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Hausbau in Lichterfelde Süd – Entstehung eines neuen Zukunftquartiers

Der Mietendeckel und die geplante Privatisierungsbremse des Senats scheinen dem Hausbau-Großprojekt in Lichterfelde Süd nicht im Weg zu stehen. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz der US-Armee zwischen Osdorfer Straße und Anhalter Bahn sollen ab Ende 2020/Anfang 2021 bis 2025/26 rund 2.500 neue Gebäude entstehen.

Großprojekt im Süden der Hauptstadt

Das Projekt der Groth Gruppe am südlichen Stadtrand Berlins erstreckt sich auf einer Fläche von über 97 Hektar. Von den über 2.000 geplanten Wohnungen sollen 540 Sozialwohnungen, circa 1.540 Miet- und Eigentumswohnungen sowie rund 420 Reihenhäusergen gebaut werden. Außerdem sind auch drei Kitas, eine Grundschule mit Sporthalle und Sportplatz, eine Jugendeinrichtung und ein Stadtplatz mit 20.000 Quadratmetern Büro- und Gewerbeflächen geplant.

Um den Hausbau in dem neuen Stadtviertel, das Neulichterfelde heißen soll, umzusetzen, arbeitet die Groth Gruppe mit zahlreichen Innovationspartnern zusammen. Die Toyota Kreditbank GmbH (Mobilität), die NATURSTROM AG (Energie), Goldnetz gGmbH (Bildung und Community) und der BUND (Umwelt und Naturschutz in der Lichterfelder Weidelandschaft) beteiligen sich an dem Großprojekt, in das eine stattliche Investition von 900 Millionen Euro fließen soll.

Innovatives und ökologisches Zukunftsquartier für urbanes Leben

Bei der Vorstellung des geplanten Stadtquartiers gab sich Klaus Groth, Unternehmensgründer und Geschäftsführender Gesellschafter der Groth Gruppe, zuversichtlich und stellte die wichtigsten Eckpunkte des neuen Stadtviertels vor:

„Wir freuen uns, für unser Quartier Neulichterfelde so starke Partner gefunden zu haben. Gemeinsam begeben wir uns auf eine Reise und beschreiten neue Wege. Wir richten unser Augenmerk insbesondere auf die Themen Urbanisierung und Mobilität, die Verringerung des CO2-Fußabdrucks sowie moderne Formen von Leben, Wohnen und Arbeiten für die künftigen Generationen. Wir entwickeln hier im unmittelbaren Umfeld des künftigen Hauptstadtflughafens BER zukunftsweisende Pilot-Lösungen. Berlin ist eine schnell wachsende Stadt, Neulichterfelde ist unsere Vision für die Stadt der Zukunft.“

Neue Mobilitätskonzepte und Klimaneutralität

Durch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern möchten die Initiatoren des Projekts gewährleisten, dass alle Ansprüche an ein urbanes und modernes Quartier erfüllt werden. So ist mit der Toyota Kreditbank beispielsweise ein Investor gewonnen, der ein mobiles Stadtviertel mit einer Pendler-App, autonomen Fahrzeugen und Elektroautos schaffen möchte. Außerdem plant der Öko-Energieversorger NATURSTROM, Neulichterfelde mit einer klimaneutralen Wärmeversorgung auszustatten und somit mehrere Tonnen CO2 im Jahr zu sparen.

Die urbane Ausrichtung des innovativen Standorts schließt aber nicht aus, dass die rund 6.000 zukünftigen Anwohner auch die Natur genießen können. Die an den ehemaligen Truppenplatz angrenzende Weidefläche soll erhalten bleiben und mit Rücksichtnahme auf eine nachhaltige Nutzung erschlossen werden. Gerade diese Kombination von innovativen, ökonomischen und nachhaltigen Ansätzen macht das Stadtquartier für Klaus Groth zur „Stadt der Zukunft.“  (sz)

Bremse für die Privatisierung – Berlin bald komplett in öffentlicher Hand?

Nach Mietendeckel und 365-Euro-Ticket hat sich der Regierende Bürgermeister, Michael Müller, nun etwas Neues ausgedacht – er plant, die Privatisierung von öffentlichen Gütern einzuschränken. Seinen Vorschlag begründet der SPD-Politiker mit dem stetigen Bevölkerungswachstum in der Hauptstadt bei gleichzeitiger Wohnraumknappheit.

Die Idee des Regierenden Bürgermeisters ist dabei keineswegs neu. Bereits 2011 versuchte die LINKE durchzusetzen, dass Privatisierungen von Betrieben der Daseinsvorsorge, wie den Berliner Verkehrs- und Wasserbetrieben, per Gesetz durch Volksentscheide abgesegnet werden müssen. Nur drei Jahre später verfolgte der SPD-Fraktionschef Raed Saleh ein ähnliches Ziel – ebenfalls erfolglos.

