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Kulturtipp im Herbst: Moving Grounds #3 – ZUkunft HÖREN

Moving Grounds wird von der Künstlerin Michaela Nasoetion als experimenteller Spiel- und Reflexionsraum genutzt, um das Potential künstlerischer Dialogformate zu erproben, bei denen es nicht um ein argumentierendes, sondern um ein aus dem Moment heraus formulierendes, persönliches Sprechen geht. Was sich in einen offenen Zuhör-Raum hinein formuliert, bleibt bewusst offen. Angetrieben von den bereichernden Erfahrungen in solchen künstlerischen und sozial transformativen Dialogprozessen und dem Wunsch nach weiteren Erkenntnissen werden die verschiedenen Dialogformate auf ihre besonderen Qualitäten, ihre förderlichen Bedingungen sowie ihre Beschreibungs- und Dokumentationsmöglichkeiten untersucht und reflektiert (z.B. Dragon Dreaming, Presencing/U-Theorie, Bohmscher Dialog, u.a.).

Moving Grounds #3 – bewusst zuhören

Das Format basiert auf dem Sprechen ohne Intention, aber mit Sinn als Richtung; sowie das Hören ohne Intention, jedoch mit voller Aufmerksamkeit. Dabei wird ein gemeinsamer Raum für den Dialog gestaltet, in dem die Teilnehmenden durch ihr einzigartiges Potenzial an Vorstellungskraft und Antizipation etwas Neues erkennen können. Ohne die Dringlichkeit einer sofortigen Reaktion kann der Zuhörer das Gesagte und das Gehörte auf sich wirken lassen und beobachten, welche Gedanken, Bewertungen, vorbereiteten Antworten sich in ihm selbst bewegen, die in der Regel das reine Hören überlagern. Durch Antizipation und das Hören in potenzielle Zukunftsperspektiven können sich neue Ideen und Vorstellungen freier entfalten.

Freitags-Dialoge

Während des zweiwöchigen Spielraums gibt es die Freitags-Dialoge. Die Dialoge finden auf Deutsch statt.
Begrenzte Teilnehmerzahl – um Anmeldung wird gebeten: michaela.nasoetion@gmx.de

Die Freitags-Dialoge richten sich vor allem an die Fellows des Urban Ideation Lab und Kulturschaffende aus den Bereichen Kunst, Architektur, Stadtentwicklung, aber auch an
Teilnehmende des Co-Working-Spaces. Die Dialogformate wurden in anderen Zusammenhängen schon praktiziert und sollen jetzt im Kontext Co-Working stattfinden, um die Potentiale auszuloten, die im formulierenden Sprechen in einen aktiven Zuhörraum liegen.

Vorläufiger Plan

Freitag, 18.10.19, 16-19 Uhr: Anders Tun Spiel

Freitag, 25.10.19, 16-19 Uhr: Bricolage

Freitag, 1.11.19, 16-19 Uhr: NN Dialog

Anders tun Spiel ist eine Art von Gespräch oder eine ungewöhnliche Art seine Gedanken zu Fragen über das Tun und Tätigsein – so wie es sich gegenwärtig zeigt und wie man es sich in seinen Potentialen vorstellt – zu ordnen. Im Laufe des Spiels entwickelt sich das „Gesprächsbild“ auf dem Spielfeld mosaikartig und gewinnt an Fülle. Ziel des Spiels ist der gemeinsame Austausch und die spielerische Annäherung an ein künftiges Anders tun. Das Spiel wurde von den Berliner Künstler*innen Stefan Krüskemper, Christiane ten Hoevel und Michaela Nasoetion entwickelt.

Bricolage ist ein künstlerisches Dialogformat, bei dem mittels des Hantierens mit diversen Materialien, des formulierenden Sprechens und des aktiven Zuhörens ein Dialograum
entsteht. Fellows des Urban Ideation Lab treffen sich mit Künstler*innen und widmen sich einer drängenden Frage. Diese Frage wird zu Beginn gemeinsam generiert.

NN Dialog ist ein noch nicht nominierter Dialog, dessen Format sich im Laufe des Spielraums noch abzeichnen wird.

Wo?

Moving Grounds #3 – ZUkunft HÖREN ist Teil des Kulturprojekts des B-Parts Am Gleisdreick.

