Leichtathletik-EM: Auftakt für Spitzensport in Berlin | Foto: pixabay.com

Leichtathletik-EM: Auftakt für Spitzensport in Berlin

Nachdem die European Championships bereits am 02. August begonnen haben, startet nun auch die Leichtathletik-EM als Teil des Sportwettbewerbs in Berlin. Bis zum 12. August werden sich die Athleten in 23 Disziplinen messen. Die Qualifikationsrunden werden viermal vormittags und die Finalrunden an sechs Abenden ausgetragen. Die Austragungsorte sind neben dem Olympia Stadion auch der Breitscheidplatz in der City-West, wo die sogenannte „Europäische Meile“, inklusive der Generali Arena, errichtet wurde.

Die „Europäische Meile“ verfolgt ein neuartiges Konzept, das vorsieht die Wettkämpfe aus dem Olympiastadion in die Innenstadt zu bringen. Auf der Bühne, vor der rund 3.000 Zuschauer Platz finden, ist ein umfassendes Entertainment-Programm geplant. Täglich gibt es ab 13 Uhr verschiedene Shows, ab 22 Uhr findet eine „Golden Hour“ statt, während der sich Besucher über Live-Musik freuen können. Doch das Entertainment-Programm soll auch wichtige Gesundheitsthemen vermitteln – der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) veranstaltet auf der Bühne und in Mitmach-Zelten Thementage zu gesundheitlichen Bereichen wie „Stress“, „Laufen“ oder „das richtige Sitzen“. Die Zuschauer können sich zudem auf emotionale Momente gefasst machen, denn auf der Bühne finden die 38 Siegerehrungen statt. Zusätzlich werden die Wettkämpfe aus dem Olympiastadion auf drei Screens live und kostenlos übertragen. Erkennbar ist die „Europäische Meile“ schon von weitem durch den 50-Meter hohen Glockenturm der Gedächtniskirche, der in den orange-blauen Farben der European Championships verhüllt wurde.

Wirtschaftsfaktor Sport: Großveranstaltungen bringen nicht nur Zuschauer in Höchststimmung

Laut einer Studie der Investitionsbank Berlin (IBB) stärken Sportevents die Berliner Wirtschaft nachhaltig um mehr als eine halbe Milliarde Euro. Ein Teil dieser Summe setze sich aus den Ausgaben von Besuchern dieser Events zusammen, so Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der IBB. „Dazu kommen die staatliche Sportförderung und die Investitionen in Sportstätten in Höhe von 203 Mio. Euro, die ebenfalls positiv zur wirtschaftlichen Entwicklung Berlins beitragen.“ Neben der Leichtathletik-EM finden dieses Jahr weitere sportliche Großereignisse wie der Berlin-Marathon (15./16. September), das Internationale Stadionfest (ISTAF, 02. September) und eine Runde des Bahnrad-Weltcups (30. November – 2. Dezember) in Berlin statt. Außerdem folgt auf die Leichtathletik-EM die Para-EM, die vom 20.-26. August in Berlin stattfinden wird.

Berlins Sportwirtschaft umfasst knapp 2.000 Unternehmen und erwirtschaftete im Jahr 2015 eine Milliarde Euro. Damit liegen die Umsätze der Sportwirtschaft deutlich vor denen der Berliner Finanzwirtschaft (650 Mio. Euro). Im Vergleich mit anderen großen deutschen Städten hat die Hauptstadt die Nase vorn, Sportumsätze stiegen um 30 Prozent, so die Studie weiter. In der Stadt zählt die Sportbranche insgesamt 13.000 Mitarbeiter, das entspricht 0,9 Prozent aller Beschäftigten. Damit ist die Branche ein wichtiger Wirtschaftszweig des Landes. Der Spitzensport fungiert hierbei als Impulsgeber, dem der Breitensport folgt.

Sterne am Berliner Leichtathletik-Himmel

Die EM bietet einigen Berliner Star-Athleten eine Bühne. Im Diskus-Werfen treten die Brüder Robert und Christopher Harting (SCC Berlin) an. Beide sind Olympiasieger (2012 und 2016), jedoch wird es für Robert Harting der letzte internationale Wettkampf sein. Zudem tritt der EM-Vize von 2014, Lucas Jakubczyk (SCC Berlin), dieses Jahr in gleich zwei Kategorien an: 100-Meter-Sprint und 4×100-Meter-Staffel. Johannes Motschmann, vom LG Nord Berlin, wird sein Können beim 3.000-Meter-Hindernis-Lauf unter Beweis stellen.

Bei den Frauen geht Lisa-Marie Kwayie, vom Neuköllner SF, im 100-Meter-Sprint an den Start. Außerdem kann man sich auf Svea Kohlbrück (SCC Berlin) und Karolina Pahlitzsch (SV Preußen Berlin) bei der 4×400-Meter-Staffel freuen. Caterina Granz (LG Nord Berlin), Gold-Gewinnerin der Cross-WM der Studenten, geht im 1.500-Meter-Lauf an den Start. In der Disziplin 20-Kilometer-Gehen wird Emilia Lehmeyer (Polizei SV Berlin), Deutsche Meisterin von 2017 und 2018, auf der Strecke zu sehen sein. Allen Athleten soll Berlino, das offizielle Maskottchen der EM, das durch die enge Freundschaft zu Weltrekordhalter Usain Bolt bei der WM 2009 bekannt wurde, Glück bringen. (ke)

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