Beiträge

7. und 8. September Tag des offenen Denkmals 2019

Moderne. Modern. Berlin. Unter diesem Motto steht das kommende Wochenende, wenn über 330 Denkmalorte in Berlin wieder zum Tag des offenen Denkmals laden.

Alljährlich am zweiten Sonntag im September, in Berlin auch am Samstag davor, öffnen Denkmaleigentümer und ehrenamtliche Denkmalfreunde die Türen zu Bau-, Boden- und Gartendenkmalen. Seit 1993 findet diese beliebte Veranstaltung bundesweit im Rahmen der European Heritage Tage statt.

Mit dabei sind u.a. das Studentendorf Schlachtensee in Zehlendorf, welches 1959-64 errichtet wurde, das Gropiushaus in Neukölln, erbaut vom gleichnamigen Bauhausgründer, die Train-Kaserne in Spandau, der 1909 angelegte Motorflugplatz Adlershof und das Flugfeld Johannisthal, als Landschaftspark heute eine Schatzkammer der Natur mit Trudelwindkanal, großem Windkanal und Schalldämpfendem Motorenprüfstand.

In Mitte thematisieren Guides des Verbandes der Berliner Stadtführer neben der Architektur besonders die Fassade des Mosse-Hauses, errichtet 1901-03 von Wilhelm Cremer und Richard Wolffenstein als Sandsteinbau mit Jugendstil-Anklängen, später von Erich Mendelssohn umgebaut.

In der Erna-Berger-Str. hinterm Leipziger Platz kann der älteste erhaltene Grenzwachturm bestiegen werden.

App für den Tag des offenen Denkmals

Interaktiv den Tag des offenen Denkmals erleben | Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

In Köpenick blickt die Gartenstadtsiedlung Elsengrund auf 100 Jahre Märchenviertel zurück und lädt am Sonntag zum gemeinsamen Grillen ein.

Ein Audioguide für Kinder wird auf dem Friedhof der Märzgefallenen in Friedrichshain vorgestellt, der die Revolutionen von 1848 und 1918/19 am authentischen Ort veranschaulicht.

Sonderführungen zu archäologischen Untersuchungen werden angeboten. Natürlich sind auch die Zitadelle Spandau, die Tautschule in Lichtenberg, in Neukölln das Sudhaus und die Kindl-Brauerei mit dabei.

Die vollständige Liste gibt es unter #tagdesoffenendenkmals#2019#berlin

Öffnungszeiten Sa/So von 10 – 18 Uhr. Rundgänge und Kuratorenführungen zum Teil nach Bedarf. Der Eintritt ist frei.

Das gedruckte Programm liegt kostenfrei im Landesdenkmalamt Berlin, Klosterstr. 47 in 10179 Berlin-Mitte aus. (dd)

Visionen für die Hauptstadt – Berlin Partner Lunch Break im B-Part Am Gleisdreieck

Das Thema Stadtentwicklung 2019 in Berlin in Verbindung mit einem unaufgeregt konstruktiven Optimismus anzugehen ist aktuell in der Hauptstadt eher ungewöhnlich. Dem Vorstandsvorsitzenden der Copro AG, Marc F. Kimmich gelingt dieser Spagat jedoch: Die perfekte Voraussetzung für das aktuelle Copro-Projekt, die Urbane Mitte Am Gleisdreieck und damit auch für Berlin. Als Gastgeber – gemeinsam mit Annabell Dörksen von Berlin Partner – begrüßte Kimmich die Teilnehmer des Berlin Partner Lunch Breaks im neuen Labor für die Stadt der Zukunft, dem B-Part Am Gleisdreieck und nutzte die Gelegenheit, den Gesprächsteilnehmern seine positive Grundhaltung mit auf den Weg zu geben.

Zum Thema „Flächenmanagement in Berlin“ diskutierten Andreas Schulten, Vorstand der bulwiengesa AG, Unternehmensberater Dr. Markus Vogel und Berlin Partner-Geschäftsführer Dr. Stefan Franzke mit Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt. Das rapide Wachstum der Hauptstadt fordert nicht nur Berlins Bewohner, sondern vor allem auch die politischen Entscheider und die Entwickler. Gibt es überhaupt noch genügend Flächen, um die Spree-Metropole auch morgen noch weiter zu bauen? Sind Hochhäuser vielleicht die Lösung für die steigende Nachfrage? Wie funktioniert Verdichtung in Berlin ohne die ebenfalls dringend benötigten Freiräume zuzubauen?

Angebot und Nachfrage in der wachsenden Stadt

Dr. Stefan Franzke beobachtet den Wohnungsmarkt aus einer ökonomischen Perspektive. Das Flächenangebot kann aus seiner Sicht mit der Nachfrage nicht mithalten. Ältere Menschen suchen erfolglos kleinere Wohnungen, junge Familien wollen sich vergrößern, auch hier sei der Markt nicht in der Lage, der Nachfrage gerecht zu werden.

