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Urbane Mitte: Zufall, Stein und Hyperloop

Berlins Stadtbild befindet sich durch einen historischen Stilmix im stetigen Wandel. Das MakeCity, das Festival für Architektur und Andersmachen, gibt noch bis zum 01.07.2018 Impulse und Strategien für eine innovative und nachhaltige Stadtplanung.

Ein besonderes Highlight wird am letzten Festivaltag stattfinden: Unter dem Titel „Zufall, Stein und Hyperloop“ findet ab 13:30 Uhr auf dem Grundstück des Projektes Urbane Mitte am Gleisdreieck, direkt neben dem BRLO Brwhouse, eine Paneldiskussion statt. Speaker verschiedener Branchen werden ihre Blickwinkel auf das Thema Stadtentwicklung darlegen.

Die Stadt im stetigen Wandel

Beim Panel sollen Fragen wie „Wie können wir unsere Städte abseits ferner Zukunftsszenarien anders denken, bauen und gestalten? Hier und jetzt?“ kontrovers diskutiert werden. Dafür beschäftigten sich die Panelteilnehmer mit jenen Treibern, die den komplexen Wachstums- und Veränderungsprozessen von Metropolen zugrunde liegen. Mit dem Zufall, da er alle Planungs- und Realisierungsprozesse mitgestaltet. Mit der Hardware, die als steingewordener Raum den Stadtkörper formt. Und mit den Menschen und Gütern, die sich bewegen oder bewegt werden und damit die urbanen Nervenstränge frequentieren und formen. Alle drei Komponenten bestimmen die Urbanität, Lebensqualität und Wandlungsfähigkeit einer Metropole.

Teilnehmer des Panels sind u.a.:

  • Dr. Meike Niedbal | Head of Biz Dev DB Station & Service, Project Lead Smart Cities
  • Jackie Thomae | Ratgeberbuch- & Bestseller-Autorin, Journalistin, Trend- & Transformationsexpertin
  • Dimitri Hegemann | Gründer Tresor, Berlin-Detroit Connection, Happy Locals u. a., Freiraumgestalter & Nighttime Economist
  • Darius Moeini | Co-Founder Numa Berlin, Project Lead Accelerator & Smart City Innovation Program, Urban Change Expert
  • Markus Penell | Partner / GF O&O Baukunst, Kurator O&O Depot, Architekt der Urbanen Mitte am Gleisdreieck
  • plus Special Guest

Dr. Christian Ankowitsch, Journalist und Sachbuchautor, wird die Veranstaltung moderieren.

Urbane Mitte am Gleisdreieck

Im Rahmen des MakeCity Festivals wurden für jede dieser drei Dimensionen besondere Gäste eingeladen. Diese werden mit den Besuchern die Möglichkeiten einer anderen Stadt diskutieren und sie subjektiv kartographieren.

Stattfinden werden die Gespräche am Berliner Gleisdreieck. Der urbane Hub steht beispielhaft für die Veränderung und die Dynamik Berlins. Früher wurden hier Waren und Güter umgeschlagen. Heute rattern Hochbahnen durch den beliebten Park am Gleisdreieck. In naher Zukunft wird hier auf 3,2 Hektar ein neues Stück Stadt entstehen.

Konzipiert wurde das Panel von Ortner & Ortner Baukunst und COPRO, für deren Stadtentwicklung „Urbane Mitte am Gleisdreieck“ Ortner & Ortner Baukunst den Masterplan entworfen hat – sowie vom B-PART, dem „Lab For Urban Shift“ auf dem Projektgrundstück der Urbanen Mitte am Gleisdreieck. Die Moderation übernimmt Christian Ankowitsch, Sachbuchautor und Journalist. (red)

Architektenkammer Berlin: Highlights der Architektur Berlins

Berlin gehört zu den Metropolen, deren Entwicklung sich in starkem Maße auch in der Architektur der Stadt widerspiegelt. Das dokumentiert in beeindruckender Weise das Jahrbuch, das seit 1999 von der Architektenkammer Berlin herausgegeben wird. Seitdem werden in jedem Band über 60 Projekte von Berliner Architekten analysiert und jeweils deren Stärken und Schwächen herausgearbeitet.

