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IBB Wohnungsmarktbericht 2019: Wie wohnt Berlin?

Die Bevölkerung Berlins wächst nach wie vor, auch wenn sich die die drastischen Zuwächse der vergangenen Jahre etwas abgeflacht haben. 2018 lebten in der Hauptstadt 3.644.826 Menschen. Das ist der höchste Wert seit dem Zweiten Weltkrieg und ein Plus von 31.331 Menschen von 2017 auf 2018. So eines der Ergebnisse des aktuellen Wohnungsmarktberichts, der durch Bausenatorin Katrin Lompscher und IBB-Vorstand Dr. Jürgen Allerkamp vorgestellt wurde.

Berlin wächst kontinuierlich

Die steigende Bevölkerungszahl prägt demnach weiterhin die Lage am Berliner Wohnungsmarkt. Während das knappe Angebot an preisgünstigem Wohnraum vor wenigen Jahren noch ein Problem der Innenstadt darstellte, erstreckt es sich seit 2018 über das gesamte Stadtgebiet und teilweise auch über die Stadtgrenzen hinaus in das Berliner Umland. Dort wuchs die Bevölkerung von 2014 bis 2018 um 5,5 % und überstieg damit das Wachstum der Bundeshauptstadt (5,0 %).

Berlin reagiert auf den Nachfrageüberhang mit Wohnungsbau in steigenden Anzahlen. Die Baustatistik verzeichnete 2018 mit 16.706 fertiggestellten Wohnungen erneut einen Höchstwert innerhalb der letzten 20 Jahre (2017: 15.669, +6,6%). Betrachtet man die Bautätigkeit des Umlandes mit, wurden 2018 in der Hauptstadtregion 24.078 Wohnungen fertiggestellt. Doch das ist nicht genug, wie Dr. Jürgen Allerkamp festhält: „Obwohl sich die Bauintensität auf einem Rekordniveau befindet, fehlen weiterhin rund 145.000 Wohnungen in der Stadt, die durch weiteren Wohnungsbau entstehen müssen.“

Wir sprachen mit der Bausenatorin über Stadtentwicklung und Wohnungsbau in Berlin.

Bausenatorin Katrin Lompscher | Foto: Thomas Hedrich, Fotostudio Charlottenburg

Steigende Mieten sind die Folge

Die Folge sind weiterhin steigende Mieten und Kaufpreise. Eine zentrale Erkenntnis des Berichts ist, dass knapp 40 Prozent der Haushalte mehr als 30 Prozent ihres jeweiligen Nettoeinkommens für ihre Bruttokaltmiete aufwenden. Die besorgniserregende Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt sich hier überdeutlich, denn besonders hoch ist die Belastung für Haushalte, die ab 2015 ihre Wohnung bezogen haben. „Damit Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen durch diese Entwicklung nicht aus ihren Kiezen verdrängt werden, hat Berlin unter anderem den Milieuschutz stark ausgebaut und das Gesetz zur Einführung eines Mietendeckels beschlossen“, so Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen. „Dieses verbietet überhöhte Mieten und verschafft den Mieterinnen und Mietern in unserer Stadt eine Atempause. Der IBB Wohnungsmarktbericht 2019 zeigt uns damit erneut, wie notwendig die wohnungspolitischen Maßnahmen des Senats für alle Berlinerinnen und Berliner sind.“

2019 leichte Stagnation der Angebotsmieten 

Immerhin stagnieren die Angebotsmieten 2019 erstmalig. Berlinweit wurde eine mittlere Angebotsmiete von 10,45 EUR/m² aufgerufen, was einem Anstieg von lediglich 0,13 EUR/m² bzw. 1,3 % gegenüber dem Vorjahr entsprach. Jede zehnte Wohnung wurde für unter 7,00 EUR/m² (nettokalt) angeboten, was einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr gleichkam (2018: 9 %). Nahezu flächendeckend lagen die mittleren Angebotsmieten in der Innenstadt bei 12,00 EUR/m² und mehr. Im Gegensatz zu den Angebotsmieten verzeichneten sowohl die angebotenen Kaufpreise für Eigentumswohnungen als auch für Ein- und Zweifamilienhäuser weiterhin einen dynamischen Anstieg. Im Mittel wurden Eigentumswohnungen für 4.777 EUR/m² angeboten (2018: 4.200 EUR/m²). Die Verwirklichung eines Eigenheimes kostete 2019 im Durchschnitt 549.990 EUR (2018: 498.600 EUR). Erstmals gab es dabei keinen Unterschied mehr zwischen den angebotenen Kaufpreisen für Bestands- und Neubauobjekte.

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin | Foto: IBB

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin | Foto: IBB

„Berlin braucht weiter zusätzliche Wohnungen“, sagte Dr. Jürgen Allerkamp. „Diese müssen bedarfsgerecht und bezahlbar sein. Wir tun alles dafür, hier Voraussetzungen zu schaffen, um unter schwieriger werdenden Bedingungen Anreize zu setzen, damit unterschiedlichste Investoren hier ihren Beitrag leisten können. Das scheint angesichts der Corona-Epidemie etwas in den Hintergrund gerückt zu sein. Dennoch bleibt es eine zentrale Aufgabe für unsere Stadt, gerade wenn die Corona-Krise überstanden sein wird.“

Miet- und Singlehaushalte überwiegen im Wohnungsmarkt

Berlin ist nach wie vor eine Mieterstadt: Rund 83 Prozent der Menschen leben in der Hauptstadt zur Miete, mehr als die Hälfte der Menschen leben in Einzelhaushalte, gefolgt wird die Gruppe von Zweipersonenhaushalten, meist Alleinerziehende oder kinderlose Paare. Tatsächlich gibt gerade die erste Fraktion im Schnitt am meisten Gehalt für seine Miete aus: Etwa jeder zehnte Singlehaushalt zahlt 50 Prozent seines Bruttoeinkommens an seinen Vermieter.

