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Die Lausitz wird grün: Bebauungsplan für Green Areal Lausitz auf dem ehemaligen Flugplatz Drewitz
So soll die Green Areal Lausitz einmal aussehen | Foto: Soltkahn AG

Die Lausitz wird grün: Bebauungsplan für Green Areal Lausitz auf dem ehemaligen Flugplatz Drewitz

08. Dezember 2020

Eine Gemeinde schreitet voran: Jänschwalde hat den Bebauungsplan für das geplante Gewerbe- und Industriegebiet auf dem ehemaligen Flugplatz Drewitz, unweit von Cottbus, beschlossen. Mit neun Ja-Stimmen, einer Enthaltung und keiner Gegenstimme votierten die Gemeindevertreter damit für das kürzlich auf den Namen „Green Areal Lausitz“ getaufte Vorhaben, das sich Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität für die Region Lausitz auf die Fahnen geschrieben hat. An dem Standort sollen nun bis zu 2.000 Arbeitsplätze entstehen.

Ökologisches Gewerbe- und Industriegebiet auf 209 Hektar

Das Berliner Unternehmen Euromovement hat das Areal erst Ende 2019 erworben und entwickelt auf der riesigen Gesamtfläche des ehemaligen Flugplatzes ein ökologisches Gewerbe- und Industriegebiet mit einer Gesamtfläche von 209 ha. Dabei sind ca. 35 Prozent der Fläche für die Erzeugung von regenerativer Energie (Windenergie, Photovoltaik, Wasserstoff) vorgesehen. Damit ergibt sich der Vorteil, das Gewerbegebiet CO2 - neutral und damit nachhaltig und ökologisch betreiben zu können.

„Das ist Innovation und Wirtschaftsförderung im besten Sinne“, so Jochem Schöppler, Geschäftsführender Gesellschafter der Euromovement. „Wir freuen uns und sind stolz, dass es mit diesem Vorzeigeprojekt nun vorangeht. Hier mitten in der Lausitz entsteht mit der Green Areal Lausitz ein Vorhaben, das bundesweit seinesgleichen sucht. Statt für Braunkohle und Stagnation wird die Lausitz in Zukunft über nationale Grenzen hinaus als Vorreiterregion für Innovation und Nachhaltigkeit stehen.“

Ganzheitliches Energiekonzept

Aktuell wird ein ganzheitliches Energiekonzept für den Standort entwickelt. Dieses soll die regenerative Energieerzeugung sowie den Einsatz der vor Ort erzeugten Energie umfassen. Dabei sollen die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität zusammengedacht werden, sodass ein integriertes Gesamtenergiekonzept entsteht.

Potenzial für junge Menschen: Bis zu 2.000 Arbeitsplätze

„Wir hatten von Beginn an ein gutes Gefühl für die Pläne für den ehemaligen Flugplatz Drewitz“, so Helmut Badtke, Bürgermeister der Gemeinde Jänschwalde. „Das hat sich im Lauf des Bebauungsplanverfahrens bestätigt und wir freuen uns, dass nun auf dem Areal des ehemaligen Flugplatz Drewitz ein Projekt entsteht, das die Region weit nach vorne bringen wird. Die Lausitz ist nach wie vor von der Braunkohle geprägt. Doch mit Blick auf den voranschreitenden Braunkohleausstieg zeichnen sich für die Region zahlreiche Herausforderungen – aber auch Chancen – ab. Die Green Areal Lausitz ist eine solche Chance, nicht zuletzt sollen an dem Standort bis zu 2.000 Arbeitsplätze entstehen, womit die Region auch zu einem Anziehungspunkt für junge Menschen wird, denen wir damit hier in der Lausitz eine Zukunftsperspektive anbieten können. Wir freuen uns schon jetzt auf das Potenzial, das die Entwicklung mit sich bringen wird.“

Erste Investoren sind am Start

Schon jetzt haben Investoren aus der Wirtschaft das Potenzial der Green Areal Lausitz erkannt, erste Unternehmen haben sich bereits für eine Ansiedlung entschieden. Das Schweizer Unternehmen Energy for Future hat den Vorvertrag bereits unterschrieben, weitere Abstimmungen laufen mit dem kanadischen Unternehmen Rock Tech Lithium, der B2W Holding AG sowie weiteren innovativen Unternehmen unter anderem aus Deutschland und den Niederlanden. Obligatorisch für eine Ansiedlung in dem Green Areal Lausitz sind Dach- und Teilfassadenbegrünung und entsprechende CO2-Zertifikate. Um dem Ökologiekonzept konsequent gerecht zu werden, plant Euromovement außerdem zur Vervollständigung der konzeptionellen Produktionskette die CO2-neutrale Logistik für Waren und Produktionsmittel und möchte den Güterverkehr vornehmlich erneuerbar, also elektrisch, umsetzen. Daher plant Euromovement für den Güterverkehr, aber auch für sich ansiedelnde Bahnlogistiker, einen Umschlagebahnhof (HUB) von 800 m Länge.

Für den Januar 2021 sind Bürgerberatungstermine in Drewitz/Jänschwalde geplant, um Fragen interessierter Anwohner zu beantworten. (red)

Mehr unter www.euromovement.de