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Robuste Aufschwungphase in Berlin hält an

Die Berliner Wirtschaft befindet sich nach wie vor in einer robusten Aufschwungphase. Für 2018 rechnet die Investitionsbank Berlin (IBB) mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 2,7%, nach 3,1% in 2017. Damit bleibt die Wachstumsdynamik in Berlin erneut höher als der bundesdeutsche Durchschnitt (1,9%), auch wenn sie sich im weiteren Verlauf langsam  abschwächt. Auch der Arbeitsmarkt setzt die positive Dynamik im vierten Quartal leicht gebremst fort. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Juli im Vorjahresvergleich noch einmal deutlich um 49.500 auf 1,48 Mio. gestiegen. Mit einer Wachstumsrate von 3,5% liegt Berlin an der Spitze aller Bundesländer und 1,3 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Schnitt.

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender der Investitionsbank Berlin, begrüßt diese Aufschwungphase: „In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berlin um insgesamt 165.000 erhöht. Einen großen Anteil daran hat die Digitalwirtschaft, die sich in Berlin sehr wohl fühlt. Hier ist nach aktuellen Berechnung der IBB-Volkswirte jeder 7. neue Job in Berlin entstanden.“

Allerdings, so die Analyse der Volkswirte, führt das anhaltende Wachstum zu einer Überauslastung der Berliner Wirtschaft und es kommen zunehmend bremsende Effekte zum Zuge. Vor allem Fachkräfteknappheit belastet die schon seit langem expandierende Wirtschaft zunehmend. Die daraus resultierenden Kapazitätsengpässe machen vor allem der Bauindustrie und den unternehmensnahen Dienstleistungen zu schaffen.

Industrie in der Aufschwungphase

Lagen die Auftragseingänge der Berliner Industrie im Zeitraum Januar bis August 2017 noch fast 12% unter dem Vorjahreswert, wurde in 2018 im selben Zeitraum ein Anstieg der Industriebestellungen von 2,1% gemeldet. Nachdem die Berliner Industrie das Bruttoinlandsprodukt 2017 mit einem Rückgang um 400 Mio. EUR belastet hatte, dürfte sie 2018 wieder positiv zum Wirtschaftswachstum der Stadt beitragen. In den ersten acht Monaten 2018 sind die Umsätze der Unternehmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum bereits um 2,0% gestiegen.

Wachstum bei Dienstleistungen

Die Betriebe im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen haben im ersten Halbjahr 2018 mit einem Umsatzwachstum von 3,4% gegenüber dem Vorjahreshalbjahr ein robustes Ergebnis erreicht, das jedoch hinter dem von 2017 zurückbleibt (+9,5%). Die Umsätze in diesem Wirtschaftssegment belaufen sich auf rund 32 Mrd. EUR, knapp 30% der Umsätze in Berlin insgesamt.

Sinkende Baugenehmigungen

Seit 2011 sind im Schnitt Jahr für Jahr 40.000 Menschen nach Berlin gezogen. In der deutschen Hauptstadt besteht deshalb dringender Bedarf nach Wohnungen. Nötig wären pro Jahr mindestens 20.000 neue Wohnungen, allerdings wurden in 2017 nur 15.669 neue Wohnungen in Berlin fertiggestellt. Grund ist der rekordhohe Überhang an genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen, der derzeit bei 58.460 liegt (+15% gegenüber Vorjahr).

Zudem sind im Zeitraum Januar bis August 2018 die Baugenehmigungen wieder rückläufig. So wurden nur noch 15.856 Wohnungen genehmigt (-1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum), darunter 13.389 Neubauten (-19%). Die Bedarfslücke am Immobilienmarkt lässt sich kurzfristig nicht vollständig schließen. Vor allem der Fachkräftemangel in vielen Bau- und Handwerksberufen, fehlende Kapazitäten, aber auch immer komplexere Bauvorschriften, schwieriger zu erschließende Grundstücksflächen, langwierige öffentliche Debatten und steigende Baukosten bremsen die Bautätigkeit. Für 2018 und 2019 prognostizieren die Volkswirte der Investitionsbank Berlin rund 16.500 bzw. 18.500 fertiggestellte Wohnungen und damit einen leichten Anstieg gegenüber 2017. In den ersten acht Monaten 2018 stiegen die Umsätze im Bauhauptgewerbe deutlich um 19,2% auf 2,8 Mrd. EUR. Und auch bei den Bauauftragseingängen konnte gegenüber dem Vorjahreszeitraum in diesem Zeitraum ein Plus von rund 28,1% verbucht werden. Die Bauwirtschaft wird auch 2018 positiv zum Berliner Wachstum beitragen. (red)

Lompscher zieht positive Bilanz

Bereits im April 2017 schloss der Senat mit den sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen und der WVB eine Kooperationsvereinbarung. Ziel ist es, die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt zu entschärfen. Sie beinhaltet, dass die städtischen Wohnungsunternehmen die Einkommenssituation ihrer Mieter in ihrer Mietenpolitik berücksichtigt. Gleichzeitig sollen sie aber noch Investitionen in neuen Wohnraum machen können.

Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher stellte nun gemeinsam mit Vertretern der WVB sowie Stadt und Land den jährlichen Bericht zur Vereinbarung vor.

Zielmarke für Neubau wird erreicht

2017 stellten die landeseigenen Wohnungsunternehmen mehr Wohnraum für einkommensschwache Haushalte zur Verfügung als im Vorjahr. Der Anteil der Bestandswohnungen für Wohnberechtigte und Haushalte mit einem Wohnberechtigungsschein stieg von 57,5 Prozent (2016) auf 61,1 Prozent (2017). Die Vermietungsquote an WBS-Haushalte stieg im selben Zeitraum von 55 auf 60 Prozent an.

Auch bei der Neubauförderung ist eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Die landeseigenen Unternehmen verpflichteten sich mit der Kooperation, mindestens 50 Prozent ihrer Neubauwohnungen miet­preis- und belegungsgebunden WBS-Berechtigten anzubieten. Die Regelung gilt für Neubauprojekte mit Baubeginn ab dem zweiten Halbjahr 2017. Der Anteil der beantragten Förderungen ist im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 von 13,4 auf 46,4 Prozent deutlich gestiegen. Daher rechnen die Beteiligten mit der Einhaltung der Zielmarke nach Fertigstellung der Projekte.

