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Berliner Wirtschaft wächst weiter

Auch im dritten Quartal 2018 hat die Berliner Wirtschaft ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Dadurch sind überdurchschnittlich viele neue Arbeitsplätze entstanden. Das geht aus dem neuesten Konjunkturbericht der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe hervor.

Demnach wuchsen vor allem die Dienstleistungsbranchen in Berlin weiter. Im Bereich „Information und Kommunikation“  hat sich demzufolge die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um gut 11 Prozent erhöht. Damit ist sie doppelt so stark aufgestellt wie der Bundesdurchschnitt. Von Januar bis September gab es in Berlin insgesamt 1,13 Millionen Übernachtungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Dies liegt vor allem am Auslandstourismus. Ein weiteres Beispiel für den boomenden Dienstleistungsstandort Berlin ist der Onlinehandel. Er steigerte seinen Umsatz um 7,5 Prozent. Aber auch die produzierenden Branchen haben sich gut behauptet. Außerdem zeigt sich die Berliner Industrie in einem unsicheren internationalen Umfeld gefestigt. Gemäß des Berichtes hat das Bauhauptgewerbe die Umsätze in den ersten neun Monaten 2018 um 23,6 Prozent gesteigert. Dies entsprach einem Zuwachs von rund 460 Millionen Euro.

Berliner Wirtschaft liegt über dem Bundesdurchschnitt

Taktgeber [für den Wirtschaftswachstum] ist der Branchenmix aus stark wachsenden Dienstleistungsbranchen und robustem Produzierenden Gewerbe“, erklärt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop. Für das Jahr 2018 rechnet sie mit einem Wachstum von circa 2,7 Prozent. Und auch für 2019 rechnet die Senatorin mit einem weiteren Wachstum der Berliner Wirtschaft. Derzeit prognostiziert sie einen Wachstum von 2,3 Prozent im kommenden Jahr. Die Senatorin erläutert: „Damit liegen wir weiter über dem Bundesdurchschnitt. Jetzt gilt es, diesen Prozess zu verstetigen und die Weichen für eine mittel- und langfristig erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung zu stellen. Zukunftweisend ist an dieser Stelle die Entscheidung von Siemens, in Spandau 600 Mio. Euro in einen Innovationscampus zu investieren. Das ist ein wichtiges Signal für moderne, innovative Industrie am Standort Berlin.“

Infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs sind neue Arbeitsplätze in der Bundeshauptstadt entstanden. Im September wurde bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berlin erstmals die Marke von 1,5 Millionen übersprungen. Im September lag die Beschäftigungszahl um fast 51.000 Personen beziehungsweise 3,5 Prozent über dem Vorjahresstand. Das war erneut die höchste Zuwachsrate aller Bundesländer. Pop dazu: „Wichtig ist mir, dass diese Entwicklung bei den Berlinerinnen und Berlinern ankommt. So fiel die Zahl der Langzeitarbeitslosen im November in Berlin um 5.700 beziehungsweise 12,4 Prozent geringer aus als ein Jahr zuvor. Dies zeigt eine zunehmende Teilhabe der Menschen am Arbeitsleben.“ (red)

Hochhäuser am Kurfürstendamm durch Baukollegium abgelehnt

Der österreichische Karstadteigner René Benko hat Großes mit der City West vor. Sein Unternehmen Signa Real Estate plant, aus dem Karstadtgebäude am Kurfürstendamm und den angrenzenden Gebäuden ein Stadtquartier zu machen. Vorgesehen sind drei Hochhäuser mit einer Höhe von 100 bis 150 Metern. Signa stellte nun die Pläne erstmals im Baukollegium von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher vor. Die lehnte das Vorhaben in der jetzigen Form jedoch ab. „Städtebaulich müssen wir sagen: so nicht“, sagte Lüscher nach der Beratung des Kollegiums.

Das ursprüngliche Konzept sah eine Bebauung des Areals zwischen Kurfürstendamm, Ranke- und Augsburger Straße mit einer Nutzung überwiegend als Shopping-Mall vor. Die Idee eines Einkaufscenters wurde aber mittlerweile verworfen. Statt einer Shopping-Mall will Signa nun ein ganzes Quartier mit einer Mischnutzung aus Büro, Handel, Hotel, Handel, Gesundheit, Fitness, Kultur und einem kleinen Wohnanteil  entwickeln. Wohnungen sollen allerdings nicht in den Hochhäusern,  sondern im denkmalgeschützten Agrippina-Haus an der Rankestraße, realisiert werden.

Fünf verschiedene Varianten

Dafür stellte Signa dem Baukollegium  fünf verschiedene Varianten einer möglichen Bebauung vor. Zwei davon sahen drei Hochhäuser vor, drei Varianten schlugen nur zwei Hochhäuser in verschiedenen Höhen vor.