Corona und Mietendeckel: Prognosen für 2020 sind unklar

Der Blick in die Zukunft ist derzeit ungewiss. Sicher ist bisher nur, dass die derzeitige Corona-Krise einen enormen Einfluss auf den Wohnungsmarkt der nächsten Zeit haben wird. Lompscher betonte jedoch, dass die Auswirkungen der Pandemie zurzeit noch nicht vorhersehbar sind und sie sich daher mit Spekulationen zurückhalten wolle. „Die Corona-Krise wird sicher eine Delle in der allgemeinen Entwicklung zur Folge haben. Wie stark diese Delle im Jahresschnitt dann tatsächlich ausfallen wird, das ist im Moment noch vollkommen unklar“, so die Senatorin. Auch der Einfluss des seit Februar 2020 gültigen Mietendeckels ist noch nicht abzusehen, dazu ist aktuell schlicht die Datenlage noch nicht ausreichend. Wird der gebeutelte Berliner Wohnungsmarkt durch die Corona-Pandemie weiter in die Krise stürzen? Fortsetzung folgt…(aak)

Immobilienprofi Lars Schriewer ist neuer Alleinvorstand von Accentro

Führungswechsel bei einem der marktführenden Wohnungsprivatisierer Deutschland: Accentro Real Estate wird künftig nicht mehr von Jacopo Mingazzini geführt. Der bisherige Alleinvorstand verlässt das in der Hauptstadt beheimatete Unternehmen, da er sich anderen Aufgaben zuwenden wolle. Nach einer cooling-off-Periode soll Mingazzini in zwei Jahren in den Aufsichtsrat gewählt werden. Mingazzini war acht Jahre, seit März 2012, das einzige Vorstandsmitglied der Gesellschaft.

Immobilienprofi Lars Schriewer ist zukünftiger Alleinvorstand

Neuer Alleinvorstand wird Lars Schriewer. Der erfahrene Real Estate- und Kommunikationsprofi ist Gesellschafter der Anden Beteiligungs GmbH und war vorher unter anderem bei der Schweizer SSN Group als Vice President Communications & Investor Relations sowie bei den Wohnungsgesellschaften Vivacon (Direktor Kommunikation) und Westgrund beschäftigt. Die SSN Group entwickelte in der Hauptstadt das Quartier Bundesallee, zukünftiger Sitz der Berliner Volksbank, das Franklin-Haus in Charlottenburg und THE WILHELM in Berlin-Mitte. 2019 wurde das Unternehmen durch die Consus AG übernommen.

Bundesweiter Marktführer in der Wohnungsprivatisierung

Die ACCENTRO Real Estate AG ist marktführend in der Wohnungsprivatisierung in Deutschland. Neben dem Heimatmarkt Berlin konzentriert sich das Unternehmen auf aussichtsreiche Metropolregionen wie Hamburg, Rhein-Ruhr, das Rhein-Main-Gebiet, Leipzig. Erst kürzlich baute der Immobilienkonzern  sein Engagement in Berlin aus und erwarb 115 Wohneinheiten mit einer nicht näher bezifferten Gesamtfläche für einen Preis von 23,9 Millionen Euro. Zuvor wurden in weiteren Transaktionen in der Hauptstadtregion 113 Einheiten für insgesamt 16,35 Millionen Euro beurkundet. Darüber hinaus wird das Portfolio im Laufe der ersten Jahreshälfte 2020 um weitere Objekte im Wert von 7 Millionen Euro in Köln, Bonn und Krefeld ergänzt.

Im Geschäftsbereich Privatisierung verkauft ACCENTRO Wohnungen aus dem eigenen Bestand an Eigennutzer und Kapitalanleger oder – zusammengefasst als Portfolios – an institutionelle Investoren. Im Geschäftsbereich Services & Ventures vermarktet ACCENTRO Wohnungen für Investoren und Projektentwickler – auch im Rahmen von Beteiligungen an Joint Ventures. (red)

 

Susanne Tattersall ist Berliner Unternehmerin des Jahres 2019

Susanne Tattersall: Eine Ausnahmeunternehmerin, die als geschäftsführende Gesellschafterin der Motor und Taktgeber des eigentümergeführten Branchenprimus TATTERSALL·LORENZ ist, wurde nun als Berliner Unternehmerin des Jahres 2019 gewürdigt. Die Auszeichnung geht an Unternehmer, die nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche und soziale Verantwortung, Power und Kompetenz besitzen und sich in besonderer Weise um ihre Branche, aber auch die Gesellschaft allgemein, verdient gemacht haben.

Als eine der markantesten weiblichen Führungspersönlichkeiten der Immobilienwirtschaft gibt Susanne Tattersall ihrem Unternehmen ein Gesicht und ist auch als Impulsgeberin der Branche eine Größe. Mit großem Engagement in Branchenverbänden wie dem Spitzenverband der deutschen Immobilienwirtschaft, der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA), ist Susanne Tattersall in den Ausschüssen des Verbands engagiert und bereichert diese durch fundierte Marktkenntnis.

