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Grüne positionieren sich zur Enteignung

Die Berliner Grünen haben sich auf einem kleinen Parteitag am Mittwochabend zum Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ positioniert. Der Antrag, das Volksbegehren zu unterstützen, wurde von der Partei einstimmig angenommen. Allerdings zieht sie eine Enteignung erst als allerletztes Mittel in Betracht. Vorher sollen alle anderen Mittel ausgeschöpft werden.

Enteignung als letztes Mittel

„Der Berliner Mietenmarkt ist außer Kontrolle geraten.“, erklären die Landesvorsitzenden Nina Stahr und Werner Graf. Sie fordern ein verstärktes Vorgehen gegen die steigenden Mieten. Als Gegenstrategie setzten sie dabei auf eine Kombination aus Wohnungsbau, Wohnungsankauf und Regulierung. Die Vergesellschaftung wollen sie dabei nur als letztes Mittel anwenden, um Mieterinnen und Mieter zu schützen.

In dem Antrag „Mietenwahnsinn stoppen: Für eine Neuausrichtung des Berliner Wohnungsmarktes und eine starke gemeinwohlorientierte Wohnungswirtschaft“ wird deutlich, dass die Partei sich wünsche, eine andere Lösung zu finden. „Wenn Wohnungsunternehmen sich jedoch weigern, ihrer sozialen Verantwortung nachzukommen, wird die öffentliche Hand, auch durch ein Volksbegehren gestützt, diesen Schritt gehen“, wird dort gefordert.

Anders als die Linken, die die Initiative vorbehaltlos unterstützen, weicht der Antrag der Grünen von der Forderung der Deutsche Wohnen & Co enteignen“ ab. Diese fordert alle privaten Unternehmen zu enteignen, die mehr als 3.000 Wohnungen besitzen. Stattdessen wollen sie auf differenziertere Kriterien, wie die Einhaltung des Mietspiegels, die Erfüllung von Instandhaltungspflichten und transparente Betriebskostenabrechnungen, setzen.

Position der SPD weiterhin unklar

Nachdem die Berliner Linke schon im vergangenen Jahr ihre Unterstützung für das Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ beschlossen hat, bleibt in der rot-rot-grünen Koalition noch die Position der SPD offen. Diese Entscheidung soll allerdings erst auf dem Landesparteitag im November fallen. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat sich ausdrücklich gegen eine Verstaatlichung privater Wohnungsunternehmen ausgesprochen. So auch die Oppositionsparteien.

Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“

Anfang April hatte die Unterschriftensammlung für das Volksbegehren „Deutsche Wohnen und Co. enteignen“ begonnen. Ziel der Initiative ist, private Unternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen zu vergesellschaften. Dafür müssen zunächst 20.000 Unterschriften gesammelt werden, diese Zahl  wurde laut Initiatoren schon erreicht.

Aus diesem Grund sehen die Berliner Grünen den Zeitpunkt erreicht, mit den Initiatoren in Verhandlung zu treten und eine Lösung zu finden. (lb)

Rot-Grün fordert Rückbau der A103

Die SPD und die Grünen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg fordern in einem gemeinsamen Antrag den Rückbau der A103 in Steglitz. Ziel ist, Platz für Wohnungen und Gewerbe zu schaffen. Dafür wollen die Fraktionen laut SPD-Kreisvorstand an diesem Mittwoch einen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einbringen. Demnach soll die sechsspurige A103 zwischen dem Steglitzer Kreisel und Sachsendamm zu einer vierspurigen Straße mit Fahrradstreifen umgebaut und die A100 im Bereich des Kreuzes Schöneberg überbaut werden.

Weniger Lärm und mehr Fläche für neues Stadtquartier

Die SPD begründet diesen Vorschlag unter anderem mit der geringen Nutzung der sechsspurigen A103. Laut Christoph Götz-Geene, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, entspreche die Verkehrsbelastung auf dem Stück Autobahn zwischen Steglitz und Schöneberg mit 30.000 Fahrzeugen pro Tag eher einer vierspurigen Stadtstraße mittlerer Belastung.

„Mit der von uns vorgestellten Überdeckelung kann am Schöneberger Kreuz nicht nur eine deutliche Verbesserung des Lärmschutzes der Umgebung erreicht werden, sondern in erheblichem Umfang Fläche für ein ganzes neues Stadtquartier gewonnen werden“, erklärte Götz-Geene in der BVV.

