GroKo plant Baukindergeld einzuführen | Foto: Pixabay

GroKo plant Baukindergeld einzuführen

Die große Koalition plant im Rahmen einer Wohnraumoffensive das Baukindergeld zu realisieren. Nicht nur, dass der Staatshaushalt dadurch sehr belastet wird, profitieren würden von der Maßnahme lediglich die besser verdienenden Familien.

Mit 1.200 Euro pro Jahr für ein Kind will der Staat die Familien künftig dabei unterstützen, das Eigenheim leichter abzuzahlen. Allerdings ist die Voraussetzung für die Genehmigung des Baukindergeldes, dass die Familien ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises aufbringen können. Die Bundesregierung geht derzeit von circa 200.000 anspruchsberechtigten Familien mit 300.000 Kindern aus. Die Geringverdiener scheiden bei dieser Hochrechnung leider komplett aus.

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Baukindergeld könnte den Bundeshaushalt massiv belasten

Bis zum Jahr 2021 planen die Union und die SPD zwei Milliarden Euro für das Baukindergeld zur Verfügung zu stellen. Über zehn Jahre wird den Familien jährlich 1.200 Euro pro Kind gezahlt. Ob die Regierung sich da mal nicht überschätzt. Nach Berechnungen des Finanzministeriums würde das geplante Vorhaben den Bundeshaushalt Dutzende Milliarden Euro kosten.

Anfänglich würde das Fördervolumen „nur“ 400 Millionen Euro im Jahr betragen. Von Jahr zu Jahr würde das Volumen allerdings sukzessiv steigen. „Unter Berücksichtigung eines unterstellten Förderzeitraums von zehn Jahren wäre im Jahr der vollen Wirksamkeit von jährlichen Gesamtausgaben für den Bund von bis zu vier Milliarden Euro auszugehen“, so ein Sprecher des Finanzministeriums.

Regierung unterschätzt die Kosten

Binnen zehn Jahren würde das Vorhaben Kosten in Höhe von 22 Milliarden Euro verursachen. Je nachdem wie das Gesetz ausgestaltet wird, kann die Summe sich auf 44 Milliarden Euro erhöhen. Dies würde geschehen, wenn der Antrag auf Baukindergeld auch noch im neunten Jahr gestellt und dementsprechend auf weitere zehn Jahre bewilligt werden kann.

Weiter erklärt der Sprecher des Finanzministeriums: „Der Bau zusätzlicher Wohnungen in unserem Land ist wichtig, damit die Mieten nicht noch rascher steigen und sich Familien auch weiterhin angemessenen Wohnraum leisten können. Die Finanzierung dieser Förderung ist für diese Legislaturperiode sichergestellt.“

Wer profitiert von dem Baukindergeld?

Selbstverständlich werden Familien, die ein gewisses Einkommen beziehen, sich über das Vorhaben des Baukindergelds freuen. Auf der Strecke bleiben aber, wie so oft, Familien mit einem geringen Lohn. „Anstatt die Ungleichheit im Land zu bekämpfen, drohen Maßnahmen diese noch zu verschlimmern“, so Lisa Paus, finanzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag.

Allerdings hilft die Einführung des Baukindergeldes, die Kluft zwischen Arm und Reich insofern zu verringern, dass der Mittelstand durch das Vorhaben gefördert wird. Während die wohlhabenden Familien in der Regel nicht auf einen Kredit angewiesen sind und die Geringverdiener sich meist auch ohne Eigenkapital kein Haus leisten können, ist der Mittelstand bei der finanziellen Unterstützung eines Eigenheims die richtige Zielgruppe, um die immer geringere Barriere zwischen Arm und Reich aufrecht zu erhalten. (ls)

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