Lufthansa und Eurowings: Konkurrenz um Berliner Luftstrecken?

Nach der Insolvenz von Air Berlin will auch Eurowings die Strecken Berlin-Frankfurt und Berlin-München bedienen. 2018 sollen unter anderem die Strecken Berlin-Frankfurt, Berlin-München und Düsseldorf-München neu angeboten werden. Auf diesen Verbindungen ist nach dem Ende von Air Berlin derzeit die Lufthansa ohne Konkurrenz unterwegs. Dieses Privileg könnte sie allerdings bald verlieren. Kartellrecht Experten vermuten bislang, dass es zu keinem Preiskampf kommen wird. Beide Fluggesellschaften gehören schließlich demselben Konzern an. 2001 hatte die Deutsche Lufthansa AG die Billigfluglinie Eurowings übernommen.

Fehlende Konkurrenz treibt die Preise hoch

Fakt ist, dass derzeit gerade auf innerdeutschen Strecken eine sehr hohe Nachfrage herrscht. Infolge der Air-Berlin-Pleite ist das Angebot stark eingeschränkt. Das führt in den meist voll besetzten Flugzeugen zu hohen Ticketpreisen. Durch den Wegfall von Air Berlin mangelt es an Konkurrenz und so sind die innerdeutschen Flüge bis zu 50 Prozent teurer. Berliner Geschäftsreisende sind besonders betroffen, berichtete der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) in Frankfurt. Laut ihren Berechnungen sind nach der Aufgabe des Linienverkehrs der Air Berlin auf Kurzstrecken die Preise zwischen 26 Prozent an Werktagen und knapp 39 Prozent an Wochenenden gestiegen – was natürlich auch Privatkunden trifft.

Die höheren Ticketpreise im Lufthansa-Konzern seien allein durch die gestiegene Nachfrage entstanden, die ihrerseits auf das verkleinerte Angebot zurückzuführen sei, erklärte das Unternehmen. An der Preisstruktur habe sich nach Angaben einer Konzernsprecherin nichts geändert. Die Preisbildung funktioniert wie bei nahezu allen Airlines: Ist der Flugtermin noch weit entfernt und sind erst wenige Plätze verkauft, werden die Tickets günstig angeboten. Kurz vor Abflug werden die letzten Plätze aber nur noch zu Höchstpreisen abgegeben.

Überraschend ist jedoch, dass seit dem Lufthansa und die Tochtergesellschaft Eurowing bei Inlandsflügen dominieren, sich einiges verändert hat. Die Systeme zeigen viel häufiger speziell für Inlandsflüge zu günstigen Tageszeiten nur noch den Status „ausverkauft“ an.

Mehr Konkurrenz belebt das Geschäft

Die Auswirkungen der fehlenden Konkurrenz treffen allerdings ganz andere. „Es leiden insbesondere die Unternehmen, die auf Flugverbindungen von dezentralen Airports abseits der großen Hubs angewiesen sind. Deren Situation hat sich in Bezug auf Ticket-Verfügbarkeit, Frequenz und Preis dramatisch verschlechtert“, so Christoph Carnier, VDR-Präsidiumsmitglied.

Außerdem wird im nächsten Jahr noch ein zusätzlicher Konkurrent erwartet. Die britische Linie Easyjet möchte mit ihren von Air Berlin übernommenen Flugzeugen ebenfalls innerdeutsche Verbindungen fliegen. Auf welchen Strecken und zu welchen Terminen hat die britische Fluggesellschaft, die bis zu 25 Jets einsetzen wollen, bislang nicht kommuniziert

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