Der 4,2 Kilometer lange Autobahnabschnitt war 1968 eröffnet worden, um eine Anbindung an die A111 nach Hamburg zu schaffen. Ursprünglich sollte eine Autobahnverbindung zwischen den Bezirken Schöneberg und Tiergarten bis nach Wedding errichtet werden. Aufgrund von heftigem Widerstand wurde das geplante Projekt nie realisiert.

CDU spricht sich gegen Rückbau aus

Die CDU kritisiert die Rückbaupläne der Bundesautobahn. „Es ist absurd, in einer wachsenden Stadt immerzu einen Rückbau von Straßen zu fordern. Den Vorschlag von Rot-Grün in Tempelhof-Schöneberg, die Westtangente der A103 mit nur noch vier Fahrspuren in eine Stau-Tangente zu verwandeln, lehnen wir daher ab“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Union im Abgeordnetenhaus, Oliver Friederici.

Einer Deckelung der Autobahn hingegen stimme die CDU grundsätzlich zu. Das Abgeordnetenhaus hatte erst letzten Donnerstag die Verkehrsverwaltung beauftragt, die Machbarkeit einer streckenweise Deckelung von Autobahnabschnitten oder Gleisanlagen zu prüfen. Damit wird auf den wachsenden Bedarf an Flächen reagiert, die bebaut werden können. Der Beschluss wurde im Verkehrsausschuss mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von SPD, Grüne und Linke sowie der oppositionellen CDU gefasst.

Laut Friederici wolle die CDU die initiierte Machbarkeitsstudie für den Teilabschnitt der A100 am Dreieck Funkturm abwarten. „Daraus könnten sich neue spannende städtebauliche Perspektiven entwickeln“, so Friederici. (lb)

 

Berliner Wedding wird als neuer Bürostandort immer attraktiver

Durch den begrenzten Platz in der beliebten Berliner Innenstadt entstehen immer mehr Wohnungen und Gewerbebauten in den benachbarten Bezirken. Auch ehemals unattraktive Bezirke haben inzwischen viel zu bieten und sind bei Berlinerinnen und Berlinern deutlich beliebter. Vor allem der multikulturelle Ortsteil Wedding wird laut des global agierenden Immobilienberatungsunternehmens Colliers International immer attraktiver.

Positiver Umbruch nicht nur in der Brunnenstraße

Der Wedding gilt schon seit einigen Jahren als Szeneviertel. Nicht nur als Wohnlage, sondern auch als Bürolage ist er gefragter denn je. Das weiß auch Marcus Lehmann, Head of Office Letting in Berlin bei Colliers International: „Der Wedding als Ortsteil des seit Jahren stark nachgefragten Bezirks Mitte bietet vielen Unternehmen die Möglichkeit, noch freie Büroflächen zu finden.“

So haben neben Sanierungen und Neubauentwicklungen in den letzten Jahren einige Aufwertungen an bestehenden Bürogebäuden stattgefunden. Die Brunnenstraße gilt heute nicht mehr nur als „Verlängerung“ von Mitte, sondern als etablierte Szenegegend und interessante Anlaufstelle für Unternehmen. Auch die Scheringstraße hat mit dem Bürohaus „Grow Berlin“ den aufstrebenden Standort bereichert. Der Bezirk Wedding stelle laut Lehmann eine unglaublich spannende Umgebung dar, die aktuell einen positiven Umbruch erfährt.

Die Beuth Hochschule für Technik Berlin hat zudem in Wedding das größte ingenieurwissenschaftliche Studienangebot in Berlin und Brandenburg und zieht zahlreiche junge Talente in den Bezirk.

Wedding als neue Mitte

In den nächsten Jahren ist laut Lehmann neben den bereits vorhandenen Geschäften, Restaurants und Cafés mit vielen weiteren Projektentwicklungen für den Standort Wedding zu rechnen: „Das urbane Umfeld und die hervorragende Verkehrsanbindung bieten den zukünftigen Nutzern alle Annehmlichkeiten, die man auch in Mitte hat.“ .

Die Planung von Büroneubauten weiterer Eigentümer und Projektentwickler bewegen sich laut Lehmann weiter südlich in der Müllerstraße. In der benachbarten Gerichtsstraße wird der 20.000 Quadratmeter große Bürocampus New Courts zu einem Mietpreis ab 20 Euro pro Quadratmeter entwickelt. (tf)

Neubauprognose bis 2021: das geschätzte Fertigstellungsvolumen wurde deutlich erhöht

In Berlin gibt es rund 300.000 landeseigene Wohnungen, die von sechs Gesellschaften verwaltet und vermietet werden: degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, STADT UND LAND und WBM. Gemeinsam bewirtschaften sie momentan fast jede fünfte Mietwohnung in Berlin und zeigen stets soziales Engagement. Die Tendenz der geplanten Projekte steigt, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen am 7. Mai 2019 mitteilte.