Denn überall wo in Deutschlands Metropolregionen Gebäude gemanagt werden, trifft man immer wieder auf Berliner Know-How.  TATTERSALL·LORENZ hat sich im Laufe seiner fast 25-jährigen Erfolgsgeschichte einen Namen als Property Manager im deutschen Immobilienmarkt erarbeitet. Das Unternehmen betreut und vermietet deutschlandweit Immobilien im Auftrag von bedeutenden nationalen und internationalen Kunden. Neben der Hauptniederlassung in Berlin betreibt TATTERSALL·LORENZ weitere Niederlassungen in Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Frankfurt am Main und Stuttgart. Was in Berlin geboren wurde, ist heute bundesweit ein Markenversprechen!

Dabei kann sich Susanne Tattersall auf eine erfahrene Geschäftsführung und Niederlassungsleiter stützen, die sich durch einen Blick für Immobilien und Details, eine hervorragende Vernetzung, umfassendes Know-how und eine tiefe Kenntnis des Marktes wie auch der jeweiligen Standorte auszeichnen.

Umfassende Erweiterungen des Portfolios

So konnte die erfolgreiche Mittelständlerin zuletzt die Geschäftstätigkeit weiter ausbauen. 2019 übernahm das Unternehmen Mandate der apo Bank und wird die Bankfilialen und Beratungsbüros sowie weitere Immobilien mit einer Gesamtfläche von 135.000 m2 zukünftig verwalten. Auch die Prognose für 2020 fällt für das mittelständische Unternehmen positiv aus. So wird TATTERSALL·LORENZ das betreute Portfolio um vier weitere Mandate in den Segmenten Residential, Office, Retail und Logistic erweitern.

Beteiligung der Berliner Volksbank

Inzwischen sind auch bedeutende Marktteilnehmer auf das prosperierende Unternehmen aufmerksam geworden. So konnte mit der Berliner Volksbank eine langjährige und fruchtbare Partnerschaft begründet werden. Die Volksbank hat sich mit 25 Prozent im Rahmen einer Kapitalerhöhung in das Unternehmen eingekauft, wodurch die Grundlage für die weitere Expansion von TATTERSALL·LORENZ geschaffen wurde. Dazu gehört die effiziente Digitalisierung von Arbeitsabläufen, vor allem aber auch die Eröffnung neuer Standorte. Für das aktuelle Jahr plant TATTERSALL·LORENZ die Präsenz in Süddeutschland deutlich auszubauen.

Nachhaltige und zukunftsfähige Unternehmensphilosophie

Im Fokus der Unternehmensaktivitäten liegen nachhaltige und umweltschonende Prozesse. Das Unternehmen ist nach ISO 14001 und ISO 9001 zertifiziert und implementiert damit umweltschonendes Verhalten in Unternehmensprozesse. So werden Energien und Rohstoffe effizient genutzt, umweltrelevante Risiken reduziert und das Qualitätsmanagementsystem gefördert, um Dienstleistungen bereitstellen zu können, welche Kundenerwartungen sowie behördliche Anforderungen erfüllen.

Susanne Tattersall: Einsatz für Frauen in Führung

Doch die erfolgreiche Geschäftsfrau Susanne Tattersall engagiert sich auch für gesellschaftliche Themen, die ihr persönlich am Herzen liegen. So unterstützt sie die Initiative „Frauen in Führung“, setzt sich ein für mehr Frauen an der Spitze der deutschen Immobilienwirtschaft und fordert einen kulturellen Wandel hin zu mehr Vielfalt und Chancengleichheit. „Frauen sind in Deutschlands Führungsetagen noch immer unterrepräsentiert“, so Susanne Tattersall. „Dabei leben wir im 21. Jahrhundert! Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung und sie sind genauso gut ausgebildet wie Männer. Bei TATTERSALL·LORENZ leben wir Chancengleichheit und Gleichberechtigung und das Unternehmen profitiert davon.“

Die Berliner Unternehmer des Jahres werden am 19.12.19 bekanntgegeben. (ak)

SPD greift in der Wohnungspolitik durch – Forderung nach einem bundesweiten Mietendeckel

Mit ihrem Bundesparteitag hat die SPD am vergangenen Wochenende einen Aufbruch „In die neue Zeit“ gewagt. Das neu gewählte Duo an der Parteispitze, Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, gab sich zuversichtlich und kündigte zahlreiche geplante Reformen wie die Erhöhung des Mindestlohns und die Abkehr von Hartz IV an.

Aber auch in der Wohnungspolitik scheint mit dem Führungswechsel nun ein neuer Wind zu wehen. Die SPD möchte eine Neubauoffensive starten und einen bundesweiten Mietendeckel durchsetzen. Dieser soll in Zukunft in Städten mit einer angespannten Wohnraumpolitik angewendet werden können.

Bezahlbares Wohnen in ganz Deutschland – „Dreiklang aus Bauen, Kaufen und Deckeln“

Begründet wird das Vorhaben im Forderungskatalog der Partei mit dem gestiegenen Wohnungsmangel an attraktiven Standorten bei gleichzeitigem Wohnungsleerstand in strukturschwachen Regionen. Nicht nur Berlin sei von exorbitanten Wuchermieten und fehlendem Wohnraum betroffen, sondern auch zahlreiche weitere Ballungsräume in Deutschland. Demnach sollen die Mieten in Städten mit einer angespannten Wohnraumpolitik nur noch im Rahmen der Inflationsrate steigen. Außerdem möchte die SPD durchsetzen, dass Mieter nicht mehr als 30 Prozent des Nettoeinkommens bezahlen müssen.

