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Jetzt und in Zukunft: ein starker stationärer Einzelhandel
Der Berliner Einzelhandel hat in der Pandemie finanziell schwer gelitten. | Foto: Charles Deluvio on Unsplash

Jetzt und in Zukunft: ein starker stationärer Einzelhandel

06. Juli 2021

Die Pandemie hat nicht nur unser bisheriges Leben über den Haufen geworfen, sondern auch den Einzelhandel ausgebremst. Wo es vor Corona-Zeiten einfach war, schnell in einen Laden zu gehen, um die benötigen Waren einzukaufen, müssen heute je nach Stand der Infektionsverordnungen Tests und Termine vorgewiesen werden. Das hemmt die Menschen, mal eben in das Geschäft vor Ort zu gehen und die Pandemie-bedingten Ladenschließungen haben die Einkaufsläden an den Rand der Insolvenz gebracht oder schon darüber hinaus. Aus diesem Grund unterstützt die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe gemeinsam mit Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie die vielen Einzelhändler*innen mit dem Unternehmensservice.

Stärker werden durch Unterstützung

Was genau macht der Unternehmensservice und wie kann er helfen? Gegründet wurde er im Jahr 2020 durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe und Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie und betreut in Berlin ansässige Firmen. Mit Berater*innen als Branchenexpert*innen, die sowohl bei Berlin Partner im Ludwig-Erhard-Haus als auch in den Rathäusern der Bezirke arbeiten.

Der Aufgabenbereich des Unternehmensservice umfasst die Begleitung von Unternehmen bei Expansionsvorhaben, Standortsicherungen sowie bei Innovationsprojekten und Ansiedlungsvorhaben. Im aktuellen Fall des Einzelhandels sollen die Einzelhandelsstandort gestärkt sowie die Geschäftsstraßen in ihrer Vielfalt erhalten und revitalisiert werden. Dazu wird der Service auf die Handelsunternehmen erweitert, die nun bei der Bewältigung der Pandemiefolgen betreut werden. Ziel ist es, beispielsweise Digitalisierung zu fördern, indem die Unternehmen bei der Nutzung von Programmen wie der Digitalprämie begleitet werden. Auch sollen die Betriebe Unterstützung bei Genehmigungsfragen, bei bestehenden und auch künftigen Förderprogrammen wie z.B. den Darlehens-, Bürgschafts- sowie bei Vernetzungs- und Marketingaktivitäten bekommen.

Folgenschwere Monate für die Handelsunternehmen

Die Pandemie hat beschleunigt, was sich über Jahre schon durch den Online-Einzelhandel abgezeichnet hat: ein Rückgang des Innenstadthandels. Die drastische Lage wird durch die Unternehmenszahlen verdeutlicht. So liegen im Nicht-Lebensmittel-Einzelhandel die Umsätze und Kundenzahlen immer noch deutlich hinter dem Vorkrisenniveau zurück, obwohl sich statistisch seit März 2021 gezeigt hat, dass es im Berliner Einzelhandel erste Verbesserungen gegeben hat. Was sich ebenfalls durch die Krise verändert hat, das Einkaufen dient trotz der Lockerungen der Corona-Maßnahmen immer noch verstärkt der Bedarfsdeckung und nicht dem Einkaufserlebnis.

„Wir lassen den Berliner Einzelhandel in der Coronakrise nicht allein und unterstützen ihn bei einem Restart. Das bewährte Team des Unternehmensservices wird kurzfristig zur Bewältigung der Pandemiefolgen auf die Einzelhandelsbranche personell erweitert werden. Dem stationären Handel sollen so passgenaue Informationsangebote und Beratungsunterstützung angeboten werden. Damit wollen wir die Innenstädte in Pandemie-Zeiten stabilisieren und den Einzelhändlerinnen und Einzelhändler Perspektiven für die Zukunft aufzeigen.“ konstatiert dazu Wirtschaftssenatorin Ramona Pop.

Auch Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer Berlin Partner stimmt der tatkräftigen Unterstützung des Einzelhandels zu: „Wir haben schon zu Beginn der Corona-Pandemie als Wirtschaftsförderung bewiesen, dass unser Unternehmensservice umgehend reagieren und sein Serviceangebot flexibel und bedarfsgerecht anpassen kann. Der Unternehmensservice hat eine Hotline für Soloselbstständige und Kleinstunternehmen eingerichtet und mit Town Hall Calls über Soforthilfeprogramme vom Bund und Land informiert. Nun werden wir unsere Serviceangebote auf den Handel ausweiten, um unseren Beitrag zur Sicherung der Arbeitsplätze im Berliner Einzelhandel zu leisten.“

In Berlin Einkaufen oder auch Shoppen gehen war vor Corona eine beliebte Tätigkeit, ob ganz schick an der Friedrichstraße und dem Kudamm oder etwas lässiger in der Schloßstraße. Schlendern, bummeln und gucken wurde abgelöst von Abstand halten und Maske tragen. Das Verhalten der Menschen beeinflusst auch die Einkaufs-Qualität der Innenstädte. Wenn keiner mehr hingeht, müssen die Geschäfte irgendwann schließen. Programme wie der Unternehmensservice können ein Faktor sein, um dies zu verhindern. (kk)