Senatorin Katrin Lompscher zeigt sich erfreut

Die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften haben eine Prognose zu den Neubauten bis 2021 abgegeben und die Zahl deutlich nach oben korrigiert. Das geschätzte Fertigstellungsvolumen liegt nun bei 26.149 Wohnungen und wurde somit um mehr als 2.000 Wohnungseinheiten erhöht. Im gesamten Zeitraum von 2017 bis 2021 wurde eine Anzahl von Baubeginnen von 31.566 Wohneinheiten prognostiziert.

Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen ist mit dem vorgestellten Ergebnis mehr als zufrieden. „Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften sind unsere wichtigsten Partner bei der Realisierung und dem Erhalt von leistbarem Wohnraum in unserer Stadt. Ich begrüße das heute vorgestellte Ergebnis deshalb außerordentlich.“ Die Erhöhung sei auf die Beschleunigung von Vorhaben, die Aufnahme neuer Projekte sowie die Einbeziehung Modularer Unterkünfte zurückzuführen. „Mittlerweile haben die sechs Landeseigenen 49.616 Wohnungen in der Planung. Durch vorausschauende Planung sorgen wir so gemeinsam dafür, dass die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften auch 2021 langfristig leistbaren Wohnraum in Größenordnung errichten können und werden.“

100 Jahre Gewobag

Eine der sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften ist die Gewobag. Sie gehört zu den größten Immobilienunternehmen Berlins und bundesweit und plant auch für die nächsten Jahre große Investitionen und Projekte. Rund 12.000 neue Wohnungen will die Wohnungsbaugesellschaft in den nächsten zehn Jahren bauen.

Nächste Woche wird die Gewobag 100 Jahre alt und startet zu diesem Anlass zahlreiche soziale und kulturelle Projekte. Auch Katrin Lompscher ist zur Vorstellung der Projekte erschienen um einen Ausblick auf die Planung der kommenden Jahre zu bekommen. (tf)

 

 

 

 

100 Jahre Gewobag

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag feiert nächste Woche ihr 100-jähriges Jubiläum. Los ging alles mit der Gründung am 14. Mai 1919 in Spandau. Damals noch unter dem Namen Heimstätten AG Groß-Berlin, besitzt das Unternehmen heute mehr als 62.000 Wohnungen und rund 1.750 Gewerbeeinheiten in der Hauptstadt. Damit zählt Gewobag zu den größten Immobilienunternehmen Berlins und bundesweit. Anlässlich des Jubiläums feiert das Unternehmen mit zahlreichen sozialen und kulturellen Projekten und gibt einen Ausblick auf die Planung für die kommenden Jahre.

Gewobags Ziel: Bauen, Bauen, Bauen

In den nächsten zehn Jahren will die Gewobag 12.000 neue Wohnungen bauen. Zusätzlich sollen 3.000 durch Ankäufe in den Bestand der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft kommen. Gewobag-Vorstandsmitglied Snezana Michaelis betonte am Dienstag, dass die Gewobag die gesunde wirtschaftliche Basis und die Unterstützung der richtigen Menschen hätte, um dieses Vorhaben umzusetzen. „Wir halten nicht viel davon Ankündigungen zu machen, die wir später nicht halten können.“, kommentierte Michaelis Bedenken aus dem Publikum.

Rund vier Milliarden Euro will die Wohnungsbaugesellschaft in den kommenden Jahren in die Bestandserweiterung investieren. Schon in den kommenden zwei Jahren ist der Baubeginn für 5.000 Wohnungen geplant. Das Ziel des Unternehmens ist bis 2030, 80.000 Wohnungen im Bestand zu haben.

Vorstandsmitglied und Aufsichtsrat Markus Terboven erklärte, dass diese weiterhin zu angemessenen Preisen vermietet werden sollen. Die Durchschnittsmiete betrage derzeit 6,09 Euro je Quadratmeter und Monat (nettokalt) und diesen Wert wolle man halten.

Besonders in Spandau sind große Projekte geplant. Das festgefahrene Projekt „Gartenfeld“ soll sich nun endlich weiterentwickeln. Mehr als 3.500 Wohnungen werden auf der Insel in einem Gemeinschaftsprojekt mit einem privaten Bauherrn entstehen – 1.300 davon wird die Gewobag später übernehmen.

