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Eröffnet der BER doch noch 2020?

Am Flughafen BER prüft der TÜV aktuell die Technik. Von 41 angesetzten Tagen sind zweieinhalb bereits vorbei und bislang sollen die Prüfer zufrieden gestimmt sein.

Flughafenaufsichtsrat glaubt, dass der BER wie geplant 2020 eröffnet

Aktuell laufen am neuen Hauptstadtflughafen wichtige Technikprüfungen durch den TÜV. Ihr Ausgang bestimmt, ob der BER wirklich im Oktober 2020 eröffnet werden kann. „Der TÜV war mit den ersten zweieinhalb Prüftagen zufrieden“, bestätigt Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup im Anschluss an eine Sondersitzung des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg am vergangenen Montag.

Aufgrund des positiven Feedbacks geht es jetzt auch in die Feinplanung des ORAT-Programms (Operational Readiness an Airport Transfer). Neben einer Überprüfung aller Abläufe am neuen Flughafen gehört dazu auch der Umzug der Flughafeneinrichtung von Tegel nach Schönefeld.

Suche nach Komparsen für einen Test

Ende des Jahres soll klar stehen, ob der BER tatsächlich rechtzeitig im Herbst 2020 eröffnet wird. Und dann wollen die BER-Verantwortlichen damit beginnen, etwa 20.000 Menschen als Komparsen zu werben. Mit ihnen soll dann der Betrieb an einem ganz normalen Reisetag erprobt werden. Die Generalprobe mit den Testern findet nächsten Sommer statt. Dann sollen auch Geschäfte und Gastronomie fertig gestellt sein.

BER – eine Geschichte von Baumängeln und Technikproblemen

Der eine oder andere Berliner bzw. Brandenburger wird sich vielleicht erinnern, dass es im Februar 2012 bereits schon einmal einen ähnlichen Probelauf gab. Damals fanden parallel noch Bauarbeiten statt. Ob es nächsten Sommer wieder so sein wird? Die BER-Verantwortlichen werden jedenfalls nicht müde, zu versichern, dass nun alle Baumängel und Technikprobleme behoben seien.

Zwei große Probleme bestehen jedoch noch immer, die eine Eröffnung gefährden könnten. Zum einen ist die letzte von insgesamt zwölf Anlagen der Brandschutztechnik noch nicht fertig. Dabei handelt es sich um Tausend Kilometer lange Kabelsysteme die alle anderen Anlagen mit Informationen, Steuerbefehlen und Energie versorgen. Zum anderen sind Kabelschächte und andere Installationen damals mit Dübeln befestigt worden, die den zwischenzeitlich geänderten Bauvorschriften nicht mehr entsprechen.

Dennoch versichert Rainer Bretschneider, Aufsichtsrat-Chef der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg: „Der Aufsichtsrat geht in Gänze davon aus, dass wir das letzte Ziel, Oktober 2020, halten.“

Wir bleiben gespannt. (aw)

Dietmar Woidke fordert Ausweitung des Nachtflugverbots am BER

Der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) fordert erneut eine Ausweitung des Nachtflugverbots für den Flughafen BER in Schönefeld. In einem Interview gegenüber der Berliner Morgenpost sagte Woidke, dass er derzeit intensive Gespräche mit der Geschäftsführung führe. Das Land Berlin zeigt sich gesprächsbereit.

BER: Flugverbot zwischen fünf und sechs Uhr

Seit Jahren ist das Nachtflugverbot am BER umstritten. Dietmar Woidke fordert ein längeres Flugverbot in der Nacht, um die Anwohner in Brandenburg vor Flug-Lärm zu schützen. Bisher ist ein striktes Flugverbot für die Zeit von 0 Uhr bis 5 Uhr vereinbart. Laut Woidke sollen auch eine Stunde vor und nach dieser Nachtpause Starts und Landungen nur eingeschränkt möglich sein. Allerdings geht es vor allem um die Stunde zwischen fünf und sechs. „Wir glauben, dass die eine Stunde die Möglichkeiten des Flughafens, Geld zu verdienen, nicht schmälert“, sagte Woidke der Berliner Morgenpost.

Nach Berechnungen der Flughafengesellschaft (FBB) würden davon aber die Passagierzahlen erheblich beeinflusst. Je nach Reaktion des Marktes sei mit einem Verkehrsrückgang von acht bis 18 Prozent zu rechnen, heißt es in einer von der FBB in Auftrag gegebenen Untersuchung. Damit würden zwischen den Jahren 2020 und 2035 mindestens 57 Millionen und bis zu 128 Millionen Fluggäste weniger am Flughafen abfliegen können, heißt es weiter.

