Die Runde des 2. Potsdamer Immobilienkongresses: v.l.n.r. Jan Kretzschmar, Till Schwerdtfeger, Siegfried Nehls, Dr. Guido Sandler, Bernd Rubelt | Foto: BERLINboxx
Die Runde des 2. Potsdamer Immobilienkongresses: v.l.n.r. Jan Kretzschmar, Till Schwerdtfeger, Siegfried Nehls, Dr. Guido Sandler, Bernd Rubelt | Foto: BERLINboxx

Potsdamer Immobilienmarkt im Daueraufschwung: Nachhaltige Stadtentwicklung und konstruktives politisches Klima

Potsdams Baudezernent Bernd Rubelt ließ keinen Zweifel an einer weiteren nachhaltigen Entwicklung der brandenburgischen Landeshauptstadt:„Ich sehe im Wohnungsmarkt ein beschleunigtes Wachstum bei einer ungebrochenen Nachfrage.“ Und auch bei Gewerbeflächen ist die Nachfrage größer als das Angebot. Von einer Blasenbildung, nach der Moderator Christian Hunziker fragte, also keine Spur. Das bestätigten auch die Immobilienexperten Jan Kretzschmar, Geschäftsführer KW-Development, Dr. Guido Sandler, Vorstand Bergfürst AG, Till Schwerdtfeger, Vorstand AOC Immobilien und Siegfried Nehls, Vorstand und Gründer SANUS AG, im Podium des 2. Potsdamer Immobiliengesprächs.

Wachstumsprognose für Potsdam zu konservativ

Siegfried Nehls,  der in Potsdam mit der Villa Tummeley und dem alten Potsdamer Landtag am Brauhausberg zwei prominente Projekte entwickelt, attestiert der Potsdamer Politik und Verwaltung ein konstruktives Umgehen mit Investoren und den Willen, dem überproportionalen Bevölkerungswachstum aktiv zu begegnen: „Potsdam packt die Aufgaben an und bietet ein gutes Klima für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Ich halte allerdings die Wachstumsprognose der Politik von 230.000 Einwohnern im Jahr 2030 für zu konservativ. Potsdam ist attraktiv und hat großes Potential. Es werden 2030 deutlich mehr Menschen in Potsdam leben als geschätzt“.

Immobilienexperten aus Potsdam und Berlin: v.l.n.r. Siegfried Nehls, Bernd Rubelt, Jan Holstein | Foto: BERLINboxx

Immobilienexperten aus Potsdam und Berlin: v.l.n.r. Siegfried Nehls, Bernd Rubelt, Jan Holstein | Foto: BERLINboxx

Das Wachstum muss allerdings auch gemanagt werden, so Bernd Rubelt: „Die Infrastruktur muss schneller wachsen, Kapazitäten in der Verwaltung aufgebaut werden und es muss aktiv eine Infrastruktur und Bodenpolitik betrieben werden, um das Wachstum auch für alle Bevölkerungsgruppen gerecht zu managen“. Auf Verwaltungsseite bestehe ein starker Handlungsdruck. Soziale-, Bildungseinrichtungen, Mobilitätsinfrastruktur und bezahlbare Wohnungen müssen ebenso geplant werden, um sozialen Frieden und Vielfalt zu gewährleisten. Rubelt: „Wir brauchen verschiedene Angebote. Das Problem liegt zur Zeit in der Mitte. Daher will die Stadt Potsdam Qualität fördern, konkret heißt das preisliche, soziale und stadträumliche Qualität“.

Viel Potenzial in der brandenburgischen Landeshauptstadt

An Entwicklungsgebieten mangelt es in der Landeshauptstadt nicht: Bornstedter Feld, Krampnitz, Fahrland-West, Brauhausberg oder Pirschheide, die Pipeline für neue Stadtquartiere ist gut gefüllt. „Diese Potentiale lassen sich nur mit privaten Entwicklern heben. Das macht aber auch die Attraktivität Potsdams aus. Große und komplexe Projekte und eine Politik und Verwaltung, die sich partnerschaftlich und konstruktiv gegenüber Investoren verhält“, stellt Siegfried Nehls fest. Und damit ist Potsdam fast ein Gegenbild zu Berlin, wo man den Eindruck hat, dass Investoren nicht gewollt sind. „Es ist schon ein Vertrauensverlust, wenn über Enteignung gesprochen wird“, so Siegfried Nehls zu der Debatte in der Bundeshauptstadt. „Mit Enteignung wird keine einzige neue Wohnung geschaffen“, ergänzt Bernd Rubelt.

Zusammenfassend hat die Diskussion auf dem 2. Potsdamer Immobiliengespräch folgendes Fazit ergeben: Potsdam hat eine Magnetwirkung auf Investoren, während Berlin an Anziehungskraft verliert. (red)

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