertreten haben: Horst Kramp, Werner Gegenbauer, Dr. Eric Schweitzer. Mit Dr. Beatrice Kramm endet diese Positivgeschichte leider abrupt. Seit ihrem Amtsantritt 2016 hat sie nicht nur kein Profil gezeigt und damit die Bedeutung der IHK Berlin gemindert. Sie fällt auch durch Ungeschicklichkeit, Unsachlichkeit und Emotionalität auf, wo Vermittlung, Diplomatie und eigene Themensetzung erforderlich wären.

Führungsschwäche beim Neujahrsempfang

Beim traditionellen Neujahrsempfang der IHK Berlin wurde diese Führungsschwäche leider eklatant deutlich. Banal, kritiklos und ohne Konturen ihre Jahresauftaktrede, die über eine kurze Begrüßungsnote nicht hinauskam und dennoch für reichlich Verärgerung bei den Mitgliedern sorgte. Dabei bot ihr der Regierende Bürgermeister Michael Müller eine echte Steilvorlage mit seiner wenige Stunden vorher demonstrierten Rekommunalisierungskampagne, die in der Wirtschaft breit kritisiert wurde. Kein Wort über die Probleme, neuen Wohnraum zu schaffen. Mit ihrer banal-anbiedernden Begrüßung erzeugte die Präsidentin den Eindruck, dass Berlin keinerlei Probleme habe und alles in Butter sei in dieser wundervollen, voll funktionierenden Stadt. Allein diese Ignoranz gegenüber den echten und drängenden Problemen der Hauptstadt macht deutlich, dass der Präsidentin das Format fehlt, die Mechanismen der Millionenmetropole zu verstehen, geschweige denn ein Teil der Lösung zu sein.

Nun könnte man denken, die naive Kritiklosigkeit gegenüber der Landespolitik betreibt die Präsidentin aus Harmoniebedürftigkeit. Doch wie ein Elefant im Porzellanladen glaubt sie mit der IHK-Kampagne „Eine Stadt. Eine Verwaltung“ der Politik an den Karren fahren zu müssen. Damit sagt sie allerdings nichts Neues, im Gegenteil. Es ist eine überflüssige Kritik, weil die Probleme längst bekannt sind und die Landesregierung bereits intensiv an der Lösung dieses vielschichtigen Themas arbeitet. Da nochmal draufzuhauen anstatt Lösungsvorschläge anzubieten oder einen konstruktiven partnerschaftlichen Weg vorzuschlagen, ist wenig zielführend und disqualifiziert die IHK unter der Führung von Beatrice Kramm einmal mehr. Der Senat reagierte dann auch mit Unverständnis und  Irritation auf diesen missglückten Vorstoß.

Unsachgemäßes Agieren

Aber damit nicht genug: Ihre Kritikunfähigkeit, gepaart mit Unsachlichkeit und emotionalen Reaktionen demonstrierte Beatrice Kramm eindrucksvoll bei dem Versuch, die Fahrradaktivisten Frank Masurat und Heinrich Stößenreuther über ein Votum der Vollversammlung aus dem IHK-Gremium für Verkehr und Stadtentwicklung abzuberufen. Das höchste Gremium der IHK folgte dem Antrag der Präsidentin nicht und antwortete mit einem „Misstrauensvotum“, indem es lediglich eine  Missbilligung aussprach. Ein einmaliger Vorgang im Verhalten der Vollversammlung gegenüber einem Präsidenten. Absurd wird der Amoklauf gegen die Verkehrsexperten dadurch, dass diese in das Gremium berufen wurden, weil kontroverse Meinungen die verkehrspolitische Debatte in der Hauptstadt bereichern sollten und dadurch eine breitere Kompetenz ins Haus geholt werden sollte. Dass die Präsidentin in der Debatte inakzeptabel emotional und unsachgemäß agiert hat, zeigt einmal mehr ihre Überforderung in diesem für die Stadt so wichtigen Amt.

Die Industrie- und Handelskammer zu Berlin verspielt mit dieser Präsidentin ihre Reputation und mindert ihre Bedeutung. Es ist die Frage, wie lange sich die Mitglieder das noch bieten lassen wollen. Ein zahnloser Tiger ist jedenfalls für die Hauptstadt gerade in dieser herausfordernden politischen Situation keine Lösung. (ak)

Milieuschutzgebiete: Maßnahme zeigt Wirkung

Seit März 2015 gibt es in Berlin Milieuschutzgebiete. Nur nach behördlicher Genehmigung ist die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen in sozialen Erhaltungsgebieten (sog. Milieuschutzgebiete) erlaubt. Die Bezirke setzen die Umwandlungsverordnung um, wobei sie durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen durch ein Monitoring unterstützt werden.

Milieuschutzgebiete: Umwandlungen weiter rückläufig

Gerade ist der Bericht für 2017 mit erfreulichen Ergebnissen erschienen. Demnach zeigt die Genehmigungspflicht nachhaltig dämpfende Wirkung auf das Umwandlungsgeschehen. In den 21 sozialen Erhaltungsgebieten des Jahres 2015 waren auch 2017 weiter rückläufig. Die Zahl ist von rund 5.000 Wohnungen im Jahr 2015 auf rund 2.600 Wohnungen im Jahr 2017 zurückgegangen. In den weiteren 21 sozialen Erhaltungsgebieten, die 2016 und 2017 festgelegt wurden, sind die Entwicklungen differenzierter zu betrachten. Allerdings zeichnet sich mit längerem Bestand auch hier eine dämpfende Wirkung auf das Umwandlungsgeschehen ab.