BER-Chef will längere Flugzeiten

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hatte sich zuletzt für längere Flugzeiten ausgesprochen. „Wenn wir mit dem BER erfolgreich sein wollen, kommen wir ohne die Randzeiten trotzdem nicht aus“, sagte Lütke Daldrup. „Insbesondere die für die gesamte Region wichtigen Langstreckenverbindungen nach Amerika und Asien müssen die Möglichkeit haben, die Randzeiten nutzen zu können.“ Allerdings liegt die Entscheidung darüber bei den drei Gesellschaftern des Flughafens, Berlin, Brandenburg und dem Bund.

Forderungen vor Landtagswahl

Die Forderung stellt Ministerpräsident Woidke inmitten des Wahlkampfs für die Landtagswahl in Brandenburg im kommenden September. Angesichts schlechter Umfragewerte für die SPD steht er unter Druck, die Ausweitung der Verbotszeit zu fordern. Denn ein erfolgreiches Volksbegehren hatte dies gefordert. In Brandenburg sind nach Schätzungen mehrere zehntausend Menschen von dem Fluglärm des BER betroffen. Die Mitgesellschafter der Flughafengesellschaft, das Land Berlin und der Bund, hatten bisher jedoch wenig Interesse an einer Ausweitung der Verbotszeiten erkennen lassen. Dies scheint sich nun zu ändern.

Prüfauftrag wurde erteilt

Bereits im Januar 2019 stand das Thema bei einer gemeinsamen Sitzung der Landesregierungen von Berlin und Brandenburg auf der Tagesordnung. Der Bund habe dabei einem Prüfauftrag für eine Ausweitung des Nachtflugverbots nicht widersprochen, hieß es. SPD, die Linken und die Grünen hatten sich im Koalitionsvertrag nicht eindeutig festgelegt. „Ziel ist es, regelmäßig zu Lärmpausen von sieben Stunden in der Nacht zu kommen“, heißt es in der Vereinbarung. Zustimmung für eine Ausweitung der Flugverbotszeiten gab es von den Linke und den Grünen.

Keine Äußerung der Flughafengesellschaft

Das Land Berlin zeigt sich gesprächsbereit. „Die Gesellschafter stehen mit der Flughafengesellschaft zum Thema Nachtflugverbot in engem Austausch“, sagte die Sprecherin des Berliner Senats, Claudia Sünder am Sonntag auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Dagegen wollte sich die Flughafengesellschaft am Sonntag nicht zu dem Thema äußern. Sprecher Daniel Tolksdorf sagte: „Das ist ein Thema der Gesellschafter“. Doch Engelbert Lütke Daldrup hatte bereits in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass er von dem Vorstoß wenig hält. (lb)

 

 

Regierungsterminal am BER nicht repräsentativ genug

Am Rand des neuen Flughafens ist der erste Terminal komplett fertig. Doch der aktuelle Regierungsterminal am BER wird nur eine Übergangslösung bleiben. Denn der Bund möchte eine größere Empfangshalle für Staatsgäste.

Regierungsterminal am BER soll Übergangslösung bleiben

Wann der neue Hauptstadtflughafen fertig sein wird, ist noch immer ungewiss. Doch immerhin ein Terminal steht bereits einsatzbereit seit letztem Herbst. Der 70-Millionen-Neubau für Regierungsmitglieder und Staatsgäste ist als Zwischenlösung gedacht, bis 2025 das endgültige Regierungsterminal fertig ist. Neben vollausgestatteten Büros verfügt das Terminal  über Dolmetscherkabinen und einen Pressekonferenzraum. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke haben sich nun erneut in einem Brief an Bundesfinanzminister Olaf Scholz dafür ausgesprochen, diese Überganglösung dauerhaft zu nutzen. Noch ist der Brief unbeantwortet.

Dauerhafte Lösung nicht möglich

Trotz Kosten in Millionenhöhe – aktuell sind 344 Millionen Euro veranschlagt – möchte der Bund einen neuen Regierungsterminal am BER bauen. „Um den international üblichen protokollarischen Anforderungen gerecht zu werden, ist für das Empfangsgebäude als Visitenkarte der Bundesrepublik Deutschland eine angemessene repräsentative Gestaltung vorgesehen“, heißt es in einer Stellungnahme der Bundesregierung.

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) kritisiert die Pläne für den neuen Terminal deutlich. „Wenn es um Repräsentation geht, dann sollte man das bereits bestehende Terminal nutzen und gegebenenfalls qualitativ aufwerten. Als Finanzminister kann ich die Forderung des Bundes, noch einmal 344 Millionen Euro für einen Neubau in die Hand zu nehmen, nur mit einem Kopfschütteln quittieren. Auch der Bundesregierung sollte klar sein, dass am BER nur noch eine Devise gelten kann: Sparsamkeit!“, kommentiert Görke die Aussage der Bundesregierung.

