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Automatisierung bedroht deutsche Wirtschaft – Politiker setzen auf Weiterbildung

Fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung bewirken große Veränderungen in der Wirtschaft. Immer mehr Arbeitsplätze werden inzwischen durch Computer und Maschinen ersetzt. Vor allem Deutschland wird infolgedessen einen tiefgreifenden Wandel auf dem Arbeitsmarkt erleben. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert in ihrem Beschäftigungsausblick 2019 eine Bedrohung mehrerer tausend Arbeitsplätze als Folge der Automatisierung.

Besonders gefährdet seien laut OECD-Forscher Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent automatisiert werden. Eine Vorbeugungsmaßnahme ist die Weiterbildung und Umschulung der Beschäftigten.

Keine Massenarbeitslosigkeit trotz Veränderung auf dem Jobmarkt

Aus dem am Donnerstag in Berlin präsentierten OECD-Beschäftigungsausblick 2019 geht hervor, dass die technologischen Veränderungen hauptsächlich den deutschen Arbeitsmarkt betreffen. Grund dafür ist die überdurchschnittliche Bedeutung der Industrie in Deutschland. Ganze 36 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland würden sich laut der OECD durch die digitale Technik verändern. 18 Prozent der Arbeitsplätze seien durch Automatisierung vollständig bedroht.

Trotz der bevorstehenden Herausforderungen sei keine Massenarbeitslosigkeit zu befürchten, entwarnt OECD-Generalsekretär Angel Gurría. Neben den technologischen Veränderungen entstehen gleichzeitig viele neue Jobs. Gerade im Bereich der sozialen Dienstleistungsberufe wachse der Bedarf an zusätzlicher Beschäftigung.

Geringfügig Qualifizierte sind gefährdeter

Besonders bedroht seien laut OECD die Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe, deren Tätigkeiten problemlos von Maschinen übernommen werden könnten. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent werden diese Jobs automatisiert, insbesondere weil moderne Maschinen immer komplexere Tätigkeiten übernehmen können, während es den Beschäftigten immer häufiger an wichtigen Kompetenzen fehlt.

In der Studie der OECD heißt es, dass nur 50 Prozent der Arbeitnehmer für den technologischen Wandel qualifiziert und vorbereitet sind, weshalb die Arbeiter verstärkt geschult werden sollten. Besonders betroffen sind Geringqualifizierte. Für sie ist der Zugang zu Weiterbildungen erschwert und sie sind noch eher der Gefahr ausgesetzt, von Maschinen ersetzt zu werden.

Auch Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ist der Meinung, die Politik müsse öffentlich geförderte Weiterbildung sowie Umschulung zum Schwerpunkt machen. Heil möchte noch im Sommer konkrete Maßnahmen vorschlagen und zieht in diesem Zusammenhang sogar einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung in Erwägung. (tf)

DSC Legal berät den BVMW bei der Umsetzung der Mittelstandsinitiative „Job plus Wohnung“ – Mitarbeiterwohnungsbau im genossenschaftlichen Modell

Seit dem vergangenen Jahr unterstützt DSC Legal den Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e.V. („BVMW“) aktiv bei der Umsetzung seiner neuen Mittelstandsinitiative „Job plus Wohnung“.  Die Initiative geht auf ein Positionspapier des BVMW zurück, in welchem der Verband (er vertritt im Rahmen seiner Mittelstandsallianz die Interessen von über 900.000 Mitgliedern) die Politik zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Bau von Mitarbeiterwohnungen aufforderte. Verfasser der Konzeption und des Positionspapiers ist Rechtsanwalt und Notar Dr. Peter Diedrich (Managing Partner von DSC Legal), der als Sprecher der Rechtskommission und stellvertretender Vorsitzender des Schiedsgerichts des BVMW ehrenamtlich für den Verband tätig ist.

Anlass der BVMW-Mittelstandsinitiative ist der akute Wohnungs- und Fachkräftemangel, der vor allem in den Ballungsräumen zu beobachten ist. In Berlin, Frankfurt, München, Hamburg und anderen deutschen Großstädten, wo Wohnraum immer knapper und teurer wird, bleiben mittlerweile auch gut bezahlte und qualifizierte Fachkräfte bei Wohnungsbewerbungen häufig chancenlos. Gleichzeitig sehen sich Unternehmen mitunter bereits dazu gezwungen, lukrative Aufträge abzulehnen, weil es ihnen nicht gelingt, die zur Auftragsrealisierung notwendigen Facharbeitskräfte zu rekrutieren. Angesichts der zunehmenden Attraktivität urbanen Lebens, droht der Wohnungsmangel in Zukunft weiter zuzunehmen. Bevölkerungsforscher prognostizieren, dass im Jahr 2050 mehr als 80 Prozent der Menschen in Städten leben werden.