Senatorin lobt Gewobag

Auch Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, ist am Dienstag anlässlich des Jubiläums zur Vorstellung der Projekte erschienen. Sie gab einen historischen Überblick und lobte vermehrt wie gut das Unternehmen die Berliner Mischung hinbekommen würde. Seit 100 Jahren sei das erste Ziel des Unternehmens, bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen zu schaffen.

Gute Nachrichten vermeldete sie über das „Gartenfeld“-Projekt, dass lange Zeit still stand. Auf der früher von Industriebetrieben genutzten Insel sollen tausende neue Wohnungen entstehen. Damit die zukünftigen Bewohner die Insel verlassen und anreisen können, und nicht im Stau verweilen, muss eine neue Brücke gebaut werden. Für eine bessere Nahverkehrsanbindung wird zudem die Siemensbahn bis 2030 reaktiviert.

Highlights für 2019

Anlässlich des Jubiläums plant die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft verschiedene Veranstaltung über das Jahr verteilt.

Ab Juli 2019 geht es los mit Stadtteilführungen, die die Atmosphäre der unterschiedlichen Kieze einfangen und Teilnehmer versteckte Orte zeigt. Geführt wird durch sechs Berliner Kieze. Teil der Touren ist der „Comedy-Bus“, mit dem Comedian Ades Zabel, durch seinen alten Heimatskiez Haselhorst führt.

Weiterhin sollen neue Projekte zwischen Gewobag und dem Mitmachmuseum entstehen. Eine Zusammenarbeit mit dem Extavium zeigte wie erfolgreich diese Projekte Kinder und Jugendliche spielerisch an sonst eher unbeliebte Themenfelder heranführte. Besonders wichtig ist es der Gewobag, die nächsten Generationen schon im frühen Alter auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz aufmerksam zu machen sowie ein Interesse für Naturwissenschaften zu wecken.

Vom 13.-15. September präsentiert die kommunale Wohnungsbaugesellschaft zudem das künstlerische Freiluftfestival UCA Biennale (Urban Contemporary Art), als größter Vermieter. Dafür wandeln verschiedene Künstler einen 200 Meter langen Straßenabschnitt in einen Kunst-Parcours um. Besucherinnen und Besucher können auf vielfältige Plastiken, interaktive Installationen und Live- Performances gespannt sein.

Zudem wird es ab dem 14. Mai neben Twitter und YouTube nun auch einen offiziellen Facebook- und Instagram-Account geben. Dort werden dann über alle spannenden und wichtigen Informationen des Unternehmens informiert.

Gewobag wird Sponsor des Vereins Wasserfreunde Spandau 04

Anlässlich des Jubiläums hat sich das Unternehmen noch etwas Besonderes einfallen lassen – es wird Hauptsponsor der Wasserfreunde Spandau 04. Ziel sei es vor allem soziale Projekte wie das Kitaschwimmen und Schwimmkurse für Flüchtlingskinder zu unterstützen, so Terboven. Dazu war auch Hagen Stamm, Präsident der Wasserfreunde Spandau 04 am Dienstag geladen. Er sprach über den Vereinsgeschichte des 1904 gerundeten Sportvereins und bedankte sich für die Unterstützung der Gewobag: „Danke für das Engagement – wir werden ein guter Partner sein.“ (lb)

 

Großprojekt Prenzlauer Berg: Vorstellung 1.200 virtueller Wohnungen

Eine Ausstellung in der Kulturmarkthalle an der Hanns-Eisler-Straße zeigt das Zukunftsmodell der Michelangelostraße in Berlin-Prenzlauer Berg. 1.200 neue Wohnungen sollen bis 2030 Prenzlauer Berg bereichern. In der digitalen Welt können sich die Bewohner bereits heute detaillierte Entwürfe anschauen und ein Gefühl dafür entwickeln, wie das Ergebnis aussehen könnte. Durchgeführt wird das Bauvorhaben als Beteiligungsverfahren zwischen Anwohnern, Bezirksamt und Senat.

Viele Anwohner sowie der Verein für Lebensqualität an der Michelangelostraße e.V. stehen der Planung kritisch gegenüber und bringen sich deshalb aktiv in den Prozess ein.