Die durch Signa favorisierte Variante sind drei Türmen in einer Höhe von 100, 120 und 150 Metern. Die Sockelgeschosse sollen in einer  Gebäudehöhe von 22 Metern entstehen, die Planung sieht außerdem eine Verbindung der Türme durch eine durchgängige öffentliche Terrasse vor. Signa plant, für das Projekt eine knappe Milliarde Euro zu investieren. Die Bauphase wird für drei bis fünf Jahre veranschlagt.

Baukollegium fordert eine ganzheitliche Herangehensweise

Senatsbaudirektorin Lüscher lehnt Hochhäuser nicht per se ab, fordert jedoch eine Gesamtbetrachtung der City West: „Wir haben große Bedenken, ausgerechnet an diesem relativ intakten Block direkt am Kurfürstendamm mit Hochhäusern zu beginnen“, so Lüscher. „Für Hochhäuser braucht es nach Meinung des Kollegiums zudem eine politische Willensbildung.“ Signa zeigt Bereitschaft zum Kompromiss und will nachbessern.

Die Diskussion um eine adäquate Entwicklung des Kurfürstendamms hat gerade erst begonnen. Senatsbaudirektorin Lüscher kündigte für Ende nächsten Jahres den lange erwarteten Hochhausentwicklungsplan für Berlin an. Den hatte das Berliner Abgeordnetenhaus bereits im April 2017 beauftragt. (red)

Drei neue Türme für den Ku’damm

Nach dem Scheitern des Shoppingcenterprojekts „Mall of Ku’damm“ auf dem Gelände von Karstadt am Kurfürstendamm wurde es leise um dortige Baupläne. Der Investor Harald Huth war 2017 nach mehr als zweieinhalb Jahren Planung für das Areal ausgestiegen. Dem Vernehmen nach gab es zuvor allerdings auch Meinungsverschiedenheiten unter den Investoren. Huth plante sechs Verkaufsetagen mit insgesamt 65.000 Quadratmetern Verkaufsfläche für mehr als 200 Läden. Seine Geschäftspartner bezweifelten offenbar, dass genug Kunden in die oberen Stockwerke kommen würden. Nach nunmehr 1,5 Jahren hat die österreichische Signa-Gruppe, zu der auch die Karstadt Warenhaus GmbH gehört, neue Ideen. Sie möchte auf dem Gelände drei bis zu 150 Meter große Hochhäuser errichten. In der kommenden Woche will sie laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein Konzept dafür vorstellen. Danach befasst sich das Berliner Baukollegium mit dem Vorhaben.

Gremium prüft zuerst die „grundsätzliche Eignung“ des Standorts

Bis zu der Sitzung will die Stadtentwicklungsverwaltung noch keine Bewertung abgeben. Generell gelte bei Hochhausprojekten, dass „jeder Bauherr eine gesamtstädtische Betrachtung erstellen“ muss. Das Baukollegium beurteile zunächst, ob ein Standort überhaupt geeignet ist. Nach einem positiven Votum seien bei Vorhaben, die mindestens 50 Prozent höher als Bauten in der nahen Umgebung werden sollen, ein Wettbewerb und ein Bebauungsplanverfahren nötig.

Karstadt-Warenhaus soll nicht abgerissen werden

Die Signa-Gruppe plant dem Vernehmen nach Büros, Hotels und Läden in den Hochhäusern. Im Erdgeschoss könnte es eventuell auch Läden und Lokale geben. Das achtstöckige Karstadt-Warenhaus mit fast 200 Mitarbeitern soll nach Angaben des Investors erhalten werden. Anfang der 1970er Jahre wurde es als „Wertheim“ eröffnet und vor zehn Jahren in „Karstadt“ umbenannt.

Die Präsentation am Montag, 03.12.2018, ab 15.30 Uhr im Hochhaus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, in der Württembergischen Straße 6 in Wilmersdorf, ist öffentlich (Anmeldung unter diesem Link). Nur an der anschließenden Beratung dürfen Gäste nicht teilnehmen. (kh)

2018 deutlicher Anstieg der Genehmigungen für Wohnungsbau

Gute Neuigkeiten: Die Neunmonatsbilanz des Statistischen Bundesamts (Destatis) verzeichnet ein deutliches Plus bei den Genehmigungen für den Wohnungsbau.

In den ersten neun Monaten von 2018 sind in Deutschland demnach 262.800 Wohnungen in Neu- und Bestandsbauten genehmigt worden. Das ist ein Plus von 2,3 Prozent (+6.000 Genehmigungen) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahlen beziehen sich sowohl auf den Neubau als auch auf Baumaßnahmen an bereits bestehenden Gebäuden.
Im Wohnungsneubau stiegen die Genehmigungen bis September um 3,2 Prozent auf 233.100 Einheiten. Dies sind 7.200 Wohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Wie schon in früheren Destatis-Jahreszwischenbilanzen resultierte das Plus ausschließlich aus Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (+8,3 Prozent), während die Genehmigungszahlen bei den Ein- und Zweifamilienhäusern um 0,9 Prozent bzw. 4,4 Prozent sanken.