In der Ausgabe 2018 werden unter anderem Entwürfe für Pop-up-Stores, Konzepte für Schulneubauten und Ideen für den kommunalen Wohnungsbau vorgestellt. Dabei wird insgesamt deutlich, wie die Architektur die Entwicklung urbaner Räume nicht einfach nur abbildet, sondern durch die Verwirklichung innovativer Ideen auch maßgeblich prägt. Die Herausgabe des Jahrbuches wird jedes Jahr durch die Ausstellung „da! Architektur in und aus Berlin“ im stilwerk begleitet. Über die Rolle der Architektur in der Stadtentwicklung und das Jahrbuch ARCHITEKTUR BERLIN sprachen wir mit Christine Edmaier, Präsidentin der Architektenkammer Berlin.

Frau Edmaier, es heißt: Wie die Stadt, so ihre Baukultur. Wäre das eine Erklärung, weshalb die Berliner Architektur weltweit immer wieder große Aufmerksamkeit erregt?

Das stimmt in dem Sinn, dass die Baukultur in Berlin so schwer zu beschreiben ist wie die Stadt selbst. Katrin Lompscher, unsere Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, sagt, dass in Berlin gute Architektur trotz der offensichtlichen Mangel in der Baupolitik und Verwaltung entsteht. Wir müssen weiter daran arbeiten, dass Baukultur in Berlin genauso wie Kunst, Konzert und Theater überhaupt als prägender Bestandteil der Metropole wahrgenommen wird.

Meist wird in den Medien eher über Mietpreise, Nachverdichtung und Grundstücksspekulation berichtet. Das sind alles wichtige Themen, aber die Gebäude stehen langer als diese Phasen der an- und abflauenden Konjunktur dauern. Wenn überhaupt, dann ist das Besondere in Berlin das Fragmentarische, Übereinander-Geplante, das aus den verschiedenen Systemen und Zeitaltern übrig geblieben ist. Das kann wie ein Buch gelesen werden.

Buch ist das Stichwort. Welche Highlights bietet die aktuelle Ausgabe, Band 7, des von der Architektenkammer Berlin herausgegebenen Jahrbuchs ARCHITEKTUR BERLIN?

Die vorgestellten Projekte wurden alle in Berlin geplant, jedoch von Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Regionen. Gerade die Gegensätzlichkeit der Projekte, der Aufgabenstellungen und der Herangehensweise ist typisch für Berlin – hier will sich schließlich jeder vom anderen abheben. Es gibt einerseits eine solide, preußisch rationalistische Architektur, wie beim BND.

Andererseits aber auch viel Experimentelles, Temporares wie das BRLO am Gleisdreieckpark und vor allem vieles, was sich auf hohem Niveau mit Bestehendem auseinandersetzt, seien es Schwimmbäder, Gewächshäuser oder eine Scheune in Brandenburg. Auch beim so wichtigen Thema Wohnen zeigt sich eine große Vielfalt: Die notwendige urbane Verdichtung begegnet uns in vielen Projekten, wie Lückenschließungen im Blockrand oder in Höfen, aber auch Dachaufbauten.

 

Jahrbuch ARCHITEKTUR BERLIN Band 7 | Foto: © ARCHITEKTUR BERLIN

Jahrbuch ARCHITEKTUR BERLIN Band 7 | Foto: © ARCHITEKTUR BERLIN

 

Jeder Band enthält zusätzlich Beiträge über Hintergründe, Trends und Entwicklungen im Baugeschehen – nicht nur in Berlin. Um welche Themen geht es diesmal?

Ein Thema ist diese Pop-up-Szene mit ihren temporaren Bauten, den gestapelten Containern oder Minimalhäuser, die so gut zum Berliner Lebensgefühl des Provisorischen passen. Wichtig wird derzeit neben dem Wohnungsbau zunehmend der Schulbau in Berlin – es sollen ja nicht nur viele Schulen sondern auch für neue pädagogische Konzepte gebaut werden. Mich beeindrucken besonders die Essays über Infrastruktur, Verkehr und Öffentlichen Raum, denn sie machen uns bewusst, dass die Stadt nicht nur aus Häusern besteht. Gerade hier ist in Berlin noch viel zu tun, wenn wir auch in Zukunft gut miteinander in dieser Stadt leben wollen.