Zukunftssimulator als Highlight der Ausstellung

Die Ausstellung informiert die Einwohner über das geplante Stadtquartier und zeigt, wie die  Michelangelostraße im Jahre 2030 aussehen könnte. Geplant ist ein komplett neues Quartier mit vielen neuen Wohnungen, die virtuell bereits fertiggestellt wurden. Teil der Ausstellung ist der Zukunftssimulator, mit dessen Hilfe Interessierte die geplanten Wohnungen schon jetzt aus allen Blickwinkeln und zu jeder Jahreszeit betrachten können. Es gibt insgesamt drei sogenannte Prinzipienentwürfe, mit Modellen aus Bauwürfeln und Tafeln. Dazu bekommen die Besucher und Anwohner genaue Erklärungen und Informationen zum bisherigen Verfahren.

Kritik richtet sich gegen zu wenige Parkplätze und neue Straßenbahntrasse

Laut Klaus Risken, Leiter des Pankower Stadtentwicklungsamts, habe es ein Verfahren in dieser Form in Berlin noch nicht gegeben. Die Anwohner sollen durch die Ausstellung „ein Gespür dafür bekommen, wie das Ergebnis wirken wird“, auch wenn der virtuelle Entwurf noch lange nicht endgültig ist.

Auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung äußert positiv sich zum Beteiligungsverfahren. „Es mag zwar länger dauern, aber die Akzeptanz für das Projekt wird steigen. Dem Projekt ist nicht geholfen, wenn wir das Vorhaben gegen den Widerstand der Bevölkerung vorantreiben“, sagt die Leiterin der Wohnungsbauleitstelle, Grit Schade.

Trotz der umfangreichen Bürgerbeteiligung, sind viele Berlinerinnen und Berliner noch immer unzufrieden. Bei den regelmäßigen Treffen bezüglich des Bauvorhabens wurden beispielweise wegfallende Parkplätze und die Platzierung einer neuen Straßenbahntrasse kritisiert.

Der Verein für Lebensqualität an der Michelangelostraße e.V. fordert eine Idee wie die „erhebliche Reduzierung von Freiflächen“ ausgeglichen werden kann. Auch eine Lösung für das Pkw-Stellplatzproblem müsse her. Um die Einwohner auf ihre Sicht des Beteiligungsverfahrens aufmerksam zu machen, hat der Verein seine Argumente auf Schautafeln festgehalten. Am Donnerstag, den 9. Mai ab 18 Uhr findet eine Podiumsdiskussion statt, die die Haltung der Siedlung nochmals verdeutlichen wird. (tf)

Bis zum 12. Mai können sich Interessenten die Ausstellung in der Kulturmarkthalle an der Hanns-Eisler-Straße 93 noch anschauen.

Kreative Ideen für die Stadt von morgen im B-Part entwickeln: Bewerbungsstart für sechs Coworking-Stipendien im Urban Ideation Lab

Visionen gesucht: Das Urban Ideation Lab im B-Part Am Gleisdreieck vergibt geförderte Plätze für Forschung am Stadtquartier der Zukunft. Sechs Kreative, die an Konzepten für die Stadt von morgen arbeiten, können mit dem Stipendium Teil des Urban Ideation Lab-Netzwerkes werden. Diesen Fellows in Residence steht für ein halbes Jahr die Coworking-Infrastruktur von B-Part Am Gleisdreieck kostenlos zur Verfügung. Die Bewerbungsphase hat begonnen und endet am 2. Juni 2019.

Vorbote für die Urbane Mitte Am Gleisdreieck

B-Part Am Gleisdreieck ist ein Gemeinschaftsprojekt des Investors und Immobilienentwicklers COPRO und den Berliner Coworking-Pionieren vom St. Oberholz. Der 1.000 Quadratmeter große zweistöckige Holzbau wurde speziell für diese Nutzung entworfen und neu errichtet. Er steht auf einer Brachfläche am Gleisdreieck auf der das neue Stadtquartier Urbane Mitte Am Gleisdreieck entstehen wird. B-Part als Vorbote der Urbanen Mitte Am Gleisdreieck schafft im Zentrum Berlins einen Raum für neue Ideen. Es steht fest, dass Städte sich stets weiterentwickeln. Das Urban Ideation Lab sucht Fellows in Residence, die diesen Wandel mitgestalten wollen.

Das Urban Ideation Lab sucht Zukunftsgestalter aller Branchen

Der Standort wirft damit zahlreiche Fragen auf. Im Urban Ideation Lab finden sie einen idealen Raum für ihre Bearbeitung. Wie modellieren wir den Verkehr, wie mobilisieren wir nachhaltige Konzepte, wie arbeiten wir morgen? Es geht um die Suche nach Ansätzen für eine Zukunft in lebenswerten Städten mit sinnvollen Tätigkeiten – nicht nur für eine globale Kreativ-Elite, sondern für alle. Die Fellows des Urban Ideation Labs sind Zukunftsgestalter und können aus allen Bereichen kommen. Für sechs Monate dürfen sie kostenlos die Räumlichkeiten und das Netzwerk des B-Part Am Gleisdreieck nutzen. Im Gegenzug stellen die Stipendiaten ihre Entwicklung für Portraits, Arbeitsergebnisse, Insights oder Studien zur Verfügung.