Keine Trendwende trotz Zunahme an Genehmigungen?

Auch wenn die Bilanz auf den ersten Blick positiv ausfällt, warnen große Branchenverbände wie der BFW, IVD sowie der ZIA vor zu viel Begeisterung.

So sieht der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen trotz des Anstiegs keine Trendwende, sondern befürchtet, dass der Anstieg nicht nachhaltig genug ist. „Fast 60% der BFW-Mitglieder haben bei der aktuellen Konjunkturumfrage weiterhin verschlechterte Rahmenbedingungen für den Neubau festgestellt“, so BFW-Präsident Andreas Ibel.

Jürgen Michael Schick, Präsident des Maklerverbands IVD, bezweifelt, dass die „erfreuliche Tendenz“ dem Regierungshandeln zuzuschreiben ist. Die bisherige wohnungspolitische Bilanz sei „eher enttäuschend“. Unter anderem bei der geplanten Sonder-AfA für bezahlbaren Wohnungsneubau gebe es erheblichen Nachbesserungsbedarf.

380.000 Wohnungen pro Jahr sind nötig

Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses, drängt auf ein Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz, um die Genehmigungszahlen weiter anzuheben. Nach Ansicht der Verbände müssten jährlich mindestens 380.000 neue Wohnungen auf den Markt kommen, um dem Wohnungsmangel zu begegnen.

Insgesamt lässt sich daher festhalten, dass trotz des positiven Trends das prominente Problem des Wohnraummangels in Deutschland nicht behoben ist. (red)

Richtkranz für das erste Typenhaus der STADT UND LAND gehoben

Der Rohbau des ersten STADT UND LAND-Typenhauses aus standardisierten Planungsmodulen steht: Zur feierlichen Hebung des Richtkranzes begrüßten die Geschäftsführer Ingo Malter und Anne Keilholz  die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen Katrin Lompscher sowie Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf.

STADT UND LAND Richtfest Schkeuditzer Straße, 19.11.2018 v.l.: Dr. Christoph Landerer, Aufsichtsratsvorsitzender STADT UND LAND; Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen; Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin Marzahn-Hellersdorf; Uwe Freitag, Märkische Ingenieur Bau; Frank Arnold, Architekturbüro Arnold und Gladisch; Ingo Malter, Geschäftsführer STADT UND LAND | Foto: Christian Kruppa

STADT UND LAND Richtfest Schkeuditzer Straße. v.r.n.l.: Dr. Christoph Landerer, Aufsichtsratsvorsitzender STADT UND LAND; Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen; Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin Marzahn-Hellersdorf; Uwe Freitag, Märkische Ingenieur Bau; Frank Arnold, Architekturbüro Arnold und Gladisch; Ingo Malter, Geschäftsführer STADT UND LAND | Foto: Christian Kruppa

Bis zum Frühjahr 2020 werden an der Schkeuditzer Straße insgesamt 165 Mietwohnungen errichtet, von denen die Hälfte durch das Land Berlin gefördert wird.

Standardisierung des Wohnungsbaus durch Typenhaus

Das neue Wohngebäude ist ein Prototyp. Das Bauunternehmen märkische ingenieur bau GmbH entwickelte mit dem Architekturbüro Arnold und Gladisch als Generalübernehmer das von der STADT UND LAND vorgegebene Typenhaus weiter zu einem modularen Mauerwerksbau mit Stahlbeton Fertig- und Halbfertigteilen.

Die STADT UND LAND hat mit dem Typenhaus das wichtige Thema der Standardisierung des Wohnungsbaus aufgenommen – angesichts der Wohnungsknappheit ein dringendes Erfordernis, um zügig Wohnraum in großer Zahl zu schaffen. Zugleich macht das Verfahren möglich, die Kosten beim Neubau zu senken.

6,50 Euro pro Quadratmeter

Das erste Wohnhaus wird etwa 9.500 Quadratmeter Wohnfläche haben. Es entstehen Wohnungen mit 1 bis 4 Zimmern, die jeweils über Balkon oder Terrasse verfügen. 57 Wohnungen sind barrierefrei. Im Innenhof entstehen ein großer Spielbereich sowie 330 Fahrradabstellplätze, davon sind 276 überdacht. Die geförderten Wohnungen haben eine Einstiegskaltmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter.

Mit der Hönower Weiherkette im Norden sowie weiteren Parks und Grünflächen in der Umgebung profitiert das neue Wohnensemble von seiner naturnahen Lage. Der Standort bietet eine dichte Infrastruktur mit Läden, Schulen und Kitas sowie eine gute Verkehrsanbindung. Der U-Bahnhof Louis-Lewin-Straße befindet sich in fußläufiger Entfernung.