Lompscher zieht positive Bilanz

„Der Bericht [..] zeigt, dass die Wohnungsunternehmen die Vereinbarung erfolgreich umsetzen und damit ihrem besonderen Auftrag zur sozialen Wohnraumversorgung in Berlin mit großem Engagement nachkommen. Der vorgelegte Bericht schafft Transparenz und zeigt Ansatzpunkte für die weitere Ausgestaltung sozialverträglicher Wohnungspolitik“, so Senatorin Lompscher.

Auch Ingo Malter, Geschäftsführer der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land, ist mit den Ergebnissen zufrieden. „Der vorgestellte Bericht macht deutlich, dass die Wohnungsunternehmen die durchaus anspruchsvollen Vermietungsvorgaben erfolgreich umsetzen und für eine mietpreispreisdämpfende und sozialverträgliche Vermietungspraxis stehen.“

WVB sieht Potenzial bei Mietenreduzierung

Laut WVB geht aus dem Bericht hervor, dass für die Mieterschaft der landeseigenen Wohnungsunternehmen das Potenzial für eine Mietreduzierung vorhanden ist. Demnach wurden durch die Vereinbarung neu Möglichkeiten der Härtefallregelung geschaffen, welche jedoch nicht ausgenutzt worden sind. So belief sich die Zahl der genehmigten Mietabsenkungen nach einer Mieterhöhung im Rahmen einer Modernisierung mit 448 genehmigten Mietabsenkungen hinter den Erwartungen zurück.

Dennoch sind Jan Kuhnert und Alexa Prietzel mit der gezogenen Bilanz zufrieden. „In Abstimmung mit den sechs Wohnungsunternehmen und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen werden wir nun in Gespräche für die Weiterentwicklung der Kooperationsvereinbarung gehen“, so die Vorstandmitglieder der WVB. (red)

Deutschlandweit aktiver Top-Entwickler

Die Schweizer SSN Group treibt ihre Landmark-Projekte nicht nur in Berlin weiter voran. Des Weiteren zählt die konzernunabhängige Unternehmensgruppe, laut dem Analyseinstitut bulwiengesa, zu den Top 10 Entwicklern deutschlandweit. Die SSN Group ist als Immobilien-Projektentwickler vorwiegend in deutschen Großstädten und in der Schweiz tätig. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bundesweit bei knapp unter 4 Milliarden Euro, die Berliner Projekte haben ein Volumen von circa 600 Millionen Euro.

Top-Entwickler mit Fokus auf Berlin

Das „Quartier Bundesallee“ mit sieben Gebäuden in unmittelbarer Nähe zum Kurfürstendamm ist die Berliner Visitenkarte des Unternehmens und wächst rasch in die Höhe. Im dazugehörigen
Wohnungsprojekt „Momente Berlin“, das Ende 2019 fertiggestellt wird, sind fast alle Wohnungen verkauft. Für Michael Tockweiler, CEO der SSN Group, ist das Quartier nur ein Teil des Engagements in der Hauptstadt: „Berlin steht bei uns verstärkt im Fokus neben den weiteren Metropolregionen in Deutschland. Denn das Ziel der Entwicklung des Quartiers Bundesallee war es, die Lücke an diesem exponierten und hochwertigen Standort mit einem Ensemble zu schließen, das in jeder Hinsicht auf Qualität setzt.“

CEO der SSN Group: Michael Tockweiler | Foto: SSN

In unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tors realisiert die SSN Group außerdem die Residenz „THE WILHELM“. Bis 2022 sollen dort luxuriöse Eigentumswohnungen unterschiedlicher Größe
entstehen. Die notwendigen Vorarbeiten zum Bau sind bereits im Juni 2018 angelaufen. An der Charlottenburger Franklinstraße entwickelt das Unternehmen zudem ein modernes Bürogebäude mit insgesamt 10.800 Quadratmetern.

In der ersten Reihe im Herzen Mannheims

Im Herzen Mannheims entwickelt die SSN Group das Projekt No 1. Dort wurden bereits die Arbeiten an der Untergeschossdecke abgeschlossen. Die Gesamtmietfläche beträgt 20.500 Quadratmeter, 65 Prozent der Wohnungen sind bereits vermietet. Die Fertigstellung der Bauarbeiten ist für Ende 2019 geplant. „Das No. 1 in Mannheim ist ein bedeutendes Landmark-Projekt im Portfolio der SSN Group“, sagt Bernhard H. Hansen, Deutschlandchef der SSN Group. „Unser Gebäude wird ein Teil des neuen Glückstein-Quartiers sein und diesem bedeutenden Areal ein neues Gesicht geben.“

Mitten im Frankfurter Finanzdistrikt

Mitten im Frankfurter Bankenviertel realisiert die Schweizer SSN Group ein Hotel- und Apartment-Konzept. Für das Projekt zeichnet das preisgekrönte Architekturbüro MSM Meyer Schmitz-
Morkramer verantwortlich, dass für das „2 Stay“ ein spektakuläres und individuelles Konzept entworfen hat.

Zu den weiteren Top-Projekten der SSN Group gehören das „Holsten Quartier“ und das „Neue Korallusviertel“ in Hamburg, „Covent Garden“ in München, die „Brauhöfe Passau“, die „Villa Berg“ in Stuttgart sowie die Quartiersentwicklung „Garden Campus/Eiermann Campus“ in Stuttgart Vaihingen als „Smart City“-Konzept, die in enger Zusammenarbeit mit der Stadt realisiert wird. Die große Vielfalt an Standorten und Objekten stehen für das Selbstverständnis des Unternehmens, ebenso der hohe Anspruch an die Qualität der Objekte. „Wir legen besonderes Augenmerk darauf, dass die Ausführung unserer Objekte höchsten Qualitätsansprüchen genügt, die Grundlage dazu bilden die Digitalisierungen in der Immobilienbranche und Nachhaltigkeitslabel wie LEED“, so Michael Tockweiler. Einen Überblick über ihre Projekte und einen Einblick in die Unternehmensphilosophie bietet die SSN Group auch auf der EXPO REAL in München (Halle C1,Stand 342). (ak)

