Nahrungsergänzungsmittel - Sinnvolle Ergänzung für einen gesunden Lebensstil | Foto: Pexels

Nahrungsergänzungsmittel – Sinnvolle Ergänzung für einen gesunden Lebensstil

Gerade jetzt zum Jahreswechsel hat man sie häufig gegeben und bekommen: Die besten Wünsche für ein gesundes neues Jahr. Denn genau das ist es, was sich die meisten Menschen wünschen: Ein gesundes langes Leben. Leider ist es mit den Wünschen nicht getan, ein gesunder Lebensstil muss aktiv verfolgt werden. Doch wie genau funktioniert das? Welche Rolle spielt gesunde Ernährung? Sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll als Ergänzung einer gesunden Ernährung?  Wie äußern sich Experten zu diesen Themen? Die BERLINboxx Redaktion hat recherchiert.

Gesunde Ernährung ist Prävention und Therapie zugleich

Die Experten weltweit sind sich einig darüber, dass gesunde Ernährung ein bedeutender Bestandteil eines langen und gesunden Lebens ist. Darauf Wert zu legen erscheint also sinnvoll, aber was genau gilt es zu beachten? In einem Interview mit der BERLINboxx riet Prof. Dr. Wechsler, Präsident des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner e.V., im Hinblick auf eine gesunde Ernährung:

  • Man solle im unterkalorischen Bereich bleiben, das heißt weniger Kalorien zu sich nehmen als nötig. Dadurch vermeide man Übergewicht.
  • Es sollten möglichst pflanzliche und tierische Eiweiße gemischt konsumiert werden.
  • Fette, vor allem ungesättigte, sind wichtig, sollten aber sparsam konsumiert werden.
  • Zucker, noch gefährlicher für die Gesundheit als Fette, sollte möglichst vermieden werden. Obstzucker sollte vorsichtig genossen werden, Kartoffeln und Nudeln seien erlaubt.
  • Ballaststoffe und Probiotika sind gut und wichtig.
  • Alkohol gehört nicht zum Ernährungsplan.

Wer diese Punkte in seinem Lebensstil beachtet, senke sich laut Prof. Dr. Wechsler das Risiko an Krebs zu erkranken um 50 Prozent. Er bezog sich dabei auf die Ergebnisse der EPIC Studie des German Cancer Research Center.

Schädliche Lebensmittel wie Zucker oder gesättigte Fettsäuren zu meiden ist das eine. Das andere ist, gezielt zu gesunden Lebensmitteln zu greifen. Dazu zählen vor allem Obst und Gemüse, die essenzielle Vitalstoffe sowie der Gesundheit zuträgliche sekundäre Pflanzenstoffe liefern. Vitamine und Mineralstoffe sind lebensnotwendig und müssen dem Körper regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden, da er sie, bis auf wenige Ausnahmen, nicht selbst synthetisieren kann.

Eine gesunde, den Menschen mit allen wichtigen Nährstoffen versorgende Ernährung ist tatsächlich einer der wichtigsten Faktoren für einen gesunden Lebensstil und zugleich Prävention und Therapie.

Bewegung unterstützt die gesunde Ernährung

Um einen gesunden Lifestyle zu praktizieren, ist zudem auch ein gesundes Maß an Bewegung unerlässlich. Prof. Dr. Wechsler rät zum Beispiel jeden Tag 7 km zu gehen. Denn Fitness ist eine tragende Säule der Gesundheit. Die meisten Fitnesstracker empfehlen täglich 10.000 Schritte zurückzulegen. Wichtig ist – wie auch bei der gesunden Ernährung – auch hier die Regelmäßigkeit der Aktivität. Sport und Bewegung können zudem dazu genutzt werden, um übermäßig konsumierte Kalorien wieder zu verbrennen. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob man alt oder jung, dick oder dünn, gesund oder krank ist. Bewegung hat einen positiven Effekt auf jeden. Auch für die gesunde Verdauung ist Bewegung bekanntlich förderlich.