Schwerpunkt in Marzahn-Hellersdorf

Zum 31.12.2018 befinden sich 2.390 Wohnungen im Bau, für weitere 661 Wohnungen ist ein Baubeginn in 2019 geplant. Standort vieler Projekte ist Marzahn-Hellersdorf: Dazu zählen zum Beispiel 308 Wohnungen in der Louis-Lewin-Straße, die 2020 bezugsfertig sein sollen. In der Albert-Kunz-Straße/Louis-Lewin-Straße sind 284 Wohnungen geplant, sie sollen 2021 fertiggestellt sein. Bis Ende 2017 hat die STADT UND LAND insgesamt 1.093 neue Mietwohnungen gebaut, 287 davon in Marzahn-Hellersdorf.

Typenhäuser als Zukunft des Bauens

„Hier in Marzahn-Hellersdorf feiern wir heute Richtfest für das erste Typenhaus der STADT UND LAND. Modulares Bauen ermöglicht nicht nur die zügige Realisierung einer großen Anzahl von Wohnungen, sondern trägt auch dazu bei, die Kosten im Wohnungsneubau zu dämpfen. Beides ist angesichts des aktuellen Wohnungsbedarfs in Berlin von essentieller Bedeutung. Deshalb haben die städtischen Gesellschaften hierzu gemeinsam Wettbewerbe ausgeführt. Ich begrüße das Engagement der STADT UND LAND an dieser Stelle ausdrücklich und wünsche dem Projekt gutes Gelingen“, so Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen.

„Wir freuen uns, dass dieses beispielhafte Projekt in unserem Bezirk entsteht. Marzahn-Hellersdorf ist seit über 40 Jahren Standort von Wohnensembles in modularer Bauweise. Die Altbestände wurden umfassend und sorgfältig saniert, das Wohnumfeld optimal aufgewertet. Ich wünsche mir, dass Singles und Familien schon bald einziehen und hier ein Zuhause finden“, fügt Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf hinzu.

Ingo Malter, Geschäftsführer der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH, glaubt an die Zukunft des seriellen Bauens: „Wir glauben, dass der Neubau von Wohnungen mit dem von uns entwickelten Typenbau eine neue Dynamik entfalten kann und wollen das serielle Bauen an verschiedenen Standorten realisieren. Als kommunales Wohnungsbauunternehmen sehen wir uns in der Pflicht, so effizient und umfangreich wie möglich zur Schaffung neuen Wohnraums beizutragen. Wir gehen in unserer Planung davon aus, dass wir bis zum Jahr 2026 um etwa 10.530 Neubauwohnungen wachsen werden.“ (ak)

Arbeitskreis Vorkaufsrecht: Bezirke sollen voneinander lernen

Von allen Bezirken nutzte Friedrichshain-Kreuzberg bislang am häufigsten das sogenannte Vorkaufsrecht. In 16 Fällen erwarb der Bezirk Wohnkomplexe, die andernfalls privaten Investoren in die Hand gefallen wären. Daher erscheint es nur passend, dass sich der neu gegründete Arbeitskreis Vorkaufsrecht erstmalig im Rathaus Kreuzberg traf. Der Arbeitskreis Vorkaufsrecht dient dem Erfahrungsaustausch der Bezirke. Erklärtes Ziel ist es, sich bei der Anwendung des Vorkaufsrechtes zu unterstützen. Zudem soll die Zusammenarbeit zwischen den Bezirken, dem Senat und städtischen Wohnungsbaugesellschaften verstärkt und dadurch beschleunigt werden.

Bei der ersten Sitzung anwesend waren die Bezirke Tempelhof-Schöneberg, Mitte, Neukölln, Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg. Mit Treptow-Köpenick sind dies auch die einzigen Bezirke, die das Vorkaufsrecht in der Vergangenheit anwandten. Mit diesem Instrument kann der jeweilige Bezirk in einen Gebäudeverkauf einsteigen, um die Mieter des zum Verkauf stehenden Gebäudes zu schützen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn zu befürchten ist, dass der Käufer die Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umwandeln möchte. Allerdings muss das Gebäude in einem der mittlerweile 45 Milieuschutzgebiete liegen. Zudem hat der Bezirk nur zwei Monate Zeit, um in den bestehenden Kaufvertrag einzusteigen.

Empfehlungen des Arbeitskreis Vorkaufsrecht

Um die knappe Frist zu umgehen, forderte der Arbeitskreis Vorkaufsrecht den Senat auf, einen revolvierenden Fonds einzurichten. Mithilfe des Fonds könnte eine direkte Ausübung des Vorkaufsrechtes durch das Land Berlin ermöglicht werden. Damit sind die Bezirke nicht mehr an die städtischen Wohnungsbaugesellschaften gebunden und könnten mit einem zeitlich größeren Vorlauf den Weiterverkauf organisieren. Selbstverständlich würden die späteren Verkaufserlöse in den Fonds zurückfließen.