Die politischen Entscheidungsträger haben das Problem zwar erkannt und benannt, doch die ergriffenen Maßnahmen waren bislang nur wenig erfolgreich. Zur Realisierung ihres Vorhabens zum Bau von 1,5 Millionen neuen Wohnungen in der laufenden Legislaturperiode bis 2021 („Wohnraumoffensive“) und zur Sicherung von bezahlbarem Wohnraum hat die Bundesregierung mit den kommunalen Spitzenverbänden und den im „Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen“ engagierten Verbänden auf dem „Wohngipfel 2018“ die gemeinsame Umsetzung eines umfassenden Maßnahmenbündels vereinbart. Im Ergebnispapier dieses am 21.09.2018 abgehaltenen Spitzentreffens wurde die Errichtung betriebseigener Wohnungen ausdrücklich als ein „wertvoller Beitrag für die Entlastung angespannter Wohnungsmärkte“ hervorgehoben. Mitarbeiterwohnungen komme ein „großer Vorteil bei der Mitarbeitergewinnung“ zu und diese „können entscheidend bei der Wahl des Arbeitgebers sein“. Zur Koordination des Umsetzungsprozesses auf Bundesebene wurde ein interministerieller Staatssekretärsausschuss unter Leitung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat eingesetzt.

Die neue Mittelstandsinitiative des BVMW knüpft an den traditionellen Werkwohnungsbau an, der aus der Mode geraten war, nachdem sich viele der traditionsreichen Industriekonzerne von ihren Werkswohnungsbeständen getrennt hatten. Mit dem Angebot „Job plus Wohnung“ wird es Unternehmen wesentlich erleichtert, benötigte Fachkräfte zu gewinnen und nachhaltig zu binden. Das macht den Mitarbeiterwohnungsbau auch heute wieder attraktiv.

Für viele Mittelständler wäre die Errichtung von Mitarbeiterwohnungen zwar auch im Alleingang möglich. Wenn sich mehrere Unternehmen regional zusammenschließen und – getreu dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ – eine Genossenschaft gründen, wird der Bau von neuen Mitarbeiterwohnungen jedoch erheblich realistischer.

Mindestens drei Unternehmen gründen dabei eine Genossenschaft zu dem Zweck, potentielle Mitarbeiter für sich zu gewinnen und bestehende Mitarbeiter durch die Bereitstellung preisgünstigen Wohnraums an sich zu binden. Mitgliedsunternehmen entsenden aus ihrer Mitte vertretungsbefugte Personen in den Vorstand und den Aufsichtsrat der Genossenschaft.  Eine unabhängige Servicegesellschaft unterstützt die Genossenschaft bei der Umsetzung des Gesellschaftszwecks auf Grundlage eines Managementvertrages.

Jedes Mitglied erhält im Rahmen des Beitritts zur Genossenschaft die gewünschte Anzahl an Belegungsrechten an vorab zu bestimmenden Wohnungen. Das Belegungsrecht gibt das Recht zu bestimmen, welche Personen (Mitarbeiter) zur Nutzung der jeweiligen Wohnung auf Basis eines Mietvertrages mit der Genossenschaft berechtigt sein sollen. Die Genossenschaft erwirbt daraufhin Grundstücke (in Eigentum oder als Erbbaurecht) zur Wohnbebauung. Ein gegenwärtig realisiertes Pilotprojekt in Berlin kalkuliert mit Kosten für Erwerb und Bebauung von insgesamt EUR 2.215 je m² Wohnfläche.

Die Genossenschaft schließt mit den Mitarbeitern, die aufgrund der Belegungsrechte von den Mitgliedsunternehmen benannt worden sind, Mietverträge über Werkmietwohnungen. Das Pilotprojekt in Berlin sieht eine Nettomiete von EUR 6,50 je m² Wohnfläche vor, was den Vorgaben des Ersten Förderwegs in Berlin entspricht.

Die Finanzierung erfolgt neben den von den Mitgliedsunternehmen zu erbringenden Pflichteinzahlungen auf die Geschäftsanteile insbesondere durch Kredite von Genossenschaftsmitgliedern und Kreditinstituten sowie Darlehen und Zuschüsse von öffentlichen Förderbanken (z.B. Investitionsbank Berlin – IBB).

