Diakon Wolfgang Nebel (l) und Harald Wohlfahrt weihen die Pyramide ein | Foto: BERLINboxx

Käthe Wohlfahrt eröffnet Weihnachtssaison am Kudamm

Weihnachten ist das Fest der Liebe und steht für gemeinsame Stunden mit der Familie. Unerlässlich für die richtige Atmosphäre ist die passende Dekoration. Am gestrigen Mittwoch eröffnete das Familienunternehmen Käthe Wohlfahrt schon einmal die Weihnachtssaison. Im Mittelpunkt in der Niederlassung am Berliner Kurfürstendamm stand dabei eines der beliebtesten Weihnachtslieder überhaupt: „Stille Nacht“. Es feiert in diesem Jahr sein 200-jähriges Jubiläum.

„Stille Nacht heißt Gemeinsamkeit leben. Und das ist das, was ich gerne vermitteln möchte; möglichst schon jetzt, nicht nur vor Weihnachten“, sagte Harald Wohlfahrt, Geschäftsführer von Käthe Wohlfahrt. Für ihn hat das bekannte Weihnachtslied eine ganz persönliche Bedeutung: 1963 inspirierte eine Spieldose seine Eltern zu der Geschäftsgründung. Sie spielte natürlich „Stille Nacht“. Zum großen Jubiläum des Weihnachtsklassikers fertigte Käthe Wohlfahrt viele Sondereditions-Artikel an.

Unternehmenschef Harald Wohlfahrt. Foto: Käthe Wohlfahrt

Unternehmenschef Harald Wohlfahrt. Foto: Käthe Wohlfahrt

Käthe Wohlfahrt ist eine Erfolgsgeschichte

Rückbesinnung – es scheint ein zentrales Thema der Weihnachtssaison zu sein. Ob durch „Stille Nacht“ oder generell durch traditionelle Weihnachtsdekoration: Wohlfahrt wünscht sich, dass an Weihnachten alle kurz innehalten und sich auf die Familie zurückbesinnen. „Für mich war Weihnachten immer ein Familienfest“, erklärte er. Doch ist für ihn die Familie nicht nur emotional, sondern auch geschäftlich mit Weihnachten verbunden. Denn 1991 übernahm Wohlfahrt die Leitung des in zweiter Generation geführten Familienunternehmens. Eine Erfolgsgeschichte, wie sie im Buche steht: Wohlfahrts Eltern fingen bereits 1963 mit Verkaufsständen auf Wohltätigkeitsbasaren und gründeten ein Jahr später das Unternehmen Käthe Wohlfahrt. 1977 folgte der Umzug in das romantische Rothenburg ob der Tauber, wo das Unternehmen noch heute ansässig ist. Heute ist Käthe Wohlfahrt weltweit in neun Ländern vertreten. Zudem sorgt der Online-Handel dafür, dass deutsche Weihnachtsdekoration in die ganze Welt geliefert wird.

Egal, wo die Weihnachtsdekoration auf der Welt landet, alle Produkte haben eins gemeinsam: Die Liebe zum Detail. In der Rothenburger-Weihnachtswerkstatt entstehen selbst entworfene Artikel in liebevoller Handarbeit. Auch das Highlight der Eröffnung am Kudamm, eine sieben Meter hohe Holzpyramide, wurde speziell für das Geschäft in Charlottenburg angefertigt. Geschäftsführer Wohlfahrt weihte die Pyramide mit Diakon Wolfgang Nebel, Zentrumskoordinator der Berliner Stadtmission, ein. Gemeinsam platzierten sie Maria, Josef und Jesus, die drei letzten fehlenden Krippenfiguren, auf der untersten Ebene der Pyramide.

Käthe Wohlfahrt am Kurfürstendamm | Foto: Käthe Wohlfahrt Berlin

Käthe Wohlfahrt am Kurfürstendamm | Foto: Käthe Wohlfahrt Berlin

Tradition in Gefahr?

Doch auch abseits der Weihnachtssaison sind die Geschäfte von Käthe Wohlfahrt geöffnet. Nur, wie verkauft man das ganze Jahr über saisonale Artikel? „Das geht eigentlich nicht. Wir schaffen es nur, über den Sommerverkauf an internationale Kunden die Zeit bis zum Herbst oder Winter zu überbrücken“, erklärte Wohlfahrt. Mit Sorge sieht er hingegen internationale Trends in der Branche. „Überall sieht man Gefunkel, das geht fast schon in Richtung Partycharakter“, bemängelte er. Natürlich beeinflussen internationale Trends die Produkte – der Kern, die deutsche Kultur, bleibt jedoch stets erhalten. Käthe Wohlfahrt ist ein Traditionsunternehmen, das ist dem Geschäftsführer wichtig. Daher auch die Jubiläums-Aktion zum traditionsreichen „Stille Nacht“.

Tradition, wohin man blickt: Die Käthe-Wohlfahrt Niederlassung am Kurfürstendamm. Foto: Käthe Wohlfahrt

Tradition, wohin man blickt: Die Käthe-Wohlfahrt Niederlassung am Kurfürstendamm. Foto: Käthe Wohlfahrt

Der Zentrumskoordinator der Berliner Stadtmission, Diakon Wolfgang Nebel, schreibt dem Stück auch heute noch hohe Aktualität zu: „Der Knabe im lockigen Haar schläft in himmlischer Ruhe. Mir fallen da eher Bilder ein von Kleinkindern ein, die in ihrer Unschuld erschöpft an die Arme ihrer Mütter lehnen – bettelnde Mütter, auf der Straße. Hier in Berlin kennen wir solche Bilder gut.“ Er appelliert daran, dass Menschen in der Weihnachtszeit vom reinen Konsum absehen und sich für ihre Mitmenschen einsetzen. „Wir müssen als Gesellschaft lernen, auch abseits von Weihnachten Gefühle ausdrücken zu dürfen und miteinander, nicht nebeneinander, zu leben“, so Nebel. (ke)

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