Doch setzen die Bezirke nicht nur auf das Vorkaufsrecht: Häufig kommt es gar nicht zum Kauf, die Bezirke drohen lediglich damit. Abwenden können die Käufer ein Eingreifen des Bezirks, wenn sie eine sogenannte Abwendungserklärung unterschreibt. Darin verpflichtet sich der Käufer, die Ziele des Milieuschutzes einzuhalten. In der Realität bedeutet das meistens den Erhalt von Mietwohnungen und eine Begrenzung von Mietsteigerungen. Dahingehend empfiehlt der Arbeitskreis Vorkaufsrecht, Unterzeichner der Abwendungserklärung zur Anwendung der gesetzlichen Regelungen der Mietpreisbremse zu verpflichten.

Investorenspekulation verhindern

Obwohl diese Instrumente bereits seit Jahrzehnten im Baugesetzbuch verankert sind, werden sie erst seit Kurzem vermehrt angewandt. „Dass die Bezirke das Vorkaufsrecht immer häufiger ausüben, begrüße ich ausdrücklich“, sagte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke). Beispielsweise in der Eckerstraße 15 in Friedrichshain nutzte der Bezirk das Vorkaufsrecht und erwarb das Objekt mit 17 Wohnungen. Recherchen unter der Leitung von Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) ergaben, dass eine Luxemburger Briefkastenfirma das Objekt erwerben wollte. Ihr Ziel sei es, Altbauten zu akquirieren, aufzuteilen und gewinnbringend weiter zu veräußern, so Schmidt. Dieses Beispiel zeige, wieso das Vorkaufsrecht als Instrument so unglaublich wichtig sei.

Umstrittene Maßnahmen

Allerdings ist die Effektivität der Instrumente umstritten. So bemängelte die FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, man verschwende Geld, anstatt es in den Wohnungsneubau zu investieren. „Die Nutzung des Vorkaufsrechts schützt Mieter entgegen den ständigen Behauptungen der Linkskoalition nicht vor steigenden Mieten“, sagte Sebastian Czaja, Fraktionsvorsitzender der FDP.

Auch aus Koalitionskreisen gibt es Kritik am Vorkaufsrecht: Je Wohnung seien die Kosten im Vorkauf dreimal so hoch wie bei einem Neubau. „Dabei entsteht aber keine Neubauwohnung, sondern es geht um Mieterschutz“, kritisierte Volker Härtig, Vorsitzender des SPD-Fachausschusses Soziale Stadt. Denn durch den Erwerb von teuren Altimmobilien trägt das Land zusätzlich alle einhergehenden Modernisierungsrisiken. Bislang investierte das Land fast 100 Millionen Euro – Geld, was beim Neubau oder in den Bauämtern fehlt.

Laut Berechnungen des BFW Landesverbandes Berlin/Brandenburg hätten mit der bereitgestellten Summe für den Ankauf doppelt so viele Wohnungen neu gebaut werden können. Für den Preis der 483 existierenden Wohnungen (durchschnittlicher Kaufpreis: 182.766 Euro) wäre ein Neubau von 1158 Wohnungen möglich (durchschnittlicher Preis: 76.200 Euro). Laut des Tagesspiegels vermuten Insider, dass der Senat mit den Maßnahmen die städtischen Wohnungsbaugesellschaften unterstützen möchte. Anders als beim Wohnungsneubau können sie so ihre Bestände rasch aufstocken. Doch entsteht dadurch auch kein dringend benötigter Wohnraum.

Senatsfinanzverwaltung: „Es sind genügend Mittel vorhanden“

Reserviert äußerte sich auch die Senatsverwaltung für Finanzen gegenüber der Berliner Morgenpost: Die Forderung nach einem Fonds erwecke den Eindruck, als seien die gegenwärtigen Mittel nicht ausreichend, erklärte Sprecherin Eva Henkel. „Das ist aber nicht der Fall. Es sind genügend Mittel für die Ausübung des Vorkaufsrechts eingestellt, die noch lange nicht ausgeschöpft sind.“ Inwiefern sich der Senat auf die Forderungen der Bezirke einlässt, bleibt also ungewiss. (ke)

Tempelhofer Feld: Ringen um die Randbebauung

Genau vor zehn Jahre stellte der Flughafen Tempelhof seinen Betrieb ein. Am 30. Oktober 2008 startete hier das letzte Flugzeug in Richtung Mannheim. In den vergangenen zehn Jahren konnte sich der Senat jedoch auf kein Konzept für die Nutzung des riesigen Tempelhofer Feldes einigen. Nach Volksentscheiden von 2008 und 2014 steht jetzt wieder eine Randbebauung des Tempelhofer Felds auf dem Programm.

Angestoßen hatte Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller (SPD) die erneute Debatte: „Die Diskussion beginnt wieder, weil der Druck wächst.“ Bis 2030 fehlen dem Land Berlin rund 194.000 Wohnungen, jedoch stehen nur Flächen für etwa 180.000 Wohnungen zur Verfügung. Anstelle der geforderten Randbebauung setzt die Rot-Rot-Grüne Koalition allerdings auf Verdichtungen. So sollen Supermarktdächer bebaut, Plattenbauten aufgestockt und Baulücken geschlossen werden.