Generell könne die aktuelle wohnungspolitische Lage nur durch „einen Dreiklang aus Bauen, Kaufen und Deckeln“ gelöst werden. So fordert die Partei in ihrem Katalog auch ein 10-Jahres-Programm „Neues Soziales Wohnen“. In diesem Zuge soll umfassender in den Neubau investiert werden und der Bau von rund 1,5 Millionen neuen und bezahlbaren Wohnungen gefördert werden. Als weiteres zentrales Ziel hat sich die SPD vorgenommen, der Spekulation mit Wohnraum und Böden entgegenzuwirken. So sollen in Zukunft Eigentümer unter anderem dazu verpflichtet werden, ihre leerstehenden Wohnungen zu vermieten.

Grünes Licht von der Rosa-Luxemburg-Stiftung für Berlin

Während das CDU-geführte Innenministerium weiterhin davon ausgeht, dass der Berliner Mietendeckel eine juristische Mogelpackung ist, hat die Rosa-Luxemburg-Stiftung jetzt ein Rechtsgutachten veröffentlicht, in dem der Gesetzesentwurf für verfassungskonform erklärt wird. Die geplanten landesrechtlichen Maßnahmen seien zulässig, „vorausgesetzt ihr Ansatz sei mietverwaltungsrechtlich und diene der öffentlich-rechtlichen Regulierung. Damit seien beispielsweise ein Mietpreismoratorium, eine Mietpreisobergrenze und eine Möglichkeit der Mietpreisabsenkung statthaft.“ Das Vorhaben des Senats sei „weder vom Bundesrecht ausgeschlossen noch diesem gegenläufig. Der Landesgesetzgeber hat dementsprechend die Kompetenz, entsprechende Vorschriften einzuführen.“

Demonstrationen gegen den Mietendeckel

Während die SPD neue Pläne für den Mietendeckel schmiedet, gehen die Protestaktionen gegen das geplante Vorhaben der rot-rot-grünen Koalition weiter. Am Montagmorgen kam es in Berlin-Mitte zu Demonstrationen gegen den von Katrin Lompscher, Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, vorgelegten Gesetzesentwurf. Rund 1.500 Menschen aus der Bauwirtschaft und von Immobilienunternehmen positionierten sich mit ihren Fahrzeugen auf der Straße des 17. Junis. (sz)

 

Urban Ideation Lab – Präsentation der Zukunftsvisionen der aktuellen Fellows

Im Labor der Zukunft, dem Urban Ideation Lab im B-Part Am Gleisdreieck, werden regelmäßig innovative Visionen zur Mobilität, zukünftigem Arbeiten und der Digitalisierung diskutiert. Alle sechs Monate bekommen kreative Denker die Möglichkeit, ein halbes Jahr lang kostenfrei in den Räumen der Urbanen Mitte an ihren Ideen zu tüfteln, um die Hauptstadt auf die Zukunft vorzubereiten.

Am vergangenen Montag war es dann endlich soweit: Die sechs aktuellen Lab Fellows stellten ihre Visionen und Forschungsergebnisse im Rahmen einer Lab Präsentation interessierten Besuchern im urbanen Stadtquartier vor. Sie ließen die letzten kreativen Arbeitsmonate noch einmal Revue passieren und läuteten somit das Ende der ersten Fellowrunde im Urban Ideation Lab ein.

Kreative Ideen im modernsten Coworking Space Berlins

Präsentation im Urban Ideation lab

Die Lab Fellows bei der Präsentation ihrer Arbeitsfortschritte der vergangenen sechs Monate am vergangenen Montag. | Foto: BERLINboxx

Zunächst begrüßte Lab Managerin Amira Sahr die rund 20 anwesenden Teilnehmer. Im Anschluss präsentierten die diesjährigen Lab Fellows Franziska Sahr, RCKT, Tetrapix, Urban Participation Lab, NexTT und Circular Berlin ihre Fortschritte und Arbeitsergebnisse der vergangenen Monate. Abschließend standen sie Interessierten für angeregte Diskussionen und die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Alle Fellows waren sich einig: Das B-Part hat eine gute Energie. Es herrschte stets eine neugierige, offene, tolerante und kommunikative Stimmung.

Während der Vorstellung wurde die thematisch weite Fächerung der unterschiedlichen Projekte deutlich, die von Gesundheit und Sport, Kunst und Kultur bis hin zu Nachhaltigkeit alle erdenklichen Zukunftsthemen bereithielten. So stellte die Masterstudentin Franziska Sahr den aktuellen Stand ihrer Forschungsarbeit vor, die sich rund um Nutzungskonzepte und Coworking in modernen Stadtquartieren drehte. Weitere Lab Fellows wie das Team von nexTT um Nicolas Bourquin und Sven Ehmann teilten ihre Erfahrungen im Bereich data privacy, während das Trio Tetrapix von seinen Erfolgen bei der Förderung digitaler Bildung im Schulunterricht berichtete.

Frischer Wind im Urban Ideation Lab

Bereits seit dieser Woche können sich bereits drei neue Lab Fellows auf einen der begehrten Plätze in der Ideenwerkstadt bewerben. Bis zum 31. Dezember haben sie noch Zeit, das Team der Urbanen Mitte von ihrem Vorhaben zu überzeugen, das sich dieses Mal rund um die nachhaltige Gestaltung und Nutzung öffentlicher Räume und der Erforschung neuer urbaner öffentlicher Lebensräume drehen soll.