Umwandlungsverordnung greift

Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Umwandlungsgeschehen in Berlin in 2017 insgesamt deutlich erhöht. Die Umwandlungsquote stieg um rund 25 Prozent. In den sozialen Erhaltungsgebieten verringerte sich die Anzahl der umgewandelten Wohnungen um drei Prozent. Im übrigen Stadtgebiet erhöhte sie sich dagegen um 48 Prozent. Die Umwandlungsverordnung in den sozialen Erhaltungsgebieten hat zu einer insgesamt deutlich gemäßigteren Entwicklung in der gesamten Stadt beigetragen.

„Die Umwandlungsverordnung hat erneut bewiesen, dass sie Wirkung entfaltet“, so Senatorin Katrin Lompscher. Für Lompscher bleibt sie eines der wichtigen Instrumente der Bezirke, um die soziale Zusammensetzung in den einzelnen Kiezen zu erhalten. Nach der Erhöhung der Anzahl der Milieuschutzgebiete in 2018 auf 56, kann die Verordnung laut Lompscher noch stärker greifen. „Ich sichere den Bezirken auch im kommenden Jahr meine volle Unterstützung beim Erlass neuer Milieuschutzgebiete zu“, versichert die Stadtentwicklungssenatorin. (red)

Arbeitsmarkt weiter stabil

Die Zahl der Erwerbstätigen in Berlin ist weiterhin hoch. So zeigt der Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit auf, dass die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum November nur gering (um 69 Personen) gestiegen ist.
Im Dezember 2018 waren in Berlin insgesamt 146.739 Arbeitslose gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das allerdings ein Rückgang um 12.833. Die Arbeitslosenquote beträgt 7,6 Prozent.

Arbeitsmarkt: Zahl der Arbeitslosen weiter zu hoch

Arbeitssenatorin Breitenbach sieht die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt positiv, hält die Zahl der (Langzeit-)Arbeitslosen jedoch weiterhin für zu hoch. „Dazu kommt, dass 22 Prozent der Erwerbstätigen in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis stehen. Werden die sozialversicherungspflichtigen Teilzeitbeschäftigten dazu gerechnet, sind es sogar 39 Prozent“, erklärt Breitenbach.

Soziale Verantwortung übernehmen

Problematisch ist, dass die Rente für viele Personen nicht ausreicht, um Miete und Lebenshaltungskosten aus eigenen Mittel zu bezahlen. Demnach erhielten über 80.000 Menschen in Berlin, davon mehr als jeder zweite im Rentenalter, im Jahr 2017 eine Grundsicherung. Elke Breitenbach bereitet dies Sorge. „Wirklich beunruhigend ist, dass diese Tendenz deutlich steigt. Um knapp ein Drittel – im Vergleich zu zehn Jahren zuvor – ist die Zahl angewachsen.“ Für Breitenbach ist soziale Verantwortung nicht nur eine politische, sondern auch eine unternehmerische Aufgabe. Sie merkt an, dass zu den als arbeitslos gemeldeten Personen noch all diejenigen hinzukommen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder einen Sonderstatus haben, so aber nicht als arbeitslos erfasst werden.

Bildungssystem muss Abhilfe leisten

Alexander Schirp, Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), sieht die Entwicklung dennoch positiv. Er erklärt: „Alle acht Minuten ist irgendwo in der Region ein neuer Job entstanden. In Berlin gab es im Oktober 53.200 neue Stellen mehr als vor einem Jahr. Damit bleibt die Hauptstadt im Bundesvergleich so dynamisch wie keine andere Region.“

Den vorletzten Platz beim bundesweiten Vergleich der Arbeitslosenquoten wird Berlin dennoch nicht los. Schirp sieht den Grund dafür in der hohen strukturellen Arbeitslosigkeit. Er fordert, dass das Bildungssystem an der Stelle stärker in Erscheinung tritt und dafür sorgt, dass junge Menschen einen Schulabschluss machen. (red)

Sozialer Wohnungsneubau nimmt zu

Bezahlbarer Wohnraum ist in Berlin bekanntlich Mangelware. Umso erfreulicher ist, dass der soziale Wohnungsneubau weiter zunimmt. Im vergangenen Jahr konnte das Land Berlin die Zahl der geförderten Wohnungen gegenüber den Vorjahren nochmals steigern.

Wohnungsneubau: 3.373 soziale Neubauwohnungen bewilligt

Demnach hat der Bewilligungsausschuss für das Wohnungsbauförderprogramm des Jahres 2018 die Förderung von insgesamt 3.373 Neubauwohnungen bewilligt. 2017 belief sich die Zahl noch auf 3.131 Wohnungen. Der Senat stellt dafür Haushaltsmittel in Höhe von rund 275 Millionen Euro bereit. Durch die Bereitstellung landeseigener Grundstücke für acht bewilligte Bauvorhaben hat das Land weitere 216 neu errichtete Wohnungen gesichert. Diese unterliegen der Mietpreis- und Belegungsbindung. Insgesamt werden somit 3.589 preisgünstige Sozialwohnungen in Berlin neu entstehen.

Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher zieht für 2018 eine positive Bilanz. „Ich freue mich sehr, dass es im vergangenen Jahre durch gemeinsame Bemühungen der IBB, meines Hauses und der Bauherren gelungen ist, das gesetzte Ziel der Bewilligung von 3.500 preiswerten neuen Mietsozialwohnungen sogar noch zu übertreffen. So stellen wir sicher, dass tatsächlich der Wohnraum entsteht, den die Berlinerinnen und Berliner dringend brauchen.“

5.000 geförderte Wohnungen sind Zielmarke

Insgesamt sollen in den 39 geförderten Projekten rund 7.200 neue Miet- und Genossenschaftswohnungen entstehen. Rund 45 Prozent dieser Wohnungen werden nach Fertigstellung zu Nettokaltmieten von durchschnittlich 6,50 Euro/m² an Inhaber eines gültigen Wohnberechtigungsscheins vermietet. Die meisten geförderten Wohnungen werden in den Bezirken Treptow-Köpenick mit 784 Wohnungen, Lichtenberg mit 772 Wohnungen, Spandau mit 464 Wohnungen sowie Marzahn-Hellersdorf mit 394 Wohnungen entstehen.

Die sechs städtischen Wohnungsbaugesellschaften sind wie auch in der Vergangenheit schwerpunktmäßig Begünstigte der Förderung mit rund 2.900 Wohneinheiten. In den kommenden Jahren soll die Zahl der geförderten Wohnungen um 500 Wohneinheiten jährlich weiter stiegen, bis die Zielmarke von 5.000 geförderten Wohnungen im Jahr erreicht ist.

Für das Jahr 2019 ist die Förderung von 4.000 Neubauwohnungen geplant. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die bestehenden Förderungsbestimmungen weiter verbessert. So sollen im Rahmen der Umsetzung des Senatsbeschlusses zur Wohnungsbaubeschleunigung auch Dachaufstockungen und Dachausbauten mit einem zusätzlichen Zuschuss für den Bau von Aufzugsanlagen unterstützt werden.

Seit Wiedereinführung der Neubauförderung im Jahr 2014 wurden in Berlin damit insgesamt 9.007 neue Wohnungen gefördert. (red)

Wohnraumverhinderer am Werk – Diesmal: Das Uhland House

KOMMENTAR

Berlin wächst jährlich um die Größe einer mittelgroßen Kleinstadt, Wohnraum wird knapp, Mieten und Preise explodieren. Dieser Sachverhalt ist allgemein bekannt und auch hitzig diskutiert worden. Doch offensichtlich ist die Not immer noch nicht groß genug. Denn es lässt sich nicht anders erklären, dass politische Entscheider Wohnraumverhinderung nach wie vor praktizieren und Bauträger massiv bekämpft werden.

Nur einer von vielen, aber ein aktueller Fall ist das geplante Uhland House. Wer die Ecke an der Uhlandstraße/Berliner Straße kennt, wird sofort wissen, um welches Areal es geht. An der Uhlandstraße drängen sich mehrere Imbissbuden in dem einstöckigen und schlauchartigen Gebäude, das eine Tiefe von maximal drei Metern aufweist. Hinter dem Gebäude ragt eine riesige Brandwand der benachbarten Altbauten empor. Um die Ecke, in der Fechnerstraße 7, schließt sich ein siebenstöckiges Wohngebäude an. Das gesamte Areal wirkt heruntergekommen und aus der Zeit gefallen, bestenfalls ein Provisorium.

60er Jahre Bau: Das Bestandsgebäude in der Fechnerstraße 7 | Foto: Patzschke & Schwebel

Umfassende Stadtreparatur an einem maroden Standort

Das Unternehmen Krieger + Schramm will sich nun der Herausforderung stellen und plant eine umfassende Stadtreparatur sowie die – noch wichtigere – Schaffung von 79 zusätzlichen Wohnungen auf dem komplizierten Grundstück. Die Planungen sehen den Abriss der Gebäude vor, die aus Gründen der Schadstoffbelastung und Energiebilanz nicht mehr sanierungsfähig sind. Aktuell laufen Gutachten, die zwar noch nicht ganz abgeschlossen sind, aber schon jetzt eine Asbestbelastung ermitteln konnten. Typisch für in den 60er Jahren errichtete Gebäude.

Der Entwurf von Patzschke & Schwebel, den Architekten für das geplante Uhland House, schlägt eine Blockrandbebauung vor, die das Stadtbild an der Stelle heilen soll. Um Wohnraum in dem Schlauch an der Uhlandstraße bauen zu können, ist eine Überbauung des öffentlichen Raums, also des Gehwegs, erforderlich. Nur so ist eine sinnvolle Umsetzung von Wohnungsbau an dem Standort überhaupt möglich. Im Übrigen befinden sich zahlreiche ähnlich gestaltete Arkaden in unmittelbarer Nähe des Standorts und über ganz Berlin verteilt, wie auch in der Leipziger Straße oder Friedrichstraße. Der Gehweg müsste also mit einer Arkade überbaut werden, im unteren Bereich würden Gewerbeeinheiten, ab dem ersten Stock dann Wohneinheiten, geschaffen werden. Insgesamt verfügte das Gebäude über sieben Geschosse und wäre damit um ein Geschoss niedriger als die angrenzenden Altbauten oder das direkt gegenüberliegende Neubauobjekt. Der Innenhof soll mit Grünflächen gestaltet werden und dadurch eine ganz neue Aufenthaltsqualität bekommen. Außerdem ist eine etwa 1.000 qm große Dachbegrünung vorgesehen.