Einschränkung von Privatisierungen und Fortschritte im Neubau

Nun versuchte Müller das Thema bei einem Vortrag in der Urania erneut auf die politische Agenda zu setzen. Wie der Tagesspiegel berichtet, habe der Regierende Bürgermeister auch schon eine konkrete Vorstellung, wie die Privatisierungsbremse umgesetzt werden könnte: „Eine Möglichkeit ist, per Gesetz sicherzustellen, dass die Privatisierung öffentlicher Güter künftig nur noch mit einer Zweidrittelmehrheit im Parlament oder einem Volksentscheid beschlossen werden kann.“

Um Wohnraum in Berlin in Zukunft zu sichern, möchte Müller auch noch mehr in den Neubau investieren. In diesem Zusammenhang soll das Tempelhofer Feld als umstrittene Bebauungsfläche wieder eine Rolle spielen. Trotz Ablehnung der Nutzungspläne des Senats bei einem Volksentscheid im Jahr 2014 zieht der Regierende Bürgermeister in Erwägung, künftig den Rand des Tempelhofer Felds zu bebauen.

Mietendeckel weiterhin in der Kritik

Bevor die Privatisierungsbremse allerdings ernsthaft thematisiert werden kann, sollte sich der Senat zunächst um sein eigentliches Sorgenkind, den Mietendeckel, kümmern. Denn das am 22. Oktober verabschiedete „Gesetz zur Neuregelung gesetzlicher Vorschriften zur Mietenbegrenzung“ wurde vom Innenministerium als verfassungswidrig eingestuft.

Unmut kommt vor allem aus Richtung der Opposition. Dementsprechend äußerte Dr. Jan-Marco Luczak, Vorsitzender der Berliner CDU Landesgruppe, seine Skepsis in einem auf Twitter veröffentlichten Videobeitrag: „Wir wollen bezahlbare Wohnungen. Dafür brauchen wir eine kluge und vernünftige Politik und vor allem müssen wir mehr bauen, bauen, bauen! Ein Mietendeckel, wie in Berlin, wird den Menschen nicht helfen, er wird vielmehr schaden.“

Wie sich der Entwurf des Gesetzes, das Anfang 2020 vom Abgeordnetenhaus verabschiedet werden soll, weiterentwickelt und ob der Mietendeckel die Prüfung der Verfassung übersteht, wird sich in den nächsten Wochen noch zeigen. (sz)

Berliner Senat will mehr in die Hauptstadt investieren

Nach Jahren des Sparkurses plant der Berliner Senat, wieder mehr Geld in Schulen, Behörden und den Verkehr zu stecken. Im „Jahrzehnt der Investitionen“ soll zudem mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen und die Verwaltung modernisiert werden.

„Bis 2023 werden wir die Infrastruktur Berlins erneuern. Mit Mitteln aus dem Landeshaushalt und den Kassen der Landesbetriebe werden wir insgesamt 25 Milliarden Euro investieren – hauptsächlich in Schulen und Wohnungen“, verkündete Finanzsenator Matthias Kollatz zuversichtlich auf Facebook.

Langfristige Investitionen sollen die Hauptstadt stärken

Insgesamt möchte der Berliner Senat gemeinsam mit den Landesbetrieben zwischen 2019 und 2023 25 Milliarden Euro in die Hauptstadt investieren. Die aktuell geplanten Investitionen von rund fünf Milliarden Euro pro Jahr haben sich somit im Vergleich zu den Vorjahren stark erhöht. Allein für die BVG plant das Land Berlin nun Investitionen in einer Höhe von 2,5 Milliarden Euro – 2014 waren es gerade einmal 1,4 Milliarden Euro.

Außerdem profitieren Wissenschaft und Forschung zum Beispiel von einer Finanzspritze von 400 Millionen Euro – das sind 100 Millionen mehr als in den Jahren zuvor. Besonders stark wird überdies in Neubau und Sanierungen investiert. So soll in Lankwitz eine gemeinsame Leitstelle von Polizei und Feuerwehr entstehen und der Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg sowie das Vivantes-Klinikum in Neukölln neu gebaut werden.

Besonders die Schulen profitieren

Im Vergleich zu den Jahren 2014 bis 2018 sollen die Ausgaben für Schulen bis 2023 auf 3,2 Milliarden Euro ansteigen – ein exorbitanter Anstieg um 446 Prozent. Die Berliner Schulbauoffensive ist auf zehn Jahre angelegt und legt ihren Fokus sowohl auf die Sanierung vorhandener Schulen und als auch den Schulneubau.

Unterstützung von den Landesunternehmen kommt vor allem von den Wasserbetrieben mit geplanten 2,2 Milliarden Euro und den kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. Diese wollen bis 2023 7,5 Milliarden Euro beisteuern.

Zweifel bestehen auf Seiten der Union

Kritik kommt von der Opposition. Zwar steht die CDU hinter den Investitionsstrategien, allerdings herrscht Skepsis bezüglich der Umsetzung. Die Union spekuliert sogar, dass lediglich die Hälfte der geplanten Investitionen später umgesetzt werden. (sz)

Tesla kommt in die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg

Die Entscheidung ist gefallen: Berlin soll, wenn es nach Tesla-Chef Elon Musk geht,  zum neuen Zukunftsort der Tesla-Fabrik werden. So viel ist klar: Die Metropolregion eignet sich als dynamische Wissenschafts- und Forschungslandschaft gut für das innovative Unternehmen. Und auch die brandenburgischen Grünheide ist ideal für die im Großprojekt von Musk geplanteSchaffung eines europäischen Design- und Entwicklungszentrums. geplant. In den vergangenen Tagen wurde viel darüber berichtet, wir haben die wichtigsten Fakten und Stimmen für Sie zusammengetragen.