B-Part Exhibition curated by loop

Luckenwalder Str. 6b, 10963 Berlin

Zur Künstlerin

Michaela Nasoetion entwickelt ästhetische Tools, mit denen sie Handlungs-, Imaginations- und Dialogräume schafft, die den Teilnehmenden einen besonderen Austausch und ein kokreatives Tun ermöglichen. Typische Formate ihrer medienübergreifenden Arbeiten sind partizipative Installationen, situative Aktionen und ko-laborative Workshops.
Sie studierte Freie Kunst an der Akademie der bildenden Künste in München, an der HfbK Hamburg und am Goldsmiths College in London; sie lebt und arbeitet seit 1997 in Berlin. (red)

 

Kulturtipp im August: Images of Architecture #2 | Roland Boden – Verheißung im Gelände

Das B-Part, dem neuen Stadtlabor und Think Tank für New Work and Life auf dem Gelände der zukünftigen Urbanen Mitte Am Gleisdreieck, hat sich seit seiner Eröffnung Ende März als begehrte Adresse für Start-ups, Kunst und Dialog etabliert. Damit wirft das ökologisch richtungsweisende Holzgebäude einen Blick auf nachhaltige Quartiersentwicklung und urbane Mobilität in der sich stetig wandelnden Stadt. Berlins Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher hat dem Projekt denn auch eine „gesamtstädtischer Bedeutung“ zugesprochen.

In direkter Nachbarschaft zum BRLO Brauhaus gibt das B-Part einen weiteren Vorgeschmack darauf, welches Potenzial in der Stadtentwicklung am Gleisdreieck steckt: als sinnstiftendes und inspirierendes Quartier für Nachbarn, Parkbesucher und alle in Zukunft hier arbeitenden Menschen.

Kunst ist dabei integraler Bestandteil des Konzeptes und wechselnde Ausstellungen zeigen ein breites Spektrum an Sichtweisen und Stilen.

Vom 10. bis zum 31. August wird Roland Boden unter dem Titel „Verheißung im Gelände“ seine dystopisch anmutenden Malereien verlassener Architekturen zeigen, die in ihrer Zeitlosigkeit eine Gegenwart voller offener Fragen aufwerfen.

Der Himmel ist grau, der Grund ist öde, kein Lebewesen ist zu sehen. Einzig vom Menschen erbaute Architekturen, von ihm erdachte Strukturen sind es, die in den dystopisch anmutenden Ölgemälden wie auf verlorenem Posten Platz behaupten. In ihrer Zeitlosigkeit werfen die Bilder mit so richtungsweisenden Titeln wie „Abend aller Tage“ oder „Babylon Konstrukt“ Fragen einer Gegenwart voller offener Gefühlslagen auf.

Der in Berlin lebende Künstler Roland Boden (*1962 in Dresden) zeigt diese und andere Bilder mit einprägsamen, surreal-düsteren Architekturszenarien unter dem Titel „Verheißung im Gelände“ bei „B-Part Exhibition“. Seine Endzeitlandschaften bilden den zweiten Teil der neuen Ausstellungsreihe „Images of Architecture“ von B-Part Exhibition.

Dabei bezieht sich die mögliche Zuschreibung der Motive als Zeugnisse einer Endzeit nicht unbedingt auf das Ende aller Zeit, sondern insbesondere auf das einer bestimmten Zeitepoche, die wir als Moderne kennen. In diesem Sinn findet man in den Bildern des Künstlers eher innere Landschaften, Ruinen bestimmter gedanklicher Konzepte, bestimmter Ideologien – war dies hier der niederländische Pavillon auf der EXPO 2000? Sind dort etwa zusammengebaute Überreste von Centrum Warenhäusern? – als deren real gebaute Ausdrucksformen. Möglicherweise handelt es sich auch nur um Abbildungen von ausgemusterten Modellen in einer Abstellkammer, während die Welt vor der Tür blendend weitermacht, weiter Gelände verheißt?

Auskunft hierzu gibt die Art der Entstehung der Bilder: Sie sind auf Grundlage von computergenerierten architektonischen 3D-Modellen entstanden. Diese basieren auf Motiven aus einer umfangreichen Sammlung von Fotos, die der Künstler selbst angefertigt hat; hinzu kommt Material etwa aus Computerspielen oder aus Filmstills. In das analoge Medium der Malerei übertragen, entstehen Welten, in denen bewusst ambivalent bleibt, was Modell, was Simulation und was Realität ist.

Images of Architecture #2
Roland Boden – „Verheißung im Gelände“
Ausstellung: 10. bis 31. August 2019
Eröffnung: Freitag, 9. August 2019, 18-22 Uhr
B-Part Exhibition curated by loop

Luckenwalder Str. 6b, 10963 Berlin

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag, 14-18 Uhr

Großprojekt Prenzlauer Berg: Vorstellung 1.200 virtueller Wohnungen

Eine Ausstellung in der Kulturmarkthalle an der Hanns-Eisler-Straße zeigt das Zukunftsmodell der Michelangelostraße in Berlin-Prenzlauer Berg. 1.200 neue Wohnungen sollen bis 2030 Prenzlauer Berg bereichern. In der digitalen Welt können sich die Bewohner bereits heute detaillierte Entwürfe anschauen und ein Gefühl dafür entwickeln, wie das Ergebnis aussehen könnte. Durchgeführt wird das Bauvorhaben als Beteiligungsverfahren zwischen Anwohnern, Bezirksamt und Senat.