Zu wenig Bauland verschärft Lage am Wohnungsmarkt

Der Berliner Wohnungsmarkt ist weiterhin sehr angespannt. Es fehlen Wohnungen in hoher Zahl, darunter in erster Linie preiswerte Mietwohnungen. Angebotsdefizite auf hohem Niveau bestehen auch im mittleren  Mietsegment. Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Das sind die zentralen Befunde des „IBB Wohnungsmarktbarometer 2018“. Rund 200 Expertinnen und Experten des Berliner Wohnungsmarktes geben darin ihre Einschätzungen zur Lage am Berliner Wohnungsmarkt  ab. Als die größten Probleme am Mietwohnungsmarkt identifizieren die Befragten die Baulandknappheit, die steigenden Nettokaltmieten und den Widerstand gegen neue Bauvorhaben. Die Baulandknappheit gewinnt bei den genannten Problemlagen im Vergleich zum Vorjahr noch einmal an Relevanz. Für zwei Drittel der Experten steht die Baulandfrage an oberster Stelle.

Jede fertiggestellte Wohnung zählt auf dem Wohnungsmarkt

In der aktuellen Situation zählt jede fertiggestellte Wohnung. Doch seit geraumer Zeit werden deutlich mehr Wohnungen genehmigt als fertiggestellt. Welche Gründe gibt es für diese Diskrepanz? „Besonders häufig nennen die Befragten spekulative Absichten, aber auch Kapazitätsengpässe in der Bauwirtschaft, komplexe Bauvorschriften oder Widerstände gegen neue Bauvorhaben“, sagt Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der Investitionsbank Berlin (IBB). „Durch Gründe wie diese wird der dringend benötigte zusätzliche Wohnraum nur deutlich zeitversetzt oder gar nicht realisiert.“

Mehr private Investoren gesucht

Leistet der öffentlich geförderte Mietwohnungsbau einen Beitrag zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes? Hier ist das Meinungsbild der Experten gespalten. Jeder zweite Befragte misst dem öffentlich geförderten Mietwohnungsbau einen mittleren bis sehr großen Beitrag zur Marktentlastung bei, die andere Hälfte allerdings nur einen geringen bzw. gar keinen. Als Gründe hierfür wurden vor allem die geringen Fertigstellungszahlen bzw. der zu geringe Anteil am aktuellen Neubau genannt. Diese dringend benötigten Wohnungen entstehen bisher vor allem durch die Aktivitäten der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. „Beim geförderten Mietwohnungsbau brauchen wir auch einen größeren Beitrag der privaten Investoren. Wir suchen daher gezielt diese Zusammenarbeit, um zu einer breiteren Entlastung des Wohnungsmarktes zu kommen“, erklärt Dr. Jürgen Allerkamp.

Weiter Eigentumswohnungen gefragt

Beim Wohneigentum  werden  besondere Bedarfe weiterhin für Eigentumswohnungen gesehen. Im Miet- wie im Eigentumsbereich sind vor allem Wohnungen im unteren und mittleren  Preissegment von Bedeutung. Gefragt sind dabei kompakte bis mittelgroße Wohnungen.

Das Investitionsklima für den Neubau von Wohnraum sowie für Bestandsmaßnahmen und den Erwerb bestehenden Wohnraums  schätzen die Wohnungsmarktexperten derzeit positiv ein. Im Ausblick gehen sie jedoch in allen Segmenten von nennenswerten Eintrübungen aus. Das beste Investitionsklima besteht gegenwärtig für den Neubau von Eigentumswohnungen. (red)

Berliner Büromarkt: Leerstandsquote sinkt weiter

Zum Ende des dritten Quartals erreicht der bisherige Flächenumsatz des Jahres 2018 auf dem Berliner Büromarkt 591.200 Quadratmeter. Er liegt damit 16 Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahres von 704.000 Quadratmetern. So stellt es Cushman & Wakefield in seiner aktuellen Büromarktstudie fest. Das Vermietungsvolumen bleibt mit dem erzielten Resultat jedoch auf einem hohen Niveau: Der Flächenumsatz übertrifft den Fünfjahresdurchschnitt für den Vergleichszeitraum der ersten drei Quartale um neun Prozent. Um ganze 28 Prozent übertrifft es sogar den langjährigen Zehnjahresdurchschnitt.

Angebotsmangel auf dem Büromarkt

Flächenanmietungen von Flexible-Workspace-Anbietern bleiben bislang unter dem Niveau des Vorjahres. Wurden in den ersten neun Monaten 2017 rund 26.000 Quadratmeter vermietet, so waren es im aktuellen Jahr nur 20.800 Quadratmeter. Weitere Gesuche sind im Markt vorhanden, doch wird es für die Anbieter schwerer, geeignete Flächen für ihre Konzepte zu finden. Ein Jahresumsatz wie im letzten Jahr, als 65.000 Quadratmeter für Flexible-Workspace-Flächen umgeschlagen wurden, ist für das Jahr 2018 eher unwahrscheinlich.

Als hemmender Faktor für den Flächenumsatz wirkt auch das stetig geringer werdende Flächenangebot im Bestand. Ende des dritten Quartals erreicht der Leerstand einen neuen Tiefstand von 307.200 Quadratmetern. Die Leerstandsquote beträgt Ende September lediglich 1,6 Prozent, zum Ende des Halbjahres waren es noch 2,2 Prozent. In den stark nachgefragten zentralen Lagen Berlins ist der Büromarkt noch angespannter. Hier sind nur noch rund 89.000 Quadratmeter für einen kurzfristigen Bezug verfügbar. Ein ähnlich niedriges Leerstandniveau gab es in Berlin zuletzt Anfang der 1990er-Jahre.