Ursprungsplanung wurde bereits mehrfach modifiziert

Seit etwa einem Jahr wurden in Abstimmungen mit der Verwaltung -ausgehend von der Ursprungsplanung (Oktober 2017)- mehrfach den Anforderungen der Verwaltung entsprochen und die Vorstellungen derselben in die Planung eingearbeitet. Dabei ist es zu mehreren Planungsänderungen gekommen, die unter anderem zu signifikanten Flächen- und Höhenreduzierungen geführt haben.

Krieger + Schramm ist ein mittelständische Unternehmen mit Sitz im thüringischen Dingelstädt, das mit dem Uhland House sein erstes Projekt in der Hauptstadt plant. Das Unternehmen setzt sich ein für seine Mitarbeiter ebenso wie für seine Kunden und zeigt großes soziales Engagement. Nicht von ungefähr wurde Krieger + Schramm in den letzten zwanzig Jahren mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, darunter „Bauunternehmen des Jahres“, „Deutschlands bester Ausbilder“, „Zukunftspreis Thüringen“ und „Arbeitgeber des Jahres“.

Soziales Familienunternehmen auf der Suche nach Konsens

Die sozialen Fragen, die sich bei der Entwicklung des Projekts ergeben, wurden von Krieger + Schramm frühzeitig und bestimmt angegangen. Das Unternehmen engagierte eigens zu diesem Zweck einen Mediator, der gemeinsam mit der zuständigen Mitarbeiterin der Hausverwaltung das persönliche Gespräch mit jedem einzelnen Mieter gesucht hat.  Den Bestandsmietern wurde bei der Suche nach Ersatzwohnraum geholfen und Unterstützung bei allen weiteren Themen angeboten. Mit 15 der 24 Mieter konnte man bereits eine Einigung erzielen.

Das Uhland House von der Uhlandstraße aus gesehen | Foto: Patzschke & Schwebel

Das Uhland House von der Uhlandstraße aus gesehen | Foto: Patzschke & Schwebel

Die Vorhabenträger haben sich außerdem strikt zu den Vorgaben des Zweckentfremdungsverbots bekannt. In dem neuen Uhland House sollen 24 Wohnungen zu einem Mietpreis von 7,92 Euro pro Quadratmeter entstehen. Für die restlichen 79 Wohnungen schließt Krieger + Schramm eine Vermietung als Ferienwohnung oder für zeitlich begrenztes Wohnen aus. Stattdessen sollen 1-3 Zimmerwohnungen für Alleinstehende, Familien und Senioren geschaffen werden. Angestrebt ist eine gemischte Hausgemeinschaft.

Vorwürfe im Stadtentwicklungsausschuss

Nun wurde das Vorhaben im Stadtentwicklungsausschuss Charlottenburg-Wilmersdorf vorgestellt und diskutiert. Abgesehen von einer feindseligen Atmosphäre, von der wohl viele Vorhabenträger in Berlin ein Lied singen können, drehte sich das Gros der Einwendungen um die soziale Frage. Wie soll mit den neun verbliebenen Mietern umgegangen werden? Laut Mirko Fiedler, Niederlassungsleiter in Berlin, ist man nach wie vor bestrebt, eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden: „Natürlich steht es auch jedem Bestandsmieter frei, nach der Fertigstellung des Gebäudes, eine der neuen Wohnungen zu beziehen.“

Das Uhland House von der Berliner Straße aus gesehen | Foto: Patzschke & Schwebel

Das Uhland House von der Berliner Straße aus gesehen | Foto: Patzschke & Schwebel

Aus Sicht einiger der Ausschussmitglieder ist das Vorhaben so nicht genehmigungsfähig, es wird unterstellt, die Bestandsmieter übervorteilen zu wollen.

Schaffung von Wohnraum gilt nicht als Argument

Es stellt sich (mal wieder) die Frage, was die Verantwortlichen aus der Politik denn wollen. 103 neue Wohnungen an einem maroden, heruntergekommenen und schadstoffbelasteten Standort sind für viele jedenfalls kein ausreichendes Argument. Eine umfassende und vorausschauende Betreuung der Bestandsmieter ebenfalls nicht. Wie viel Kompromiss- und Gesprächsbereitschaft muss ein Bauträger denn in dieser Stadt noch zeigen, um in einer öffentlichen Ausschusssitzung nicht diskreditiert und mit haltlosen Vorhaltungen überzogen zu werden?

