Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des HBB, Christian Görke, stellv. Ministerpräsident und Minister für Finanzen des Landes Brandenburg, Karin Genrich, Ehrenpräsidentin des HBB, und Björn Fromm, Präsident des HBB (v. l.) | Foto: Albrecht

Gute Chancen für ein erfolgreiches 2018: Neujahrsempfang des HBB

Auch in diesem Jahr konnte der HBB zu seinem Neujahrsempfang wieder zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur und natürlich viele Mitglieder und Freunde des Verbandes begrüßen. Ein großes Gesprächsthema zwischen den Gästen war diesmal die neue Unsicherheit bei den Sonntagsöffnungen. Traditionell findet der Empfang immer im Wechsel in Berlin oder der Landeshauptstadt von Brandenburg statt. Diesmal hatte der Verband in die IHK nach Potsdam eingeladen.

Einzelhandelsbranche blickt optimistisch ins neue Jahr

Christian Görke, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Finanzen des Landes Brandenburg, überbrachte die besten Grüße vom Ministerpräsident Dietmar Woidke. Er hoffe, so der Minister in seinem Grußwort, dass das für den Handel so wichtige  Weihnachtsgeschäft den Erwartungen entsprochen habe und jeder jetzt optimistisch auf die kommenden Monate blicke. Die Wirtschaft sei weiter auf Wachstum, die privaten Konsumausgaben seien hoch und der Umsatz im Handel steige. Gleichzeitig gingen jedoch immer mehr Kunden auch online auf Einkaufstour.

„Die Digitalisierung wird  Sie auch in diesem Jahr wieder intensiv beschäftigen.“ Damit meine er nicht nur E-Commerce, so der Minister. Auch am stationären Einzelhandel führe kein Weg vorbei, „siehe Multichannel, aber auch die Prozesse im Hintergrund und die Logistik“. Es gehe um alles, was die internen Prozesse effizienter und kostengünstiger mache. Die Landesregierung werde den digitalen Ausbau überall im Land beschleunigen, um die erforderliche Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. „Schnelles Internet und kostenlose WLAN-Zugangspunkte müssen für alle Brandenburger zugänglich sein“, betonte Finanzminister Görke. Im Zusammenhang mit der Notwendigkeit, mehr junge Leute für den Einzelhandel zu gewinnen, lobte er ausdrücklich, dass der Handel neu den Beruf des Kaufmanns und der Kauffrau im E-Commerce geschaffen hat.

Der Handelsverband blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück

Björn Fromm, Präsident des Handelsverbandes, hatte zuvor für das Jahr 2017 ein positives Fazit gezogen. Bis September 2017 (soweit liegen die Statistiken vor) hat der Handel in Berlin ein reales Wachstum von sechs Prozent und im Land Brandenburg von drei Prozent erreicht. Die Zahl der Beschäftigten ist im sechsten Jahr in Folge gestiegen. Natürlich gab und gibt es Herausforderungen. „Der wachsende Onlinehandel ist eine davon, Aber auch die Erwartungen an das Shoppingerlebnis sind gestiegen.“ Nicht zu übersehen sei die Schwierigkeit, geeignete Auszubildende zu finden.

Berliner Wirtschaftsstaatssekretär Henner Bunde, Bernhard Klapproth, Gründer Jouis Nour, Christian Görke, stellvertretender Ministerpräsident und Finanzminister des Landes Brandenburg, Björn Fromm, Präsident Handelsverband Berlin-Brandenburg (HBB) | Foto: Albrecht

Berliner Wirtschaftsstaatssekretär Henner Bunde, Bernhard Klapproth, Gründer Jouis Nour, Christian Görke, stellvertretender Ministerpräsident und Finanzminister des Landes Brandenburg, Björn Fromm, Präsident Handelsverband Berlin-Brandenburg (HBB) | Foto: Albrecht

Verdi klagt gegen Sonntagsöffnungen

Kritisch setzte sich Fromm mit den neuen Problemen bei den Sonntagsöffnungen auseinander. Der größte Stolperstein werde dem Handel hier von Verdi in den Weg gelegt. „Die wenigen genehmigten Sonntage werden bundesweit kampagnenartig von Verdi beklagt“. Würde sich Verdi in Sachen Sonntagsöffnung durchsetzen, drohe allein in der Hauptstadt ein Abbau von Arbeitsplätzen im Handel im vierstelligen Bereich. Neben der Schweiz sei Deutschland das einzige Land, welches die Ladenöffnung so streng reguliert.

Auf Unverständnis stoße dieses Vorgehen auch bei den Mitarbeitern, die freiwillig arbeiten, die Bonuszahlungen und den zusätzlichen freien Tag einplanen, keine Minute über die Wochenarbeitszeit hinaus arbeiten müssen und verwundert sind, warum sie offenbar nicht die gleiche Entscheidungskompetenz haben wie ihre Kolleginnen und Kollegen in der Gastronomie. Viele Beschäftigte würden sich wie der HBB die Frage stellen, wessen Interessen hier wirklich von wem vertreten werden.

Das Oberverwaltungsgericht genehmigt die kommenden Sonntagsöffnungen in Berlin

Für Berlin konnten der Handel und zweifellos auch die Kunden einen Tag vor dem Neujahrsempfang erfreut zur Kenntnis nehmen, dass vorerst das Schlimmste abgewendet werden konnte. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gab der vom HBB intensiv begleiteten und unterstützten Beschwerde des Senats statt und hob eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts auf, nach der entsprechend einem Antrag von Verdi bis zur Entscheidung in der Hauptsache die stadtweiten Sonntagsöffnungen im ersten Halbjahr unterbunden werden. Das betrifft die Grüne Woche, die Berlinale und die ITB. Das Problem ist damit natürlich noch lange nicht vorm Tisch.

„Verdi laden wir erneut ein, zum partnerschaftlichen Umgang und zur gemeinschaftlichen Bewältigung der aus dem gesellschaftlichen Wandel resultierenden Probleme in der Arbeitswelt“, bekräftigte Präsident Björn Fromm den Standpunkt des HBB. Das Gericht sei kein Ort der Partnerschaft, höchstens für sein Ende. „Vor den Toren des Gerichts bieten wir gerne die Hand, mit unserem Sozialpartner zu handeln, wie es Artikel 9 des Grundgesetzes uns beiden aufgibt.“

Beim anschließenden Networking tauschten sich wichtige Vertreter der Branche untereinander und mit der Politik intensiv aus. Edeka-Manager Hans-Ulrich Schlender, diskutierte mit Jouis-Nour-Gründer Bernhard Klapproth über Biotrends. Klapproth hat mit der soeben eröffneten hochmodernen Bio Manufaktur im brandenburgischen Dahlewitz ein Referenzprojekt für ganz Deutschland in Sachen Bio-Frischeprodukte geschaffen. Berlins Wirtschaftsstaatssekretär Henner Bunde freute sich mit Hauptgeschäftsführer Niels Busch-Petersen über die positive Entwicklung der Branche und deren Innovationskraft.(fs)

Saxophonistin R. Wendler | Foto: Albrecht

Saxophonistin R. Wendler | Foto: Albrecht

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