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Studierende in Berlin bekommen mehr Unterstützung
Alle Studierenden müssen die Möglichkeit haben, online zu studieren | Foto: Bild von StartupStockPhotos auf Pixabay

Studierende in Berlin bekommen mehr Unterstützung

29. Juni 2020


Sowohl lang- als auch kurzfristig plant Berlin, seine Studierenden stärker zu unterstützen. In den kommenden Jahren soll der Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken für mehr Diversität und Kapazitäten an den Universitäten sorgen. Zunächst können Studierende weitere Soforthilfegelder beantragen, um die Corona-Pandemie finanziell zu überstehen.

Mehr Kapazitäten, mehr Gleichberechtigung, mehr Vielfalt

Das Abitur sei zu einfach, die Universitäten überfüllt – die Debatte um die steigenden Studierendenzahlen ging in den letzten Jahren immer wieder durch Deutschland. Gleichzeitig gibt es einen Fachkräftemangel bei einigen akademischen Berufen wie etwa Ärzten oder Lehrern. Der Berliner Senat möchte nun gezielt gegen die beiden Probleme vorgehen: Zum einen sollen die Kapazitäten an den Universitäten ausgebaut werden und sich nach der wachsenden Menge der Studierenden richten. Zum anderen werden Studienangebote für Berufszweige, die unter einem Fachkräftemangel leiden, erweitert.

Des Weiteren plant der Senat Angebote für Studienanfänger auszuweiten, um den Übergang zwischen Schule und Studium zu erleichtern. Ebenso soll die Diversität der Universitäten unterstützt werden. So können Studierende aus dem Ausland, insbesondere Geflüchtete, auf mehr Förderung hoffen. Die positive Tendenz des wachsenden Anteils an Frauen in Professuren wird weiterhin durch das „Berliner Programm zur Förderung von Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre“ unterstützt.

„Berlin ist ein Hochschulstandort, der ganz bewusst auf Vielfalt und Offenheit setzt. Wir wollen unsere Hochschulen weiter für Menschen mit unterschiedlichen Bildungswegen öffnen und Studierende noch besser beim Studienerfolg unterstützen.“, erklärte Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin. „Wir werden weiterhin gemeinsam mit unseren Hochschulen die Beschäftigungsbedingungen für Lehrende verbessern und den Anteil unbefristeter Arbeitsverhältnisse erhöhen“ , so Müller weiter. Bei der Gleichstellung wolle man zudem die bundesweite Vorreiterrolle ausbauen und weitere Verbesserungen erzielen.

Weitere Corona-Hilfsgelder für Studierende

Im Hintergrund der Corona-Krise brauchen viele Studierende derzeit vor allem finanzielle Hilfe. Denn häufig hatten sie Nebenjobs in Bars und Restaurants, die schließen mussten oder Stellen abbauten. Auch profitierten die angehenden Akademiker häufig nicht von den Kurzarbeitergeldern, da diese nicht an Minijobber ausgezahlt werden.

Daher fließen weitere zwei Millionen Euro in den Hilfsfond der Studierendenwerke, die auch an internationale Studierende gehen können, welche vorher nicht bedacht wurden. „Die Corona-Pandemie stellt auch viele Studierende in unserer Stadt vor große Herausforderungen. Mit den zusätzlichen Mitteln bauen wir die Unterstützung für in Not geratene Studierende weiter aus. Als erstes Bundesland schaffen wir gezielt ein Sofortprogramm für unsere internationalen Studierenden, die die Bundeshilfen noch nicht in Anspruch nehmen können.“, sagte Müller.

Technikequipment der Studierenden für das Wintersemester vorbereiten

Drei weitere Millionen Euro gehen in den Technikfond. Dieser wird an Studierende ausgeschüttet, die nicht die technischen Möglichkeiten haben, die Onlineangeboten der Universitäten von zu Hause aus zu verfolgen. Das Sommersemester fand bereits komplett online statt und für kommenden Herbst wird weiterhin ein Großteil der Vorlesungen ohne Präsenz in den Vorlesungssälen auskommen müssen. „Als weltoffener Wissenschaftsstandort mit dem höchsten Anteil internationaler Studierender bundesweit ist es uns sehr wichtig, diese Lücke zu schließen. Wir bauen auch den Technikfonds unseres Studierendenwerks weiter aus, denn das digitale Studium darf nicht an einem fehlenden Laptop oder einer langsamen Internetverbindung scheitern. Diese Unterstützung öffnen wir zudem für Lehrbeauftragte, die einen wichtigen Beitrag für die Lehre im digitalen Semester leisten. Auch das ist bundesweit einmalig und zeigt, dass wir immer wieder auf die konkreten Bedarfe an unserem Wissenschaftsstandort in dieser besonderen Situation reagieren.“, bekräftigte Müller. (aak)