Die Ausstellung „Ein Stück Deutschland“ zeigt Sand-Art Werke von Ulrich Schriewer in der Hauptstadt

„Ich schaffe Kunst aus dem, was andere im Urlaub oder im Garten mit Füßen treten.“

Eine der interessantesten Kunstausstellungen Berlins „Ein Stück Deutschland“ von Ulrich Schriewer wurde am gestrigen Abend eröffnet. Der „Vater der Sand-Art“, wie Kunstkenner Ulrich Schriewer nennen, präsentierte in den Räumen der Deutschen Bank am Ernst-Reuter-Platz seine einzigartigen Kunstwerke aus Sand.

„Ich freue mich sehr, meine Werke hier in der Hauptstadt einem so interessierten und fachkundigen Publikum präsentieren zu können. Mein Atelier in Haltern am See kann sich zwar auch eines regen Besucherstroms erfreuen, aber hier in Berlin ist einfach alles eine Nummer größer“, so Schriewer.

„Es war längst überfällig, die Werke von Ulrich Schriewer in der Hauptstadt zu präsentieren“, so Frank Tanaka, Filialdirektor der Deutschen Bank am Ernst-Reuter-Platz. „Gerade weil Berlin mit den großen Messen wie die Art Berlin oder Berlin Art Week in den letzten Jahren zu einem international anerkannten Kunststandort avanciert ist, muss Künstlern wie Herr Schriewer, die einen solchen ungewöhnlichen Weg gehen, hier Raum gegeben werden. Berlin ist damit für einige Wochen um ein Art-Highlight reicher.“

Seit über 40 Jahren entstehen die ungewöhnlichen Arbeiten des Ausnahmekünstlers in seiner Heimat Haltern am See in Nordrhein-Westfalen und bedienen sich allesamt eines in der Kunstszene eher unüblichen Werkstoffes: Sand. Mit seinen Skulpturen und  Bildern sorgte der Avantgardist Schriewer bereits im In- und Ausland für Aufsehen und konnte schon zahlreiche Fans für seine Kunst begeistern. Dazu gehören unter anderem Bundestagspräsident Norbert Lammert, der den Künstler bereits in seinem Atelier besucht hat, Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder und der Star-Geiger David Garrett.

Die Farben aller Flaggen der EU-Länder

„Ich arbeite mit Sand, baue aber nicht darauf“, sagt der Künstler über sich selbst. Als Träger des Ehrentitels „Bürger des Ruhrgebiets“, der ihm im Jahr 1991 zugesprochen wurde, fühlt sich Schriewer dem „Pott“, wie er es selbst nennt, fest verbunden. Aktuell plant Schriewer die Schaffung eines 30 Meter  hohen Wahrzeichens für das Ruhrgebiet. Der „Ruhrpott“ soll auf einer Halde stehen und durch eine Hochleistungsvernebelungsanlage wirklich kochen.

In seinen Bildern und Skulpturen geht er den Weg der Reduzierung auf das Wesentliche. „Raum schaffen durch Verzicht, um neue Räume aufzustoßen“, ist eine seiner Denk- und Arbeitsweisen.

Ein Stück Deutschland

Schriewers Arbeiten wirken durch ihre enorme Ausdruckskraft, hervorgerufen durch ein Material, das dem Betrachter Vergänglichkeit vor Augen führt, dabei aber dennoch ein ungeheures gestalterisches Potenzial offenbart. Selbst kritische französische Zeitungen bezeichneten Schriewer als „Vater der Sand Art“. Der Ruf ein „Exot“ und „anders“ zu sein, ein ausgefallener Künstler des Ruhrgebiets, mit noch ausgefallenerem Material, eilt Ulrich Schriewer voraus.

Kunstwerke aus Sand – Vergänglichkeit und Beständigkeit

So wie Ulrich Schriewer dem Sand seine Form gibt, wie er das Flirren und Fließen seines Materials scheinbar wie ein Dirigent bändigt und ihm einen künstlerischen Ausdruck verleiht, gehört ihm ein Platz zwischen den großen Skulpturenkünstlern unserer Zeit. Ein außerordentlicher Künstler, der mit Sand arbeitet und sich damit eines ungewöhnlichen, in sich aber völlig schlüssigen Werkstoffes bedient.

„Ein Stück Deutschland“: Noch bis zum 30. November 2017

Ausstellung „Ein Stück Deutschland“ von Ulrich Schriewer

Noch bis zum 30. November 2017

Deutsche Bank
Filiale Otto-Suhr-Allee 6-16
10585 Berlin

Öffnungszeiten:

Montag, Dienstag, Donnerstag 10-18 h
Mittwoch 10-16 h
Freitag 10-14 h

 

Website http://www.ulrich-schriewer.de/

 

Titelfoto: Frank Tanaka, Filialdirektor der Deutschen Bank, und Ulrich Schriewer vor dem „Brandenburger Tor“. Q: BERLINboxx

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