Bezahlbarer Wohnraum in Ballungsgebieten ist nur dort möglich, wo kostengünstig gebaut wird und Grundstücke nicht zum Verkehrswert erworben werden müssen, sondern durch die Mittelständler oder die jeweilige Kommune unterhalb des Verkehrswertes oder als Erbbaurecht eingebracht werden.

Um die künftigen Bauvorhaben der BVMW-Mittelstandsinitiative so schnell und preisgünstig wie möglich zu realisieren, soll die serielle und modulare Bauweise angewendet werden. Der moderne Modularbau erfolgt nachhaltig und entspricht hinsichtlich der Energieeffizienz den Vorgaben der KfW. Die Bauzeit für Mehrgeschosswohnungsbau in serieller Bauweise liegt gegenwärtig bei wenigen Monaten, die Kosten weit unter den üblichen Baupreisen. Inwieweit die Bundesländer die Genehmigungsverfahren bzw. -voraussetzungen für serielles und modulares Bauen durch eine Harmonisierung der bauordnungsrechtlichen Rahmenbedingungen („Typenbaugehmigung“) entlasten und beschleunigen werden, bleibt abzuwarten.

Das Baugrundstück kann sich dabei auch in einem – stark verdichteten – städtischen Gebiet oder Gewerbegebiet befinden, um den Mitarbeitern kurze Wege zwischen Arbeitsort und Wohnung zu ermöglichen. Der Gesetzgeber hat die dazu erforderlichen baurechtlichen Rahmenbedingungen bereits im Jahr 2017 durch Einführung der neuen Baugebietskategorie „Urbane Gebiete“ (§ 6a BauNVO) geschaffen.

Der Mitarbeiterwohnungsbau im privaten Sektor benötigt jedoch eine spezifische steuerliche Förderung, um zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum effizient und nachhaltig beitragen zu können. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsbaus, welcher die Einführung einer auf 4 Jahre befristeten Sonderabschreibung von jährlich 5% der Anschaffungs- oder Herstellungskosten (max. EUR 2.000 je m²) unter weiteren Voraussetzungen bzw. Beschränkungen (z.B. Anschaffungs- oder Herstellungskosten von max. EUR 3.000 je m²) vorsieht, greift dabei zu kurz. Weitere investive Anreize für den Bau betriebseigener Wohnungen wären zielführend (z.B. Wegfall/Reduzierung der Grunderwerbsteuer).

Das von DSC Legal gemeinsam mit dem DGRV – Deutscher Genossenschaft- und Raiffeisenverband e.V. entwickelte Konzept des Mitarbeiterwohnungsbaus im genossenschaftlichen Modell wurde vom zuständigen Baustaatssekretär im Bundesinnenministerium, Gunther Adler, als ein „vielversprechender Ansatz“ bezeichnet. Er unterstrich dabei, dass gerade der regionale Zusammenschluss von Unternehmen beim Mitarbeiterwohnungsbau zu „erheblichen Synergieeffekten und somit geringeren Kosten führen“ könne.

Mit großer Resonanz fand am 15.01.2019 in der Zentrale des BVMW die erste Informationsveranstaltung zum Thema „Mitarbeiterwohnen im genossenschaftlichen Modell“ statt. Weitere Veranstaltungen folgten seither. (red)

Wirtschaftsstandort Berlin: Immer mehr Betriebe in der Hauptstadt

Der Wirtschaftsstandort Berlin ist bei Betrieben weiterhin sehr beliebt. Dies ergeben jüngste Berechnungen der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe auf Grundlage aktueller Daten der Bundesagentur für Arbeit.

Immer mehr Betriebe zieht es in die Hauptstadt

Berlin hat weiterhin einen starken Zuwachs an Betrieben zu verzeichnen. So ist die Zahl der Betriebe mit mindestens einer sozialversicherungspflichtig tätigen Person in den letzten drei Jahren um 5,6 Prozent auf rund 98.800 gestiegen. In absoluten Zahlen bedeutet dies knapp 5.300 mehr Betriebe, die sich in Berlin angesiedelt haben. Im Vergleich: Bundesweit gab es gerade einmal einen Anstieg von 1,3 Prozent. Sowohl bei den kleinen als auch bei den mittelgroßen und großen Betrieben waren die Zuwachsraten in der Hauptstadt in den Jahren 2015 bis 2018 stets höher als im Rest der Republik.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop zu den Entwicklungen des Wirtschaftsstandortes: „Der Standort Berlin entwickelt sich hoch dynamisch. Dies bestätigt der Zuwachs an Betrieben, der deutlich stärker ausfällt als im Bundesdurchschnitt und ein weiteres Indiz für die Wachstumskräfte in der Hauptstadt ist. Auch für das laufende Jahr rechne ich mit wirtschaftlichem Aufschwung in Berlin. Das Wichtigste: Die Wirtschaftsentwicklung kommt bei den Berlinerinnen und Berlinern an. Mit der wachsenden Zahl an Betrieben ist ein deutliches Plus an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung verbunden.“

