Großes Podium zum Thema "Zukunft des Bauens" beim Empfang der CG Gruppe. Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld

Digitales Bauen auf der EXPO: Wegbereiter CG Gruppe

Es ist wieder so weit: Die EXPO REAL, Europas größte B2B-Fachmesse für Immobilien und Investitionen, lockt auch dieses Jahr Tausende Besucher in die bayerische Landeshauptstadt. Hier treffen sich die Fachleute, Planer, Ingenieure, Städtebauer, Finanzinstitute, Vertreter der Städte, Makler und Berater aus aller Welt, um ihre Ideen und Projekte zu präsentieren. Mit über 40.000 Teilnehmern aus 75 Ländern ist die EXPO REAL Treffpunkt der gesamten Wertschöpfungskette der Immobilienbranche. In diesem Jahr kann die Messeleitung wieder einen neuen Rekord vermelden: Mit 2.041 Ausstellern sind rund 40 mehr vertreten als noch im Vorjahr. Zum ersten Mal dabei sind Aviva Investors, der Managementarm des britischen Versicherungskonzerns Aviva, der US-Immobilienmanager Heitman und das Immobilienberatungsunternehmen Avison Young.

Highlight: Empfang der CG Gruppe

Ein Highlight der diesjährigen EXPO steht jetzt bereits fest. Auf dem Empfang der CG Gruppe, dem größten Mietwohnungsentwickler Deutschlands, ging es auf dem hochkarätig besetzten Podium um eines der dringlichsten Themen der Immobilienwelt. Stichwort: BIM und digitales Bauen. Wolfgang Tiefensee (Wirtschaftsminister Thüringen) Thomas Geisel (Oberbürgermeister Düsseldorf) und GASAG-Chef Gerhard Holtmeier diskutierten mit Christoph Gröner, Vorstand und Gründer der CG Gruppe, über den Wohnungsbau der Zukunft.

Christoph Gröner wurde seinem Ruf als der unumstrittene Treiber und Innovator der Immobilienbranche gerecht. So betonte er erneut, dass die CG Gruppe angemessenen Wohnraum für alle schaffen will. „Um erschwinglichen Wohnraum zu schaffen, müssen die Digitalisierung und die Industrialisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft deutlich vorangetrieben werden“, so Gröner. Der Gründer der CG Gruppe ist überzeugt, dass BIM (Building Information Modeling) zum Selbstverständnis der Bau- und Immobilienindustrie gehören muss. Das Ziel, die Produktion von Wohnflächen ohne Abstriche an der Qualität industriell zu schaffen, könne nur durch BIM gelingen. Denn durch das digitale Verfahren seien Transparenz und Darstellbarkeit gewährleistet.

Innovator der Immobilienbrnache Christoph Gröner. Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld

Vordenker Christoph Gröner. Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld

BIM-Pilotprojekt der CG Gruppe

Gröner hat bereits eindrucksvoll bewiesen, dass er seinen Worten auch Taten folgen lässt. Erst vor wenigen Tagen gab die CG Gruppe bekannt, dass sie das Bahrenfelder Carré in Hamburg als BIM-Pilotprojekt realisiert. Es ist damit das erste Projekt der CG Gruppe, dessen Prozesskette von der Planung bis zur Bauausführung vollkommen digital ist. „BIM ist der Schlüssel für innovatives, schnelles, kostengünstiges Planen, Bauen und Betreiben von Immobilien“, so Gröner.

Einen weiteren Schlüssel zur Zukunft des Bauens sieht Christoph Gröner außerdem in der Vorfertigung von Bauteilen:„Bei guter Planung wäre ein Haus mit Fertigteilen in einem Viertel der Zeit gebaut. Wenn dann auch die Innenwände noch als Teilfertigwände erstellt würden, dann wäre ein Haus ohne irgendwelche qualitativen Einbußen in sechs bis neun Monaten gebaut.“ Laut Gröner kann die Vorfertigung die Produktivität um das Sechsfache erhöhen. Wenn in der Halle vorproduziert wird, auch mithilfe von Robotern, könne der Lohnanteil am fertigen Gebäude um bis zu 60 Prozent reduzieren werden.

Fertigteilwerk in Erfurt

In Erfurt baut die Unternehmensgruppe gerade ein Fertigteilwerk. Hier sollen ab dem kommenden Jahr die ersten Fertigteile vom Band laufen, und zwar Betonwände und -decken, alles ab der Bodenplatte. Bei bis zu 97 % Vorfertigung sei dann kaum noch Handarbeit nötig. Bis zu 2000 Wohnungen sollen auf diese Weise jährlich gebaut werden können. Die Gefahr der Typisierung und der Wiederholung sieht Gröner nicht. Im Gegenteil: „Weil wir hier in Mitteleuropa eine Stadtentwicklung pflegen, sollte in der Stadt alles aufeinander abgestimmt sein, beispielsweise die Fassaden. Das entspricht unserer Wohnkultur, wir brauchen Vielfalt.“

Bei der Digitalisierung müsse die Politik eine Vorreiterrolle spielen, beispielsweise bei Bauanträgen. Wenn Genehmigungsverfahren digitalisiert würden, so Gröner, könnten die Sachbearbeiter das Doppelte abarbeiten. Aber: „Die Digitalisierung wird von der Politik leider vernachlässigt.“

Thomas Geisel, OB Düsseldorf. Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld

Thomas Geisel, OB Düsseldorf. Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld

Laut Thomas Geisel, OB Düsseldorf, „kann man die digitale Transformation der Immobilienbranche von den Verwaltungen nicht erwarten. Da müssen innovative Unternehmen wie die CG Gruppe nach vorne.“

Digitale Baubranche ist in Asien schon viel weiter

Dabei schaut Christoph Gröner schon lange über den Tellerrand hinaus. Er sprach über die aktuellen Entwicklungen der digitalen Baubranche in Hongkong und Singapur: „Dort ist man schon jetzt viel weiter und erhält auch staatliche Förderung.“

Feiern und Networken gehören auf der EXPO dazu. Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld

Feiern und Networken gehören auf der EXPO dazu. Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld

Auf der EXPO REAL ist das Thema jedenfalls längst angekommen. Real-Estate-IT spielt hier eine immer größere Rolle. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr mit dem Real Estate Innovation Network Forum sind in diesem Jahr knapp 40 Startups sowie auch bereits etablierte PropTech-Unternehmen versammelt. Hier finden die Diskussionen über Entwicklungen und Trends in den verschiedenen Bereichen der Immobilienwirtschaft statt. Dabei bleibt zu hoffen, dass sich weitere Akteure aus der Branche ein Beispiel an der CG Gruppe nehmen. So könnten sie Ideen und Vision wahr werden lassen, um der Immobilienwelt die notwendigen Impulse für die Zukunft liefern. (ak)

 

 

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