Viele Anwohner sowie der Verein für Lebensqualität an der Michelangelostraße e.V. stehen der Planung kritisch gegenüber und bringen sich deshalb aktiv in den Prozess ein.

Zukunftssimulator als Highlight der Ausstellung

Die Ausstellung informiert die Einwohner über das geplante Stadtquartier und zeigt, wie die  Michelangelostraße im Jahre 2030 aussehen könnte. Geplant ist ein komplett neues Quartier mit vielen neuen Wohnungen, die virtuell bereits fertiggestellt wurden. Teil der Ausstellung ist der Zukunftssimulator, mit dessen Hilfe Interessierte die geplanten Wohnungen schon jetzt aus allen Blickwinkeln und zu jeder Jahreszeit betrachten können. Es gibt insgesamt drei sogenannte Prinzipienentwürfe, mit Modellen aus Bauwürfeln und Tafeln. Dazu bekommen die Besucher und Anwohner genaue Erklärungen und Informationen zum bisherigen Verfahren.

Kritik richtet sich gegen zu wenige Parkplätze und neue Straßenbahntrasse

Laut Klaus Risken, Leiter des Pankower Stadtentwicklungsamts, habe es ein Verfahren in dieser Form in Berlin noch nicht gegeben. Die Anwohner sollen durch die Ausstellung „ein Gespür dafür bekommen, wie das Ergebnis wirken wird“, auch wenn der virtuelle Entwurf noch lange nicht endgültig ist.

Auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung äußert positiv sich zum Beteiligungsverfahren. „Es mag zwar länger dauern, aber die Akzeptanz für das Projekt wird steigen. Dem Projekt ist nicht geholfen, wenn wir das Vorhaben gegen den Widerstand der Bevölkerung vorantreiben“, sagt die Leiterin der Wohnungsbauleitstelle, Grit Schade.

Trotz der umfangreichen Bürgerbeteiligung, sind viele Berlinerinnen und Berliner noch immer unzufrieden. Bei den regelmäßigen Treffen bezüglich des Bauvorhabens wurden beispielweise wegfallende Parkplätze und die Platzierung einer neuen Straßenbahntrasse kritisiert.

Der Verein für Lebensqualität an der Michelangelostraße e.V. fordert eine Idee wie die „erhebliche Reduzierung von Freiflächen“ ausgeglichen werden kann. Auch eine Lösung für das Pkw-Stellplatzproblem müsse her. Um die Einwohner auf ihre Sicht des Beteiligungsverfahrens aufmerksam zu machen, hat der Verein seine Argumente auf Schautafeln festgehalten. Am Donnerstag, den 9. Mai ab 18 Uhr findet eine Podiumsdiskussion statt, die die Haltung der Siedlung nochmals verdeutlichen wird. (tf)

Bis zum 12. Mai können sich Interessenten die Ausstellung in der Kulturmarkthalle an der Hanns-Eisler-Straße 93 noch anschauen.

Alle Jahre wieder: Die ILA wächst und wächst

Alle zwei Jahre stürmen zahlreiche Besucher auf die Internationale Luft-und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin. Um die große Termindichte internationaler Messeereignisse zu entzerren, wurden die Messetage dieses Jahr nicht nur vorverlegt, sondern auch um einen Tag auf nun fünf Tage verlängert.

Die ILA findet vom 25. bis 29. April 2018 am künftigen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg statt und hat um die 3000 Quadratmeter mehr Ausstellungsfläche verkauft als im Jahr 2016.

Die ILA als Treffpunkt für zukunftsorientierte Technologie

Wer das gewisse Know-how über Industrie 4.0, nachhaltiges Fliegen und die allgemein rasante Entwicklung der Luft-und Raumfahrttechnologie besitzt, kann sich auf der Internationalen Luft-und Raumfahrttechnologieausstellung auf hohem fachlichem Niveau austauschen. Industrieexperten, politische Entscheider sowie fundierte Wissenschaftler gehen unter anderem Fragen wie der Erreichung einer Null-Emissionen-Luftfahrt oder der künftigen Regulierung der Drohnen auf den Grund. Natürlich können auch Besucher, denen das gewisse Know-how fehlt, an Tag vier und fünf mitdiskutieren. Die ersten drei Tage der ILA sind allerdings ausschließlich den Fachbesuchern vorbehalten.