Gesund leben: Einfache Formel – schwierige Umsetzung

Alles in allem erscheint es in der Theorie doch recht einfach, einen gesunden Lebensstil zu führen. In der Realität sieht es allerdings häufig so aus: Nach einem stressigen Tag im Büro bleibt weder Zeit noch Kraft fürs Joggen oder Kochen. So folgert auch Dr. med Sven Werchan in einer Studie auf nem-ev.de:„Wer sich an die offiziellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hält, der braucht keine zusätzliche Vitaminversorgung. Viele Menschen wissen das – sehr viel weniger Menschen halten sich daran.“

Insbesondere bei der Ernährung erscheint es also hilfreich, etwaig auftretende Mangelerscheinungen aufgrund einseitiger oder falscher Ernährungsweisen auszugleichen. Bleibt keine Zeit für ausgewogene Mahlzeiten und den Verzehr frischer Zustaten, kann auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgegriffen werden. Mittlerweile gelten Nahrungsergänzungen sogar als hip. In der Health Style Community jedenfalls gehören die Vitaminpillen am Morgen oder der vegane Eiweißshake nach dem Workout einfach zum täglich Brot. Doch auch in anderen Gesellschaftsschichten, etwa bei Rentnern, Schwangeren oder Studenten nimmt das Interesse an Nahrungsergänzungen zu, um Vitalstoffdefizite zu vermeiden.

Wie Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll für die Ernährung sein können

In Drogerien und Apotheken finden sich viele sinnvolle wie sinnlose Nahrungsergänzungsmittel, die einzelne oder gemischte Vitamine, Mineralien, Omega 3 Fettsäuren oder Spurenelemente enthalten. Um in der Masse des Angebots navigieren zu können, sollte man wissen, welche Vitalstoffe für welche Funktionen im Körper wichtig sind.

Tabelle Vitalstoffe: Das ist wichtig für den Körper

Vitalstoff Versorgt was Wichtig bei
Vitamin A (Retinol) Haut

Zähne

Zahnfleisch

Haare

Augen bzw. Sehkraft

Zellen

Hoher körperlicher Belastung

Schwangerschaft

Stillzeit

Infektionskrankheiten

Starker Umweltbelastung

Starker Sonnenstrahlenbelastung

Vitamin B1 (Thiamin) Herz

Nervensystem

Gehirn

Verdauung

Hoher körperlicher Belastung

Schwangerschaft

Stillzeit

Konsum von vielen Kohlenhydraten

Vitamin B2 (Riboflavin) Muskeln

Hormonproduktion

Stoffwechsel

Energiehaushalt

Zellen

Haut

Hoher körperlicher Belastung

Fiebererkrankung

Schwangerschaft

Stillzeit

 

Vitamin B6 (Prydoxin) Aminosäurenproduktion

Blutbildung

Immunsystem

Blutzuckerspiegel

Magen

Nervensystem

Hoher körperlicher Belastung

Wachstum

Einnahme der Pille

Schwangerschaft

Stillzeit

 

Vitamin B12 (Cobalamin) Blutbildung

Wachstum

Nervenkostüm

Energiestoffwechsel

Knochen

Muskeln

Hohem Blutverlust
Vitamin C (L-Ascorbinsäure) Immunsystem

Zellen

Nervensystem

Energiestoffwechsel

Zellen

Hoher körperlicher Belastung

Infekten

Schwangerschaft

Stillzeit

Schilddrüsenüberfunktion

Postoperativer Behandlung

Vitamin D (Calciferol) Knochen

Zähne

Muskeln

Nervenkostüm

Menopause

Wachstum

Schwangerschaft

Stillzeit

Vitamin E (Tocopherol) Zellen

Fortpflanzungsorgane

Muskeln

Hoher körperlicher Belastung

Postoperativer Behandlung

Vitamin K1 (Phyllochinon) Blutgerinnung

Wunden

Kochen

Vitalfunktionen

Säuglingen

Osteoporose

Vitamin H (Biotin) Haut

Haare

Fingernägel

Nervenkostüm

Darmflora

Blutzuckerregulierung

Spröden Haaren

Brüchigen Fingernägeln

 