Wirtschaftsstandort Berlin: Mehr Betriebe mehr Arbeitsplätze

Die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse in Berlin hat sich in den vergangenen drei Jahren um 12,6 Prozent erhöht. Insbesondere kleine, mittelgroße und große Betriebe haben daran Anteil. Allein 10 Prozent des Zuwachses an Beschäftigungen erfolgten hier. Bundesweit lag die Zuwachsrate nur bei 6,8 Prozent.

Viele Dienstleistungsbetriebe in Berlin

Vor allem für die Dienstleistungsbranche scheint Berlin attraktiv zu sein. Gut neun von zehn der neuen Betriebe in den letzten drei Jahren waren in diesem Wirtschaftsbereich. Dadurch ist die Dienstleistungsbranche ein zentraler Impulsgeber für Berlin. Gerade bei den Informations- und Kommunikationsdienstleistungen gab es einen starken Branchenzuwachs. Hier ist die Zahl der Betriebe um etwa 18 Prozent gestiegen. (aw)

Modellprojekt EVEREST: Angekommen in der Arbeitswelt

Das Modellprojekt EVEREST für junge Geflüchtete zieht positive Zwischenbilanz und hat gute Aussichten für die Zukunft.

Vor mehr als zwei Jahren startete das Modellprojekt EVEREST mit dem Ziel, junge geflüchtete Menschen zwischen 17 und 27 Jahren erfolgreich in Ausbildung und sozialversicherungspflichtige Arbeit zu vermitteln. Das Projekt der Jugendberufshilfe tragen die Kooperationspartner Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, das SOS-Kinderdorf Berlin, Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH, Charité CFM, BSR sowie die VHS Berlin Mitte. Jetzt ziehen die Partner nach 24 Monaten eine erfreuliche Zwischenbilanz, denn sie konnten bisher 15 junge Geflüchtete so qualifizieren, dass sie in betriebliche Ausbildung oder Arbeit übergehen konnten. Aktuell nehmen 38 Geflüchtete an EVEREST teil.

Joachim Gröschke, Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Familie betont: „Die gesellschaftliche und berufliche Integration von jungen Geflüchteten steht auf unserer Agenda ganz oben. Das Modellprojekt EVEREST ist dafür ein sehr gelungenes Beispiel, denn von der Berufsvorbereitung bis zum Arbeits- bzw. Ausbildungsvertrag ziehen alle an einem Strang. Daher ist es auch notwendig, mit EVEREST aus der Modellphase in die Regelfinanzierung zu gehen.“ (red)

Berliner Arbeitsmarkt – positive Bilanz von der Arbeitssenatorin

Trotz des geringen Anstiegs der Arbeitslosenzahlen in Berlin gibt es eine positive Bilanz von der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach. Gleichzeitig betont die Senatorin jedoch auch, dass die Arbeit noch nicht getan ist.

Situation am Berliner Arbeitsmarkt noch nicht zufriedenstellend

Zum Jahresbeginn ist die Arbeitslosigkeit in der Hauptstadt saisonbedingt um einen halben Prozentpunkt höher als noch im Vormonat. Betroffen sind vor allem die Bereiche Bau, Verkehr, Logistik und das Reinigungsgewerbe. In Berlin waren im Januar 155.838 Menschen arbeitslos gemeldet. Damit liegt die Quote bei 8,1 Prozent. Dennoch lautet die Bilanz der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach: „steigende Beschäftigung, sinkende Arbeitslosenzahlen, gute Fortschritte bei der Integration von Geflüchteten“. Denn laut der Arbeitsagentur Berlin-Brandenburg sind aktuell die niedrigsten Zahlen zu Jahresbeginn seit dem Jahr 1991 zu verzeichnen.

Auch von der IHK-Berlin positive Rückmeldung zur Lage

Die Industrie und Handelskammer in Berlin ist insbesondere über die Entwicklungen in Bereich der betrieblichen Ausbildungen erfreut: „Im Jahresvergleich hat sich der Arbeitsmarkt auch im Januar 2019 hervorragend entwickelt“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder.