Sechs Monate Fellow in Residence im B-Part – Zukunftsnetzwerk für immer

Das Urban Ideation Lab ist räumlich in das B-Part Coworking-Space integriert. Ein Verwischen der Grenzen und ein Vermischen der Akteure zählen ausdrücklich zum Konzept. Im Fokus des Urban Ideation Lab stehen die Kernthemen des Stadtquartiers der Zukunft – der künftigen Urbanen Mitte Am Gleisdreieck: Arbeiten und Mobilität der Zukunft, Sport & Gesundheit, Kunst & Kultur sowie Verantwortungsbewusstsein.

Berücksichtigt werden alle Bewerbungen, die bis zum 02. Juni eingehen, die Auswahl erfolgt durch die Jury des Urban Ideation Lab, die sich bis Mitte Juni entscheiden wird. Das Konzept des Urban Ideation Lab ist langfristig angelegt, die Stipendiaten werden auch nach ihrem Fellowship und über das räumlich Bestehen von B-Part hinaus Teil des Zukunftsnetzwerk für das ideale Stadtquartier sein. (mw)

Wie funktioniert eine Bewerbung als Fellow in Residence?

Bewerben können sich alle, die sich mit Ideen beschäftigen wollen, wie in Zukunft in der Stadt gelebt werden könnte. Zur Bewerbung gehören ein Lebenslauf und jeweils eine Seite Motivationsschreiben und eine Darstellung des geplanten Vorhabens.

Bewerbungsschluss: 02. Juni 2019

Kontakt und Bewerbung: lab@bpart.berlin

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden bis Mitte Juni feststehen.

Berliner Mobilitätsgesetz: Hohe Investitionen für barrierefreie, sichere und klimafreundliche Mobilität

Großstädte wie Stockholm und London haben zur Erhaltung ihrer Lebensqualität bereits eine City-Maut eingeführt. In dem skandinavischen Land beschwert sich kaum einer der wohlhabenden Einwohner über die Stausteuer und in London fahren die meisten ohnehin lieber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ob sich so eine drastische Maßnahme auch in Berlin problemlos umsetzen ließe, ist unklar. Um eine ganzheitliche Verbesserung des Verkehrssystems zu erreichen, zielt das Berliner Mobilitätsgesetz auf eine nachhaltige Verkehrswende ab.

„Wenn die Zahl der Autos weiter wächst, steuert Berlin in eine Sackgasse“

Die Idee einer autogerechten Stadt hat Berlin enorm geprägt und verändert. So wurden Straßenbahnsysteme abgeschafft und die Zahl der Radfahrer nahm ab. Die Folge: Einwohner können sich heute kaum vor lärmenden Autobahnen retten. Trotzdem scheint der Platz auf Berlins Straßen für die vielen Autos immer noch nicht auszureichen und der Druck auf das Berliner Verkehrssystem steigt stetig.

Nicht nur, dass die Zahl der Autounfälle angestiegen ist, auch der hohe Kohlendioxid-Ausstoß schadet unserer Gesundheit und dem Klima. Harald Moritz, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen warnt vor einer Sackgasse, auf die Berlin zusteuert. Erst in den letzten Jahren kam vermehrt das Bewusstsein dafür, dass die Anzahl an Autos zu hoch ist und unsere Lebensqualität negativ beeinflusst. London und Stockholm haben es geschafft ihre Lebensqualität durch die Einführung einer City-Maut zu erhalten, betont Moritz. Kopenhagen hingegen setze verstärkt auf die Förderung des Radverkehrs.

Barrierefreiheit, Verkehrssicherheit und Klimaschutz

Durch das gestiegene Umweltbewusstsein der Berlinerinnen und Berliner in den letzten Jahren wuchs die Zahl der Radfahrer erneut und auch der Nahverkehr ist für viele Einwohner attraktiver geworden. Trotzdem müssen laut Moritz härtere Maßnahmen ergriffen werden, sonst drohe ein Verkehrskollaps.