 

ILA 2016, Berlin Air Show | Foto: Messe Berlin GmbH

ILA 2016, Berlin Air Show | Foto: Messe Berlin GmbH

Neben dem Austausch über zukunftsorientierte Themen steht vor allem die Knüpfung neuer Geschäftskontakte im Fokus. Über 1.000 Aussteller präsentieren auf der ILA ihre Dienstleistungen und Produkte. Durch spezielle Matchmaking -und Speeddating-Events wird die Zulieferindustrie optimal untereinander vernetzt und der Austausch gefördert.

Programmpunkte der ILA

Kampfflugzeuge, Militärtransporter, Turbinen sowie Großraumjets sind nur einige Highlights, die den Besucher auf der diesjährigen Berliner Air Show erwarten. Die Spitzentechnologie aus allen Geschäftsfeldern der weltweiten Luftfahrtindustrie wird hier präsentiert. Für eine spektakuläre Show stehen 100.000 Quadratmeter Freigeländefläche für die Präsentation der Fluggeräte zur Verfügung. Des Weiteren präsentiert die Luft-und Raumfahrtindustrie Innovationen aus den Bereichen Space, Defense&Security, Aviation, Supplier und Special Features.

Zudem sollen durch das ILA CareerCenter Nachwuchskräfte geworben werden, denn die Branche wächst stetig und damit der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern. Das CareerCenter der Messe gilt als die größte Aerospace Jobbörse Deutschlands. Zahlreiche Arbeitgeber stellen ihre Branche vor und geben Interessierten Auskunft über Einstiegsmöglichkeiten und freie Stellen in ihrem Unternehmen. (ls)

Kunst und Kulinarik in der Kanzlei: Ausstellung Metall² bei HFK Rechtsanwälte

Soloschau des Stahlbildhauers Karl Menzen

„Vom Inneren ins Äussere“ ist kurz beschrieben der Ansatz von Stahlbildhauer Karl Menzen für seine schwingenden und tanzenden Werke. Seine Skulpturen scheinen die natürliche Schwere und Härte des Materials zu verlieren. Anreiz für die interessierten Gäste des ersten HFK Salons auch Parallelen zum juristischen Alltag zu suchen – die HFK Rechtsanwälte sind besonders auf Fragen des Baurechts spezialisiert. Menzens Werke bieten

Der Ausstellungstitel Metall2: Stahlskulpturen und K

jedenfalls reichlich Inspiration und alleine schon für das Auge eine aussergewöhnliche Ästhetik, die in den großzügigen Räumen von HFK hervorragend inszeniert ist.

Gastgeber und Rechtsanwalt Ernst Wilhelm, Leiter des Berliner Büros von HFK, brachte Kunst und Künstler in die Knesebeckstrasse 1 in Charlottenburg und schafft damit eine einzigartige Verbindung von Skulpturen-Galerie und Kanzleiarchitektur. Kunsthistorikerin Dr. Annette Seeler gab eine packende Einführung zu dem Schaffen von Karl Menzen und seiner Stahlkunst.

Kulinarisch setzte sich das Thema des Abends Metall² auch am Buffet fort

HFK Salon, Vernissage von Werken des Stahlkünstlers Karl Menzen

Küchenmeister Thomas Vetter von der Sardinen-Bar kreierte köstliche Variationen von verschiedenen Sardinen, direkt aus der Fischkonserve. Vetters Gourmet-Dosen kommen allerdings meist aus kleinen Familienbetrieben in der Bretagne und haben höchste Qualität. Entsprechend begeistert waren die HFK-Gäste, unter ihnen Manfred Rettig, ehemaliger Chef der Stiftung Berliner Schloss, Thomas Klein, Vorsitzender der Berliner Pressekonferenz, Richard Giessel, vPE Bank am Potsdamer Platz, Bernd Wolfgang Steuten, Villenpark Potsdam-Groß Glienicke sowie viele namhafte Vertreter der Berliner Architekten-, Bau- und Immobilienbranche. Skulpturen von Karl Menzen im öffentlichen Raum kann man auch zum Beispiel am Kurfürstendamm 132 1 (Versus), im Alter Park am Tempelhofer Damm (Stauchung-harmonisch) oder in der Grünanlage in der Manfred-von Richthofen-Straße in Tempelhof (Doppelherme) anschauen.

V. n. r.: Frank Schmeichel, Business Network, Richard Giessel, vPE Bank am Potsdamer Platz, Gastgeber Ernst Wilhelm, HFK Rechtsanwälte, Thomas Klein, Vorsitzender Berliner Pressekonferenz

„HFK Salon“ ist eine Veranstaltungsreihe, die sich mit den unterschiedlichsten Themen aus den Bereichen, Kunst, Kultur, Politik und Lebensart beschäftigt. (fs)