Doch bei der Arbeitslosenquote der 15- bis 25-Jährigen sei Berlin im Bundesländervergleich nach wie vor unter den Schlusslichtern. Nur eine betriebliche Ausbildung würde einen hervorragenden Schutz vor Arbeitslosigkeit bieten. „Insofern freuen wir uns sehr, dass im vergangenen Jahr in Berlin nicht nur sieben Prozent mehr Ausbildungsplätze als im Vorjahr gemeldet wurden, sondern 2018 auch die Anzahl der aktiven IHK-Ausbildungsbetriebe und der IHK-Ausbildungsverträge um vier Prozent gestiegen ist. Diese Entwicklung zeigt, dass junge Menschen in unserer Stadt bei der Planung ihrer Zukunft definitiv auch die betriebliche Ausbildung als Option in Erwägung ziehen sollten“, betont Eder.

Realität auf dem Berliner Arbeitsmarkt: Hetze, Stress und knappe Einkommen

Doch trotz Ihrer positiven Bilanz über den hiesigen Arbeitsmarkt, ist Arbeitssenatorin Breitenbach noch nicht zufrieden: „Die Ergebnisse sind erfreulich, aber kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Gute Arbeit setzt gute Rahmenbedingungen voraus, und die sind noch längst nicht überall gegeben“, lautet das Urteil der Senatorin.

Denn noch immer haben viele Berliner Beschäftigte, Hetze, Stress und knappe Einkommen zu beklagen. Dies ergab die kürzlich veröffentliche Befragung „Gute Arbeit in Berlin“. Dazu Elke Breitenbach: „Betriebe und Tarifpartner müssen mehr für gesunderhaltende Arbeitsbedingungen und auskömmliche Löhne tun. Aber auch wir als Land leisten mit der Eindämmung sachgrundloser Befristungen oder der geplanten kräftigen Erhöhung des Landesmindestlohns unseren Beitrag zu Guter Arbeit in Berlin.“

Im Gegensatz zur IHK sieht die Senatorin die Entwicklung im Bereich der Ausbildung junger Menschen nicht ganz so zuversichtlich. Zu viele Ausbildungsbewerberinnen und -bewerber seien in 2018 leer ausgegangen. Doch gerade die Ausbildung sei die Basis der Fachkräftesicherung. „Wer ausbildet, investiert in die Zukunft“, betont die Senatorin.

Projekt „Einstieg zum Aufstieg“ – große Vermittlungsbörse für Flüchtlinge

Mit dem gemeinnützigen Projekt „Einstieg zum Aufstieg“ unterstützt der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) Flüchtlinge dabei, eine Beschäftigung oder eine Ausbildung zu finden. Dazu findet am 28. Januar 2019 Europas größte Vermittlungsbörse für Flüchtlinge im Estrel Hotel statt. Erwartet werden ca. 4.000 Besucher sowie rund 200 Aussteller (Berliner Unternehmen, Sozialverbände etc.). Auch der VBKI wird mit „Einstieg zum Aufstieg“ auf der Börse vertreten sein.

Projekt: Geflüchteten eine Chance auf dem Berliner Arbeitsmarkt geben

Seit der großen Flüchtlingswelle vor vier Jahren sind rund 85.000 Geflüchtete nach Berlin gekommen. Sie kommen aus Krisen- und Kriegsregionen. Zumeist sind sie aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Einige können bereits auf eine erfolgreiche berufliche Laufbahn in ihrem Heimatland zurückblicken, andere stehen noch ganz am Anfang ihres Berufslebens. Doch unabhängig von ihrem bisherigen beruflichen Erfahrungen verbindet die Geflüchteten eine hohe Motivation und das persönliche Interesse, in Berlin den „Einstieg zum Aufstieg“ zu schaffen.

„Einstieg zum Aufstieg“ – Wie können sich Unternehmen beteiligen?

Noch bis zum Freitag 25. Januar 2019 können Sie Ihren Personalbedarf – seien es Praktika, Ausbildungsplätze oder vollwertige Stellen – in Form von kurzen Tätigkeits- oder Stellenbeschreibungen beim VBKI melden. Dieser kommuniziert dann offene Vakanzen auf der Börse und unterstützt so auf einfachem Weg die Vermittlung von Interessenten an Arbeitgeber.

Ansprechpartner:

Henning Paulmann

Tel.: 01520 357 63 97

henning.paulmann@vbki.de

 

Weitere Informationen zur Beschäftigung und Ausbildung von Flüchtlingen erhalten Sie über die Bundesagentur für Arbeit oder die Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). (aw)

Arbeitsmarkt weiter stabil

Die Zahl der Erwerbstätigen in Berlin ist weiterhin hoch. So zeigt der Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit auf, dass die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum November nur gering (um 69 Personen) gestiegen ist.
Im Dezember 2018 waren in Berlin insgesamt 146.739 Arbeitslose gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das allerdings ein Rückgang um 12.833. Die Arbeitslosenquote beträgt 7,6 Prozent.

