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Kosten für Bauland in Berlin explodieren

Wer in Berlin bauen möchte, muss einiges an Grundstückskosten einplanen. Laut Angaben des statistischen Bundesamtes ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Berlin um 77% gestiegen. 2016 mussten Investoren im Schnitt 393 Euro pro Quadratmeter Bauland zahlen – im letzten Jahr stieg der durchschnittliche Quadratmeterpreis auf satte 695 Euro.

Als Folge steigerten sich auch die Erlöse aus den Grundstücksverkäufen in Berlin um 26%. Bei den Grundstücken selbst verhielt es sich jedoch gegensätzlich. Die Anzahl an verkauften Grundstücken reduzierte sich um 155. Ebenso die verkaufte Fläche: 2016 wurden noch 2,4 Millionen Quadratmeter Bauland verkauft, 2017 hingegen nur noch 1,7 Millionen Quadratmeter. Diese Zahlen sind ein Indiz für sich verknappende Ressourcen auf dem Immobilienmarkt.

Es wird mehr Bauland in Randbezirken verkauft

Die verschiedenen Bezirke fallen in der Gesamtbetrachtung ganz unterschiedlich ins Gewicht. Während in Spandau die Kosten für einen Quadratmeter Bauland 2017 bei durchschnittlich 247 Euro lagen, zahlten Käufer in Friedrichshain-Kreuzberg fast 4900 Euro. Es scheint daher nicht verwunderlich, dass weniger als zwei Prozent der Verkäufe auf letzteren Bezirk entfielen. Das Landesamt für Statistik teilte jedoch mit, dass die hohen Kosten in dem Szenebezirk durch einen nicht näher definierten „Ausreißer“ zustande kamen.

Doch auch ohne den „Ausreißer“ lässt sich ein klarer Trend erkennen – und der geht in die Randbezirke. Die meisten Grundstücke wurden 2017 in Marzahn-Hellersdorf verkauft, gefolgt von Pankow, Treptow-Köpenick und Spandau. Was jedoch in der Statistik nicht auftaucht, sind die Charakteristika der Bezirke. In den Randbezirken sind beispielsweise wesentlich mehr freie Flächen verfügbar als innerhalb des Rings. Dazu kommen vielschichtige Unterschiede im Baurecht und den Zielgruppen der Bezirke. Viel. Ein rein statistischer Vergleich der Bezirke ist daher nur begrenzt aussagekräftig.

Grundstückskosten gefährden Projekte des Senats

Vor allem für die ehrgeizigen Ziele des Senats könnten die Grundstückspreise zum Problem werden. Die rot-rot-grüne Regierung hat sich vorgenommen, in dieser Legislaturperiode 30.000 neue Wohnungen zu bauen. Die Miete dieser Wohnungen soll zehn Euro je Quadratmeter nicht übersteigen. Sollten die landeseigenen Unternehmen für die Realisierung der Projekte jedoch Bauland ankaufen müssen, könnten diese Ziele gefährdet sein. „Als landeseigene Gesellschaft haben wir den Auftrag, bezahlbaren Wohnraum herzustellen“, bestätigte Stefanie Frensch, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft Howoge. „Die aktuelle Marktsituation macht es uns jedoch immer schwerer.“

Katrin Lompscher (Linke), Senatorin für Stadtentwicklung, erläuterte, dass der Erwerb von Grundstücken durch private Investoren unproblematisch sei, solange eine zügige Bebauung stattfinde. „Leider ist das aber häufig nicht der Fall, und hinter dem Erwerb steht vor allem die Erwartung an einen höheren Gewinn“, betonte die Senatorin. Auch bei den anderen Parteien herrscht Konsens über eine erwünschte zügige Bebauung. Dennoch dürfe der Senat nicht der Ausbau der Infrastruktur vor Ort vergessen , fordert der baupolitische Sprecher der CDU, Christian Gräff. „Das macht mehr Sinn, als unangemessen teure Immobilienankäufe in der Innenstadt durchzupeitschen.“

Senat fordert eine Spekulationspreisbremse

Um der Preissteigerung entgegenzusteuern, fordert der Senat eine Spekulationsbremse. Doch da das Land im Steuerrecht keine ausreichende Befugnis habe, müsse der Bund die Spekulation stärker regulieren, findet Senatorin Lompscher. „Berlin hat den Verkauf zum Höchstpreis längst eingestellt, der Bund muss endlich nachziehen“, so die Senatorin.

Als zusätzlichen Lösungsansatz auf Landesebene fordert die Vorsitzende des Verbands Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen (BBU), Maren Kern, die Politik auf, „ernst zu machen mit einer aktiven Liegenschaftspolitik“. Sie sieht die Bebauung großer Eigentumsflächen, wie beispielsweise des Tempelhofer Felds oder der Elisabethaue, als Lösung für die Wohnungsnot. Das Ziel sei, „dass gemeinwohlorientierte Bauherren vergünstigtes Land für den Bau bezahlbarer Mietwohnungen bekommen.“ Bei diesen Flächen müsste sich der Senat jedoch gegen Anwohnerproteste und Bürgerinitiativen durchsetzen. (ke)

Senat verwirft Umbau von Olympiastadion in reines Fußballstadion

Die Leichtathletik-EM hat gezeigt, dass große Sportveranstaltungen nach wie vor Menschenmassen ins Olympiastadion locken können. Allerdings ist die Zukunft des Stadions ungewiss. Ankermieter Hertha BSC wünscht sich ein reines Fußballstadion, doch der Senat erteilt dem Umbau eine Absage.

