Falsche Ernährung Ursache von 1/5 aller Todesfälle weltweit

Wie das amerikanische Wissenschaftsjournal „The Lancet“ in seiner aktuellen Ausgabe schreibt, lassen sich weltweit 20 Prozent aller Todesfälle auf falsche Ernährungsweisen zurückführen. Die Wohlstandsgesellschaft isst generell zu viel Salz, industriell verarbeiteten Zucker, weißes Mehl und Wurst bzw. Lebensmittel aus verarbeitetem Fleisch – und bringt sich damit selbst in Gefahr.
Basis für diese erschreckend hohe Zahl ist die „Global Burden of Disease Study“ für die mehr als 2500 Experten auf der ganzen Welt jedes Jahr Daten zu über 330 Krankheiten zusammentragen.

Wenn Ernährung nicht mehr am Leben erhält

Nutella Brot zum Frühstück, Imbiss zum Mittag, Pizza zum Abendbrot und Snacks vorm TV. Schon längst ist dies nicht mehr nur in amerikanischen Filmen Realität. Auch hierzulande gehören diese Ernährungsweisen längst zum Alltag. Dabei ist Geld nicht das Problem, sondern vor allem die Zeit. Laut dem Ernährungsreport 2017 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft kochen nur 39% aller Deutschen noch regelmäßig. In Berlin und Brandenburg kochen sogar nur ein Drittel. In der Folge nehmen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Diabetes oder erhöhter Cholesterinspiegel dramatisch zu.

Zum Umdenken bewegen

Dass ungesunde Ernährung und Übergewicht handfeste Probleme unserer Gesellschaft sind, ist ein offenes Geheimnis. Doch nur wenige tun wirklich etwas dagegen. Um zum Umdenken zu bewegen, gibt es in Deutschland verschiedene Vorstöße. Eine Studie des Hamburger Ökonomen Tobias Effertz, die unter anderem von der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Auftrag gegeben wurde, kommt beispielsweise zu dem Ergebnis, dass eine unterschiedlich hohe Besteuerung von gesunden und ungesunden Lebensmitteln die Zunahme von starkem Übergewicht in Deutschland Einhalt gebieten könnte.

Am effektivsten wäre laut der Studie eine Staffelung der Mehrwertsteuer orientiert an der sogenannten Lebensmittelampel. Danach würden gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse mit null Prozent, Produkte wie Nudeln, Milch oder Fleisch weiter mit sieben Prozent und besonders zuckerhaltige oder fettige Produkte mit mindestens 19 Prozent besteuert werden. Das Fazit der Studie prognostiziert im Falle einer solchen Besteuerung die Senkung des Anteils der stark übergewichtigen Menschen um zehn Prozent. Bisher wächst der Anteil dagegen stetig.

Regulierung der Lebensmittelpreise umstritten

Die Verbraucherorganisation Foodwatch forderte bereits im vergangenen Jahr eine „Zucker-Steuer“ für Getränkehersteller. Die Idee der Regulierung von Lebensmittelpreisen ist also nicht neu, aber umstritten. Während die Branche und das Bundesernährungsministerium eher eine ablehnende Haltung einnehmen, begrüßen Gesundheitspolitiker aus den Reihen der scheidenden Regierungskoalition den Vorschlag. Im europäischen Ausland ist man da schon einen Schritt weiter: Seit 2012 erhebt Frankreich eine Steuer auf gesüßte Getränke. In Großbritannien ist eine ähnliche Abgabe für 2018 geplant.

Gesunde Ernährung durch Nahrungsergänzung

Viele Menschen greifen aufgrund der mangelnden Zeit für die Zubereitung von vollwertigen Mahlzeiten zu sogenannten Nahrungsergänzungsmitteln. Gesundheits-Blogs wie ZENTRUM DER GESUNDHEIT halten „hochwertige Nahrungsergänzungsmittel eine gute Lösung, dem Körper das zu geben, was er so dringend braucht und was er bei der heute üblichen Ernährung nur allzu oft vermisst“. Verschiedene Hersteller wie Anatis oder MeriMed bieten einzelne Vitamine oder Mineralstoffe an. Andere Unternehmen verkaufen Nahrungsergänzungsmittel als fertige Mischung für unterschiedliche Anwendungsziele. Prominentes Beispiel ist das Hamburger Start-up Veluvia, dass vor kurzem durch einen Auftritt in der bekannten TV Show „Die Höhle der Löwen“ von sich reden machte. Veluvia bietet beispielsweise das Produkt „Immun“ an, welches Vitamin C, Vitamin D, Zink und Selen zur Unterstützung eines gesunden Immunsystems enthält. Ebenfalls im Angebot ist ein Produkt zur Gewichtsreduzierung – letztlich eines der wichtigen sekundären Ziele gesunder Ernährung. Dies haben auch andere Hersteller wie Almased oder Yokebe erkannt und entsprechende Produkte auf den Markt gebracht.

Letzten Endes gilt: Wer ein gesundes und langes Leben führen möchte, der kommt an der Investition von Zeit und Geld in die gesunde Ernährung nicht herum. (uc)

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