René Benko, Gründer und Vorsitzender des Beirats, Signa Holding GmbH, im Gespräch mit Karsten Trompetter auf der QUO VADIS 2018 | FOTO: BERLINboxx, FS

QUO VADIS 2018 in Berlin: Höhepunkt René Benko, Immobilienindustrieller

Der erfolgreichste Immobilienindustrielle Europas, Karstadt-Eigner und Investor René Benko, füllte den Saal im Adlon bis auf den letzten Platz. Die öffentlichen Auftritte des Ausnahmeunternehmers wie auf dem diesjährigen QUO VADIS, sind höchst selten. Kein Wunder, denn der erst 40 Jährige Benko absolviert tagtäglich ein Arbeitspensum von 16 bis 18 Stunden. Fleiß gehört neben Ausdauer, Konsequenz, Disziplin und Klugheit zu seinen Generaltugenden. Benko berichtete im Interview mit Karsten Trompetter von seinen Anfängen in Innsbruck, wo er sich gerade mal 22-jährig die ersten Sporen mit dem Ausbau von Dachgeschossen verdiente. Ein weiteres Talent kam dem Jungunternehmer dabei zugute: Menschen mit Geld von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Damals einen Milliardär, dessen Familie eines seiner Dachgeschosse kaufte und von jedem Detail zu 100 Prozent überzeugt war. Heute die erste Garde von institutionellen Investoren. Der Aufstieg zum Immobilienunternehmer nahm seinen Gang.

Das Kaufhaus in seiner Heimatstadt Innsbruck schien ein hoffnungsloses Unterfangen zu sein – schon viele große Namen hatten sich an der hoffnungslosen Immobilie versucht – aber Benko schaffte es gegen jede Prognose und schenkte seiner Heimatstadt die Kaufhaus-Ikone Tyrol.

Der konsequente Aufstieg der Signa Gruppe

Bei Innsbruck und Wien blieb es nicht. Schon bald wuchs das Zwei-Mann-Unternehmen, das heute zu den größten privaten Immobilieninvestoren Zentraleuropas zählt.  Signa Holding heißt es seit 2006. Die zwei eigenständige Kerngeschäftsbereiche, Signa Real Estate (Immobilien) und Signa Retail (Handel), gibt es seit 2013. Signa Real Estate entwickelt und managt ein umfassendes Portfolio an außergewöhnlichen Immobilienprojekten in der DACH-Region und in Italien. Aus diesem Grund gilt das Unternehmen als führender Immobilienentwickler in Europa. Der Gross Asset Value der Immobiliengruppe beträgt über 10 Mrd. Euro und das Developmentvolumen beläuft sich auf weitere 5 Mrd. Euro.

Im Jahr 2013 zog sich Benko aus der operativen Führung der Signa Holding GmbH zurück und übernahm den Vorsitz des Beirats der Signa-Gruppe. Ein Jahr später erwarb Benko vom Finanzspekulanten Nicolas Berggruen, der Karstadt 2010 nach der Insolvenz für einen EUR übernommen hatte, die Warenhauskette. Die lag zu der Zeit durch Berggruens Untätigkeit am Boden. Die von dem Spekulanten vollmundig versprochenen Investitionen und die Modernisierungen der traditionellen Kaufhäuser blieben aus. Benko beendete die „unsägliche Ära Berggruen“ (Der Spiegel) und schaffte – entgegen aller Prognosen – mit einem professionellen Team und mit profunder Handelskenntnis den Turnaround. Wieder führte Benkos Geschick zum Erfolg und sicherte die Traditionshäuser sowie Tausende von Arbeitsplätzen.

Das Prinzip-Benko: Mit den Kardinaltugenden Fleiß, Ausdauer und Klugheit wurde er zum Marktführer

Benko zeichnet sich durch Bescheidenheit aus. Gefragt nach dem Erfolg der Signa Holding verweist Benko auf sein erfahrenes und kompetentes Management. Der Deutschlandsitz befindet sich aktuell im Upper West Berlin. Die Immobilie ist ebenfalls im Besitz der Signa und wird mit dem Deutschlandgeschäft von Timo Herzberg verantwortet. Anfang Februar erhielt Signa den Zuschlag für den Bau des Jahrhundertprojekts Elbtower in Hamburg. Mit 233 Metern Höhe wird der Elbtower das höchste Gebäude Hamburgs und neben der Elbphilharmonie das zweite Wahrzeichen der Hansestadt. Im Jahr 2017 erwarb Signa ein Portfolio mit fünf Trophy Assets in Bestlagen in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München. Das war 2017 mit einem Ankaufsvolumen von 1,5 Mrd. EUR die größte Immobilientransaktion in Deutschland. Zum Portfolio gehören daneben auch die Milestone-Objekte Upper Zeil in Frankfurt, die Alsterarkaden und das Kaufmannshaus in Hamburg sowie die Warenhäuser KaDeWe in Berlin und Karstadt am Bahnhof in München.

Karstadt-Eigner René Benko besitzt 49,9 Prozent vom Luxus-Kaufhaus KaDeWe in Berlin. | Foto: pixelio.de, Florian L.

Karstadt-Eigner René Benko besitzt 49,9 Prozent vom Luxus-Kaufhaus KaDeWe in Berlin. | Foto: pixelio.de, Florian L.

Die Gruppe beschäftigt im Real Estate-Bereich rund 200 und im Retail-Bereich über 20.000 Mitarbeiter. Somit zählt sie zu einem der größten Arbeitgeber Deutschlands. Auch wenn seine 3-Mrd.-EUR-Offerte für die Kaufhof Gruppe vor einigen Wochen im ersten Schritt nicht zum Erfolg führte, wird seine strukturierte und konsequente Business Development Strategie ganz ohne Zweifel das Wachstum der Signa Gruppe weiter fördern.

Zum Schluss des Gesprächs mit René Benko in der Hauptstadt gab es noch ein dickes Lob für die professionelle Unternehmenskommunikation der Signa Gruppe. Die Immobilienprojektentwickler setzen nämlich in ihrer Unternehmenskommunikation faktenbasiert auf Transparenz und Dialog. Der Auftritt von René Benko in Berlin trägt sicher zu dessen wachsender Reputation bei und hatte für viele Besucher dieses Immobiliengipfels Vorbildcharakter. (FS)

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