Arbeitsmarkt: Zahl der Arbeitslosen weiter zu hoch

Arbeitssenatorin Breitenbach sieht die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt positiv, hält die Zahl der (Langzeit-)Arbeitslosen jedoch weiterhin für zu hoch. „Dazu kommt, dass 22 Prozent der Erwerbstätigen in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis stehen. Werden die sozialversicherungspflichtigen Teilzeitbeschäftigten dazu gerechnet, sind es sogar 39 Prozent“, erklärt Breitenbach.

Soziale Verantwortung übernehmen

Problematisch ist, dass die Rente für viele Personen nicht ausreicht, um Miete und Lebenshaltungskosten aus eigenen Mittel zu bezahlen. Demnach erhielten über 80.000 Menschen in Berlin, davon mehr als jeder zweite im Rentenalter, im Jahr 2017 eine Grundsicherung. Elke Breitenbach bereitet dies Sorge. „Wirklich beunruhigend ist, dass diese Tendenz deutlich steigt. Um knapp ein Drittel – im Vergleich zu zehn Jahren zuvor – ist die Zahl angewachsen.“ Für Breitenbach ist soziale Verantwortung nicht nur eine politische, sondern auch eine unternehmerische Aufgabe. Sie merkt an, dass zu den als arbeitslos gemeldeten Personen noch all diejenigen hinzukommen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder einen Sonderstatus haben, so aber nicht als arbeitslos erfasst werden.

Bildungssystem muss Abhilfe leisten

Alexander Schirp, Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), sieht die Entwicklung dennoch positiv. Er erklärt: „Alle acht Minuten ist irgendwo in der Region ein neuer Job entstanden. In Berlin gab es im Oktober 53.200 neue Stellen mehr als vor einem Jahr. Damit bleibt die Hauptstadt im Bundesvergleich so dynamisch wie keine andere Region.“

Den vorletzten Platz beim bundesweiten Vergleich der Arbeitslosenquoten wird Berlin dennoch nicht los. Schirp sieht den Grund dafür in der hohen strukturellen Arbeitslosigkeit. Er fordert, dass das Bildungssystem an der Stelle stärker in Erscheinung tritt und dafür sorgt, dass junge Menschen einen Schulabschluss machen. (red)

Zahl der befristeten Arbeitsverträge in Berlin nimmt zu

Der Wirtschaftsboom in Berlin hält weiterhin an. Doch Arbeitsmarktboom heißt nicht gleich Jobwunder. Denn die Zahl der befristeten Arbeitsverträge ist deutlich gestiegen. So sollen mehr als ein Drittel der Beschäftigte Verträge auf Zeit, Minijobs oder einen Leiharbeitsplatz haben.

Nun fordert die Arbeitssenatorin Elke Breitenbach Betriebe dazu auf, mehr Verträge unbefristet abzuschließen. Auch sollen die Betriebe ihre Ausbildungsangebote erweitern.

Der Wirtschaftsboom der Hauptstadt

Berlin ist als Wirtschaftsstandort kaum mehr wegzudenken. Zu Recht trägt Berlin seinen Ruf als „die Start-up Hauptstadt“. Immer mehr Unternehmen wollen sich in der Hauptstadt niederlassen. So flossen im vergangenen Jahr drei Milliarden Euro in Berliner Start-ups. Darüber hinaus sinkt auch Arbeitslosigkeit weiterhin. So ist die Arbeitslosenquote im vergangenen Monat zum ersten Mal seit 1991 auf unter acht Prozent gesunken. Damit befindet sich die Zahl der Arbeitslosen auf dem tiefsten Stand seit dem Mauerfall. Mittlerweile zählt die Hauptstadt über 97.000 Betriebe mit rund 1,7 Millionen Beschäftigten.

Diesen Zahlen zufolge könnte die wirtschaftliche Lage Berlins nicht besser sein. Zwar hat die Zahl der Beschäftigten deutlich zugenommen, doch ebenso auch der Anteil von Beschäftigten ohne eine unbefristete Vollzeitstelle.