 

Christine Edmaier, Präsidentin der Architektenkammer Berlin, präsentiert auf der Ausstellungseröffnung "da! Architektur in und aus Berlin" das Jahrbuch Band 7 | Foto: Boris Trenkel

Christine Edmaier, Präsidentin der Architektenkammer Berlin, präsentiert auf der Ausstellungseröffnung „da! Architektur in und aus Berlin“ das Jahrbuch Band 7 | Foto: Boris Trenkel

 

Eine schwedische Schulweisheit lautet: „Ein Kind hat drei Lehrer: Der erste Lehrer sind die anderen Kinder, der zweite Lehrer ist der Lehrer, und der dritte Lehrer ist der Raum.“ Wie verändert sich die Schularchitektur?

Hier ist das preußische Schul- und Pädagogik- Modell nun endgültig am Ende. Denn es geht um den Abschied von der „Flurschule“ hin zu Lernhäusern, bei denen unterschiedliche Räume zum Lernen um ein Forum gruppiert sind, mit jeweils zugeordneten Bereichen für die Pädagogen. Ein Mehrzweckbereich für Mensa und Aula sowie gut nutzbare Freiraume ergänzen das Angebot, um neben der Ganztagesschule auch die Inklusion konsequent umsetzen zu können. Das führt zu ganz neuen Schultypen und ist besonders bei der Weiterentwicklung des Bestands eine Herausforderung. Für Berliner Architektinnen und Architekten ist es eine großartige Aufgabe und wir sind gespannt auf die ersten Wettbewerbe, die mit den neuen Raumprogrammen ausgeschrieben werden. (cr)

Lebendiges Stadtquartier im Herzen Berlins

Wer von der U-Bahn aus auf den Park am Gleisdreieck schaut, wird dort in den nächsten Jahren ein verändertes Bild sehen. Am Rande des Parks werden nicht nur begehrte Büro-, sondern auch kulturell nutzbare Flächen entstehen.

Nach den Plänen des Berliner Architekturbüros Ortner & Ortner Baukunst soll in naher Zukunft mit dem Bau von fünf Gebäuden, die zwischen 25 und 60 Meter hoch sein werden, entlang des Bahnhofs Gleisdreieck begonnen werden. Zusätzlich sollen zwei Türme mit 90 Metern Höhe auf dem 43.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen. Ziel des Immobilienentwicklers COPRO ist es, das Projekt mit dem Arbeitstitel „Urbane Mitte am Gleisdreieck“ bis 2025 in weiten Teilen zu realisieren.

Kreative Überbrückung bis zum Baubeginn

Um die Fläche bereits vor dem eigentlichen Baustart sinnvoll zu nutzen und einen Vorgeschmack auf die künftigen Angebote zu geben, hat COPRO sich verschiedene gastronomische und kulturelle Pioniernutzungen überlegt. Seit Juni 2016 befindet sich dort das beliebte „BRLO BRWHOUSE“, eine Craft Beer-Brauerei mit angeschlossener Bar, Restaurant und Biergarten, die sich schnell als In-Location etabliert hat. Im Oktober fiel mit einem Kindersportevent mit dem Ex-Olympioniken Philipp Boy der Startschuss für die Nutzung des Areals als Sport- und Gesundheitsstandort.

Frühzeitige Einbeziehung aller Interessen

Nicht zuletzt aufgrund seiner Lage direkt am Park am Gleisdreieck war es den Projektverantwortlichen ein Anliegen, verschiedene Interessengruppen in den Entwicklungsprozess einzubeziehen. So fand bereits 2014 noch vor dem städtebaulich- architektonischen Wettbewerb ein Dialog mit Bürgern, Politikern und Experten in Form eines Werkstattverfahrens statt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse bezüglich der Wünsche und Vorstellungen der Interessenvertreter über die zukünftige Nutzung des Areals wurden in einem Konsensplan festgehalten und bei der Entwicklung des städtebaulichen Planungsentwurfs bestmöglich berücksichtigt. Im anschließenden städtebaulichen Wettbewerb setzten sich die Berliner Architekten von Ortner & Ortner Baukunst gegen die zahlreiche Konkurrenz durch. Ihr Entwurf, der die Jury vor allem durch seine große Flexibilität bei den Gewerbebauten überzeugte, wurde als Grundlage für die Erstellung des Masterplans und das B-Planverfahren genutzt.