Aber nicht nur neue Gesichter werden das Urban Ideation Lab im nächsten Jahr bereichern. Auch die drei Lab Fellows NexTT, Circular Berlin und das Urban Participation Lab bleiben dem Zukunftsquartier erhalten und werden in einer neuen Runde zukunftsorientierte Städteprojekte in Angriff nehmen. (sz)

 

 

Das neue Mitarbeiterwohnen – Vorteile für Arbeitnehmer- und geber

Im Gespräch mit Dr. Peter Diedrich, Rechtsanwalt, Notar und Initiator des Pilotprojekts vom BVMW

Die Idee der Werkswohnung ist nicht neu – die geplante Umsetzung schon. Durch das Konzept des Genossenschaftbaus soll es auch für Mittelständler möglich und sogar rentabel werden, Mitarbeiterwohnungen anzubieten, verspricht Dr. Peter Diedrich. Er ist Initiator eines entsprechenden Pilotprojekts vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW). Drei konkrete Projekte sind in Berlin bereits in Planung – Ende 2020 sollen die ersten Mieter eine neue Mitarbeiterwohnung beziehen können.

Was unterscheidet das neue Mitarbeiterwohnen von den einstigen Werkswohnungen im Deutschland des 20. Jahrhunderts?

Der erste, wohl entscheidende Unterschied ist, dass die Unternehmen die Wohnungen nicht eigenverantwortlich bauen, sondern sich mit anderen Unternehmen zusammenschließen und die Bautätigkeit an eine Genossenschaft auslagern. Die Genossenschaft wiederum kauft die Baugrundstücke nicht an, sondern schließt mit der zuständigen Architektur & Stadtentwicklung Kommune einen Erbbaurechtsvertrag. Außerdem setzen wir auf serielles Bauen in Holz- und Hybridbauweise – quasi auf das Baukastenprinzip. Das erspart eine Menge Planungs- und Kostenaufwand und lässt trotzdem Raum für Individualität.

Wird sich die Standortfrage für Unternehmen künftig am Wohnungsangebot entscheiden?

Die Wohnungsfrage wird auch auf dem Arbeitsmarkt insbesondere in den Ballungsräumen angesichts des gravierenden Fachkräftemangels immer bedeutsamer. Darunter haben vor allem Branchen mit mittleren Einkommen zu leiden – unter anderem die Hotellerie und Gastwirtschaft, die Pflege und das Facility Management. Sind am Unternehmensstandort keine bezahlbaren Wohnungen mehr zu bekommen, haben viele Firmen schon jetzt massive Probleme, auch bei übertariflichem Lohn ausreichend Personal zu finden.

Im Projekt Havelschanze in Berlin Spandau sind im Übrigen noch Wohnungen zu vergeben, Unternehmen können sich jederzeit bei Interesse mit mir in Verbindung setzen.

Welche Vorteile bietet das Konzept Mitarbeiterwohnen konkret für die Unternehmen?

Zunächst ist da die Finanzierungsfrage. 80 Prozent der Geldmittel werden von der Genossenschaft durch Kredite und Fördermittel aufgebracht. Die Unternehmen bringen die restlichen 20 Prozent der Baukosten als Gesellschafterdarlehen in die Genossenschaft mit ein – bei einem Zinssatz von 2,5 Prozent p. a. eine lukrative Anlage. Da die Unternehmen nicht selbst als Eigentümer der Wohnungen auftreten, bleibt ihnen zudem der immense verwaltungstechnische Aufwand erspart.

Nicht zuletzt trifft das Modell Mitarbeiterwohnen den Nerv der Zeit. Unternehmen müssen als attraktive Arbeitgeber auftreten, um Fachkräfte für sich zu gewinnen und an sich zu binden. Eine garantierte Wohnung zusätzlich zum Arbeitsplatz ist ein enormer Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Arbeitgebern.

Worin bestehen derzeit die größten Hürden bei der Bereitstellung von Mitarbeiterwohnungen und sind die Pläne in Berlin auch politisch umsetzbar?

Die derzeit größte Schwierigkeit besteht in der Bereitstellung von Bauland verbunden mit der Bereitschaft der Kommunen, Bauland zu vergeben. In Berlin haben wir aber einen entscheidenden Vorteil gegenüber Mitbewerbern: Der rot-rot-grüne Senat vergibt sowieso nur Grundstücke, die zuvor den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften angeboten wurden – dann wird nicht verkauft, sondern nur noch verpachtet. Hinzu kommt, dass wir spekulative Elemente völlig heraushalten. Sie können mit einem Gesellschafterdarlehen – anders als bei anderen Investitionen – kein Belegungsrecht erwerben, das dann mit Gewinn weiterverkauft wird. Auch von Seiten der Senatsbauverwaltung hören wir deshalb viel Lob für unsere Projekte. (mt)

Groẞ-Berlin entsteht in der Kaiserzeit – räumlich, wirtschaftlich, sozial, aber (noch) nicht politisch

Von Harald Bodenschatz

Groß-Berlin entsteht erst in der Kaiserzeit

Harald Bodenschatz. | Foto: Cynthia Rühmekorf

„Berlin ist viele Städte“! Darauf sind die meisten Berliner stolz, nicht nur die Spandauer und Köpenicker. Die legendäre Vielfalt Berlins ist Ausdruck seiner besonderen Geschichte, Produkt einer Zeit, die nicht länger als etwa 150 Jahre zurückliegt.

In den 1860er Jahren begann eine stürmische Entwicklung, die Berlin aus einer bescheidenen preußischen Hauptstadt zu einer der größten Städte der Welt, zu einer „Weltstadt“ machte. Das, was wir heute unter Berlin verstehen, entstand erst in der Kaiserzeit. In diesen etwa 50 Jahren wurde die soziale und städtebauliche Geografie von Berlin geschaffen, die sich bis heute zwar weiter verändert hat, aber nicht mehr revolutioniert wurde. Das war eine Zeit ungezügelten Wachstums voller Härten, ohne Schutz der Mieter, mit vornehmen Villenvierteln im Südwesten und hoffnungslos überbelegten Wohnungen in den Arbeitervierteln im Norden und Südosten Berlins. Doch in kommunaler Hinsicht war das alles schon nicht mehr Berlin. Denn Berlin war damals noch klein, es hatte nur  wenig mehr als die Größe der heutigen Bezirke Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg. Das Wachstum vollzog sich vor allem um „Alt-Berlin“ herum, wo alte und neue Städte und Gemeinden, wie Rixdorf, Steglitz oder Weißensee, hinsichtlich ihrer Einwohnerzahl explodierten.