Anteil an befristeten Stellen nimmt zu

Am vergangenen Mittwoch stellte Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, das Ergebnis des Betriebspanels 2017 vor: „In Berlin sind inzwischen 39 Prozent der Arbeitnehmer befristet oder teilzeit- und geringfügig beschäftigt.“ Davon arbeiten 17 Prozent in Teilzeit, 13 Prozent hatten befristete Stellen, acht Prozent wurden geringfügig beschäftigt und ein Prozent der Beschäftigten sind Leiharbeiter.

 

Die Zahl der befristeten Arbeitsverträge ist auf 39 Prozent gestiegen | Quelle: Betriebspanel Berlin 2017

Die Zahl der befristeten Arbeitsverträge ist auf 39 Prozent gestiegen | Quelle: Betriebspanel Berlin 2017

 

Die Arbeitssenatorin kritisierte diesbezüglich die Einstellungspolitik vieler Unternehmen. Denn angesichts des Fachkräftemangels bieten die Betriebe oft nur befristete Stellen an. „Die Betriebe verlangen zunehmend nach qualifizierten Beschäftigten und klagen über Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen. Doch statt mit attraktiven Konditionen um Fachkräfte zu werben, wurden mehr als die Hälfte der neuen Verträge nur befristet abgeschlossen, Tendenz steigend. Das passt nicht zusammen“, so Breitenbach.

Frauen wollen freiwillig Teilzeit arbeiten

Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, sieht die Situation noch differenzierter: „Viele Frauen wollen bewusst in Teilzeit arbeiten, um Beruf und Familie miteinander vereinbaren zu können. Wer mehr Vollzeit-Arbeit ermöglichen will, muss die Betreuungsangebote für Kinder verbessern. Hier gibt es in Berlin noch viel Spielraum.“

Allerdings wird die Suche nach einem Kinderplatz immer schwieriger. Denn in Berlin fehlen derzeit 3.000 Kitaplätze. Eine langfristige Lösung für die Kitaplatz-Not gibt es noch nicht. So sind zumeist Frauen gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten. (dn)

Die Berliner Wirtschaft: Boomtown oder Pannenhauptstadt?

Sinkende Arbeitslosigkeit und steigende Anzahl der Arbeitsplätze – Berlins Wirtschaft erlebt derzeit einen Boom wie seit Jahren nicht mehr.

Das sieht die Mehrheit der deutschen Bevölkerung jedoch nicht so. Im Gegenteil: Für fast die Hälfte der befragten Einwohner gilt Berlin als unattraktiv. Dies geht aus einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Civey hervor.

Berliner: Unsere Wirtschaft boomt!

Für die vom Tagesspiegel beauftragte Studie des Meinungsforschungsinstituts Civey wurden insgesamt 844 Berliner und 5020 Menschen bundesweit befragt. Rund 54 Prozent der Berliner halten ihre Stadt für einen attraktiven Wirtschaftsstandort. Bei der Frage, welche Stadt das höchste Entwicklungspotenzial habe, waren sich die Berliner einig: ihre geliebte Stadt Berlin.

Auch die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop lobt die Hauptstadt: „Die Berliner Wirtschaft boomt und ist weiter auf Expansionskurs“. So ist Berlin nach langen Jahren des Strukturwandels endlich angekommen und sei ein heute ein dynamischer und innovativer Standort. Laut der Umfrage ist Berlin am attraktivsten als Standort für Unternehmen der Digitalwirtschaft. Die Berliner Wirtschaft wächst seit Jahren, vor allem ist dies in der Start-up Branche gut zu beobachten. Berlin wird als Start-up Hotspot im europäischen Vergleich immer attraktiver  und übertrifft mittlerweile die Gründerszenen in anderen Metropolen.

Für fast die Hälfte der Deutschen ist Berlin unattraktiv

Wenn es nach dem Rest der deutschen Bevölkerung geht, dann ist Berlin ein eher unattraktiver Wirtschaftsstandort. Während lediglich 7,1 Prozent der Deutschen die Hauptstadt als attraktiv einschätzen, sehen rund 40,9 Prozent Berlin als unattraktiv. „Berlin steuert gerade einmal vier Prozent zum deutschen Bruttoinlandsprodukt bei und hat sogar einen leicht dämpfenden Effekt von 0,2 Prozent auf das Pro-Kopf-Einkommen der gesamten Republik“, heißt es vom Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Die Unternehmensberatung McKinsey warnte in einer Standortstudie, dass Berlin eine geringe Exportorientierung habe. Demnach hat die Berliner Wirtschaft immer noch nicht die jahrzehntelange Teilung der Stadt überwunden und leide bis heute an strukturellen Schwächen.