Sicher sind soziale und baulich relevante Fragen wichtig, zu diskutieren und umzusetzen. Wenn dies jedoch umfassend berücksichtigt wird, welche Gründe gibt es dann noch, gegen die Koalitionsvereinbarung des Senats, die ausdrücklich die Schaffung von Wohnraum vorsieht, zu agitieren? Muss an dieser Stelle wirklich die Rede von Ideologie sein? Und kann man von Populismus sprechen, wenn man sieht, wie sich einige Politikvertreter verhalten?

Berlin scheitert an sich selbst

Ganz sicher kann man jedoch sagen, dass Berlin hier mal wieder daran scheitert, diese Stadt auch in Zukunft zu einem lebenswerten Ort für die Menschen zu machen. Ohne ausreichenden Wohnraum ist das kaum möglich. Selbst dann, wenn so wie an dem Beispiel des Uhland Houses, niemand geschädigt wird, setzen sich die Wohnraumverhinderer Berlins einmal mehr durch und suggerieren, sich dem Schutz der Menschen verpflichtet zu fühlen. Was für eine Ironie! (red)

 

 

 

Neu in Berlin: Krieger + Schramm Wohnbau Berlin GmbH & Co. KG

Vor 26 Jahren im thüringischen Dingelstädt gegründet, hat das Familienunternehmen 2018 nach Frankfurt, München und Kassel, eine weitere Niederlassung in Berlin eröffnet und plant, in der Hauptstadt Mietwohnungen zu bauen.

Die über 100 Mitarbeiter in dem mittelständischen Unternehmen erfahren ein hohes Maß an Mitarbeiterförderungsprogrammen, wie beispielsweise ein Gesundheitsmanagement-System, die Möglichkeit der Unternehmensbeteiligung als stiller Gesellschafter u.v.a.m. zum Vorteil und Nutzen der Mitarbeiter. Mirko Fiedler, Niederlassungsleiter von Krieger + Schramm in Berlin, zu dem besonderen sozialen Engagement des Unternehmens:

 

BERLINboxx: Was ist das Besondere an Krieger + Schramm?

 

Mirko Fiedler: Seit dem Jahr 2000 erhält Krieger + Schramm jährlich Preise und Auszeichnungen für familienfreundliche Personalpolitik und verantwortliche Unternehmenskultur. Der Staatspreis für Qualität und familienbewusste Arbeitszeiten oder der alternative Gesundheitspreis sowie Wohngesundes Bauen sind einige Beispiele für die besondere Verantwortung der Familie Krieger für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens. Gut motivierte und ausgebildete bzw. geförderte Mitarbeiter tragen eben auch zu einer kontinuierlichen Qualität der Arbeit bei. Das drückt sich aus bei der Auszeichnung „Thüringer Staatspreis für Qualität“, „Der Mittelstands-Oskar“, „Bestes Bauunternehmen des Jahres“ oder „Ausbildungs-Ass Deutschlands“ sowie Auszeichnung als „TOP JOB 100- Bester Arbeitgeber“. Auch in diesem Jahr hat Krieger + Schramm wieder einige Auszeichnungen erhalten, so etwa „Top Arbeitgeber Mittelstand 2019“ von FOCUS –BUSINESS.

 

BERLINboxx: Aber auch beim gesellschaftlichen Engagement ist das Unternehmen ganz weit vorn?

Mirko-Fiedler: Mit großem Engagement fördert die Dagmar + Matthias Krieger Stiftung und die Strahlemann-Stiftung Bildung und Innovationen in der Region. Dabei werden ausschließlich gemeinnützige Zwecke verfolgt. Die Stiftung fördert und unterstützt Sport, Kultur und Bildung. Ein Beispiele ist die „Talent Company“, ein gefördertes Projekt der Strahlemann-Stiftung zur Berufsorientierung von Schülern. Hier hat Christoph Matschie, Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur die Schirmherrschaft übernommen.

Oder das Projekt „Edgar, der mobile Schulgarten“ aus dem Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel als ein Beispiel für die Unterstützung von Schulen und Kindergärten. Des Weiteren hat K+S ein Projekt namens „helping hands“, hier wird seit einigen Jahren ein Schulprojekt in Kenia unterstützt. Ab dem nächsten Jahr sind die Mittel für den Start eines neuen Schulanbaus in Mombasa zusammen, welche sich unter anderem aus Vergütungen für Verbesserungsvorschläge im Unternehmen zusammensetzen. Für jeden Mitarbeitervorschlag wandern 50€ in das „helping hands“-Projekt, in diesem Jahr sind wir bereits bei rund 17.000 €.

 

BERLINboxx: Was tun Sie als Bauunternehmen und Entwickler von Wohnprojekten für Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein beim Bauen?

 

Mirko Fiedler: Seit 2010 wird von der Dagmar + Matthias Krieger Stiftung der „DMK Award für nachhaltiges Bauen“ ausgelobt. Die Stiftung verfolgt damit das Ziel, das Thema Nachhaltigkeit, zukunftsorientiertes, wohngesundes und umweltbewusstes Bauen in die Breite zu tragen. Engagierte Architekten, Planer und Projektentwickler werden gefördert. Die Menschen stehen bei der Betrachtung mit ihren Bedürfnissen nach angenehmen Wohnen und gesundem Leben im Mittelpunkt. Die Auszeichnung prämiert Architekten, Bauträger, Projektentwickler sowie Hochbau- und Stadtplanungsämter, die wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden und so nachhaltiges Handeln zu weiterem Wachstum nutzen.