Titelblatt der Werbe-Broschüre „für
Gross-Berlin“ des Propaganda-ausschusses Groß-Berlin, 1912. Die Zeichnung links ist von Käthe Kollwitz. Der Propaganda-Ausschuss war eine wichtige zivilgesellschaftliche Initiative zur Überwindung der schädlichen Konkurrenz der vielen Gemeinden
des Großraums Berlin. | Foto: Sammlung Harald Bodenschatz

Das Wachstum Berlins in der Kaiserzeit vollzog sich in einer höchst komplexen Konkurrenz mächtiger Akteure, vor allem der verschiedenen Städte und Gemeinden der Großstadtregion, aber auch der verschiedenen privaten Verkehrsunternehmen, der einflussreichen Terraingesellschaften und der Großbanken, die hinter den Terraingesellschaften und den privaten Verkehrsunternehmen standen. Diese Akteure gingen ständig wechselnde Koalitionen ein. In diesem Chaos entstanden die heftig kritisierten „Mietkasernen“, aber auch manche Bauten und Viertel, die bis heute sehr beliebt sind, etwa das Rheinische Viertel und Frohnau. Eine interkommunale Planung gab es dagegen nicht, mit Ausnahme des zu Unrecht später so geschmähten Hobrecht-Plans aus dem Jahr 1862, der am Anfang der Entwicklung stand und vor allem die unmittelbar an „Alt-Berlin“ angrenzenden Gebiete betraf.

Bereits in der Kaiserzeit gab es mehrere Initiativen, ein Groß-Berlin zu schaffen. Um 1906 startete die Vereinigung Berliner Architekten zusammen mit dem Architektenverein zu Berlin einen neuen Versuch, der durch einen Wettbewerb Groß-Berlin (1908-1910) begleitet wurde. Dieser hatte u.a. die Bildung des Zweckverbands Groß-Berlin zur Folge, der am 1. April 1912 in Kraft trat. In diesem Verband wurden die Städte Berlin, Charlottenburg, Lichtenberg, Neukölln, Schöneberg, Spandau und Wilmersdorf mit den Landkreisen Teltow und Niederbarn im zusammengelegt. Seine Aufgaben betrafen die Zusammenführung des Verkehrs, das Bebauungsplanwesen und die Schaffung von Freiflächen. Die Verdienste des Verbandes lagen insbesondere in der Sicherung von Grünflächen, die im Dauerwald-Vertrag vom 27. März 1915 ihren spektakulären Ausdruck fanden.

IHK Branchenausschuss Bau- und Immobilienwirtschaft zu Gast im B-Part Am Gleisdreieck

Das B-Part am Gleisdreieck hat sich bereits fest als Labor für das Stadtquartier der Zukunft etabliert und lockt regelmäßig Kreative an, die im modernen Coworking-Space Ideen für die Stadt von morgen entwickeln. Interessierte sind nicht nur eingeladen, als Fellow Teil des Zukunftsnetzwerks zu werden, sondern können auch Kunstausstellungen, Workshops und Panels besuchen, um sich selbst ein Bild von dem nachhaltigen Experimentierstandort zu machen.

Auch der IHK Branchenausschuss Bau- und Immobilienwirtschaft zeigte Interesse an dem Projekt, das St. Oberholz gemeinsam mit der COPRO entwickelte. Am 28. November waren daher zahlreicher Ausschussmitglieder in den Räumlichkeiten des B-Part zu Gast, um über das Bauvorhaben Urbane Mitte Am Gleisdreieck zu diskutieren.

Diskussionsrunde des IHK zum Bauvorhaben Urbane Mitte Am Gleisdreieck

Begrüßt wurden die Ausschussmitglieder und Gäste am vergangenen Donnerstag von Herrn Rupert Reinhardt (Reinhardt Real Estate), Vorsitzender des Branchenausschusses Bau- und Immobilienwirtschaft der IHK Berlin. Im Anschluss folgte ein kurzer Erklärfilm, der das Bauvorhaben Urbane Mitte Am Gleisdreieck präsentierte. COPRO CEO Marc F. Kimmich hieß dann die Teilnehmerrunde im B-Part herzlich willkommen und ging inhaltlich stärker auf den Pionier der Urbanen Mitte – das B-Part Am Gleisdreieck – ein.

Eine Vielzahl der IHK Ausschussmitglieder zeigte reges Interesse an dem Bauvorhaben Urbane Mitte Am Gleisdreieck. In einer ausführlichen Frage-Antwortrunde mit Marc F. Kimmich konnten schließlich Fragen rund um den Bauprozess, Werkstattverfahren, subventionierte Flächen für Manufakturen und die Unterstützung des Berliner Senats erläutert werden.