Gemeinsam mit den Einwohnern der Hauptstadt, möchte die rot-rot-grüne Koalition mithilfe des Mobilitätsgesetzes und einer nachhaltigen Ausrichtung an einer Verkehrswende arbeiten. Darin enthalten ist zum Beispiel ein Ausbauprogramm für den Radverkehr und die Verbesserung der Verkehrssicherheit. Im Fokus stehen der Klimaschutz, Barrierefreiheit und der Vorrang von umweltschonenden Transportmitteln. Rund 28 Millionen Euro sollen in die Infrastruktur, sowie in neue Busse und Bahnen investiert werden, um mehr Platz auf den Straßen zu schaffen und gleichzeitig die Mobilitätsbedürfnisse zu befriedigen. (tf)

 

Neuer Schub für Spandau

Im Gespräch mit Frank Bewig, Bezirksstadtrat für Bauen, Planung und Gesundheit in Spandau

Spandau wird oft belächelt und nicht selten unterschätzt. Dabei ist der Bezirk einer der bedeutendsten Industriestandorte der Hauptstadt und schafft mit 20.000 Wohneinheiten erheblich Abhilfe in Sachen Wohnungsnot. Die BERLINboxx sprach mit Spandaus Baustadtrat Frank Bewig über Chancen und Herausforderungen von Berlins westlichstem Bezirk.

Eine der drängendsten Fragen in Berlin ist die Wohnungssituation. Wie sieht es damit in Spandau aus?

Auch in Spandau wird der Wohnraum knapp. Der Leerstand, der noch vor sechs Jahren vorhanden war, ist inzwischen nicht mehr da. Die Mieten im Bezirk ziehen in einigen Bereichen auch aufgrund der gestiegenen Nachfrage an. Als Reaktion darauf ist der Bezirk Spandau aktuell dabei, kurz- bis mittelfristig Baurecht für rund 20.000 Wohneinheiten insbesondere in den Ortsteilen Siemensstadt, Haselhorst und Hakenfelde zu schaffen. Damit leistet Spandau einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Wohnraumnachfrage von Berlin insgesamt. Ein großer Anteil an den aktuell zu entwickelnden Flächen wird den öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften zugutekommen, die bezahlbaren Wohnraum in erheblichem Umfang schaffen werden.

Was machen Sie in Spandau im Vergleich zu anderen Bezirken anders?

Die Herausforderungen aber auch Problemlagen stellen sich in einem Außenbezirk wie Spandau ganz anders dar als in Innenstadtlagen. Die Summe aus Gentrifizierung, den Herausforderungen einer zukunftsweisenden Verkehrsanbindung durch öffentlichen Personennahverkehr, vorhandene Flächenpotenziale, der Strukturwandel und die Eigenschaften eines Industriebezirks unterscheiden unseren Bezirk von anderen in Berlin ganz wesentlich. Insofern müssen wir teilweise ganz andere Antworten als andere Bezirke finden. Dabei kommt es uns darauf an, einerseits bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, gleichzeitig aber nicht die Sünden vergangener Zeiten zu wiederholen.

Spandaus sozialstrukturelle Situation hat sich in den letzten Jahren permanent verschärft. Insofern ist es mein Ziel, die vielen Neubauvorhaben zu nutzen, um auch Angebote für Menschen mit mittleren Einkommen zu schaffen.

Was bedeutet die Ansiedlung des Siemens Innovations-Campus für den Bezirk? Wie wird die Ansiedlung Spandau verändern?

Spandau wird durch den Siemens Innovations-Campus einen Schub erleben. Es werden neben rund 200.000 Quadratmeter Wohnfläche, Kitas und Grünflächen mit Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, auch Flächen für Wissenschaft, Forschung, Innovation und Start-ups entstehen. Wir werden dort kein abgeschottetes Industrieareal mehr haben, wie es aktuell an der Nonnendammallee der Fall ist. Vielmehr wird ein neues durchmischtes Quartier entstehen, das attraktiv für junge Menschen sein wird, die vor Ort durch die angesiedelten Start-up-Unternehmen auch ideale Bedingungen für ihren beruflichen Werdegang vorfinden werden. Insgesamt wird der Campus auch das Image Spandaus positiv verändern.

Was sind die größten Herausforderungen für Sie als Baustadtrat in Spandau?

Als Stadtrat ist es neben dem Tagesgeschäft auch meine Aufgabe, den öffentlichen Dienst schlagfertig aufzustellen. Nach Jahren des Sparens und des Stellenabbaus setze ich mich dafür ein, dass meine Ämter mittel- und langfristig personell besser ausgestattet werden und die Fachbereiche entsprechend so aufgestellt sind, dass sie auch tatsächlich das leisten können, was vor dem Hintergrund der wachsenden und sich weiter entwickelnden Stadt von ihnen erwartet wird.