Geschichtsunterricht in B-Part Am Gleisdreieck

Obwohl Platzprobleme erst seit Kurzem eine Rolle spielen, die Situation ist in Berlin nicht ohne historisches Beispiel. Bereits vor 100 Jahren erforderte Berlins rasantes Wachstum schon einmal große Veränderungen. Dr. Stefan Franzke sieht die Schaffung von Großberlin als Vorbild für eine gelungene Stadtentwicklung. Der gesamtgestalterische Anspruch könnte in der heutigen Entwicklung als Beispiel dienen. Andreas Schulten hingegen sieht die destruktive öffentliche Auseinandersetzung als großes Problem: „Stadtentwicklung wird für die lauten Bürger gemacht. Das ist falsch, wir müssen Politik für unsere nächste Generation machen.“

Eine nachhaltige Stadtentwicklung ist vonnöten

Meist dauert es nicht lange, bis in einer Diskussion über Berliner Bauflächen das Tempelhofer Feld zur Sprache kommt. Die Entscheidungsfindung zur Bebauung des ehemaligen Flughafengeländes halten die Diskutanten für nicht endgültig abgeschlossen. Aber auch über das Tempelhofer Feld hinaus ist sich Dr. Markus Vogel sicher, dass Berlin genügend Flächen besitzt, um gegenwärtigen und zukünftigen Bevölkerungszuwächsen zu begegnen. Mit der dezentralen Stadt bringt er einen wichtigen Punkt in die Debatte ein: Orte außerhalb des S-Bahn-Rings wie Reinickendorf oder Adlersdorf haben erhebliche Potentiale und einen wichtigen Stellenwert im Stadtgefüge. Eine nachhaltige Stadtentwicklung sei jedoch zu lange verschlafen worden und müsse jetzt vorangebracht werden, auch im Austausch und Dialog mit der Zivilgesellschaft.  Nur eine offene Stadt mit einem breiten gesellschaftlichen Spektrum könne auch den Zuzug von Kapital leisten, den Berlin benötigt.

Als Denkanstöße konnten die Teilnehmer des Lunch Breaks darüber hinaus innovative Wohnformen und -konzepte wie Coworking und Mikrowohnen, das Konzept von Quartieren für 24 Stunden und eine Anpassung der Berliner Traufhöhe auf bis zu 60 Meter, mit in den Nachmittag nehmen.

Holz gewordener Optimismus

Gastgeber Kimmich bleibt dennoch weiter optimistisch. Das Konzept von B-Part Am Gleisdreieck löst seine Versprechen ein. Der luftige Holzbau zeigte sich als Location für Zukunftsdiskussionen, denn B-Part wurde gestaltet, um in der Stadt von morgen zu arbeiten. Der Holzbau steht auf dem Gelände, auf dem die Urbane Mitte Am Gleisdreieck entstehen wird und wird als Coworkingspace genutzt. (mw)

BRAIN BOX BERLIN erhält Baugenehmigung in Adlershof

Neues „Campus-Living“ verspricht der genehmigte Bau eines 24.000 Quadratmeter umfassenden Büro- und Gewerbeflächenkomplexes in Adlershof. Ab Juni 2018 soll das hochmoderne Bauprojekt entstehen. Müller und Reichmann Architekten realisieren im Auftrag der Profi Partner AG einen achtstöckigen Präsentationsturm im Flughafenkorridor des BER. Geplant ist, den Bau bis Frühjahr 2020 abzuschließen. Die Brain Box Berlin, so der Name des Bauprojekts, soll als zentrale „Landmark“ im lebendiger und hipper werdenden Bezirk Adlershof in Berlins Peripherie funktionieren.

 

Weitläufig und kaum zu übersehen | Foto: Profi Partner AG

Weitläufig und kaum zu übersehen | Foto: Profi Partner AG

 

Open Space für große Ankermieter, Co-Working für kleinere

Als „Eingang in die Metropole“ soll die achtstöckige Präsentationsfläche Anreisenden des BER zeigen, was Berlin an Räumen zu bieten hat. Der Bau wird Gewerbeflächen und Produktionsräume mit Co-Working- und Open-Space-Flächen verbinden. Durch ihre Variabilität sind die Flächen für verschiedenste Mieter aus dem Büro- und Gewerbebereich attraktiv. Obwohl das Turmgebäude als eine Neuheit beworben wird, scheint es sich eher stufenlos in den modernen Technologiepark und die Wissenschaftsstadt Adlershof einzugliedern.

„Der prägende Tower und die starke Sichtbarkeit des Gebäudes sind zum Beispiel prädestiniert für eine große Marke als Ankermieter. Solch einen Leuchtturm-Standort findet man in der Hauptstadt nicht so schnell wieder“, betont Bauherr Dirk Germandi die starke Heraushebung des Bauprojekts im Bezirk Treptow-Köpenick.

Hot-Spot Adlershof

Die Brain Box möchte eine Reihe zusätzlicher Services für die Mieter anbieten. Beispielsweise soll ein Verleihdienst für E-Fahrräder und eine Ladestation für Elektroautos sowie Carsharing angeboten werden.  Diese Prinzip, wie in Büroflächen in Mitte bereits vorgemacht, soll zukünftig zum gängigen Büroalltag gehören.

Mit Baugenehmigung wird auch die Lage des standortmäßig interessanter werdenden Kiezes Adlershof und die Konkurrenz zum Stadtteil Mitte betont. Müller und Reimann Architekten bezeichnen Adlershof schon jetzt als „das neue Mitte“. Der Bezirk profitiert jedoch vermehrt von den Sitzen einiger Technologiekonzerne und Veranstaltungen wie „Die Lange Nacht der Wissenschaft“. Mitte lebt währenddessen von starken Kontrasten verschiedenster Unternehmen und dem Flair bunter Vielfalt. Bei Adlershof und dem Flughafenkorridor ginge es vor allem um eine gute Verkehrslage. Nicht zwingend wichtig sei, das für die Anbindung sondern auch um die Sichtbarkeit des Gewerbes zu garantieren. Mit voraussichtlicher Fertigstellung 2020 wird dem selbst benannten „klügsten Kiez Berlins“ eine weitere hochmoderne Glasbox hinzugefügt werden. (cn)