Regierungsterminal am BER Dauerstreitthema zwischen Bund und Ländern

Bereits seit Jahren wird der Streit um den Regierungsflughafen am BER zwischen den Flughafengesellschaftern, den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Bund geführt. Eine Lösung scheint immer noch nicht in Sicht. Doch immerhin für die Weiternutzung des 70-Millionen-Neubaus gibt es bereits eine Lösung. Zieht die Bundesregierung 2025 in den neuen Regierungsterminal, soll der Vorgängerbau von Geschäftsfliegern mit ihren kleineren Maschinen genutzt werden. (aw)

Appell an den Bund: Mehr Langstreckenflüge für Berlin

Berlin als Fenster zur Welt. Das wäre ein erstrebenswertes Bild für die Zukunft der Hauptstadt, wäre da nicht die fehlende Anbindung in Form von Langstreckenflügen. Gemeinsam richteten am gestrigen Mittwoch die Vorsitzenden der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin, Cottbus, Ostbrandenburg und Potsdam, der Deutsche Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg (DGB), die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) und visitBerlin einen Appell an die Bundesregierung.

Dazu kamen Dr. Beatrice Kramm (Präsidentin IHK Berlin), Peter Heydenbluth (Präsident der IHK Potsdam), Christian Hoßbach (Vorsitzender DGB Berlin Brandenburg), Christian Andresen (Vizepräsident der UVB Berlin-Brandenburg) und Burkhard Kieker (Geschäftsführer von visitBerlin) im Wynand Hotel, unweit vom Berliner IHK-Präsidium, zusammen. Gemeinsam stellten sie ihre Initiative vor und formulierten klare Forderungen an die Bundesregierung. Grund für die Initiative ist die geringe Anzahl an Langstreckenverbindungen, verursacht durch fehlende Verkehrsrechte für interessierte Fluglinienanbieter.

Berlin: „Sexy, aber disconnected“

Vor Jahren prägte der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, die Hauptstadt mit den Worten: „Arm, aber sexy“. Eigentlich müsse es mittlerweile „sexy, aber disconnected“ heißen, spöttelte die Präsidentin der IHK Berlin. Mit dem Appell an die Bundespolitik fordert die Initiative ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Berlin. Die Zahlen sprechen für sich: Berlin liegt im Vergleich der europäischen Hauptstädte mit seinen aktuell sechs direkten Langstreckenverbindungen gleichauf mit internationalen Flughäfen wie Kiew und weit hinter den Metropolen wie London mit 155 oder Paris mit 137 Langstreckenverbindungen.

 

Appell an den Bund: Berlins Anzahl der Langstreckenverbindungen im Ländervergleich | Foto: IHK Berlin

Appell an den Bund: Berlins Anzahl der Langstreckenverbindungen im Ländervergleich | Foto: IHK Berlin

 

Leider ist die Etablierung neuer Langstreckenverbindungen vielmehr eine politische als unternehmerische Entscheidung. Das heißt: Luftverkehrsbeziehungen zwischen den Staaten werden überwiegend durch bilaterale Abkommen geregelt. Sie legen unter anderem fest, welche Flughäfen angeflogen werden und wie oft. Noch liegt Berlin deutschlandweit im Ranking der Langstreckenverbindungen auf Platz drei. Frankfurt am Main bietet aktuell 109 Langstreckenverbindungen an. Kieker spitzt die Lage noch weiter zu: „Berlin spielt im Tourismus und bei den Kongressen und Messen in der gleichen Liga wie London, Paris oder New York, im interkontinentalen Luftverkehr jedoch auf dem Niveau eines Entwicklungslandes.“ Die Hauptstadt, auch wenn sie international als drittgrößte Wirtschaftsnation anerkannt ist, hat dringenden Nachholbedarf.

Appell: Wirtschaftswachstum weiter ankurbeln

Nicht allein Berlin hat in den letzten Jahren positive Bilanzen (30 Prozent Wachstum seit 2005) vorzuweisen, auch die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg ist eine der wachstumsstärksten Regionen Deutschlands. Prognosen zufolge wird sie mit der Eröffnung des BERs noch maßgeblich an Bedeutung gewinnen. Denn Langstreckenflüge stärken die wirtschaftliche Basis einer Wirtschaftsregion. Sie sind schließlich eine der Voraussetzungen für die Ansiedlung international ausgerichteter Unternehmen mit hoher Wertschöpfung. „Jede Langstreckenverbindung bringt eine hohe Zahl neuer Arbeitsplätze am Flughafen, mit anspruchsvollen Aufgaben für anspruchsvolle Kunden“, erklärt Hoßbach den anwesenden Gästen. Arbeitsplätze, die dringend gebraucht werden.

Von der Bundespolitik fordern die Bündnispartner deshalb die Öffnung des Marktes für weitere Airlines am BER. Außerdem müssen Berlin, Brandenburg und der Bund vereint die Hauptstadtregion als unternehmerisch interessante Destination profilieren, so eine weitere Forderung. Mit der Initiative, die auch vom Land Berlin tatkräftig unterstützt wird, erhoffen sich die Wirtschaftsvertreter vor allem eines: Das zukünftige Wachstum der Hauptstadt zu sichern. Das geht allerdings nur mit der Unterstützung des Bundesministers für Verkehr und digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer (CSU). Dieser hat bislang zum Thema Verkehrsrechte für den Berliner Flugverkehr noch keine Stellung genommen.

