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Neue Branchen werden für Gründer attraktiv
Besonders im Klimatechnologie- und Gaming-Bereich entstehen derzeit viele Startups | Foto von ThisIsEngineering von Pexels

Neue Branchen werden für Gründer attraktiv

12. Mai 2022

Die Zahl der neu gegründeten Startups in Deutschland ist ein weiteres Mal angestiegen. Eine starke Tendenz zeigt sich dabei hin zu neuen Branchen wie dem Klimatechnologie- und Gaming-Bereich. Gründerhauptstadt bleibt weiterhin Berlin, bekommt aber Konkurrenz aus dem Süden.

Zahl der deutschen Startups steigt wieder an

2021 ist die Zahl der neuen Startups ein weiteres Mal gestiegen. Insgesamt wurden in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr 3.348 neue Startups gegründet. Das entspringt einer Steigerung von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt das Analyseunternehmen Startupdetector in einer aktuellen Auswertung. In der zum dritten Mal durchgeführten Erhebung erhob die Firma Daten zu Startup-Gründungen und Finanzierungsrunden in Deutschland.

Aufwärtstrend nach schwieriger Corona-Zeit

Der erste Corona-Lockdown im März 2020 hat zu einem starken Einbruch bei den Startup-Neugründungen geführt. Nun hat sich die Situation aber wieder entspannt. Wie die Analyse hervorhebt, stabilisieren sich die Zahlen aktuell auf einem starken Niveau von etwas mehr als 800 Startup-Neugründungen pro Quartal.

Der Branchenverband zeigte sich sehr erfreut über die Entwicklung. So betonte etwa Christoph J. Stresing, Geschäftsführer beim Bundesverband Deutsche Startups, dass Startups die „Wirtschaftsmacht der Zukunft“ seien. Allerdings blieben noch immer viele Potenziale ungenutzt. Hier hob er etwa die Ausgründungen aus Universitäten und Forschungseinrichtungen hervor. Trotz einer herausragenden Forschungslandschaft tue man sich hierzulande immer noch schwer damit, neue Erkenntnisse in neue marktreife Produkte zu überführen.

Deutsche Startups gewinnen viele Investoren

Weiterhin hoben die Studienautoren neben den Neugründungen die Anzahl der Firmen hervor, die externe Investoren wie Risikokapitalgeber von sich überzeugen konnten. Sie wuchs um 27 Prozent auf 2087. Mit der Zahl reiche man allerdings noch nicht an die Finanzierungsvolumina anderer Länder wie denen der USA, Schwedens oder des Vereinigten Königreichs heran.

Berlin weiterhin Gründungshauptstadt

Wie in den vergangenen Jahren erfolgten die meisten Startup-Gründungen 2021 in der Hauptstadt. Insgesamt wurden hier 747 Firmen gegründet (22 Prozent aller neuen Startups.) Wie der Geschäftsführer des Startup-Verbandes erklärt, sehe man gerade in Berlin in vielen Teilen ein „gereiftes Startup-Ökosystem“.

Auch Kenner des Wirtschaftsstandorts wie René Fischer von Die Papierveredler bescheinigen dem Standort eine große Zukunft: „Als Anbieter hochwertiger Visitenkarten haben wir viel Kontakt zu jungen Unternehmen, die ihre individuelle Note suchen. Die vergangenen Jahre haben deutlich gezeigt, dass die Startup-Szene in Berlin nicht nur schnell, sondern auch nachhaltig wächst.“

Gleichzeitig weisen auch andere Bundesländer eine wachsende Dynamik auf, wenn es um die Zahl der Neugründungen geht. Ein starkes Wachstum wurde etwa in Baden-Württemberg festgestellt (+21 %). Hervorzuheben sind daneben vor allem Niedersachsen (+30 %), Sachsen (+54 %) und Sachsen-Anhalt (+166 %). Mit 108 neu gegründeten Startups ist Sachsen 2021 der Spitzenreiter unter den östlichen Bundesländern.

Umwelttechnologien werden wichtiger

Sieht man sich die Branchen genauer an, in denen Startups gegründet werden, sind vor allem Software, E-Commerce und Medizin vorherrschend. Der in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie erstarkte E-Commerce-Boom scheint aber langsam abzuklingen, wie der Report betont.

Stattdessen nehmen die Gründungen vor allem in den Bereichen Medien, Gaming und Umwelttechnologie zu. Als ein wesentlicher Trend können dabei neue Technologien zur Bekämpfung der Klimakrise angesehen werden. In dieser Branche konnte ein Plus von 144 % verzeichnet werden.