Neue Elektrobusse: BVG nimmt sich China zum Vorbild | Foto: BVG/Oliver Lang

Neue Elektrobusse: BVG nimmt sich China zum Vorbild

Ob mit dem Bus oder mit der Bahn – Tagtäglich nutzen Millionen Einwohner, Pendler und Touristen die Berliner öffentlichen Verkehrsmittel. Und die Zahl steigt weiterhin. So konnten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im vergangenen Jahr einen Rekord von über eine Milliarde Fahrgäste erzielen. Neben einem ausreichenden Platzangebot für Fahrgäste und der Pünktlichkeit der Bahnen und Busse ist vor allem auch die Umweltfreundlichkeit ein wichtiger Qualitätsaspekt im Nahverkehr.

„Berlin soll mobiler, gesünder, sicherer und klimafreundlicher werden“, heißt es von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klima. So soll besonders in den nächsten Jahren die Elektromobilität im Personen- und Güterverkehr eine bedeutende Rolle spielen. Im Hinblick darauf, hat die BVG bereits neue Elektrobusse bestellt. „Am 1. März 2019 wollen Solaris und EvoBus mit ihren Lieferungen beginnen“, sagt Dr. Sigrid Evelyn Nikutta, Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe. 30 neue, elektrisch angetriebene Busse sollen ab nächstem Frühjahr in Betrieb genommen werden. Welche Strecken die neuen Busse fahren werden, ist noch unklar. Dies wird noch mit dem Senat abgestimmt. Es sollen Linien in Gebieten mit hoher Stickoxidbelastung im Gespräch sein.

China macht es vor

China etabliert sich immer mehr zum Vorreiter der Elektromobilität. In der chinesischen Stadt Shenzhen fahren bereits mehr als 16.000 Elektrobusse. Die chinesische Millionenmetropole ist sogar weltweit die erste Stadt, die ihre gesamte Busflotte auf Elektroantrieb umgestellt hat. Die Umstellung hat dabei nur acht Jahre gedauert.

Währenddessen fahren in der deutschen Hauptstadt gerade einmal fünf von den insgesamt 1.500 Bussen der BVG mit elektrischem Antrieb. Das soll sich nun ändern. Zurück von der Dienstreise nach China, haben es sich die Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klima, Regine Günther (parteilos, für Grüne) und BVG-Chefin Sigrid Nikutta zur Aufgabe gemacht, deutlich mehr Elektrobusse in den Betrieb aufzunehmen. Die große Herausforderung soll dabei sein, bis 2030 die gesamte Busflotte der landeseigenen Verkehrsbetriebe so umzustellen, dass ausschließlich mit Stromantrieb gefahren wird. „Ein ambitioniertes Ziel, aber zu schaffen“, so Nikutta. Rund 18 Millionen Euro kostet das Vorhaben die Berliner Verkehrsbetriebe.

 

Bis 2030 will die BVG die gesamt Busflotte auf den Elektroantrieb umstellen | Foto: BVG/Oliver Lang

 

Berlin soll eine Vorreiterstellung einnehmen

Mit dem Kauf der neuen Elektrobusse ist allerdings noch nicht alles erledigt. Denn die umweltfreundlichen Transportmittel benötigen entsprechende Lademöglichkeiten. Hierzu soll zunächst eine Depot-Ladestation am Betriebshof Indira-Gandhi-Straße in Alt-Hohenschönhausen entstehen. Die ersten 30 E-Busse werden anfangs dort ihre Strecken beginnen und auch enden. Nachfolgend rüstet die BVG sukzessiv weitere Bahnhöfe um. Daher werden die neuen E-Busse vorerst überwiegend auf kleineren Nebenstrecken eingesetzt. Während herkömmliche Busse mit Dieselmotor täglich eine Strecke zwischen 200 und 500 Kilometer zurücklegen, beträgt die Laufzeit bei einem E-Bus lediglich 150 Kilometer. Daher werden 1.857 E-Busse benötigt, um die Fahrleistung  der derzeit 1.500 fahrenden Dieselbusse in Berlin erbringen zu können.

Zwar sind Elektrobusse teuer und können nur kurze Strecken fahren, doch bieten sie eine umweltfreundliche Alternative, um den Nahverkehr klimaneutral zu gestalten. (dn)

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