Berlin hat Entwicklungspotenzial

In einem Punkt sind sich beide Partien einig: Die Zahl der Arbeitsplätze wird in der Hauptstadt in den kommenden fünf Jahren steigen. Dennoch herrscht Uneinigkeit darüber, wie stark das Wachstum ausfallen wird.

„Berliner erleben hautnah, dass es wirtschaftlich bergauf geht in der Stadt. Das Straßenbild verändert sich, die Mieten steigen und Unternehmen bauen neue Niederlassungen. Vieles davon wird jedoch im Rest von Deutschland nicht wahrgenommen. Hier stehen eher Negativ-Nachrichten von der Flughafenbaustelle BER oder die Schwierigkeiten in der Verwaltung im Vordergrund“, sagt Civey Geschäftsführer Gerrit Richter. Da bleiben die Meinungen der Berliner und der Deutschen wohl gespalten. (dn)

Weniger Arbeitslose: Berliner Wirtschaft im Aufschwung

Berlin hat weniger Arbeitslose! Insgesamt verzeichnet die wirtschaftliche Entwicklung 2017 einen positiven Verlauf. So rechnet Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), in diesem Jahr mit einem Wachstum von zwei Prozent. Allein in Berlin soll es 56.000 zusätzliche Arbeitsplätze geben. „Die Berliner Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren zehntausende neue Arbeitsplätze geschaffen, die Arbeitslosenquote ist auf einem historischen Tiefstand“, berichtet Amsinck weiter.

Weniger Arbeitslose in Berlin

Die deutsche Hauptstadt erlebt derzeit ein rasantes Arbeitsplatzwachstum. So zeigen die aktuellen Arbeitsmarktzahlen, dass in Berlin immer weniger Arbeitslose wohnen.

Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte, ist im November die Arbeitslosigkeit weiter gesunken. So waren nur 160.332 Frauen und Männer als arbeitssuchend gemeldet. Dies entspricht eine Arbeitslosenquote von 8,5 Prozent, was einen historischen Tiefstand kennzeichnet. Im Oktober waren es 2.327 mehr und vor einem Jahr sogar noch 10.542 mehr.

Trotz des Stellenabbaus von Siemens und der Insolvenz der Air Berlin geht die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit davon aus, dass der Beschäftigungsboom anhält. Laut Direktionschef Bernd Becking ist in einem positiven Umfeld der Arbeitsmarkt in Berlin, insbesondere für Fachkräfte, aufnahmefähig. Becking hob hervor, dass der Personalbedarf in den Berliner und Brandenburger Unternehmen hoch sei und Fachkräfte in vielen Branchen gesucht würden.

Ungleiche Verteilung der Teilzeitarbeit

Mit dem Arbeitsplatzwachstum erlebt leider auch die Teilzeitarbeit einen Boom. Die Berliner Morgenpost berichtete, dass die Zahl der Mitarbeiter, die weniger als 40 Stunden im Betrieb beschäftigt sind, sich innerhalb der letzten zehn Jahre verdoppelt hat.

Laut Christian Amsinck sei „Teilzeit politisch und auch von vielen Beschäftigten gewollt. Frauen würden Teilzeitarbeit nutzen, um Beruf und Familie miteinander vereinbaren zu können.“

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linke, Sabine Zimmermann, widerspricht dem jedoch: „In vielen Fällen sei die Teilzeitbeschäftigung nicht existenzsichernd und führe zu Altersarmut.“ Denn, wer weniger Stunden arbeitet, verdient weniger und erwirbt dementsprechend geringere Rentenansprüche.

Im vergangenen Jahr mussten 1,3 Millionen Frauen und Männer in Teilzeit arbeiten, weil sie keine Vollzeitstelle finden konnten. Gerade Frauen sollen davon betroffen sein. So arbeitet ein Drittel aller Frauen in Teilzeit, während es bei den Männern nur jeder Zehnte ist.

Schwache Tarifbindung

Zur Entwicklung der Tarifbindung sagt Amsinck: „Attraktive Tarifverträge sind ein wichtiger Baustein für die soziale Marktwirtschaft. Arbeitgeber und Gewerkschaften müssen Regelungen finden, die Unternehmen nicht überfordern und ihnen genügend Spielraum lassen.“

In Berlin herrscht derzeit schwache Tarifbindung. Während 1998 noch 41 Prozent der Betriebe an einen Branchen- oder Haustarifvertrag gebunden waren, sind es heute nur noch 19 Prozent. Aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) geht heraus, dass Beschäftigte aus Betrieben ohne Tarifbindung sich ungerechter entlohnt fühlen, als diejenigen, die nach einem Haus- oder Flächentarifvertrag bezahlt werden. (dn)