Großnutzer bevorzugt

Antje Helmer, Associate Director bei Cushman & Wakefield in Berlin, sagt: „Insbesondere für Nutzer, die Flächen im Segment unter 1.000 Quadratmetern suchen, ist es kaum noch möglich, kurzfristig geeignete Flächen zu finden. Während Großnutzer mit einem längeren Planungshorizont auf Projektentwicklungen ausweichen, ist eine Wartezeit von mehreren Jahren für kleinere Unternehmen keine Option. Zudem bevorzugen Eigentümer in der Regel zunächst die Anfragen von Großnutzern, bevor sie kleinteilige Flächen in ihren Projektentwicklungen anbieten.“ Dieser Trend war auch im dritten Quartal zu beobachten: Sechs der sieben Verträge über mehr als 5.000 Quadratmeter Bürofläche wurden als Vorvermietungen in Projektentwicklungen unterzeichnet. Im Gesamtjahr war dies bei zehn von 15 Verträgen in dieser Größenklasse der Fall.

Hinzu kommt, dass ein Großteil der Flächen in Neubauprojekten vom Büromarkt bereits absorbiert ist. Für die Flächen, die bis zum Jahresende fertig gestellt werden sollen (rund 42.000 Quadratmeter), beträgt die Vorvermietungsquote 75 Prozent. Von den mehr als 600.000 Quadratmetern neuer Büroflächen, die für 2019 erwartet werden, sind bereits heute mehr als 60 Prozent vermietet.

Durchschnitts- und Spitzenmieten steigen weiter

Der Wettbewerb um die knappen Flächen spiegelt sich in der Mietpreisentwicklung wider: Die nachhaltig erzielbare Spitzenmiete ist in den letzten zwölf Monaten um 4,50 Euro auf jetzt 32,00 Euro pro Quadratmeter und Monat gestiegen.

„Für besondere Flächen, wie zum Beispiel in den oberen Etagen des Office Towers Upper West, liegen die Preise mittlerweile deutlich über der Spitzenmiete von 32 Euro. Es ist davon auszugehen, dass für Bürotürme, die zukünftig an den Markt kommen, wie beispielsweise am Hauptbahnhof und in der MediaSpree, im Einzelfall Mietabschlüsse von mehr als 40 Euro pro Quadratmeter im Monat möglich sind. Der Wettbewerb um diese Flächen wird die Spitzenmiete weiter in die Höhe treiben“, so Antje Helmer.

Auch die über alle Neuabschlüsse der letzten zwölf Monate gewichtete Durchschnittsmiete befindet sich weiterhin im Aufwind. Sie notiert aktuell bei 19,70 Euro pro Quadratmeter und Monat. In den zentralen Bürolagen ergibt sich ein Durchschnittswert von 23,30 Euro monatlicher Quadratmetermiete. Damit spannt sich die Situation auf dem Büromarkt zunehmend an. (red)

Street-Art am Bau: Urban und typisch Berlin

Seit Jahrhunderten kommt kaum ein Kirchenbau, Palast oder anderes bedeutsames Gebäude ohne Kunst aus. Dadurch soll die architektonische Botschaft hervorgehoben, die Funktion des Objekts dargestellt und Besitzerstolz unterstrichen werden. Durch Kunst am Bau erhält ein Gebäude oftmals eine Signatur, eine Bedeutungsaufwertung, eine Symbolik die nicht nur ästhetisch sein, sondern auch zur Reflexion anregen soll.

Internationale Street-Art an der Fanny-Zobel-Straße

Ein gutes Beispiel ist der Molecule Man, der von dem Bildhauer Jonathan Borofsky geschaffen und von der Allianz SE finanziert wurde, die in den Treptowers bis 2006 ihren Sitz hatte. In unmittelbarer Nachbarschaft der Türme, in der Fanny-Zobel-Straße, realisiert das Unternehmen AGROMEX nun ein wahres Landmark-Projekt. Zwei Hochhäuser von über hundert Metern und ein Hotel werden dort in Zukunft in die Höhe ragen und die Umgebung maßgeblich prägen. Die Bauarbeiten haben im Frühling begonnen, nun konnten internationale Street-Art-Künstler dafür gewonnen werden, den Bauzaun künstlerisch zu gestalten.

 

Street-Art am Bau: Urban und typisch Berlin | Foto: AGROMEX

Street-Art: Urban und typisch Berlin | Foto: AGROMEX

 

Spreepanorama auf dem Bauzaun

Entstanden ist ein Gesamtkunstwerk, das für Staunen sorgt. Auf einer Fläche von circa 400 Quadratmetern präsentieren sich dem Betrachter hochwertige und kreativ anspruchsvolle Interpretationen des urbanen Stadtlebens in Berlin. Unter der Leitung von Thomas Panter (Panterdesign.com) haben die drei internationalen Künstlergruppen dabei ihren ganz eigenen Stil und interpretieren das Thema „Stadtleben in Berlin“ kreativ und eigenwillig.

 

Kreativ und eigenwillig: Panterdesign interpretiert das Berliner Stadtleben | Foto: AGROMEX

Kreativ und eigenwillig: Panterdesign interpretiert das Berliner Stadtleben | Foto: AGROMEX

 

So entwarf die deutsche Künstlergruppe eine großflächige Hommage an die Erbauer der Stadt. Sie stellten Arbeiter beim Bau, technische Zeichner oder Architekten dar. Die französischen Künstler aus Lyon, Chambery und St. Etienne zeigen in ihrer Variante vielfältige Situationen des Stadtlebens in teilweise photorealistischer Ausarbeitung: Eine Frau die Seifenblasen pustet, die Großmutter, die den Kindern Märchen vorliest oder der Berliner Bär, der der Umwelt zuliebe Fahrrad fährt. Die Schweizer Künstler hingegen setzen sich mit der urbanen Zukunft auseinander. In
ihrer Version setzen sich Außerirdische mit den Berlinern friedlich in Verbindung und erbauen gemeinsam die Stadt der Zukunft. Den letzten Feinschliff schaffen zum Abschluss die Argentinierin Caro Pepe und Thomas Panter. Ende August werden sie ein atemberaubenden Spree-Panorama auf den Bauzaun zaubern.