Urban Ideation Lab als Stadtlabor der Zukunft

Bereits bei der Eröffnung des Zukunftslabors Ende März verkündete Kimmich die Vision des Projekts: „Mit B-Part haben wir unser Ziel, neben der Brauerei BRLO einen weiteren standortbereichernden Pionier auf dem Areal ins Leben zu rufen, erreicht. Dahinter steht die Leitidee der Inspiration durch Partizipation. Mit B-Part wollen wir einen positiven Beitrag für die Entwicklung für das Berlin von heute und morgen leisten.“

Der partizipative Charakter des B-Part offenbart sich dabei besonders im Urban Ideation Lab, dem Herzen des B-Part. Dort werden im sechsmonatigen Turnus Arbeitsplätze für kreative Denker vergeben, die das Coworking Space dann für diesen begrenzten Zeitraum nutzen können, um sich zentralen Themen wie der Mobilität, Digitalisierung und Arbeiten in der Zukunft zu widmen. Aktuell sind Franziska Sahr, RCKT, Tetrapix, Urban Participation Lab, NexTT und Circular Berlin die sechs kreativen Fellows im Urban Ideation Lab – und tüfteln gerade an einer besseren Zukunft. (red)

Vorweihnachtliches Highlight: ÜBERLIN Tower wird zum weltweit höchsten Adventskalender

Passend zur Vorweihnachtszeit wird der ÜBERLIN Tower im Bezirk Steglitz bis zum 24. Dezember in festlichem Glanz erstrahlen. Mit einer beachtlichen Höhe von 120 Metern ist der ehemalige Steglitzer Kreisel vermutlich der weltweit größte Adventskalender.

Bereits seit dem ersten Advent, der gleichzeitig der erste Dezember ist, können Interessierte die Beleuchtung des Towers bestaunen, die täglich um 16:30 Uhr beginnt. Bis Heiligabend werden dann nacheinander alle Zahlen vom Sockel bis zur Spitze aufleuchten.

Weihnachtliche Illumination in Steglitz

Nachdem Christoph Gröner, Vorstand CG Gruppe, erst kürzlich die Weihnachtsbeleuchtung am Kudamm durch eine großzügige Finanzspritze ermöglicht hat, folgt mit dem ÜBERLIN-Adventskalender nun das nächste vorweihnachtliche Highlight von Seiten des Unternehmens. „Die Vorweihnachtszeit ist die schönste Zeit des Jahres und hat immer einen ganz besonderen Zauber“, so Gröner. „Der ÜBERLIN Tower bietet sich geradezu an, um dort einen Adventskalender zu schaffen, den die Menschen schon von weitem sehen können. Ein vorweihnachtliches Glanzlicht im wahrsten Sinne des Wortes. Die Illumination des Turms ist spektakulär, soll eine vorweihnachtliche und besinnliche Stimmung erzeugen und die Vorfreude der Menschen auf das Weihnachtsfest steigern.“

Realisiert wird die weihnachtliche Beleuchtung durch Boehlke Beleuchtungstechnik, die auch die weltberühmte Illumination am Kurfürstendamm umsetzen. „Wir haben eine langjährige und umfassende Erfahrung, was Weihnachtsbeleuchtung in der Hauptstadt betrifft“, so Geschäftsführer Andreas Boehlke. „Doch die Illumination des ÜBERLIN Towers ist etwas ganz Besonderes. Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit der CG Gruppe hier den höchsten Adventskalender der Welt geschaffen haben.“

ÜBERLIN Tower bereichert Berliner Skyline

Im ÜBERLIN Tower sollen insgesamt 330 Eigentumswohnungen mit einer Größe von 30 bis zu 320 Quadratmetern entstehen. Außerdem umfasst das spektakuläre Gebäude 30 Etagen, von denen sich 27 im Wohnturm und drei im Sockelgeschoss befinden. In den zwei oberen Stockwerken sind luxuriöse Penthouse-Etagen geplant, die einen guten Ausblick über die deutsche Hauptstadt bieten.

Aktuell rüstet die CG Gruppe den Turm ein und plant eine umfassende Umwandlung des Gebäudes, um im Februar 2020 dann mit den Fassadenarbeiten beginnen zu können. Neben der modernen Fassade, die aus Glas, Stahl und Aluminium bestehen soll, werden zusätzlich zu den Panoramafenstern Balkone angebracht und mit transparenten Brüstungen versehen. Ende 2021 sollen die Eigentumswohnungen dann fertiggestellt. (red)

Update zu: BER-Eröffnungstermin – wann kommt der neue Flughafen?

Update: Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH hat heute verkündet, dass der Flughafen BER am 31. Oktober 2020 offiziell eröffnet. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke ist optimistisch und betonte heute in Potsdam: „Dieses Datum gibt allen Beteiligten Planungssicherheit. Der Countdown läuft. Ich habe großes Vertrauen in die Geschäftsführung, dass der BER in elf Monaten tatsächlich an den Start gehen wird. Sie wird alles tun, um eine sicheren, nachhaltigen und kundenfreundlichen Betrieb des BER ab Ende Oktober 2020 zu gewährleisten.“


Neben dem Mietendeckel ist wohl die Fertigstellung des Flughafens Berlin-Brandenburg aktuell das größte Sorgenkind der Hauptstadt. Trotz jahrelanger Planung und Bauarbeiten an der Flughafenbaustelle im brandenburgischen Schönefeld wurde der Eröffnungstermin immer wieder verschoben.

Am heutigen Freitag, 2 736 Tage seit der Nichteröffnung, will BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup nach der Aufsichtsratssitzung endlich verkünden, wann der Flughafen startklar für die Betriebsaufnahme ist. Trotz erneuter Komplikationen hielten die Verantwortlichen des Projekts bisher an dem anstrebten Fertigstellungstermin im Oktober 2020 fest – Skeptiker halten dieses Ziel für utopisch.

