Neubau in Berlin. © CC0 Creative Commons

Prognose: Rasanter Preisanstieg für Berliner Eigentumswohnungen

Das Immobilienportal Immowelt prognostiziert, dass in Berlin schon 2020 die Schallmauer von 4.000 Euro pro Quadratmeter durchbrochen wird.

Die Preise für Eigentumswohnungen in Berlin werden bis Ende 2020 um 24 Prozent steigen. Das ist das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Immobilienportal-Betreibers Immowelt. Aktuell beträgt der Kaufpreis im Median 3.460 Euro pro Quadratmeter. Für Ende 2018 sagt die Prognose bereits 3.730 Euro voraus. Die Studie geht davon aus, dass schon 2020 die 4.000-Euro-Schallmauer durchbrochen wird. Den Schätzungen nach steigt Ende 2020 dann der Quadratmeterpreis auf 4.300 Euro.

Berlin leicht über Bundesdurchschnitt

Die Hauptstadt bewegt sich mit dieser prognostizierten Preisentwicklung leicht über dem Bundesdurchschnitt.

Im Deutschlandschnitt liegt der Preisanstieg bei circa 22 Prozent. Den größten Sprung machen nach der Prognose von Immowelt wenig überraschend die Preise in München. Diese werden bis Ende 2020 bei etwa 8.390 Euro pro Quadratmeter liegen. Schon Ende 2018 werden es rund 7.140 Euro pro Quadratmeter sein.

In der Prognose hat Immowelt neben den Angebotspreisen die Bevölkerungsentwicklung, den Verbraucherpreisindex und den Baupreisindex sowie einen durchschnittlichen Zinssatz von 1,68% für Wohnbaukredite im Jahr 2017 berücksichtigt. Weiterhin basiert die Prognose basiert auf der Annahme, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bis 2020 den Leitzins bei 0 Prozent belässt. Eine Anhebung des Zinssatzes hätte zur Folge, dass sich die Preissteigerungen leicht verlangsamen würden.

Ohne Neubau ist mit weiteren Preisanstiegen zu rechnen

„Die Ergebnisse unserer Prognose zeigen, dass die Preise in den deutschen Großstädten auch in den nächsten zwei Jahren steigen werden. Das liegt vor allem daran, dass der Zuzug in die Ballungsräume weiter zunimmt und sich somit die Nachfrage nach Wohnraum stetig erhöht“, erklärt Immowelt-Finanzvorstand Ulrich Gros.

Für Immobilienexperten wie Siegfried Nehls, Vorstand und Gründer des Berliner Projektentwicklers SANUS AG sind diese Entwicklungen alles andere als überraschend: „Die Berliner Wohnungsnot war lange absehbar. Aufgrund des ungebrochen hohen Zuzugs in die Hauptstadt, gibt es keine andere Option, als den dringend benötigten Wohnraum auch zu realisieren. Bedauerlicherweise werden nach wie vor werden viele Projekte verhindert und blockiert – auch und gerade durch die Verantwortlichen in der Politik. Wenn es nicht gelingt, den Neubau massiv voranzutreiben, wird sich die Preisspirale weiterhin nach oben drehen.“ (ak)

 

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