 

Das internationale Street-Art-Kombinat von Panterdesign vor einem der Kunstwerke | Foto: AGROMEX

Das internationale Street-Art-Kombinat von Panterdesign vor einem der Kunstwerke | Foto: AGROMEX

 

Urbane Kunstwerke

Für AGROMEX Projektmanager Marc Engel hat Kunst am Bau einen hohen Stellenwert: „Durch solche Kunst am Bau wird Identifikation geschaffen und eine gewisse Zugehörigkeit und Verbindung zu den Gebäuden und den umgebenden Räumen kann entstehen.“ Engel ist es dabei wichtig, den Menschen einen ästhetischen Mehrwert zu bieten: „Unsere Künstler haben einen tollen Job gemacht, die Kunstwerke sind urban und aufregend – eben typisch Berlin. Mit dem gestalteten Bauzaun sollen nun die Anwohner und die zahlreichen Passanten an der Spree zur Reflexion angehalten und der Austausch untereinander gefördert werden.“

 

Ästhetischer Mehrwert: Street-Art an der Fanny-Zobel-Straße | Foto: AGROMEX

Ästhetischer Mehrwert: Street-Art an der Fanny-Zobel-Straße | Foto: AGROMEX

 

Der Uferweg an der Spree ist trotz der Bauarbeiten an der Fanny-Zobel-Straße nach wie vor begehbar. Wer also einen Spreespaziergang plant, kann sich vor Ort von den Street-Art-Kunstwerken überzeugen. Fest steht, dass diese von Besuchern noch eine ganze Weile betrachtet werden können. Denn der Bauzaun wird noch mindestens bis 2021 zu bewundern sein. Dann sollen die Gebäude fertiggestellt sein. (ak)

HD Gruppe: Immobilienwerte mit Zukunft

Baukräne bestimmen das Bild vieler deutscher Metropolen. Die Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeflächen ist ungebremst. Die HD Gruppe hat sich das Ziel gesetzt, ihre Projekte – egal ob im Wohn- oder Gewerbebereich – nachhaltig und zukunftsorientiert zu planen und zu entwickeln.

Mit dem Tochterunternehmen HD Handelsimmobilien GmbH (HDHI) hat sich die HD Gruppe auf die Revitalisierung von Handelsimmobilien spezialisiert. Ein derzeitiges Objekt ist die Burggalerie im thüringischen Mühlhausen, welche für rund zehn Millionen Euro noch in diesem Jahr revitalisiert wird. Dabei geht es um mehr als nur einen neuen Anstrich. „Neben baulichen Anpassungen muss das Angebot eines Einkaufszentrums auf die unterschiedlichen Käufergenerationen ausgerichtet werden“, erklärt HDHI-Geschäftsführer Nils Blömke. „Natürlich wollen wir im Idealfall eine Vollvermietung erreichen, aber die Läden müssen auch zu den Käufergruppen passen, damit sich die Geschäfte langfristig halten können.“

F³ – Fit for Future

Die HDHI verfolgt dabei ihr eigenes Konzept namens F³ – Fit for Future. Darunter versteht das Unternehmen eine zukunftsorientiere und nachhaltige Revitalisierung der Handelsimmobilien, wozu neben der Anpassung des Angebots an Käufergruppen auch praktische Aspekte gehören. „Wir wollen erreichen, dass unsere Einkaufszentren an Aufenthaltsqualität gewinnen und für die Menschen ansprechend sind. Ältere Generationen legen Wert auf eine gute Beratung, junge Menschen wollen hingegen unterhalten werden. Hier spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Aber auch ganz einfach Dinge wie komfortable Parkplatzgrößen sind ein wichtiges Thema“, so Blömke.

Trends erkennen, Wandel berücksichtigen

Dass der Gründer der HD Gruppe, Herbert Dzial (HD), ein Gespür für die richtigen Projekte hat, hat er in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. So etwa auch bei Mikroapartments, die nicht nur für Studierende, sondern auch Pendler sowie Singles eine lukrative Alternative zum WG-Zimmer sind. Während andere Projektentwickler noch abgewogen haben, ob die Nachfrage nach solchen Kleinstapartments groß genug wär, begann Dzial im dritten Quartal 2015 bereits mit dem Bau eines Student Housing-Projektes in der Dudenstraße (Schöneberg). Insgesamt sind hier 154 Apartments auf 6.100 Quadratmetern entstanden, die die HD Gruppe an MPC Capital veräußert hat.

Doch Dzials Pläne gehen weiter. „Der demografische Wandel schreitet immer weiter fort. Anders als vor einigen Jahren haben sich aber auch die Erwartungen an Pflegeimmobilien und Senioreneinrichtungen geändert. Es geht um mehr als altersgerechte Bedürfnisse“, führt Dzial aus. „So möchten Senioren möglichst lange selbständig bleiben und sich selbst versorgen können. Beim Bau von solchen Objekten muss also auch an Nahversorgungs- und Dienstleistungsangeboten gedacht werden.“ Ähnlich wie bei Mikroapartments ist die der Wunsch nach Serviceleistungen wie z. B. einem „Concierge“, der sich um die Belange der Bewohner kümmert, groß. Daher wird der Servicecharakter mit den Erfahrungen aus den Mikroapartments und dem Center Management von Einkaufszentren stärker in den Mittelpunkt gestellt. Kürzlich hat die HD Gruppe die Praxisklinik Sudenburg, bestehend aus 19 Wohn- und Praxiseinheiten, in Magdeburg erworben. Auf dem Nachbargrundstück plant die HD Gruppe eine betreute Einrichtung, in der auch die von Dzial aufgeführten Aspekte berücksichtigt werden sollen.

Expansion nach Portugal

Die HD Gruppe schaut auch über Deutschland hinaus. Im Juni verkündete Herbert Dzial die Expansion seiner Unternehmensgruppe nach Portugal, mit einem Schwerpunkt auf der Metropolregion Lissabon. Für ein erstes Wohnungsbauprojekt hat Dzial ein rund 5.500 Quadratmeter großes Grundstück im Norden Lissabons von einer portugiesischen Familiendynastie erworben. Derzeit sind drei Gebäude mit 158 Wohnungen sowie Büros, Einzelhandelsflächen und 215 Stellplätze geplant. Direkt daneben baut die portugiesische Zentralbank ein Verwaltungsgebäude für ca. 1.500 Mitarbeiter.