Sportsenator Andreas Geisel (SPD) hält einen Umbau des Olympiastadions für „ziemlich ausgeschlossen“. Da das Land Berlin Eigentümer des Stadions ist, müsste der Umbau aus der Landeskasse finanziert werden. Damit verwirft der Senator seinen eigenen Vorschlag. „200 Millionen Euro Steuergelder einzusetzen und Hauptnutzer Hertha BSC sagt hinterher, so wolle er es nicht, ist ganz schön viel Geld. Das halte ich für ausgeschlossen“, erklärte der Sportsenator gegenüber dem rbb. Im Rahmen eines Umbaus wären LED-Leinwände angebracht, und die Tribünen näher an das Spielfeld geführt worden. Der Senat schlägt lediglich eine Modernisierung des Stadions vor, da nichtsdestotrotz die „Vorzugsvariante des Landes Berlin ist, dass Hertha weiter im Olympiastadion spielt.“

Hertha plant ein neues Stadion im Olympiapark

Hertha plant hingegen, angrenzend an das Olympiastadion ein neues Stadion zu errichten. Den Neubau würde der Verein privat finanzieren. Als Grund für die Abkehr vom Olympiastadion nannte der Fußballclub die Größe des Stadions. Es sei nie vollkommen gefüllt, weshalb bei den Spielen keine richtige Stimmung aufkomme. Daher soll das neue Stadion nur noch 55.000 Zuschauer fassen. Im Vergleich dazu – das Olympiastadion fasst knapp 75.000 Zuschauer. Den vom Senat vorgeschlagenen Umbau des Olympiastadions sieht auch der Verein als problematisch an. „Wir glauben nicht, dass es möglich ist, durch einen Umbau eine solche Atmosphäre herzustellen, wie wir sie brauchen. Das Olympiastadion kann man nicht steiler und kompakter bekommen“, sagte Hertha-Manager Michael Preetz dem Tagesspiegel gegenüber.

Momentan stehen einem Neubau jedoch einige Hindernisse im Weg. Das Land müsste Hertha die neue Fläche im Olympiapark überlassen. Zudem müsste die Infrastruktur ausgebaut werden. Das neue Stadion soll an den U-Bahnhof Ruhleben angebunden sein. Straßen müssten ausgebaut werden und neue Parkplätze entstehen. Außerdem spielen sowohl die Interessen der Anwohner aus Charlottenburg-Wilmersdorf, ebenso wie der Lärmschutz im Planungsprozess eine weitere Rolle.

Was wird ohne Hertha aus dem Olympiastadion?

Der Mietvertrag von Hertha BSC läuft 2025 aus. Die große Frage ist, was danach mit dem Olympiastadion geschieht. Ohne den Hauptmieter droht das Stadion die meiste Zeit des Jahres leer zu stehen. Das würde millionenschwere Verluste für das Land Berlin bedeuten. Aus diesem Grund versuchte der Senat, den Verein von einem Verbleib im Stadion zu überzeugen. Oder im Falle eines Neubaus zumindest einen Kompromiss auszuhandeln. Eine Möglichkeit wäre es, besucherstarke Spiele, wie Hertha gegen München, weiterhin im Olympiastadion auszutragen. Außerdem müsste der Verein eine Konkurrenzausschlussklausel unterschreiben, um dem Olympiastadion keine Gewinne abzuwerben.

Politisch wird ein Verbleib Herthas im Stadion von der FDP unterstützt. Stefan Förster, sportpolitischer Sprecher der FDP im Abgeordnetenhaus, plädiert dafür, alles beim Alten zu belassen. Er forderte provokativ, der Verein solle doch durch besseren Fußball und günstigere Konditionen Zuschauer ins Stadion locken. Allerdings steht die FDP mit diesem Vorschlag alleine dar, denn nicht nur die Parteien, auch Hertha BSC zeigte sich wenig begeistert. Die Koalition gab an, beide Möglichkeiten prüfen zu wollen, und sich nachfolgend festzulegen. Die CDU hingegen steht einem Neubau offen gegenüber.

Ist eine Entscheidung in Sicht?

Zurzeit sieht es nicht danach aus, als würden sich die Parteien bald einigen. Hertha hofft auf eine Entscheidung zugunsten seiner favorisierten Lösung, um zeitnah mit dem Neubau beginnen zu können. Auch der Sportausschuss des Abgeordnetenhauses plädiert für eine zügige Entscheidung. „Wir sollten möglichst noch in diesem Jahr, spätestens aber Anfang 2019 eine Entscheidung treffen, ob Hertha ein neues Fußballstadion bauen kann. Alles andere wäre unfair gegenüber dem Verein“, heißt es von Karin Halsch, Vorsitzende des Sportausschusses. Immerhin scheinen die Fronten sich in diesem Punkt einig zu sein. (ke)

Stockender Wohnungsbau: Berlin schafft 100 neue Stellen

Berlin ist nicht nur politisch gesehen ein wichtiges Zentrum, sondern auch ein attraktiver Wirtschaftsstandort für zahlreiche Investoren und Unternehmen. Im Zuge des daraus resultierenden starken Bevölkerungswachstums, platzt die Hauptstadt buchstäblich aus allen Nähten. Vor allem die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist dramatisch gestiegen.

Um dem Bevölkerungszuwachs zu begegnen, hat sich die rot-rot-grüne Koalition den Bau von 30.000 kommunalen Wohnungen bis 2021 zum Ziel gesetzt. Dabei sollen die meisten Wohnungen in den Bezirken Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Spandau entstehen. Allein in Lichtenberg sind bis zu 19-mal mehr neue Wohnungen als in Charlottenburg-Wilmersdorf geplant. Allerdings könnte der Senat den im Koalitionsvertrag vereinbarten Bau von 30.000 Wohnungen aufgrund des sich zuspitzenden Personalmangels noch weiter verfehlen als bisher absehbar.

Koalition wird die eigenen Wohnungsbauziele wohl verfehlen

Vor zwei Jahren haben SPD, Linke und Grüne im Koalitionsvertrag festgelegt, bis 2021 rund 55.000 zusätzliche landeseigene Wohnungen anzustreben, davon mindestens 30.000 Neubauwohnungen. Diese Zahlen musste Bausenatorin Katrin Lompscher jedoch vor kurzem nach unten korrigieren. Statt den 30.000 Wohnungen werden voraussichtlich nur 25.000 in den nächsten drei Jahren gebaut. Daraufhin hagelte es Kritik von allen Seiten, sowohl von der Opposition als auch von den Koalitionspartnern.

Letztendlich sei die mangelnde politische und administrative Unterstützung Schuld an der Wohnungsbaumisere. Die Wohnungsbaugesellschaften, die im Koalitionsvertrag zum Neubau der Wohnungen verpflichtet sind, beklagen sich über die mangelnde Unterstützung der Senatorin. „In Berlin herrscht kein konstruktives Bau- und Wachstumsklima“, urteilte Maren Kern, Chefin des Berliner Wohnungsverbandes BBU. Immer wieder scheitern Brauprojekte durch Proteste der Anwohner oder Bürgerinitiativen, die die Bebauung verhindern wollen. Lösungsvorschläge auf Senats- und Bezirksebene gibt es jedoch meist keine.