Wertschöpfung steigern

Potenzielle Interessenten gibt es zur Genüge, vor allem aus Asien. „Fluggesellschaften wie Hainan Airlines aus China bekräftigen immer wieder ihre Bereitschaft, die Hauptstadt öfter anfliegen zu wollen, es fehlt hierzu jedoch an zusätzlichen Vertragsregelungen. Die Wirtschaft ist bereit für mehr Langstreckenverbindungen, jetzt ist die Politik am Zug“, fasste Kramm die derzeitige Sachlage zusammen. Kieker, der erst vor Kurzem an einer Asienkonferenz teilnahm, erklärte, es sei schwierig einem internationalen Businessklientel die Gründe für Berlins schlechte Langstreckenverbindungen verständlich zu machen. Schließlich sei es auch ein historischer Aspekt, verursacht durch die lange Teilung Deutschlands, der eine tragende Rolle spiele.

„Spätestens mit der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER im Oktober 2020 könnte sich dies positiv ändern. Voraussetzung sind jedoch erweiterte Verkehrsabkommen insbesondere mit der VR China und der Golfregion“, so der Geschäftsführer von visitBerlin.

BER ein virtueller Elefant

Selbst zur Thematik BER, beziehungsweise einer tatsächlichen Inbetriebnahme 2020, scheinen sich alle Beteiligten einig zu sein. Alle anwesenden Wirtschaftsvertreter äußerten sich wohlwollend und zuversichtlich über den virtuellen Elefanten, wie Kramm den BER in Anlehnung an den weißen Elefanten nannte.

Für den BER sind zurzeit 17 zusätzliche Langstreckenverbindungen im Gespräch, teilten die anwesenden Wirtschaftsvertreter mit. Eine Chance, die enormes Wachstumspotenzial für die Hauptstadtregion innehat. Allerdings besitzt nur knapp die Hälfte der Airlines die benötigten Verkehrsrechte. Nun ist die Bundespolitik am Zug auf diesen notwendigen Appell der Wirtschaft zu reagieren. (lj)

 

Berliner Flughafenchaos zum Ferienstart?

In der Schule packten die Berliner Schulkinder gestern ihre Zeugnisse ein, Zuhause vermutlich ihre Koffer. Pünktlich zum Ferienstart wird wieder ein erhöhter Urlaubsansturm auf die Berliner Flughäfen erwartet. Mit mehr Personal möchte die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) das Chaos der während der Sommerferien erwarteten 4,9 Millionen Passagiere verhindern. Vor allem in den ersten Ferientagen, vom 5. bis 8. Juli sind Reisende dazu angehalten, genug Zeit für Abfertigung und Sicherheitskontrollen einzuplanen. Denn fällt in Tegel eine Anlage aus, dann bleibt diese ohne Ersatz.

Daher lautet die Empfehlung der FBB, mindestens zwei Stunden vor Abflug reisebereit vor Ort zu sein. Wie soll anders mit den täglichen rund 25.000 zusätzlichen Passagieren in Tegel verfahren werden? Die Berliner Flughäfen erwarten einen Reiseanstieg um 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für Tegel bedeutet dies täglich 75.000 Passagiere abzufertigen, statt im Normalbetrieb 50.000. In Schönefeld werden im Reisezeitraum Juli/ August rund 10.000 Reisende mehr pro Tag erwartet. Insgesamt steuern die 89 Airlines 56 verschiedene Reiseziele an. Zu den beliebtesten gehören Palma de Mallorca, Antalya und Barcelona.

In Tegel werden während der Ferien täglich bis zu 25.000 Passagiere mehr erwartet. | Foto: Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg FBB

In Tegel werden während der Ferien täglich bis zu 25.000 Passagiere mehr erwartet. | Foto: Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg FBB

Früher in die Ferien, ohne zusätzliches Terminal

Wie die Berliner Flughäfen mitteilten, werde es im Urlaubszeitraum vor allem bei der Abfertigung zu Engpassbereichen kommen. Trotzdem wird in Tegel ausgerechnet jetzt eine zusätzliche Kontrollstelle mit mehreren Schaltern in Terminal D gebaut, das hauptsächlich von der Lufthansa-Tochter Eurowings genutzt wird. Man fange mit dem Bau bewusst während der Ferien an. Der Geschäftsverkehr, der üblicherweise nur mit Handgepäck reise, ginge während der Ferien erfahrungsgemäß zurück. Stattdessen treffen Urlauber, die zumeist Gepäck abgeben, wesentlich früher am Flughafen ein. Die Kontrollstelle soll bis Ende August fertiggestellt werden. Die Ferienreisenden, deren Kinder ab dem 17. August wieder die Schulbank drücken, werden hiervon wohl nicht profitieren.

