Flughafen BER | Foto: Alexander Obst / Marion Schmieding, Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Flughafen BER: Neue Diskussion über steigende Kosten

Die Probleme am Pannenflughafen nehmen kein Ende. Nachdem im Dezember letzten Jahres angekündigt wurde, dass der Flughafen voraussichtlich erst im Oktober 2020 eröffnet wird, kommt auch schon der nächste Rückschlag: Aus dem aktuellen Businessplan der Flughafengesellschaft geht hervor, dass für die Fertigstellung des BER weitere 770 Millionen Euro benötigt werden.

Nun laufen Diskussionen darüber, wer diese Kosten tragen wird. Besonders in der Berliner Landesregierung herrscht eine angespannte Stimmung. Insbesondere die Grünen sind nicht bereit, weiteres Landesgeld zu bewilligen. Die Gesellschafter, der Bund und die Länder möchten jedenfalls einen größtmöglichen Eigenanteil selbst finanzieren.

Der BER benötigt noch weitere 770 Milliarden Euro

Die Kosten für den Pannenflughafen steigen wohl weiterhin ins Unermessliche. Denn aufgrund der vergangenen Fehlplanungen, Verzögerungen und Baumängel sowie der geplanten Erweiterungen erwarten die Betreiber des großen Hauptstadtflughafens 770 Millionen Euro (!) Mehrkosten. Dies bestätigte der Betreiber des BER gegenüber dem rbb Für den drittgrößten Flughafen Deutschlands steigen die Kosten somit auf 7,3 Milliarden Euro. Dabei war beim ersten Spatenstich im Jahr 2006 noch von 2 Milliarden Euro die Rede gewesen.

Nach fünf verschobenen Startterminen soll der BER nach aktuellem Stand im Oktober 2020 eröffnet werden. Dass sich bis dahin weitere Mehrkosten ergeben würden, war schon im Vorfeld klar. Anfang dieses Jahres erklärte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, dass für das neue Terminal 300 bis 400 Millionen Euro benötigt werden. Darüber hinaus sei noch mehr Geld nötig, um Kredite zu tilgen und Zinsen zu zahlen. Die Flughafengesellschaft habe im vergangenen Jahr für den BER 140 Millionen Euro für den Schuldendienst aufbringen müssen.

Die Flughafeneigentümer sollen die Hälfte der Mehrkosten tragen

Ob die Kosten für den Flughafen noch weiter steigen ist unklar. Denn immerhin sind bis 2035 neue Erweiterungsbauten geplant. Über die Finanzierung sind sich alle Beteiligten jedoch einig: Für die kalkulierten Mehrkosten soll die öffentliche Hand deutlich weniger dazugeben. Am vergangenen Dienstag beschloss nämlich der Koalitionsausschuss aus SPD, Linken und Grünen, dass Berlin vorerst  kein weiteres öffentliches Geld in den neuen Flughafen BER investieren werde. „Die Koalition entschied, die Flughafengesellschaft solle zunächst versuchen, die Summe am Kapitalmarkt selbst zu besorgen. Bisher sei das noch nicht geschehen“, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop.

Laut rbb wollen die Flughafeneigentümer die Hälfte der 770 Millionen Euro selbst über Kredite aufbringen. Zudem haben die Gesellschafter die Belastungen der öffentlichen Hand auf 100 Millionen statt der befürchteten Milliarde senken können. Auf einem Spitzentreffen am Montag sollen sich Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD), Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) und Bundesvertreter auf eine Vereinbarung geeinigt haben, mit der das zuletzt kalkulierte FBB-Defizit auf 500 Millionen Euro in den Jahren 2020 bis 2025 vermindert werden kann. So soll das geplante Zusatzterminal T2 über ein Mietkaufkaufmodell errichtet werden. Das zweite Terminal soll ab 2021 gebaut und 2024 fertiggestellt werden. Über die Detailfragen zur Finanzierung befinde sich die Flughafengesellschaft noch in konstruktiven Gesprächen. Der Finanzierungsbedarf wird auf der nächsten Aufsichtsratssitzung am kommenden Freitag genauer erörtert. (dn)

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