Senat plant 100 neue Stellen

Während die Wohnungsbaugesellschaften sich über die mangelnde Unterstützung des Senats beklagen, kritisiert Senatorin Lompscher die mangelnde Personalausstattung der Bezirke. Wenigstens hier ist nun eine Lösung in Sicht: Um den stockenden Wohnungsneubau zu beschleunigen, sollen in den Behörden 100 neue Stellen entstehen. Die neuen Stellen seien vor allem in den Stadtplanungs- und Umweltämtern der Bezirke vorgesehen. Allerdings sind die 100 Stellen bislang nicht im Doppelhaushalt 2018/2019 eingeplant, weshalb sie erst ab 2020 besetzt werden können. „Es macht aber keinen Sinn, so lange zu warten, wenn man beschleunigen will“, so Lompscher. „Das heißt also, dass wir diese 100 Stellen entweder aus dem laufenden Haushalt finanzieren oder in einem Nachtragshaushalt abbilden müssen“, sagt die Senatorin weiter.

Die 100 neu geschaffenen Stellen sind Teil des sogenannten Beschleunigungsprogramms für den Wohnungsbau, das Ende dieses Monats im Senat vorgelegt werden soll. Weiterhin sieht das Programm vor, die Wohnungsbaugesellschaften dazu aufzufordern, ihre Prioritäten nicht nur auf große, zeitaufwendige Bauvorhaben zu setzen, sondern ihren Fokus auch auf Dachausbauten, Aufstockungen und Ergänzungsbauten auf eigenen Grundstücken zu legen. Ob bis Ende 2021 die reduzierten Wohnungsbauvorhaben eingehalten werden, bleibt abzuwarten. Lompscher zeigte sich dem Vorhaben gegenüber jedoch zuversichtlich. (dn)

Wohnungsnot wird durch komplexe Bürokratiestrukturen verschärft

Die Wohnungsnot in Berlin ist ein häufig diskutiertes Thema. Die Wirtschaft boomt, der Zuzug in die Hauptstadt reißt nicht ab. Prognosen zufolge werden in Berlin 2035 mehr als 4 Millionen Einwohner leben. Die Verknappung des Wohnraums spannt den Immobilienmarkt zusehends an. Laut der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung müssten jährlich ca. 10.000 neue Wohnungen fertig gestellt werden, um die Nachfrage zu stillen. Doch anstatt mehr Baugenehmigungen zu erteilen, wurden laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg im ersten Quartal 2018 weniger ausgestellt. Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen belief sich auf 880, das sind knapp 23% weniger als im ersten Quartal des Vorjahres. Eine Vielzahl weiterer Anträge bleibt jedoch aufgrund fehlenden Personals unbearbeitet.

Bürokratische Hindernisse

Komplexe bürokratische Vorgänge werden als Kostentreiber beim Wohnungsbau gesehen. Neben langwierigen Genehmigungsverfahren sorgen auch staatliche Anforderungen für ein Ausbremsen des Bauprozesses. Gesetzliche Auflagen erhöhen die Baukosten um 10%. Die Zahl der Anforderungen an neue Bauprojekte hat sich laut ZIA seit 1990 von 5.000 auf knapp 20.000 vervierfacht. Neben der energetischen Gebäudesanierung muss auch auf den Lärm- und Brandschutz geachtet werden. Für letzteren gilt beispielsweise, dass Gebäude zwei nicht verbundene Fluchtwege haben müssen. Solche Maßnahmen müssen in die Planung mit einbezogen werden, was diese verkompliziert.

Politisch tut sich auf dem Gebiet nicht viel. Im vergangenen April stellte die Fraktion der FDP im Bundestag einen Antrag, der für Entbürokratisierungen plädierte. Im Antrag hieß es: „Laut dem Endbericht der Baukostensenkungskommission ist der Anstieg der Baukosten auf den Einfluss  von  Anforderungs-  und  Qualitätsveränderungen  zurückzuführen,  aber  auch  auf  gesetzliche  Änderungen.“ Die Kosten sollten durch eine verpflichtende Folgenabschätzung von neuen Gesetzen für den Wohnungsbau reduziert werden. Der Antrag wurde Anfang Juli letztendlich abgelehnt. Nach Ansicht von Union und SPD sei die Regierung schon auf dem besten Weg, ihre Ziele zu erreichen. Einzig eine vermehrte Bautätigkeit sei erforderlich, um die Wohnungsknappheit zu bewältigen. Die jetzige Regierung hat sich das Ziel gesetzt, in dieser Legislaturperiode 1,5 Millionen Wohnungen zu bauen.

Regionale Ansätze gegen die Wohnungsnot

Auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sieht in der Bautätigkeit die Lösung. Maßnahmen, wie das kooperative Baulandmodell, werden vom Senat in den Vordergrund gerückt. Das Konzept des Senats sieht vor, bis 2021 rund 60.000 Wohnungen neu zu bauen, oder fertig zu stellen. Senatorin Katrin Lompscher dazu: „Wir sind auf einem guten Weg. Um das Defizit der vergangenen Jahre schrittweise abzubauen und den Wohnungsmarkt nachhaltig zu entspannen, müssen alle Beteiligten diesen konsequent weiter beschreiten“. Im vergangenen Jahr verfehlte der Senat sein selbstgestecktes Ziel um rund 8.000 Wohnungen.

Trotz der gegenwärtigen Wohnungsnot stoßen einige Bauprojekte auf Widerstand. Bürgerinitiativen und Anwohnerproteste legen dem Bau Steine in den Weg. Es entstehe der Eindruck, Bezirke würden absichtlich die Genehmigungsprozesse verlangsamen, um unliebsamen Konflikten mit Anwohnern aus dem Weg zu gehen, mutmaßte Andreas Becher, Vorsitzender des Bundes deutscher Architekten, gegenüber dem rbb. Investoren sind die Betroffenen der langen Prozesse. Laut einer Studie, die der WELT vorliegt, wurde „zeitaufwendige, bürokratische Kommunikation“ von jedem zweiten Unternehmen als Kostentreiber beim Neubau genannt.