In den letzten Jahren war aufgefallen, dass manche Eltern ihre Kinder schon ein paar Tage vor Ferienstart aus der Schule nahmen. Trotzdem eine Missachtung der Schulpflicht gesetzlich verboten ist, liebäugelten Eltern mit günstigeren Reisepreisen vor dem Ferienstart. Wie der Tagesspiegel recherchierte, kann eine Reise, beispielsweise auf die griechische Insel Korfu, nach Ferienstart schon rund einen Tausender mehr kosten. Durchaus möglich sind Genehmigungen für den frühzeitigen Ferienbeginn, mit Rücksicht auf berufliche Verpflichtungen der Eltern. Alternativ können Kinder auch vorab vereinbarte schulische Ersatzleistungen für den verfrühten Ferienstart erbringen. Allerdings lassen die Schulleiter günstige Reisepreise hier nicht als Begründung gelten. Das Risiko für eine Reise ohne Genehmigung der Schule am Flughafen aufgegriffen und eine Bußgeldstrafe von 2.500 Euro zu kassieren, steht in keinem Verhältnis zum günstigeren Urlaubspreis. Vor einer Kontrolle musste sich in Berlin, anders als in Bayern, bisher jedoch nicht gefürchtet werden. Die Schulbehörden erbaten dieses Jahr keine Amtshilfe bei der Polizei.

Wieder ohne den BER in den Ferienstart

Schönefeld verfügt inzwischen über ein Adaptives Passagierleitsystem (APLS), das Passagiere an Kontrollpunkten wählen lässt und somit den schnellsten Weg ermöglicht. Die Reisenden entscheiden welche Kontrollen sie durch elektronische Erfassung ihrer Reisedokumente und welche mit Assistenz des Personals durchlaufen. Der schnellste Weg wird ihnen jeweils durch angegebene Wartezeiten angezeigt. Tegel verfügt bisher ausschließlich in Terminal C über ein solches System. In Tegel gibt es zudem fast gar keine redundanten Anlagen, weswegen ein Ausfall einen Stau bei der Abfertigung zur Folge hätte. Laut Flughafensprecher Daniel Tolksdorf halte sich jedoch zusätzliches Personal bereit, das eine zeitnahe Reparatur gewährleisten könne. Diese könnten innerhalb von zwei Stunden vor Ort sein, um sich mit defekten Anlagen zu befassen. Tolksdorf rät den Passagieren, die trotz der großzügig eingeplanten zwei Stunden in Zeitnot geraten, sich hiermit an das sowieso schon überlastete Personal zu wenden. Dem Tagesspiegel sagte er, man könne dann „sicher eine Lösung finden“.

 

Schönefeld und Tegel erreichen durch die Verzögerungen am BER nicht nur personal- sondern auch platztechnisch täglich ihre Kapazitäten. | Foto: Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg FBB

Schönefeld und Tegel erreichen durch die Verzögerungen am BER nicht nur personal- sondern auch platztechnisch täglich ihre Kapazitäten. | Foto: Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg FBB

Die sechs Millionen Euro, die bis Anfang 2019 als Investition in den Flughafen fließen, sollen jedoch eine bessere Aufenthaltsqualität für Passagiere ermöglichen. Auch eine stärkere Prozesssicherheit bei internen Abläufen soll gewährleistet werden. Allerdings sind dies Versprechungen, die schon oft gemacht, aber nie umgesetzt wurden. Gut, dass in Tegel investiert wird, aber wann wird der BER endlich fertig?

Investitionen in schnellere Prozesse – und Ersatzanlagen?

In den Flughafen Schönefeld sollen bis Ende 2025 sogar noch weitere 50 Millionen Euro investiert werden. Denn Schönefeld soll nach Öffnung des BER im Oktober 2020 garantieren, dass der Pannenflughafen mit dem Flugbetrieb nicht direkt überfordert ist. Tegel senkt zwar derzeit die Gesamtverluste der Flughafengesellschaft, wird aber entgegen der Stimmen des Volksentscheides schließen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Tegel 112 Millionen Euro. Vor der Airberlin-Pleite waren es 2016 noch 119 Millionen Euro. Laut Geschäftsbericht konnten diese Zahlen die Gesamtverluste der FBB jedoch um rund 18 Millionen Euro senken. Dank der Wirtschaftlichkeit Tegels wird der ausgewiesene Bilanzverlust dadurch „nur noch“ mit 915 Millionen Euro beziffert (Quelle: Tagesspiegel).