Fertigstellung der Tesla-Fabrik bis 2021

Die Ansiedlung des E-Autoherstellers schafft nicht nur rund 10.000 Arbeitsplätze, sondern macht die Hauptstadtregion als Wirtschaftsstandort generell attraktiver. Geplant ist, an dem neuen Standort in Grünheide Batterien für Elektrofahrzeuge zu bauen und das aktuell wichtigste Tesla-Fahrzeug Model 3 auf den europäischen Markt zu bringen. Und das in Rekordzeit – denn wenn alles wie geplant läuft, soll der Standort schon 2021 fertiggestellt werden.

Tesla-Gigafactory stärkt die Metropolregion

Michael Müller, Regierender Bürgermeister, freut sich über die Ansiedlung des Weltkonzerns: „Unsere Investitionen in Wissenschaft und Forschung bescheren Berlin ein neues goldenes Zeitalter. Das zeigt die großartige Entscheidung von Tesla, die Metropolregion Berlin als ihre europäische Entwicklungs- und Produktionsbasis zu wählen. Es ist ein weiterer Beleg für die enorme Attraktivität unseres Innnovationsstandorts, der mit seiner Forschungs- und Wissenschaftsszene geradezu ein Magnet für große Unternehmen geworden ist.“

Auch Prof. Dr. Christian Thomsen, Präsident der Technischen Universität Berlin, ist überzeugt davon, dass Tesla mit der Metropolregion Berlin-Brandenburg die richtige Entscheidung getroffen hat: „Das Signal von Tesla, aber auch die Standorttreue von Siemens mit ihrem 600-Millionen-Projekt, zeigen, dass wir die Tür für eine erfolgreiche und nachhaltige Standortentwicklung geöffnet haben. Dadurch werden auch andere Initiativen angeregt, sich Berlin-Brandenburg zuzuwenden. International wird diese Entwicklung stark beobachtet. Ich gratuliere allen, die die Unternehmensentscheidung von Tesla vorbereitet haben.“

Gemischte Gefühle gegenüber dem Projekt

Der Wirtschaftsminister von Brandenburg, Jörg Steinbach, hat nach eigenen Angaben bereits eine Absichtserklärung mit dem Tesla-Chef unterschrieben. Neben den positiven Rückmeldungen gibt es allerdings auch Kritik an dem Projekt. Wie der Tagesspiegel berichtet, ist Landesparteichef Clemens Rostock skeptisch: „Als Bündnisgrüne schauen wir aber natürlich nicht nur auf den Antrieb, sondern wünschen uns auch energiesparsame Karosserien.“ (sz)

Geringeres Bevölkerungswachstum in der Hauptstadt – Berlin ist trotzdem voll

Die deutsche Metropole ist mit seinen vielfältigen Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten ein bedeutender Anziehungsmagnet für Zuziehende aus dem In- und Ausland. Da hilft es nicht gerade, dass die Hauptstadt schon seit Jahren überfüllt ist und mit dem Wohnungsbau nicht hinterherkommt.

Allerdings zeigte sich bei der Fachtagung Bauen und Wohnen des Statistischen Landesamts am Montag im Roten Rathaus, dass Berlin doch nicht mehr so stark wächst wie gedacht. Bis Mitte des Jahres 2019 ist die Bevölkerungszahl der Stadt mit 7.814 mehr Berlinern lediglich um 0,2 Prozent auf knapp 3,6 Millionen Menschen angestiegen. Damit erscheint die Prognose des Senats für das Jahr 2030 mit circa 3,83 Millionen Einwohnern zumindest aktuell nicht mehr utopisch.

Der Berliner Wohnungsmarkt braucht Atempause

Für den Berliner Wohnungsmarkt wäre es wünschenswert, wenn sich die Lage entspannen würde. Denn aktuell müssen Geringverdiener mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für die Bezahlung der Miete ausgeben. Außerdem sind die Baulandpreise in den letzten Jahren exorbitant gestiegen – seit 2008 haben sie sich vervierfacht.

Abwanderung aus der Hauptstadt, Bevölkerungswachstum in Brandenburg

In Zusammenhang mit dem geringeren Bevölkerungswachstum in der Hauptstadt steht möglicherweise die Bereinigung des Berliner Melderegisters. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in einer aktuellen Pressemitteilung angab, wurden im Zuge der Europawahlen im ersten Halbjahr 2019 3.000 weggezogene Anwohner, die sich nicht abgemeldet hatten, aus dem Melderegister gestrichen. Viel entscheidender für das geringere Bevölkerungswachstum sei jedoch eine andere Ursache – die Abwanderung in das benachbarte Brandenburg.

Während die Einwohnerzahl in der Hauptstadt um 0,2 Prozent gesunken ist, ist sie in Brandenburg genau um diesen Wert gestiegen. Dabei fallen zwei Drittel des Zuwachses auf Berlin. Die Entspannung der Wohnsituation in der Hauptstadt scheint aber nun dazu zu führen, dass die Mietpreise im Umland und Brandenburg stark ansteigen. Und nicht nur das – zunehmend verschärfen sich auch das Verkehrsaufkommen und der Kampf um Schul- und Kitaplätze durch die neu Zugezogenen.