 

BERLINboxx: Seit einem Jahr ist Krieger + Schramm unter Ihrer Leitung in Berlin mit einer Niederlassung vertreten. Was macht das Unternehmen hier und welche Art von Engagement planen Sie in Berlin?

 

Mirko Fiedler: In Berlin gibt es einen großen Bedarf an Wohnungen für Familien, ältere Menschen und Singles. Hier möchten wir unsere Erfahrung einbringen und Wohnungen bauen für ganz normale Menschen, also weder Luxuswohnungen noch temporäre Wohnungen. Wir glauben an einen gemischten und lebendigen Kiez, der Wohnqualität schafft, die Umwelt schont und einen Beitrag zu einer lebenswerten Stadt liefert. An vielen anderen Standorten haben wir die Erfahrung gemacht, dass genau das zukunftsweisend und nachhaltig ist.

 

BERLINboxx: Gibt es da schon Projekte?

Mirko Fiedler: Ja, wir sind mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf im Gespräch über eine Art Stadtreparatur und die Schaffung von neuen Wohnungen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir erst mit dem Bezirk die Voraussetzungen für eine Baugenehmigung schaffen wollen, bevor wir damit öffentlich werden. Weitere Projekte befinden sich der Entwicklungs- bzw. Ankaufphase.

 

BERLINboxx: Wie sind Ihre Erfahrungen mit Politik und Verwaltung?

Mirko Fiedler: Wir haben die Bezirkspolitiker und Verwaltungsexperten als kompetent, dialogbereit und zielorientiert erlebt.

 

BERLINboxx: Haben Sie schon soziale Projekte für Ihr Unternehmen identifiziert, bei denen Sie sich in Berlin engagieren wollen?

 

Mirko Fiedler: Wir engagieren uns immer dort wo wir auch aktiv sind. Aktuell sind wir dabei uns verschiedene Projekte anzusehen und zu prüfen, welches Engagement zu uns am besten passt. Hier werden wir ganz sicher Anfang des Jahres schon weiter sein. Gern würden wir auch in Berlin eine „Talent Company“ installieren und Gespräche mit einem Stadtbezirk darüber aufnehmen.

 

 

 

Berliner Immobiliengespräch: Bauen oder nicht bauen, das ist nicht die Frage!

„Politiker sind feige und denken nicht an die nächste Generation, sondern nur an die nächste Wahl!“ Mit dieser Aussage von Andreas R. Becher, Vorsitzender des BDA Berlin war der Ton gesetzt und eine kontroverse Diskussion entspann sich im Rahmen des 7. Berliner Immobiliengesprächs der W&R Immocom, das diesmal den Titel „Zwischen Enteignung und Überforderung: Ist der Berliner Wohnungsmarkt noch zu retten?“ trug.

Dazu diskutierte Moderator Christian Hunziker, Fachjournalist und Autor, mit prominenten Größen der Immobilienwirtschaft und begrüßte neben Christoph Gröner, Vorstand der CG Gruppe und Raed Saleh, Vorsitzender der SPD-Frakion im Berliner Abgeordnetenhaus, den ZIA-Geschäftsführer Klaus-Peter Hesse, Andreas R. Becher, Vorsitzender des BDA Berlin und Siegfried Nehls, Vorstand und Gründer des Berliner Projektentwicklers SANUS AG.

 

„Wohnungsbaupolitisch ist es fünf nach zwölf!“

Raed Saleh sparte in seinem Vortrag nicht an Kritik am linken Koalitionspartner und Bausenatorin Lompscher: „Wohnungsbaupolitisch ist es hier in Berlin fünf nach zwölf! Wohnungsbau ist die soziale Frage dieses Jahrzehnts. Der Senat hat die Aufgabe schnell und zügig zu bauen, diese Lust zu Bauen vermisse ich bei den LINKEN, das machen wir in regelmäßigen Gesprächen auch deutlich.“ Dabei forderte der SPD-Fraktionschef auch regulierende Maßnahmen und sprach sich erneut für die Mietpreisbremse aus. „Eigentum verpflichtet! Es sind vom Staat Maßnahmen zu ergreifen, sodass auch Unternehmer begreifen, es gibt einen Anspruch auf Rendite, nicht aber auf Gier!“

Raed Saleh

Raed Saleh: „Eigentum verpflichtet!“ | Foto: W&R Immocom

Christoph Gröner: „Das Bauen muss billiger werden!“

Widerspruch kam zunächst von Christoph Gröner, Vorstand der CG Gruppe und seines Zeichens größter Mietwohnungsentwickler Deutschland: „Wir müssen das Bauen billiger machen, denn nur dann kann man Wohnraum günstig anbieten. Letzten Endes bauen wir noch wie schon vor 2.000 Jahren.“ Erklärtes Ziel des Unternehmens ist die Schaffung günstigen Wohnraums durch digitales Bauen (BIM/serielle Bauteilfertigung) unter Einbindung technologischer und ökologischer Innovationen wie CO2-neutralen Heizsystemen, die die gesetzlichen Vorgaben deutlich unterschreiten. Im Rahmen großräumiger Quartiers- und Stadtteilentwicklungen werden Neubauten geschaffen sowie Industrie-, Bürogebäude und Hochhäuser zu modernen Wohn-, Arbeits- und Lebensräumen umgestaltet. In Erfurt realisiert die CG Gruppe das größte Fertigbauteilwerk der Welt.

