Flughafen BER | Foto: Wikimedia

Dem Flughafen BER fehlen bis zu einer Milliarde Euro

Noch vor Weihnachten letzten Jahres wurde angekündigt, dass der Flughafen Berlin Brandenburg voraussichtlich im Oktober 2020 eröffnen wird. Ganze acht Jahre nach der geplatzten Eröffnung im Jahr 2012. Nun droht dem Flughafen ein neues Problem: Bis zu einer Milliarde Euro sollen für den Flughafen BER fehlen.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat bereits im Dezember angekündigt, dass durch die abermals verzögerte Eröffnung zusätzliches Geld für das Projekt gebraucht wird. Doch wie wird die Flughafengesellschaft die zusätzlichen Kosten finanzieren können? Immerhin ist hier von einem zehnstelligen Betrag die Rede.

Dem Flughafen BER fehlt eine Milliarde Euro

Einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge sollen für den Ausbau und für die Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens BER bis zu einer Milliarde Euro fehlen. Weiterhin wurde berichtet, dass allein die Kosten für den Baustellenbetrieb und die Einnahmeausfälle sich auf rund 25 Millionen Euro pro Monat (!) belaufen. Dies seien rund 750 Millionen Euro bis zur geplanten Eröffnung 2020. Es werden jedoch weitere Millionen für neue Aufträge zur Fertigstellung und zum beschleunigten Ausbau benötigt.

Die Flughafengesellschaft ist jedoch nicht in der Lage die zusätzlich benötigte Milliarde  zu finanzieren. Laut der „Bild am Sonntag“ können die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund maximal 400 Millionen Euro durch Kredite stemmen. Über den restlichen Betrag seien sich die Gesellschafter des Flughafenprojekts jedoch uneinig.

Seit Baubeginn steigen die Kosten ins Unermessliche

Der erste Spatenstich des Flughafens BER erfolgte vor mehr als 11 Jahren im September 2006. Damals war noch von 2,5 Milliarden Euro die Rede. Bisher sind die Kosten jedoch schon auf rund 6,6 Milliarden Euro gestiegen. Nun wird noch eine Milliarde mehr benötigt.

Die Kosten werden auch nach der Eröffnung weiter steigen. Bis zum Jahr 2035 sind nämlich neue Erweiterungsbauten geplanten. Diese Erweiterungen sind nötig, um zukünftig 55 Millionen Passagiere abfertigen zu können. Denn bei seiner Eröffnung wird der Berliner Großstadtflughafen BER bereits zu klein sein, um alle Passagiere, die bislang über die Flughäfen Tegel und Schönefeld reisen, aufnehmen zu können. Beide Flughäfen werden jedoch nach der Eröffnung des BER ihren Betrieb einstellen.

Finanzbedarf soll auf der Aufsichtsratssitzung geklärt werden

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke äußert sich über den Finanzbedarf sehr kritisch: „Das einzige, was in der FBB (Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg) zu klappen scheint, ist die ständige Kreation immer neuer Bedarfe. Und dies offenbar ohne über ausreichend eigenes Geld zu verfügen.“

Jedenfalls wird erst im März auf einer Aufsichtsratssitzung über die Finanzierung entschieden. „Wir gehen davon aus, dass bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung sowohl der Finanzbedarf solide ermittelt sowie eine verlässliche Finanzplanung erarbeitet sein wird“, so die Berliner Senatssprecherin Claudia Sünder gegenüber der dpa. (dn)

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