Jüdisches Lichterfest Chanukka am Brandenburger Tor | Foto: Dirk Lässig

Jüdisches Lichterfest Chanukka am Brandenburger Tor – Politik und Wirtschaft plädieren für Toleranz und Geschlossenheit

Botschaft für Frieden und Hoffnung angesichts anti-israelischer Ausschreitungen

Mit einem Festakt und im Beisein des Regierenden Bürgermeisters ist am Dienstagabend am Brandenburger Tor das jüdische Chanukka-Fest eingeläutet worden. Senatschef Michael Müller entzündete gemeinsam mit Bundesjustizminister Heiko Maas und dem israelischen Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, das erste der acht Lichter am Chanukka-Leuchter. Der zehn Meter hohe Leuchter war am Mittag von den Rabbinern Yehuda Teichtal und Shmuel Segal vom Jüdischen Bildungszentrum Chabad Lubawitsch auf dem Pariser Platz aufgestellt worden. Parallel zu der Veranstaltung fanden am Hauptbahnhof Anti-Israel-Demos durch palästinensische und arabische Gruppen statt.

Chanukka: Symbol für Frieden und Toleranz

„In diesem Jahr ist es besonders wichtig, ein Symbol für Toleranz und Freundschaft in die Welt zu senden. Das ist der Gedanke des Chanukka-Festes“, so Rabbiner Yehuda Teichtal. „Wir wollen mit Chanukka Licht in die Dunkelheit bringen. Mir persönlich bedeutet es sehr viel, dass diese Botschaft hier in Berlin so viel Unterstützung erfährt. Mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller als Repräsentant der Berliner Politik und Siegfried Nehls, Vorstand der SANUS AG, als Vertreter der Wirtschaft, haben wir langjährige und treue Partner gefunden, die sich mit uns gemeinsam für diese Ziele einsetzen.“

Der höchste Chanukka-Leuchter Europas am Pariser Platz | Foto: Dirk Lässig

 

Konsequentes Durchgreifen gegen antisemitische Hetze

Vor mehreren hundert Zuhörern kündigte Michael Müller ein konsequentes Durchgreifen gegen antisemitische Hetze an. „Das Chanukka-Fest steht für ein starkes Judentum in Berlin“, so der Regierende Bürgermeister. „Wir werden jeder Form von Antisemitismus entschieden entgegentreten.“ Justizminister Heiko Maas fügte hinzu: „Wer ,Tod den Juden‘ ruft, gehört nicht auf die Straße, sondern vor ein Gericht.“

v.l.n.r.: Jeremy Issacharoff, Israelischer Botschafter, Heiko Maas, Bundesjustizminister, Michael Müller, Regierender Bürgermeister Berlin, Siegfried Nehls, Vorstand SANUS AG, Rabbiner Yehuda Teichtal | Foto: Dirk Lässig

Für die SANUS AG, die auch in diesem Jahr ihr langjähriges Engagement fortsetzt, ist der gemeinschaftliche Gedanke des Lichterfestes besonders entscheidend. „Es kann nicht sein, dass auf unseren Straßen offen Hassbotschaften und Antisemitismus verbreitet werden. Dem stellen wir uns mit aller Entschiedenheit entgegen“, sagt Siegfried Nehls, Vorstand und Gründer der SANUS AG. „Berlin ist eine weltoffene und tolerante Stadt, die so vielen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religion eine Heimat ist. Diese Stadt ist unser Zuhause und wir akzeptieren nicht, dass diese Gemeinschaft durch Hass und Zwietracht entzweit wird. Berlin ist nicht nur eine Idee-das sind wir alle!“

Das jüdische Chanukka, Hanukkah oder auch Lichterfest wird vom 13. Dezember bis zum 20. Dezember 2017 gefeiert. Es findet immer am 25. Tag des jüdischen Monats Kislew statt. Chanukka-Leuchter werden traditionell auch vor dem Weißen Haus in Washington, nahe dem Big Ben in London und auf dem Roten Platz in Moskau aufgestellt.

In Berlin wird das Chanukka-Fest durch das Jüdische Bildungszentrum Chabad ausgerichtet. Die Einrichtung hat es sich zum Ziel gesetzt, als Plattform für Kultur und die Traditionen des Judentums das Leben in Berlin zu bereichern. Dabei ist das Bildungszentrum ein engagierter Dialogpartner für interessierte Bürger. (ak)

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