Bevölkerungswachstum in Berlin bleibt weiterhin Thema

Wie sich zeigt ist das Thema noch nicht vom Tisch. Berlin ist zwar aktuell keine „Schwarmstadt“ mehr, allerdings ist die Hauptstadt immer noch überfüllt. Außerdem hat auch der Mietendeckel noch ein Wörtchen mitzureden. Denn der vom Senat abgesegnete Beschluss verhindert zwar das Steigen der Wohnpreise in Berlin für die nächsten fünf Jahre, macht die Stadt durch das Eindämmen der Wuchermieten aber eventuell wieder beliebter. (sz)

Grundrente – Groẞe Koalition einigt sich auf Kompromiss

Nach monatelangen Streitigkeiten um die Grundrente haben Union und SPD endlich einen Kompromiss gefunden. Im Koalitionsbeschluss vom 10. November wurde ein Maßnahmenkatalog beschlossen, der die Altersvorsorge in Deutschland sichern soll. Er ist vor allem an Menschen gerichtet, die trotz jahrelanger Arbeit und Zahlung in die Rentenkasse keine auskömmliche Rente bekommen. Diesen Montag soll der Vorschlag den CDU-Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Stärkung der betrieblichen und privaten Vorsorge und Senkung des Arbeitslosenbeitrags

Der Koalitionsbeschluss besteht aus einem sehr umfangreichen Paket, das sowohl die Alterssicherung fördern als auch die Wirtschaft entlasten soll. Ein zentraler Eckpfeiler ist der Rentenaufschlag oberhalb der Grundsicherung. Er ist Geringverdienenden vorbehalten, die mindestens 35 Beitragsjahre geleistet haben. Damit sich die Vorteile durch die Grundrente im Fall einer Kürzung des Wohngelds nicht aufheben, wird zuzüglich ein Wohngeldfreibetrag von rund 80 Millionen Euro eingeführt.

Außerdem soll der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung befristet bis Ende des Jahres 2022 auf 2,4 Prozent herabgesetzt werden. Zusätzlich möchte die Bundesregierung auch einen Beteiligungsfonds für Zukunftstechnologien gründen, um mit 10 Milliarden Euro in Digitalisierung und Klimatechnologien zu investieren.

Finanzielle Verbesserungen für rund 1,5 Millionen Menschen

Die Grundrente wird zum 01.01.2021 eingeführt und betrifft rund 1,5 Millionen Bestands- und Neurentner, darunter sehr viele Frauen. Ab Januar 2021 bis zum Ende des Jahres 2025 hat die Bundesregierung Zeit zu ermitteln, ob die gesteckten Ziele erreicht werden konnten.

Wer ein Recht auf die Grundrente hat, wird durch eine Einkommensprüfung und nicht, wie zuvor diskutiert, durch eine Vermögensprüfung ermittelt. Die festgelegte Einkommensgrenze liegt für Alleinstehende bei 1250 Euro und für Paare bei 1950 Euro. Das Verfahren zur Ermittlung Bedürftiger wird die Deutsche Rentenversicherung gemeinsam mit den Finanzbehörden durchführen. Ein automatisierter Datenabgleich soll gewährleisten, dass Bürgern zeitaufwändige Gänge zu den Ämtern erspart bleiben.

Koalition optimistisch, Kritik aus der Opposition

Für Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der CDU, ist die Einigung der Großen Koalition ein großer Erfolg. Auf Twitter schrieb die Politikerin: „Wir haben für die Grundrente nach langen Verhandlungen einen dicken Knoten durchschlagen. Zugang zur Grundrente bekommt, wer einen Bedarf hat, was durch umfassende Einkommensprüfung festgestellt wird. Das ist ein gutes, vertretbares Ergebnis.“

Allerdings wird der Beschluss nicht durchweg positiv aufgenommen. Kritik kommt teils aus den eigenen Reihen und besonders von der Linken und der FDP. Die Grundrente sei mit zu hohen Auflagen belegt und laut Generalsekretär der FDP in NRW, Johannes Vogel,  lediglich ein Instrument „zur parteipolitischen Gesichtswahrung“.

Auch Hilde Matteis, SPD-Abgeordnete des Deutschen Bundestages, hatte sich noch am 4. November gegen den „Kuhhandel“ der CDU ausgesprochen und via Twitter verlauten lassen: „Die Grundrente soll die Lebensleistung vieler Menschen honorieren, die jahrzehntelang für wenig Geld gearbeitet haben. Sie dürfen nicht in Altersarmut rutschen und dafür dann noch Bittsteller des Sozialstaats werden!“ (sz)

Klaus-Jürgen Meier erneut Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft City e.V.

Am gestrigen Donnerstag hat die Arbeitsgemeinschaft City e.V. seinen Vorstand für die nächsten zwei Jahre gewählt. Zu den ins Amt berufenen Vorstandsmitgliedern zählen Viola Krecker, Geschäftsführerin der Jovi Real Estate GmbH + Jovi Services GmbH mit dem Mandat Centermanagement der East Side Mall; Andrea Pier, Theaterleiterin am Stage Theater des Westens und Executive Producer Stage Entertainment für die Region Berlin sowie das Tourgeschäft; Klaus-Jürgen Meier, persönlich haftender Gesellschafter der Roskos & Meier OHG sowie Peter Ristau, Geschäftsführender Gesellschafter der Kurfürstendamm-Karree GmbH, Peter Ristau Finanzpartner GmbH und Ristau Grundstücksentwicklungs GmbH.

