Lehrermangel: In Berlin fehlen mehr als 1.200 Lehrer | Foto: Pixabay/stevepb

Lehrermangel: In Berlin fehlen mehr als 1.200 Lehrer

Aufgrund des sich vergrößernden Personalmangels , spitzt sich die Lage an Berliner Schulen immer mehr zu. Für das kommende Jahr werden mehr als 1.200 Lehrer benötigt, doch der Lehrermarkt ist so gut wie leer gefegt.

Um die Lücke zu schließen, setzt Bildungssenatorin Scheeres neben Quereinsteiger nun auch auf Pensionäre und Lehramtsstudenten.

Für das kommende Schuljahr braucht Berlin 3.000 Lehrer

Wie die Bildungssenatorin Sandra Scheeres bei der Pressekonferenz am vergangenen Montag bestätigte, gibt es derzeit an Berliner Schulen eine Versorgungslücke. Demnach fehlen nach den Sommerferien in Berlin etwa 500 Lehrer. Um diese Lücke auszufüllen, haben sich 160 Pensionäre bereit erklärt, weiterzuarbeiten.

Die dramatische Lage um den Lehrermangel wird allerdings noch größer. Denn für das kommende Schuljahr werden 3.000 zusätzliche Lehrer gebraucht, um Pensionäre zu ersetzen und auf die steigende Schülerzahlen reagieren zu können. Laut der Bildungssenatorin konnten bislang von den 3.000 freien Lehrerstellen 1750 besetzt werden. 1250 sind allerdings noch offen.

Quereinsteiger sollen Lehrermangel ausgleichen

Um die Mangelsituation in den Griff zu bekommen, setzt Berlin nun auf sogenannte Quereinsteiger. Das sind diejenigen, die eine fachliche Ausbildung absolviert, aber kein Lehramt studiert haben. Die Quote der Quereinsteiger lag zuletzt bei rund 43 Prozent. „Es kann sein, dass wir jetzt über 50 Prozent kommen“, so Scheeres.

Für das bevorstehende Schuljahr haben sich 2.000 Quereinsteiger beworben, von denen jedoch nur 1.000 die Voraussetzungen erfüllten. Die Quereinsteiger werden vor allem in den Mangelfächern Mathematik, Musik, Sport und Physik eingesetzt.

Scheeres‘ Maßnahmen gegen den Lehrermangel

Angesichts des akuten Lehrermangels, hat Scheeres Maßnahmen entwickelt, die die Streichung von einigen Schulangeboten vorsehen. „Die Schulleitungen können Stunden für Sprachförderung, Integration oder Inklusion heranziehen, um das schulische Pflichtangebot zu sichern“, sagte Scheeres. Dabei hatte die Senatorin in der Vergangenheit stets betont, wie wichtig zusätzliche Förderstunden doch seien.

Darüber hinaus soll die Verteilung der Lehrer gerechter werden. „Wir werden neue, qualifizierte Lehrer umlenken in die sozialen Brennpunkte“, so die Senatorin. Des Weiteren gibt Scheeres Lehramtsstudenten die Möglichkeit, auf Minijob-Basis zu unterrichten. Ob es wirklich eine gute Lösung ist, Quereinsteiger oder Lehramtsstudenten einzusetzen, bleibt fragwürdig. Denn um den Unterricht sinnvoll gestalten zu können, fehlt es ihnen an qualifizierter pädagogischer Ausbildung. (dn)

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