Die Suche nach einem Kitaplatz wird zunehmend schwieriger | Foto: Pixabay/Regenwolke0

Die Suche nach einem Kitaplatz wird zunehmend schwieriger

Die Suche nach einer Kindestagesstätte gestaltet sich zunehmend schwieriger. Viele Eltern suchen immer früher nach einem Kitaplatz oder preisen ihre Kinder per Bewerbung sogar regelrecht an. Vor allem der Mangel an Kitaplätzen und Erziehern wird zunehmend größer.

Neben einer besseren Platzvergabe wünschen sich die Eltern aber auch mehr und besser bezahlte Erzieher für ihre Kinder. Vielen entscheiden sich aufgrund der schlechten Bezahlung gegen eine Ausbildung in diesem wichtigen Berufsfeld. Um endlich ein Zeichen zu setzen, rufen Eltern nun zum Protest auf.

In Berlin fehlen 3.000 Kitaplätze

Im Zuge des Bevölkerungswachstums durch Zuzüge und steigenden Geburtsraten spitzt sich der Kitaplatz-Mangel immer mehr zu. Wie die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie bekannt gab, ist die Zahl der Berliner Kita-Kinder von 2016 bis 2017 um rund 4.000 gestiegen. Zum Jahresende wurden insgesamt 161.816 Kinder in Tagesstätten betreut. Zwar baut der Senat seit Jahren Kindergärten, doch reichen diese nicht aus. Zudem wird die Fläche in der Hauptstadt immer knapper. Darüber hinaus hat Berlin derzeit sehr mit dem Mangel an Fachkräften zu kämpfen. Momentan können rund 3.000 genehmigte Plätze aufgrund des gravierenden Erziehermangels nicht besetzt werden. Zusätzlich zu den derzeitig 24.000 vollzeitarbeitenden Erzieher, werden bis Ende 2020 weitere 5.500 benötigt.

Um die Lage vermeintlich zu mildern, hat sich die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie eine vermeintlich hilfreiche Zwischenlösung überlegt: Die temporäre Überbelegung von Kita-Gruppen. Mit dieser Erhöhung des Betreuungsschlüssels können die Gruppen um ein Kind vergrößert werden. Allerdings können die 3.000 fehlenden Plätze damit nicht gedeckt werden.

Eltern rufen zum Protest auf

Die Kitaplatz-Not besteht nun schon seit einiger Zeit und spitzt sich immer weiter zu. Aber noch immer gibt es keine langfristige Lösung. Für die Eltern ist dies ein großes Ärgernis. Die Zahl der Klagen und Eilverfahren nimmt stetig zu. „Viele Eltern finden keinen Kitaplatz, obwohl ein Rechtsanspruch ab dem 1. Geburtstag eines Kindes besteht“, so Ann-Mirja Böhm von der Elterninitiative.

Ein unabhängiges Elternnetzwerk ruft nun unter dem Motto „Kitakrise“ zu einer Protestkundgebung auf. Mit der Großdemonstration am kommenden Sonnabend wollen die Eltern auf die dramatische Lage aufmerksam machen und die Politik zum Handeln bewegen. (dn)

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