Erneut gewählt wurden auch Carsten D. Colmorgen, seit 2019 Director Germany Conference & Touring C&T GmbH; Dirk Germandi, Aktionär und Vorstand der Profi Partner AG, Geschäftsführer der GrundStein Bauträger GmbH; Gottfried Kupsch, Geschäftsführer der Kupsch Gewerbeimmobilien Management GmbH und der Globe Media Production; Christian Staamann, Rechtsanwalt & Fachanwalt für Arbeitsrecht bei Kärgel de Maizière & Partner sowie Uwe Timm, geschäftsführender Gesellschafter der TIMM Retail Services GmbH, Centermanagementgesellschaft für das Europa-Center.

Der Vorstandsvorsitzende freut sich auf zukünftige Projekte

Mit Klaus-Jürgen Meier hat der AG City e.V. erneut einen zuverlässigen Vorstandsvorsitzenden gewonnen. Der Unternehmer ist seit 21.02.2005 Vorstandsmitglied des Vereins und war bereits 2007 zum ersten Mal Vorstandsvorsitzender.

Klaus-Jürgen Meier ist zufrieden über seine Ernennung: „Im Namen meiner Vorstandskollegen danke ich allen Mitgliedern für die Wiederwahl und für das somit entgegengebrachte Vertrauen in unsere bisher geleistete Arbeit. Die AG City hat sich mit derzeit 556 Mitgliedern zu einem einflussreichen Netzwerk etabliert. Mit der Installierung des Business Improvement District (BID), zwischen Wittenbergplatz und Uhlandstraße, hat die Weiterentwicklung der City West Fahrt aufgenommen. In den nächsten zwei Jahren wollen wir weiterhin die Zukunft unserer Region aktiv mitgestalten. Wir verstehen uns als Schnittstelle zu den Bürgern, Gewerbetreibenden, Anrainern, Medien, Behörden und Politik.“

Beständigkeit für die Zukunft der City West

Nach den Neuwahlen kann die AG City sich wieder voll und ganz seinen geplanten Projekten für das Stadtquartier um den Kurfürstendamm, wie z.B. der Umgestaltung des Mittelstreifens Tauentzienstraße, widmen. Dass diese Projekte in Zukunft weiterhin so intensiv gefördert werden, ist in Anbetracht der Beständigkeit des Vereinsvorstands sicher. (red)

Oskar Schmidts „lautlos“ – eine Ausstellung der Konrad-Adenauer-Stifung e. V.

Oskar Schmidt ist bekannt für seine perfektionistischen und detailverliebten Kunstwerke. Die Ausstellungen des zeitgenössischen Künstlers sind nicht nur in seiner Galerie Tobias Naehring in Leipzig zu sehen, sondern können auch in zahlreichen weiteren deutschen Städten und internationalen Kulturmetropolen wie Amsterdam, Tokyo, London und New York bestaunt werden.

Seine aktuelle Ausstellung „lautlos“ kann vom 07.11. bis zum 14.12. im B-Part Am Gleisdreieck besucht werden. Sie überzeugt mit absoluter Akkuratesse und ermöglicht das, was sich in den Ausstellungstiteln spiegeln soll: Echo-Räume zu schaffen, emotionale Environments zu entwerfen, in denen das Maximum an Stille herrscht und den Betrachter durch die dargestellten Figuren lautlos, in atemberaubender Ästhetik zu sich selbst zu führen.

Stille als Stilmittel der Ausstellung

„Ich wollte weder erzählerisch noch dokumentarisch sein.“ Diese frühere Aussage von Schmidt lässt sich auch wunderbar auf seine Ausstellung „lautlos“ übertragen. Das Stilelement der Stille gebraucht der Künstler ganz bewusst. Denn in der Lautlosigkeit bleibt offen, ob die dargestellten Figuren selbstbestimmt oder fremdgesteuert sind. Oskar Schmidt lässt seine Werke für sich selbst sprechen und rückt dabei Figuren und Settings in den Vordergrund, denen lange Zeit nur die Peripherie der Kunstgeschichte vorbehalten waren.

Ästhetische Lautlosigkeit vor idealer Kulisse

Die kleine, aber feine Ausstellung der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. hat mit dem B-Part Am Gleisdreieck seine ideale Kulisse gefunden. Dieser Ort der internationalen Urbanität bietet in Kombination mit der „lautlosen“ Ausstellung Schmidts eine inspirierende Begegnungsstätte für Interessierte und Kunstliebhaber. Am 21. November findet dort außerdem die Lesung „kulturgeschichten“ ab 19 Uhr statt. In dem Gespräch zwischen dem Schriftsteller Najem Wali und dem Journalisten Michel Abdollahi sollen die Themen kulturelle Vielfalt und Identität in Deutschland diskutiert werden.