„Die Nachfrage nach Wohnraum insbesondere in Lissabon steigt seit 2013 kontinuierlich an – sowohl als Anlageobjekt als auch für die Eigennutzung – etwa durch Fachkräfte oder Studierende, die die Stadt für sich entdeckt haben“, so Dzial. „Die Stadt ist ein Hotspot und auch wirtschaftlich geht es aufwärts, weshalb wir Lissabon als Investitionsstandort ausgemacht haben. Die Tourismusbranche boomt, die kreative Start-up-Szene wächst konstant und auch namhafte Unternehmen wie Google oder Zalando eröffnen Büros und Technologie-Hubs in der Metropolregion. Lissabon wird auch ‚das neue Berlin‘ genannt.“

Für Portugal spricht auch, dass Genehmigungsprozesse für Bauvorhaben wesentlich unkomplizierter und schneller abzuwickeln sind als derzeit in Deutschland. Auch deswegen soll das Projekt im Stadtteil São Domingos de Benfica nicht das einzige in der 2,8 Millionen Einwohner umfassenden Stadt am Tejo bleiben. Die HD Gruppe evaluiert weitere Grundstücke für die Entwicklung und den Bau von Wohn- und Student Housing-Projekten in der Metropolregion. Weitere Ankäufe sind für das 3. Quartal 2018 avisiert. (cr)

Wohngipfel in Berlin: Es muss ein Umdenken stattfinden!

Die grassierende Wohnungsnot in deutschen Städten wird als eine der großen sozialen Fragen unserer Zeit gesehen. In den Metropolen wird Wohnen auch für Normalverdiener unbezahlbar. Kern des Problems: Es gibt vor allem in den Großstädten zu wenig Wohnungen, und es werden zu wenige neu gebaut. Es muss dringend ein Umdenken stattfinden.

Die Bedeutung und die Komplexität des Problems zeigen sich in der Teilnehmerliste des Wohngipfels in Berlin. Neben Kanzlerin Angela Merkel sind gleich vier Minister der Bundesregierung, alle Regierungschefs der Bundesländer, Vertreter der Städte und Gemeinden, mehr als ein Dutzend Verbände der Immobilien- und Wohnungsbranche, Mieterbund, Gewerkschaften und Baubranche vertreten.

Umdenken: Investoren und Architekten fordern Bebauung von Kleingartenflächen

Der Berliner Investor und Anwalt Arne Piepgras appelliert an die Politik, fordert ein radikales Umdenken und einen zielorientierten und nachhaltigen Masterplan Wohnen, der auch eine Bebauung von Kleingartenflächen in Betracht zieht. Für Andreas Becher, Vorsitzender des Landesverbandes des Bundes Deutscher Architekten, ein sinnvoller Vorschlag: „Wenn wir den Mut hätten, die Kleingärten, die zu mehr als 70 Prozent im Eigentum der Stadt sind, neu zu ordnen, hätten wir Platz für mindestens 300.000 bezahlbare Wohnungen“, so Becher. „Wir bräuchten nur ein Drittel der Fläche zu bebauen, der Rest blieben Kleingärten, Frei- und Grünflächen.“

 

Arne Piepgras fordert von der Politik einen konkreten Masterplan zur Bekämpfung der Wohnungsnot | Foto: BERLINboxx

Arne Piepgras fordert von der Politik einen konkreten Masterplan zur Bekämpfung der Wohnungsnot | Foto: Selina Lindner

Vordenker Piepgras hat der Berliner Politik den Vorschlag, Kleingärten – zumindest teilweise – zu bebauen, bereits vorgelegt. Konkret schlägt Piepgras vor, die innerstädtischen Kleingartenanlagen, die sich überwiegend auf Stadtflächen befinden, nicht nur für Wohnungsbau, sondern auch für die Entwicklung von dringend benötigten Schulen und Kitas zu nutzen: „Es ist immer die Rede von den vorhandenen freien Flächen in Berlin, die für den Wohnungsbau genutzt werden sollten. Dabei wird jedoch übersehen, dass für eine Schule etwa 50.000 qm benötigt werden. Flächen in diesem Ausmaß sind in Berlin kaum noch vorhanden.“

Studie: Mehrheit der Berliner begrüßt teilweise Bebauung 

Zuspruch erhält Piepgras dabei von einer Mehrzahl der Berliner. Eine Studie hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der Menschen eine teilweise Bebauung von innerstädtischen Kleingartenflächen begrüßen wurde. Das Votum fällt umso deutlicher aus, wenn die Altersgruppen betrachtet werden, denn vor allem junge Menschen halten die Nutzung solcher Flächen als Bauland für sinnvoll.

Ein Umdenken ist substanziell: Kleingartenflächen dürfen keine heilige Kuh sein | Foto: pixabay.com

Ein Umdenken ist substanziell: Kleingartenflächen dürfen keine heilige Kuh sein | Foto: pixabay.com

„Die grassierende Wohnungsnot stellt uns alle vor große Probleme. Daher braucht es mutige Lösungsansätze. Staatliche Regulierungen wie etwa eine Mietpreisbremse bringen uns nicht weiter. Wir müssen bereit sein umzudenken und auch unbequemen Wahrheiten ins Gesicht zu blicken“, so Piepgras.

Dabei sollen die Kleingärtner keineswegs leer ausgehen. Als Alternative könnten die Laubenpieper Parzellen auf den im Umland Berlins befindlichen Stadtgütern erhalten. Auf diesen Flächen könnten soziale Quartiere entstehen, die dem Erholungsanspruch der Großstädter eher gerecht werden, als kleine Laubenpieperanlagen, die oftmals mitten in der Stadt zwischen Stadtautobahn und Hochhäusern liegen. In vielen anderen Ländern ist das schon lange Normalität: „Man sollte mal in unser Nachbarland Dänemark schauen. Die Menschen besitzen dort Parzellen außerhalb der Stadt, oft direkt am Meer. In Kopenhagen selbst wird man vergeblich nach innerstädtischen Kleingartenflächen suchen“, so Piepgras.