Christoph Gröner | Foto: W&R Immocom

Nutzlose Mietpreisbremse?

Die anschließende Podiumsdiskussion griff die angesprochenen Punkte auf und kam schnell zu dem Konsens, dass es ohne Bauen nicht geht. ZIA-Chef Klaus-Peter Hesse sagte an die Adresse von Raed Saleh: „Sie bekämpfen nicht die Ursachen, sondern lediglich die Symptome und das auch noch mit Maßnahmen, die wirkungslos sind und nichts bringen – so wie die Mietpreisbremse.“ Saleh bot im Gegenzug Gesprächsbereitschaft an und schlug vor, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Christoph Gröner entgegnete, dass er schon seit fast zehn Jahren in Berlin aktiv sei, aber noch nie ein ernsthaftes Gesprächsangebot für die Klärung von Grundsatzfragen durch die Politik bekommen habe.

 

„Bauen wird in Berlin zunehmend unattraktiv“

Für Siegfried Nehls ist Bauen schlichtweg alternativlos: „Wir müssen doch über den Kern des ganzen Themas sprechen. Sämtliche durch die Politik ergriffenen Maßnahmen schaffen keine einzige weitere Wohnung. Es kommen jedes Jahr viele Menschen in die Stadt, entweder werden dadurch die Bestandsbewohner verdrängt oder wir schaffen Wohnraum für diese Menschen. Ich bin schon lange in Berlin und liebe die Stadt, hier zu bauen wird aber zunehmend weniger attraktiv für Entwickler.“ Die Diskussionsrunde schloss sich der Aussage an und forderte eine Verbesserung der Atmosphäre und die Bereitschaft, Investoren und Entwickler als Partner und nicht als Gegner zu sehen. „Den Entwicklern den Schwarzen Peter zuzuschieben ist politisch motiviert und führt zu nichts. Denn wir sind diejenigen, die die Wohnungen letzten Endes bauen“, so Christoph Gröner.

Tempelhofer Feld und Kleingartenflächen als Bauland ausweisen?

Für den Architekten Andreas R. Becher hat Berlin genügend Potenzial für den Bau von Wohnungen aller Preisklassen: „Das Tempelhofer Feld ist die größte innerstädtische Freifläche der Welt. Einen solchen Luxus leistet sich keine andere Stadt. Hinzu kommen die unzähligen Kleingartenanlagen im Stadtgebiet, über denen fett ‚Baulandreserve‘ steht. Diese Flächen gehören der Stadt und damit uns allen, es profitieren jedoch nur wenige. Diese Flächen müssen in die Überlegungen einbezogen werden.“ Die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner würde im wohl in diesem Punkt zustimmen, wie eine Umfrage aus dem Sommer dieses Jahres gezeigt hat. Für Raed Saleh ist das jedoch kein Thema, seine SPD-Fraktion bekennt sich eindeutig zu dem Erhalt von Kleingartenflächen. „Wir kommen nicht weiter, wenn wir uns bei diesem wichtigen Thema ideologische Gedankenbarrieren auferlegen“, widersprach Becher.

„Ein Thema, über das sich noch stundenlang diskutieren ließe“, so Moderator Hunziker zum Schluss der Runde. Einigkeit besteht über die Tatsache, dass man dringend bauen muss und diese Herkulesaufgabe nur gemeinsam schultern kann – der Weg dahin bleibt jedoch weiter umstritten. (ak)

 

 

 

 

Veranstaltungen

GRÜNBAU BERLIN

Bereits zum siebten Mal findet die GRÜNBAU BERLIN im Rahmen der bautec statt und stößt durch die Zukunftsdiskussion um die Grüne Stadt auf großes Interesse. Unter dem Motto Außenräume gestalten, bauen und pflegenpräsentieren sich Hersteller, Dienstleister und Händler, um der Wohnungs- und Bauwirtschaft ihre Ideen und Produkte vorzustellen und mit den Fachbesuchern in einen Dialog zu treten.

Festival of Lights

Jedes Jahr im Oktober wird Berlin zur Stadt der Lichtkunst. Die Lichtinszenierungen auf den Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt machen das FESTIVAL OF LIGHTS zu einem der populärsten Lichtkunstfestivals der Welt. Das Festival of Lights Team verwandelt gemeinsam mit nationalen und internationalen Künstlern Berlin in eine große strahlende Bühne – ganz Berlin leuchtet!

In diesem Jahr feiert das Festival of Lights sein 15-jähriges Jubiläum und bringt zehn Nächte lang Berlin zum Leuchten. Weltberühmte Wahrzeichen, Monumente, Gebäude und Plätze der Hauptstadt erstrahlen anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Mauerfalls unter dem Motto „Lights of Freedom“.

