Grün und sicher: Senatorin Günther stellt geschützte Radwege vor

Senatorin Regine Günther stellte auf der diesjährigen Fahrradkommunalkonferenz erstmals die geplanten geschützten Radwege am Beispiel der Hasenheide vor. Die neuen Wege sind grün gefärbt, mindestens zwei Meter breit und von Pollern geschützt, um das Befahren durch Autos zu verhindern. Zusätzlich soll eine Sperrfläche von mindestens einem Meter Abstand zwischen Radweg und Fahrbahn entstehen.

Vision Zero fest im Blick

Die neuen Radwege sollen die Verkehrssicherheit an Hauptverkehrsstraßen in Berlin zukünftig verbessern. Verfolgt wird die Vision Zero: Die Reduzierung von Verletzten und Toten im Straßenverkehr auf Null. Denn die Zahlen der Realität sind erschreckend: Laut der Berliner Polizei gab es allein im Jahr 2016 insgesamt 7495 Unfälle mit Radfahrern. Und auch in diesem Jahr zählten die Beamten allein bis August wieder über 4800 Unfälle. Erst vor wenigen Tagen ist in Reinickendorf ein Fahrradfahrer tödlich verunglückt.

Um gegen diese hohe Unfallbilanz vorzugehen,  sind weitere geschützte Radstreifen geplant. Momentan stimmt sich der Senat mit den Bezirken noch darüber ab. Die ersten grünen Radwege sieht man frühestens im nächsten Jahr, Start der Bauphase ist für Anfang 2018 geplant. Die grüne Farbe soll die Aufmerksamkeit der Autofahrer für Radwege steigern. Außerdem erhofft man sich, dass in der Zukunft weniger Autofahrer die Radwege zuparken.

Von Südstern bis zur Wissmannstraße soll der geplante Radweg in der Hasenheide verlaufen. Die Gegebenheiten vor Ort entscheiden letztendlich über die konkrete bauliche Umsetzung. Für den ruhenden Verkehr wird es Bereiche mit und ohne Parkstreifen geben. Weitere Unterbrechungen sind für Nachtbus- Haltestellen und Kreuzungsübergänge vorgesehen.

Berlin als Vorreiter beim Radgesetz

Die Stadt Berlin wird die geschützten Radstreifen und die Verbesserung der Verkehrssicherheit bundesweit als erste Kommune, als zwei zentrale Bestandteile des Berliner Mobilitätsgesetzes einführen. Der Teil Radgesetz des Mobilitätsgesetzes ist das erste seiner Art in Deutschland, es wird durch die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Senat und Abgeordnetenhaus eingebracht werden.

Vorhersehbare Kritik aus der Opposition

Die Opposition übte prompt wieder Kritik. Der CDU-Verkehrsexperte Oliver Friederici gab gegenüber dem Berliner Kurier an: „Grüne Radwege sorgen nur für Verwirrung, machen das Radfahren nicht sicherer.“, und weiter, „Die Senatorin sollte lieber dafür sorgen, dass die kaputten Radwege endlich saniert werden statt sie grün zu färben.“

Eine detaillierte Vorstellung davon, wie die Sicherheit für Berliner Radfahrer erhöht werden kann, übermittelte die Opposition nicht. So oder so muss die Politik gegen die hohen Unfall- und Todesopfer im Radverkehr vorgehen. (red)

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