Ist eine Lösung in Sicht?

Obwohl alle Seiten das Problem der Wohnungsnot erkennen, sieht es nicht danach aus, als würde die Bürokratie in naher Zukunft vereinfacht werden. Die Investoren wünschen sich ein Zurückschrauben der Standards, doch die Politik sieht keine Notwendigkeit dafür. Somit ist, zumindest in absehbarer Zeit, keine Einigung der verschiedenen Parteien in Sicht. Dennoch wird das Problem zumindest anerkannt und diskutiert. Das ist ein guter Anfang, aber nicht ausreichend, da die Zeit drängt und die Stadt immer weiter wächst. (ke)

AGROMEX feiert Richtfest für 135 Wohnungen in Köpenick

Der Berliner Projektentwickler AGROMEX feierte gestern Richtfest für sein Bauvorhaben in der Alten Kaulsdorfer Straße 25 in Köpenick. Nur wenige Monate, nachdem im März 2018 das Bodenplattenfest begangen wurde, sind nun bereits die Rohbauarbeiten für das Projekt abgeschlossen.

AGROMEX realisiert in der Alten Kaulsdorfer Straße drei Wohngebäude mit insgesamt 135 modernen Wohnungen, sowie einer gemeinsamen Tiefgarage mit 70 PKW- und 310 Fahrradstellplätzen. Gebaut werden die drei Wohnblöcke von Ed. Züblin. Die Entwürfe stammen von Fuchshuber Architekten. Ausführendes Architektenbüro sind die renommierten Berliner Planer von Scheidt Kasprusch. Die Wohnungen werden insgesamt ca. 9.900 m² vermietbare Fläche bieten. Die Bezugsfertigkeit ist für Sommer 2019 geplant. Primevest Capital Partners mit Sitz in Utrecht und Berlin, hat das Wohnungsbauprojekt bereits im Dezember 2017 für einen offenen Spezialfonds angekauft.

Vermietung der Wohnungen startet im Oktober 2018

Das Interesse an dem Objekt ist groß: Schon jetzt werden die Wohnungen rege angefragt. Wiederum startet die Vermietung im Oktober 2018.

Das Objekt ist günstig gelegen und infrastrukturell perfekt angebunden. In fußläufiger Entfernung befindet sich das Forum Köpenick mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten, ein Ärztehaus und die S-Bahnstation Berlin Köpenick. Mit dem Auto benötigt man etwa 30 Minuten bis Berlin-Zentrum, mit der S-Bahn sogar nur 19 Minuten.

Der Stadtteil Köpenick boomt enorm

Das rund 8.152 m² große Grundstück in der Alten Kaulsdorfer Straße liegt im Herzen des entwicklungsstärksten Bezirks von Berlin.Der Bezirk Treptow Köpenick punktet durch die zahlreichen Grünflächen und Erholungsmöglichkeiten. Keine andere Region Berlins weist so viele Wald- und Grünflächen auf wie Treptow-Köpenick. Das vorhandene Freizeitangebot enthält alle Facetten von Fahrradrouten über attraktive Sehenswürdigkeiten bis hin zu gastronomischen Highlights. Hinzu kommt, dass die Immobilienpreise in Treptow-Köpenick noch vergleichsweise niedrig sind.

Für Franz Rembold, Geschäftsführer von AGROMEX, ist entscheidend, den Charakter des Bezirks zu erhalten. „Wir legen besonderen Wert darauf, unsere Projekte in bestehende Kiezstrukturen einzupassen und qualitätsvollen Wohnraum mit intelligenten Grundrissen zu schaffen.“ (red)

Zeremonie mit besonderer Beschallung: Grundsteinlegung im Carré Sama-Riga

Unterschiedlicher könnten die Szenen nicht sein: Vor dem Bauzaun klappern selbsternannte Bürgeraktivisten mit Kochlöffeln auf Töpfen, hinter dem Bauzaun die fleißigen Bauarbeiter mit Messern und Gabeln beim festlichen Buffett. Bei der Grundsteinlegung des Carré Sama-Riga am letzten Freitag, einer Veranstaltung, die traditionell für die beteiligten Gewerke gedacht ist, protestierte eine kleine Aktionsgruppe mit „XXL Scheppern“ gegen das Bauvorhaben der CG Gruppe in der Rigaer Straße. Die direkt gegenüber bauende KW-Development GmbH wird von den Aktivisten hingegen ignoriert. Rückfragen dazu werden auch nicht beantwortet. Fast scheint es, als wüssten die Aktivisten tatsächlich nicht, dass hier zwei Bauherren neue Wohnungen bauen. Und natürlich entspricht Christoph Gröner als Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe AG, der sich zuletzt in einer großen Doku öffentlich präsentierte, auf den ersten Blick ideal dem kapitalistischen Feindbild.

Dabei scheint für das Carré Sama-Riga die extreme Ablehnung unbegründet. Eine Brache wird mit Wohnungen bebaut, ein altes Gebäude aus den 1890er Jahren, welches nicht unter Denkmalschutz steht, wird freiwillig saniert. Insgesamt entstehen in Alt- und Neubau über 130 Wohnungen mit Kaltmieten zwischen 11 und 13 Euro pro Quadratmeter sowie kleinere Gewerbeeinheiten. Keine Luxuswohnungen oder Eigentums-Penthäuser. Keine Entmietung und kein Abriss haben hier stattgefunden. Für die Grundsteinlegung wurde den umliegenden Gewerbetreibenden, die über Umsatzeinbußen durch die teilweise Sperrung der Rigaer Straße zum Schutz der Baustelle klagen, angeboten, Aufträge zu übernehmen. Das Angebot wurde abgelehnt. Auch sonstige Bemühungen der CG Gruppe, den Gewerbetreibenden zu besseren Umsätzen zu verhelfen, blieben umsonst. „Hier auf der Baustelle gibt es so viele Bauarbeiter, die sich über Frühstück- oder Mittagsangebot freuen würden. Wer hier einen mobilen Stand aufbaut, dem würden die Speisen aus der Hand gerissen“, sagt ein CG Mitarbeiter.