Vitamin B9 (Folsäure) Nervenkostüm

Zellen

Magen-Darm-Trakt

Leber

Blutbildung

Postoperativer Behandlung

Blutverlust

Schwangerschaft

Stillzeit

Nikotinkonsum

Vitamin B3 (Niacin) Nervensystem

Energiestoffwechsel

Blut

Hoher körperlicher Belastung

Verdauungsstörungen

Fiebererkrankung

Vitamin B5 (Pantothensäure) Immunsystem

Hormonhaushalt

Energiestoffwechsel

Haut

Haare

Medikamenteneinnahme

Stress

Quelle: https://www.nem-ev.de/assets/Uploads/vitalstoftabelle.pdf

Nahrungsergänzungsmittel leisten einen Beitrag zur Bedarfsdeckung

Wie bereits oben erwähnt, sollte eine ausgewogene Ernährung dazu führen, dass im Körper kein Mangel dieser Mikronährstoffe entsteht. Man geht in Mitteleuropa zum Beispiel davon aus, dass der Bedarf an Biotin – dem sogenannten Schönheitsvitamin, das von Frauen gerne für Haut & Haare eingenommen wird – vollständig durch die normale Ernährung gedeckt ist. Anders sieht es zum Beispiel bei Vitamin D aus. Dies wird im Körper gebildet, wenn die Sonne auf die nackte Haut scheint. Da der durchschnittliche Deutsche sich aufs Jahr gesehen aber eher selten wenig bekleidet dem Sonnenlicht aussetzt, kann man hier davon ausgehen, dass ein Mangel besteht. So sieht es auch Prof. Dr. Wechsler: „An Vitamin D haben wir alle einen Mangel und können diesen auch nicht durch die Nahrung ausgleichen. Hier ist es ratsam, ein gutes und natürliches Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen.“

Nahrungsergänzungen können und sollen eine ausgewogene und gesunde Ernährung nicht ersetzen. Allerdings können Sie einen wichtigen Beitrag leisten, dass es nicht zu einer Unterversorgung kommt – vor allem wenn ein erhöhter Bedarf besteht, wie dies bei Schwangeren, Rauchern oder anderen Personengruppen der Fall sein kann. Bekannt ist z. B., dass schwangere Frauen nicht nur den eigenen Körper, sondern gleichzeitig auch ihr Baby mit Vitalstoffen versorgen müssen, und deshalb ein Nahrungsergänzungsmittel u. a. mit Folsäure zu sich nehmen sollten. Bei Veganern ist die Problematik auch immer wieder ein Thema, da manche Vitamine natürlich vornehmlich in tierischen Lebensmitteln vorkommen. Das betrifft z. B. Vitamine des B-Komplexes und insbesondere einen Vitamin B12-Mangel.

Synthetisch hergestellte Vitamine versus natürliche Vitamine

Hier scheint ein weiterer wichtiger Schlüsselfaktor aufgeworfen zu sein: Die herkömmlichen Nahrungsergänzungsmittel bestehen zumeist aus synthetisch hergestellten Vitaminen. Die Verdauung des Menschen hat sich jedoch über Millionen von Jahren an die Verwertung natürlicher Nahrung angepasst. Der Körper kann durchaus zwischen natürlichen und künstlichen Stoffen unterscheiden. Dabei spielen zum einen die chemischen Strukturformeln eine Rolle, wie dies beim Unterschied von synthetischem und natürlichem Vitamin E der Fall ist, wobei der Körper das natürliche Vitamin E bevorzugt. Forscher diskutieren sogar, inwieweit künstliche Vitamine – im Gegensatz zu Vitaminen aus pflanzlichen Präparaten – dem Körper evtl. mehr schaden als dienen. Dazu gibt es allerdings noch keine vorherrschende Expertenmeinung.

