Co-Living-Spaces: Alternative Wohnkonzepte erobern Hauptstadt | Foto: pixabay.com

Co-Living-Spaces: Alternative Wohnkonzepte erobern Hauptstadt

Gemeinschaftliches Rooftop-Yoga mit dem spanischen Marketingchef auf der Terrasse, Filmvorstellungen mit der schwedischen Social Media-Beraterin im hauseigenen Kinosaal und ein multikulturelles Frühstücksbüffet mit mindestens sechs verschiedenen Nationen am Tisch. Wer nicht miteinander arbeitet, redet in der Weltsprache Englisch über seine Arbeit, und wer nicht reden möchte, sucht sich die kollektive Meditationsecke. Dies ist keine Beschreibung aus Dave Eggers Bestseller Thriller „Der Circle“, sondern das Berliner Wohnkonzept der Zukunft, um Digitalnomaden vor dem sozialen Untergang zu bewahren und zwar auf möglichst engem Raum. Ob diese neue Berliner-Mischung aufgeht?

Community-orientiertes Wohnen

Mit klassischen Wohngemeinschaften oder Studenten WGs sollen Co-Living- Spaces möglichst wenig gemeinsam haben. Attraktive Berliner Bestandsimmobilien und Neubauprojekte verwandeln sich durch innovative Raumnutzungen in großzügige Gemeinschaftsareale für internationale Young Professionals und solche, die es werden wollen.

Attraktive möblierte Zimmer werden über einschlägige Plattformen der Anbieter von Co-Living-Spaces vertrieben. Schnelles Mieten wird per Abonnement und digitalisierte Abwicklung beschleunigt. Dafür wird ein Community-orientierte Wohnkonzept zum gemeinsam leben, arbeiten, sich inspirieren lassen und wohlfühlen geboten. So ist es jedenfalls in der Theorie gedacht.

Hauptsache connected

Wie bereits bei den Co-Working-Spaces als innovatives Bürokonzept, bestechen die Gemeinschaftsflächen durch modernes Design, erstklassige digitale Infrastruktur und eine enge Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, um schnell in die angesagten Berliner Bezirke zu gelangen. Die Gemeinschafts- Apartments für Gutverdiener genügen den Ansprüchen der neuen international geprägten Tech-Generation: schnelles W-Lan, lichtdurchflutete Räume, bequem per Abo mietbar und dann noch kreativ sowie gemütlich eingerichtet.

Ob Studenten, Business Professionals oder Digital-Nomads – sie alle sollen dort willkommen sein. Ganz so neu ist das Konzept allerdings nicht: Berliner Vorreiter war der ehemalige eKomi- Chef und Medici Living Group-Gründer Gunther Schmidt. Bereits 2012 startete er in der Hauptstadt das erste Konzept für Co-Living-Spaces und leitet das Unternehmen heute mit Ferdinand von Fumetti und Robert Gmeiner.

QUARTERS

Seitdem bietet die Medici Living Group sowohl studentische Wohngemeinschaften als auch Co-Living Spaces an. QUARTERS heißt die firmeneigene Wohnungsbörse für unkonventionelles Zusammenleben.

 

Kreative Köpfe hinter der Medici Living Group (v.l.n.r.): Robert Gmeiner, Ferdinand von Fumetti und Gunther Schmidt | Foto: Medici Living Group

Kreative Köpfe hinter der Medici Living Group (v.l.n.r.): Robert Gmeiner, Ferdinand von Fumetti und Gunther Schmidt | Foto: Medici Living Group

 

Das Unternehmen mit Sitz in Berlin bietet mittlerweile 45 Co-Living- Spaces an. Der Bedarf an kreativen Wohnraumlösungen steigt – nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in anderen internationalen Metropolen. „Als junger Mensch ohne Einkommensnachweise oder der Möglichkeit persönlich vor Ort auf Wohnungssuche zu gehen, ist es fast unmöglich, eine zentral gelegene Unterkunft in einer Metropole zu finden“, sagt Gunther Schmidt. Derzeit betreibt die Medici Living Group international 1.300 Wohneinheiten mit einer Auslastung von 96 Prozent. Mit dem Konzept ist das Berliner Unternehmen allerdings schon längst nicht mehr alleine. Nicht nur auswärtige Wettbewerber wie das Co-Working-Startup WeWork oder WeLive boomen und bieten ähnliche Wohnkonzepte an, sondern auch Berliner Firmen.

Trend mit Tradition

So innovativ das Konzept auf den ersten Blick erscheinen mag, es ist ein digital organisierte Variante der herkömmlichen Wohngemeinschaft. Mit exklusiven Upgrades werden vor allem internationale Fachkräfte für das Wohnen-auf-Zeit gewonnen, sind aber keine Lösung für den chronischen Wohnmangel in der Hauptstadt. Altes Konzept, neues Label: Gute Ideen können eben langlebig sein. (lj)

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