Standort der Zukunft

Bei der Planung der Gewerbeobjekte liegt das Hauptaugenmerk bei COPRO und den Architekten auf den Bedürfnissen ihrer zukünftigen Nutzer. Das sich in Berlin großer Beliebtheit erfreuende Konzept des Co-Workings soll auch bei den Büroflächen der Urbanen Mitte Anwendung finden. So werden sich die Flächen durch offene Räume und Flexibilität auszeichnen. Außerdem soll eine Mischung aus Arbeits- und Freizeitbereichen entstehen, sodass das Wohlbefinden der Mieter und damit verbunden ihre Kreativität gesteigert wird.

Kulturelles Angebot für Berliner

Aufgrund seiner zentralen Lage direkt an zwei U-Bahnlinien sowie einer S-Bahn- Trasse und der damit verbundenen Lautstärke ist der Bau von Wohnungen nicht umsetzbar. Stattdessen sieht COPRO neben Büros und Gewerbeflächen ein Hotel, geförderte Atelierflächen und multifunktional nutzbare Räume für Kulturangebote vor. So soll ein lebhaftes, kreatives

und vielfältiges Stadtquartier entstehen, das den Park am Gleisdreieck zu einem neuen Zentrum Berlins verwandelt und den Berlinern sowie Touristen gleichermaßen Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten bietet. (cr)

bautec 2018: Der Kongress für Architekten und Planer

Unter dem Titel „FASSADE 2018 – smart grün dynamisch“ findet im Frühjahr 2018 ein neues Kongressformat statt. Die kommende bautec Berlin (20.-23.2.2018) richtet sich an Architekten, Planer und Ingenieure. Im Palais am Funkturm präsentieren namhafte Fassadenspezialisten aus Forschung und Lehre gemeinsam mit international renommierten Architekten aktuelle Strömungen, neueste Technologien sowie preisgekrönte Bauten mit außergewöhnlichen Fassadenlösungen. Erwartet werden u.a. Ulrich Knaack (TU Darmstadt + Delft), Daniel Pfanner (Bollinger + Grohmann), Teodora Vatahska und Axel Müller (HTCO), Arno Lederer (LRO), Laura Fogarasi-Ludloff (Ludloff Ludloff) und Dan Stubbergaard (COBE).

Das neue Kongressformat bietet rund 500 Fachbesuchern die Möglichkeit, einen halben Tag lang Vorträge aus den Bereichen Forschung und Engineering sowie Architektur – national und international – zu erleben. Darüber  hinaus bietet die Fachmesse eine Plattform, um sich auszutauschen und mit Kollegen zu vernetzen.

„FASSADE 2018 – smart grün dynamisch“

Mit dem Thema „FASSADE 2018 – smart grün dynamisch“ verbindet der Kongress, bautec 2018, Inhalte die für Architekten, Planer, Ingenieure aber auch Hersteller gleichermaßen wichtig sind und sie verbindet. Die Fassade ist schon seit langem nicht mehr nur Hülle oder Frontseite eines Gebäudes. Neben der gestalterisch ästhetischen Aussage beziehungsweise ihrer Außenwirkung spielt das Thema Funktionalität eine immer bedeutendere Rolle. Traditionell als Schutz vor Sonneneinstrahlung, Witterung und Sicht genutzt, spiegelt die Gebäudehülle aktuelle Ansprüche an die Architektur. Smarte, grüne und nachhaltige Fassaden zu gestalten, ist das zentrale Anliegen von Planern und Herstellern. Innovative Technologien werden entwickelt, revolutionäre Materialien erprobt, die Digitalisierung erlaubt neue Wege des Entwerfens.

Über die bautec

Alle zwei Jahre finde die bautec – Internationale Fachmesse für Bauen und Gebäudetechnik –in Berlin statt. Ca. 35.000 Besucher informierten sich auf der letzten Veranstaltung bei 502 Ausstellern aus 17 Ländern. Präsentiert werden die neuesten Produkte, Services und Themen der nationalen und internationalen Bau- und Immobilienwirtschaft. Veranstaltet wird die bautec von der Messe Berlin. Ideeller Träger ist der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. (red)

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