Der Bitcoin-Hype: Digitale Bezahl-Revolution oder Manie? | Foto: Pixabay/allanlau2000

Der Bitcoin-Hype: Digitale Bezahl-Revolution oder Manie?

Der Begriff Bitcoin ist aktuell in aller Munde. Ist die Digitalwährung Fluch oder Segen? Risikoanlage oder sinnvolles Investment? Finanzexperte Thomas Kickermann, Managing Director der vPE Bank, bringt Licht ins Dunkel.

Nach einer Rekordjagd war ein Bitcoin auf dem Höhepunkt Ende 2017 stolze 20.000 US-Dollar wert. Nun stabilisiert sich die Kryptowährung nach dem Absturz Anfang 2018 langsam wieder und pendelt aktuell um die 9.000 US-Dollar.

Vielen Finanzexperten ist der Bitcoin nach wie vor nicht geheuer. „Zu wenig reguliert, zu unsicher, reines Spielgeld oder sogar ‚Betrug‘“, so die Aussage Jamie Dimons, Chef der US-Großbank JP Morgan Chase. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann lehnt ein Verbot des Bitcoin ab, fordert aber eine globale Regulierung: „Angesichts der Tatsache, dass solche Geschäfte global angeboten werden, ist klar, dass eine nationale oder europäische Regulierung nur begrenzt wirksam sein kann. Zunächst ist es wichtig, bestehende Geldwäschevorschriften durchzusetzen und zu verhindern, dass Kryptowährungen, die auf Plattformen im Internet gehandelt werden, als Mittel der Terrorismusfinanzierung oder für andere kriminelle Aktivitäten eingesetzt werden.“

Das „Gold der Millenials“

Der Bitcoin hat eine begrenzte Menge von 21 Millionen Tokens – ähnlich wie bei Gold, das auch nur begrenzt verfügbar ist. Bitcoins gelten als das „Gold der Millennials“. Die mutigsten Experten für digitale Währungen schätzen, dass sich der Wert des Bitcoins bis 2020 mindestens vervierfachen wird. Andere Schätzungen gehen davon aus, dass der Preis für Bitcoins im Jahr 2020 zwischen 25.000 und 37.000 US-Dollar liegen und damit den Preis von einem Kilo Gold übertreffen wird. Thomas Kickermann befürwortet Digitalwährungen, ist jedoch auch für eine globale Kontrolle: „Die Idee hinter den Kryptowährung ist grundsätzlich zu begrüßen: weltweiter Handel, keine Währungsumrechnungen, Zugriff jederzeit, keine Bankenmanipulationen. Kryptowährungen werden sich daher als eigenständige Assetklasse etablieren, wenn die notwendige Kontrolle stattfindet und der Handel sowie das Monitoring transparent und nachvollziehbar sind. Natürlich können Bitcoins auch als Anlageobjekt, wie alle anderen Währungen und Währungskonten auch, von Nutzern gehalten werden, die nicht beabsichtigen, regelmäßig Überweisungen in Bitcoin vorzunehmen. Der primäre Sinn hinter der Währung ist es allerdings, Bitcoins als Zahlungsmittel zu nutzen.“

Bitcoin und Co. sind in Zukunft nicht mehr wegzudenken

Die Beur teilung des Bitcoin-Kurses zwischen Hysterie und kategorischer Ablehnung fällt schwer, weil Vergleichsdaten fehlen und oft mit zweierlei Maß gemessen wird. „Bei der allgemeinen Diskussion um Bitcoin & Co. wird oft vergessen, dass es auch vorher schon Verwerfungen im weltweiten Devisenhandel und kriminelle Machenschaften wie Geldwäsche gab. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/ 2009 und an die Staatsschuldenkrise 2011/2012, die von Banken und Governments gern vergessen wird“, so Bankier Kickermann. „Jedem Anleger sollte bewusst sein, dass Kryptowährungen risikobehaftet sind, alleine schon weil die Währung ungesteuert und dezentralisiert ist. Trotzdem wird der Bitcoin als führende Kryptomarke weiter an Wert gewinnen, da die Akzeptanz von Digitalwährungen ungeachtet des sich ständig ändernden regulatorischen Umfelds weiter zunehmen wird.“ (ak)

1 Antwort
  1. Ralf
    Ralf says:

    Mit solch einer Entwicklung des Bitcoins hat vermutlich niemand gerechnet. Ich glaube auch, dass sich in diesem Bereich auch in Zukunft noch einiges tun wird. Werde das ganze Thema daher auch weiterhin mit Interesse verfolgen.

    Antworten

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