Business Magazin

Wissen, was läuft!

N-ICE- Schimmler-Werkschau im November in der Berliner Heeresbäckerei
Künstler Schimmler in seinem Atelier | Deniz Saylan Photographer

N-ICE- Schimmler-Werkschau im November in der Berliner Heeresbäckerei

22. September 2022

Der lange Weg von Streetart zur Krypto-Kunst

Vor 20 Jahren gehörte Schimmler zu den revoltierenden Künstlern der Graffiti und Streetart-Generation, die ihre künstlerischen Spuren zum Beispiel am Mauerpark, auf S-Bahn-Waggons oder Häuserwänden hinterließen. Heute gehört der 40-jährige Schimmler, dessen (Künstler-) Name, der damals Schutz und Anonymität gewährleisten sollte, zu den aufstrebenden Künstlern einer Generation, die aus der Rebellion, dem Protest, dem Anderssein kamen und sich diese Radikalität bis heute bewahrt haben. Mit dem Unterschied, dass seine Kunst heute in bedeutenden Privatsammlungen in ganz Europa zu finden ist. Am 17. November wird nun in der Heeresbäckerei in Kreuzberg eine Werkschau von Schimmler zu sehen sein, die einer breiteren Öffentlichkeit den wilden Gestus eines Unangepassten näherbringt und die neben Gemälden auch Skulpturen umfasst. Schimmler reiht sich ein in die großen Pioniere der Streetart wie Harald Naegeli, Blek le Rat oder Blu. Ein süddeutscher Sammler, der wichtige Positionen für die Ausstellung ausgeliehen hat, spricht gar von dem deutschen Banksy. Aus der Kunst im öffentlichen Raum wird nun Kunst im privaten Raum, die dennoch nicht weniger provokant ist. Auf einer abstrakten Folie blitzen Chiffren durch, die gegenständlichen Zitaten gleich, die gesellschaftliche Normen hinterfragen oder kritisieren. Dabei hat sich zum Frühwerk, das durch einen manchmal chaotischen Furor gekennzeichnet war, eine gewisse Disziplin durchgesetzt, die zeitweise formal streng, das Chaos ordnet oder neu in einen Ordnungsrahmen setzt.

Das ist sicher auch nicht weiter verwunderlich bei einem Künstler, der - heute 40-jährig- eine Gelassenheit und Verklärung reflektiert, die in den wilden, zum Teil illegalen Aktionen der Jahrtausendwende, noch nicht fassbar waren. Zur Werkschau wird Schimmler ferner ein NFT-Krypto-Kunstwerk, eine digitale Collage aus 17 Arbeiten seiner jüngsten Schaffensperiode, ins Netz stellen, das -barrierefrei- einer großen Zielgruppe von Sammlern ermöglicht, auf der Plattform "Foundation.App" diese neueste Kunstform zu sammeln. Bekanntermaßen sind traditionsreiche Auktionshäuser wie Christie`s, Philipps oder Sotheby`s längst in das Geschäft mit Krypto-Kunst eingestiegen und erzielten in der Vergangenheit mittlere zweistellige Millionenbeträge. Es sieht ganz danach aus, dass Schimmler, der eine hohe Designaffinität hat, mit seiner Krypto-Kunst an die großen Erfolge von Beeple und Co. anschließen könnte.

Die Werkschau ebenso wie die Krypto-Kunst verspricht jedenfalls Überraschungen. Die internationale Schimmler-"Gemeinde", zu denen Berühmtheiten aus der Musik- und Filmszene gehören, haben sich jedenfalls schon für Vernissage und Kunst-Act angemeldet.