Raum für Kunst und Zukunftsideen im Stadtquartier Urbane Mitte Am Gleisdreieck

Das Experimentierlabor der Urbanen Mitte Am Gleisdreieck – B-Part eröffnete bereits 2019 und bietet Raum für den Austausch von zukunftsorientierten Lösungen bezüglich Arbeit, Mobilität und urbane Gemeinschaft. Es ist auf Initiative der Urbanen Mitte Am Gleisdreieck entstand. Das Stadtquartier verbindet die Bezirke Mitte, Schöneberg und Kreuzberg und soll bis 2025/26 als zukunftsorientierter Standort im Herzen Berlins fertiggestellt werden. (red)

Weitere Informationen zur Urbanen Mitte Am Gleisdreieck und dem B-Part

Urbane Mitte Am Gleisdreieck
https://urbane-mitte.de/

B-Part Am Gleisdreieck
Luckenwalder Str. 6b
10963 Berlin
https://bpart.berlin/de/

Die Wirtschaft in der Hauptstadtregion feiert 30 Jahre Mauerfall

Beim traditionellen Jahresempfang der Unternehmensverbände Berlin/Brandenburg (UVB) wurde mit 600 Gästen im KaDeWe das 30-jährige Jubiläum des Mauerfalls und die Verbundenheit der Hauptstadtregion gefeiert. Fazit des Abends: Präsident Dr. Büchner sieht noch großes Wachstumspotenzial für Berlin und Brandenburg.

Hauptstadtregion – Landesgrenze keine Trennungslinie

Vor dem 30. Jubiläum des Mauerfalls haben die Unternehmen in der Hauptstadtregion dazu aufgerufen, das erfolgreiche Zusammenwachsen des Landes stärker zu würdigen. „Berlin und Brandenburg sind heute eine der spannendsten und dynamischsten Regionen in Deutschland. Wir sollten stolz auf das sein, was wir seit 1989 gemeinsam erreicht haben, statt das Trennende zu betonen“, sagte Dr. Frank Büchner, Präsident der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), bei der Eröffnung des traditionsreichen Bierabends am Mittwochabend im KaDeWe.

„Wirtschaftlich ging es vielen Menschen noch nie so gut.“ Mutige Unternehmer und ihre Beschäftigten in Berlin wie in Brandenburg hätten nach dem Fall der Mauer zusammen die Soziale Marktwirtschaft aufgebaut, befand Dr. Büchner weiter. „Vor allem mittelständische Betriebe aus den Bereichen Industrie, Digitalwirtschaft, Bau, Handel, Logistik, Gesundheitswirtschaft oder Tourismus haben die Region in den vergangenen Jahren wieder ganz nach vorne gebracht“, sagte der Präsident des Spitzenverbands. „Ich bin mir sicher, dass wir in Sachen Produktivität und Innovationen noch vieles erreichen können, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen.“ Berlin und Brandenburg sollten hier noch viel intensiver zusammenarbeiten, die Landesgrenze dürfe keine Hürde sein.

Wirtschaft und Politik aus der Hauptstadtregion zu Gast im KaDeWe

Zu dem Jahresempfang begrüßte er zusammen mit UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck rund 600 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Medien. Der UVB-Jahresempfang ist eines der wichtigen gesellschaftlichen Ereignisse in der Hauptstadt. Gekommen waren in diesem Jahr der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey, Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters, die Mitglieder des Berliner Senats sowie der brandenburgischen Landesregierung.

Bierabend des UVB – Harmonie zwischen Politik und Wirtschaft

Besonders begrüßte Dr. Büchner die neu gewählten Abgeordneten des Landtags und wünschte den künftigen Koalitionspartnern SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen viel Glück und Erfolg für ihre Arbeit. Durch verstärkte Investitionen in die Infrastruktur und in die Digitalisierung könne es zukünftig besser gelingen, dass der wachsende Wohlstand überall im Land ankomme. Mit Blick auf Berlin wies Dr. Büchner auf die wirtschaftliche Abschwächung und die konjunkturellen Risiken hin. Im Hinblick darauf müsse das Land alles vermeiden, was den Investitionsstandort belastet. „Angesichts der Beschlüsse zum Mietendeckel sind viele Unternehmen besorgt und verunsichert.“

Die Gäste

Bundes- und Landespolitik waren prominent vertreten u. a. mit: Dr. Franziska Giffey (SPD),  Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Thomas Heilmann (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages, Kai Wegner (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages; Landesvorsitzender CDU Berlin, Christoph Meyer (FDP), Mitglied des Deutschen Bundestages, Landesvorsitzender FDP Berlin, Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, Ralf Wieland (SPD), Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ramona Pop (Bü90/Die Grünen), Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Dilek Kalayci (SPD), Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Sandra Scheeres (SPD), Senatorin für Jugend, Bildung und Familie, Regula Lüscher, Staatssekretärin im Ressort Stadtentwicklung und Wohnen, Senatsbaudirektorin, Raled Saleh (SPD), Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin

Der UVB konnte wichtige Wirtschaftsvertreter aus seinem „herbstlichen Gipfeltreffen“ begrüßen: Markus Voigt, Präsident VBKI, Udo Marin, Geschäftsführer VBKI, Werner Gegenbauer, Aufsichtsratsvorsitzender Unternehmensgruppe Gegenbauer; Präsident Hertha BSC, Gerhard Wilhelm, Sprecher der Geschäftsführung der Spielbank Berlin, Engelbert Lütke Daldrup, Flughafen-Chef, FBB Flughafen Berlin Brandenburg, Matthias Trunk, Vorstandsmitglied GASAG AG, Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung Messe Berlin GmbH, Frank Schmeichel, Gründer Business Network und Verleger BERLINboxx-Wirtschaftsmagazin, Christian Andresen, Inhaber The Mandala Hotel, Präsident Hotel- und Gaststättenverband Berlin (DEHOGA), Vera Gäde-Butzlaff, Vorsitzende des Aufsichtsrats von Vivantes, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Berlin (red)

Trotz harter Debatten im politischen Tagesgeschäft: Beim Bierabend des UVB an der Fotowand einhellige Harmonie zwischen Wirtschaft und Politik – auch die Bundespolitik gab sich die Ehre!