Projektentwickler Gröner fordert die Einhaltung der Gesetze des Rechtsstaates

Bei seiner Rede dankt Christoph Gröner den Gästen „die sich getraut haben zu kommen“, den Projektpartnern und den Bauarbeitern. Sein besonderer Dank gilt auch den Polizisten, die die Baustelle von den Aktivisten abschirmten. Warum dies dies nötig ist, wird ebenfalls in Gröners Rede klar: Offenbar wurden schon des Öfteren Autos von Mitarbeitern oder Baufahrzeuge beschädigt. Zuletzt wurden die Scheiben des Leipziger Architekturbüros eingeworfen – während die Mitarbeiter drinsaßen. Dass Gröner abschließend mit deutlichen Worten das Durchgreifen des Rechtsstaates fordert, ist unter diesen Umständen mehr als verständlich.

Tatsächlich eignet sich die CG Gruppe auf den zweiten Blick dann doch nicht als ideales Feindbild. Wer sich die Engagements des Projektentwicklers ansieht, muss feststellen, dass er neben seiner Bautätigkeit auch sozial aktiv ist. In Berlin wird seit Jahren der Verein Laughing Hearts unterstützt, der Kinder aus Heimen fördert. In diesem Jahr hat Gröner sogar einen Bauernhof gekauft, auf dem nun jede Woche zig Kinder dem Heimalltag für ein paar Tage entkommen können. Auch in anderen Städten engagiert man sich. So wurde zum Beispiel in Dresden die Sponsoringpatenschaft für das Kulturfestival „Palais Sommer“ übernommen.

In der Baugrube des Carré Sama-Riga ist das Scheppern nur im Hintergrund wahrzunehmen. Auch als die Gäste der Grundsteinlegung schon  gegangen sind und die Bauarbeiter wieder ihre Arbeit aufnehmen, trommeln die Aktivisten weiter. Die Anwohner werden sich gefreut haben. (red)

FIABCI Prix d’Excellence Germany lobt 2018 zwei Sonderpreise aus

Wie Andreas Ibel, BFW-Präsident und Mitglied der FIABCI Germany Jury, am Dienstag in Berlin bekannt gab, wird Staatssekretär Gunther Adler erneut die Schirmherrschaft für den „FIABCI/BFW Sonderpreis für bezahlbares Bauen“ übernehmen. So sollen Projektentwickler motiviert werden „nachhaltig, innovativ und zugleich auch noch bezahlbar zu bauen“. Angesichts der derzeitigen politischen Rahmenbedingungen stünden Projektentwickler zunehmend vor der Herausforderung, nahezu Unmögliches möglich zu machen.

Aufgrund der Etablierung des Wettbewerbs in der Immobilienbranche und der hohen Ansprüche an die teilnehmenden Projekte, übernehme Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesbauministerium, gerne die Schirmherrschaft. „Vor dem Hintergrund des Wohnraummangels in den Ballungsgebieten zeigt sich, dieser Preis ist am Puls der Zeit“, so Adler.

FIABCI Prix d’Excellence Germany lobt 2018 gleich zwei Sonderpreise aus

Zudem wird 2018 ein zusätzlicher Sonderpreis ausgelobt, der in der Kategorie „Vattenfall Sonderpreis Energie“ Projekte mit hoher Energieeffizienz auszeichnet. So ergänzte Michael Heming, Präsident FIABCI Deutschland, dass die neuen Preiskategorien die Ziele des Wettbewerbs auch nach außen verdeutlichen. „Wir wollen die Synergien zwischen Bauwirtschaft, Baukultur, Politik und Gesellschaft fördern. Dialoge anregen und zu innovativem nachhaltigem Bauen inspirieren“, wird Heming in einer Pressemitteilung zitiert.

Bereits seit 2013 werden in dem von FIABCI Deutschland und dem BFW ausgelobten Wettbewerb, bundesweit Projektentwicklungen in den Bereichen Gewerbe und Wohnen prämiert. Insbesondere einige Berliner Projekte profitierten im vergangenen Jahr von der Auszeichnung als Sprungbrett zum  europäischen Markt.

Das innovative Gesamtkonzept entscheidet

Seit 2014 ist Deutschland eines von fast 20 Ländern, die den traditionsreichen FIABCI Prix d’Excellence als National Award ausloben. Durch die Kooperation der International Real Estate Federation und des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), wurde damit der erste bundesweite Preis für Projektentwicklungen ins Leben gerufen. Unter Einbeziehung eines gelungenen Gesamtkonzeptes von Architektur, Logistik und Wirtschaftlichkeit, Innovation, Nachhaltigkeit und urbaner Integration in den Kategorien Gewerbe und Wohnen, werden die Bewerber honoriert. Entsprechend der Zielsetzung neue Bautrends zu schaffen, bewarben sich auch 2017 vielfältige Projekte.

„Diese decken von der Umnutzung, über den Neubau bis zur Bestandsrevitalisierung und – sanierung im Wohn- und Gewerbebereich die gesamte Bandbreite der Bautätigkeit ab. Kreativität und Qualität sind die Merkmale, die unsere heimischen Projektentwicklungen kennzeichnen. Auch dieses Jahr haben wir wieder Gewinner, die das hohe Niveau der deutschen Projektentwicklungen belegen“, kommentierte Michael Heming, Präsident FIABCI Deutschland und Mitglied der Jury, die Vielfalt.

5 Jahre FIABCI Germany werden im November im Hotel Adlon gefeiert

Genauso wie im letzten Jahr, findet die Preisverleihung im November im Rahmen einer festlichen Gala im Hotel Adlon in Berlin statt.

