Sinkende Baugenehmigungen und Wohnungsbaumangel

Sinkende Baugenehmigungen und Wohnraummangel – Berlin als Neubau-Verhinderer Nummer Eins

Die Genehmigungen für den Bau von neuem Wohnungsraum in deutschen Städten sinken stetig. Von Januar bis Juli 2019 wurden in Deutschland insgesamt 3,4 Prozent weniger Wohnungsneubauten genehmigt als im Vorjahreszeitraum. Die Hansestadt Hamburg, die sich 2018 noch als Spitzenreiter beim Neubau rühmen konnte, musste einen hohen Rückgang von 36 Prozent in Kauf nehmen. Präsident des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Andreas Ibel sieht die sinkenden Baugenehmigungen kritisch: „Die ausgewiesenen Bauflächen sind ausgereizt, die Projekte abgearbeitet. Es ist deshalb unabdingbar, dass nun in großem Maßstab neues Bauland für den Wohnungsbau ausgewiesen wird.“

Stärkster Rückgang in den A-Städten – Berlin an oberster Stelle

Ausgesprochen schlimm trifft es die Bundeshauptstadt, in der bezahlbarer Wohnraum Mangelware ist. Ibel bezeichnet Berlin sogar als „Neubau-Verhinderer Nummer Eins unter den sieben A-Städten.“ Demnach sei die Anzahl der Grundstücke, die als Bauland genutzt wurden, in den letzten zwei Jahren um die Hälfte zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2019 konnten 13 Prozent weniger Baugenehmigungen durchgesetzt worden. Dieser Umstand ist angesichts des angespannten Wohnungsmarktes besonders prekär.

Wohnungsneubau nur durch die Zulassung von mehr bezahlbarem Bauland

Laut Ibel könne die Trendwende beim Neubau nur eingeleitet werden, wenn mehr bezahlbares Bauland zugelassen wird: „Neue Wohnungen können nur geplant werden, wenn man auch weiß, wo man sie bauen soll.“ Ein weiteres Problem sind die nicht endenden Bebauungsplanverfahren, die bis zu neun Jahre andauern können. Ist dieser Prozess überstanden, können sich die Antragsteller aber immer noch nicht freuen. Denn im Anschluss muss noch ein langes Genehmigungsverfahren durchlaufen werden, bis tatsächlich gebaut werden kann.

Die Krise im Wohnungsneubau macht sich zieht drastische Folgen nach sich. Immer weniger Investoren möchten ein Risiko eingehen und in der Hauptstadt investieren. Gemäß einer Umfrage des Landesverbandes Berlin-Brandenburg gab ein Großteil der Immobilienunternehmen an, geplante Investitionen gestoppt zu haben. Ibel warnt, dass Bauherren durch die zunehmend investorenfeindliche Stimmung, den Mietendeckel und die Enteignungsdiskussion verschreckt würden. (sz)

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