Bebauungsstudie: Stadtquartier mit 15.000 Wohnungen könnte entstehen

Exemplarisch ließ Piepgras durch den renommierten Architekten Rainer Michael Klotz eine Bebauungsstudie für die Anlage am Spandauer Damm durchführen.

Dort könnte ein eigenständiges Stadtquartier entstehen, ein neuer Kiez, der alles enthält, was die Bewohner benötigen: Wohnungen, Kitas, Schulen, Sportplätze, Grünflächen, Spielplätze, Lofts, Büros, Arztpraxen, Jugend- und Freizeiteinrichtungen, Gewerbe und Gastronomie. Neben der Infrastruktur könnten dort mehr als 15.000 Wohnungen entstehen.

„Solche Anlagen würden eben nicht nur Wohnraum bieten, sondern auch Parkanlagen und Grünflächen, die einen sicher höheren Beitrag für die Lebensqualität in der Stadt leisten würden als Laubenpieperanlagen und im Übrigen für alle Menschen, nicht nur für die Kleingärtner, nutzbar wären. Man muss sich nur einmal die Zahlen ansehen und Prioritäten setzen. 15.000 Wohnungen gegenüber einigen Gartenlauben“, sagt Piepgras.

Wohnungsnot: Appell an die Politik

Piepgras denkt in dem Zusammenhang nicht an den eigenen Profit, denn die Kleingartenflächen gehören der Stadt und sollten von landeseigenen Wohnungsbauunternehmen bebaut werden – was auch die Schaffung von dringend benötigtem günstigem Wohnraum ermöglichen würde. Vielmehr ist es dem Unternehmer wichtig, Perspektiven aufzuzeigen

„Ich appelliere an die Vertreter der Politik und auch an die Bewohner unserer Stadt. Die auf dem Wohngipfel besprochenen Vorschläge sind unzureichend. Die Wohnungsnot in den deutschen Städten wird sich in Zukunft dramatisch entwickeln. Wenn wir nicht heute die Weichen stellen für eine sinnvolle Nutzung von städtischen Flächen, wenn wir es nicht wagen, über den Tellerrand hinauszublicken, dann sehen wir uns in wenigen Jahren mit einer Situation konfrontiert, die sich nicht mehr zurückdrehen lässt,“ so Piepgras. (sl)

 

 

 

Grundsteinlegung der CG Gruppe am Ernst-Reuter-Platz

Die CG Gruppe, größter Mietwohnungsentwickler Deutschlands, feiert Grundsteinlegung für die Residenz am Ernst-Reuter-Platz. Dort sollen  insgesamt 141 attraktive, Wohnungen entstehen. Die Größe der Apartments wird zwischen 35 und 161 Quadratmetern variieren.

Auf dem 4.300 Quadratmeter großen Grundstück im Herzen Berlins sollen knapp 11.000 Quadratmeter Wohnfläche und eine Tiefgarage entstehen. Die Residenz wird den hauptsächlich den durch Forschung, Arbeit und Gewerbe geprägten zentralen Stadtraum um das dringend benötigte Segment Wohnen bereichern.

CG Gruppe feiert Grundsteinlegung am Ernst-Reuter-Platz. Foto: Selina Lindner

Obwohl der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zu den einkommensstärkeren Stadtteilen gehört, entstehen am Ernst-Reuter-Platz keine überteuerten Luxuswohnungen. „Eine Wohnung ab 600 oder 700 Euro hat mit Luxuswohnung nichts zu tun“, betont Christoph Gröner, Gründer und Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe. „Ein Luxus, den wir uns gerne leisten, ist die Einsparung von CO2“, ergänzt Gröner. Denn die CG Gruppe nutzt umweltfreundliche Innovationen, wie CO2-neutrale Heizungssysteme und ökologische Dämm- und Baustoffe in ihren Bauprojekten. Neben der Einsparung von Heiz- und Stromkosten leistet das zukunftsorientierte Bauen so auch einen Beitrag für nachfolgende Generationen. Der Vorstandsvorsitzende der CG Gruppe ist sich sicher: „Wir stehen in der Pflicht, etwas für unsere Gesellschaft zu tun.“

Wohnen am Ernst-Reuter-Platz

Standortspezifisch zeichnet sich der Ernst-Reuter-Platz vor allem durch seine zentrale Lage und gute Verkehrsanbindung aus. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Kurfürstendamm, der umfassende Kultur- und Einkaufsmöglichkeiten bietet. Entspannungssuchende können sich über die Nähe zum Tiergarten freuen und auch die Technische Universität Berlin, eine der renommiertesten Universitäten Deutschlands, befindet sich in unmittelbarer Nähe.

Christoph Gröner (l.), Vorstandsvorsitzender CG Gruppe, neben Klaus Betz und Claudia Haushahn von der Württembergischen Lebensversicherung. Foto: Selina Lindner

„Die meisten Menschen verbinden den Ernst-Reuter-Platz vor allem mit der Technischen Universität. Wir freuen uns, dass wir diesem Standort mit der Residenz am Ernst-Reuter-Platz nun auch qualitativ hochwertigen Wohnraum hinzufügen“, so Jürgen Kutz, Vorstand der CG Gruppe. „Der Planungs- und Ausführungsprozess liegt im Zeitplan und wir freuen uns bereits auf das Richtfest im Sommer nächsten Jahres.“

Architektonisches Highlight in Charlottenburg

Der Entwurf des renommierten Architekturbüros Hemprich Tophof sieht einen 8-geschossigen, U-förmigen Gebäudekomplex mit geschwungenen Balkonen und großzügigen Fensterflächen zum grünen Innenhof vor, die assoziativ an den Namensgeber der Straße, den Optiker und Physiker Joseph Fraunhofer erinnern. Dieser hatte schon Anfang des 19. Jahrhunderts Experimente zur Wellenförmigkeit und Beugung des Lichts durchgeführt.