Bereits vor 25 Jahren wurde der FIABCI Prix d’Excellence von der International Real Estate Federation FIABCI ins Leben gerufen. Insbesondere im Bereich der Projektentwicklungen, gilt er als einer der renommiertesten Preise weltweit. Seit 5 Jahren gibt es den Preis auch in Deutschland. Inzwischen ist es der einzige bundesweite Wettbewerb für Projektentwicklungen in den Bereichen Gewerbe und Wohnen. (red)

Rasante Preissteigerung auch im Berliner Umland

Der angespannte Berliner Wohnungsmarkt, der verstärkt Familien in das gut angeschlossene Umland treibt, kurbelt schon länger Brandenburgs Immobilienbranche an. Doch nun steigen auch dort die Preise in Rekordhöhen. Von 2012 bis 2016 nahmen die Einwohnerzahlen im Umland um 5,6 Prozent zu. In Berlin selbst waren es 5,9 Prozent. Besonders beliebt sind dabei die Regionen Potsdam, Falkensee und Königswusterhausen, ergab der Wohnungsmarktbericht der IBB. Das zunehmende Bauinteresse und die dementsprechenden Quadratmeterpreise bestätigt nun der Grundstücksmarktbericht 2017, den die Brandenburger Landesregierung aufsetzte. Gründe für den Boom sind die gute wirtschaftliche Lage und das niedrige Zinsniveau. Denn im Umland ist nicht nur der Platz für selbst erbauten Wohnraum gefragter denn je. Ein ähnlicher Trend zeichnet sich bei Eigentumswohnungen und dem landwirtschaftlichen Ackerland ab. Gewerbeflächen sind bislang noch „entspannt“ zu haben.

Insgesamt wechselten 2017 über 35.300 Grundstücke in Brandenburg, für ganze 5,9 Milliarden Euro den Besitzer. Gegenüber 2016 stieg der Umsatz hierbei um acht Prozent, während auch das Bauinteresse im siebten Jahr ungebrochen ist. Dabei sind vor allem Gebiete mit gut angeschlossenem Berliner Nahverkehr sehr begehrt, für welche die Preise unvergleichbar hoch getrieben wurden. Inzwischen sind im südwestlichen Kleinmachnow Quadratmeterpreise von 527 Euro hinzublättern. Damit ist das Kaufen dort teurer als in der Landeshauptstadt. Potsdam-Mittelmark erscheint hier sogar als günstige Alternative.

 

In Kleinmachnow liegen die Grundstückspreise inzwischen höher als in der Landeshauptstadt Potsdam. | Foto: pixabay.com

In Kleinmachnow liegen die Grundstückspreise inzwischen höher als in der Landeshauptstadt Potsdam. | Foto: pixabay.com

 

Wegziehen aus der Berliner Wohnsituation wird nicht günstiger

Am teuersten werden die berlinnahen Grundstücke verkauft, wenn diese individuell mit Ein- oder Zweifamilienhäusern bebaut werden sollen. Als „Lokomotive“ der Grundstücksgeschäfte bezeichnet Jürgen Kuse, Vorsitzender des Gutachterausschusses, der den Grundstücksmarktbericht erarbeitet, auch das Grundstück für das Eigenheim. „Sie machen 60 Prozent aller Kauffälle und 45 Prozent des Gesamtumsatzes aus“, so Kuse. Hierfür wurden 2017 ganze 6.628 Kaufverträge unterzeichnet. Dabei bleiben die Zahlen der abgeschlossenen Verträge relativ stabil, der Umsatz steigt jedoch. Wodurch klar ist, dass sich die Nachfrage, die sich in den letzten Jahren praktisch verselbstständigte, direkt in den Grundstücks- und Immobilienpreisen niederschlägt. Dreieinhalb Mal so viel wie in ländlichen Gebieten, beispielsweise in Barnim oder im Havelland, kostet ein Haus im Berliner Umland. So äußert sich der zweithöchste Boom seit der Wende vor allem in direkter Nähe zur Hauptstadt.

In ländlicheren Umgebungen, aus denen man Berlin nicht innerhalb einer Stunde Fahrtzeit erreicht, sind Grundstücke noch erschwinglich. Während man in der Landeshauptstadt Potsdam und Umgebung Quadratmeterpreise von 400 Euro aufwärts zahlt, liegt man an den preiswertesten Orten noch unter sieben Euro. In Heideblick (Dahme-Spreewald) und Ziesar kostet der Quadratmeter bislang 5,48 beziehungsweise 6,47 Euro. Bei eigenem Kaufinteresse lohnt es sich derzeit also, die ländliche Marktlage permanent im Blick zu haben, bevor es auch in Brandenburg keine  bezahlbaren Grundstücke mehr gibt. In Berlin kann man wohl selbst durch aufmerksame Beobachtung wohl eher kein erschwingliches Grundstück mehr ergattern.

 

Mehrheitlich zwar selbst genutzt, ist eine Immobilie gerade jetzt auch eine beispiellose Geldanlage. | Foto: pixabay.com

Mehrheitlich zwar selbst genutzt, ist eine Immobilie gerade jetzt auch eine beispiellose Geldanlage. | Foto: pixabay.com

 

Ländliche Gebiete zukünftig als Berliner Umland gehandelt

Doch auch weiter entfernte Städte, wie in Nähe der Havel oder Cottbus werden gefragter. Hier stiegen die Zahlen der Kaufverträge um 78 beziehungsweise um 156 Prozent in den letzten Jahren. Eine bislang günstigere Alternative bieten kreisfreie Städte so wie Frankfurt (Oder), wo sich Quadratmeterpreise zwischen elf und 440 Euro bewegen. Durchschnittlich ist der Quadratmeter dort für 110 Euro zu haben. Doch auch dieser Mittelwert stieg 2017 um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Der Boom ist ungebrochen“, sagt Brandenburgs Innenstaatssekretärin Katrin Lange. Und dieser Boom weitet sich auch in ländliche Gebiete aus, da der anhaltende Preisanstieg auch zu einem veränderten Kaufverhalten führt. Mit Blick auf die Berliner Mietpreissprünge, ergattert man Alternativen für den Bau des Eigenheims in Unabhängigkeit vom Mietspiegel, solange diese noch halbwegs erschwinglich sind. Auch wenn man hierfür eine längere Fahrtzeit in Kauf nimmt. Mehrheitlich zwar selbst genutzt, ist eine Immobilie gerade jetzt jedoch auch eine beispiellose Geldanlage.

 

Nicht die beste Anbindung an die Hauptstadt zu haben, wird bald kein Argument mehr sein im Brandenburger Umland nicht zu bauen. | Foto: pixabay.com

 

Entwarnung für Gewerbeflächen

Für den Grundstücksmarktbericht analysiert ein unabhängiges Gremium aus Vertretern der Immobilienwirtschaft, die vom Brandenburger Innenministerium berufen werden, Kaufverträge des letzten Jahres. Notare übermitteln die beglaubigten Grundstücksverträge an die ehrenamtlich arbeitenden Gutachter des Ausschusses.

