Randbebauung des Tempelhofer Feldes – CDU plant neue Gewerbeflächen

Für Berliner Unternehmen wird es zunehmend schwerer, bezahlbare Gewerbe- und Industrieflächen zu finden. Aus diesem Grund plant die Berliner CDU schon eine ganze Weile, das Tempelhofer Feld für Gewerbetreibende zu nutzen und ausschließlich Firmen dort ansiedeln zu lassen.

Randbebauung ausschließlich für Gewerbeflächen

Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) möchte aus dem Tempelhofer Feld ein Zentrum für kleine und mittelständische Unternehmen schaffen und Gewerbeflächen darauf bauen. Geplant sind vor allem Dienstleistungs-, Handwerks- und kleinteilige Industrieunternehmen bis 250 Mitarbeiter. Bestenfalls entstehen aus den einzelnen Gewerben Wertschöpfungsketten und Möglichkeiten der Kooperation.

Neben Gewerben sollen auf der rund 300 Hektar großen Fläche auch Betriebskindergärten entstehen. Laut Christian Gräff, Landesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU und MIT- Vorsitzender, eigne sich das ehemalige Flughafengelände ideal als Grundlage für neue Gewerbeflächen. Unter anderem, weil das Gelände gut an die Autobahn und den öffentlichen Nahverkehr angebunden sei. Mit der Randbebauung sollen daher in erster Linie Gewerbeflächen entstehen und keine Wohnungen.

Aus dem alten Terminalgebäude möchte die Landesregierung ein Zentrum für Künstler und Kreative machen, um eine Mischnutzung zu erzeugen.

Mehrheit gegen Wohnbebauung

2014 hatte sich die Mehrheit der Berliner in einem Volksentscheid gegen eine Wohnbebauung des ehemaligen Flugfeldes ausgesprochen. Diese Entscheidung ist juristisch jedoch nicht bindend. Auch die CDU hat sich trotz der aktuellen Wohnungsnot ausdrücklich gegen eine Wohnbebauung ausgesprochen. Trotzdem entstehen auf der Fläche eventuell einige kleinere Betriebswohnungen für Mitarbeiter der angesiedelten Unternehmen. Der Großteil der Fläche soll in jedem Fall frei bleiben, um weiterhin als Park genutzt werden zu können.

Auf der Landesdelegiertenversammlung des Wirtschaftsverbandes am Mittwoch soll diesbezüglich ein Leitantrag beschlossen werden. Dort äußert die MIT unter anderem, dass sie sich „bei allen Parteien und politischen Gremien dafür einsetzen, dass auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof, inklusive des Bestandsgebäudes, ausschließlich Räume für klein- und mittelständische Unternehmen entstehen“. Für die Finanzierung von Bau und Sanierung hofft die MIT auf Fördermittel der Europäischen Union und des Bundes. Um Vermietung, Verwaltung und den Bau solle sich laut MIT die Tempelhof Projekt GmbH kümmern.

Auch die regierende SPD zieht eine Randbebauung in Erwägung. Sie sind im Gegensatz zur CDU für eine Bebauung mit Wohnungen. (tf)

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