Visualisierung der Residenz am Ernst-Reuter-Platz. Quelle: Hemprich Tophof Architekten

Visualisierung der Residenz am Ernst-Reuter-Platz. Quelle: Hemprich Tophof Architekten

Für die Fertigstellung des Gebäudes ist der Sommer 2020 avisiert. (sl)

IVD: Baukindergeld ein Jahr nach Wahl umgesetzt

„Ein Jahr nach der Bundestagswahl ist ein wichtiger Punkt aus dem Koalitionsvertrag und ein wichtiges Anliegen des IVD umgesetzt. Das Baukindergeld ist endlich da. Endlich wird Wohneigentum in Deutschland wieder gefördert“, so Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands IVD. Laut des Bundesinnenministeriums können Familien das Baukindergeld ab heute online beantragen.

„Das Baukindergeld kommt genau zur richtigen Zeit. Es fördert Familien, die für die Zukunft vorsorgen wollen. In Anbetracht der Diskussionen um Altersarmut und Rentenlücken ist das ein sehr guter erster Schritt“, sagt Schick. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Studie des Center for Real Estate Studies (CRES). Demnach habe das Baukindergeld erhebliches Potenzial, junge Familien beim Eigentumserwerb finanziell deutlich zu entlasten.

Ersparnis von 5 bis 63 Prozent

In fünf exemplarisch untersuchten Städten – Berlin, Hamburg, Leipzig, Nürnberg und Krefeld – führe die Förderung zu fast durchweg zweistelligen Entlastungen des Haushaltseinkommens. Eine Ersparnis von 5 bis 63 Prozent bei der Finanzierung der eigenen vier Wände sei hier möglich. So kann das Baukindergeld die Einkommensbelastung von Familien in Hamburg in zentraler Lage um bis zu acht Prozent senken, in den umliegenden Stadtteilen sogar um bis zu 42 Prozent. Eine Familie mit drei Kindern in Harburg oder Billstedt muss dank Baukindergeld lediglich 20 beziehungsweise 21 Prozent ihres Haushaltseinkommens für die Tilgung aufwenden. Des Weiteren senkt die Förderung in Leipzig die Haushaltsbelastung stadtweit um drei Prozent bei einem Kind und bis zu elf Prozent bei drei Kindern. Die Haushaltsbelastung liegt dann mit Förderung bei lediglich 21 bis 26 Prozent.

„Flankierend zum Baukindergeld muss das im Koalitionsvertrag stehende Bürgschaftsprogramm als Eigenkapitalersatz eingeführt werden. Zudem sollte Ersterwerbern von selbstgenutzten Wohnimmobilien ein Freibetrag von der Grunderwerbsteuer gewährt werden. Das wäre der effektivste und einfachste Weg, um Wohneigentum weiter zu fördern“, erklärt Schick.

Bedingungen für das Baukindergeld

Anträge können laut KfW-Merkblatt Personen stellen,

  • die (Mit-)Eigentümer von selbstgenutztem Wohneigentum geworden sind und
  • die selbst kindergeldberechtigt sind oder mit der kindergeldberechtigten Person in einem Haushalt leben und
  • in deren Haushalt mindestens ein Kind gemeldet ist, das zum Zeitpunkt der Antragstellung das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und für das im Haushalt eine Kindergeldberechtigung vorliegt und
  • deren zu versteuerndes jährliches Haushaltseinkommen 90.000 Euro bei einem Kind, zuzüglich 15.000 Euro je weiterem Kind, nicht überschreitet. Das Kind muss die oben genannten Bedingungen erfüllen,

Gefördert wird ausschließlich der erstmalige Neubau oder Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum in Deutschland. Die Förderung besteht in einem Zuschuss von 1.200 Euro pro Jahr für jedes Kind unter 18 Jahren über einen Zeitraum von maximal 10 Jahren. Das jährlich zu versteuernde Haushaltseinkommen darf dabei nicht mehr als 90.000 Euro bei einem Kind betragen. Je weiteres Kind erhöht sich die Bemessungsgrenze zusätzlich um 15.000 Euro.

Stellen müssen Familien die Anträge bis spätestens drei Monate nach Einzug in das selbst genutzte Wohneigentum. Für das Jahr 2018 gilt hierbei eine Ausnahme: Wenn der Einzug im Jahr 2018 vor Beginn der Förderung erfolgt ist, ist ein Einreichen des Antrags ohne Beachtung der Drei-Monats-Frist möglich. Wurde der Kaufvertrag zwischen dem 01.01.2018 und 31.12.2020 abgeschlossen, oder in diesem Zeitraum die Baugenehmigung erteilt, sind Anträge auf Baukindergeld sogar bis zum 31.12.2023 möglich. Maßgeblich ist, dass die Antragstellung innerhalb von 3 Monaten nach dem Einzug erfolgt. (red)

Veranstaltungen

Bautec 2020

Die Bautec ist eine der bedeutendsten Baufachmessen Deutschlands. Führende Aussteller aus der Baustoff- und Bausystembranche stellen ihre Produkte vor.

Etwa 500 Aussteller aus 17 Ländern stellen bei der Bautec Produkte und Dienstleistungen vom Neubau bis zur Altbausanierung vor. Rund 35.000 Fachbesucher und am Bauen und Modernisieren interessierte private Investoren aus ihrem nationalen und internationalen Einzugsgebiet werden auf dem Messegelände Berlin erwartet.

Bauwelt Kongress 2018

Die digitale Herausforderung wird in den kommenden Jahren zur entscheidenden Prüfung für Architektur und Stadtplanung: Wie zu Zeiten der industriellen Revolution werden sich Wohnungen, Infrastruktur und Städte grundlegend ändern. Alles kommt auf den Prüfstand: Wie wir arbeiten, wie wir uns fortbewegen, wie wir zusammenleben, wie wir mit anderen kommunizieren – die smarten neuen Technologien werden die Gewohnheiten durcheinanderwirbeln.

Architekten und Planer stehen in vorderster Linie dieser Entwicklung. Die Frage ist nur: Sitzen sie dabei in zweiter Reihe und entwerfen mal ebenso mit, was die neue Technik vorgibt? – Oder greifen sie ein und entwickeln gesellschaftspolitische Ideen, in welcher Form der Digitalen Stadt wir künftig leben.

Der Bauwelt Kongress 2018 bringt Architekten, Stadtplaner, Industrie und Politik zur entscheidenden Zukunftsfrage der nächsten Jahre an einen runden Tisch und diskutiert, wie wir sie gestalten.