Beim Thema Gewerbeflächen können Unternehmen laut Gremium, anders als in Berlin, entspannter den passenden Standort finden oder sich überhaupt noch die Mühe einer Suche machen. Lediglich 1400 Flächen wurden 2017 verkauft, während die Quadratmeterpreise in Berliner Nähe durchschnittlich bei 66 Euro lagen. In berlinferneren Gebieten kann sich Gewerbe, das in Berlin keine Niederlassung mehr findet, derzeit für 19 Euro pro Quadratmeter ansiedeln. Das Land Brandenburg hingegen muss diese Chance der günstigen Standortfaktoren zukünftig kräftiger nutzen, um reale Ansiedlungen zu generieren.

 

Den Trend zu beobachten scheint essentiell, bevor der Wohntraum im Grünen, nach dem Wohnen im angestammten Kiez auch noch platzt. | Foto: pixabay.com

Den Trend zu beobachten scheint essentiell, bevor der Wohntraum im Grünen, nach dem Wohnen im angestammten Kiez auch noch platzt. | Foto: pixabay.com

 

Ungebrochener Boom, steigende Preise

Obwohl die bevorzugten Annehmlichkeiten des Umlandes ganz klar durch Großstadtnähe charakterisiert werden, holen auch einige Orte außerhalb des Umlandes auf. In der Nähe des Jobs, der Einkaufsmöglichkeiten, kulturellen Freizeitaktivitäten oder der Freunde zu sein, wird bald nicht mehr alleinig ausschlaggebend sein. Städte wie Eberswalde, Rathenow und Fürstenwalde verzeichnen überdurchschnittliche Preisanstiege. Die Gründe für den Boom, wie eine gute wirtschaftliche Lage, sowie die Berliner Wohnungsnot werden in den nächsten Jahren nicht abnehmen.  Den Trend zu beobachten scheint essentiell, bevor der Wohntraum im Grünen, nach dem Wohnen im angestammten Kiez auch noch platzt. (cn)

Trotz steigenden Mietpreisen – Der Berliner Immobilienmarkt boomt

Die Attraktivität Berlins als Wohn- und Arbeitsort steigt von Jahr zu Jahr. Auf dem Weg zur Metropole wächst die Stadt Jahr für Jahr, besonders in den letzten fünf Jahren stieg die Bevölkerung jedoch sprunghaft an. Aktuell steigt die Einwohnerzahl jedes Jahr um 40.000 Menschen. Dementsprechend hoch ist die Nachfrage nach bezahltem Wohnraum. Wer sich jedoch heute in Berlin nach preisgünstigen Wohnungen umschaut, wird nur wenig Glück haben. Denn die Hauptstadt hat derzeit mit drastisch steigenden Mieten zu kämpfen. Auch die Leerstandsquote sinkt weiterhin auf 1,6 Prozent.

Nichtsdestotrotz hält der Boom auf dem Immobilienmarkt aufgrund des wachsenden Nachfrageüberhangs für Wohnimmobilien weiterhin an. Um den Bedarf an Wohnraum und auch an Arbeitsstätten decken zu können, sind bereits mehrere Projekte geplant. So hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen das Wohnungs- und Städtebauprogramm Wachsende Stadt initiiert. Dieses beinhaltet den Bau von 14 Stadtquartieren.

Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht

Trotz der steigenden Preisen bleibt die Nachfrage nach Wohnraum, aber auch nach Bürofläche ungebrochen. Vor allem wollen immer mehr Start-up Unternehmen ihren Standort nach Berlin verlegen. Denn die Hauptstadt verfügt über eine gut ausgebaute Infrastruktur, ein großes Flächenangebot und ein breites Angebot an hoch qualifizierten Arbeitskräften.

„Dass eine Vielzahl an großen Unternehmen derzeitig darüber nachdenken, ihre Zentrale nach Berlin zu verlagern, ist in dieser Dimension neu für die Stadt. Es unterstreicht aber wie dynamisch der Standort mittlerweile von nationalen wie internationalen Firmen gesehen wird“, so Jan-Niklas Schroers, Associate Director und Teamleader Office Agency bei Savills Berlin.

 

Die Nachfrage nach Bürofläche bleibt weiterhin hoch. Immer mehr Start-ups wollen sich in Berlin niederlassen. | Foto: pixabay.com

Die Nachfrage nach Bürofläche bleibt weiterhin hoch. Immer mehr Start-ups wollen sich in Berlin niederlassen. | Foto: pixabay.com

 

Wohnen auch außerhalb des S-Bahn-Ringes wird gefragter

Infolge der sinkenden Leerstandquote und den steigenden Mietpreisen ziehen immer mehr Menschen in den Berliner Speckgürtel um. Auch Randlagen rund um den S-Bahn-Ring rücken immer mehr in den Fokus.

„Für große, namhafte Mieter kommen immer mehr auch Lagen um den S-Bahn-Ring infrage. Hier können sie noch für 15 bis 20 Euro Flächen mieten anstatt die Spitzenmietpreise in den besten Lagen zahlen zu müssen“, erklärt Schroers.

Für den Berliner Markt wird 2019 etwas Entlastung erwartet

Aufgrund der Flächenpipeline könnte sich der Berliner Markt ab 2019 etwas erholen. So geht aus dem Büromarktbericht des Immobilien-Dienstleistungsunternehmens Savills hervor, dass im kommenden Jahr knapp 500.000 m² neue Bürofläche entstehen soll. 2020 sind sogar 700.000 m² geplant. „Durch die zu erwartende Entwicklung im kommenden Jahr dürfte das Mietpreiswachstum – je nachdem wie sich die Nachfrage entwickelt – in der Folge verlangsamen“, sagt Christian Leska, Managing Director Office Agency bei Savills in Berlin.