Wirtschaft unterstützt Müller

Diese Maßnahmen sind nicht ausreichend, findet der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). „Der Wohnungsmarkt verschärft sich spürbar, wir dürfen nicht noch mehr Zeit verlieren“, sagt BBU-Sprecher David Eberhart. Unterstützung findet seine Aussage von der Berliner Industrie und Handelskammer (IHK). „300.000 Einwohner mehr als noch vor zehn Jahren suchen verzweifelt nach bezahlbarem Wohnraum. Eine Wirtschaft, die im selben Zeitraum um 20 Prozent gewachsen ist, sucht händeringend nach Flächen“, sagt Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK. Es sei falsch, heutige Entwicklungen auf einer Faktenlage von 2008 zu diskutieren. Damals war die Situation auf dem Wohnungsmarkt vergleichsweise entspannt. „Daher gehört die Randbebauung des Tempelhofer Feldes mit gemischten Wohnquartieren auf die politische Tagesordnung“, fordert Eden. Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) plädieren ebenfalls für ein Umdenken in der Bewirtschaftung des Areals: „Trotz der rasanten Entwicklung Berlins dort nur Gras wachsen zu lassen, ist keine sehr kluge Entscheidung.“

Für den Erhalt der Grünfläche spricht sich naturgemäß die Initiative 100 Prozent Tempelhofer Feld aus. Fast 740.000 Berlinerinnen und Berliner hätten 2014 gegen eine Bebauung gestimmt, um das Feld „für alle Zeiten als einzigartigen Ort für die Stadt, ihre Gesellschaft und Bevölkerung zu sichern“, so Michael Schneidewind, Vorstandsmitglied der Initiative. An dieser Entscheidung sei auch vier Jahre später nicht zu rütteln.

Flughafengebäude als Experimentierort

Im Gegensatz zum Feld stehen die Pläne für das ehemalige Flughafengebäude schon lange fest. „Das Flughafengebäude soll in den kommenden Jahren zu einem neuem Stadtquartier und Experimentierort werden: ein Areal voller Ideen, mit Raum zum Arbeiten und Ausprobieren, für Veranstaltungen und  vielfältige Begegnungen“, erläutert Katrin Lompscher (Linke), Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen. Zu diesem Zweck finde bereits eine intensive Bürgerbeteiligung statt. „Mit der Öffnung des Towers, der Geschichtsgalerie und dem Alliiertenmuseums wird ein touristischer Magnet entstehen“, hofft Lompscher. (ke)

 

Robuste Aufschwungphase in Berlin hält an

Die Berliner Wirtschaft befindet sich nach wie vor in einer robusten Aufschwungphase. Für 2018 rechnet die Investitionsbank Berlin (IBB) mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 2,7%, nach 3,1% in 2017. Damit bleibt die Wachstumsdynamik in Berlin erneut höher als der bundesdeutsche Durchschnitt (1,9%), auch wenn sie sich im weiteren Verlauf langsam  abschwächt. Auch der Arbeitsmarkt setzt die positive Dynamik im vierten Quartal leicht gebremst fort. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Juli im Vorjahresvergleich noch einmal deutlich um 49.500 auf 1,48 Mio. gestiegen. Mit einer Wachstumsrate von 3,5% liegt Berlin an der Spitze aller Bundesländer und 1,3 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Schnitt.

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender der Investitionsbank Berlin, begrüßt diese Aufschwungphase: „In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berlin um insgesamt 165.000 erhöht. Einen großen Anteil daran hat die Digitalwirtschaft, die sich in Berlin sehr wohl fühlt. Hier ist nach aktuellen Berechnung der IBB-Volkswirte jeder 7. neue Job in Berlin entstanden.“

Allerdings, so die Analyse der Volkswirte, führt das anhaltende Wachstum zu einer Überauslastung der Berliner Wirtschaft und es kommen zunehmend bremsende Effekte zum Zuge. Vor allem Fachkräfteknappheit belastet die schon seit langem expandierende Wirtschaft zunehmend. Die daraus resultierenden Kapazitätsengpässe machen vor allem der Bauindustrie und den unternehmensnahen Dienstleistungen zu schaffen.

Industrie in der Aufschwungphase

Lagen die Auftragseingänge der Berliner Industrie im Zeitraum Januar bis August 2017 noch fast 12% unter dem Vorjahreswert, wurde in 2018 im selben Zeitraum ein Anstieg der Industriebestellungen von 2,1% gemeldet. Nachdem die Berliner Industrie das Bruttoinlandsprodukt 2017 mit einem Rückgang um 400 Mio. EUR belastet hatte, dürfte sie 2018 wieder positiv zum Wirtschaftswachstum der Stadt beitragen. In den ersten acht Monaten 2018 sind die Umsätze der Unternehmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum bereits um 2,0% gestiegen.