Ein weiterer Unterschied findet sich in der sogenannten Bioverfügbarkeit, also dem Grad, wie die Vitamine vom Körper verwertet werden können. Dabei spielen häufig Stoffe eine Rolle, mit denen die Vitamine in Lebensmitteln in der Natur zusammen vorkommen. Das können z. B. sekundäre Pflanzenstoffe wie Bioflavonoide sein, die die Verfügbarkeit von Vitamin C erhöhen. Daher greifen auch immer mehr Verbraucher für ihren gesunden Lebensstil auf natürliches Vitamin C, z. B. aus Acerola, zurück, anstelle von synthetisch hergestellter Ascorbinsäure.

Längst gibt es Präparate am Markt, die ganz systematisch auf die Natürlichkeit der Inhaltsstoffe achten. Dies äußert sich dann allerdings auch im Preis. Hochwertige natürliche Zutaten, die nach ökologischen oder gar biologischen Standards angebaut wurden, sind teurer. Als Klassiker ist hier Nutrilite zu nennen und als relativ neu am Markt Veluvia. Nutrilite bietet mit dem Produkt Cal Mag D Plus eine Nährstoffkombination von Vitamin D3, Calcium und Magnesium an. Eine Tablette deckt dabei den Tagesbedarf um 67%. Veluvia bietet ebenfalls ein natürliches Kombinationsprodukt mit dem Namen cell an, welches u. a. Vitamin D3, K und Folsäure enthält. Die Tagesportion deckt den Bedarf an diesen Vitaminen zu 100%. Das Beeindruckende an dieser Nahrungsergänzung ist die vielfältige Kombination natürlicher Zutaten, die neben Vitaminen wie Vitamin E aus pflanzlicher Quelle etliche wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe liefert sowie das natürlich in der Haut und dem Bindegewebe vorkommene Hyaluron, das in der Beauty-Industrie geradezu einen Hype erfährt.

Dass natürliche Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind, beschreibt auch Prof. Dr. med. Zänker, seit 1987 Universitätsprofessor für Immunologie und Experimentelle Onkologie an der Universität Witten/Herdecke, in einem Interview mit der NK-Zeitung. Hilfreich seien Nahrungsergänzungsmittel, die aus natürlichen Substanzen bestehen, für den Verbraucher vor allem durch ihre Berechenbarkeit. Denn ihre gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe seien hinreichend definiert und ihre ernährungswissenschaftliche Wertigkeit beschreibbar. Zudem böten Nahrungsergänzungsmittel durch geeignete Darreichungsform eine leichte Integrierung in den Ernährungsalltag.

Natürliche Vitamine – Der große Nahrungsergänzungsmittel Trend

Hier scheint man am Kern der Sache angelangt zu sein. Auf gutes Essen sollte nicht verzichtet werden, aber eben auch nicht auf eine ausreichende Vitaminversorgung des Körpers. Nahrungsergänzungsmittel können hier wie der Name es sagt, ergänzend, eine nützliche Funktion einnehmen. Sie sind vor allem dann sinnvoll, wenn aufgrund mangelnder Zeit nur diese Option bleibt und die Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sind sowie auf künstliche Zusätze verzichtet wird. Während es früher als besonders effektiv galt, hochdosierte Vitaminpräparate zu verwenden, empfehlen immer mehr Fachleute, natürliche Nahrungsergänzungsmittel zu verwenden. Aufgrund der Zusammensetzung kommen diese mit geringeren Vitalstoffmengen aus und können zudem wichtige Pflanzenstoffe enthalten, die nicht nur die Bioverfügbarkeit erhöhen oder die Verträglichkeit beeinflussen können, sondern u. U. weitere Vorteile für den gesunden Lebensstil versprechen – etwa als Radikalfänger. Der Trend geht weg davon, die empfohlenen Referenzmengen undifferenziert um das x-fache zu überschreiten. Als State-of-the-art hingegen gelten Vitalstoff-Mischungen, die aus verschiedenen Pflanzenpulvern und Extrakten kombiniert sind und deren Herstellung eine schonende Behandlung der wertvollen Rohstoffe gewährleistet. Wer darauf beim Kauf achtet, ist sicher gut beraten. (uc)

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