Aussicht auf Entlastung? Der BER soll voraussichtlich im Oktober 2020 öffnen. | Foto: Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg FBB

Schönefeld und Tegel erreichen durch die Verzögerungen am BER nicht nur personal- sondern auch platztechnisch täglich ihre Kapazitäten. Die Flughäfen arbeiten während der Ferienzeit und dem erhöhten Passagieraufkommen am Limit. Zuletzt übernahmen die Billigfluglinien Easyjet und Eurowings etliche Start- und Landerechte von der Pleite-Airline Airberlin. Interkontinentalflüge werden jedoch weiterhin in sehr geringem Ausmaß angeboten und bisher nur vereinzelte Strecken von Billigflug-Airlines übernommen. Scoot, die Tochter der Singapur Airlines, fliegt seit Mai 2018 eine Nonstop-Verbindung zwischen Berlin und Singapur an, von der Kongress- und Messereisende profitieren. Auch eine Verbindung in den kanadischen Großraum Toronto wurde erst im Juni wieder aufgelegt. (cn)

Dem Flughafen BER fehlen bis zu einer Milliarde Euro

Noch vor Weihnachten letzten Jahres wurde angekündigt, dass der Flughafen Berlin Brandenburg voraussichtlich im Oktober 2020 eröffnen wird. Ganze acht Jahre nach der geplatzten Eröffnung im Jahr 2012. Nun droht dem Flughafen ein neues Problem: Bis zu einer Milliarde Euro sollen für den Flughafen BER fehlen.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat bereits im Dezember angekündigt, dass durch die abermals verzögerte Eröffnung zusätzliches Geld für das Projekt gebraucht wird. Doch wie wird die Flughafengesellschaft die zusätzlichen Kosten finanzieren können? Immerhin ist hier von einem zehnstelligen Betrag die Rede.

Dem Flughafen BER fehlt eine Milliarde Euro

Einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge sollen für den Ausbau und für die Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens BER bis zu einer Milliarde Euro fehlen. Weiterhin wurde berichtet, dass allein die Kosten für den Baustellenbetrieb und die Einnahmeausfälle sich auf rund 25 Millionen Euro pro Monat (!) belaufen. Dies seien rund 750 Millionen Euro bis zur geplanten Eröffnung 2020. Es werden jedoch weitere Millionen für neue Aufträge zur Fertigstellung und zum beschleunigten Ausbau benötigt.

Die Flughafengesellschaft ist jedoch nicht in der Lage die zusätzlich benötigte Milliarde  zu finanzieren. Laut der „Bild am Sonntag“ können die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund maximal 400 Millionen Euro durch Kredite stemmen. Über den restlichen Betrag seien sich die Gesellschafter des Flughafenprojekts jedoch uneinig.

Seit Baubeginn steigen die Kosten ins Unermessliche

Der erste Spatenstich des Flughafens BER erfolgte vor mehr als 11 Jahren im September 2006. Damals war noch von 2,5 Milliarden Euro die Rede. Bisher sind die Kosten jedoch schon auf rund 6,6 Milliarden Euro gestiegen. Nun wird noch eine Milliarde mehr benötigt.

Die Kosten werden auch nach der Eröffnung weiter steigen. Bis zum Jahr 2035 sind nämlich neue Erweiterungsbauten geplanten. Diese Erweiterungen sind nötig, um zukünftig 55 Millionen Passagiere abfertigen zu können. Denn bei seiner Eröffnung wird der Berliner Großstadtflughafen BER bereits zu klein sein, um alle Passagiere, die bislang über die Flughäfen Tegel und Schönefeld reisen, aufnehmen zu können. Beide Flughäfen werden jedoch nach der Eröffnung des BER ihren Betrieb einstellen.

Finanzbedarf soll auf der Aufsichtsratssitzung geklärt werden

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke äußert sich über den Finanzbedarf sehr kritisch: „Das einzige, was in der FBB (Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg) zu klappen scheint, ist die ständige Kreation immer neuer Bedarfe. Und dies offenbar ohne über ausreichend eigenes Geld zu verfügen.“

Jedenfalls wird erst im März auf einer Aufsichtsratssitzung über die Finanzierung entschieden. „Wir gehen davon aus, dass bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung sowohl der Finanzbedarf solide ermittelt sowie eine verlässliche Finanzplanung erarbeitet sein wird“, so die Berliner Senatssprecherin Claudia Sünder gegenüber der dpa. (dn)

Eine Eröffnung des Flughafen BER vor 2021 unwahrscheinlich

Der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ ist wohl einer der größten „Skandale“ in der deutschen Baugeschichte. Nach sechs gescheiterten Inbetriebnahmen verzögert sich die Eröffnung des Flughafen BER weiter. Denn aus einem aktuellen Lagebericht für die oberste Bauaufsicht Brandenburg und aus einem Statusbericht des TÜV Rheinland gehen hervor, dass der Flughafen noch gravierende Defizite bei den technischen Systemen aufweist. Der TÜV hatte zehn Anlagen geprüft und in sechs davon wurden „wesentliche Mängel“ festgestellt.

Mit den Planungen begannen die Schwierigkeiten

Die ersten Pläne für einen Ausbau des Flughafens Schönefeld existierten bereits in den 1960er Jahren. Doch erst nach der deutschen Wiedervereinigung stieg die Notwendigkeit einer großflächigen Kapazitätserweiterung stark an.

