Das alte Karstadt-Haus am Kurfürstendamm | Foto: Dguendel, Creative Commons Attribution 3.0

Hochhäuser am Kurfürstendamm durch Baukollegium abgelehnt

Der österreichische Karstadteigner René Benko hat Großes mit der City West vor. Sein Unternehmen Signa Real Estate plant, aus dem Karstadtgebäude am Kurfürstendamm und den angrenzenden Gebäuden ein Stadtquartier zu machen. Vorgesehen sind drei Hochhäuser mit einer Höhe von 100 bis 150 Metern. Signa stellte nun die Pläne erstmals im Baukollegium von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher vor. Die lehnte das Vorhaben in der jetzigen Form jedoch ab. „Städtebaulich müssen wir sagen: so nicht“, sagte Lüscher nach der Beratung des Kollegiums.

Das ursprüngliche Konzept sah eine Bebauung des Areals zwischen Kurfürstendamm, Ranke- und Augsburger Straße mit einer Nutzung überwiegend als Shopping-Mall vor. Die Idee eines Einkaufscenters wurde aber mittlerweile verworfen. Statt einer Shopping-Mall will Signa nun ein ganzes Quartier mit einer Mischnutzung aus Büro, Handel, Hotel, Handel, Gesundheit, Fitness, Kultur und einem kleinen Wohnanteil  entwickeln. Wohnungen sollen allerdings nicht in den Hochhäusern,  sondern im denkmalgeschützten Agrippina-Haus an der Rankestraße, realisiert werden.

Fünf verschiedene Varianten

Dafür stellte Signa dem Baukollegium  fünf verschiedene Varianten einer möglichen Bebauung vor. Zwei davon sahen drei Hochhäuser vor, drei Varianten schlugen nur zwei Hochhäuser in verschiedenen Höhen vor.

Die durch Signa favorisierte Variante sind drei Türmen in einer Höhe von 100, 120 und 150 Metern. Die Sockelgeschosse sollen in einer  Gebäudehöhe von 22 Metern entstehen, die Planung sieht außerdem eine Verbindung der Türme durch eine durchgängige öffentliche Terrasse vor. Signa plant, für das Projekt eine knappe Milliarde Euro zu investieren. Die Bauphase wird für drei bis fünf Jahre veranschlagt.

Baukollegium fordert eine ganzheitliche Herangehensweise

Senatsbaudirektorin Lüscher lehnt Hochhäuser nicht per se ab, fordert jedoch eine Gesamtbetrachtung der City West: „Wir haben große Bedenken, ausgerechnet an diesem relativ intakten Block direkt am Kurfürstendamm mit Hochhäusern zu beginnen“, so Lüscher. „Für Hochhäuser braucht es nach Meinung des Kollegiums zudem eine politische Willensbildung.“ Signa zeigt Bereitschaft zum Kompromiss und will nachbessern.

Die Diskussion um eine adäquate Entwicklung des Kurfürstendamms hat gerade erst begonnen. Senatsbaudirektorin Lüscher kündigte für Ende nächsten Jahres den lange erwarteten Hochhausentwicklungsplan für Berlin an. Den hatte das Berliner Abgeordnetenhaus bereits im April 2017 beauftragt. (red)

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