Ebenfalls zu nennen ist hier die zukünftige Bewältigung des stets wachsenden Pendlerverkehrs aus dem Umland. Ich hoffe sehr, dass meine Hinweise an die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr tatsächlich Berücksichtigung finden und mittel- bis langfristig auch umgesetzt werden.

Und nicht zuletzt liegt mir natürlich eine Verbesserung der sozialen Situation der Menschen in unserem Bezirk am Herzen. Durch weitere Durchmischung der Kieze und Quartiere will ich helfen, aus Spandau einen lebenswerteren Bezirk zu machen. (cr)

Kein Stadion für Hertha: Stadionneubau endgültig abgelehnt

Optimistisch, fast schon siegessicher schmiedet Hertha BSC weiterhin Pläne für ein neues Stadion. Der Verein hält entschlossen an dem Vorhaben fest, bereits 2025 in einer eigenen Arena zu spielen. Doch ganz so einfach ist das nicht.

Was ist schief gegangen?

Zur Realisierung eines Stadionneubaus hätten im Olympiapark 24 Wohnungen einer Genossenschaftssiedlung abgerissen werden müssen. Die verantwortliche Baugenossenschaft 1892 ist dazu jedoch nicht bereit und erteilt Hertha eine klare Abfuhr. Der Neubau eines Stadions auf dem Olympiagelände scheint damit erledigt zu sein – jedenfalls solange es keinen Ort für alternativen Wohnraum gibt. Vor allem die mangelnde Planung und Kooperationsbereitschaft mit den Abgeordneten ist ein Grund dafür, dass der Verein keine Zustimmung bekam. Die Verantwortlichen von Hertha fühlen sich ungerecht behandelt. Es wurden laut Verein mehrere Alternativen für mögliche Standorte für Wohnungen vorgeschlagen, beispielweise für die nahegelegenen Baumann’schen Wiesen. Auch den Vorwurf, man hätte die Anwohner und den Bezirk nicht ausreichend über das Vorhaben informiert, können die Verantwortlichen nicht nachvollziehen.

Hertha bleibt zuversichtlich

Hertha lässt sich nicht unterkriegen und hält an dem Wunsch eines eigenen Stadions fest. Laut Verein rührt die Entscheidung der Baugenossenschaft „in keiner Weise an unseren Plänen, ab 2025 in einer eigenen Fußballarena zu spielen.“ Sie sehen das Vorhaben des Neubaus als große Chance einer neuen Veranstaltungsstätte. Laut Klaus Teichert, dem Stadion-Manager des Vereins, gibt es auf dem großen Gelände um das Olympiastadion herum mehrere Möglichkeiten eine Arena zubauen. Dort wäre der Vorteil, dass keine Wohnhäuser weichen müssten. Doch gäbe es dann Probleme bezüglich des Denkmalschutzes. Der Verein steht nun vor der Entscheidung, den Mietvertrag für das Olympiastadion zu verlängern oder eine Alternative zu suchen. Außerhalb des Stadions kommen bislang drei mögliche Standorte in Frage: Tegel, Buchholz Nord und Lichterfelde. Weiterhin hofft Hertha darauf, die Baugenossenschaft noch zum Einlenken zu bewegen. (tf)

Veranstaltungen

Bautec 2020

Die Bautec ist eine der bedeutendsten Baufachmessen Deutschlands. Führende Aussteller aus der Baustoff- und Bausystembranche stellen ihre Produkte vor.

Etwa 500 Aussteller aus 17 Ländern stellen bei der Bautec Produkte und Dienstleistungen vom Neubau bis zur Altbausanierung vor. Rund 35.000 Fachbesucher und am Bauen und Modernisieren interessierte private Investoren aus ihrem nationalen und internationalen Einzugsgebiet werden auf dem Messegelände Berlin erwartet.

Zukunft Bau: Wissenschaft für Planung und Praxis

Das Innovationsprogramm Zukunft Bau setzt in Architektur und Ingenieurwesen Impulse für den Klimaschutz, die Energie- und Ressourceneffizienz, das klimagerechte und bezahlbare Bauen sowie für den Umgang mit dem demografischen Wandel. Die Ausstellung im CLB präsentiert einen Ausschnitt aus den vielfältigen Ergebnissen und Ideen, die mit der Zukunft Bau Forschungsförderung entstanden sind. Zukunft Bau ist eine Programm des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.