So begannen 1990 die ersten Planungen für einen neuen Hauptstadtflughafen in Berlin. Der Flughafen, der ursprünglich Berlin Brandenburg International heißen sollte und auf dessen Standort man sich für Schönefeld einigte, scheiterte jedoch 2003 an der Privatisierung.

Die gescheiterten Eröffnungen

Schließlich musste das Projekt aus öffentlichen Kassen finanziert werden, weshalb zunächst eine Absegnung des Staats erforderlich war. Dadurch war schon im Vorfeld klar, dass der Flughafen nicht wie geplant 2007 eröffnen wird. Somit wurde bereits 2003 die erste geplante Eröffnung verschoben.

Auch der zweite für 2011 geplante Eröffnungstermin scheiterte nach dem mehrere Jahre verspäteten Spatenstich im September 2006.

Der nächste Rückschlag der sich im auch im öffentlichen Gedächtnis einbrannte, folgte dann im Mai 2012: Die Eröffnung des BER für den Juni desselben Jahres  wurde abgesagt. Grund für die Absage waren Probleme bei den Brandschutzanlagen, wobei diese bis heute noch als eine große Herausforderung darstellen.

Die Kosten steigen uns Unermessliche

Seit der geplatzten Eröffnung im Jahr 2012 wurden zusätzlich 3,3 Milliarden Euro Steuergelder für den Bau bewilligt, wodurch die Kosten auf 6,6 Milliarden Euro gestiegen sind. Ursprünglich waren „nur“ 2,5 Milliarden Euro kalkuliert und die Kosten steigen heute immer noch ins Unermessliche.

Selbst fünf Jahre nach dem Debakel im Jahr 2012 kann der Flughafen, der eine Fläche von 1470 Hektar umfasst, immer noch nicht in Betrieb genommen werden.

Der Eröffnungstermin wird voraussichtlich am 15. Dezember dieses Jahres vom Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup bekannt gegeben werden. Laut dem Tagesspiegel ist jedoch eine Eröffnung vor 2021 unwahrscheinlich.

Was dies für die anderen Berliner Flughäfen bedeutet

Der nach dem vierten Bundeskanzler benannte Flughafen soll auf lange Sicht die anderen Berliner Flughäfen Schönefeld, Tegel und Tempelhof ersetzen, wobei letzterer bereits 2008 geschlossen wurde.

Im Zuge der Bundestagswahlen 2017 fand in der Hauptstadt ebenfalls ein Volksentscheid über die Offenhaltung des Flughafens Tegel statt. Dabei stimmten rund 56 Prozent für eine Offenhaltung. Trotzdem stehen die Signale aus der Politik auf Schließung.  Berlin kann eine Entscheidung nicht alleine treffen, da das Land Brandenburg und der Bund auch Eigentümer der Flughafengesellschaft sind.

Da sich die Eröffnung des Flughafen BER nun erneut verzögert, wird Tegel wohl noch einen geraumen Zeitraum geöffnet bleiben. Bis dahin wird sicher auch die Debatte über die Schließung fortgeführt werden. (dn)

Schul- und Kita-Campus mit Seltenheitswert: Ludwig Hoffmann Quartier in Berlin-Buch

So etwas passiert nicht häufig. Der Bau von zwei Schulen und zwei Kitas für fast 700 Kinder und Jugendliche auf Eigeninitiative und ohne Fördermittel. Im Ludwig Hoffmann Quartier (LHQ) in Berlin-Buch gibt es das. In Anwesenheit von Sandra Scheeres, Berlins Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, wurde Ende vergangenen Monats die vollständige Fertigstellung des Schul- und Kita-Campus, bestehend aus einer Evangelischen Grundschule, einer Montessori Gemeinschaftsschule und zwei Kitas, gefeiert.

Obwohl die Schulen schon einige Zeit in Betrieb sind, konnten sie noch nicht über das ganze Areal verfügen. Nun hat das ein Ende, denn jetzt wurde auch das letzte von insgesamt vier Schulgebäuden den Nutzern offiziell übergeben. Mit fast 1.600 Quadratmetern bietet das dritte Gebäude der Montessori Gemeinschaftsschule Berlin-Buch Raum für weitere Klassenräume, eine Schulmensa samt Küche sowie eine weitere Kita für 82 Kinder. In den beiden Schulen, die sich in denkmalgeschützten Gebäuden befinden, können rund 500 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Die beiden Kitas auf dem Areal bieten Platz für etwa 180 Kinder, wovon zwei Drittel bereits belegt sind.