Bild 1: Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters und Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey fankiert von Christian Amsinck, UVB-Hauptgeschäftsführer und Dr. Frank Büchner

Bild 2: Wirtschaftssenatorin Ramona Pop umrahmt von Christian Amsinck, UVB-Hauptgeschäftsführer und Dr. Frank Büchner, Präsident der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB).

Bild 3: Wirtschaft im Einklang! (v.l.n.r.) Christian Amsinck, UVB-Hauptgeschäftsführer, Gerhard Wilhelm, Sprecher der Geschäftsführung der Spielbank Berlin, Dr. Frank Büchner, Präsident der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB)

Bedroht Gentrifizierung den Denkmalschutz?

Kreuzberg, Neukölln, Prenzlauer Berg – in der Hauptstadt wird fleißig modernisiert. Anreiz bieten dabei nicht nur die Einsparungen durch energetische Sanierungen, sondern auch die Umgehung der Mietpreisbremse durch Modernisierungsmaßnahmen. Zudem sollen die ehemals von finanzschwachen Demografien bevölkerten Bezirke auf diese Weise attraktiver für einkommensstärkere und anspruchsvollere Mieter werden.

Besonders betroffen sind dabei zentral liegende Bezirke, die von Wohnungssuchenden bevorzugt werden. Genau im Zentrum der Hauptstadt befinden sich jedoch häufig Altbauten, darunter nicht wenige denkmalgeschützte Bauten. Die werden nun immer öfter saniert – trotz strenger Auflagen.

Denkmalschutz und Renovierung schließen sich nicht aus

Ob ein Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird, entscheidet die zuständige Behörde des Bundeslands. Qualifiziert für den besonderen Schutzstatus sind Objekte, an deren Erhaltung aus wissenschaftlichen, künstlerischen oder heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht. Sobald ein Gebäude als in dieser Weise erhaltenswert definiert wird, bedürfen selbst kleinste bauliche Arbeiten die Genehmigung der Denkmalschutzbehörde. Umbauten sind anspruchsvoller als Renovierungsmaßnahmen bei nicht geschützten Immobilien.

„Besonders delikate Stuckarbeiten sollen gern erhalten werden, stellen bei Renovierungsarbeiten oft aber eine besondere Herausforderung dar und können nicht von Laien erledigt werden“, erklärt dazu Kevin Kluge, Geschäftsführer vom Malerbetrieb Kluge.

Auch traditionelle Handwerkstechniken wie zum Beispiel Schablonierarbeiten müssen vom Facharbeiter beherrscht werden. Zu professionellen Renovierungsarbeiten gehören eine gute Kenntnis über die korrekte Verarbeitung spezieller, denkmalgerechter Materialien. Üblicherweise arbeiten hier Handwerksbetriebe, Architekt und Denkmalschutzbehörde eng zusammen. Dann lassen sich selbst für anspruchsvolle Herausforderungen, etwa für den Bedarf eines barrierefreien Zugangs bei gleichzeitigem Erhalt geschützter Türen und Treppen, angemessene Lösungen finden.

Wohnen im Denkmal

Für Mieter ist das Wohnen in denkmalgeschützten Gebäuden etwas ganz Besonderes. Hier verschmelzen Stadtgeschichte mit dem Alltag – der historische Charme der Bauten zieht viele an. Eigentlich ist man als Mieter in solchen Wohnräumen vor unliebsamen Modernisierungsmaßnahmen sicher. Immer häufiger jedoch machen Berliner Denkmalschutzbehörden Zugeständnisse, insbesondere bei energetischen Maßnahmen.

Für Investoren können Sanierungen der Denkmäler sehr attraktiv sein: Es gibt Fördermittel und besondere Steuerabschreibungsmöglichkeiten, der Denkmalwert einer Anlage ist oft zentrales Verkaufsargument beim Weiterverkauf. Dennoch versuchen Investoren immer wieder, die Erklärung einer Immobilie zum Denkmal zu blockieren – zu aufwändig ist es, den Vorgaben gerecht zu werden, die Kostenbelastung ist deutlich höher. Denkmalschutz gilt gelegentlich sogar als Werkzeug, um Mietervertreibung zu verhindern oder die Stadt zu gestalten. Dafür ist das Mittel eigentlich nicht vorgesehen.

Wird der Denkmalschutz ausgehöhlt?

Während Eigentümer ihre Investition des Öfteren durch den Denkmalschutz gefährdet sehen, befürchten besorgte Anwohner und Behörden umgekehrt, dass durch die derzeitigen Geschehnisse im Wohnungsmarkt der Denkmalschutz bedroht wird. Zuletzt gab es beispielsweise Unmut über den geschlossenen Kompromiss zum Böhm-Haus: Darin wurden Wohnungen geschaffen, obwohl der Grundriss eigentlich nicht verändert werden darf.

