Grüne Hauptstadt Berlin: Der Wald als Wirtschaftsfaktor | Foto:pxhere.com

Grüne Hauptstadt Berlin: Der Wald als Wirtschaftsfaktor

Berlin, die grüne Metropole: 18 Prozent der Stadtfläche besteht aus Wald. Das sind 157 Quadratkilometer. Zuzüglich der Brandenburger Waldflächen im Besitz Berlins sind es sogar 290 Quadratkilometer. Und das ist mehr als jede andere deutsche Großstadt aufzuweisen hat. Kein Wunder, dass Deutschlands erster Waldbeauftragter der Bundesregierung im Tegeler Forst der Presse vorgestellt wurde: Cajus Caesar, Forstingenieur aus Westfalen, will den Wald auch als Wirtschaftsfaktor bekannter machen.

Wirtschaftsfaktor Wald: eine Leitbranche der Republik

Der 67-Jährige ist ein leidenschaftlicher Lobbyist für die Forstwirtschaft. Flächenmäßig ist sie bundesweit die bedeutendste Form der Landwirtschaft. 31 Prozent der Fläche Deutschlands (11,1 Millionen Hektar) ist Wald. Davon werden neun Millionen Hektar durch rund 28.000 Forstbetriebe bewirtschaftet, 90 Prozent des Umsatzes wird mit Holzverkauf erlöst. Die Branche trägt mit 3 Prozent zum Bruttosozialprodukt bei, bietet 1,3 Million Menschen einen Arbeitsplatz und erzielt fast 200 Milliarden Euro Umsatz im Jahr. Forst- und Holzwirtschaft ist eine Leitbranche Deutschlands mit mehr Beschäftigten als in der Autoindustrie.

„Im Wald fühle ich mich wohl. Dort fühle ich mich fachlich und persönlich zuhause“, erklärte Caesar bei seiner Vorstellung durch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Ihr Parteifreund Caesar war bis zu seinem Rückzug als Bundestagsabgeordneter im Oktober 2017 auch forstpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Als Waldbotschafter kehrt er nun aufs bundespolitische Parkett zurück.

Wichtig fürs Klima

In seiner neuen Funktion soll Caesar nun an der Waldstrategie bis 2050 mitkonzipieren. Dazu will er mit Waldnutzern, Waldbesitzern und Umweltverbänden in Dialog treten. Denn es gibt viel zu tun: „Der Wald, obwohl er ein Drittel der Fläche des Landes bedeckt, wird in seiner Bedeutung noch nicht von allen so gewichtet“, so Caesar. Das will er ändern. Auch der wichtige Beitrag des Waldes zum Klima ist sein Anliegen. Neue Arten und Sorten von Bäumen sollen hierbei ihren Beitrag leisten und einen biologischen Forstschutz gegen Schädlinge und Borkenkäfer entwickeln.

Der Waldbeauftragte bringt persönliche Erfahrungen mit: Im Kalletal betreibt er selbst auf 70 Hektar Forstwirtschaft, unter anderem eine Weihnachtsbaumkultur, die umweltgerecht gepflegt wird. „Das ist etwas, was ich gerne mache.“

Kinder begeistern!

Ein guter Ansatz für sein waldpädagogisches Engagement, das ebenfalls zu seinem neuen Amt gehört. Caesar soll Kinder und Jugendliche für den Wald vor ihrer Haustür begeistern. Ein Tannenbaum-Hain wird die Kinderherzen höher schlagen lassen. (hf)

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