Rot-Grün fordert Rückbau der A103

Die SPD und die Grünen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg fordern in einem gemeinsamen Antrag den Rückbau der A103 in Steglitz. Ziel ist, Platz für Wohnungen und Gewerbe zu schaffen. Dafür wollen die Fraktionen laut SPD-Kreisvorstand an diesem Mittwoch einen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einbringen. Demnach soll die sechsspurige A103 zwischen dem Steglitzer Kreisel und Sachsendamm zu einer vierspurigen Straße mit Fahrradstreifen umgebaut und die A100 im Bereich des Kreuzes Schöneberg überbaut werden.

Weniger Lärm und mehr Fläche für neues Stadtquartier

Die SPD begründet diesen Vorschlag unter anderem mit der geringen Nutzung der sechsspurigen A103. Laut Christoph Götz-Geene, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, entspreche die Verkehrsbelastung auf dem Stück Autobahn zwischen Steglitz und Schöneberg mit 30.000 Fahrzeugen pro Tag eher einer vierspurigen Stadtstraße mittlerer Belastung.

„Mit der von uns vorgestellten Überdeckelung kann am Schöneberger Kreuz nicht nur eine deutliche Verbesserung des Lärmschutzes der Umgebung erreicht werden, sondern in erheblichem Umfang Fläche für ein ganzes neues Stadtquartier gewonnen werden“, erklärte Götz-Geene in der BVV.

Der 4,2 Kilometer lange Autobahnabschnitt war 1968 eröffnet worden, um eine Anbindung an die A111 nach Hamburg zu schaffen. Ursprünglich sollte eine Autobahnverbindung zwischen den Bezirken Schöneberg und Tiergarten bis nach Wedding errichtet werden. Aufgrund von heftigem Widerstand wurde das geplante Projekt nie realisiert.

CDU spricht sich gegen Rückbau aus

Die CDU kritisiert die Rückbaupläne der Bundesautobahn. „Es ist absurd, in einer wachsenden Stadt immerzu einen Rückbau von Straßen zu fordern. Den Vorschlag von Rot-Grün in Tempelhof-Schöneberg, die Westtangente der A103 mit nur noch vier Fahrspuren in eine Stau-Tangente zu verwandeln, lehnen wir daher ab“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Union im Abgeordnetenhaus, Oliver Friederici.

Einer Deckelung der Autobahn hingegen stimme die CDU grundsätzlich zu. Das Abgeordnetenhaus hatte erst letzten Donnerstag die Verkehrsverwaltung beauftragt, die Machbarkeit einer streckenweise Deckelung von Autobahnabschnitten oder Gleisanlagen zu prüfen. Damit wird auf den wachsenden Bedarf an Flächen reagiert, die bebaut werden können. Der Beschluss wurde im Verkehrsausschuss mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von SPD, Grüne und Linke sowie der oppositionellen CDU gefasst.

Laut Friederici wolle die CDU die initiierte Machbarkeitsstudie für den Teilabschnitt der A100 am Dreieck Funkturm abwarten. „Daraus könnten sich neue spannende städtebauliche Perspektiven entwickeln“, so Friederici. (lb)

 

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