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Neuer Immobiliengigant: Ado Properties übernimmt Consus Real Estate
Immobiliengigant mit Schwerpunkt in Berlin | Foto: Thomas Wolf, www.foto-tw.de / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Neuer Immobiliengigant: Ado Properties übernimmt Consus Real Estate

29. Juni 2020

Die Fusion zum drittgrößten Immobilienkonzern Deutschlands ist mit der Übernahme von Consus Real Estate durch Ado Properties perfekt! 

Die Übernahme ergänzt den jüngsten Zusammenschluss von Ado und Adler Real Estate, durch den nach Gesamtimmobilienwert (GAV) die viertgrößte börsennotierte Wohnimmobiliengesellschaft in Europa entsteht und die gleichzeitig eine führende Position unter den Wohnimmobiliengesellschaften in Deutschland einnimmt.

Mit Consus erwirbt Ado den führenden Wohnimmobilienentwickler in Deutschland mit einer Projektpipeline von mehr als 10.000 qualitativ hochwertigen Neubauwohnungen in den Top-7-Städten Deutschlands, die den Wert des Ado-Portfolios nach Fertigstellung organisch auf circa 14 Milliarden Euro steigern wird. Die Transaktion wird die Qualität der Vermögenswerte von Ado weiter verbessern und das Wachstum des Net Asset Values (NAV) in Zukunft auf mehr als 70 Euro pro Aktie (vor der TERP-Anpassung der Bezugsrechtskapitalerhöhung) steigern. Gleichzeitig wird Ados Präsenz in den deutschen Top-7-Städten, wo die Nachfrage nach Wohnraum am stärksten ist, erhöht.

Maximilian Rienecker, Co-CEO der Ado sagt: „Die Übernahme von Consus ist ein wichtiger Meilenstein, der unsere Position als eine der führenden börsennotierten Plattformen für Wohnimmobilien in Europa und auf dem deutschen Wohnungsmarkt erneut bestätigt. Der neue Konzern, den wir in 'Adler Group' umbenennen wollen, hat ein klares Ziel, das alle Mitarbeiter tagtäglich verfolgen: die Schaffung nachhaltiger Werte für alle Stakeholder. Gemeinsam mit Consus wird die neue Adler Group gut aufgestellt sein, um dieses Ziel in Zukunft zu erreichen.“

Übernahme in zwei Schritten bis Herbst 2020

Die Übernahme von Consus soll in zwei Schritten bis zum dritten Quartal 2020 abgeschlossen sein. Im ersten Schritt wird Ado durch die Ausübung der mit Aggregate Holdings bestehenden Kaufoption die Kontrolle an Consus erwerben. Es wird erwartet, dass dieser Schritt mit dem Start der Bezugsrechtskapitalerhöhung abgeschlossen sein wird. In einem zweiten Schritt beabsichtigt Ado, allen verbleibenden Minderheitsaktionären von Consus zu gegebener Zeit ein freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot zu einem Umtauschverhältnis von 0,2390 Ado-Aktien je Consus-Aktie (das für die Bezugsrechtskapitalerhöhung anzupassen ist) zu unterbreiten. Im Rahmen der Ausübung der Kaufoption hat Ado Properties unwiderrufliche Zusagen erhalten, die nach Vollzug des Erwerbsangebots zu einer Beteiligung an Consus von über 80 Prozent führen werden. 

Den übrigen Consus-Aktionären will Ado ein freiwilliges Übernahmeangebot unterbreiten. Nach eigenen Angaben hat Ado bereits Zusagen, um auf einen Anteil von insgesamt mehr als 80 Prozent zu kommen.

Finanzieren will Ado den Deal mit einer Kapitalerhöhung von 450 Millionen Euro. Zudem sollen die eigenen Aktionäre auf eine Dividende für das Jahr 2019 verzichten. Aggregate soll je Consus-Aktie 0,2390 Anteile von Ado erhalten - darunter bestehende und neu zu auszugebende Papiere. Das Umtauschverhältnis könne aber noch angepasst werden, hieß es. Die übrigen Consus-Aktionäre will Ado mit einem Tauschangebot für deren Aktien ködern. Dabei soll das gleiche Umtauschverhältnis gelten wie bei dem Deal mit Aggregate.

Rochade im Vorstand

Nach Abwicklung der Kaufoption und Kontrollerwerb durch Ado werden Andreas Steyer (CEO, Consus) und Benjamin Lee (CFO, Consus) Consus verlassen und in einer Übergangszeit Consus weiterhin unterstützen. Jürgen Kutz (Sprecher des Vorstands der Consus RE AG (ehemals CG Gruppe AG) und Theodorus Gorens (Chief Risk Officer und Deputy-CFO, Consus) werden künftig den neu gegründeten Entwicklungsbereich von Ado leiten. Maximilian Rienecker (Co-CEO, Ado) und Thierry Beaudemoulin (Co-CEO, Ado) sollen Mitglieder im Aufsichtsrat von Consus werden.


„Wir danken dem Management von Consus und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Consus, dem führenden Entwickler von Wohnimmobilien in Deutschland, und seinen Mitarbeitern" so Thierry Beaudemoulin, Co-CEO von Ado. „Die Consus Plattform wird uns größere Einflussmöglichkeiten auf die Qualität unserer Vermögenswerte ermöglichen und damit die zukünftige Steigerung des Net Asset Value erleichtern. Diese Übernahme erweitert unsere Präsenz in den deutschen Regionen, in denen die Nachfrage nach Wohnraum am stärksten ist. Durch die Zusammenführung unserer drei Unternehmen sind wir somit optimal aufgestellt, um der aktuellen Wohnungsknappheit zu begegnen, zum Vorteil von Mietern, Investoren und der Gesellschaft insgesamt.“ 

Fusion mit Adler vorab

Die Übernahme von Consus kommt indes nicht überraschend, sondern ist Teil einer Fusion der drei Immobiliengesellschaften Ado mit der überwiegend in Norddeutschland tätigen Immobiliengesellschaft Adler Real Estate und eben den Berliner Projektentwicklern Consus. Der Zusammenschluss war schon im vergangenen Jahr angekündigt worden. Adler hatte in einem ersten Schritt die israelische Ado Group im Dezember für 708 Millionen Euro übernommen und damit einen Anteil von 33 Prozent an Ado Properties erhalten.

Drittgrößter börsennotierter Wohnungskonzern in Deutschland

Durch die Fusion der drei Unternehmen entsteht mit 80.000 Wohnungen und einer Bewertung von insgesamt rund 8,5 Milliarden Euro der drittgrößte börsennotierte Wohnungskonzern in Deutschland. Auf Platz eins steht Vonovia gefolgt von Deutsche Wohnen, das neuerdings wie Vonovia im deutschen Leitindex Dax notiert ist. (ak)