Personalmangel: Berliner Bauprojekte drohen Verzug | Foto: pexels.com

Personalmangel: Berliner Bauprojekten droht Verzug

Der zunehmende Personalmangel könnte für die Berliner Wirtschaft fatale Folgen haben. Besonders in der Baubranche werden dringend Fachkräfte gebraucht. Vielen Bauprojekten droht massiver Verzug, sollte sich nicht genug zusätzliches Personal finden.

Berlin muss endlich schneller bauen

Die dramatische Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt spitzt sich immer mehr zu. Nicht zuletzt sorgten die rasant steigenden Mieten für Aufruhr. Aufgrund der massiven Wohnungsnot und des Mangels an preiswerten Wohnungen beschloss der Senat kürzlich, dass die Übertragung städtischer Grundstücke an städtische Wohnungsbauunternehmen schneller vonstatten gehen soll.

Darüber hinaus sollen angesichts des Bevölkerungswachstums bis 2021 rund 100.000 neue Baugenehmigungen erteilt werden. Dies könnte sich jedoch schwierig gestalten, da derzeit tausende Fachkräfte fehlen.

Zu wenig Personal für Bauprojekte

Für die kommenden Jahre will der Senat nicht nur mehr Wohnungen bauen lassen, sondern auch 720 marode Schulen sanieren. Das Geld dafür ist zwar vorhanden, aber nicht das Personal. Besonders die Bauämter der Berliner Bezirke und auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung leiden unter dem Fachkräftemangel. Nach Angaben der Finanzverwaltung ist im Hochbau nahezu jede fünfte Stelle nicht besetzt.

„Sanierung und Neubau von Schulen, Kitas, Senioreneinrichtungen, Nachbarschaftszentren und der Ausbau der Verwaltungsgebäude sind nicht umsetzbar unter den aktuellen Bedingungen“, so Florian Schmidt (Grüne), Baustadtrat in Friedrichshain-Kreuzberg. Um die geplanten Bauprojekte realisieren zu können, müssen laut Schmidt für jedes kommende Jahr sieben weitere Stellen im Hoch- und Tiefbauamt besetzt werden.

Personal muss besser bezahlt werden

Der Hauptgrund für den Personalmangel liegt in der schlechten Vergütung. Denn im Vergleich zu anderen Bundesländern wie etwa Bayern oder Hessen, fällt das Lohnniveau in der Hauptstadt verhältnismäßig gering aus.

Das hat auch die CDU erkannt und fordert daher, dass Bezirke, Senat und Bund für gleiche Arbeit den gleichen Lohn zahlen. Auch die Grünen plädieren für eine finanzielle Gleichstellung von Bediensteten in Bezirks- und Landesbehörden. Denn nur so werden die Jobs und Berufe in Berlin wieder attraktiver. Folglich könnten die benötigten Stellen im Hoch- und Tiefbau besetzt werden und so den Baugenehmigungsprozess beschleunigen. (dn)

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