Eigeninitiative ist beeindruckend

Der Bau des Campus ist allein der Initiative von Andreas Dahlke, Bauherr und Alleingesellschafter der Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft mbH & Co. KG, zu verdanken. Zu seinen Motiven sagt er: „Mir kam es von Anfang an darauf an, das Ludwig Hoffmann Quartier nicht als reine Wohnanlage, sondern als Stadtquartier mit einer vollständigen Sozial- und Bildungsinfrastruktur zu errichten. Das Stadtquartier ist Teil von Buch. Wir wollen, dass die Wohnungen und alle Einrichtungen des Areals auch von der Bewohnern des Bezirks genutzt werden und sich dadurch die Lebensqualität im Ortsteil Buch verbessert.“

Senatorin Scheeres zeigt sich beeindruckt vom Ludwig Hoffmann Quartier

Senatorin Scheeres zeigte sich von dem Schulkomplex beeindruckt. „Über 500 Kinder und Jugendliche können im Quartier beschult werden. Der Bauherr hat damit einen wichtigen Beitrag für das neue Stadtquartier in Eigeninitiative geleistet. So wurde das Schulplatzangebot nicht nur für Berlin-Buch, sondern für den ganzen Nordosten unserer Stadt erweitert.“ Der Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO, Frank Olie erklärt: „Wir möchten uns als Schulträger bei Herrn Dahlke für die gute Zusammenarbeit ausdrücklich bedanken. Ohne sein Engagement wäre die Schulgründung in Buch für die Evangelische Schulstiftung nicht möglich gewesen.“

Und Jörg Richert von KARUNA, Träger der Montessori Gemeinschaftsschule, betont: „Das Ludwig Hoffmann Quartier hat uns Möglichkeiten eröffnet, um unser Potential zum Wohl von Kindern, Jugendlichen und Familien zu entfalten. Gemeinschaftsschule, Kinderhaus, Schulgarten, wildnispädagogischer Kindergarten, die Jugendinitiative MOMO, die außerschulische Bildungsarbeit zum Thema Flucht und Migration und das Büro zur Steuerung der Bildungsarbeit für ganz Berlin-Buch – das alles konnte sich hier etablieren. Andreas Dahlke und sein Team sind für uns ein großartiger Partner.“

Stadtquartier mit Zukunft

Das Ludwig Hoffmann Quartier ist aktuell eines der großen Wohnungsbauprojekte in der Hauptstadt. Das Vorhaben hat ein Investitionsvolumen von rund 280 Millionen Euro. Bis 2019 werden auf einem ca. 280.000 Quadratmeter großen Grundstück insgesamt ca. 800 Wohnungen und eine breit-gefächerte soziale Infrastruktur entstehen. Dazu gehören außer dem bereits fertiggestellten Campus dann zum Beispiel weiterhin eine 3-Feld-Sporthalle und eine Senioren-Wohnanlage. Bisher sind ca. 450 Wohnungen fertiggestellt und auch schon fast komplett bezogen. (in)

 

Foto: Senatorin Sandra Scheeres und Andreas Dahlke. Bildquelle: Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft mbH & Co. KG

 

Interview: PR-Profi Frank Schmeichel zur Kommunikation des BER

BERLINboxx spricht mit Kommunikationsunternehmer Frank Schmeichel, Gründer Business Network Marketing- und Verlagsgesellschaft mbH, über den BER und dessen Umgang mit Negativmeldungen.

 

BERLINboxx: Was läuft falsch bei der Kommunikation des BER?

Frank Schmeichel: Gar nichts läuft falsch. Die Kommunikation von BER-Chef Mühlenfeld ist ein Lehrstück für perfekte Krisenkommunikation.

 

BERLINboxx: Was heißt denn das?

Frank Schmeichel: Mühlenfeld ist es gelungen, dass die Dauerkrise gar nicht mehr wahrgenommen wird. Die Erwartungshaltung der zukünftigen Kunden ist auf ein Minimum reduziert. Wieder eine Negativmeldung: Das Publikum ist bereits so gewöhnt worden an die Nicht-Eröffnung, dass kein Newswert mehr vorhanden ist. Damit interessiert sich keiner mehr für Details. Denn das gelernte Wissen seit 10 Jahren ist: Der wird sowieso nicht fertig.

 

BERLINboxx: Wie gelingt Mühlenfeld das?

Frank Schmeichel: Ganz einfach: Keine Überraschungen! Ein Eröffnungstermin wäre eine Überraschung. Aber wer will schon Überraschungen?! Das Bewährte, das Gelernte, das Unmögliche, das sind die Botschaften, die durch eine intelligente Kommunikationspolitik internalisiert wurden. Mühlenfeld ist ein guter Psychologe. Er schützt die zukünftigen Passagiere vor Schocks. Das ist eine ungemein humane Einstellung. Allerdings sollte man in der Geschäftsführung vom BER schon heute Krisenszenarien entwickeln für die Zeit wenn die Eröffnung tatsächlich kommt. Dann benötigen die Manager eine hochsensitive Strategie, die der dann eintretenden Verstörung und Diskontinuität entgegenwirkt.

 

Bildquelle: Business Network Marketing- und Verlagsgesellschaft mbH