 

Flächenpipeline könnte Berliner Markt entlasten | Quelle: Savills

Flächenpipeline könnte Berliner Markt entlasten | Quelle: Savills

 

Darüber hinaus will Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, nun den Wohnungsbau weiter ankurbeln. So will Lompscher die Zahl der Stadtquartiere von 11 auf 14 erhöhen. Demnach sollen bis zum Jahr 2030 rund 42.000 neue Wohnungen gebaut werden. (dn)

Wie geht es am Checkpoint Charlie weiter? Öffentliche Debatte soll verfahren beflügeln

Am 4. Juli 2018 fand die dritte öffentliche Veranstaltung zur „Zukunft Checkpoint Charlie“ statt. Die Debattenreihe begleitet den umfassenden Beteiligungsprozesses, den die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen im Zusammenhang mit dem Aufstellungsverfahrens für den Bebauungsplan 1-98 „Checkpoint Charlie“ durchführt. Auch die Ergebnisse des gestrigen Abends fließen in das Planungsverfahren ein, welches die Grundlage für den Bebauungsplan bildet.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Zwischenergebnisse der Arbeiten der sieben am städtebaulichen Workshopverfahren teilnehmenden Architekturbüros vorgestellt: Caramel architekten, COBE Berlin, David Chipperfield Architects, Graft, Hild und K Architektur, J.MayerH. und Partner sowie Sauerbruch Hutton. Die Besucherinnen und Besucher hatten im Anschluss die Möglichkeit, Feedback, Wünsche und Anmerkungen für die weitere Bearbeitung der Arbeitsstände abzugeben.

Städtebaulicher Workshopverfahren am Checkpoint Charlie

Der Projektentwickler hatte vor kurzem zugestimmt, sein Hotelprojekt östlich der Friedrichstraße in einem zeitnahen Workshopverfahren städtebaulich überprüfen zu lassen. Im Rahmen des städtebaulichen Workshopverfahrens für beide Grundstücke und des Realisierungswettbewerbs wird es neue Pläne zum Städtebau und zur architektonischen Umsetzung geben. Für den westlichen Bereich mit einem komplexen Nutzungsprogramm soll ein Realisierungswettbewerb folgen. Zu gestalten sind auch die Straßenräume und Freiflächen auf dem privaten Gelände (ca. 1000 qm). Hier ist besonders die Bürgermeinung gefragt ob eine Fußgängerzone, eine verkehrsberuhigte Straße oder eher weiterhin eine in der Friedrichstadt übliche Straße präferiert wird.

Die Investorengruppe Trockland beabsichtigt am Checkpoint Charlie eine städtische Bebauung zu realisieren. Das Land Berlin verhandelt um Flächen für ein Museum mit Freifläche, einen Wohnanteil sowie weitere gewerbliche Nutzungen in den Gebäuden. Um der besonderen Bedeutung des Ortes und der Vielschichtigkeit der Interessen gerecht zu werden und dabei gleichzeitig die städtebauliche Entwicklung der privaten Flächen planungsrechtlich zu steuern, stellt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen einen Bebauungsplan auf.

Beteiligungsprozess läuft bereits

Der laufende Beteiligungsprozess findet im Rahmen des Bebauungsplan- Aufstellungsverfahrens statt und steht im Zusammenhang mit einem zweistufigen Planungsverfahren, das als ergebnisoffener Erkenntnisprozess angelegt ist. Die Ergebnisse aus der Beteiligung fließen in den Planungsprozess ein. Die Erarbeitung verschiedener Varianten und städtebaulicher Typologien unterstützt dabei die Abwägung entsprechender Vor- und Nachteile gegenüber der vormals angedachten Blockrandbebauung.

Eine Ausstellung zum Beteiligungsprozess und den städtebaulichen Entwürfen wird am 2. August 2018 eröffnet, auch hier wird wieder die Meinung der Besucherinnen und Besucher gefragt sein. (red)

Veranstaltungen

Bautec 2020

Die Bautec ist eine der bedeutendsten Baufachmessen Deutschlands. Führende Aussteller aus der Baustoff- und Bausystembranche stellen ihre Produkte vor.

Etwa 500 Aussteller aus 17 Ländern stellen bei der Bautec Produkte und Dienstleistungen vom Neubau bis zur Altbausanierung vor. Rund 35.000 Fachbesucher und am Bauen und Modernisieren interessierte private Investoren aus ihrem nationalen und internationalen Einzugsgebiet werden auf dem Messegelände Berlin erwartet.

Risikomanagement bei öffentlichen Bauprojekten

Öffentliche Bau-, Erneuerungs- und Sanierungsprojekte sind oft teurer als geplant. Des Öfteren werden sie auch später fertig gestellt als erwartet. Die allseits bekannten Großbauprojekte sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Auch unter der Wasseroberfläche spielt sich Bedrohliches ab, denn ebenfalls weniger im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit stehende staatliche Bauvorhaben leiden zuweilen unter zu hohen Kosten und geplatzten Fristen.
Dieses interaktive Fachseminar diskutiert die Frage, wie man mit einem geschickten Risikomanagement bei öffentlichen Bauprojekten für Kosten- und Termineinhaltung sorgt.

Bauliche Umsetzung flexibler Lern-, Forschungs- & Arbeitswelten

Megatrends wie die Digitalisierung, der demographische Wandel (d. h. die nachrückenden Generationen Y und Z) und mit ihm auch die zunehmende Urbanisierung (Entstehung von „Boomregionen“) stellen die gesamte öffentliche Verwaltung und nicht zuletzt auch die öffentlichen Bau- und Liegenschaftsmanager vor große Herausforderungen. Die Lern-, Forschungs- sowie Arbeitsgewohnheiten ändern sich im Zuge dieser Megatrends zunehmend. Die öffentlichen Bau- und Liegenschaftsmanager sind hier unter Zugzwang, schnell neue Lernumgebungen, Forschungs- und Arbeitswelten zu planen und zu erreichen, die sowohl funktional als auch zeitgerecht empfunden werden. Dies gilt ebenso für den Schul- als auch den Hochschul- und Forschungsbereich.

Hier setzt die interaktive Fachkonferenz an und zeigt anhand von Praxisberichten und Vorträgen namhafter Experten aus Deutschland, Österreich sowie in diesem Bereich führender Länder in Europa (bspw. Dänemark) auf, wie moderne Lern-, Forschungs- und Arbeitswelten funktional und zeitgemäß erschaffen werden können. Im Mittelpunkt der Konferenz steht der Praxisaustausch der Teilnehmenden.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)