Michael Müller will ein Jahresticket für 365 Euro

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) will in Berlin ein Jahresticket für 365 Euro einführen. Ganz nach dem „Wiener Modell“ soll das Ticket für den gesamten öffentlichen Nahverkehr gelten. Pro Tag würde das Ticket demnach nur ein Euro kosten.

Michael Müller hat sich von Wien anstecken lassen

In einem gemeinsamen Interview mit seinen Amtskollegen aus Wien und Zürich in der Neuen Züricher Zeitung (NZZ), sagte Müller: „Tatsächlich habe ich mich von diesem 365-Euro-Jahresticket in Wien anstecken lassen.“ Er wolle für Berlin „Schritt für Schritt auch das Ziel verfolgen, ein Jahresticket für den öffentlichen Personennahverkehr für 365 Euro anbieten zu können.“

Bereits im vergangenen November haben die Sozialdemokraten auf ihrem Landesparteitag beschlossen, dass der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) das „Wiener Modell“ übernimmt. In der österreichischen Hauptstadt wird das Jahresticket für den gesamten öffentlichen Nahverkehr seit 2012 für 365 Euro angeboten. Die Zahl der Jahresabonnementen hat sich seitdem mehr als verdoppelt. Zum Vergleich: In Berlin kostet ein Jahresticket für die Zonen AB momentan 728 Euro. Für die Zonen ABC 961 Euro.

Jahreskarte würde Berlin 100 Millionen Euro kosten

Die radikale Preissenkung konnte bei der Koalitionsverhandlung zwischen Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und SPD damals nicht durchgesetzt werden. Denn das „Wiener Modell“ würde dem Land Berlin 100 Millionen Euro kosten, die als Ausgleich an die Berliner Verkehrsbetriebe und die S-Bahn gezahlt werden müssten. Zudem ist zu vermuten, dass dadurch die Zahl der Fahrgäste erheblich steigt. Das hätte wiederum entsprechende Auswirkungen auf Infrastruktur, Wagenpark und Personal.

CDU: Interessant aber unbezahlbar

Die Opposition äußert sich zu Müllers Idee kritisch. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Oliver Friederici sagt: „Wir finden das Wiener Modell interessant. Allerdings ist Berlins Nahverkehr unterfinanziert, daher wird jeder Euro gebraucht. So lange im Entwurf des neuen Doppelhaushalts keine zusätzlichen Gelder für die BVG dafür vorgesehen sind, muss sich Berlins Regierender Bürgermeister fragen lassen, ob er die Berliner wirklich entlasten oder doch nur Sommertheater spielen will.“ (lb)

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