Wachstum bei Dienstleistungen

Die Betriebe im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen haben im ersten Halbjahr 2018 mit einem Umsatzwachstum von 3,4% gegenüber dem Vorjahreshalbjahr ein robustes Ergebnis erreicht, das jedoch hinter dem von 2017 zurückbleibt (+9,5%). Die Umsätze in diesem Wirtschaftssegment belaufen sich auf rund 32 Mrd. EUR, knapp 30% der Umsätze in Berlin insgesamt.

Sinkende Baugenehmigungen

Seit 2011 sind im Schnitt Jahr für Jahr 40.000 Menschen nach Berlin gezogen. In der deutschen Hauptstadt besteht deshalb dringender Bedarf nach Wohnungen. Nötig wären pro Jahr mindestens 20.000 neue Wohnungen, allerdings wurden in 2017 nur 15.669 neue Wohnungen in Berlin fertiggestellt. Grund ist der rekordhohe Überhang an genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen, der derzeit bei 58.460 liegt (+15% gegenüber Vorjahr).

Zudem sind im Zeitraum Januar bis August 2018 die Baugenehmigungen wieder rückläufig. So wurden nur noch 15.856 Wohnungen genehmigt (-1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum), darunter 13.389 Neubauten (-19%). Die Bedarfslücke am Immobilienmarkt lässt sich kurzfristig nicht vollständig schließen. Vor allem der Fachkräftemangel in vielen Bau- und Handwerksberufen, fehlende Kapazitäten, aber auch immer komplexere Bauvorschriften, schwieriger zu erschließende Grundstücksflächen, langwierige öffentliche Debatten und steigende Baukosten bremsen die Bautätigkeit. Für 2018 und 2019 prognostizieren die Volkswirte der Investitionsbank Berlin rund 16.500 bzw. 18.500 fertiggestellte Wohnungen und damit einen leichten Anstieg gegenüber 2017. In den ersten acht Monaten 2018 stiegen die Umsätze im Bauhauptgewerbe deutlich um 19,2% auf 2,8 Mrd. EUR. Und auch bei den Bauauftragseingängen konnte gegenüber dem Vorjahreszeitraum in diesem Zeitraum ein Plus von rund 28,1% verbucht werden. Die Bauwirtschaft wird auch 2018 positiv zum Berliner Wachstum beitragen. (red)

Neues Stadtquartier: 1500 Wohnungen entstehen in Friedenau

Nach langen Diskussionen soll es nun bald losgehen. Ein neues Stadtquartier wird auf der 60.000 Quadratmeter großen Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs Wilmersdorf im Ortsteil Friedenau entstehen. Waren ursprünglich 940 Wohnungen geplant, sollen nun deutlich mehr Wohneinheiten gebaut werden. 1.500 Wohnungen sieht die aktuelle Planung des neuen Stadtquartiers vor. Das teilten die zu einem Joint Venture zusammengeschlossenen Bauherren, die OFB-Projektentwicklung und die BÖAG Projekt AG, mit.

Die OFB-Projektentwicklung ist ein Tochterunternehmen der Landesbank Hessen-Thüringen. Die BÖAG ist ein Hamburger Familienunternehmen, das bereits in vierter Generation geführt wird.

Angepasster Wohnungsmix im Stadtquartier

Die „Friedenauer Höhe“, so der Name des neuen Stadtquartiers, liegt direkt neben dem S-Bahnring und der Stadtautobahn. Daher werden Nebenräume wie Küchen und Bäder zur Lärm-Seite angeordnet, Wohn- und Schlafräume entstehen hingegen zur lärmabgewandten Seite. Damit soll gewährleistet werden, dass die künftigen Bewohner vor dem Verkehrslärm geschützt sind.

„Durch eine optimierte Planung konnten zusätzliche Wohnungen gewonnen werden, ohne die Bebauungsdichte zu erhöhen“, so die Investoren. Der angepasste Wohnungsmix bilde „die Struktur der Berliner Haushaltsgrößen ideal ab, bei der über 80 Prozent der Einwohner in Single- oder Zweipersonenhaushalten leben“.

Die geplanten Unterkünfte sollen ein bis vier Zimmer haben und je nach Lage über einen Balkon, eine Dachterrasse oder einen Mietergarten verfügen.

25 Prozent Sozialwohnungen

25 Prozent der Unterkünfte sind als Sozialwohnungen geplant. Die Höhe der Mietpreise wollten die Bauherren auf Anfrage derzeit noch nicht mitteilen. Auch zur Höhe der Investitionskosten äußerten sie sich nicht.

Auf den ehemaligen Bahnflächen, die im Jahr 2010 privatisiert wurden, entstehen nicht nur Wohnungen. Zur Freiraumgestaltung gehören neben zwei Spielplätzen ca. 12.000 Quadratmeter Grün- und Spielflächen. Der Autoverkehr wird weitgehend unterirdisch abgewickelt, der Innenbereich selbst soll autofrei sein.