Berlin Art Week

Die Berlin Art Week ist ein Höhepunkt für die zeitgenössische Kunst in der Hauptstadt. Die Vielfalt des Programms im Herbst wird durch das gemeinsame Engagement von Institutionen, Galerien, Künstlern, Privatsammlern und Projekträumen ermöglicht und erreicht internationale Aufmerksamkeit

Ausstellungen, Installationen und Veranstaltungen in Galerien, Projekträumen und privaten Sammlungen veranschaulichen, wie lebendig und wandelbar die Kunstszene der Stadt ist. Dafür und auch für die erstmals stattfindenden Paneldiskussionen der Talking Galleries/Berlin treffen sich Künstler, Sammler, Galeristen, Museumsdirektoren und Kunstliebhaber aus der ganzen Welt zur Berlin Art Week.

Zukunft: Wohnen, Leben, Arbeiten – Bauen vor den Toren Berlins – Mythos und Wirklichkeit

Das Thema „Bauen vor den Toren Berlins“ ist deshalb zukunftsweisend, weil sich dort ganz aktuell die Immobilien-Märkte mit außergewöhnlicher Dynamik entwickeln.

Sollte der Flughafen BER tatsächlich in absehbarer Zeit in Betrieb genommen werden, wird die ohnehin dynamische Entwicklung vor der süd-östlichen Berliner Stadtgrenze weiter explodieren, nicht nur für Büroflächen, sondern auch für die Entwicklung von neuen Wohnquartieren.

Die Entwicklung von neuen Büro- und Arbeitsflächen in dynamischen Märkten erfordert immer mehr auch die Bereitstellung von adäquaten Wohnquartieren. Haben die Räume vor den Toren der Stadt genügend Platz für experimentelle Ansätze? Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich für Projektentwickler und Investoren?

Hauptstadtkonferenz Elektromobilität 2019

Zum siebten Mal trifft sich die Mobilitätsszene bei der Hauptstadtkonferenz Elektromobilität im Berliner Rathaus. Rund 600 Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft treffen sich zur Debatte über Mobilitätslösungen aus und für Berlin.

(Anmeldung erforderlich)

BFW-ImmoLounge

Netzwerken an außergewöhnlichen Berliner Orten – das bietet Ihnen die ImmoLounge des BFW Landesverband Berlin/Brandenburg. Vorstand und Geschäftsführung lädt zur ImmoLounge ein und geben einen neuen Blick auf das sich wandelnde Berlin.

„Berlin sagt Danke“ – großer Aktionstag als Dankeschön für engagierte Berlinerinnen und Berliner

Auch 2019 findet wieder der Aktionstag „Berlin sagt Danke“ statt. Am Samstag, den 16. Februar 2019 würdigt der Berliner Senat und das Abgeordnetenhaus von Berlin sowie zahlreiche Partner die freiwillig engagierten Berlinerinnen und Berliner.

„Berlin sagt Danke“, eine berlinweite Dankaktion, findet 2019 bereits zum vierten Mal statt. Anfang 2016 als Dank an die Willkommensinitiativen gegründet, die sich für viele Geflüchtete in Berlin eingesetzt haben, geht es seit 2017 bei „Berlin sagt Danke“ auch um ein Dankeschön an die vielen anderen Aktiven in der Stadt, die sich für andere stark machen. Sie alle leisten Großartiges.

Im Mittelpunkt des Aktionstages steht, dass viele Einrichtungen den Ehrenamtlichen ein sichtbares Dankeschön für ihre ehrenamtliche Tätigkeit bereiten. Im vergangenen Jahr haben rund 100 Organisationen mit 160 Angeboten wie kostenlosen Führungen, Veranstaltungen, freiem Eintritt oder Kontingenten an Freikarten den Aktionstag unterstützt. Das Ergebnis war ein buntes Programm: Zoo und Tierpark, der Bundesrat sowie zahlreiche Theater, Museen, Opern, Kunsthäuser und Schwimmbäder sagten mit uns „Danke!“.

Ihr Dank gilt den rund 40 Prozent der Berlinerinnen und Berliner, die sich freiwillig engagieren. Sie machen Berlin zu einer warmen Stadt, in der Menschen aus aller Welt willkommen sind. Eine Stadt, in der Menschen füreinander einstehen und füreinander sorgen. Eine vielfältige und lebendige Stadt, die von ihren Bürgerinnen und Bürgern gestaltet wird.

Medienforum: Berlins Kieze mit vielerlei Genuss

Kiez, Quartier, Nachbarschaft! Was machen Charme und Anziehungskraft gewachsener Stadtviertel in Metropolen für Besucher aus? Welche Rolle spielen dabei überliefertes Handwerk, Eckkneipen, Traditionslokale, lokale Spezialitäten und Genuss? Was hat sich in Berlin erhalten? Wie steht es ums deutsche Genusskulturerbe „Brot“ und auch um die Wurst? Kiezgenuss als Tourismusmagnet – oder alles olle Kamelle? Wie können Besucher aus nah und fern ebenso wie Berliner für Erhaltenes begeistert werden – und gibt es schon einzigartig Neues in bestimmten Kiezen? Was heißt kulinarische Vielfalt der Stadt bewahren? Werden Handwerksbetriebe und Hersteller traditioneller oder auch heimisch gewordener ethnischer Spezialitäten genügend gewürdigt und unterstützt? Kann hier mehr getan werden – und wer und wie?

Derartige und ähnliche Fragen stehen im Blickpunkt des Forums.

(auf Einladung)