Bangen um den BER

Die Zitterpartie um den Flughafen geht weiter. Neun Jahre nach der geplanten Eröffnung wünscht sich am heutigen Freitag kein Berliner, dass die BER-Eröffnung – nun bereits zum siebten Mal – verschoben wird. Im November 2011 sollte der Flughafen Berlin-Brandenburg eigentlich eröffnet werden. Doch grobe Fehlkonstruktionen im Bau, falsch berechnete Rohre und weitere technische Schwierigkeiten verhinderten das Vorhaben immer wieder aufs Neue.

Mit BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup versucht nun schon der vierte im Bunde das Dauerprojekt BER fertigzustellen. Der Stadtplaner steht vor der großen Aufgabe, das scheinbar unbezwingbare und bereits sechs Milliarden teure Projekt in Schöneberg nicht erneut in den Sand zu setzen.

Produktionsfehler bei Stromschienen gefährdet den Eröffnungstermin

Nicht nur das jahrelange vergebliche Warten lässt an dem angestrebten Eröffnungstermin im Herbst nächsten Jahres zweifeln. Auch eine aktuelle Rückrufaktion von zentralen Baubestandteilen stellt eine zeitnahe Fertigstellung des BER in Frage. Wie die Morgenpost berichtete, liege laut Flughafen-Sprecher Daniel Tolksdorf ein Fabrikationsfehler bei einigen Stromschienen vor. Diese müssten nun zur Behebung wieder aus den Zwischendecken herausgenommen werden, da es sonst womöglich zu Kurzschlüssen gekommen wäre.

Zwischen Zuversicht und Ungläubigkeit

Rainer Bretschneider, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, zeigte sich trotzdem zuversichtlich. Mitte Oktober ließ er noch verlauten, „dass aus früheren Planungen gelernt wurde und die FBB gewillt ist, planerische Fehler nicht zu wiederholen.“

Kritiker sind jedoch weiterhin skeptisch, ob der Eröffnungstermin nicht doch wieder verschoben werden muss Es bleibt abzuwarten, was der BER-Chef heute zu verkünden hat – und ob vielleicht doch schon früher als gedacht das erste Flugzeug am „modernsten Flughafen Europas“ abheben wird. (sz)

 

Veranstaltungen

Bautec 2022

Die Bautec ist eine der bedeutendsten Baufachmessen Deutschlands. Führende Aussteller aus der Baustoff- und Bausystembranche stellen ihre Produkte vor.

Etwa 500 Aussteller aus 17 Ländern stellen bei der Bautec Produkte und Dienstleistungen vom Neubau bis zur Altbausanierung vor. Rund 35.000 Fachbesucher und am Bauen und Modernisieren interessierte private Investoren aus ihrem nationalen und internationalen Einzugsgebiet werden auf dem Messegelände Berlin erwartet.

4. Bau-Vergabetag

Die Vergabe von Bau-, Planungs- und Projektsteuerungsleistungen sind ein spannendes und komplexes Gebiet des öffentlichen Auftragswesens – nicht erst und nicht nur in Zeiten der Hochjunktur und somit knapper Ressourcen in diesen Bereichen.

Nachhaltiges Errichten von Neubauten oder Modernisierung im Bestand, Inklusion, die Förderung der Baukultur und Realisierung baulicher Innovationen, Infrastrukturmaßnahmen etc. – Öffentliches Planen und Bauen hat viele Facetten und ist ohne Frage von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Öffentliche Auftraggeber haben folglich viel zu beachten und in Vergabeverfahren optimal umzusetzen.

Für die anbietenden Unternehmen und Büros stellen öffentliche Aufträge nicht selten eine Chance dar – der Weg dorthin ist jedoch nicht selten eine Herausforderung. Es gilt Formalien in den Vergabeverfahren zu verstehen und zu beachten, sich aber auch über die Leistungen so zu verständigen, dass letztendlich das Optimum im Hinblick auf die zu erreichenden Ziele verwirklicht werden kann. Letztlich gilt, dass öffentliche Auftraggeber und Auftragnehmer über Vergabeverfahren in eine funktionierende vertragliche Partnerschaft finden.

Der mittlerweile 4. Bau-Vergabetag des DVNW bietet als Dialogveranstaltung vielen Themen ein angemessenes Forum – sowohl öffentliche Auftraggeber als auch Auftragnehmer profitieren von den Inhalten der Agenda, den Gesprächen und Diskussionen.

In aktuellen Vorträgen zur Entwicklung des Rechts und in praxisorientierten Workshops bietet die interdisziplinär ausgerichtete Fachtagung eine große Landkarte zur Beschaffung von Bau-, Planungs- und Projektsteuerungsleistungen an.

(Anmeldung erforderlich)

Häuserwelten & Energie

Neue Baugrundstücke finden, unterschiedliche Baustoffe kennen lernen und Hausanbieter, Finanzierer und Energiefirmen an einem Ort treffen – das ist die Messe Häuserwelten.

Die Messe ist die große Immobilienmesse in Berlin und Brandenburg. Als Bauinteressierte(r) informiert man sich auf der Immobilienmesse rund um alle wichtigen Fragen zu den Themen Hausbau, Energie und Baufinanzierung. Über 100 Aussteller präsentieren sich auf der Häuserwelten Messe Berlin und stellen ihre aktuellen Hausbau-Angebote, Heizungsanlagen, Grundstücke und Finanzierungen vor. Das umfangreiche, neutrale Vortragsprogramm informiert über Kernfragen zukünftiger Bauherren. Unter anderem werden Hausangebote durchleuchtet, rechtliche Fragen zum Hausbau beantwortet, Baustoffe verglichen und Baukosten analysiert und aufgelistet. Veranstaltungspartner des Vortragsprogramms der Häuserwelten – Technik & Energie in Berlin ist der Bauherren-Schutzbund e.V.

(gebührenpflichtig)