Baubeginn im Frühjahr 2019

Für rund 1300 Wohnungen wurden bereits die Bauanträge eingereicht. Die Bauherren erwarten die Baugenehmigungen „in den nächsten Wochen“. Das Gelände sei für den Bau bereits vorbereitet, eine Baustraße angelegt.

Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2019 im Westen des Areals beginnen. Bis Ende 2023 soll das gesamte Quartier fertiggestellt sein. Die Baustellenzufahrt ist an der Hauptstraße geplant. So soll die Belastung der Anwohner durch den Baustellenverkehr laut Investoren minimiert werden. (red)

 

Vertical City am Alex: Großstadtplatz neu gedacht

Für viele ist der Alexanderplatz, den schon Alfred Döblin in seinem berühmten Großstadtroman zum Protagonisten machte, das Herz der Hauptstadt. An kaum einem anderen Ort vereinen sich die Widersprüche der Metropole zu einer solchen Melange des großstädtischen Lebens: Berlin pur! Architektonisch ist der Platz geprägt durch die Nachkriegsmoderne, den Fernsehturm, das Park Inn Hotel, aber auch die Bauten des Architekten Peter Behrens. Diese sind bereits in den zwanziger Jahren entstanden. Für manche eine Ost-Berliner Betonwüste, für andere ein Abbild der Berliner Geschichte. Nun soll dem zusammengewürfelten Ensemble in Form eines schlanken Zwillingsturms, 130 Meter hoch, der sich aus einem 36 Meter hohen Sockel erhebt, ein neues und modernes Büro- und Wohnkonzept hinzugefügt werden. So sieht der Siegerentwurf des Berliner Architekturbüros Sauerbruch Hutton für das neue Hochhaus direkt neben dem Park Inn Hotel aus.

Wohnungen am Alexanderplatz

Das Bauvorhaben, dessen Fertigstellung bis 2023 das französische Immobilienunternehmen Covivio plant, ist in mehrfacher Hinsicht etwas ganz Besonderes: Nach der Fertigstellung des Gebäudes soll der Alexanderplatz nach Jahrzehnten wieder als Wohnadresse dienen. „Hier entstehen erstmals Wohnungen mitten auf dem Alexanderplatz“, so Senatsbaudirektorin Regula Lüscher: „Es entsteht ein Stück vertikale Stadt, ein wohlproportionierter Turm in einem eleganten Kleid. Der Alexanderplatz wird damit nicht nur um ein neues Hochhaus, sondern um eine weitere prominente Adresse reicher.“

Vertikale Nutzungsmischung

Die Planung sieht eine vertikale Nutzungsmischung vor. In dem gemischt genutzten Hochhaus mit einer Geschossfläche von 60.000 Quadratmetern sind rund 27.000 Quadratmeter für Büros, 22.000 für Einzelhandel und 11.400 Quadratmeter für Wohnen, vorgesehen. Ferner sollen eine Kita, ein Fitness-Club sowie Restaurants und Cafés, eine Dachterrasse auf dem Sockelgebäude und ein großer begrünter Innenhof entstehen. Die Fassade des Hochhauses soll mit Photovoltaikeinheiten bestückt werden, sodass das Gebäude einen Teil seines eigenen Strombedarfs selbst produzieren wird. Mit Hilfe einer Kastenfensterkonstruktion wird es darüber hinaus ermöglicht, das Hochhaus auch natürlich zu belüften. Die Nutzung von Geothermie und Grauwasserwärme sollen das Konzept zur Energieeinsparung und CO2- Vermeidung komplettieren.

Zukunft des Bauens

Ein ambitioniertes Projekt, das an diesem besonderen Ort auch die Zukunft erzählen will. Auf 70 mal 70 Metern wird inmitten der Stadt eine vertikale Stadt entstehen. „Der Alexanderplatz wird als metropolitaner Ort in der Stadt gestärkt. Die Symbolik des Hauses reflektiert die Wichtigkeit des Ortes in der jüngsten Geschichte. Die aktive Fassade weist in die Zukunft des Bauens“, so die Architekten. Covivio Deutschlandchef Marcus Bartenstein fügt hinzu: „Am Ende werden wir einen echten vertikalen Campus schaffen, der mit der besten Infrastruktur im Herzen der Stadt verbunden ist. Dieser Ort, der zu einem neuen Ziel für die Menschen in Berlin wird, spiegelt unsere Sichtweise auf das zukünftige urbane Leben wieder. Das bedeutet Arbeiten, Entspannen, Wohnen, Einkaufen, Essen und Sport an einem Ort.“

Covivio will den Turm nicht nur entwickeln, sondern auch im Bestand halten. „Deshalb planen wir keine Eigentums-, sondern Mietwohnungen“, so Bartenstein. Rund 220 Wohnungen sind vorgesehen. Bei der Mietpreisgestaltung will man sich an aktuellen Marktpreisen orientieren, diese liegen aktuell bei 15 Euro je Quadratmeter. 400 bis 500 Millionen Euro will das Unternehmen insgesamt in den Turm samt Sockelgebäude investieren. (ak)

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