Der Druck auf Denkmalschutzbehörden wächst von beiden Seiten, der Vorwurf lautet, wirtschaftliche Interessen würden immer öfter vorangestellt. Das zeigte auch der umstrittene Abriss der Deutschlandhalle, die ebenfalls denkmalgeschützt war. Oft widersprechen sich die Bedürfnisse von Denkmalschutz und Eigentümern oder Anwohnern. Zuletzt wurden in der Berliner Verwaltung beispielsweise die Forderung nach Außenjalousien laut – die Hitze sei in vielen der denkmalgeschützten Bauten untragbar, hier sei eine Erneuerung der Regelung notwendig. In solchen Fällen müssen Kompromisse gefunden werden.

Auch der Flughafen Tegel wurde in diesem Jahr unter Denkmalschutz gestellt. Das soll garantieren, dass seine markante, sechseckige Form noch dann erhalten bleibt, wenn der Flughafen nicht mehr in seiner alten Form genutzt wird. In das Gebäude sollen nach derzeitigem Stand eine Hochschule und Büros einziehen. Bisher scheinen bei diesem Projekt die Abstimmungsgespräche aller Beteiligten gut zu verlaufen – nicht immer kann ein so reibungsloser Ablauf aller Parteien sichergestellt werden. Dennoch ist zu hoffen, dass in den umkämpften Berliner Innenbezirken Lösungen gefunden werden können, die die Bedürfnisse Wohnungssuchender und die Schutzwürdigkeit historischer Bauten gleichermaßen berücksichtigen. (red)

Veranstaltungen

4. Bau-Vergabetag

Die Vergabe von Bau-, Planungs- und Projektsteuerungsleistungen sind ein spannendes und komplexes Gebiet des öffentlichen Auftragswesens – nicht erst und nicht nur in Zeiten der Hochjunktur und somit knapper Ressourcen in diesen Bereichen.

Nachhaltiges Errichten von Neubauten oder Modernisierung im Bestand, Inklusion, die Förderung der Baukultur und Realisierung baulicher Innovationen, Infrastrukturmaßnahmen etc. – Öffentliches Planen und Bauen hat viele Facetten und ist ohne Frage von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Öffentliche Auftraggeber haben folglich viel zu beachten und in Vergabeverfahren optimal umzusetzen.

Für die anbietenden Unternehmen und Büros stellen öffentliche Aufträge nicht selten eine Chance dar – der Weg dorthin ist jedoch nicht selten eine Herausforderung. Es gilt Formalien in den Vergabeverfahren zu verstehen und zu beachten, sich aber auch über die Leistungen so zu verständigen, dass letztendlich das Optimum im Hinblick auf die zu erreichenden Ziele verwirklicht werden kann. Letztlich gilt, dass öffentliche Auftraggeber und Auftragnehmer über Vergabeverfahren in eine funktionierende vertragliche Partnerschaft finden.

Der mittlerweile 4. Bau-Vergabetag des DVNW bietet als Dialogveranstaltung vielen Themen ein angemessenes Forum – sowohl öffentliche Auftraggeber als auch Auftragnehmer profitieren von den Inhalten der Agenda, den Gesprächen und Diskussionen.

In aktuellen Vorträgen zur Entwicklung des Rechts und in praxisorientierten Workshops bietet die interdisziplinär ausgerichtete Fachtagung eine große Landkarte zur Beschaffung von Bau-, Planungs- und Projektsteuerungsleistungen an.

(Anmeldung erforderlich)

Bautec 2020

Die Bautec ist eine der bedeutendsten Baufachmessen Deutschlands. Führende Aussteller aus der Baustoff- und Bausystembranche stellen ihre Produkte vor.

Etwa 500 Aussteller aus 17 Ländern stellen bei der Bautec Produkte und Dienstleistungen vom Neubau bis zur Altbausanierung vor. Rund 35.000 Fachbesucher und am Bauen und Modernisieren interessierte private Investoren aus ihrem nationalen und internationalen Einzugsgebiet werden auf dem Messegelände Berlin erwartet.

Bauwelt Kongress 2019

Die Stadt zerfällt – in alt und neu, arm und reich, durchgeplant und planlos, angeschlossen und abgehängt. Wie gelingt es Architektur und Stadtplanung, die Einzelteile wieder zusammenzufügen?

6 Monate vor Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft stellt sich das diesjährige Bauwelt Kongress die Frage, wie sich Stadtplanung, Architektur, Mobilität und der Einsatz von Energie ändern müssen und wie dies in einer Charta für die europäische Stadt der Zukunft münden kann.

Dabei interessiert neben dem „großen Ganzen“ der Stadt auch jeder einzelne Baustein: Das Quartier, die Wohn- und Industriegebäude, die Verwaltungs- und Geschäftsbauten genauso wie der Freiraum und die zentralen Themen der Infrastruktur.

European Finance Forum

European Finance Forum mit Axel Gedaschko, Präsident der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V., zum Thema „Wer bauen will, muss Spaß verstehen – Investieren in Zeiten von Klimaschutz und Mietenwahnsinn“

(Anmeldung erforderlich)